Mandari Insight

2009/0102

Umsetzung des Nationalen Integrationsplans in Darmstadt

Magistratsvorlage 02.03.2009

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Vorschlag des Ausländerbeirates an die Stadtverordnetenversammlung 


Betreff: Umsetzung des Nationalen Integrationsplanes in den Kommunen

Im Jahr 2007 wurde der Nationale Integrationsplan verabschiedet. Politik, Institutionen und Nichtregierungsorganisationen verständigten sich erstmalig darauf, das Politikfeld der Migration und Integration abzustimmen und gemeinsam zu verantworten. Die Beteiligten haben sich dazu verpflichtet, eigene Beiträge in ihren Zuständigkeitsbereichen zu leisten. Auch die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände hat stellvertretend für die Kommunen Selbstverpflichtungen formuliert. Diese lauten (siehe Nationaler Integrationsplan Seite 31-33):

«Die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände empfiehlt ihrem Mitgliedsbereich/ihren Mitgliedsverbänden,

der Integration eine hohe kommunalpolitische Bedeutung beizumessen, Integration als ressortübergreifende Aufgabe in der Kommunalverwaltung zu verankern und ihrer Bedeutung entsprechend anzusiedeln, kommunale Gesamtstrategien, die den jeweiligen örtlichen Bedürfnissen angepasst sind, zu entwickeln und fortzuschreiben,

sich für eine stärkere Vernetzung der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Akteure einzusetzen und erforderlichenfalls Vernetzungen zu initiieren, dabei im Rahmen ihrer Möglichkeiten als zentraler Akteur zur Koordinierung und Abstimmung der verschiedenen Integrationsbemühungen aufzutreten,

den Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in den Verwaltungen zu erhöhen, Mitarbeiter in der Weise fortzubilden, dass dem Ziel der Kundenfreundlichkeit und dem Bedarf an interkultureller Kompetenz in der Verwaltung noch wirkungsvoller Rechnung getragen werden kann,

bürgerschaftliches Engagement von, für und mit Migranten zu unterstützen und zu fördern, Menschen mit Migrationshintergrund stärker an den Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen in den unterschiedlichsten Bereichen des sozialen und politischen Lebens zu beteiligen und dabei auch für die Einbeziehung der weiblichen Migrationsbevölkerung einzutreten, die Kompetenzen der Zuwanderer als Multiplikatoren und Konfliktmoderatoren stärker einzubeziehen,

als Lotsen Zuwanderer bei der Wahrnehmung von Bildungsangeboten des Bundes und der Länder (z. B. durch Information über entsprechende Angebote) zu unterstützen und zu den Angeboten hinzuführen, durch kommunale Maßnahmen das Bildungsangebot zu ergänzen und diese Angebote mit denen des Bundes und der Länder zu vernetzen,

als Träger von Aufgaben nach dem SGB II die berufliche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund mit ihren flankierenden Maßnahmen zu unterstützen, auch in ihrer Rolle als Arbeitgeber einen unmittelbaren Beitrag zur beruflichen Integration zu leisten.

in Sozialräumen mit Integrationsdefiziten durch Quartiersmanagement und Netzwerkbildung das Zusammenleben zwischen den Bevölkerungsgruppen zu fördern, mit niedrigschwelligen sozialen und kulturellen Angeboten die Lebensqualität im und die Identifikation mit dem Quartier zu stärken, von Förderinstrumenten zur Stärkung benachteiligter Quartiere wie z. B. das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ und die Programme des Europäischen Sozialfonds (ESF) stärker Gebrauch zu machen,

im Rahmen kommunaler Wirtschaftsförderungskonzepte der zunehmenden Bedeutung der ethnischen Ökonomie Rechnung zu tragen, in der Bevölkerung und der Verwaltung das Bewusstsein für das Potenzial der ethnischen Ökonomie zu wecken und für den kommunalen Wirtschaftsstandort zu nutzen,

auch weiterhin energisch extremistische und fremdenfeindliche Bestrebungen zu bekämpfen und Fremdenfeindlichkeit in allen Ausprägungen entgegenzutreten, örtliche Netzwerke gegen Extremismus und für Toleranz zu unterstützen,

über die vor Ort verfügbaren Integrationsangebote in geeigneter Weise zu informieren, im Interesse der Effektivität der lokalen Integrationspolitik und eines wirkungsvollen  Ressourceneinsatzes ihre Integrationsbemühungen zu dokumentieren, zu evaluieren und gegebenenfalls zu optimieren.“ 

Damit diese Selbstverpflichtungen auch Realität werden können, müssen die einzelnen Mitgliedskommunen sie aufgreifen und in ihrem Verantwortungsbereich, nach ihrer jeweiligen örtlichen Situation, umsetzen. 

Der Ausländerbeirat schlägt der Stadtverordnetenversammlung vor zu beschließen:

Die Stadtverordnetenversammlung begrüßt und unterstützt die Zielsetzung des Nationalen Integrationsplans und setzt sich für die Übertragung der Selbstverpflichtungen der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände auf die Stadt Darmstadt ein.

Die Verwaltung wird dazu gebeten:

Der Stadtverordnetenversammlung zu berichten, welche der in den Selbstverpflichtungen der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände genannten Bereiche bereits in Darmstadt umgesetzt werden.

Ein Konzept zu entwickeln, wie die genannten Empfehlungen auf die spezielle Situation in Darmstadt übertragen werden können.

Insbesondere wird gefragt:

2a. Welche Bestrebungen, Konzepte, Erfahrungen zur Verbesserung der Bevölkerungsstruktur in Darmstadt gibt es, um Ghettoisierung der Einwandererbevölkerung zu vermeiden? Gibt es ebenso Bestrebungen, Konzepte, Erfahrungen, wie diese Zielgruppe in Neubaugebieten der 	Stadt ihrem prozentualen Anteil entsprechend berücksichtigt werden kann?

2b. Welche Konzepte gibt es in Darmstadt, um Bildungserfolg von Kindern mit 	Migrationshintergrund zu verbessern?

Zu prüfen, wie insbesondere die im Nationalen Integrationsplan genannten strukturellen und organisatorischen Voraussetzungen (Gesamtstrategie, Moderation, Koordination, Vernetzung, Evaluation) in Darmstadt geschaffen werden können.




Darmstadt, den 21.01.2009
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2009/0102

78501 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
12.03.2009 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat V  an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 
Amt: Interkulturelles Büro  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2009/0102 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Umsetzung des Na tionalen Integrationsplans in Darmstadt 
 
Vorlage vom: 02.03.2009 
 
Beschlussvorschlag: 
1. Der Magistrat nimmt den Bericht „Umsetzung des Nationalen Integrationsplans in Darmstadt“ zur 
Kenntnis. 
2. Die Vorlage ist der Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnis vorzulegen. 
3. Die Antwort auf den Vorschlag des Ausländerbeirates ist damit erledigt. 
 
 
Anlagen: Vorschlag Ausländerbeirat 
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
Begründung: 
 
Der Ausländerbeirat hatte vorgeschlagen, dass die Stadtverordnetenversammlung beschließt, dem 
Magistrat Fragen zur Umsetzung des Nationalen Integrationsplanes in Darmstadt zu stellen. Der 
nachfolgende Bericht des Interkulturellen Büros geht auf alle gestellten Fragen ein und beantwortet 
sie umfassend.  
 
Bericht zur  Umsetzung des Nationalen Integrationsplanes in Darmstadt 
 
I. 
Umsetzung der Empfehlungen in den Selbstverpflichtung der Bundesvereinigung der 
kommunalen Spitzenverbände 
 
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat lange vor der Erstellung des Nationalen Integrationsplans im 
Jahr 2007 begonnen, Projekte, Maßnahmen und Aktivitäten im Bereich Integration im Sinne der 
Empfehlungen der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände zu konzipieren und 
umzusetzen. Im Wettbewerb „gelungene Integration“ unter der Beteiligung von mehr als hundert 
Kommunen, organisiert von der Bertelsmann-Stiftung und dem Bundesinnenministeriums im Jahr 
2005, kam die Wissenschaftsstadt Darmstadt in die Endrunde mit 14 weiteren Kommunen.  
Im Einzelnen wird nun auf die Empfehlungen der Bundesvereinigung der kommunalen 
Spitzenverbände eingegangen: 
 
Empfehlung 1) 
 
Die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände empfiehlt ihrem Mitgliedsbereich/ihren 
Mitgliedsverbänden, der Integration eine hohe kommunalpolitische Bedeutung beizumessen, 
Integration als ressortübergreifende Aufgabe in der Kommunalverwaltung zu verankern und ihrer 
Bedeutung entsprechend anzusiedeln, kommunale Gesamtstrategien, die den jeweiligen örtlichen 
Bedürfnissen angepasst sind, zu entwickeln und fortzuschreiben. 
 
Zu Empfehlung 1) 
 
Mit einem Magistratsbeschluss vom 10.09.1997 wurde in Darmstadt das Interkulturelle Büro als 
kommunale Fachstelle für Integration eingerichtet und damit erneut zum Ausdruck gebracht, dass die 
Wissenschaftsstadt Darmstadt der Integration eine hohe kommunalpolitische Bedeutung beimisst. 
 
Später wurde mit der Rundverfügung Nr. 22/ 2001 ein weiterer Schritt unternommen, die Integration in 
Darmstadt als eine gesamtstädtische Querschnittsaufgabe der Stadtverwaltung festzuschreiben. Es 
wurde ein Verwaltungsablauf festgelegt, der sicherstellt, dass bereits bei der Planung oder 
Vorbereitung von Maßnahmen die besonderen Bedürfnisse von Migrantinnen und Migranten erkannt 
und berücksichtigt werden. Das Interkulturelle Büro wurde mit der Federführung und Koordinierung 
dieser Aufgabe betraut. 
 
In einem weiteren Schritt wurde mit einem Magistratsbeschluss vom 19.09.2007 festgelegt, dass in 
allen Angelegenheiten, die die Bedürfnisse und Ansprüche von Migranten/Migrantinnen berühren, vor 
der Befassung der Gremien das Interkulturelle Büro zu beteiligen ist. Seine Stellungnahme ist den 
jeweiligen Vorlagen beizufügen oder in den Begründungstext einzuarbeiten. 
 
Diese Aufgaben wurden mit einer neuen OB- Rundverfügung Nr. 19/2008 weiter präzisiert: 
 
Die Fachämter, insbesondere in den Bereichen Stadtplanung und Stadtentwicklung, kulturelle 
Angelegenheiten, Jugendpflege, Sozialwesen, Wohnungswesen, Gesundheitswesen, 
Ordnungsangelegenheiten, Schulwesen, Sportwesen und Personalwesen werden beauftragt, alle 
Maßnahmen, die Belange der zugewanderten Bevölkerung berühren, rechtzeitig vor der Befassung 
der Gremien dem Interkulturellen Büro zur Prüfung und gg. Bewertung vorzulegen. Die Vorlagen 
müssen die jeweiligen Stellungnahmen ausweisen. 
 
Das Interkulturelle Büro wurde beauftragt, alle Verwaltungsstellen bei der fachlichen Umsetzung der 
beschlossenen Integrationsziele (Fachberatung) und bei der Erarbeitung des erforderlichen 
Handlungsrepertoires (Fortbildungen), beim Zugang zu schwer erreichbaren Zielgruppen 
(zweisprachige Vermittlungskräfte) und bei der Vernetzung mit nicht städtischen Kooperationspartnern 
und -partnerinnen im Integrationsbereich zu unterstützen.

3 
... 
 
Das Interkulturelle Büro wurde ebenfalls ermächtigt, von sich aus Anregungen, Vorschläge und 
Empfehlungen an die Fachämter heranzutragen. Die daraus resultierenden Arbeitsergebnisse sind 
dem jeweiligen Fachdezernenten vorzutragen. 
Werden für ämterübergreifende Projekte Arbeitsgruppen oder Steuerungsgruppen eingerichtet, 
übernimmt das Interkulturelle Büro die Geschäftsführung. 
 
