V/0283/2016
Kulturelle Bildung: Fortsetzung „Kulturrucksack“ bis 2018
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Anlage 1_AusschreibungKulturrucksack2016
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Anlage 1 zur Vorlage V/0283/2016 Ausschreibung Kulturrucksack 2016 Ausschreibung Kulturrucksack 2016 Wie orientieren sich junge Menschen auf der Schwelle zur Pubertät in der Welt? Wie setzen sie ihren Mut, ihre Kreativität und Energie ein? Wie viel Raum bleibt für Freizeit und Kultur? Wie und wo wird sie gestaltet? Sind Kunst und Kultur eigentlich nah dran an den Themen dieser Altersgruppe? Wie sähe ein attraktives Kulturprogramm aus ihrer eigenen Perspektive eigentlich aus? Seit 2013 gehört die Stadt Münster zu den Kulturrucksack-Städten in NRW. Mit der Förde- rung aus diesem Programm des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW können neue und zusätzliche Zugangswege zu Kunst und Kultur geschaf- fen werden. Künstlerinnen und Künstler, Kultur-, Bildungs- und Jugendeinrichtungen der Stadt stellten in den vergangenen Jahren ein vielfältiges Programm mit unterschiedlichsten Angeboten zu- sammen (siehe http://www.kulturrucksack.nrw.de/kulturplaner-archiv/466). Das Kulturrucksack-Programm richtet die Aufmerksamkeit auf die Grenzgänger zwischen Kindheit und Jugend, Familie und Gesellschaft – auf die Altersgruppe der 10 bis 14 - Jährigen. Zusätzlich zur persönlichen Umbruchphase setzen sich Kinder und Jugendliche in diesem Alter verstärkt mit einer Gesellschaft des schnellen Wandels auseinander. Ihr Inte- resse an aktiver Gestaltung und Orientierung in der Welt steigt, wie auch ihre Suche nach eigenen künstlerisch-kulturellen Ausdrucksformen. Dennoch sind sie in den (klassischen) kulturellen Angeboten und Einrichtungen häufig kaum präsent, sondern fallen in eine Lücke zwischen Angeboten für Kinder und ältere Jugendliche. Den 10- bis 14-Jährigen insbesondere auch außerhalb des schulischen Kontexts und nah an ihren eigenen „Lebenswelten“ neue Perspektiven in der Rezeption von kulturellen Angeboten sowie Räume der eigenen kreativen Gestaltung zu eröffnen, ist Ziel des Kulturrucksackpro- gramms in Münster. Neben einer breiten Teilhabe wird vor allem ihre aktive Mitgestaltung an Kunst und Kultur angestrebt. Es gilt, mittels neuer (Kooperations-)Projekte, das bestehende Netzwerk im Bereich der kulturellen Bildung und kultureller Akteure zu nutzen und es um neue Partner insbesondere die Stadtteil- und Jugendeinrichtungen zu erweitern. Um Fördermittel für die Umsetzung von lokalen Projekten mit dieser Zielsetzung können sich bewerben: - Kultureinrichtungen in kommunaler und freier Träg erschaft sowie kultur- und medien- pädagogischer Fachrichtungen - freie Kunst- und Kulturschaffende Für die Kulturrucksack-Projekte gelten die folgenden Förderkriterien, von denen möglichst viele erfüllt sein sollen: Anlage 1 zur Vorlage V/0283/2016 Ausschreibung Kulturrucksack 2016 - Die Projekte richten sich im Schwerpunkt an Kinder und Jugendliche von 10 bis 14 Jahren. Aus dem Antrag muss ersichtlich sein, dass es sich um ein neues Projekt o- der um eine deutliche Weiterentwicklung bzw. Ergänzung zum üblichen Angebot der Einrichtung speziell für diese Zielgruppe handelt. - Berücksichtigung finden können Konzepte für alle k ünstlerischen Sparten sowie spar- tenübergreifende und themenorientierte Vorhaben. Für die Auswahl entscheidend ist die inhaltliche, künstlerische und pädagogische Qualität. - Die Projekte sollen den Spaß an kultureller Teilha be – als Zuschauer/in wie auch als Produzent/in – wecken, neugierig auf die kulturelle Eigeninitiative und die spezielle Energie der 10- bis 14-Jährigen sein, zur selbständigen Kreativität auffordern und diese fördern. Wünschenswert ist dementsprechend die