Managementbericht des Dezernates V - Soziales, Gesundheit und Wohnen
Mitteilung Ausschuss 1697/2023 vom 26.06.2023
Stand: Am 19.09.2023 im Gesundheitsausschuss beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle V/V-1 Vorlagen-Nummer 22.06.2023/ 26.06.2023 1697/2023 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Unterausschuss Wohnen 14.08.2023 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 17.08.2023 Gesundheitsausschuss 22.08.2023 Stadtentwicklungsausschuss 31.08.2023 Integrationsrat 12.09.2023 Managementbericht des Dezernates V - Soziales, Gesundheit und Wohnen Mit vorliegender Mitteilung stellt das Dezernat seinen Managementbericht für die Jahre 2021 und 2022 vor, der über angestrebte und erreichte Arbeitsergebnisse informiert. Der Managementbericht zeigt die Wirksamkeit verschiedener gesetzlicher und freiwilliger, vom Rat beschlossener Maßnahmen. Er dient der Verwaltung und der Politik zur Reflektion des Er- reichten und unterstützt künftige Ziele und Strategien. Der Managementbericht speist sich aus dem dezernatsspezifischen Controlling, in dem Pro- jekte, Kennzahlen, Entwicklungsstände sowie Indikatoren der Prozesse kontinuierlich erhoben werden. Der Berichtszeitraum war wesentlich durch die Bewältigung der Corona-Pandemie geprägt, in dem das Dezernat für Soziales, Gesundheit und Wohnen eine Schlüsselposition innehatte. Dies führte sowohl zu einer Verlangsamung einiger Projekte und Prozesse als auch der Wei- terentwicklung des integrierten strategischen Managements. Der vorliegende Bericht ist eher als ein „work in progress“ denn als endgültig angestrebte Berichtsform hinsichtlich Umfang und Informationstiefe zu betrachten. Aufbau Der Managementbericht ist – entsprechend dem Masterplan des Dezernates – gegliedert in Handlungsfelder, die an die wesentlichen Lebensbereiche angelehnt sind: - Einkommen - Beschäftigung - Gesundheit - soziale, gesellschaftliche und politische Einbindung - Wohnen Zu jedem Handlungsfeld sind jeweils: 2 - allgemeine Entwicklungen, - ausgewählte Ergebnisse, - operative Ziele aufgeführt und erläutert. Dabei sind auch die Ergebnisse des 1. Kölner Lebenslagenberichts 2020 (0615/2020) einbezogen worden. Für die fünf Handlungsfelder werden zudem Bezüge zu den Nachhaltigkeitszielen der Verein- ten Nationen hergestellt (Sustainable Development Goals, SDG). Das Dezernat für Soziales, Gesundheit und Wohnen hat in seiner Mitteilung zum Masterplan (0190/2021) das Steuerungsverständnis des Dezernates sowie seine strategische Zielsetzung erläutert. Anlage Managementbericht des Dezernates V – Soziales, Gesundheit und Wohnen Gez. Dr. Rau -
Managementbericht V_ 2021-2022
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1 Managementbericht 2021 - 2022 2 Managementbericht V 2021-2022 Inhaltsverzeichnis 1 Das Dezernat für Soziales, Gesundheit und Wohnen...................................................................... 3 2 Integriertes Management und der Masterplan im Dezernat V ....................................................... 4 3 Stand und Entwicklungen – allgemeine Vorbemerkungen ............................................................. 5 3.1 Handlungsfeld Beschäftigung .................................................................................................. 6 3.1.1 Allgemeine Entwicklungen .............................................................................................. 6 3.1.2 Ausgewählte Ergebnisse zu operativen Zielen im Handlungsfeld Beschäftigung ........... 7 3.1.3 Operative Ziele für das Handlungsfeld Beschäftigung, Masterplan Version 2.1 ............. 7 3.2 Handlungsfeld Einkommen ..................................................................................................... 9 3.2.1 Allgemeine Entwicklungen .............................................................................................. 9 3.2.2 Ausgewählte Ergebnisse zu operativen Zielen im Handlungsfeld Einkommen ............. 10 3.2.3 Operative Ziele für das Handlungsfeld Einkommen, Masterplan Version 2.1 .............. 11 3.3 Handlungsfeld Gesundheit .................................................................................................... 13 3.3.1 Allgemeine Entwicklungen ............................................................................................ 13 3.3.2 Ziele und operative Kennzahlen im Handlungsfeld Gesundheit ................................... 14 3.3.3 Operative Ziele für das Handlungsfeld Gesundheit, Masterplan Version 2.1 ............... 18 3.4 Handlungsfeld Wohnen ......................................................................................................... 20 3.4.1 Allgemeine Entwicklungen ............................................................................................ 20 3.4.2 Ausgewählte Ergebnisse zu operativen Zielen im Handlungsfeld Wohnen .................. 21 3.4.3 Operative Ziele für das Handlungsfeld Wohnen, Masterplan Version 2.1 .................... 23 3.5 Handlungsfeld soziale, gesellschaftliche und politische Teilhabe/Einbindung ..................... 25 3.5.1 Allgemeine Entwicklungen ............................................................................................ 25 3.5.2 Ausgewählte Ergebnisse zu operativen Zielen im Handlungsfeld Soziale, gesellschaftliche und politische Teilhabe/Einbindung .................................................................. 26 3.5.3 Operative Ziele für das Handlungsfeld Soziale, gesellschaftliche und politische Teilhabe/Einbindung, Masterplan Version 2.1 .............................................................................. 27 3 1 Das Dezernat für Soziales, Gesundheit und Wohnen Innerhalb der städtischen Verwaltung mit ihren neun Dezernaten gestaltet das Dezernat V mit seinen rund 28501 Mitarbeitenden auf ungefähr 2480 Stellen wesentliche Themen, die in den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDG) adressiert und auch für Kommunen2 beschrieben sind: Keine Armut (SDG 1) Kein Hunger (SDG 2) Gesundheit und Wohlergehen (SDG 3) Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum (SDG 8) Weniger Ungleichheiten (SDG 10) Nachhaltige Städte und Gemeinden (SDG 11) Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen (SDG 16) Das Dezernat verfolgt das Ziel, für Menschen in Köln gute Lebensbedingungen erreichbar zu machen, unabhängig von der eigenen aktuellen Lebenslage. Wir arbeiten dafür, dass alle Menschen in einer Wohnung wohnen können, auch obdachlose Menschen und Menschen, die als Geflüchtete nach Köln kommen, und dafür, dass bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht; (Vision Handlungsfeld Wohnen: Alle Bevölkerungsgruppen haben Zugang zu angemessenem und bezahlbarem Wohnraum; SDG 11.1.1: Bis 2030 den Zugang zu angemessenem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum und zur Grundversorgung für alle sicherzustellen); Menschen bezahlte, sozialversicherungspflichtige und gute Arbeit haben und sich hierin weiterentwickeln können; (Vision Handlungsfeld Beschäftigung: Alle Menschen können am Arbeitsleben teilhaben (SDG 8: Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern); Menschen in besonderen Lebenslagen in ihrem Unterstützungsbedarf Hilfe erfahren und sie die gesetzlich vorgesehenen und darüber hinaus vom Rat der Stadt Köln beschlossenen Hilfen erhalten (Vision Handlungsfeld Einkommen: Alle Menschen sind materiell abgesichert, SDG 1: Armut in jeder Form und überall beenden); Menschen an allen wesentlichen Aspekten unseres Lebens teilhaben können und dass vorhandene Barrieren abgebaut werden (Vision: Alle Menschen beteiligen sich am gesellschaftlichen Leben; SDG 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen); Gesundheitsgerechtigkeit besteht, also das Gesundheitswesen sowohl in Krisen- als auch in „normalen“ Zeiten auch für Menschen in besonderen Lebenssituationen und für Menschen mit geringerem Bezug zu Gesundheitsthemen und -dienstleistungen zur Verfügung steht und eine hohe fachliche Qualität und die gesetzlichen Bedingungen erfüllt; (Vision: Alle Menschen in Köln können gesund aufwachsen und leben; SDG 3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern); Stadtteile und Quartiere, in denen eine gute Entwicklung der Lebensqualität ihrer Menschen eingeschränkt ist, besondere Maßnahmen und Unterstützungsleistungen erfahren; (Vision: 1 Stand: 1.5. 2023, inkl. städtische Mitarbeitende Jobcenter 2 SDG-Indikatoren für Kommunen – Indikatoren zur Abbildung der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen in deutschen Kommunen. 