Die gesammelten Erfahrungen haben gezeigt, dass für die Sicherung der umfassenden und effektiven 
Umsetzung der vorbezeichneten Rundverfügung weitere Organisationsstrukturen erforderlich sind. 
Zur besseren Verankerung der Integration als ressortübergreifende Aufgabe in der 
Kommunalverwaltung wurde mit dem Magistratsbeschluss vom 19.09.2007 (in Anlehnung an den 
Bericht 7/2005 der KGSt) eine städtische Steuerungsgruppe beim für interkulturelle Fragen 
zuständigen Dezernat eingerichtet. Die Steuerungsgruppe besteht aus dem Amt für Soziales und 
Prävention, dem Jugendamt, der Sozial- und Jugendhilfeplanung, dem Amt für Familie, 
Kinderbetreuung und Sport, der Frauenbeauftragten sowie dem Interkulturellen Büro. Andere 
Fachämter  werden bei Bedarf einbezogen. Die Steuerungsgruppe tagt ein- bis zweimal im Jahr. 
 
Die Steuerungsgruppe trägt alle kommunalen Integrationsmaßnahmen zusammen, wertet sie 
mindestens einmal jährlich aus und bereitet Beschlussempfehlungen für die Gremien vor.  Zu ihren 
Aufgaben gehören eine Ressourcen- und Defizitanalyse, die Formulierung von grundsätzlichen Zielen 
und Maßnahmen, die Auswertung der Umsetzung sowie die Weiterentwicklung des 
gesamtkommunalen Integrationskonzepts. Bisher befasste sich die Steuerungsgruppe mit folgen 
Fragen: Registrierung der Klientinnen und Klienten nach Migrationshintergrund, Feststellung des 
Anteils von städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationshintergrund, Erhöhung des 
Anteils von städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationshintergrund in Ämtern mit 
hohem Anteil von Migrantinnen und Migranten unter der Klientel. 
 
Als weiteres Steuerungsgremium wurde 2009 ein Integrationsforum auch unter Beteiligung von 
nichtstädtischen Institutionen und Organisationen eingerichtet. Das Ziel des Integrationsforums ist die 
Ausarbeitung von Vorschlägen für Schwerpunkte der kommunalen Integrationspolitik und 
Vorbereitung von Handlungsempfehlungen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 
Integrationsforums sind Fach- und Multiplikatorenkräfte aus unterschiedlichen Einrichtungen und 
Institutionen, die mit der Integrationsarbeit befasst sind. 
 
Das Interkulturelle Büro wurde vom Magistrat beauftragt, einen Migrations- und Integrationsbericht 
zu erstellen. Der Bericht soll Aufschluss über die Situation der zugewanderten Bevölkerung in 
Darmstadt in den Bereichen Soziales, Gesundheit und Bildung geben sowie die Partizipation und 
antirassistische Aktivitäten und Netzwerke vorstellen. 
 
Gliederung des Migrations- und Integrationsberichtes Darmstadt 
 
Vorwort 
Migration in Darmstadt - Historische Streiflichter 
Qualitative Berichte zur Integrationsarbeit  
- Teilbericht Migration und Arbeit 
- Teilbericht Migration und Soziales 
- Teilbericht über die Migrantenbeteiligung in den Stadtteilen der „Sozialen Stadt“ 
- Teilbericht Migration und Gesundheit 
- Teilbericht Migration und Bildung 
- Teilbericht Migration, Bildung und Soziale Arbeit  
- Teilbericht über den Einsatz von Integrationsassistentinnen und -assistenten im Sozial- 
und Bildungs- und Gesundheitsbereich 
- Teilbericht Partizipation  
- Teilbericht Ausländerbeirat 
- Teilbericht Antirassismus  
 
Anhang : 
 
Ämterbefragung 
Statistischer Teil 
- Erläuterungen  
- Detaillierte Statistiken nach Kriterium „Pass“  
- Bevölkerungsbestand  
- Anzahl Einbürgerungen 
- Bevölkerungsbewegung

4 
... 
- Hilfen zum Lebensunterhalt 
- Arbeitsmarkt 
- Studierende in DA 
- Schülerschaft 
- Gesundheit 
 
Zur Stärkung des Aspekts der strategischen Steuerung sollen mittelfristig entsprechende Instrumente 
für Bestandsaufnahme und Monitoring mit Unterstützung der Abteilung für Statistik und 
Stadtforschung entwickelt werden. Durch diese Steuerungsinstrumente kann die Wirksamkeit der für 
Integration eingesetzten personellen und sachlichen Mittel besser eingeschätzt und durch 
entsprechende Beschlüsse weiter erhöht werden.  
 
Die wichtigste Voraussetzung für ein Monitoring-System ist die Erstellung von Statistiken  nach 
Migrationshintergrund. Zur Zeit haben erst einige Kommunen in Deutschland die Statistiken auf neuen 
Grundlagen gestellt. Ebenfalls wird zur Zeit bundesweit über ein Indikatoren-Set zur Messung von 
Integrationserfolgen diskutiert, was die zweite wichtige Voraussetzung darstellt. 
 
Empfehlung 2) 
 
Die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände empfiehlt ihrem Mitgliedsbereich/ihren 
Mitgliedsverbänden, sich für eine stärkere Vernetzung der gesellschaftlichen, politischen und 
wirtschaftlichen Akteure einzusetzen und erforderlichenfalls Vernetzungen zu initiieren, dabei im 
Rahmen ihrer Möglichkeiten als zentraler Akteur zur Koordinierung und Abstimmung der 
verschiedenen Integrationsbemühungen aufzutreten. 
 
Zu Empfehlung 2) 
 
Das Interkulturelle Büro der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat sich für eine stärkere Vernetzung der 
gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Akteure im Integrationsbereich eingesetzt und auch 
mehrere Vernetzungen initiiert.  
 
Arbeitskreis „Migration und Sozialarbeit“
 
Seit 1998 besteht der AK “Migration und Sozialarbeit“, dessen Geschäftsführung beim 
Interkulturellen Büro liegt.  Der  Arbeitskreis setzt sich gegenwärtig aus folgenden Teilnehmerinnen 
und Teilnehmern zusammen: 
• ARGE Darmstadt 
• BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) Regionalkoordination 
• Caritasverband Darmstadt e.V. – Migrationsdienst 
• Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Darmstadt-Stadt e.V. – Migrationsdienst 
• Diakonisches Werk Darmstadt-Dieburg – Migrationsdienst 
• Diakonisches Werk Darmstadt-Dieburg – Stadtteilwerkstatt Kranichstein 
• IB Internationaler Bund/ Jugendmigrationsdienst Darmstadt 
• Interkulturelles Büro der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
• Bürger- und Ordnungsamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt – Ausländerbehörde 
• Polizeipräsidium Südhessen – Ausländerbeauftragter 
• Sozialkritischer Arbeitskreis e.V. – Bürgerberatung 
• Amt für Soziales und Prävention der Wissenschaftsstadt Darmstadt – Fachstelle für besondere 
soziale Hilfen 
• Studentenwerk Darmstadt – Sozialberatung 
• ZWST – Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland e.V. 
 
Zur Klärung von unterschiedlichen migrationsspezifischen Fragestellungen bietet der Arbeitskreis 
(AK) „Migration und Sozialarbeit“ eine gute Möglichkeit des Austauschs für Fachkräfte, die in ihrem 
Arbeitsbereich mit Migrantinnen und Migranten arbeiten. 
 
Zielsetzung ist der Informationsaustausch der Mitglieder untereinander sowie der Aufbau von 
Kooperationen und Vernetzungen. Themenspezifische Fortbildungen, Tagungen und Workshops 
sowie die Initiierung von migrationsspezifischen Projekten werden im Rahmen der Sitzungen 
vorbereitet und durchgeführt.  
 
Thematisch standen Einzelprobleme, der Bedarf an Integrationskursen mit spezifischen 
Schwerpunkten (Alphabethisierung, Kinderbetreuung, Nachmittagskurse) und Fortbildung für

5 
... 
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unterschiedlichen Fachdiensten im Vordergrund.  Im folgenden 
einige Beispiele der inhaltlichen Arbeit des Arbeitskreises “Migration und Sozialarbeit”: 
 
• Erstellung einer Kooperationsvereinbarung zwischen den Migrationserstberatungsstellen 
(Caritasverband Darmstadt e.V., Deutsches Rotes Kreuz Darmstadt-Stadt e.V., Diakonisches 
Werk Darmstadt-Dieburg e.V.), dem Jugendmigrationsdienst (Internationaler Bund e.V.) und der 
ARGE Darmstadt zur Förderung der Arbeitsintegration von Menschen mit Migrationshintergrund 
. 
• Kooperation zwischen den MEB`s (Migrationserstberatungsstellen) und dem JMD 
(Jugendmigrationsdienst) mit der Ausländerbehörde der Stadt Darmstadt: 
- Einrichtung eines wöchentlichen Beratungsangebotes bei der Ausländerbehörde. 
- Vernetzung zum Zwecke der Ansprache von Neuzugewanderten bezüglich der baldigen 
Aufnahme von Integrationskursen und der Inanspruchnahme der Angebote der MEB`s und 
des JMD 
• In Kooperation mit der Volkshochschule Darmstadt und dem Mütterzentrum e.V. konnten 
     für Integrationskursteilnehmer/innen ca. 15 Kinderbetreuungsplätze eingerichtet werden. 
• Durchführung von trägerübergreifenden Fortbildungen: 
- Änderungen im Zuwanderungsrecht und ihre sozialrechtlichen Auswirkungen (2007) 
- Workshop „Migration“ (in Kooperation mit der ARGE Darmstadt) (2007) 
- Aktuelle Änderungen im Zuwanderungs- und Sozialrecht (2005) 
- Gemeinwesenarbeit mit Zugewanderten am Beispiel Eberstadt-Süd (2001) 
- Entwicklung der Stadtteilarbeit am Beispiel Kranichstein (2000) 
• Durchführung einer Fortbildungsreihe für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus dem 
Themenbereich „Migration und Sozialrecht“ (2005): Integrationskurse, Beratungskompetenz, 
Staatsangehörigkeitsrecht, Zuwanderungsrecht, Leistungsgewährung, ALG II, Hartz IV, Ein-
Euro-Jobs, Erzieherische Hilfen, Angebote der Altenhilfe, Formen der Sozialleistungen, 
Wohngeld und Wohnungsvermittlung, Hilfsangebote für Frauen. 
 
Arbeitskreis „Migration und Gesundheit“
 
Seit 1999 besteht der AK “Migration und Gesundheit“. Der  Arbeitskreis, dessen Geschäftsführung 
ebenfalls das Interkulturelle Büro wahrnimmt, setzt sich gegenwärtig aus folgenden 
Teilnehmerinnen und Teilnehmern zusammen: 
• Caritasverband Darmstadt e.V. – Migrationsdienst  
• Caritasverband Darmstadt e.V. – Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle  
• Caritasverband Darmstadt e.V. – Tagesstätte für psychisch Kranke  
• Demenz Forum Darmstadt e.V. 
• Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Darmstadt Stadt e.V. – Migrationsdienst  
• Evangelische Fachhochschule Darmstadt - Prof. Dr. Kirsch  
• Frauenbüro der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
• Frauenhaus Darmstadt  
• Gesundheitsamt der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt- Dieburg  
• Horizont e.V.  
• Integrationsbüro des Landkreises Darmstadt-Dieburg  
• Interkulturelles Büro der Wissenschaftsstadt Darmstadt  
• Kinder- und Jugendarzt Herr Dr. Landzettel  
• Klinikum Darmstadt  
• Magnolya e.V.  
• Malteser-Migranten-Medizin (MMM) am Marienhospital Darmstadt, Herr Dr. Kauder 
• Pro Familia Darmstadt  
• Seniorenrat Darmstadt e.V. 
• Sozialkritischer Arbeitskreis e.V. – Internationales MädchenwerkstattTreff 
• Sozialpsychiatrischer Verein Darmstadt e.V. 
• Amt für Soziales und Prävention der Wissenschaftsstadt Darmstadt – Beratungs- und 
Servicezentrum für ältere Menschen in Darmstadt  
• Weiterleben e.V. 
 
Der Arbeitskreis (AK) „Migration und Gesundheit“ bietet Fachkräften die Möglichkeit des Austauschs 
für alle Fragestellungen, die die gesundheitliche und psychosoziale Versorgung von Migrantinnen 
und Migranten in Darmstadt betreffen. 
Zielsetzung ist der Informationsaustausch der Mitglieder untereinander sowie der Aufbau von 
internen und externen Kooperationen und Vernetzungen. Der AK beschäftigt sich mit 
Bedarfsermittlungen und den daraus sichtbaren Versorgungslücken im (psycho-) sozialen und

6 
... 
gesundheitlichen Bereich in Darmstadt. Entsprechende spezifische Projekte, Fortbildungen, 
Tagungen und Workshops werden im Rahmen der Sitzungen initiiert, vorbereitet und durchgeführt.  
 