Koppelung von partizipativen mit rezeptiven Angeboten. - Erwünscht sind demnach auch Projekte, die auf Koop erationen mit anderen kulturel- len Bildungsstätten, Theatern, Museen, Bibliotheken etc. abzielen und/oder die sinn- volle Verbindung suchen zu bereits bekannten und bedeutsamen kulturellen Veran- staltungen in Münster. - Projekte, die dabei insbesondere auch diejenigen e rreichen und fokussieren, die übli- cherweise nicht am kulturellen Leben teilnehmen und möglicherweise in attraktiven „aufsuchenden“ Ansätzen und Angeboten angesprochen werden können, sind eben- falls erwünscht. - Um Kinder und Jugendliche in diesem Alter auch auß erhalb der Schulen zu erreichen und an ihre Lebenswelten und Ressourcen anzuknüpfen, sind Kooperationen mit Trägern der Jugendarbeit und der Stadtteilkultur erwünscht. - Besondere Beachtung erhalten Projekte, die auf Kom munikation und soziale Verbin- dungen der Kinder und Jugendlichen untereinander setzen und entsprechende „Mul- tiplikatorenansätze“ und Plattformen (z.B. das eigens eingerichtete Jugend-Blog zum Kulturrucksack in Münster) nutzen und/oder entwickeln. - Die Projekte sollen auch dadurch, dass sie kostenf rei oder deutlich kostenreduziert sind, einen niedrigschwelligen Zugang zur ästhetischen Bildung und Selbstorganisa- tion bieten. - Entsprechend der heterogenen, entdeckungsfreudigen und wechselhaften Zielgruppe sollen die Projekte das Experimentieren und Ausprobieren, Wagen und mitunter auch Scheitern erlauben. - Die Laufzeit der Projekte kann unterschiedlich sei n. Sie müssen bis Ende des Jahres 2016 abgeschlossen sein. - Kultur-Card: Gefördert werden können auch exklusiv e Angebote/Services, die von 10- bis 14-Jährigen nur mit einer Kultur-Card genutzt werden können. Die Kultur-Card können sich die Kinder und Jugendlichen über das Internetportal des Landespro- gramms (www.kulturrucksack.nrw.de) individuell gestalten und nach Hause bestellen. Anlage 1 zur Vorlage V/0283/2016 Ausschreibung Kulturrucksack 2016 Sie soll den Kindern und Jugendlichen (landesweit) einen zusätzlichen Mehrwert zu den regulären Angeboten bieten. Beispiele für diesen „Mehrwert“ können sein: ein Meet & Greet mit den Künstlern, eine exklusive Backstage-Führung, ein Give-away beim Besuch einer Veranstaltung… Für die Bewerbung um eine Förderung aus Mitteln des Kulturrucksacks NRW werden eine Projektskizze und eine Finanzkalkulation benötigt. Das Antragsformular finden Sie unter www.kulturrucksack-muenster.de. Zum Ausfüllen und Speichern des PDF-Formulars benötigen Sie den Acrobat Reader ab Version 7 (http://get.adobe.com/de/reader). Informationen und Kontakt: Annkatrin Gründer (02 51) 49 2-41 08 Bitte schicken Sie Ihre Anträge per Mail an gruender@stadt-muenster.de oder unterzeichnet per Post an das Kulturamt Münster, Klemensstraße 10, 48143 Münster. Abgabefrist ist der 4. Dezember 2015 Nach Entscheidung der Jury über die eingereichten Anträge im Januar 2016 kann im Falle eines positiven Bescheids und nach Unterzeichnung der Fördervereinbarung mit den Projek- ten ab März 2016 begonnen werden. Mit Blick auf die begrenzt zur Verfügung stehenden Mittel wird um Verständnis gebeten, dass auch bei Vorliegen der Voraussetzungen ggf. eine Absage erteilt werden muss. Mit der Förderung verpflichtet sich der Antragsteller in der Öffentlichkeitsarbeit auf den Kul- turrucksack NRW und die damit verbundene Förderung durch das Land hinzuweisen sowie sich an der Kommunikation zum Kulturrucksack-Programm in Münster durch Bereitstellung von Textmaterialien zu beteiligen. Da es sich beim Kulturrucksack um ein Förderprogramm des Landes NRW handelt, gelten die entsprechenden Zuwendungsbestimmungen des Landes. Eine Zusammenfassung der relevanten Bestimmungen finden Sie im Anhang an das Antragsformular.