2., vollständig überarbeitete Auflage, Gütersloh 2020. Bertelsmann Stiftung, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Deutscher Landkreistag, Deutscher Städtetag, Deutscher Städte- und Gemeindebund, Deutsches Institut für Urbanistik, Engagement Global (Servicestelle Kommunen in der Einen Welt), Rat der Gemeinden und Regionen Europas / Deutsche Sektion (Hrsg.). https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/sdg-indikatoren-fuer- kommunen-all 4 Alle Menschen beteiligen sich am gesellschaftlichen Leben; SDG 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen); der soziale Zusammenhalt in unserer Stadtgesellschaft gestärkt wird; (Vision: Alle Menschen beteiligen sich am gesellschaftlichen Leben; SDG 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen). Mit diesen Zielen und auf der Basis der aktuell vom Kölner Rat beschlossenen Stadtstrategie3 leisten wir im Dezernat unseren Beitrag zur Weiterentwicklung unserer Stadt zu einer Stadt des guten Lebens. Die Ämter und Dienststellen des Dezernats erfüllen zu einem weit überwiegenden Teil gesetzliche Aufgaben. In der Gestaltung des Finanz- und Personalhaushalts nehmen diese Aufgaben über 98 Prozent der Ressourcen ein. Ziel ist es, die zur Erledigung dieser Aufgaben notwendigen Prozesse zu beschreiben, zu optimieren, zu automatisieren sowie zu digitalisieren. Zusätzlich zu den gesetzlichen „Pflicht“-leistungen ist das Dezernat für die Umsetzung politisch beschlossener Maßnahmen zuständig, die oftmals als „freiwillige“ Leistungen solche Leistungen darstellen, die über den gesetzlichen Auftrag hinausgehen. Der Aufbau solcher freiwilligen Leistungen sowie die Veränderung von wesentlichen Prozessen erfolgen in Projekten. Besonderes Merkmal von Projekten ist, dass diese zeitlich begrenzt sind. Solche Projekte können in Prozesse einmünden, sofern sie Leistungen etablieren, die fortgesetzt erbracht werden sollen. Angesichts der schnellen Veränderungen und Ausweitungen der Aufgaben sowie der durch den demografischen Wandel verursachten hohen Fluktuation der Mitarbeitenden sind Prozessentwicklungen, -optimierungen, -beschreibungen und -automatisierungen von entscheidender Bedeutung, um die Verwaltung nachhaltig weiterzuentwickeln und zukunftsfähig aufzustellen. Die organisationale Weiterentwicklung des Dezernats und seiner Ämter ist deshalb relevant für die Sicherung der Leistungsfähigkeit für die Menschen und Einrichtungen in unserer Stadt. Sie erfolgt im Rahmen eines dezernatsweiten Veränderungsmanagements, das wiederum wesentliches Merkmal des integrierten Managements des Dezernats ist. 2 Integriertes Management und der Masterplan im Dezernat V Im Dezernat wurden in den vergangenen fünf Jahren die Grundzüge eines integrierten Managements etabliert, das uns darin unterstützt, unsere Prozesse und Projekte zu steuern und ihre Effizienz und Effektivität zu steigern. Wesentliches Merkmal unseres integrierten Managements ist die Formulierung von Zielbildern in einer Vision. Diese Vision gibt Orientierung; an ihr richten wir unseren Masterplan als die Strategie zur Zielerreichung aus, den wir in Fünfjahreszyklen überprüfen und fortschreiben. Der Masterplan enthält strategische Ziele, die in konkreten Projekten und Prozessen erreicht werden sollen. Wir haben ihn der Kölner Kommunalpolitik im Jahr 2021 vorgestellt4. Eine wesentliche Grundlage für den Masterplan ist der vom Kölner Stadtrat beauftragte und vom Dezernat im Jahr 2021 vorgelegte 1. Kölner Lebenslagenbericht5. Dieser stellt empirische Daten für wichtige Lebenslagen der Menschen in Köln zusammen und beschreibt den Ist-Zustand, von dem aus die weitere Entwicklung erfolgen soll. In regelmäßiger Aktualisierung und Erweiterung soll der Lebenslagenbericht die Veränderung der Lebensbedingungen aufzeigen und die Strategieanpassung innerhalb des Masterplans unterstützen. Im Rahmen des integrierten 3 Ratsbeschluss, 1987/2021 4 Mitteilung, 0190/2021 5 Ratsbeschluss, 0615/2020 5 Managements haben wir einen Steuerungskreislauf beschrieben, der einen wiederkehrenden Zyklus der Anpassung von Zielen, Strategien und Maßnahmen beschreibt. Die strategischen Ziele des Masterplans und ggf. auch die konkreten Maßnahmen und Kennzahlen werden mit den internationalen Nachhaltigkeitszielen abgeglichen und weisen auch Bezüge zum wirkungsorientierten Haushalt der Stadt Köln auf. Nach der Logik „die Finanzen unterstützen die Strategie“ sollen in den Folgejahren die Strategien des Masterplans Einfluss auf den wirkungsorientierten Haushalt entwickeln. Das integrierte Management beschreibt wesentliche Merkmale der Steuerungsprozesse und -instrumente im Dezernat. Ihre Anwendung erhöht die Transparenz, klärt die Rollen- und Kompetenzverteilungen und wird die Führungskultur im Dezernat beeinflussen. 3 Stand und Entwicklungen – allgemeine Vorbemerkungen Gemäß der Bevölkerungsprognose wird die Kölner Bevölkerung bis zum Jahr 2040 weiterwachsen. Die verschiedenen (Bevölkerungs- und Alters-) Gruppen wachsen jedoch nicht gleich stark. Die Kölner Stadtgesellschaft verändert sich, sie wird jünger, älter und zugleich bunter: Der Abhängigkeitsquotient zeigt: Das Verhältnis der abhängigen zu den unabhängigen (erwerbsfähigen) Altersgruppen verändert sich. Während im Jahr 2018 auf 51 Kinder, Jugendliche und ältere Menschen 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter kommen, verändert sich das Verhältnis im Jahr 2040 auf 59 zu 100. Dies bedeutet, dass im Jahr 2040 100 Erwachsene im erwerbsfähigen Alter 59 Kinder, Jugendliche und Senioren „versorgen“ müssen: der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter sinkt. Die Altersgruppe der ab 65-Jährigen wird bis 2040 um 27 Prozent steigen. Die Gruppe der ab 80-Jährigen wird um 33 Prozent steigen. Gleichzeitig wird der Anteil der Kölner*innen mit Zuwanderungsgeschichte steigen. Im Jahr 2018 betrug dieser noch 39 Prozent. Bei den unter 18-Jährigen waren es bereits 54 Prozent. Die demografischen Veränderungen haben Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, das Betreuungs- und Bildungssystem, das Sozial- und Gesundheitssystem und die Versorgung und Pflege älterer Menschen. Damit auch in Zukunft für möglichst viele Menschen Existenz und Teilhabe gesichert und der Zusammenhalt der Stadtgesellschaft gewährleistet wird, ist es wichtig, den demografischen Wandel der Stadtgesellschaft proaktiv zu gestalten. Wesentliche Aspekte dabei sind: Wohlstand, Einkommen und damit Existenzen sichern, Armutsrisiken bekämpfen Fachkräftemangel entgegenwirken - Erwerbstätigkeit von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte fördern - Qualifizierung verbessern Vereinbarkeit von Familie und Beruf sichern - Betreuungs-, Versorgungs- und Pflegeinfrastruktur an die demografische Entwicklung anpassen. Im Folgenden werden für die wesentlichen Handlungsfelder des Dezernats für Soziales, Gesundheit und Wohnen zunächst allgemeine Entwicklungen skizziert und bewertet; Beispiele aus laufenden Prozessen und Projekten sollen Einblick in die operative Arbeit geben. 6 3.1 Handlungsfeld Beschäftigung 3.1.1 Allgemeine Entwicklungen Erwerbstätigkeit bedeutet im ökonomische Sinne: Erwerb eines Einkommens zum Lebensunterhalt und eines bestimmten Lebensstandards. Der mögliche Lebensstandard wird maßgeblich durch das Erwerbseinkommen definiert und materielle Notlagen können dadurch abgewendet werden. Positiv zu bewerten sind: Die Erwerbstätigenquote ist in Köln zwischen 2011 und 2020 von 68,2 auf 74,3 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosenquote schwankt insgesamt zwischen 2012 und 2021 um ca. 9 Prozent, lediglich im Jahr 2018 lag sie bei 7,4 und im Jahr 2019 bei 7,6 Prozent. Die Quote der Langzeitarbeitslosen ist von 2015 bis 2020 von 5,3 auf 4,6 Prozent gesunken. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen ist im gleichen Zeitraum von 45 auf 39,1 Prozent gesunken. Der Anteil der erwerbstätigen Personen, die ergänzend Hilfe nach SGB II in Anspruch nehmen (Ergänzer*innen), ist von 25,7 im Jahr 2011 auf 23 Prozent im Jahr 2020 gesunken. Der Anteil der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Niedriglohnbereich ist von 16,9 im Jahr 2011 auf 14,7 Prozent im Jahr 2020 gesunken. Kritisch zu bewerten sind: Der Anteil der unter 25-jährigen Arbeitslosen ist von 2015 bis 2020 von 5,6 auf 6,5 Prozent gestiegen, allerdings schwankt dieser Wert seit 2012 zwischen 5 und 6,5 Prozent. Der Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländer*innen liegt im Jahr 2021 immer noch 13,6 Prozent unter dem Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Einheimischen, allerdings betrug der Unterschied 2012 noch 19,4 Prozent. Der kontinuierliche Beschäftigungsanstieg der letzten zehn Jahre ist in Folge der Corona- Pandemie zum Stillstand gekommen. Mit dem leichten Rückgang um 3.000 Beschäftigte (- 0,5 Prozent von Mitte 2020 bis Mitte 2019) liegt Köln verglichen mit anderen deutschen Großstädten im Mittelfeld.6 Insbesondere die Zahl der geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnisse ist um rund ein Zehntel deutlich zurückgegangen (-11 600 oder -9,1 Prozent). Zeitgleich stieg die Zahl der Arbeitslosen in Köln im Jahresdurchschnitt 2020 deutlich gegenüber 2019 auf 55.200 (+19 Prozent oder +8 800)7 Von den Beschäftigtenrückgängen und Übergang in Arbeitslosigkeit waren am stärksten die Jüngeren unter 25 Jahre betroffen8. Der Lebenslagenbericht weist an verschiedenen Stellen auf eingeschränkte berufliche Teilhabechancen junger Erwachsener im Alter von 18 bis 34 Jahren hin. Insbesondere junge Ausländer*innen benötigen mehr Unterstützung beim Übergang in eine Ausbildung und auf dem Weg zum Ausbildungserfolg. Je früher in der Bildungskette die Unterstützung ansetzt (Sprachkenntnisse, Schulbildung, ausbildungsbegleitende Hilfen), desto besser sind die Chancen für einen guten späteren beruflichen Einstieg. 