Folgende Fortbildungen wurden in Kooperation mit dem AK „Migration und Gesundheit“ 
durchgeführt: 
• Besondere Aspekte bei der gesundheitlichen Versorgung von Kinder mit Migrationshintergrundn 
(2003) 
• Mädchen mit Migrationshintergrund in Krisensituationen (2006) 
 
Die Fortbildung für Gesundheitslotsinnen und Gesundheitslotsen im Projekt „MiMi“ (Von Migranten 
für Migranten) wurde in Kooperation mit dem Arbeitskreis in folgenden Themenbereichen 
durchgeführt: Unfallprävention, Ernährung und Bewegung, Kinder- und Jugendgesundheit, 
Schwangerschaftsvor und -nachsorge, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit, Alkohol- und 
Tabakkonsum, psychische Gesundheit, Gesundheitswesen in Deutschland, Gesundheitsförderung 
und -prävention. 
 
Folgende Tagungen wurden in Kooperation mit dem Arbeitskreis durchgeführt: 
• Gesundsein in der „Fremde“ (2002) 
• Gesundsein in der Stadt (2004) 
• Integration und Prävention (2008) 
 
Arbeitsgruppe „Aktion Weltoffenes Darmstadt“
 
 
In Darmstadt gab es seit den 70er Jahren Initiativen neuen Typs gegen Rechtsextremismus und 
Rassismus. Der Runde Tisch Antirassismus ist in den 90er Jahren aus den Solidaritätsinitiativen für 
Flüchtlinge entstanden und wurde insbesondere durch die Wohlfahrtsverbände und das städtische 
Frauenbüro unterstützt. Jeweils im März des Jahres wird mit Beteiligung des Runden Tisches 
Antirassismus die „Woche gegen Rassismus“ durchgeführt und im September die „Interkulturelle 
Woche“. 
 
Die Arbeitsgruppe „Aktion Weltoffenes Darmstadt“ initiiert und unterstützt laufend Projekt und 
Aktivitäten – Öffentlichkeitsveranstaltungen, Stadtteilprojekte, Projekte mit Jugendlichen im 
schulischen und außerschulischen Bereich sowie Projekte gegen Antisemitismus und Antiziganismus. 
 
 
 
Maßnahmen und Aktivitäten im Rahmen der Arbeitsgruppe „Aktion Weltoffenes Darmstadt“
 
 
Vertreterinnen und Vertreter folgender Organisationen bzw. Institutionen sind in der AG „Aktion 
weltoffenes Darmstadt“ vernetzt oder sind in Kooperation mit der Arbeitsgruppe: 
DGB-Jugend, Jugendring, StadtschülerInnenrat, Jugendforum, Mädchenarbeitskreis, 
Jungenarbeitskreis, Verein Kinder- und Jugendarbeit im Johannesviertel, Theaterlabor, Katholische 
und evangelische Kirche, Jüdische Gemeinde, Verband Deutscher Sinti und Roma - Landesverband 
Hessen, Runder Tisch Antirassismus, Ausländerbeirat, Migrantenvereine, Schulen, Sportvereine, 
Gremien der Sportorganisation, Fraktionen der Parteien in der Stadtverordnetenversammlung 
 
Die Arbeitsgruppe hat u. a. folgende Projekte und Aktivitäten initiiert bzw. unterstützt: 
 
• Einrichtung  eines städtischen Preises für Zivilcourage, seit 2007 umbenannt in den Preis für 
„Gesicht zeigen“.  
• Öffentlichkeitsaktionen (Lesungen, Kabarettaufführungen, Filmvorführungen, Ausstellungen und 
eine Werbeaktion auf Omnibussen) für die Kampagne „Gesicht zeigen“  
• Informationsveranstaltungen zum Thema Rechtsradikalismus (Strukturen in Hessen, 
Ausstiegsprogramme, Umgang mit „Holocaust“ in multikulturellen Klassen) 
• Interreligiöse Veranstaltungen mit Schwerpunkt Islam  
• Aktionstage gegen Rassismus im Stadtteil  
• Ausstellungen und Lesungen zur Auseinandersetzung mit dem Thema Antiziganismus  
 
Projekte mit Jugendlichen:
 
 
• Projekte des Theaterlabors mit Jugendlichen zur Erprobung und Aufführung von interaktiven 
Stücken

7 
... 
• Schulprojekte zum Besuch von Zentren und Begegnungsstätten zum Thema Antisemitismus 
und Antiziganismus  
• Schulprojekte zum gewaltfreiem Umgang miteinander und zum interkulturellen Lernen  
• Aufführung einer Multi-Media-Animation, die jugendgerecht gegen Gewalt und Rassismus 
aufruft, in Jugendveranstaltungen 
• Soccer-Mega-Nights im Rahmen des Aktionsprogramms Anstoß  
• Fußballturnier „Tore für Toleranz“ in multikulturellen Stadtteilen  
• Fussball- oder Ringerturniere eines Sportvereins gegen Fremdenfeindlichkeit unter Beteiligung 
von Jugendlichen aus anderen europäischen Städten  
 
Projekte der AG „Aktion Weltoffenes Darmstadt“ in 2008
 
 
- Schulprojekt gegen Krieg und Gewalt: Lernort Gedenkstätten des Volksbundes Deutsche 
Kriegsgräberfürsorge  
- DVD- Projekt des Fördervereins für Demokratie und Menschlichkeit, gegen Rassismus:  
- Verlängerung des KICK-Projekts und „Steht auf wenn ihr für x seid...“ des Theaterlabors  
- Erlebnispädagogisches Projekt in der Stadtteilschule Arheilgen: Leben in Vielfalt –  
- Friedensmarsch und Friedensgebet des Evangelisches Dekanat Darmstadt:  
- Rahmenprogramm für das Open-Air Festival der Projektgruppe Open-Air am Steinbrücker Teich 
- Interkulturelle Identität Radio gegen Rassismus von Werkhof Darmstadt 
- Interkulturelle Wochen der Vorbereitungsgruppe der Interkulturellen Woc hen 
- Theaterstück Aicha von Hoffart und Edith-Stein-Schule 
- Gedenken am Mahnmal der Orthodoxen Synagoge des Evangelischen Dekanats Darm 
stadt 
 
Der Lokale Aktionsplan (LAP) und seine Vernetzungsgremien 
 
2007 wurde die Wissenschaftsstadt Darmstadt zur Teilnahme an dem Programm "Jugend für 
Vielfalt, Toleranz und Demokratie – gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und 
Antisemitismus" des Bundesministeriums BMFSFJ ausgewählt. Als externe Koordinierungsstelle 
wurde der Förderverein Zentrum für Demokratie und Menschlichkeit, gegen Rassismus e. V. 
bestimmt.  
 
Die Steuerungsgruppe für den Lokalen Aktionsplan besteht aus dem Interkulturellen Büro unter 
Beteiligung eines externen Coaches sowie der externen Koordinierungsstelle.  
 
Der Begleitausschuss besteht aus den Vertreterinnen und Vertretern der AG „Aktion Weltoffenes 
Darmstadt“ sowie fünf Vertreterinnen und Vertreter des Ämternetzwerks und drei weitere für 
Jugendliche relevante Gruppen. Mit dem Jugendforum, einem offenen "Parlament" für nicht 
organisierte Jugendliche, gibt es neben dem Jugendring und dem Stadtschülerrat eine dritte 
Jugendvertretung. Im Mädchen- und Jungenarbeitskreis sind sozialpädagogische Fachkräfte 
vertreten.  
 
Somit ist der Begleitausschuss wie folgt zusammengesetzt:  
DGB- Jugend, Jugendring,  Mädchenarbeitskreis, Jungenarbeitskreis, StadtschülerInnenrat, 
Jugendforum, Katholische und evangelische Kirche, Jüdische Gemeinde, Verband Deutscher Sinti 
und Roma, Runder Tisch Antirassismus, Ausländerbeirat, Migrantenvereine, mehrere Schulen, 
Fraktionen der Parteien in der Stadtverordnetenversammlung, Jugendamt (Abteilung 
Jugendförderung), Amt für Familie, Kinderbetreuung und Sport (Sportberatungsstelle), Frauenbüro, 
Kulturamt und Interkulturelles Büro. 
 
Der Begleitausschuss hat sich im August 2007 konstituiert, eine Geschäftsordnung gegeben und 
hat Kriterien für das Auswahlverfahren der Einzelprojekte festgelegt.  
 
Das Ämternetzwerk besteht aus fünf Ämtern der Stadtverwaltung Darmstadt: Jugendamt (Abteilung 
Jugendförderung), Amt für Familie, Kinderbetreuung und Sport, Frauenbüro, Kulturamt und 
Interkulturelles Büro.  
Projekte des Lokalen Aktionsplans 
 
 
Abgeschlossene Projekte des Lokalen Aktionsplans (2007-2008): 
 
- Heimat, fremde Heimat - Theaterprojekt unter Beteiligung von älteren Menschen und 
jugendlichen aus Migrantenfamilien der Akademie 55plus Darmstadt e.V.

8 
... 
- "Zigeuner"bilder bei Multiplikatoren und Pädagogen des Landesverbandes  Deutscher Sinti und 
Roma 
- Vielfalt leben! – Respekt ist unser Thema. Projekttage zu den Themen Identität, 
Rechtsextremismus, Zivilcourage und Menschenrechte der DGB-Jugend 
- "Ich bin wie Du" von Kinder- und Jugendarbeit im Johannesviertel e.V. 
- Spurensuche – Zug der Erinnerung des Fördervereins der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule e.V. 
- Frühförderung von Integration und sozialer Kompetenz durch Theaterpädagogische 
Projektarbeit von Freie Szene Darmstadt e.V.  und  Theater Lakritz 
- Kommunikations- und Informationstag zum Internationalen Tag des Friedens der  
- Theater gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit der Freien Szene Darmstadt/ die stromer 
- Martinsviertler Tage gegen Rassismus und rechte Gewalt von Miteinander leben e.V. 
- Seminare für Multiplikatoren der Kinder- und Jugendarbeit des Freundeskreises Albert-
Schweitzer-Haus e.V. 
- Fanprojekt des Internationaler Bund (IB) 
- Meine Grenzen - Deine Grenzen - Förderung von Sozialintegration und Toleranz des 
Nachbarschaftsvereins Eberstadt-Süd e.V. 
- Internet-Plattform gegen Rechtsextremismus des Sozialkritischen Arbeitskreises Darmstadt e.V. 
- Mission Toleranz des Sozialkritischen Arbeitskreises Darmstadt e.V. 
- "Eigen und Befremdlich" - vom Umgang mit Vorurteilen, Gerüchten und Feindbildern von Transit 
theater Forum e. V. 
- Rock gegen rechts des DGB-Jugend / StadtschülerInnnenrat 
- Theaterwerkschau und Evaluierung der Freie Szene und Praxis-Labor (TU-Darmstadt) 
- „Eine Heimat finden“ des Evang. Kirche-Stadtjugendpfarramtes 
- Koordinierungsstelle des Fördervereins Zentrum für Demokratie und Menschlichkeit, gegen 
Rassismus e.V. 
 
Empfehlung 3) 
 
Die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände empfiehlt ihrem Mitgliedsbereich/ihren 
Mitgliedsverbänden, den Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in den Verwaltungen zu 
erhöhen, Mitarbeiter in der Weise fortzubilden, dass dem Ziel der Kundenfreundlichkeit und dem 
Bedarf an interkultureller Kompetenz in der Verwaltung noch wirkungsvoller Rechnung getragen 
werden kann. 
 
Zu Empfehlung 3) 
 
So wie in allen Kommunen bundesweit ist auch in Darmstadt die Anzahl der in der Verwaltung 
beschäftigten Migrantinnen und Migranten zu niedrig und entspricht nicht dem Anteil der 
Gesamtbevölkerung. Der Anteil der Auszubildenden mit Migrationshintergrund beträgt 15 % aller 
Auszubildenden und liegt deutlich unter dem Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund in 
Bezug zu allen Jugendlichen (bundesweit ca. 1/3). 
 