Berichtsvorlage
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V/0283/2016 DER OBERBÜRGERMEISTER Kulturamt Betrifft Kulturelle Bildung: Fortsetzung „Kulturrucksack“ bis 2018 Beratungsfolge 21.04.2016 Kulturausschuss Bericht Bericht: Der Kulturausschuss nimmt nur Kenntnis, dass die Laufzeit des Landesförderprogramms „Kultu r- rucksack NRW“ nach Auslaufen der ersten Förderphase Ende 2015 für die nächste n drei Jahre bis in das Jahr 2018 verlängert worden ist. Die Stadt Münster erhält damit auch in den komme n- den Jahren Landeszuschüsse in Höhe von ca. 54.000 € jährlich, um spezielle Angebote für die Zielgruppe der 10- bis 14-Jährigen zu entwickeln. Das wac hsende Netzwerk beteiligter kom munaler und freier Akteure mit ihren jeweiligen Pr o- grammangeboten fügt sich in das „Kommunale Gesamtkonzept für kulturelle Bildung “ der Stadt Münster. Durch den lebensweltnahen und sozialräumlichen Ansatz wird auch der Anspru ch ein- gelöst, speziell auch in den Stadtteilen Angebote vorzuhalten sowie bildungsbenachteiligte Ki n- der und Jugendliche zu erreichen. 1. Zielsetzung und Entwicklung auf Landesebene Das Land NRW hatte im Jahr 2012 gemeinsam mit den Kommunen und Kultureinrich tungen ein neues Landesprogramm auf den Weg gebracht. Ziel dieses landesweiten Vorhabens „Kulturruck- sack NRW“ ist es, speziell den Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 14 Jahren kostenlose und deutlich kostenreduzierte kulturelle Angebote zu eröffnen. 10- bis 14-Jährige sind Grenzgänger zwischen Kindheit und Jugend, zwischen Familie und G e- sellschaft. Trotz ihrer besonderen Kompetenzen, ihrer steigenden Möglichkeiten und Bedürfni s- se, sich selbständig kulturell zu orientieren und eigene kulturelle Ausdru cksformen zu finden, ist diese Altersgruppe in den (klassischen) Kultureinrichtungen wenig präsent. Häufig richten sich die Angebote im Rahmen der Kinder - und Jugendprogramme entweder an die jüngeren Kinder oder aber an die Jugendlichen und jungen Erwachse nen. Damit entsteht in den individuellen Bi l- dungsbiografien gerade in dieser wichtigen, Identität prägenden Zeit eine Lücke – und bei den Kultur-, Bildungs - und Jugendeinrichtungen das Versäumnis, „ihre Kunden von morgen“ und künftigen Akteure weiterhin für Kunst und Kultur zu interessieren und für sich zu erschließen. Vorlagen-Nr.: V/0283/2016 Auskunft erteilt: Frau Schnell Ruf: 492-4100 E-Mail: Schnell@stadt-muenster.de Datum: 11.04.2016 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0283/2016 Alle Kommunen des Landes NRW waren vor diesem Hintergrund eingeladen, sich mit ihren sp e- ziellen Konzepten für die Teilnahme an dem Förderprogramm zu bewerben. Für kleinere Städte und Gemeinden, in denen weniger als 3.500 junge Menschen im Alter von 10 bis 14 Jahren l e- ben, besteht die Möglichkeit einer Bewerbung im Verbund. Im Jahr 2012 wurde das Landespr o- gramm mit 28 Pilotkonzepten in 55 Städten und Gemeinden gestartet und über die Jahre su k- zessive gesteigert. Im Jahr 2016 beteiligen sich insgesamt 220 Kommunen als Einzelkommune (35), als kommunaler Verbund (26) oder als Kreis (9). Das Land NRW unterstützt die Kulturrucksack -Kommunen mit jährlich 4,40 € pro Kind oder J u- gendlichem in der genannten Altersgruppe. Insgesamt stellt das Kulturministerium jährlich rund 3 Millionen € zur Verfügung. Über die zentrale Koordinierungsstelle auf Landesebene bei der Landesarbeitsgemeinschaft Kul- turpädagogische Dienste / Jug endkunstschulen NRW e. V. (LKD) in Unna wird zudem in jährl i- chen Arbeitstagungen der Fachaustausch der Kommunen untereinander sowie mittels themat i- scher Impulsbeiträge und Workshops eine zusätzliche Qualifizierung und fachliche Begleitung gewährleistet. Zentrale Fragestellungen, Qualifizierungs- und Entwicklungsbedarfe werden dabei nicht zuletzt auch aus der jährlichen landesweiten Evaluation sowie weiteren qualitativen Inte r- views mit ausgewählten Kommunen abgeleitet. Auf der Basis der daraus gewonnenen Ergebnisse und Erkenntnisse, hat sich das Land NRW für eine weitere dreijährige Förderperiode des „Kulturrucksack-Programms“ entschieden. 