6 vgl. Statistische Nachrichten 7/2021 7 ebenda 8 ebenda 7 3.1.2 Ausgewählte Ergebnisse zu operativen Zielen im Handlungsfeld Beschäftigung Die für die Jahre 2021/2022 gesetzten Ziele9 (Erwerbsfähige sind dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert) konnten mit der Strategie „Zielgruppengerechte Aktivierung und Qualifizierung“ durch das Programm KomProArbeit umgesetzt werden: hier wurde bereits im Oktober 2021 die Zielzahl von 100 zu integrierenden Langzeitarbeitslosen durch das Amt für Soziales, Arbeit und Senioren erreicht. In 2022 wurde die Zielzahl mit 104 ebenfalls erreicht bzw. übertroffen. Auch das Ziel des Jobcenters, mehr als 37 Prozent der Menschen nachhaltig bzw. bedarfsdeckend zu integrieren, konnte in beiden Jahren erreicht und gegenüber dem Jahr 2021 weiter gesteigert werden (die Quote lag im Gesamtjahr 2021 bei 58, in 2022 bei 66 Prozent). Die in 2022 geplante kontinuierliche Beschäftigung von 56 Prozent wurde ebenfalls mit durchschnittlich 62 Prozent klar übertroffen. Auch das 2021er Ziel, monatlich mindestens 15 arbeitsmarktferne Jugendliche zu erreichen, wurde in den Monaten Januar bis Oktober 2021 mit durchschnittlich 41 Beratungsgesprächen deutlich übertroffen. Daher wurde die Kennzahl im Jahr 2022 auf 40 zu erreichende arbeitsmarktferne Jugendliche erhöht mit dem Ergebnis von 43 Kontakten im gesamten Jahr. Den besonderen Schwierigkeiten von arbeitsmarktfernen Frauen mit zielgruppengerechten Kontakt- und Unterstützungsangeboten zu begegnen, konnte dagegen – auch aufgrund pandemiebedingter Kontaktbeschränkungen – nur z.T. erreicht werden, obwohl auch digitale Formate erprobt wurden. 3.1.3 Operative Ziele für das Handlungsfeld Beschäftigung, Masterplan Version 2.1 Vision: Alle Menschen können am Arbeitsleben teilhaben10 Strategisches Ziel: Erwerbsfähige sind dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert (B1)11 Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien 100 Langzeitarbeitslose mit besonderen Vermittlungshemmnissen sind von KomProArbeit ergänzend unterstützt (B1_I1) Kennzahl aus 2021 unverändert übernommen. Zielgruppengerechte Aktivierung und Qualifizierung (S1_B) 60 Langzeitarbeitslose mit besonderen Vermittlungshemmnissen sind in Kooperation mit dem Jobcenter, Amt 11 und KGAB in der Stadtverwaltung integriert und perspektivisch geeignet für den ersten Arbeitsmarkt (SGB II, §16i; B1_I2) Kennzahl aus 2021 unverändert übernommen. Übergangsmanagement mit Anbieter*innen und Fachverwaltung (S2_B) Mehr als 37 Prozent der Menschen sind dauerhaft ohne Leistungsbezug (nachhaltig integriert; B1_I3) Mehr als 37 Prozent der Menschen sind nach Integration in den Arbeitsmarkt mind. 3 Monate ohne Leistungsbezug (Anteil an bedarfsdeckenden Integrationen) Zielgruppengerechte Aktivierung und Qualifizierung (S1_B) Monatlich sind mindestens 15 arbeitsmarktferne Jugendliche erreicht (B1_I4) Monatlich sind mindestens 40 arbeitsmarktferne Jugendliche erreicht (B1_I4) Zielgruppengerechte Aktivierung und Qualifizierung (S1_B) 9 Vgl. Masterplan Dezernat V, 0190/2021, Version 2.0 10 SDG 8: Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern 11 SDG 8.5.1: Bis 2030 produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle Frauen und Männer, einschließlich junger Menschen und Menschen mit Behinderungen erreichen 8 Strategisches Ziel: Erwerbsfähige sind dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert (B1)11 Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien Mind. 150 sehr arbeitsmarktferne Frauen (insbesondere auf Grund kultureller Hemmnisse) sind kontaktiert (B1_I5) Mind. 150 arbeitsmarktferne Frauen/Familien (insbesondere aufgrund kultureller Hemmnisse) sind kontaktiert (B1_I5) Zielgruppengerechte Aktivierung und Qualifizierung (S1_B) Bei Qualifizierungsangeboten (beruflicher Weiterbildung) beträgt der Anteil der Frauen mind. 35 Prozent (B1_I6) Bei Qualifizierungsangeboten (beruflicher Weiterbildung) beträgt der Anteil der Frauen mind. 38 Prozent (B1_I6) Zielgruppengerechte Aktivierung und Qualifizierung (S1_B) Die Integration von schwerbehinderten Menschen ist um mind. 8,9 Prozent zum tatsächlich erreichten Jahresendwert 2020 gesteigert (B1_I7) Die Integration von schwerbehinderten Menschen ist um mind. 10 (+ 2 Prozent) zum tatsächlich erreichten Jahresendwert 2021 (487) gesteigert (=497; B1_I7) Zielgruppengerechte Aktivierung und Qualifizierung (S1_B) Strategisches Ziel: Drehtüreffekte werden vermieden (B2)12 Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien Mind. 56 Prozent der Kund*innen im SGB II-Bezug sind in kontinuierlicher Beschäftigung (nachhaltig integriert = nach einer Integration 6 Mon in SVB; B2_I1) Kennzahl aus 2021 unverändert übernommen. Übergangsmanagement mit Anbieter*innen und Fachverwaltung (S2_B) Lotsenmodell (S3_B) Instrumentarium zur Stabilisierung bzw. Vermeidung von Abbrüchen für U25 (S4_B) Strategisches Ziel: Erstmalige Arbeitslosigkeit ist vermieden (B3)13 Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien Monatlich werden mind. 100 U25-jährige Leistungsbeziehende durch aufsuchende Arbeit betreut (SGB II, §16h; B3_I1) Monatlich werden mind. 140 U25-jährige Leistungsbeziehende in Projekten für schwer erreichbare Jugendliche betreut (SGB II, §16h; B3_I1) Zielgruppengerechte Aktivierung und Qualifizierung (S1_B) Besondere Konzepte für Menschen mit Integrationshemmnissen (S6_B) Strategisches Ziel: Berufliche Qualifizierung ist verbessert (B4)14 Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien Förderung beruflicher Weiterbildung FbW - Ziel Berufsabschluss; mind. 860 Menschen im SGB II-Bezug haben an einer abschlussorientierten beruflichen Weiterbildung teilgenommen (FbW - Ao; B4_I1) Kennzahl aus 2021 unverändert übernommen. Enge Begleitung und individueller Zuschnitt von Unterstützungsangeboten (S5_B) Zielgruppengerechte Aktivierung und Qualifizierung (S1_B) Strategisches Ziel: Berufliche Perspektiven sind verbessert (B5)15 Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien Mind. 37 Prozent der Menschen im SGB II- Bezug und in einer beruflichen Weiterbildung (FbW) - erreichen einen Berufsabschluss; B5_I1) Kennzahl aus 2021 unverändert übernommen. Enge Begleitung und individueller Zuschnitt von Unterstützungsangeboten (S5_B) 12 vgl. SDG 8.5.1, ebenda 13 SDG 8.6: Bis 2020 den Anteil junger Menschen, die ohne Beschäftigung sind und keine Schul- oder Berufsausbildung durchlaufen, erheblich verringern 14 vgl. SDG 8.6, ebenda 15 vgl. SDG 8.6, ebenda 9 Strategisches Ziel: Berufliche Perspektiven sind verbessert (B5)15 Zielgruppengerechte Aktivierung und Qualifizierung (S1_B) 3.2 Handlungsfeld Einkommen 3.2.1 Allgemeine Entwicklungen Das Einkommen, das den privaten Haushalten zur Verfügung steht, ist eine wichtige Ressource, um die Lebenslagen in materieller und auch in nichtmaterieller Hinsicht zu gestalten. Langfristig dient das Einkommen dem Aufbau einer sozialen Sicherung durch den Erwerb von Rentenansprüchen und Vermögen. Des Weiteren können über den Arbeitsplatz soziale Beziehungen geknüpft werden, die in mehreren Hinsichten bereichernd wirken können: sie erweitern das soziale Umfeld und die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, können partizipationsfördernd im Hinblick auf Vereins- und Parteimitgliedschaften wirken und sich im Bedarfsfall auch zu informellen Unterstützungssystemen entwickeln. Ökonomischer Wohlstand, soziale Anerkennung und die Einbindung in soziale Netzwerke kommen (zusammen mit dem Bildungsstand) im sozialen Status zum Ausdruck. Aus der Perspektive subjektiver Lebensplanung ist dieser Prozess zunächst als sozialer Aufstieg konzipiert. Dies erweist sich jedoch vielfach als brüchig – insbesondere bei den Personengruppen, die problembelastete Startbedingungen haben oder deren Situation sich im Lebensverlauf verschlechtert16. Positiv zu bewerten sind: Köln ist ein starker Wirtschaftsstandort. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Kölns betrug im Jahr 2018 64,54 Mrd. Euro insgesamt und damit 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr, 34 Prozent mehr als im Jahr 2010 (mehr als das 1,5fache des Landesdurchschnitts). Damit zählt Köln zu den wirtschaftsstärksten Kommunen in NRW. In der Stadt Köln ist das verfügbare Einkommen im Zeitraum von 2010 bis 2017 um 13 Prozent angestiegen, womit der Anstieg für diesen Zeitraum etwas niedriger war als in Nordrhein-Westfalen (+15 Prozent) und Deutschland (+16 Prozent). Kritisch zu bewerten sind: Obwohl in Köln das BIP pro Kopf über dem Landesdurchschnitt liegt, ist das Einkommen pro Kopf unterdurchschnittlich, weil am BIP auch Erwerbstätige mitwirken, die von außerhalb Kölns einpendeln. Dies zeigt sich auch im verfügbaren Einkommen pro Kopf, das im Jahr 2018 „nur“ ca. 22.400 Euro betrug und damit dem Landesdurchschnitt (ca. 22.500 Euro) ensprach. Die Zahlen zeigen: Nicht alle Kölner*innen profitieren vom starken Wirtschaftsstandort. 23 Prozent der Kölner*innen leben in einem relativen Armutsrisiko, das bedeutet, sie haben ein Äquivalenzeinkommen unterhalb der Armutsrisikogrenze (weniger als 60 Prozent des Einkommens-Medians). Auch hier ist eine Zuwanderungsgeschichte mit einem höheren Armutsrisiko assoziiert: 38 Prozent der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte haben ein Armutsrisiko, während es nur 17 Prozent der Menschen ohne Zuwanderungsgeschichte sind. 42 Prozent der Haushalte mit drei und mehr Kindern sind armutsgefährdet. Kinder und Jugendliche aus Familien mit Migrationshintergrund weisen ein dreimal so hohes Armutsrisiko auf (41%) wie Kinder und Jugendliche aus Familien ohne Migrationshintergrund (15%). Kinderarmut hängt zudem eng mit der Qualifikation der Eltern zusammen. Eltern ohne Berufsabschluss haben zu 59% ein Armutsrisiko.17 16 Kölner Lebenslagenbericht, S. 336 17 Leben in Köln-Umfrage 2016 10 Für die Zukunft der Stadtgesellschaft ist es wichtig, den starken Wirtschaftsstandort zu erhalten und auszubauen und gleichzeitig Armutsrisiken zu bekämpfen, so dass mehr Kölner*innen am Wirtschaftsgeschehen teilhaben und höhere Einkommen erzielen können. Moderiert wird das Einkommen wesentlich von der Beschäftigung. Für Menschen, die kein Einkommen durch Beschäftigung erzielen können oder im Rahmen ihres Erwerbslebens nur geringe oder keine Absicherung für den Ruhestand aufbauen konnten, greifen die sozialen Sicherungssysteme. 