Aus diesem Grund hat der Magistrat bereits am 14. März 2001 beschlossen, dass „die Ausbildung, 
Einstellung sowie Förderung von Personal aus zugewanderten Familien bei der Stadtverwaltung zu 
verstärken ist“.  
Folgende Maßnahmen sollten daher eingeleitet werden, ohne die Stellenbesetzung ausschließlich 
nach persönlicher Eignung, Befähigung und fachlicher Qualifikation in Frage zu stellen: 
 
a) Bewerberinnen und Bewerber aus zugewanderten Familien sollen gezielt geworben werden. In 
Ausschreibungen soll darauf hingewiesen werden, dass die Bewerbung von Kräften aus 
zugewanderten Familien erwünscht ist. 
b) Bei den Einstellungskriterien sollen Zusatzqualifikationen wie Fertigkeiten in Sprachen und 
Kenntnissen über die Kulturen der Hauptherkunftsländer sowie anderen interkulturellen 
Kompetenzen ein angemessener Stellenwert eingeräumt werden. Um bei deutschen 
Sprachkenntnissen bei Wort und Schrift für Nicht-Deutsche Chancengleichheit zu erreichen, soll 
in Einzelfällen über eine berufsbegleitende Fortbildung die Möglichkeit einer Nachqualifizier ung 
eröffnet werden. 
 
Aufgrund der strengen Auflagen seitens des Regierungspräsidiums über Einsparungen im 
Personalbereich wurde im Magistratsbeschluss vom 19.09.2007 insbesondere die real noch 
vorhandene Möglichkeit herausgestellt, wonach „die schrittweise Erhöhung des Anteils des 
Personals mit Migrationshintergrund über die Einstellung von Nachwuchskräften – bei Vorliegen der 
geeigneten Qualifikation“ zu verfolgen sei.

9 
... 
 
Diese Personalpolitik des Magistrats steht auch im Einklang mit dem Allgemeinen 
Gleichbehandlungsgesetz (AGG). 
 
Um die Kompetenz im Migrationsbereich innerhalb der Ämter mit hohem Publikumsverkehr zu 
verbessern und somit dem Ziel der Kundenfreundlichkeit näher zu kommen hat die 
Stadtverordnetenversammlung am 13.09.07 beschlossen, dass dem Magistrat und der 
Stadtverordnetenversammlung ein Bericht über ein Fortbildungskonzept „Interkulturelle Kompetenz“ 
für die Stadtverwaltung vorzulegen ist. Das Interkulturelle Büro hat in Kooperation mit der 
Personalabteilung des Hauptamtes und der Personalentwicklung ein Konzept mit einem 
differenzierten Angebot für unterschiedliche Ebenen sowie unterschiedliche Tätigkeitsfelder bzw. 
Zielgruppen erarbeitet.  
 
Das Fortbildungsprogramm wird auf drei Ebenen realisiert: für Nachwuchskräfte, für 
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Ämtern mit einem hohen Anteil von zugewanderten Menschen 
sowie für Führungskräfte. Die städtischen Nachwuchskräfte wurden im Herbst 2008 in der 
Einführungswoche mit dem Thema bekannt gemacht. Die Fortbildung für Mitarbeiterinnen und 
Mitarbeiter, die schwerpunktmäßig in den Ämtern bzw. Eigenbetrieben mit einem regelmäßigen 
Kontakt zu Migrantinnen und Migranten arbeiten, hat 2009 begonnen. Die Fortbildung der 
Führungskräfte ist in die bestehende verpflichtende Fortbildungsreihe für die Führungskräfte mit 
integriert worden. (Zeitpunkt ca. 2009/2010).  
 
Empfehlung 4) 
 
Die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände empfiehlt ihrem Mitgliedsbereich/ihren 
Mitgliedsverbänden, bürgerschaftliches Engagement von, für und mit Migranten zu unterstützen und 
zu fördern, Menschen mit Migrationshintergrund stärker an den Entscheidungs- und 
Gestaltungsprozessen in den unterschiedlichsten Bereichen des sozialen und politischen Lebens zu 
beteiligen und dabei auch für die Einbeziehung der weiblichen Migrationsbevölkerung einzutreten, die 
Kompetenzen der Zuwanderer als Multiplikatoren und Konfliktmoderatoren stärker einzubeziehen. 
 
Zu Empfehlung 4) 
 
Das Interkulturelle Büro misst dem bürgerschaftlichen Engagement von, für und mit Migrantinnen 
und Migranten eine große integrationspolitische Bedeutung bei und fördert die Partizipation von 
Migrantinnen und Migranten an Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen mit besonderem Fokus 
auf die Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf Eberstadt-Süd und Kranichstein. 
 
Die Stadt Darmstadt ist mit den Standorten Eberstadt-Süd (seit 1999) und Kranichstein (seit 2000) 
im Programm „Soziale Stadt“ vertreten. Das Programm sieht die Beteiligung von Bewohnerinnen 
und Bewohnern am Stadtteilentwicklungsprozess durch ein Quartiersmanagement bzw. 
Stadtteilwerkstätten vor.  
 
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Förderung der Teilhabechancen benachteiligter Menschen 
in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Erwerbsleben, Kultur und Soziales. In allen Bereichen spielt 
die Beteiligung von Migrantinnen und Migranten sowie von Migrantenselbstorganisationen eine 
besondere Rolle. 
 
Die gezielte Einbindung von Zugewanderten in die Stadtteilarbeit in Kranichstein begann 1999 mit 
der Gründung des Arbeitskreises „MigrantInnen in Kranichstein“ (AK MiKra) durch das Interkulturelle 
Büro. Die Mitglieder des Arbeitskreises bilden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus 
unterschiedlichen Communities und Migrantensorganisationen, darunter aus afghanischen, 
pakistanischen, somalischen, kurdischen und der arabischsprachigen Communities sowie der 
Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. 
 
Ziel und Aufgabe des Arbeitskreises ist die Kooperation und Vernetzung von Migrantinnen und 
Migranten sowie von Migrantenselbstorganisationen mit den anderen aktiven Arbeitsgruppen und 
Gremien im Stadtteil, um darüber eine stärkere Beteiligung der Zugewanderten und ihrer 
Organisationen an den Aktivitäten und den Entwicklungsprozessen im Stadtteil zu erreichen. 
Darüber hinaus bietet der Arbeitskreis seinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Chance, 
Bedarfe und Probleme ihrer Communities zu formulieren und gemeinsame Projektideen dafür zu 
entwickeln.

10 
... 
In Eberstadt-Süd existiert entsprechend die Arbeitsgruppe „Interkulturelle Stadtteilarbeit“ mit 
Vertreter/innen aus arabischen, polnischen, somalischen, russlanddeutschen und türkisch-alevitischen 
Communities.  
  
Neben der Förderung der Partizipation von Migrantinnen und Migranten in den Stadtteilen unterstützt 
das Interkulturelle Büro gezielt die selbstorganisierten Aktivitäten der weiblichen 
Migrationsbevölkerung, Die wichtigsten Aktivitäten der in den letzten Jahren in Darmstadt 
gegründeten 12 Frauenvereine und -gruppen sind Informations- und Bildungsarbeit für Mädchen, 
junge Frauen, Mütter und ältere Frauen. 
  
Viele dieser Selbstorganisationen führen eine beachtenswerte und professionelle Arbeit durch und 
leisten dadurch auf kommunaler Ebene einen wichtigen Beitrag zur Integration von Migrantinnen und 
Migranten. Sie werden projektbezogen neben der Kommune auch durch Zuschüsse vom Land, Bund 
und EU gefördert.  
 
Neben der finanziellen Förderung unterstützt das Interkulturelle Büro die Professionalisierung der 
Arbeit von Migrantinnen – durch Fort- und Weiterbildungen zur Entwicklung der persönlichen 
Kompetenzen der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren (s. Punkt 5) sowie zur Verbesserung der 
Organisationsarbeit selbst  
 
Im Jahr 2007/2008 hat das Interkulturelle Büro in Kooperation mit dem Paritätischen Bildungswerk 
Hessen und dem Ausländerbeauftragten des Kreises Groß-Gerau unter dem Motto „Integration durch 
Bildung. Migrantenselbstorganisationen als Partner im Integrationsprozess“ eine ganzjährige 
Fortbildungsreihe für aktive Mitglieder aus den Migrantenselbstorganisationen angeboten, an dem 
auch Vertreterinnen der Frauenorganisationen teilgenommen haben.  
 
Vertreterinnen und Vertreter von Migrantenselbstorganisationen nehmen ebenfalls an den Netzwerken 
zum Thema Antirassismus teil wie an der Arbeitsgruppe „Aktion Weltoffenes Darmstadt“ und dem 
Begleitausschuss des Lokalen Aktionsplans Darmstadt. (s. Punkt 2) 
 
Empfehlung 5) 
 
Die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände empfiehlt ihrem Mitgliedsbereich/ihren 
Mitgliedsverbänden, als Lotsen Zuwanderer bei der Wahrnehmung von Bildungsangeboten des 
Bundes und der Länder (z. B. durch Information über entsprechende Angebote) zu unterstützen und 
zu den Angeboten hinzuführen, durch kommunale Maßnahmen das Bildungsangebot zu ergänzen 
und diese Angebote mit denen des Bundes und der Länder zu vernetzen. 
 
Zu Empfehlung 5) 
 
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren (oder Lotsinnen und Lotsen) aus den Migranten-Communities 
haben eine wichtige Bedeutung beim Integrationsprozess: sie tragen einerseits wichtige Informationen 
über die Institutionen der Mehrheitsgesellschaft in die Communities hinein und übernehmen 
gleichzeitig auch Kommunikations-, Vermittler- und Brückenfunktionen zu den Institutionen der 
Mehrheitsgesellschaft.  
 
Das Interkulturelle Büro hat für Migrantinnen und Migranten verschiedene Fort- und Weiterbildungen 
angeboten, die das Bildungsangebot von Bund und Ländern ergänzen, um sie in ihrer 
Brückenfunktion zu stärken und ihre fachlichen und persönlichen Kompetenzen zu vertiefen. Im 
folgenden werden einige dieser Maßnahmen kurz vorgestellt: 
 
Im Gesundheitsprojekt „MiMi Hessen – Mit Migranten für Migranten“, das in Kooperation mit dem 
Ethnomedizinischen Zentrum Hannover, dem Hessischen Sozialministerium und der BKK Hessen  
durchgeführt wurde, wurden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren fortgebildet, damit diese durch 
Informationsveranstaltungen in Migrantenvereinen, Arztpraxen oder Bürgerhäusern einen Beitrag zur 
präventiven Gesundheitsarbeit leisten. Migrantinnen und Migranten, denen die Strukturen und 
Angebote des deutschen Gesundheitssystems nicht hinreichend bekannt sind, werden so  über 
wichtige Gesundheitsthemen informiert.  
 
Themen der Fortbildung waren: Das Gesundheitswesen in Deutschland, die Bedeutung der 
psychischen Gesundheit, Tabak-, Alkohol-, sowie  Drogenkonsum und die Frage der Abhängigkeit 
oder Sucht, der verantwortungsbewusste Umgang mit Medikamenten,  Schwangerschaftsvor- und –
nachsorge, Kindergesundheit (einschließlich  Mundgesundheit), Unfallprävention, Ernährung,

11 
... 
Bewegung und Vermeidung von Übergewicht sowie Gesundheit im Alter, Inhaltliche Durchführung 
einer Informationsveranstaltung, Methodenschulung, Didaktik und Medieneinsatz bei 
Informationsveranstaltungen sowie Praxisübungen. 
 
An dieser Fortbildung im Jahr 2006-07 haben 27 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bzw. Lotsinnen 
und Lotsen aus 13 verschiedenen Communities teilgenommen.   
 
Im Jahr 2005 hat das Interkulturelle Büro in Kooperation mit dem städtischen Sozialamt eine 
Fortbildungsreihe „Aktuelle Änderungen im Zuwanderungs- und Sozialrecht“  zu folgenden Themen 
angeboten: Hilfsangebote für Frauen,  Wohngeld und Wohnungsvermittlung , Formen der 
Sozialleistungen, Angebote der Altenhilfe, Erzieherische Hilfen, Zuwanderungsgesetz und 
Leistungsgewährung, Ausländerrecht (Aufenthaltstitel, Ausweisung Verfestigung des Aufenthalts, 
Familiennachzug) Arbeitsaufnahme, Beschäftigungsverordnung, Flüchtlingsrecht, 
Staatsangehörigkeitsrecht, Beratungskompetenz. 
 
An dieser Fortbildungsreihe im Jahr 2005 haben durchschnittlich 10 Multiplikatorinnen und 
Multiplikatoren aus  8 verschiedenen Communities teilgenommen.   
 