2. Zielsetzung des Programms in Münster Die Stadt Münster hat sich im Jahr 2013 erfolgreich für die Teilnahme an dem Programm bewo r- ben. In der breiten Kultur- und Bildungslandschaft der Stadt Münster engagieren sich zahlreiche Akteure aus den Bereichen Schule, Kultur und Jugend dafür, die Interessen von Kindern und Jugendlichen zu berücksichtigen und umzusetzen. Sie tragen damit der hohen Bedeutung Rec h- nung, die der Kultur und Bildung auch im Rahmen des „Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes“ als zentrale Elemente des städtischen Leitbildes zugeschrieben wurde. Gefolgt wird der Überzeugung, dass gerade auch die kulturelle Bildung und kulturelle Kinder- und Jugendarbeit ein wesentlicher Baustein in der Bildungsbiografie junger Menschen ist und sein muss. Die Entfaltung der eigenen kreativen Potentiale, das schöpferische Tun durch neugieriges Entdecken und Erforschen, das zweckfreie Ausprobieren und der spiele rische Umgang mit der eigenen kulturellen Identität sind wichtige Komponenten einer gesunden und reichen Persönlic h- keitsentwicklung. Kulturelle Bildung ist zudem Bestandteil der Allgemeinbildung und stärkt das Vermögen, die Au s- drucksformen der Mitmenschen aufnehmen und nutzen zu können. In diesem Sinne unterstützt die kulturelle Bildung die Verständigung mit sowie das Verständnis von Ausdrucksformen unte r- schiedlicher Kulturen, und fördert ein Klima, in dem Vielfalt und Diversifikation als Bereicherung er- und gelebt wird. In den Jahren 2008 und 2010 wurde die Stadt Münster für diese Bemühungen und ihr „Kommu- nales Gesamtkonzept für kulturelle Bildung“ ausgezeichnet. Neben der Qualität und Vielfalt kultu- reller Vermittlungsangebote der einzelnen Kultureinricht ungen und außerschulischer „Lerno rte“, wird im Rahmen des Gesamtkonzepts insbesondere die (Weiter-)Entwicklung und weitere Sy s- tematisierung breit angelegter Netzwerk -Projekte („Kultur und Schule“, „JEKIS“, „Theater für die Allerkleinsten“, „Kulturagenten“, „Kulturpatenschaften“ etc.) forciert. Wesentliche Zielsetzungen sind, - dass die Kooperation, die Erreichbarkeit von Kindern, die Wirksamkeit und Kontinuität von Projekten und Maßnahmen nicht mehr abhängig ist von Zufällen, von individuellen Kontakten und Interessen einzelner Akteure und Lehrkräfte, 3 V/0283/2016 - dass die Kooperation verbindlicher und institutionalisiert sowie Abläufe standardisiert und professionalisiert werden, - dass insgesamt Ressourcen schonende, nachhaltige Routinen geschaffen werden, um möglichst viele Kinder so früh wie möglich und unabhängig von Herkunft und Wohnort mit den kulturellen Bildungsangeboten zu erreichen, - dass insbesondere auch Kinder und Jugendliche aus bildungsferneren Schichten erreicht werden und lebensweltnahe, sozialräumliche Han dlungsansätze auch unter Berücksichtigung von Eltern und Multiplikatoren fokussiert werden. Noch vor der Entwicklung des Landesprogramms, hat die Stadt Münster das Angebotsdefizit für die Altersgruppe zwischen Kindheit und Jugend erkannt und mit dem Festi val HALBSTARK be- reits im Jahr 2010 den „Lückenschluss“ im Bereich der Darstellenden Künste erfolgreich erprobt. Mit der Beteiligung an dem Kulturrucksack -Programm möchte die Stadt Münster ihre Angebote für diese Zielgruppe auf der Grundlage bereits bestehender Initiativen und unter Verknüpfung der vorhandenen Ressourcen sowie der Erweiterung um neue Kooperationspartner und Netzwerke weiter