3.2.2 Ausgewählte Ergebnisse zu operativen Zielen im Handlungsfeld Einkommen Die für die Jahre 2021/2022 gesetzten Ziele zur Vision „Alle Menschen sind materiell abgesichert“ und den Teilzielen „Unterstützungsbedürftige sind bedarfsgerecht im richtigen Sozialsystem“, „Menschen in akuten materiellen Notlagen ist sofort und angemessen geholfen“ und „Menschen sind bei der Überwindung von Hilfebedürftigkeit/Armutsrisiken/Armutsgefährdung unterstützt“ konnten auf Grund der Pandemie und der akuten Handlungsbedarfe im Kontext des Ukrainekrieges noch nicht mit den geplanten Indikatoren nachverfolgt werden. Beobachtbar war bezüglich des Ziels „Existenzsicherung ist im Sinne der Bürger*innen zukunftssicher aufgestellt“ und dem Indikator „Zahl der Menschen, die Hilfen nach dem 3. Kapitel SBG XII erhalten“ ein leichter Rückgang der Fallzahlen, für den ein coronabedingt geringerer Übergang von Hilfeempfänger*innen aus dem SGB II vermutet wird. In 2022 hingegen war ein leichter Anstieg der Fallahlen zu beobachten. Die Zahl der Empfänger*innen von Leistungen nach dem 4. Kapitel des SBG XII (Grundsicherung im Alter) ist im Jahr 2021 moderat angestiegen. Im Jahr 2022 stieg die Zahl der Empfänger*innen von Leistungen nach dem 4. Kapitel des SGB XII gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent an. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, die in 2021 Leistungen nach dem AsylbLG erhielten, ist um ca. 7 Prozent zurückgegangen. Ende 2022 ist die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften mit Leistungen nach dem AsylbLG nahezu auf dem Stand wie Ende 2021. Die unterjährige Entwicklung der Anzahl der Bedarfsgemeinschaften in 2022 im Kontext des Ukrainekrieges zeigt die nachfolgende Grafik: 11 Bedarfsgemeinschaften 2022 Im Steuerungsverständnis des Dezernats V ist neben dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess auch der Blick auf die „Befähiger-Kriterien“ gerichtet. Hier wurde das Ziel der Stellenbesetzungsquote (95 Prozent) im Amt für Soziales, Arbeit und Senioren für das Jahr 2021 mit 94,8 Prozent nur um 0,2 Prozentpunkte verfehlt. Dieses Ergebnis konnte trotz coronabedingter Ausfälle erreicht werden. Für das Jahr 2022 wurde eine Stellenbesetzungsquote von lediglich 93,8 Prozent erreicht. Dies begründet sich dadurch, dass kurzfristig im 3.Quartal 2022 aufgrund der Ukrainekrise bereitgestellte Mehrstellen nur verzögert besetzt werden konnten. 3.2.3 Operative Ziele für das Handlungsfeld Einkommen, Masterplan Version 2.1 Strategisches Ziel: Unterstützungsbedürftige sind bedarfsgerecht im richtigen Sozialsystem (E1)18 Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien Leistungsberechtigte mit laufenden Leistungen außerhalb von Einrichtungen 3. und 4. Kapitel SGB XII und SGB II pro 1.000 Einwohner*innen (E1_I1) Kennzahl aus 2021 unverändert übernommen. Stärkung rechtskreisübergreifende Verwaltung (S1_E) Sozialraumorientierte Verwaltung und Leistungserbringung (S2_E) Strategisches Ziel: Menschen in akuten materiellen Notlagen ist sofort und angemessen geholfen (E2)19 Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien 18 SDG 1.3.1: Den nationalen Gegebenheiten entsprechende Sozialschutzsysteme und -maßnahmen für alle umsetzen, einschließlich eines Basisschutzes. 19 SDG 1.3.2: Bis 2030 eine breite Versorgung der Armen und Schwachen erreichen. 12 Strategisches Ziel: Menschen in akuten materiellen Notlagen ist sofort und angemessen geholfen (E2)19 Armutsgefährdungsquote (Quelle Benchmarking), bundesweiter Wert im Vergleich zum Ergebnis Stadt Köln (E2_I1) Kennzahl aus 2021 unverändert übernommen. Stärkung rechtskreisübergreifende Verwaltung (S1_E) Strategisches Ziel: Menschen sind bei der Überwindung von Hilfebedürftigkeit/Armutsrisiken/Armutsgefährdung unterstützt (E3)20 Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien Kinderarmut: Anteil der Bevölkerung unter 15 Jahren erhält - selbst oder indirekt durch die Bedarfsgemeinschaft - Sozialgeld nach SGB II (E3_I1) Kennzahl aus 2021 unverändert übernommen. Zielgruppengerechte Aktivierungsangebote und Maßnahmen (S3_E) Altersarmut: Leistungsempfänger*innen Grundsicherung im Alter nach SGB XII (E3_I2) Kennzahl aus 2021 unverändert übernommen. Maßnahmen zur Förderung der Selbsthilfepotentiale (S4_E) Strategisches Ziel: Existenzsicherung ist im Sinne der Bürger*innen zukunftssicher aufgestellt (E4)21 Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien Fallzahl 3. Kapitel SGB XII: Bedarfsgemeinschaften mit Hilfe zum Lebensunterhalt (3. Kapitel SGB XII - Menschen im Alter unterhalb der Altersgrenze, die vorübergehend nicht mehr als 3 Stunden tgl. arbeiten können; E4_I1.1) Kennzahl aus 2021 unverändert übernommen. Stärkung Infrastruktur und Arbeitsumgebung (S5_E) Fallzahl 4. Kapitel SGB XII: Bedarfsgemeinschaften mit Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (4. Kapitel SGB XII - Menschen im Alter oberhalb der Altersgrenze oder Menschen im Alter unterhalb der Altersgrenze, die dauerhaft nicht mehr als 3 Stunden tgl. arbeiten können; E4_I1.2) Kennzahl aus 2021 unverändert übernommen. Fallzahl Asylbewerber-Leistungsgesetz: Fallzahl mit Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG; E4_I1.3) Kennzahl aus 2021 unverändert übernommen. Fallzahl Eingliederungshilfe: Fallzahl mit Leistungen der Eingliederungshilfe im Zuständigkeitsbereich des örtlichen Trägers Stadt Köln (E4_I1.4) Kennzahl aus 2021 unverändert übernommen. Befähiger-Kennzahlen Am Jahresende beträgt die Stellenbesetzungsquote 95 Prozent (E4_BI1) Kennzahl aus 2021 unverändert übernommen. Aufbau eines strategischen Personalmanagements (S6_E) 20 vgl. SDG 1.3.2, ebenda 21 SDG 1.3.1: Den nationalen Gegebenheiten entsprechende Sozialschutzsysteme und -maßnahmen für alle umsetzen, einschließlich eines Basisschutzes. 13 3.3 Handlungsfeld Gesundheit 3.3.1 Allgemeine Entwicklungen Im sechsten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung22 wird bestätigt, dass „die körperliche und seelische Gesundheit […] einen wichtigen Einfluss auf die Möglichkeiten einer Person, ihr Leben zu gestalten, am Arbeitsmarkt teilzunehmen, sich zu bilden und auf andere Weise am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben [hat]. Umgekehrt haben die Lebensumstände einen wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit. In der Bewältigung der Pandemie zeigt sich besonders deutlich, wie wichtig ein leistungsfähiges Gesundheitswesen ist. […] Die mittlere Lebenserwartung ab Geburt hat über die letzten 25 Jahre insgesamt und für alle untersuchten Einkommensgruppen zugenommen, es sind aber deutliche Unterschiede zwischen den Einkommensgruppen zu beobachten. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass in Deutschland nach wie vor Bürgerinnen und Bürger mit niedrigerem sozialem Status häufiger von chronischen Krankheiten und Beschwerden betroffen sind. Höhere gesundheitliche Risiken und Belastungen im Kindesalter manifestieren sich häufig in gesundheitlichen Einschränkungen in späteren Lebensjahren. Im gesundheitsrelevanten Verhalten zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Internationale Studien sehen insbesondere im Tabakkonsum, in ungünstigem Ernährungsverhalten und Bewegungsmangel, in geringerer Bekanntheit und Nutzung von Möglichkeiten und Angeboten der Gesundheitsvorsorge sowie größeren Belastungen im Lebens- und Arbeitsumfeld wichtige Gründe für den Fortbestand dieser Ungleichheiten.“ Im DKV-Report von 202123 bewertet die überwiegende Zahl der 2.800 repräsentativ befragten Menschen ihren eigenen Gesundheitszustand als gut (39 Prozent) oder sehr gut (21 Prozent). Allerdings erreichen nur 11 Prozent der befragten Deutschen den Benchmark für ein gesundes Leben in den fünf abgefragten Lebensbereichen körperliche Aktivität, Ernährung, Rauchen, Alkohol und Stressempfinden. Dies ist seit Beginn der Befragungsreihe im Jahr 2010 der niedrigste Wert (2018: 16 Prozent). Das bedeutet: die Deutschen fühlen sich gesünder, als ihr Lebensstil es erwarten lässt. Kinder haben das Recht auf ein gesundes Aufwachsen, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft. Ist bei Erwachsenen durch eine chronisch schlechte Gesundheit das Risiko für Armut erhöht, verhält es sich bei Kindern in umgekehrter Weise: Armut macht Kinder krank. Zu diesem Ergebnis kommt die KiGGS-Studie (Welle 2), die belegt, dass Kinder mit niedrigem sozio-ökonomischen Status einen schlechteren allgemeinen Gesundheitszustand und häufiger gesundheitsbezogene Einschränkungen aufweisen. Vor allem bei der psychischen Gesundheit manifestieren sich die Unterschiede. Bildung, Beruf, und Nettoeinkommen der Eltern beeinflussen demnach unmittelbar den Gesundheitszustand der Kinder, aber auch das Gesundheitsverhalten der Eltern (z.B. Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen) und damit auch mittelbar jenes der Kinder (z.B. Sportverhalten oder Ernährungsverhalten). Positiv zu bewerten sind: Die durchschnittliche Lebenserwartung steigt bis 2040 an: bei Frauen von 83,46 Jahren auf 85 Jahre. Männer haben, von aktuell 79,01 Jahren, bis 2040 ein Lebensalter von 82 Jahren zu erwarten. 