Mit dem Ziel, älteren Migrantinnen und Migranten den Zugang zu den Regeldiensten der 
Rentenversicherung durch die Unterstützung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren (Informationen 
in der Muttersprache, Vorprüfung der benötigten Unterlagen auf Vollständigkeit, Begleitung bei  
Antragstellung oder Beratung)  zu erleichtern, hat das Interkulturelle Büro im Jahr 2007 in Kooperation 
mit der Deutschen Rentenversicherung in Darmstadt eine Reihe zum Thema  „Renteninformationen 
für ältere Zugewanderte“ angeboten.  
 
An dieser Fortbildungsreihe haben durchschnittlich 14 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus 10 
verschiedenen Communities teilgenommen.   
 
In drei einjährigen Weiterbildungskursen zu Integrationsassistentinnen und -assistenten zwischen 
2003 und 2007 wurden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus den Communities geschult. Sie 
können von kommunalen oder freien Trägern bzw. in Projekten und Maßnahmen im Bereich des 
Sozial- Bildungs- und Gesundheitswesens eingestellt bzw. beauftragt werden. Sie werden dann als 
Brücke zur Kommunikation zwischen Institutionen und Migranten-Communities tätig und unterstützen 
die entsprechenden Institutionen bzw. Fachkräfte in ihrer Arbeit mit zugewanderten Menschen. 
 
Das Projekt wurde vom Interkulturellen Büro in Kooperation der Hochschule Darmstadt zunächst im 
Rahmen des EQUAL-Programms und dann in Kooperation mit dem Internationalen Bund (IB) durch 
Förderung des Hessischen Sozialministeriums (ESF-Mittel) und der ARGE durchgeführt. 
  
Die Arbeitsfelder von Integrationsassistentinnen und -assistenten liegen im Bereich der 
Konfliktbearbeitung, Stadtteilarbeit, Jugend- und Familienhilfe, Offene Kinder- und Jugendarbeit, 
Elternbildung,  Gesundheitsberatung, Altenhilfe und -pflege sowie im Bereich der Sprachvermittlung in 
Kliniken und Arztpraxen. 
 
Inhalte der Weiterbildung waren: Strukturen des Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesens in 
Deutschland; Dienste und  Einrichtungen in diesen Bereichen; Vorschul-, Schul- und 
Ausbildungssystem in Deutschland; Methoden der Sozialen Arbeit; Grundlagen der 
Entwicklungspsychologie; Soziale Kompetenz; ausgewählte Praxisfelder im Bildungs-, Gesundheits- 
und Sozialwesen sowie Dolmetschtechniken. 
 
Diese Weiterbildung in den Jahren 2003-2007 haben 60 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus 20 
verschiedenen Communities absolviert.  37 von ihnen waren 2008 erwerbstätig, davon 29 im 
Bildungs- und Sozialwesen. Von diesen 29 sind 10 beim öffentlichen Dienst und 19 bei freien Trägern 
tätig; 21 haben befristete und 8 feste Stellen. 4 sind im Studium oder in Weiterbildung.  
 
Um die bundesweite Anerkennung des neuen Berufsbildes unter einer einheitlichen Bezeichnung zu 
erreichen, haben sich drei vergleichbare Projekte in Darmstadt, Wuppertal und Berlin, die sich im 
Rahmen des EQUAL-Programms (2002-2007) unter verschiedenen Titeln mit der Weiterqualifizierung 
von interkulturellen Vermittlungskräften befasst haben, zusammengeschlossen. Sie haben sich als 
vorläufigen Arbeitsbegriff auf „Sprach- und Integrationsmittlerin/-mittler“ zur Bezeichnung des 
übergeordneten Berufsbildes geeinigt. Ein entsprechender Antrag zur Vorlage beim 
Bundesministerium für Bildung und Forschung wird z.Zt. vorbereitet.

12 
... 
Empfehlung 6) 
 
Die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände empfiehlt ihrem Mitgliedsbereich/ihren 
Mitgliedsverbänden, als Träger von Aufgaben nach dem SGB II die berufliche Integration von 
Menschen mit Migrationshintergrund mit ihren flankierenden Maßnahmen zu unterstützen, auch in 
ihrer Rolle als Arbeitgeber einen unmittelbaren Beitrag zur beruflichen Integration zu leisten. 
 
Zu Empfehlung 6) 
 
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt unterstützt als Träger von Aufgaben nach dem SGB II durch die 
reguläre Tätigkeit der ARGE auch die berufliche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.  
 
Das Interkulturelle Büro leistet darüber hinaus durch Initiierung und Mitarbeit von und bei 
verschiedenen Projekten ebenfalls einen Beitrag dazu. 
 
Weiterbildung von ALG II-Bezieherinnen und Beziehern zu Integrationsassitentinnen und –assistenten
 
 
Die Weiterqualifizierung von Integrationsassistentinnen und -assistenten wurde in Einzelheiten unter 
Punkt 5 dargestellt.  
 
Im Jahr 2006/2007 hat das Interkulturelle Büro in Kooperation mit der Hochschule Darmstadt die 
dritte Weiterbildung zu Integrationsassitentinnen und –assistenten durchgeführt; in diesem Jahr 
zusätzlich in Kooperation mit dem Internationalen Bund (IB). Teilnehmerinnen und Teilnehmer 
waren ausschließlich Migrantinnen und Migranten, die sich im ALG II-Bezug befanden.  
 
Von den 20 Absolventinnen und Absolventen der Weiterbildungsmaßnahme waren im Jahr 2008  15 
in Beschäftigungsverhältnissen: sieben mit festen Arbeitsverträgen, eine Person in Weiterbildung, 
eine weitere in der Ausbildung, drei Personen mit Honorartätigkeiten, zwei auf ABM-Stellen und 
eine Person in einem 400 € Job. 
 
Kooperation mit dem Russischen Frauenverein Alice e.V.
 
 
Eine weitere Form der Unterstützung der beruflichen Integration von zugewanderten Menschen 
besteht in der Unterstützung und Förderung von Migrantenselbstorganisationen, die in diesem Bereich 
tätig sind. Exemplarisch sei die Arbeit des Russischen Frauenvereins Alice e.V. angeführt.  
 
Das Ziel der Alice e.V. ist in erster Linie, durch Qualifizierungsmaßnahmen wie Kurse in Buchhaltung, 
Bewerbungstrainings und Computerkurse Aussiedlerinnen bei der Arbeitsmarktintegration zu 
unterstützen. 
 
Für die Durchführung der Kurse erhält der Verein Zuschüsse vom Hessischen Sozialministerium. Das 
Interkulturelle Büro unterstützt diese Kurse durch das Bereitstellen von Drittmitteln und kooperiert mit 
Alice e.V.. 
 
In den Jahren 2006-2008 hat Alice e.V. 12 Kurse zur beruflichen Weiterbildung mit insgesamt 74 
Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt. 48 von ihnen  haben einen Arbeitsplatz (Vollzeit oder 
Teilzeit) gefunden oder nehmen an weiterführenden beruflichen Bildungsmaßnahmen teil.  
 
Das Interkulturelle Büro bemüht sich bei der beruflichen Integration von Menschen mit 
Migrationshintergrund, indem es selbst Weiterbildungsmaßnahmen anbietet oder Träger von 
Maßnahmen als Kooperationspartner unterstützt: 
 
Kooperation zwischen Interkulturellem Büro und dem Internationalen Bund (IB) beim Projekt 
„Beratungs- und Koordinierungsstelle für berufliche Nachqualifizierung“ 
 
Das Interkulturelle Büro unterstützt als Kooperationspartner innerhalb der Projektlaufzeit (2008-
2012) das Projekt „Beratungs- und Koordinierungsstelle für berufliche Nachqualifizierung“ des 
Internationalen Bundes (IB) Darmstadt, das dieser im Rahmen des Programms des 
Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Perspektive Berufsabschluss“ durchführt, 
insbesondere im Hinblick auf die Zielgruppe der an- und ungelernten Frauen und Männer zwischen 
20 und 30 Jahren mit Migrationshintergrund.

13 
... 
Das Interkulturelle Büro unterstützt den IB dabei, das Projekt unter Migrantinnen und Migranten in 
Darmstadt bekannt zu machen und Zugänge zu Migrantenvereinen und entsprechenden 
Multiplikatorenkräften zu finden. Das Interkulturelle Büro unterstützt den IB auch bei Erörterungen 
der anstehenden Fragen auf der strukturellen Ebene durch Teilnahme an Netzwerken, Workshops 
und Fachtagungen oder durch bilaterale Beratungen.  
 
Kooperation mit ROPE e.V. bei m Projekt „Netzwerk ABBA - Ar beit Bildung und Ausbildung in 
Kranichstein“ 
 
Das Interkulturelle Büro unterstützt während der Projektlaufzeit vom 01.03.2009 – 31.10.2012 das 
geplante „kommunale Bildungsnetzwerk“ zur Bildungsplanung und Weiterentwicklung des 
Übergangsmanagements Schule/Beruf in Kranichstein auf steuernder Ebene bei der Erreichung von 
Menschen mit Migrationshintergrund. 
 
Das Interkulturelle Büro unterstützt in diesem Kontext ebenso den geplanten „Arbeitskreis Eltern-
arbeit in Kranichstein“ auf steuernder Ebene bei der Erreichung von Eltern mit 
Migrationshintergrund, insbesondere unter Einbeziehung von Integrationsassistentinnen und -
assistenten. 
 
Empfehlung 7) 
 
Die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände empfiehlt ihrem Mitgliedsbereich/ihren 
Mitgliedsverbänden, in Sozialräumen mit Integrationsdefiziten durch Quartiersmanagement und 
Netzwerkbildung das Zusammenleben zwischen den Bevölkerungsgruppen zu fördern, mit 
niedrigschwelligen sozialen und kulturellen Angeboten die Lebensqualität im und die Identifikation mit 
dem Quartier zu stärken, von Förderinstrumenten zur Stärkung benachteiligter Quartiere wie z. B. das 
Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ und die Programme des Europäischen Sozialfonds (ESF) 
stärker Gebrauch zu machen. 
 
Zu Empfehlung 7) 
 
Die Maßnahmen und Aktivitäten zur Netzwerkbildung und zur Migrantenbeteiligung in Stadtteilen mit 
besonderem Erneuerungsbedarf wurden unter Punkt 4 erörtert. 
 
Ergänzend werden hier Beispiele für Maßnahmen zum Zusammenleben zwischen den 
Bevölkerungsgruppen, soziale und kulturelle Angebote  zur Erhöhung der Lebensqualität und 
Stärkung der Identifikation mit dem Quartier exemplarisch aus Kranichstein aufgeführt. 
 
Über den AK Mikra wird seit 2000 mit organisatorischer Unterstützung der Stadtteilwerkstatt und des 
Interkulturellen Büros, die Teilnahme der Migrantenorganisationen am jährlichen Stadtteilfest Bunte 
Wiese gewährleistet.  
 
Ein wichtiges Anliegen aus dem AK Mikra, das Anfang 2002 realisiert werden konnte, ist die 
Bereitstellung von zusätzlichen Räumen für selbstorganisierte Gruppenaktivitäten im Stadtteil 
(muttersprachlicher Unterricht, Hausaufgabenhilfe und Frauentreffs).  
 
Beginnend mit der Preisverleihung des Ludwig-Metzger-Preises für Bürgerschaftliches Engagement 
im Herbst 2005 für die beiden Bewohnerarbeitsgruppen der Sozialen Stadt AK MiKra und AG 
Kommunikation, wo hauptsächlich Einheimische sich organisieren, hat sich eine Zusammenarbeit der 
Gruppen etabliert. Es ist inzwischen ein wichtiges Anliegen der beiden Gruppen geworden, die 
Begegnung und den Austausch zwischen Einheimischen und Zugewanderten zu verbessern. 
 
Die Organisation gemeinsamer Kulturabende zur Vorstellung unterschiedlicher in Kranichstein 
lebender Communities machte den Anfang. Darüber hinaus wurde gemeinsam vom Interkulturelle 
Büro und der Stadteilwerkstatt eine Fortbildungsreihe für die Gruppen organisiert, die den Rahmen 
bildete, um über theoretische Wissensvermittlung und praktische Übungen zu Themen wie 
Zuwanderung, Migration, interkultureller Kompetenz und Kommunikation, miteinander ins Gespräch 
zu kommen.  
 