ausbauen. Anders als in den meisten anderen Kommunen, in denen die Fördergelder „freihändig“ an aus- gewählte Projektpartner vergeben werden, werden die qualitätsvollsten Projek te in Münster jäh r- lich im Rahmen eines kommunalen Ausschreibungsverfahren und durch eine unabhängige Fach- jury ermittelt. Die interdisziplinäre Fachjury besteht aus Vertretern aus den Bereichen Kultur, Ju- gend und Schule. Die Förderkriterien (Anlage 1) definieren neben der künstlerisch -kulturellen Qualität der Projekte und der Koppelung von partizipativen mit rezeptiven Angeboten insbesondere auch den A n- spruch der Lebensweltorientierung außerhalb der Sch ulsituation und eine dies begünstigende Zusammenarbeit mit den Stadtteilhäusern sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen. 3. Entwicklung und Ergebnisse In Münster leben ca. 12.500 junge Menschen im Alter von 10 bis 14 Jahren. Nach dem oben g e- nannten Verteilungsschlüssel erhält die Stadt Münster ca. 54.000 € Fördergelder jährlich. In den Jahren 2013 bis 2016 konnten damit 62 von 87 beantragten Projekten zur Umsetzung ausg e- wählt werden. Die statistische Erhebung über die Jahre 2013 bis 2015 (Anlage 2) weist aus, dass insgesamt 303 Veranstaltungen in Form von kompakten Workshops, fortlaufenden Kursen, Ferienprogra m- men oder Einzelveranstaltungen realisiert wurden. Diese wurden überwiegend kostenfrei ang e- boten. Fast die Hälfte der Angebote wurde neu entwickelt, um auf die besonderen Bedarfe der Zielgruppe zu reagieren. Erfolgreiche Projekte konnten auf der Basis der gewonnen Erfahrung s- werte weiterentwickelt und erneut realisiert werden. Pro Jahr ergibt sich daraus eine attraktive Mischung aus neuen Angeboten und bereits bewährten Programmpunkten. Die absolut über wie- gende Mehrheit der Projekte richtete sich ausschließlich an die intendierte Altersgruppe. Knapp die Hälfte der Veranstaltungen enthalten sowohl rezeptive als auch partizipative Elemente zu gleichen Teilen und erfüllen damit die zentrale Förderabsicht, den jungen Menschen sowohl vorhandene Kulturangebote und -einrichtungen näher zu bringen und zugleich auch selber als „Produzent“ tätig zu werden. Die intensivsten Erfahrungen und nachhaltigsten Kulturerlebnisse in der Wahrnehmung vorhandener Angebote und Einrichtungen entstehen gerade in dieser Alter s- phase durch die eigene aktive Auseinandersetzung und künstlerische Verarbeitung. Mit der großen Bandbreite an Projekten, von Street Art über Film, Drehbücher schreiben, Impro - Workshops, Manga, Rockmusik, Thea tercamp, fotografischen Entdeckungstouren oder Blog Academy u.a. werden alle Kultursparten abgedeckt, allerdings mit deutlich unterschiedlicher Gewichtung. 4 V/0283/2016 Insbesondere die Sparten Tanz und Musik sind „in Reinform“ unterpräsentiert, spielen aber im Kontext der stark vertretenen spartenübergreifenden Angebote wieder eine Rolle. Die hohe Pr ä- senz der Theaterangebote ist u.a. auch auf die in Münster vorhandene Kompetenz und Ang e- botsdichte in diesem Bereich zurückzuführen, aus der heraus eine Vielzahl attraktiv er Maßnah- men für diese Zielgruppe entwickelt werden kann. Auch das Festival HALBSTARK hat mit dazu beigetragen, diesen Bereich nachhaltig zu fördern. Erwartungsgemäß hoch sind insbesondere Angebot und Wahrnehmung der Veranstaltungen im Bereich „Medien und Film“. Der klassische Umgang mit Fotografie und Film findet sich hier ebenso wieder wie die kreative Entwicklung von Computerspielen und Animationen. Die Vielfalt der Projekte, ihre Verbindungen untereinander und mögliche Querbezüge werden durch ein wachsendes Netzwerk von mittlerweile gut 40 beteiligten Partnern realisiert. Kulturei n- richtungen wie Stadtbücherei, Theater Münster, Kunstmuseum Pablo Picasso, Filmwerkstatt, Jugendkunstschule