22 Lebenslagen in Deutschland, Der Sechste Armuts - und Reichtumsbericht der Bundesregierung Kurzfassung, S. LXIII, Berlin 2021 23 Prof. Dr. Ingo Froböse, Dr. Birgit Wallmann-Sperlich, Der DKV-Report 2021 Wie gesund lebt Deutschland?, Köln, 2021 14 Durch den ÖGD Pakt konnten im Jahr 2022 29 Stellen für rd. 2 Mio. Euro eingerichtet werden, weitere 51,75 Stellen für rd. 5,3 Mio. € wurden befristet beantragt und sollen anhand von einer vorgeschriebenen Mindestquote in den kommenden Jahren besetzt werden. Durch die zusätzlichen Stellen kann das Gesundheitsamt strategisch gestärkt und ausgebaut werden. Es ist allerdings abzuwarten, ob die befristeten Stellen in unbefristete Stellen umgewandelt werden, um nachhaltige Effekte zu erzielen. Der durchschnittliche Anteil der Kinder, die bei der Einschulungsuntersuchung eine U8- Untersuchung nachweisen konnten, hat sich von 88 Prozent im Jahr 200724 auf 95 Prozent im Jahr 2018 verbessert. Der gesamtstädtische Durchschnitt an übergewichtigen Kindern (bei der Schuleingangsuntersuchung) ist vom Jahr 2012 zu 2018 von 12 Prozent auf 11 Prozent zurückgegangen. Die Zahngesundheit von Kindern in der 1. Klasse der Grundschulen in Köln hat sich von 2012/13 bis 2018/19 verbessert (Anteil der Kinder mit naturgesundem Gebiss ist von 57% auf 63% gestiegen). Kritisch zu bewerten sind: Vor allem bei der psychischen Gesundheit manifestieren sich die Unterschiede. Das Risiko, im Kindesalter psychische Auffälligkeiten zu zeigen oder an einer Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zu erkranken, ist bei Mädchen und Jungen aus der unteren sozialen Schicht um das 2,8- bis 4,4-fache höher als bei Kindern, die in einer Familie mit hohem sozioökonomischem Status leben (Kuntz et al. 2018) Wichtige Daten (Marker-Indikatoren wie Übergewicht, U8-Untersuchungen) konnten in der Pandemie nicht wie üblich in den Schuleingangsuntersuchungen erhoben werden. Es besteht deshalb ein Daten-Defizit für die beiden Jahre 2020 und 2021. Eine Datenlücke besteht zudem hinsichtlich der Querschnittsthemen, da für die Stadt Köln keine separierten Kategorien der Daten der Schuleingangsuntersuchung nach Migrationshintergrund oder nach Behinderung vorliegen. Daher können nur eingeschränkt Aussagen zur Kindergesundheit dieser Teilgruppen getroffen werden. Für die Jahre 2016 bis 2018 waren die Anteile von Kindern mit vollständigen U8- Untersuchungen insbesondere in sozioökonomisch schlechter gestellten Stadtteilen niedriger als in den wohlhabenderen Stadtteilen. Hinzu kommen die Unterschiede nach dem Bildungsniveau der Eltern: Bei Kindern, deren Eltern ein hohes Bildungsniveau hatten, lag der Anteil bei 98 Prozent, bei Kindern mit Eltern mit niedrigem Bildungsniveau betrug dieser 91 Prozent. Für die 2018 in den Schuleingangsuntersuchungen vorgestellten Kinder lagen die Anteile von Kindern mit Übergewicht in Familien mit niedrigem Bildungsniveau bei 19 Prozent im Gegensatz zu 6 Prozent der Kinder aus Familien mit hohem Bildungsniveau. 3.3.2 Ausgewählte Ergebnisse zu operativen Zielen im Handlungsfeld Gesundheit Die Vision des Dezernates V „Alle Menschen in Köln können gesund aufwachsen und leben“25 und das für die Jahre 2021/2022 gesetzte Ziel „Eine hochwertige grundlegende medizinische (Grund-) Versorgung ist für alle Menschen erreichbar“ konnten mit der Strategie „Schaffung 24 Kindergesundheit im Vorschulalter Gesundheitsbericht 2009, Köln 2009, S. 31. 25 SDG 3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern 15 gesundheitsfördernder Verhältnisse“ durch engmaschige Kontrollen der Apotheken, Krankenhäuser und Heime umgesetzt werden. Die Zielzahlen wurden – außer im Lockdown Januar/Februar 2021 – in beiden Jahren erreicht und oftmals sogar übertroffen. Mit der Pandemie wurde die Bedeutung des öffentlichen Gesundheitsdienstes erheblich deutlicher und so konnte das Gesundheitsamt die eigenen Weiterentwicklungsüberlegungen mit den Fördermöglichkeiten durch den ÖGD-Pakt flankieren. Das Gesundheitsamt ist mit 562 „Vollzeitäquivalenten“ (VZÄ) Corona-Personal ins Jahr 2022 gestartet. Die extrem verlaufende Welle zu Beginn des Jahres hatte es erforderlich gemacht, das Personal für die Corona-Pandemie auf 660 VZÄ aufzustocken. Einhergehend mit der Bewältigung der Pandemie wurde das Personal im Jahresverlauf wieder reduziert. Zum Jahresende waren 345 VZÄ in der Pandemiebekämpfung eingesetzt. In 2023 soll das Corona-Personal bis auf einen noch festzulegenden Mindestbestand reduziert werden, um dadurch den Erhalt der bewährten Strukturen des etablierten Pandemiemanagements im Gesundheitsamt zu sichern. Die Stadt Köln hat sich kontinuierlich an die Lageentwicklung der Corona-Pandemie angepasst und war hierdurch – im Vergleich zum Bund und anderen Großstädten in Deutschland – in Bezug auf die Sterberate und die Inzidenz gut aufgestellt. Insbesondere die Sterberate der Stadt Köln liegt, bis auf eine kleine Abweichung im April und eine etwas größere Abweichung im Dezember, kontinuierlich unter der des Bundes, teilweise bei der Hälfte. Ebenso verdeutlicht die Grafik der Inzidenz (Seite 15), dass Köln auch hier kontinuierlich im Vergleich zum Bund auf einem ähnlichen Niveau ist. 16 Die Bewältigung der Herausforderungen durch die Ukraine-Zuwanderung bzw. die Zuwanderung insgesamt hat im Jahr 2022 deutliche Personalkapazitäten für die medizinische Versorgung der Geflüchteten gebunden, wie die untenstehende Grafik verdeutlicht. Durchgängig lagen die Fallzahlen seit Beginn der Krise im März zwischen 3.400 und 4.000 Fällen pro Monat. In der Spitze gab es 4.213 Beratungsfälle im Monat. 17 In Bezug auf das strategische Ziel „Menschen vor Gesundheitsgefahren zu schützen und übertragbare Krankheiten zu bekämpfen“ konnten die gesetzten Ziele (anhand der Indikatoren: Beratungen Prostituiertenschutzgesetz §10, Beratungen und Untersuchungen im Bereich sexuelle Gesundheit (STI) sowie die Entwicklung der Inzidenzen COVID19) positive Ergebnisse in den Jahren 2021/2022 erreicht und übertroffen werden. Das strategische Ziel, die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen zu fördern, konnte pandemiebedingt nicht vollständig erreicht werden. Allerdings wurde im Sozialraumprogramm des Dezernates („Lebenswerte Veedel – Bürger*innen und Sozialraumorientierung in Köln“) das Schwerpunktthema Kinder- und Jugendgesundheit bearbeitet, in zwei stadtweiten Konferenzen die Strategien entwickelt, mit denen zukünftig in der Verwaltung und in den Sozialraumgebieten an der Verbesserung der Kinder- und Jugendgesundheit gearbeitet werden soll. Bis Ende 2022 fanden in allen Sozialraumgebieten dazu Sozialraumkonferenzen statt, aus denen dann spezifische Zielsetzungen und Projekte abgeleitet werden sollen. Die Umsetzung der Stärkung der Sozialpsychiatrischen Zentren (SPZ) konnte 2022 begonnen werden, weil über den Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst Mittel für einige Stellen in städtischer Trägerschaft akquiriert werden konnten. Für das Jahr 2023 sind Haushaltsmittel für die SPZ in Trägerschaft der Freien Wohlfahrtspflege eingeplant. Im Hinblick auf das vierte strategische Ziel, der Prävention und der Behandlung des Suchtmittelmissbrauchs, konnte mit der Einrichtung des Drogenkonsumraums am Neumarkt (wie zuvor auch schon mit dem mobilen Angebot) ein wichtiger Meilenstein erreicht werden. Der 18 Konsumraum am Neumarkt wird von den Betroffenen sehr gut angenommen; weitere Maßnahmen zur Entspannung der Situation am Neumarkt sowie in Kalk und in Mülheim wurden begonnen. Die pflegerische Versorgung – ambulant und stationär – sowohl quantitativ als auch qualitativ weiter auszubauen, stellt ein weiteres strategisches Ziel im Handlungsfeld Gesundheit dar. Hier wurden mit dem Projekt „Zukunft Pflege Köln“ wichtige Weichenstellungen vorgenommen Die nächste Erhebung der Plätze der ambulanten und stationären Versorgung wird erst mit dem 3. Bericht nach dem Alten- und Pflegegesetzt (APG) NRW möglich sein, der Mitte 2023 zur Veröffentlichung fertig gestellt sein soll. Bezogen auf die Tagespflegeplätze ist in 2021 gleichwohl schon ein Ausbau um 28 Plätze und in 2022 um weitere 16 Plätze gelungen. Bezogen auf die Tagespflegeangebote konnte die Anzahl dieser in 2021 um zwei weitere Tagespflegen und in 2022 um eine weitere Tagespflege ausgebaut werden. Das Ziel einer kleinräumigen Übersicht der ambulanten Palliativversorgung (G1_I2) konnte umgesetzt werden. Eine Übersicht findet sich hier: https://so-in.stadt-koeln.de/gesundheitsangebote 3.3.3 Operative Ziele für das Handlungsfeld Gesundheit, Masterplan Version 2.1 Vision: Alle Menschen in Köln können gesund aufwachsen und leben26 Strategisches Ziel: Eine hochwertige grundlegende medizinische (Grund-) Versorgung ist für alle Menschen erreichbar (G1)27 Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien Durchführung von Regelbesichtigungen in den Apotheken (Anzahl der inspizierten Apotheken = 72/a; G1_I1.1) Durchführung von Regelbesichtigungen in den Apotheken (Anzahl der inspizierten Apotheken = 6/Monat; G1_I1.1) Schaffung gesundheitsfördernder Verhältnisse (S2_G) Krankenhaushygiene: 48 durchgeführte Begehungen/a (G1_I1.2) Krankenhaushygiene: Regelbegehungen pro Monat = 4 (G1_I1.2) Heimhygiene: 96 durchgeführte Begehungen/a (G1_I1.3) Heimhygiene: Regelbegehungen pro Monat = 8 (G1_I1.3) Wiederaufnahme der Schuleingangs- Untersuchungen: 80 Prozent der Schulanfänger*innen der Jahrgänge 2021/ 2022 sind bis September 2021 untersucht (G1_I2) Anzahl