Diese erfolgreiche Veranstaltungsreihe hat verdeutlicht, dass sowohl die Vermittlung von 
Hintergrundwissen über Zuwanderung bei den Einheimischen als auch der Austausch über 
Erwartungen und Wünsche von Einheimischen und Zugewanderten Barrieren und Vorurteile abbauen 
kann.

14 
... 
 
Empfehlung 8) 
 
Die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände empfiehlt ihrem Mitgliedsbereich/ihren 
Mitgliedsverbänden, im Rahmen kommunaler Wirtschaftsförderungskonzepte der zunehmenden 
Bedeutung der ethnischen Ökonomie Rechnung zu tragen, in der Bevölkerung und der Verwaltung 
das Bewusstsein für das Potenzial der ethnischen Ökonomie zu wecken und für den kommunalen 
Wirtschaftsstandort zu nutzen, 
 
Zu Empfehlung 8) 
 
Im Rahmen der Stadtteilentwicklung wird in den beiden Stadtteilen Kranichstein und Eberstadt-Süd 
auch der Entwicklung der ethnischen Wirtschaft Rechnung getragen. 
 
Das Interkulturelle Büro führt darüber hinaus selbst Qualifizierungsmaßnahmen zur Existenzgründung 
von Migrantinnen und Migranten durch bzw. unterstützt Träger, die in diesem Bereich Maßnahmen 
durchführen.  
 
Existenzgründungsberatung
 
 
Das Interkulturelle Büro hat INBAS GmbH beauftragt, die Absolventinnen und Absolventen der 
Weiterbildungsmaßnahme zu Integrationsassistentinnen und -assistenten, die sich zu einem Pool 
zusammengeschlossen haben, in Bezug auf Existenzgründung zu beraten.  
 
In diesem Rahmen wurde eine Existenzgründungsberatung mit folgenden Schwerpunkten 
durchgeführt: 
 
- Professionalisierung des Pools bei der Akquise möglicher Kundinnen und Kunden und der 
Darstellung seines Leistungsprofils. 
- Herausfindung der optimalen Rechtsform für den Pool 
- Besprechung möglicher Schritte einer Gründung und interner Organisationsformen 
- Erläuterung öffentlicher Fördermöglichkeiten und anderer Finanzierungsmodelle 
 
Kooperation mit inbas GmbH – im Rahmen des Projektes: Internationale Unternehmen bilden aus 
 
 
Das Projekt Internationale Unternehmen bilden aus (IUBA) der INBAS GmbH und der 
Arbeitsgemeinschaft der hessischen Industrie- und Handelskammern verfolgt das Ziel, die 
Ausbildungsbereitschaft von Unternehmen mit internationaler Unternehmensführung zu erhöhen und 
neue Chancen für Jugendliche im Übergang von der Schule in den Beruf zu schaffen durch die 
Gewinnung von Ausbildungs- und Einstiegsqualifizierungsplätzen. Die IHK Darmstadt ist mit einer 
Sonderberaterin, die ausschließlich für die direkte Ansprache und Begleitung der Unternehmen 
zuständig ist, aktiv an dem Projekt beteiligt. 
 
Das Interkulturelle Büro kooperiert im Rahmen dieses Projektes mit Inbas GmbH und der IHK, indem 
es Kontakte zu den Migrantenselbstorganisationen herstellt, die wiederum Unternehmer und 
Unternehmerinnen aus ihren Communities auf das Projekt, auf ihre Möglichkeit, auszubilden, 
aufmerksam machen.  
 
 
 
 
Empfehlung 9 
 
Die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände empfiehlt ihrem Mitgliedsbereich/ihren 
Mitgliedsverbänden, auch weiterhin energisch extremistische und fremdenfeindliche Bestrebungen zu 
bekämpfen und Fremdenfeindlichkeit in allen Ausprägungen entgegenzutreten, örtliche Netzwerke 
gegen Extremismus und für Toleranz zu unterstützen. 
 
Zu Empfehlung 9) 
 
In der Wissenschaftsstadt Darmstadt gibt es eine lange Tradition der demokratischen Rückweisung 
von rechtsextremistischen und fremdenfeindlichen Tendenzen. Charakteristisch dabei ist, dass die

15 
... 
Toleranzschwelle gegen alle Formen des Rechtsextremismus sehr niedrig ist und präventiver Arbeit 
hohe Bedeutung beigemessen wird. 
 
In Darmstadt gab es seit den 70er Jahren Initiativen neuen Typs gegen Rechtsextremismus und 
Rassismus. Der Runde Tisch Antirassismus ist in den 90er Jahren aus den Solidaritätsinitiativen für 
Flüchtlinge entstanden und wurde insbesondere durch Wohlfahrtsverbände und das städtische 
Frauenbüro unterstützt. Jeweils im März des Jahres wird mit Beteiligung des Runden Tisches 
Antirassismus die „Woche gegen Rassismus“ durchgeführt und im September die „Interkulturelle 
Woche“, die mit städtischen Mitteln unterstützt werden. 
 
Die Arbeitsgruppe Aktion Weltoffenes Darmstadt entstand nach dem Attentat auf die Düsseldorfer 
Synagoge im Jahre 2000 nach entsprechenden Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung und 
des Magistrats 2002 und umfasst auch den Runden Tisch Antirassismus.  
 
In dieser Arbeitsgruppe wirken Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und 
Arbeit, Bildung und Religion mit. Die Arbeitsgruppe initiiert und unterstützt laufend Projekt und 
Aktivitäten – Öffentlichkeitsveranstaltungen, Stadtteilprojekte, Projekte mit Jugendlichen im 
schulischen und außerschulischen Bereich sowie Projekte gegen Antisemitismus und Antiziganismus. 
 
Neben der Jüdischen Gemeinde ist die Einbeziehung des hessischen Landesverbands Deutscher 
Sinti und Roma besonders wichtig, der seit 1982 seinen Sitz in Darmstadt hat. Hier gibt es seit ca.15 
Jahren eine Tradition der guten Zusammenarbeit. Das Denkzeichen Güterbahnhof für die Opfer des 
Nationalsozialismus ist ein gutes Beispiel dafür, dass dem Andenken der Angehörigen sowohl der 
jüdischen Gemeinde als auch der Sinti und Roma Raum gegeben wird.  
 
Als erste Stadt in Hessen stellte der Magistrat Mittel zur Verfügung, die lokale Verfolgung der Sinti und 
Roma dokumentieren zu lassen und ein Mahnmal vor der Volkshochschule errichten zu lassen. Diese 
Reihe setzte sich fort durch die Unterstützung bei der Finanzierung verschiedener Ausstellungen zur 
Aufklärung über den Nationalsozialismus, auch in einigen Darmstädter Schulen, wie im Jahre 2004 
durch die Präsentation der Ausstellung „Hornhaut auf der Seele – Die Geschichte zur Verfolgung der 
Sinti und Roma in Hessen“. 
 
Es gibt in Darmstadt ebenfalls mehrere jugendkulturelle Szenen mit demokratischen Traditionen, die 
ebenfalls gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit aktiv sind.   
 
In einzelnen Projekten sind auch Migrantenselbstorganisationen in Kooperation mit anderen Trägern  
aufgetreten.  
 
Im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus entwickelte sich eine 
„Gedenkkultur“ nicht zuletzt auch gegenüber den Gruppen, derer lange Zeit selbst nicht gedacht 
wurde, obwohl sie Opfer des nationalsozialistischen Rassismus waren. Als erste Stadt in Hessen 
stellte die Wissenschaftsstadt Darmstadt Mittel zur Verfügung, die lokale Verfolgung der Sinti und 
Roma dokumentieren und ein Mahnmal vor der Volkshochschule errichten zu lassen.  
 
Das Denkzeichen Güterbahnhof setzte diese Reihe fort wie auch die Unterstützung bei der 
Finanzierung verschiedener Ausstellungen zur Aufklärung über den Nationalsozialismus, auch in 
einigen Darmstädter Schulen, wie im Jahre 2004 durch die Präsentation der Ausstellung „Hornhaut 
auf der Seele – Die Geschichte zur Verfolgung der Sinti und Roma in Hessen“. 
 
Ende des Jahres 2006 erfolgte die Anweisung des Magistrats der Wissenschaftsstadt Darmstadt für 
die Teilnahme an dem Programm "Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie – gegen 
Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus" des Bundesministeriums BMFSFJ. 
Das Interkulturelle Büro als federführende Stelle aus der Stadtverwaltung bereitete mit einer 
Unterarbeitsgruppe der AG „Aktion Weltoffenes Darmstadt“ den Antrag vor. Als externe 
Koordinierungsstelle wurde der Förderverein Zentrum für Demokratie und Menschlichkeit, gegen 
Rassismus e. V. bestimmt.  
 
Weitere Einzelheiten zu Aktivitäten und Projekte der Arbeitsgruppe Aktion Weltoffenes Darmstadt und 
dem Lokalen Aktionsplan sind unter Punkt 2 aufgeführt worden. 
 
Im Rahmen des Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2004“ hat die Wissenschaftsstadt 
Darmstadt einen Ehrenpreis erhalten.

16 
... 
2008 wurde die Wissenschaftsstadt Darmstadt als „Ort der Vielfalt“ ausgezeichnet. 
 
Empfehlung 10) 
 
Die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände empfiehlt ihrem Mitgliedsbereich/ihren 
Mitgliedsverbänden, über die vor Ort verfügbaren Integrationsangebote in geeigneter Weise zu 
informieren, im Interesse der Effektivität der lokalen Integrationspolitik und eines wirkungsvollen  
Ressourceneinsatzes ihre Integrationsbemühungen zu dokumentieren, zu evaluieren und 
gegebenenfalls zu optimieren. 
 
Zu Empfehlung 10) 
 
Der Magistrat hat beschlossen durch den Migrations- und Integrationsbericht über die kommunale 
Integrationspolitik, die wesentlichen Aktivitäten und Projekte in diesem Bereich und ihre Evaluation 
sowie Handlungsempfehlungen zu informieren. Für weitere Einzelheiten s. Punkt1. 
 
Darüber hinaus sind für alle Projekte, die mit externen Zuschüssen aus Land, Bund oder EU 
durchgeführt werden, Selbst- oder Fremdevaluationen verbindlicher Teil des Sachberichtes am Ende 
einer jeden Förderungsphase. 
 
Ein weiterer Schritt in dieser Richtung stellt die Homepage des Interkulturellen Büros dar. Das 
Interkulturelle Büro hat im Rahmen seiner Aktivitäten zu seinem 10jährigen Jubiläum im Jahr 2008 
eine eigene Webseite unter www.ikb-darmstadt.de
 erstellt und ab 1.1.2009 frei geschaltet.  
 
Die Webseite schafft eine größere Transparenz sowohl über die konzeptionellen Grundlagen als auch 
über die aktuellen Projekte und Aktivitäten des Interkulturellen Büros. Auf der Webseite befinden sich 
weiterhin die wichtigsten Aktivitäten des  Interkulturellen Büros aus den letzten zehn Jahren. 
Außerdem befinden sich auf der Webseite nützliche Informationen sowie weiterführende Links zu den 
Themenbereichen Migration und Integration.  
 
Auf der Homepage sind ausführliche Informationen zu folgenden Themen zu finden: 
 
- Interkulturelles Büro:  
Aufgabenstellung und Service-Leistungen 
- Konzept:  
Integrationsverständnis, Leitbild, Leitlinie, Hauptressource: Partizipation von Migrantinnen und 
Migranten 
- Handlungsfelder:  
Stadtteilarbeit, Erziehung und Bildung, Soziales und Gesundheit, Kultur, Antirassismus, 
Verwaltung 
- Projekte:  
"Gesicht zeigen! Aktion weltoffenes Darmstadt", Gesprächskreise von Eltern mit 
Migrationshintergrund an Schulen und Kindertagesstätten, Integration braucht Partnerschaft, 
Interkulturelle Vermittlung im Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen, Kulturwochen der 
Regionen und Kontinente, Lokaler Aktionsplan Darmstadt (LAP), "Mama lernt Deutsch", 
Migrantenvereine als Partner, Partizipation im Quartier, Qualifizierung von Migrantenvereinen , 
Weiterqualifizierung zu Integrationsassistentinnen und -assistenten, Zugewanderte und 
Polizeikräfte begegnen einander 
- Tagungen, Fachtagungen, Vorträge 
- Veranstaltungen:  
Informationsveranstaltungen, Kulturelle Veranstaltungen , stadtinterne und –externe Workshops 
und Fortbildungen  
- Vernetzungen :  
AK Migration und Soziales,   
AK Migration und Gesundheit  
 
- „Wegweiser durch Darmstadt“: Wichtige Adressen und Kontaktpersonen für Migrantinnen und 
Migranten, Fachkräfte und Interessierte 
- Veröffentlichungen 
- Informationen zur Projektförderung: Integrationsprojekte der Migrantenvereine; "Aktion 
Weltoffenes Darmstadt, "Vielfalt tut gut"  
 
Darüber hinaus findet man zahlreiche Links zu folgenden Themen:

17 
... 
 