im Kreativhaus, Cuba cultur e.V. beteiligen sich ebenso wie eine Vie lzahl freier Kulturschaffender und Künstler. Kooperationspartner sind zudem Akteure aus dem Bi l- dungsbereich sowie insbesondere Kinder- und Jugendeinrichtungen und Stadtteilhäuser, wie z.B. Lorenz Süd, Abi Südpark und Bennohaus. Die Kooperation mit den Jug endeinrichtungen und Stadtteilhäusern trägt der Fördermaßgabe Rechnung, lebensweltnahe Angebote zu entwickeln und dient der Verbesserung der Zielgru p- penansprache. Gerade die Erreichbarkeit einer Altersgruppe, die sich zunehmend dem Einfluss der Eltern und Familie entzieht und erst beginnt, eigene Wege zu gehen und sich eigenständig zu orientieren, stellt eine besondere Herausforderung dar. Neben der Bewerbung der Kulturruc k- sack-Angebote über zentrale Medien wie Flyer, Homepage des Kulturamtes mit Link zum l an- desweiten Veranstaltungskalender und der veranstaltungsspezifischen Bewerbung durch die jeweiligen Pr ojektpartner, unterstützt sich das Netzwerk zudem durch gegenseitige Verweise. Gerade dem „peer -to-peer“-Ansatz, der Kommunikation und „Werbung“ der Juge ndlichen unter- einander, kommt in dieser Altersphase eine besondere Bedeutung zu. Mit der Ausdehnung des anfänglich auf die Innenstadt sowie Coerde und Kinderhaus zentrierten Angebots aktuell auch auf die Stadtteile Angelmodde, Berg Fidel, Gievenbeck, Grem mendorf, Hiltrup, Mecklenbeck, Roxel, Sprakel und Wolbeck wird zudem kontinuierlich darauf hingewirkt, ein stadtweites Format vorzuhalten und auch bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche zu erreichen. Im aktuellen „Kulturrucksack“ -Programm spielt auch die Einbeziehung von Flüchtli n- gen eine steigende Rolle. Insgesamt haben in den Jahren 2013 bis 2015 knapp 6.700 jungen Menschen im Alter von 10 bis 14 Jahren an den Veranstaltungen teilgenommen. Dab ei entschließen sich nach Aussage der beteiligten Projektpartner und Veranstalter viele junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer wiederholten Wahrnehmung oder Fortsetzung ihres kulturellen Engagements im Rahmen and e- rer Kulturangebote. Eine nachhaltige Wirkung konnte auch dadurch erzielt werden, dass vereinzelte Veranstaltung s- angebote durch die Akquise anderweitiger Fördermittel (u.a. aus Mitteln des Bundesprogramms „Kultur macht stark“) verlängert oder verstetigt werden konnten. I.V. gez. Wilkens Stadträtin Anlagen: Anlage 1: Ausschreibung Kulturrucksack 2016 Anlage 2: Evaluation Kulturrucksack 2013 - 2015
Anlage 2_V0283_2016_Evaluation_Kulturrucksack_2013bis2015
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Evaluation Kulturrucksack 2013 - 2015 Jahr Veranstaltung- termine beantragt gefördert kostenfrei deutlich kostenreduziert neu weiter- entwickelt gleich 10 bis 12 13 bis 14 10 bis 14 andere 2013 16 16 52 38 14 14 38 0 12 2 27 11 2014 30 17 103 78 25 32 36 35 4 2 97 0 2015 18 15 148 148 0 89 55 6 0 0 148 0 Gesamt* 64 48 303 264 39 135 129 41 16 4 272 11 *im Jahr 2016 werden 15 von 23 beantragten Projekte gefördert Jahr Teilnehmer insgesamt überwiegend partizipativ überwiegend rezeptiv beides zu gleichen Teilen Kunst Musik Theater Tanz Literatur Medien Film Spartenübergr. Sonstige 2013 2 3 47 2 1 8 0 9 16 2 14 1697 2014 12 9 82 8 7 25 1 4 10 48 0 2944 2015 124 8 16 30 0 35 0 12 53 18 0 2049 Gesamt 138 20 145 40 8 68 1 25 79 68 14 6690 Projekte Partizipativ oder rezeptiv Kultursparte Kosten Neu oder Weiterentwicklung Altersgruppe Anlage 2 zur Vorlage V/0283/2016 Evaluation Kulturrucksack 2015
Beratungsverlauf (1)
Orte (2)
- Klemensstraße 10
- Kinderhaus
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Details
- Aktenzeichen
- V/0283/2016
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 06.04.2016
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37