der Schuleingangsuntersuchungen, inklusive der Seiteneinsteigenden- Untersuchung Entwicklung und Stärkung von Gesundheitskompetenz (S4_G) Ergebnisse aus Projekten Gesundheitsamt ist organisatorisch weiterentwickelt, Projektplan ist erstellt und Umsetzung begonnen (G1_BI2) Projektplan ist erstellt und die Umsetzung begonnen. Projekt „Gesundheitsamt der Zukunft“ ist initiiert und in 2022 weitergeführt. Schaffung gesundheitsfördernder Verhältnisse (S2_G) Strategisches Ziel: Menschen sind vor Gesundheitsgefahren geschützt; übertragbare Krankheiten sind bekämpft (G2)28 Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien Beratungen Prostituiertenschutzgesetz § 10: Plan 2021: mind. 700 (G2_I1) Anzahl der Beratungskontakte, Beratung nach § 10 Entwicklung und Stärkung von Gesundheitskompetenz (S4_G) 26 SDG 3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern 27 SDG 3.8.2: Zu Zugang zu hochwertigen grundlegenden Gesundheitsdiensten für alle erreichbar 28 SDG 3.3.2: Bis 2030 andere übertragbare Krankheiten (neben Aids-, Tuberkulose- und Malariaepidemien, vernachlässigte Tropenkrankheiten, Hepatitis und durch Wasser übertragbare Krankheiten) bekämpfen 19 Prostituiertenschutzgesetz: 2022 monatlicher Zielwert: 100; (G2_I18) Schaffung gesundheitsfördernder Verhältnisse (S2_G) Anzahl der Beratungen und Untersuchungen im Bereich sexuelle Gesundheit (STI) : Plan 2021: mind. 7.000 (G2_I2) Anzahl der Beratungskontakte, Beratung zur sexuellen Gesundheit, HIV und andere STI: 2022 monatlicher Zielwert: 450 (G2_I17) Entwicklung und Stärkung von Gesundheitskompetenz (S4_G) Schaffung gesundheitsfördernder Verhältnisse (S2_G) durchschnittliche Inzidenz Covid-19 (G2_I3), Anzahl der im Zusammenhang mit der Covid- Pandemie verstorbenen Menschen (G2_I4) Kennzahlen in 2022 nicht weiter erfasst, keine Steuerung möglich. Entwicklung und Stärkung von Gesundheitskompetenz (S4_G) Schaffung gesundheitsfördernder Verhältnisse (S2_G) Strategisches Ziel: Psychische Gesundheit und Wohlergehen sind gefördert (G3)29 Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien Kindergesundheit: kindliche Adipositas Stichtagsprävalenz (Einschulung) sinkt im Vergleich zum Vorjahr (G3_I2) Kennzahl aus 2021 unverändert übernommen. Entwicklung und Stärkung von Gesundheitskompetenz (S4_G) Zahngesundheit steigt im Vergleich zum Vorjahr (Kinder mit naturgesundem Gebiss; G3_I3) Zahngesundheit: Untersuchte Kinder in Kindertagesstätten und in Grundschulen, davon Kinder mit gesunden Zähnen in % (G1_I1.11; G1_I1.12) Entwicklung und Stärkung von Gesundheitskompetenz (S4_G) Sicherung der (kinder-) ärztlichen und zahnärztlichen Grundversorgung (inkl. ÖDG) insbesondere für Menschen mit Zugangshemmnissen, z.B. Wohnungslose, Suchtkranke, Menschen mit Behinderungen, Geflüchtete, Nichtversicherte (S3_G) Anzahl krisenpräventiver Angebote (Beratungen) des Sozialpsychiatrischen Dienstes ist höher als die Anzahl von Interventionen (G3_I4) Anteil der präventiven an der Gesamtzahl der Angebote (Beratungen) des Sozialpsychiatrischen Dienstes (Verhinderung von Kriseninterventionen) in % (G3_I6) Zielgruppen- und setting- spezifische Vorgehensweisen (S11_G) Ergebnisse aus Projekten Bearbeitung des Schwerpunktthemas Kinder- und Jugendgesundheit im Rahmen des Programms Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln Zielgruppen- und setting- spezifische Vorgehensweisen (S11_G) SPZs sind gestärkt (2021 mehr personelle Ressourcen ggü. 2020; G3_I6) – aktueller Stand: nicht realisierbar, da keine entsprechenden Mittel zugeteilt! 2022 noch fraglich. Sicherung der (kinder-) ärztlichen und zahnärztlichen Grundversorgung (inkl. ÖGD) insbesondere für Menschen mit Zugangshemmnissen30 (S3_G) 29 vgl. SDG 3.4.2, ebenda 30 Z.B. Wohnungslose, Suchtkranke, Menschen mit Behinderungen, Geflüchtete, Nichtversicherte 20 Strategisches Ziel: Prävention und Behandlung des Suchtmittelmissbrauchs ist gestärkt (G4)31 Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien Anzahl der Konsumvorgänge in Drogenkonsumräumen: 2019 = 10765, 2020: 21371. Für 2021 Beobachtung der Entwicklung. (G4_I2) Anzahl der Konsumvorgänge in Drogenkonsumräumen: 2022 Zielwert 1.250 (G4_I4) Zielgruppen- und setting- spezifische Zielgruppen- und setting-spezifische Vorgehensweisen (S11_G) Zwei Drogenkonsumräume im rechtsrheinischen sind zur Inbetriebnahme in Vorbereitung Strategisches Ziel: Die Angebote der ambulanten und stationären Versorgung sind quantitativ ausgebaut und qualitativ weiterentwickelt (G5)32 Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien Stationäre Palliativversorgung ist verbessert (Steigerung der Platzzahl gegenüber dem Vorjahr 2020 = 40; G1_I1) Sicherstellung ambulanter und stationärer Pflege (S14_G) Sicherstellung ambulanter und stationärer Pflege (S14_G) Plätze der ambulanten Versorgung pflegebedürftiger Menschen sind im Vergleich zum vorherigen APG- Bericht quantitativ ausgebaut (G5_I3.1) Kennzahl aus 2021 unverändert übernommen. Plätze der stationären Versorgung sind im Vergleich zum vorherigen APG-Bericht quantitativ ausgebaut (G5_I3.2) Kennzahl aus 2021 unverändert übernommen. Tagespflegeplätze sind in 2021 um mindestens 43 Plätze ausgebaut (G5_4.1) Tagespflegeplätze sind in 2022 um mindestens 32 Plätze ausgebaut (G5_4.1) in 2021 sind mind. 3 neue Tagespflegeeinrichtungen ausgebaut (G5_4.2) in 2022 sind mind. 2 neue Tagespflegeeinrichtungen ausgebaut (G5_4.2) Die Fachkräftesituation ist im Vergleich zum vorherigen Bericht zur örtlichen Planung (APG) verbessert (G5_I5) Kennzahl aus 2021 unverändert übernommen. Es besteht eine kleinräumige Übersicht der ambulanten Palliativversorgung (G1_I2) umgesetzt: https://so-in.stadt- koeln.de/gesundheitsangebote Ergebnisse aus Projekten Zukunft der Pflege: Gemeinsam die Pflege in Köln zukunftssicher gestalten; Projektplan ist umgesetzt (G5_I6) 3.4 Handlungsfeld Wohnen 3.4.1 Allgemeine Entwicklungen Im Dezernat V beschäftigen sich vor allem das Amt für Wohnungswesen und das Amt für Soziales, Arbeit und Senioren mit dem Thema Wohnraum für Menschen, die auf Grund ihres eingeschränkten 31 SDG 3.5: Die Prävention und Behandlung des Substanzmissbrauchs, namentlich des Suchtstoffmissbrauchs und des schädlichen Gebrauchs von Alkohol, verstärken 32 SDG 3.8.2: Zu Zugang zu hochwertigen grundlegenden Gesundheitsdiensten für alle erreichbar 21 Einkommens oder weiteren Schwierigkeiten nur bedingt Zugang zum allgemeinen Wohnungsmarkt haben oder von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht sind. Gleichwohl ist das Wohnen von gesamtstädtischen Entwicklungen nicht losgelöst zu betrachten. Detailliert wurde das Thema im Sozialbericht des Landes NRW berücksichtigt33. Positiv zu bewerten ist der Zuzug jüngerer Menschen. Kritisch zu bewerten sind neben dem Mangel an Wohnraum und den steigenden Kosten folgende Aspekte: Gemäß dem sog. Basis-Szenario der Empirica-Studie (Gutachten zur Ermittlung des künftigen Wohnungsbedarfs und der Wohnungsnachfrage in Köln bis 2040, vgl. Mitteilung 3435/2020) steigt die Zahl der Haushalte von ca. 564.000 im Jahr 2018 auf 605.200 im Jahr 2040. Um diese zusätzlichen Haushalte in den Jahren 2018 bis 2040 mit Wohnungen versorgen zu können, müssten jährlich rund 1.900 neue Wohnungen in Köln entstehen. Dies ist deutlich weniger als die jährliche Bauleistung in den Jahren 2000 bis 2018. Im Szenario 3 stiege die Zahl der Haushalte auf 675.000, was jährlich einen Bedarf von 5.200 Wohnungen bedeuten würde. Aus diesen Gründen steigt die Zahl der Haushalte, die als unterversorgt gelten (weniger Räume als Personen). Gleichzeitig sinken die Chancen, innerstädtisch den Wohnraum den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Dies dürfte einer der Gründe für den Verlust an Haushalten mit Kindern an das Umland darstellen. Anmerkung: Eine aktualisierte Wohnraumbedarfsberechnung auf der Grundlage der Bevölkerungsprognose für Köln 2022 bis 2050 (vgl. Mitteilung 3926/2022) liegt derzeit noch nicht vor. Der Anteil von Senior*innenhaushalten, und hier auch der Einpersonenhaushalte, wird bis 2040 um 27 Prozentpunkte steigen. Die Mietbelastungsquote betrug bereits im Jahr 2016 33,5 Prozent des verfügbaren Einkommens und dürfte in den letzten Jahren weiter deutlich gestiegen sein (näheres wird die nächste „Leben in Köln“-Umfrage erbringen). Überdurchschnittliche Belastungen weisen Alleinerziehendenhaushalte (41,6 Prozent) und Senior*innen auf (37,2 Prozent). Die Anzahl und der Anteil geförderter Mietwohnungen sind seit dem Jahr 2000 bis 2021 deutlich zurückgegangen (von 64.658 auf 37.916, von 12,5 auf 6,8 Prozent). Da in den Jahren 2023 bis 2032 über 20.000 Mietwohnungen aus der Mietpreis- und Belegungsbindung fallen werden, wird dieser Anteil vermutlich weiter sinken. 3.4.2 Ausgewählte Ergebnisse zu operativen Zielen im Handlungsfeld Wohnen Die Dezernatsvision „Alle Bevölkerungsgruppen haben Zugang zu angemessenem und bezahlbarem Wohnraum“ wird durch das strategische Ziel „Einkommensschwächere Menschen haben Zugang zu angemessenem und barrierearmem Wohnraum34 konkretisiert. Förderergebnis 2021 und 2022 für die öffentliche Wohnraumförderung Für 2021 konnten Bewilligungen für insgesamt 1.254 Wohnungen ausgesprochen werden, unterteilt 33 Sozialbericht NRW 2020, Arbeitsausschuss Armut und Sozialberichterstattung der LAG FW NRW: Dr. Frank Johannes Hensel, Michaela Hofmann, Markus Harmann, Marco Eschenbach, Barbara Allebrod Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 2021. 