- Antidiskriminierung / Antirassismus  
- Ausländerbeiräte  
- Bildung 
- Daten und Fakten  
- Gesundheit 
- Integration   
- Islam   
- Zuwanderungsrecht  
 
II. 
Konzept zur Übertragung der genannten Empfehlungen auf die spezielle Situation in Darmstadt 
 
Das Interkulturelle Büro hat bereits lange Zeit vor der Erstellung des Nationalen Integrationsplans ein 
Konzept für die Integrationsarbeit in Darmstadt erarbeitet, das alle dort genannten Empfehlungen 
berücksichtigt, aber durch die neuen Gremien der städtischen Steuerungsgruppe und des 
Integrationsforums weiterentwickelt werden soll. 
 
Integrationskonzept des Interkulturellen Büros der Stadt Darmstadt
 
 
Integration
 
Integration ist der Prozess der Einbeziehung von zugewanderten Menschen in alle Teilsysteme der 
Gesellschaft, insbesondere Arbeit und Wirtschaft, Erziehung und Bildung, Soziales und Gesundheit, 
Recht und Politik. Der Integrationsprozess verläuft auf den Ebenen der strukturellen, sozialen und 
kulturellen Integration. 
 
Integration setzt die wechselseitige „Öffnung“  sowohl der Institutionen der Mehrheitsgesellschaft als 
auch der soziokulturellen Netzwerke  der zugewanderten Menschen, d.h. der Migranten- Communities 
voraus. 
  
Leitbild des Interkulturellen Büros
 
Die Nachhaltigkeit eines friedlichen Zusammenlebens von Zugewanderten und Einheimischen 
erfordert fortschreitende Integration. Das Interkulturelle Büro der Stadt Darmstadt will zur Integration 
im kommunalen Rahmen beitragen, indem es Aktivitäten zur Überwindung migrationsbedingter 
Ausgrenzung und zur wechselseitigen Öffnung seitens der Zugewanderten und Einheimischen 
unterstützt. Die ständige Weiterentwicklung der interkulturellen Handlungskompetenz aller Akteure  
und der Kooperation unter ihnen ist die methodische Leitlinie des Interkulturellen Büros. Die wichtigste 
Ressource für effektive Erfolge bei der Integration ist ein möglichst hohes Maß an Beteiligung von 
Migrantinnen und Migranten.  
 
 
Dienstleistungsarten des Interkulturellen Büros
 
 
• Clearing, Erstberatung, Weitervermittlung für alle 
• Antidiskriminierungsberatung / Bündelung der Antirassismusarbeit 
• Informationsvermittlung / Aufklärungsarbeit für alle  
• Praxisbezogene Weiterqualifizierung für Fachkräfte  
• Projektkooperationen mit Ämtern, Institutionen und Vereinen 
• Community-Arbeit  
• Geschäftsführung für den Ausländerbeirat 
 
Wichtigste Handlungsfelder der kommunalen Integrationsarbeit 
 
 
• Stadtteilarbeit  
• Erziehung und Bildung 
• Sozial- und Gesundheitswesen 
• Kulturarbeit 
• Verwaltung 
• Antirassismus

18 
... 
Methodische Leitlinie: Interkulturelle Handlungskompetenz aller Akteure stärken 
 
„Öffnung“ der Institutionen erfordert eine Qualifizierung auf der Personalebene durch interkulturelle 
Weiterentwicklung der fachlichen und sozialen Kompetenz sowie auf der institutionellen Ebene durch 
entsprechende Qualitätsentwicklung. „Öffnung“ der Communities erfordert eine Qualifizierung von 
Multiplikatoren, die zwischen den Institutionen und den entsprechenden Migranten - Communities 
vermitteln können. 
 
Darüber hinaus ist es wichtig, innerhalb der Mehrheitsbevölkerung die Tendenzen der 
Zuwanderungsabwehr, Fremdenfeindlichkeit  und Minderheitendiskriminierung zurückzudrängen. 
Gleichzeitig ist auf die Aktivierung eines bürgerschaftlichen Engagements für eine stärkere 
Kooperationsbereitschaft mit der zugewanderten Bevölkerung hinzuwirken.  
 
Innerhalb von  Migranten-Communities ist die Auseinandersetzung mit Tendenzen einer pauschalen 
Vorwurfshaltung gegen die Mehrheitsgesellschaft oder des isolationistischen Rückzugs in ethnisch- 
religiöse Nischen zu führen.   
 
Ressource für Effektivität, Effizienz und Nachhaltigkeit: Kooperation mit Communities und 
Partizipation von Migrantinnen und Migranten 
 
Eine effektive, effiziente und nachhaltige Integrationsarbeit setzt  ein möglichst hohes Maß an 
Beteiligung von Migrantinnen und Migranten voraus. Dazu ist eine allseitige Kooperation mit 
Migranten-Communities auf jeder Ebene erforderlich, um auf den vorhandenen Selbsthilfepotentialen 
aufzubauen.  
 
Ausgangspunkt ist dabei die Wahrnehmung der sozialen und kulturellen Netzwerke der 
zugewanderten Bevölkerung als prägendes Strukturelement  innerhalb der Communities. Der nächste 
Schritt ist ihre Anerkennung als eine komplexe Realität des Migrationsprozesses. Das bedeutet nicht 
unbedingt die Akzeptanz sämtlicher Aspekte dieser Realität. Aber die Anerkennung der Communities, 
insbesondere der Migrantenvereine, als Gesprächs- und Kooperationspartner schafft die Möglichkeit, 
die positiven Ressourcen der unterschiedlichen Gruppen zur Öffnung der Community-Strukturen zu 
nutzen.  
 
Im Rahmen aller Integrationsprojekte ist die Aktivierung der Selbstressourcen und die Entwicklung der 
Partizipationsfähigkeit von Migrantinnen und Migranten gezielt zu unterstützen, so dass sie motiviert 
und vorbereitet sind, den Integrationsprozess mitzugestalten und über die Modalitäten 
mitzubestimmen. 
 
Ziele und Maßnahmen in exemplarischen Handlungsfeldern 
 
 
Stadtteilarbeit 
 
Ziele 
 
Maßnahmen 
Imageverbesserung und stärkere Identifikation mit 
dem Quartier 
- Öffentlichkeitskampagnen  
- Kulturelle Aktivitäten (Stadtteilfeste etc.) 
 
Beteiligung von Migrantinnen und Migranten 
 
Vernetzung von Migrantenarbeitsgruppen im 
Stadtteil mit der Stadtteilrunde 
 
Informationsvermittlung 
 
- Informationsveranstaltungen mit Vereinen 
- Informationsblätter für Eltern 
 
Interkulturelle Qualifizierung  
 
Fortbildungen in interkultureller Kommunikation, 
Konfliktmediation und Gewaltdeeskalation 
 
 
Erziehung und Bildung 
 
Ziele Maßnahmen 
 
Förderung der Kinder und Jugendlichen Kooperation für Projekttage an Schulen und

19 
... 
 Kindertagesstätten 
 
Interkulturelle Qualifizierung - Fortbildung für pädagogische und 
sozialpädagogische Fachkräfte 
- Kooperation beim pädagogischen 
Tag/Fachtag  
 
Öffnung der Institutionen / Kooperation mit Eltern 
und Communities 
 
- “Mama lernt Deutsch” 
- Elterngesprächskreise 
- Interkulturelle Vermittlung bei schwierigen 
Elterngesprächen 
 
Informationsvermittlung 
 
- Informationsveranstaltungen mit Vereinen 
- Informationsblätter für Eltern 
 
 
Soziales  und Gesundheit 
 
Ziele 
 
Maßnahmen 
Informationsvermittlung 
 
- Informationsveranstaltungen mit Vereinen  
- Informationsblätter      
Öffnung der Institutionen:     Interkulturelle 
Qualifizierung 
- Fortbildung für Fachkräfte 
- Qualitätsentwicklung in Institutionen 
 
Öffnung der Communities: 
Multiplikatorenfortbildung und interkulturelle 
Vermittlung 
- Fort- und Weiterbildung für Multiplikatoren 
- Elterngesprächskreise 
- Interkulturelle Vermittlung  
 
Vernetzung  - Trägerübergreifende Kooperation zwischen 
Fachkräften und Multiplikatoren 
- Dialog zwischen Institutionen und 
Communities  
 
 
Kultur 
Ziele 
 
Maßnahmen 
 
Kultureller Austausch und kritische Verarbeitung 
der kulturellen Traditionen  
- Jährliches Begegnungsfest 
- Kulturwoche der Regionen und Kontinente 
- Präsentationen von Beispielen gelungener 
kultureller Synthese  
- Projekte an Schulen und Jugendzentren 
 
Stärkung sozialer Kommunikation im Stadtteil - Stadtteilfeste 
- Stadtteilkulturprojekte 
- Projekte an Schulen und Jugendzentren 
 
 
Antirassismus 
 
Ziele 
 
Maßnahmen 
Sensibilisierung der Öffentlichkeit 
 
- Öffentlichkeitsveranstaltungen 
- Ausstellungen, Konzerte, Filme, Lesungen mit 
entsprechendem Inhalt 
- Kooperation mit Organisationen von 
Zugewanderten und Minderheiten  
 
Sensibilisierung der Jugendlichen - Schulprojekte mit entsprechendem Inhalt 
- Eigenprojekte von Jugendlichen 
- Implementierung von jugendgerechten

20 
... 
Informationselementen in 
Großveranstaltungen für Jugendliche 
 
Sensibilisierung der Zugewanderten 
 
- Thematisierung des Umgangs mit Rassismus 
im Aufnahmeland und im Herkunftsland 
 
Vernetzung  - AG Aktion Weltoffenes Darmstadt 
- Vernetzung mit weiteren Netzwerken 
 
 
Verwaltung 
Ziele 
 
Maßnahmen 
 
Bürgerfreundliche Verwaltung für alle  
(Interkulturelle Qualitätsentwicklung) 
- Fortbildungen 
- Fachberatung 
- Ämterübergreifende Kooperation 
- Dialog mit Verwaltungsstellen 
 
Migration-Mainstreaming - Umsetzung der OB- Verfügung 
- Dialog mit Verwaltungsstellen 
 
Erhöhung des Anteils der Beschäftigten mit 
Migrationshintergrund 
 
- Dialog mit Personalentwicklung 
- Dialog mit Verwaltungsstellen  
 
 
 
 
II a. 
Ansätze zur Vermeidung und zum Umgang mit Segregation in Stadtteilen mit besonderen 
Erneuerungsbedarf 
 
Im Zuge des Migrationsprozesses haben sich in Darmstadt – genauso wie bundesweit – Tendenzen 
zur relativen Überrepräsentation der zugewanderten Bevölkerung in den Unterschichten der 
Gesellschaft und zur ungleichen Verteilung der Bildungserfolge herausgebildet, die durch kommunale 
Anstrengungen zur Integration nicht aufzuhalten waren. Es gibt Anzeichen dafür, dass diese 
Tendenzen sich in der Wechselwirkung stabilisieren und zu einer Negativspirale führen. Somit stellt 
die Migration für einen großen Teil der zugewanderten Menschen deutlich ein soziales und 
Bildungsrisiko dar. Dies betrifft insbesondere die Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf, wo 
ethnische und soziale Segregation zusammenfallen. Die Konzentration von Zugewanderten mit einer 
prekären sozialen Lage in einem Umfeld von Armut und wachsenden sozialen Risiken  kann dazu 
führen, dass die soziale und ethnische Segregation sich gegenseitig verstärken.  
 
Deshalb ist es wichtig, die städtischen Steuerungsmöglichkeiten hinsichtlich einer weiteren ethnischen 
Konzentration insbesondere in den Stadtteilen mit höheren sozialen Risiken zu überprüfen. Allerdings 
sind durch die Schrumpfung des kommunalen Wohnungsbestands die Steuerungsmöglichkeiten in  
diesem Bereich mit der Zeit immer geringer geworden. 
 