34 SDG 11.1.1: Bis 2030 den Zugang zu angemessenem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum und zur Grundversorgung für alle sicherzustellen. 22 in 845 Wohneinheiten (WE) im Neubau und 376 WE, die modernisiert werden. Für das Jahr 2022 konnten Bewilligungen für insgesamt 1.327 Wohnungen ausgesprochen werden, unterteilt in 334 WE im Neubau und 993 WE, die modernisiert werden. Alle Wohnungen unterliegen nach Fertigstellung bzw. Abschluss der Modernisierungsarbeiten einer Mietpreis- und Belegungsbindung. Umsetzung des Kooperativen Baulandmodells 2021 und 2022 Im Jahr 2021 wurde nur das Vorhaben am Damiansweg als B-Plan-Satzung beschlossen. Es wurde ein städtebaulicher Vertrag zur Umsetzung des Kooperativen Baulandmodells, u.a. zur Realisierung öffentlich-geförderten Wohnungsbaus vereinbart. Dort bauen die GAG Immobilien AG und die Vista Reihenhaus GmbH & Co. KG rund 45.500 qm Geschossfläche Wohnen, aufgeteilt in 245 WE in Mehrfamilienhäusern und 125 WE in Einfamilienhäusern. 186 WE sind öffentlich gefördert. Durch Personal- und Lieferengpässe mehrerer Firmen verzögert sich die Fertigstellung bis Anfang 2024. In 2022 wurden insgesamt vier Verfahren abgeschlossen mit einer Geschossfläche von insgesamt 26.640 qm und 279 öffentlich geförderten WE. Gleichzeitig wurde der Zweckentfremdung von Wohnraum durch eine neue Wohnraumschutzsatzung Rechnung getragen (gültig ab 1.7.2021). Wohngeldbewilligungen und Abarbeitung der Anträge vom Zeitraum 01.01.2020 bis 30.06.2021 Die Bearbeitungsdauer der Wohngeldanträge von acht Wochen konnte nicht in 80 Prozent der Bewilligungen erreicht werden. Lediglich 67 Prozent der Bewilligungen (zwischenzeitlich 43% im März 2021) wurden innerhalb von 8 Wochen beschieden. Die 1.157 offenen Anträge aus dem Zeitraum 01.01.2020 bis 30.06.2021 wurden bis auf 89 Fälle (Stand 11.10.2022, aktuell 71 Fälle) abgearbeitet. Über diese Anträge konnte bisher nicht entschieden werden, weil auf Rückmeldungen von Jobcenter (SGB II) und Familienkasse (Kinderzuschlag) gewartet werden muss, um die Beseitigung der Hilfebedürftigkeit durch die Wohngeldbewilligung nachzuweisen und vorrangige Erstattungsansprüche zu befriedigen. Das Ziel, eine Stellenbesetzungsquote von 90 Prozent zu erreichen, wurde erfüllt. Das strategische Ziel, Menschen mit Wohnhemmnissen (inkl. vulnerable Gruppen) Wohnen zu ermöglichen, wurde erreicht: 2021 konnten 361 Wohnungen im Rahmen des bestehenden Belegrechtsvertrags mit der GAG neu bezogen werden und 873 Personen neu mit Wohnraum versorgt werden. Die Wohnraumversorgung im Rahmen des Projekts Housing First ist im Jahr 2021 angelaufen. Bis Oktober konnten fünf Personen so mit Wohnraum versorgt werden. In 2022 wurde deutlich, dass eine soziale und trägerübergreifende Wohnraumagentur das Projekt voranbringen könnte. Für das Projekt Obdachlose mit Zukunft (OMZ) konnte 2021 ein Ersatzobjekt (Gummersbacher Str. 25) gefunden werden, jedoch nur befristet bis 2023, in das die Gruppe im Januar 2021 eingezogen ist. Das Haus in der Gummersbacher Straße steht im Eigentum der GAG AG. Diese plant den Abriss und die Nutzung des Grundstücks zur Erstellung modernen Wohnraums mit mehr Wohneinheiten im Rahmen des geförderten Wohnungsbaus. Das Ziel dieses Projektes war, dass obdachlose Menschen in dem Gebäude gemeinschaftlich und selbstverwaltet leben. Das Projekt konnte sich nicht stabilisieren. Insbesondere auch aufgrund der zunehmend heterogenen und wechselnden Bewohnerschaft ist ein Aufbau selbstverwaltender Strukturen nicht gelungen. 23 Um eine weitere Verschlechterung der Situation zu verhindern und die vorgesehene Neubebauung voranzubringen, wird die Stadt Köln den Standort nun nach und nach bis Ende Mai 2023 leerziehen. Das Amt für Wohnungswesen hat die sich dort aufhaltenden Personen darüber per Aushang in mehreren Sprachen informiert. Das Amt für Soziales, Arbeit und Senioren macht den Betroffenen verschiedene Beratungsangebote sowie individuelle Angebote für eine mögliche Anschlussunterbringung. In Kooperation mit qualitätsgesicherten Kölner Trägern und unter Nutzung der Erfahrungen beteiligungsorientierter Wohn- und Arbeitsprojekte erarbeitet das Amt für Soziales, Arbeit und Senioren aktuell ein Nachfolgeprojekt, das Selbstverwaltung als Ziel hat. Für das Nachfolgeprojekt konnte in 2022 bereits ein neues Gebäude (Winterberger Str. 9) gefunden werden. Schließlich hat sich auch die Vorhaltung von 1.500 Reserveplätze für geflüchtete Menschen durch den Krieg in der Ukraine als mehr als notwendig erwiesen. Allerdings ist die Unterbringungssituation – auch durch den insgesamt angespannten Wohnungsmarkt – extrem schwierig und stellt die Verwaltung und die Stadtgesellschaft vor enorme Herausforderungen. 3.4.3 Operative Ziele für das Handlungsfeld Wohnen, Masterplan Version 2.1 Vision: Alle Bevölkerungsgruppen haben Zugang zu angemessenem und bezahlbarem Wohnraum Strategisches Ziel: Einkommensschwächere Menschen haben Zugang zu angemessenem und barrierearmem Wohnraum (W1)35 Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien Neuschaffung geförderter Wohnraum: 1000/a (W1_I1) Entfällt, da keine Aussagekraft Förderung von sozialem Wohnraum (S3_W) 25 Voranfragen 25 eingegangene Voranfragen (Projekte) zum öffentlich- geförderten Wohnungsbau (Neubau u. Modernisierungen) Förderung von sozialem Wohnraum (S3_W) 1.000 eingegangene Förderantrage mit Wohneinheiten (WE) 1.000 beantragte, öffentlich geförderte WE (Neubau u. Modernisierungen) Förderung von sozialem Wohnraum (S3_W) 1.000 ausgesprochene Bewilligungen 1.000 bewilligte, öffentlich geförderte WE (Neubau u. Modernisierungen) Förderung von sozialem Wohnraum (S3_W) 600 fertig gestellt Neubau Wohneinheiten 600 fertig gestellte öffentlich geförderte Neubau-WE Förderung von sozialem Wohnraum (S3_W) 140 fertig gestellte modernisierte Wohneinheiten Kennzahl unverändert übernommen aus 2021 Förderung von sozialem Wohnraum (S3_W) Neuschaffung von preisgedämpftem Wohnraum (500 Wohnungen/a, W1_I7) Ruhend gestellt bis das Konzept erarbeitet und beschlossen wird. Baulandmanagement, Flächenbereitstellung, Einsatz städtischer Grundstücke (S2_W) Kooperatives Baulandmodell (S9_W) Beobachtung des Anteils der Fälle aus dem Kooperativen Baulandmodell an tatsächlich später geförderten Förderungen (W1_I8) Kennzahl unverändert übernommen aus 2021 Baulandmanagement, Flächenbereitstellung, Einsatz städtischer Grundstücke (S2_W) Kooperatives Baulandmodell (S9_W) Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien 35 SDG 11.1.1: Bis 2030 den Zugang zu angemessenem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum und zur Grundversorgung für alle sicherzustellen. 24 Strategisches Ziel: Einkommensschwächere Menschen haben Zugang zu angemessenem und barrierearmem Wohnraum (W1)35 Intensivierung der Wohnungsaufsicht (Wohnraumschutzsatzung; W1_I9) Kennzahl unverändert übernommen aus 2021 Bestandserhalt durch Wohnraumschutz (S1_W) Befähiger-Kennzahlen durchschnittliche Dauer der Antragsbearbeitung Wohngeldanträge geringer als 8 Wochen (W1_Bl1) Kennzahl unverändert übernommen aus 2021 Prävention von Wohnungslosigkeit und Management von Hilfen für Obdachlose (S5_W) Strategisches Ziel: Menschen mit Wohnhemmnissen (inkl. vulnerable Gruppen) ist Wohnen ermöglicht (W2)36 Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien Jährlich sind 250 Wohnungen im Rahmen des bestehenden Belegrechtsvertrages mit der GAG neu bezogen (W2_I1) Kennzahl unverändert übernommen aus 2021 Management von Belegrechtswohnungen (S4_W) Jährlich sind 750 Personen im Rahmen des bestehenden Belegrechtsvertrages mit der GAG neu mit Wohnraum versorgt (W2_I2) Kennzahl unverändert übernommen aus 2021 Mehr als fünf Menschen in „housing first“ (W2_I3) Kennzahl unverändert übernommen aus 2021 Konzepte für Menschen mit speziellen Unterstützungsbedarfen (S6_W) Obdachlose mit Zukunft: Gebäude gefunden (W2_I4) Kennzahl unverändert übernommen aus 2021 Prävention von Wohnungslosigkeit und Management von Hilfen für Obdachlose (S5_W) Ein drittes Frauenhaus ist mit 10 zusätzlichen Plätzen für Köln neu eingerichtet (W2_I5) (Entwicklung Projektplan in %) Kennzahl wurde in 2022 ausgesetzt, da mit dem MHKBD zunächst eine Finanzierungslösung gefunden werden muss Konzepte für Menschen mit speziellen Unterstützungsbedarfen (S6_W) 2021 sind mehr als 20 Menschen in einem neuen niedrigschwelligen Wohn- und Arbeitsprojekt (W2_I6) Kennzahl wurde in 2022 ausgesetzt, da OMZ zunächst bis 2023 im Ersatzobjekt Konzepte für Menschen mit speziellen Unterstützungsbedarfen (S6_W) 1500 Reserveplätze f. Flüchtlinge (Korridor zwischen 1250 und 1750; W2_I7) Kennzahl unverändert übernommen aus 2021 Wohnraumversorgung von Flüchtlingen gemäß Leitlinien (S7_W) Steigerung der Unterbringung Geflüchteter in abgeschlossenen Wohneinheiten auf 90 Prozent Wohnraumversorgung von Flüchtlingen gemäß Leitlinien (S7_W) Ergebnisse aus Projekten Teilnahme am Programm „Erwerb und Verlängerung Bindungen“ durch das Land NRW (W2_I8) ruhend gestellt, da das Landesprogramm aufgrund der Konditionen nicht von Wohnungswirtschaft angenommen wurde. Management von Belegrechtswohnungen (S4_W) 36 SDG 11.1.1: Bis 2030 den Zugang zu angemessenem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum und zur Grundversorgung für alle sicherzustellen. 25 Strategisches Ziel: verantwortlicher Ressourcenverbrauch (W6)37 Ergebnisse aus Projekten Strategien Konzept für nachhaltige Nutzung von Flächen für Wohnbebauung liegt vor (W6_I1) unverändert übernommen aus 2021 Stadtentwicklungsplanung (S10_W) Strategisches Ziel: Neue Wohnformen sind entwickelt (W7)38 Ergebnisse aus Projekten Strategien jährlich ein neues innovatives Wohnprojekt in Betrieb (W7_I1) unverändert übernommen aus 2021 Konzepte für Menschen mit speziellen Unterstützungsbedarfen (S6_W) Strategisches Ziel: Segregation ist gemildert (W5)39 Ergebnisse aus Projekten Strategien 2021: Segregationsteilindex „günstiger Wohnraum“ ist gebildet und ab 2022 anwendbar (Bau von gefördertem Wohnungsbau in NICHT benachteiligten Stadtteilen; Bau von preisgedämpften Wohnungen in NICHT benachteiligten Stadtteilen (W5_I1) unverändert übernommen aus 2021 Stadtentwicklungsplanung (S10_W) Strategisches Ziel: Kölner Wohnquartiere sind insbesondere mit sozialer Infrastruktur versorgt (W9)40 Ergebnisse aus Projekten Strategien Index „Soziale Infrastruktur“ ist gebildet und ab 2022 anwendbar (dezernatsübergreifend; W9_I1) unverändert übernommen aus 2021 Stadtentwicklungsplanung (S10_W) 3.5 Handlungsfeld soziale, gesellschaftliche und politische Teilhabe/Einbindung 3.5.1 Allgemeine Entwicklungen Gesellschaftliche Teilhabe – die Einbindung in das soziale Umfeld und die politische sowie zivilgesellschaftliche Partizipation – ist von großer Bedeutung. Soziale Beziehungen bieten in schwierigen Lebenssituationen Stabilität und Rückhalt. Politische und zivilgesellschaftliche Partizipation können zudem aus der gemeinwohlorientierten Aktivität heraus das Gefühl vermitteln, Teil der Gesellschaft zu sein. Damit kann Partizipation einen Beitrag dazu leisten, Gefühle von Ausgrenzung und Isolation zu reduzieren, die armutsgefährdete Menschen häufiger empfinden. Die kulturelle und politische Einbindung von Kindern und Jugendlichen ist wichtig für das Funktionieren einer Demokratie. Insbesondere Minderjährige, die aus sozial belasteten und bildungsfernen Haushalten stammen, kann die kulturelle und politische Bildung Teilhabechancen eröffnen, indem ihnen Partizipationsmöglichkeiten in der Gesellschaft aufgezeigt werden. Dennoch ist es so, dass ehrenamtliches Engagement, politisches Interesse und das Freizeitverhalten der Kinder und Jugendlichen stark vom finanziellen und sozialen Hintergrund des Elternhauses abhängig sind. Positiv zu bewerten sind: 37 Vgl. SDG 11.3.1 38 Vgl. SDG 11.3.1 39 SDG 11.3.1: Bis 2030 die Verstädterung inklusiver und nachhaltiger gestalten. 40 Vgl. SDG 11.3.1 26 Die Wahlbeteiligung an den Landtagswahlen hat sich von 59 Prozent im Jahr 2013, über 65 Prozent im Jahr 2017 zunächst positiv entwickelt, ist dann allerdings im Jahr 2022 auf 57 Prozent gesunken. An der Bundestagswahl haben sich 73 Prozent der Wahlberechtigten im Jahr 2013, 76 Prozent im Jahr 2017 und 78 Prozent der Wahlberechtigten im Jahr 2021 beteiligt. Große Teile der Jugendlichen sind gesellschaftlich gut eingebunden: In der Jugendbefragung aus dem Jahr 2018 geben 60 Prozent der Jugendlichen an, sich freiwillig zu engagieren, 61 Prozent geben an, ein (sehr) starkes Interesse für Politik zu haben und dieser Anteil steigt mit dem Lebensalter an. Personen im mittleren Erwachsenenalter (35 Jahre bis 59 Jahre) haben ein stärkeres politisches Interesse als Personen in anderen Lebensphasen und nehmen vergleichsweise am häufigsten an Wahlen teil. Sie engagieren sich auch am häufigsten zivilgesellschaftlich. Positiv zu bewerten ist das größere Interesse von Menschen mit Schwerbehinderung, insbesondere an Kommunalpolitik und Entscheidungen des Stadtrates.41 Kritisch zu bewerten sind: Das Engagement für die Gemeinschaft und das Interesse von Jugendlichen korreliert negativ mit den finanziellen Möglichkeiten. Junge Erwachsene (18 bis unter 34 Jahre) interessieren sich weniger für Politik (41 Prozent hatten ein starkes Interesse) als Jugendliche und ältere Erwachsene. Junge Erwachsene in Köln beteiligen sich auch weniger an Wahlen als andere Altersgruppen und nehmen die Möglichkeit zur politischen Mitgestaltung vergleichsweise wenig in Anspruch. Das geringere Interesse an Politik insgesamt ist z. T. sowohl auf das mangelnde Wissen über Partizipationsmöglichkeiten als auch auf die eingeschränkten Möglichkeiten für Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit zurückzuführen. Von sozialer Isolation bedroht sind insbesondere arbeitslose Menschen, Alleinerziehende und ältere Menschen. Kommen dann noch ökonomische Probleme hinzu, kann das die Isolationsgefahr noch erhöhen. 3.5.2 Ausgewählte Ergebnisse zu operativen Zielen im Handlungsfeld Soziale, gesellschaftliche und politische Teilhabe/Einbindung Die Dezernatsvision „Alle Menschen beteiligen sich am gesellschaftlichen Leben“ wird durch das strategische Ziel „Das soziale Mit- und Füreinander ist gestärkt“ konkretisiert. Im Mentoringprogramm für geflüchtete Frauen (Mentegra) konnten sieben Tandems gebildet werden. Das Projekt wurde inzwischen beendet. Angestrebt wurde, die Zahl der Nutzer*innen des Köln-Pass zu steigern. Dieses Ziel wurde coronabedingt 2021 knapp verfehlt (Ziel: > 153.133 Personen; Ist: 152.083 Personen). In 2022 konnte das Ziel übertroffen werden (Ziel: > 152.083 Personen; Ist: 153.860 Personen) und damit die Zahl der Nutzer*innen gesteigert werden. 41 (Leben in Köln – Umfrage 2016) 27 Eine erste Version des Förderprogramms „Dritte Orte“ wurde 2021 beschlossen. Das Förderprogramm wurde im Herbst 2022 aktualisiert und der standardisierte Erhebungs-und Bewertungsbogen wird seitdem angewendet. Im Hinblick auf das strategische Ziel „Menschen können Kultur und Freizeitangebote im Lebensumfeld inklusiv nutzen“ konnte die angestrebte Zahl der Besucher*innen in den Bürgerhäusern und -zentren coronabedingt leider nicht erreicht werden. 3.5.3 Operative Ziele für das Handlungsfeld Soziale, gesellschaftliche und politische Teilhabe/Einbindung, Masterplan Version 2.1 Vision: Alle Menschen beteiligen sich am gesellschaftlichen Leben 42 Strategisches Ziel: Das soziale Mit- und Füreinander ist gestärkt (SGP1)43 Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien Soziale Integration ist über Mentegra (Mentoringprogramm für geflüchtete Frauen) gestärkt. 7 Tandems sind in Kooperation mit 16 bis 31.12.2021 etabliert (SGP1_I1) Entfallen, da Mentoringprogramm beendet Nachhaltige zielgruppenspezifische Angebote (S4_SGP) Die Anzahl der Nutzer*innen Köln- Pass liegt über dem Vorjahreswert mit Stichtag: 31.12.2020 (> 153.133; SGP1_I2) Die Anzahl der Nutzer*innen Köln- Pass liegt über dem Vorjahreswert mit Stichtag: 31.12.2021 (> 152.083; SGP1_I2) Ausbau und Weiterentwicklung von Aktivierung und Befähigung (S3_SGP) Ergebnisse aus Projekten Konzeptentwurf für quantitative Wirksamkeitsnachweise im Sinne differenzierter Verwendungsnachweise des aufzusetzenden Förderprogramms "Dritte Orte" liegt vor (SGP1_I3) Förderung von Begegnung und Integration (S2_SGP) Förderung Bürgerschaftlichen Engagements (S1_SGP) Strategisches Ziel: Menschen können Kultur und Freizeitangebote im Lebensumfeld inklusiv nutzen (SGP2)44 Kennzahlen aus Prozessen 2021 Kennzahlen aus Prozessen 2022 Strategien 250.000 Besucher*innen städtischer Bürgerzentren (SGP2_I1) Entfallen Förderung von Begegnung und Integration (S2_SGP) 28.000 Stunden Raumvergaben städtischer Bürgerzentren (SGP2_I2) Entfallen 4 Fazit und Ausblick Der vorliegende Managementbericht hat sowohl eine Bedeutung in der (Weiter-)Entwicklung des integrierten strategischen Managements des Dezernats als auch in der internen und externen Information angestrebter und erreichter Arbeitsergebnisse. Er ist als ein wichtiger Meilenstein zu sehen. Die fortwährende Weiterentwicklung der Steuerungsinstrumente und Ziele wird auch zu einer Weiterentwicklung des jährlich angestrebten Managementberichts führen. Perspektivisch werden die Projekte, Kern-, Unterstützungs- und Führungsprozesse des Dezernats systematisch und digital unterstützt gesteuert. Hierzu werden die Entwicklungsstände der Meilensteine in den Projekten 42 SDG 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen 43 SDG 16.7: Dafür sorgen, dass die Entscheidungsfindung auf allen Ebenen bedarfsorientiert, inklusiv, partizipatorisch und repräsentativ ist 44 vgl. SDG 16.7, ebenda 28 sowie die Indikatoren der Prozesse erhoben und berichtet. Aus diesen Berichten speist sich der Managementbericht, der deshalb in weiteren Entwicklungsstufen die Arbeit des Dezernats viel umfassender abbilden wird als derzeit. In Verbindung mit dem Lebenslagenbericht zeigt der Managementbericht die Wirksamkeit verschiedener gesetzlicher und freiwilliger, vom Rat beschlossener Maßnahmen. Er dient der Verwaltung und der Politik der Reflektion des Erreichten und unterstützt künftige Ziele und Strategien. Der Berichtszeitraum war wesentlich durch die Bewältigung der Corona-Pandemie geprägt, in dem das Dezernat V eine Schlüsselposition innehatte. Dies führte sowohl zu einer Verlangsamung einiger Projekte und Prozesse als auch der Weiterentwicklung des Integrierten strategischen Managements. Der vorliegende Bericht ist deshalb eher als ein „work in progress“ denn als endgültig angestrebte Berichtsform hinsichtlich Umfang und Informationstiefe zu betrachten.
Beratungsverlauf
-
17.08.2023
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 12.12, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
31.08.2023
TOP 18.1, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
19.09.2023 zuletzt
TOP 6.1, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
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