Gleichzeitig ist durch konzentrierte Anstrengungen die Integrationsarbeit in diesen Stadtteilen zu 
intensivieren („Integration trotz Segregation“). (Siehe dazu die Erläuterungen zur Stadtteilarbeit in den 
Punkten 4 und 7). 
 
 
II b. 
Ansätze zur Verbesserung der Bildungssituation von Kindern mit Migrationshintergrund 
 
Der mangelnde Bildungserfolg von Kindern mit Migrationshintergrund ist ein bundesweites Problem. In 
der  Fachliteratur besteht Konsens darüber, dass strukturelle Benachteiligung von Migrantinnen und 
Migranten in allen gesellschaftlichen Bereichen ausschlaggebend für den mangelnden Bildungserfolg 
von Kindern mit Migrationshintergrund ist, weshalb hier von Bildungsbenachteiligung gesprochen wird. 
Maßnahmen auf kommunaler Ebene können diese Ursachen nicht beheben, sie können allerdings 
einen Beitrag dazu leisten, die (Bildungs)misserfolge zu verringern.

21 
... 
 
Daher bemüht sich das Interkulturelle Büro, Maßnahmen zu entwickeln und durchzuführen, durch die 
der Bildungserfolg von Kindern mit Migrationshintergrund verbessert werden kann. Entsprechend dem 
zentralen Handlungsansatz des Interkulturellen Büros, an dem Selbsthilfepotential von Migrantinnen 
und Migranten anzusetzen, wird der Focus auf die Stärkung der Eltern mit Migrationshintergrund 
gelegt. Verschiedene Projekte sollen dazu beitragen, die Eltern zu stärken, so dass diese eine 
bessere Unterstützung für ihre Kinder leisten können. Hierbei kommt der Stärkung der Mütter eine 
besondere Bedeutung zu. Neben der Information wird die Aktivierung und Partizipation der Eltern 
verfolgt, damit diese sich aktiv am Schulgeschehen beteiligen. 
 
Neben den bereits laufenden Maßnahmen plant das  Interkulturelle Büro, sich zukünftig verstärkt 
dieser Problematik zu widmen und insbesondere durch eine stärkere Vernetzung mit 
unterschiedlichen Bildungsträgern und -einrichtungen Maßnahmen zu entwickeln, um nachhaltig der 
Bildungsbenachteiligung von Kinder mit Migrationshintergrundn entgegenzuwirken.  
 
Im Folgenden werden die Maßnahmen aufgeführt, die in Darmstadt von Trägern durchgeführt und von 
der Wissenschaftsstadt Darmstadt gefördert werden.  
 
 
 
 
Hausaufgabenhilfe des Caritasverbandes Darmstadt e.V. 
 
 
Zielgruppe dieses  niedrig-schwelligen, präventiven Angebots für Kinder nicht-deutscher und 
deutscher Herkunft  sind Familien mit schulpflichtigen Kindern im Grund-, Haupt- und 
Förderschulbereich. Die Hausaufgabenhilfe wird vorwiegend von Kindern besucht, die schulische 
Probleme haben und/oder zu Hause nicht gefördert werden können. Darüber hinaus ist die Beratung 
für Eltern über die Bildungsstruktur und -möglichkeiten von großer Bedeutung. 
 
Im Jahr 2007 wurden überwiegend an Grundschulen insgesamt  541 Kinder und Jugendliche im Alter 
von 6 - 16 Jahren aus 27 Nationen betreut. Durchgeführt wurde die Hausaufgabenhilfe an 16 
Grundschulen, einer Schule für Lernhilfe, in einem Jugendhaus Aktivspielplatz. Wegen des hohen 
Bedarfs wurden für Seiteneinsteigerschüler (neu Eingereiste) zwei Sprachförderkurse eingerichtet. Die 
Stadt Darmstadt ist seit über 20 Jahren finanziell an der Hausaufgabenhilfe beteiligt. 
 
Angesichts der Tatsache, dass die Angebote in Richtung Ganztagsschule von vielen Kindern aus 
Migrantenfamilien aus Kostengründen nicht besucht werden können, wird Hausaufgabenhilfe auf 
lange Sicht neben der Schule ihre interkulturelle und fördernde Arbeit fortsetzen müssen. 
 
Beratungs- und Bildungsangebote des ska e.V. 
 
 
Aufgabenbereiche dieses Angebotes sind:  
• Gruppenspezifische Sprachförderung 
• Gesundheits-/Ernährungskurse 
• Psychomotorik-/Sportangebote, Elternfitnesstraining 
• Naturerkundungen und erlebnispädagogische Einheiten 
• Schullaufbahn- und Bildungsberatung, Berufliche Orientierung 
• Berufliche und lebenspraktische Weiterbildungen im PC- und Handwerksbereich 
• Angebote im Bereich Konfliktlösungsstrategien, Gewaltprävention und Mediation 
• Kultur-/Weltreisen 
• Theater- und Musikgruppen, Lese-/Literaturwettbewerbe 
• Allgemeine Lebensberatung vor Ort 
 
Im Jahr 2007 wurden sie von 1.265 Personen in Anspruch genommen. 
 
HIPPY (Home Instruction for Preschool Youngsters) Programm des Migrationsdienstes des DRK 
Kreisverband Darmstadt-Stadt e.V.  
 
HIPPY ist ein interkulturelles Bildungsprojekt zur Stärkung, Bildung und Unterstützung der 
Erziehungskompetenzen von Eltern, mit 4-6 jährigen Vorschulkindern, das seit 2002 in Darmstadt 
angeboten wird. Insgesamt wurden ca. 90 Familien mehrheitlich türkischer Herkunft bis Juni 2008 
geschult. Ab Sommer 2008 wurde durch finanzielle Unterstützung der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
und einem Stifter eine Koordinatorenstelle einrichten.

22 
... 
Im Programmjahr 2008 / 2009 nehmen 43 Familien teil, 26 Mütter aus der Türkei, neun aus 
arabischen Ländern (Tunesien, Palästina usw.), zwei aus Äthiopien, zwei aus Eritrea, eine aus 
Honduras, eine aus Korea, eine aus Persien und eine Mutter aus Kamerun. Diese Familien werden 
von 4 Hausbesucherinnen begleitet, drei davon sind aus der Türkei und eine aus Tunesien. Für das 
Programmjahr 2009 / 2010 ist geplant, ca. 90 Familien aufzunehmen.  
. 
 „Mama-lernt-Deutsch“
 
 
Das Projekt ist zunächst ein Kurs für Mütter, die noch nicht ausreichend Deutsch gelernt haben, um 
u.a. in Erziehungsfragen mit Lehrkräften kommunizieren zu können. „Mama-lernt-Deutsch“ ist zugleich 
ein Projekt zur Öffnung der Schulen und Migranten-Communities. Abbau von Hemmschwellen der 
Mütter gegenüber der Schule und umgekehrt, die Herstellung eines festeren Vertrauensverhältnisses  
sowie die Verbesserung der Kontakte zwischen den Müttern und Lehrenden sind wichtige 
Voraussetzungen dafür, um den Kinder mit Migrationshintergrundn größere Bildungschancen zu 
ermöglichen.  
 
In Darmstadt wurde das Projekt „Mama lernt Deutsch“ 1999 als Kooperation einiger interessierten 
Schulen, der Volkshochschule und des Interkulturellen Büros eingeführt und in den nächsten Jahren 
sukzessive auf sechs Schulen ausgeweitet. Die Organisierung der Kurse wurde 2003-2004 vom 
Migrationsdienst des CV Darmstadt und 2005-2008 vom Migrationsdienst des Deutschen Roten 
Kreuzes Darmstadt als Träger durchgeführt.   
 
Gesprächskreise von Eltern mit Migrationshintergrund an Schulen und Kindertagesstätten
  
 
Das Projekt verfolgt die Ziele, Schulen und Kindertagesstätten stärker zu öffnen und die Kontakte mit 
Eltern mit Migrationshintergrund zu stärken, sie über erziehungs- und bildungsrelevante Themen zu 
informieren, Dialoge über Unterschiede in den Erziehungs- und Bildungsvorstellungen zu führen, eine 
stärkere Teilnahme an Elternveranstaltungen zu erreichen und die gemeinsame Verantwortung für die 
Erziehung und Bildung der Kinder zu stärken.  
 
Die Gesprächskreise werden von zweisprachigen Moderatorinnen organisiert, wobei der erste Teil des 
2-3-stündigen Elterntreffens entsprechend dem Thema pädagogisch strukturiert wird. Es wird auf 
Deutsch (gegebenenfalls mit Sprachvermittlung) das Vorschul- bzw. das Schulsystem erläutert, die 
Schule oder die Kindertagesstätte vorgestellt, außerschulische Hilfsangebote bekannt gemacht, 
Erziehungs- und Lernprobleme oder Verhaltensauffälligkeiten bzw. Lernstörungen der Kinder 
thematisiert und unterschiedliche Erziehungsvorstellungen diskutiert. Die zweite Hälfte des 
Gesprächskreises wird als lockere Gesprächsrunde in der Herkunftssprache gestaltet. 
 
Von 2000 bis jetzt wurden Elterngesprächskreise in sechs Schulen und in acht Kindertagesstätten 
(teilweise mehrmals in einer Schule oder Einrichtung) durchgeführt. Die Organisierung der Kurse 
wurde 2003-2004 vom Migrationsdienst des CV Darmstadt und 2005-2008 vom Migrationsdienst des 
Deutschen Roten Kreuzes Darmstadt als Träger durchgeführt.   
 
 „Frühwarnsystem“ an Darmstädter Schulen 
 
 
Das Projekt  des Ausländerbeirates in Kooperation mit dem Migrationsdienst des Caritasverbandes 
verfolgt das Ziel, einen Teil der Sonderschuleinweisungen von Kinder mit Migrationshintergrundn 
durch präventive und intensive Förderung zu vermeiden und dadurch die Bildungs- und 
Zukunftschancen dieser Kinder zu verbessern.   
 
Zunächst informiert der Migrationsdienst die Schulen über das Angebot. Die Lehrkräfte an den 
Schulen können dann der sozialpädagogischen Fachkraft solche Kinder melden, die von einer 
möglichen Sonderschuleinweisung bedroht sind. Diese Kinder werden dann im Rahmen der 
Hausaufgabenhilfe in der Schule einzeln gefördert. Durch die Einzelbetreuung werden die 
Deutschkenntnisse verbessert und schulische Defizite aufgearbeitet. Parallel zur Einzelförderung wird 
der Kontakt zu den Eltern der betroffenen Kinder aufgebaut. Die  Elternarbeit beinhaltet Gespräche 
mit den Eltern über das deutsche Schulsystem, über Fördermöglichkeiten und die Unterstützung 
durch das Elternhaus. 
 
Seit Beginn des Projekts im Jahre 2004 wurden an der Mornewegschule eine Reihe von Schülern und 
Schülerinnen, die von Sonderschuleinweisung bedroht waren, durch Einzelförderung von Fachkräften 
des Migrationsdienstes unterstützt. In 2007 wurde zusätzlich zur Einzelförderung auch Förderung in

23 
... 
der Gruppe eingeführt (für Schüler der fünften Klassen, die z.B. wegen Schulwechsels überfordert 
waren).  
 
Lehrkräfte und Eltern berichten, dass die Erfolge dieses "Frühwarnsystems" nicht nur in schulischen 
Leistungen, sondern auch in sozialer Hinsicht deutlich zu erkennen sind.  
 
Neben diesen Angeboten durch Fachkräfte existieren in Darmstadt auch nicht-professionalisierte bzw. 
teil-professionalisierte Angebote der Bildungsarbeit, organisiert durch die 
Migrantenselbstorganisationen. 
 
 
 
 
III. 
Schaffung der im Nationalen Integrationsplan genannten strukturellen und organisatorischen 
Voraussetzungen in Darmstadt 
 
Die strukturellen und organisatorischen Voraussetzungen für eine Weiterentwicklung der kommunalen 
Integrationsarbeit sind in Darmstadt größtenteils bereits vorhanden (s. Punkt 1) und sie werden 
laufend weiterentwickelt. 
 
 
Darmstadt, den 03.03.09 
531 ot 
 
 
Der Dezernent V 
 
 
 
Jochen Partsch 
Stadtrat

Beratungsverlauf (4)

TOP 9
TOP 16
TOP 131 zur Kenntnis
TOP 3

Details

Vorlagen-Nr.
2009/0102
Typ
Magistratsvorlage
Datum
02.03.2009
Erstellt
29.09.2026 00:00