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3130/2021

Beantwortung der Anfrage AN/1132/2021 Wie können wir den Bedarf an Sexualpädagogik für Jungen und junge Männer decken?

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 02.09.2021

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Nächste Beratung: Gesundheitsausschuss, Sitzung am 05.10.2021

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
V/53/530/1 
 
Vorlagen-Nummer  02.09.2021 
 3130/2021 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Gesundheitsausschuss 05.10.2021 
 
Beantwortung der Anfrage AN/1132/2021 Wie können wir den Bedarf an Sexualpädagogik für 
Jungen und junge Männer decken? 
 Die SPD Fraktion reicht am 26.05.2021 folgende Anfrage ein und bittet die Verwaltung um Be-
antwortung. 
Seit Jahren arbeiten die „pro familia-Beratungsstellen Zentrum und Chorweiler“ auch sexualpä-
dagogisch mit Kindern und Jugendlichen. Der Auftrag zu dieser Arbeit ergibt sich dabei nicht nur 
aus dem Recht von Kindern und Jugendlichen, Zugang zu Wissen über Sexualität, Verhütung, 
Familienplanung usw. zu erhalten. Es besteht auch ein großer Bedarf an Aufklärung über grenz-
überschreitendes Verhalten und dessen Prävention. Von Trägern der Bildung und Arbeit mit Ju-
gendlichen wird beklagt, dass der Bedarf an sexualpädagogischer Arbeit insbesondere mit Jun-
gen und jungen Männern gestiegen sei, ohne dass sich das Angebot entsprechend vergrößert 
habe. Ein Großteil der sexualpädagogischen Bemühungen richtet sich an Mädchen und junge 
Frauen. Es hat sich aber gezeigt, dass es ebenso unentbehrlich ist, dass Antisexismusarbeit mit 
Jungen und jungen Männern erfolgt – insbesondere vor dem Hintergrund der Zunahme proble-
matischer Informationsquellen über Sexualität im Internet.  
 
Pro familia möchte deshalb in Köln eine zusätzliche Vollzeitstelle zu den bisher bestehenden 
zwei halben Stellen im Arbeitsfeld schaffen. Diese sind bislang vom Doppelhaushalt 2020/21 ge-
deckt, aber eine Anschlussfinanzierung der bisherigen Stellen über den bestehenden Haushalt 
hinaus ist noch nicht sichergestellt.  
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Stadtverwaltung:  
1. Welche Präventionsmaßnahmen und Projekte in Köln gegen sexuelle Gewalt richten sich 
explizit an Jungen und junge Männer? 
2. Wie werden diese Projekte und Maßnahmen gefördert? 
3. Sind aus Sicht der Verwaltung weitere Maßnahmen und Projekte in Köln nötig? 
4. Beabsichtigt die Sozialverwaltung, die Finanzierung sexualpädagogischer und -
präventiver Arbeit für Jungen und junge Männer im erforderlichen Maß im Haushaltsplan-
entwurf 2022 abzubilden? 
5. Vor kurzem fand der 26. Deutsche Präventionstag in Köln statt. Dort wurden auch The-
men der Prävention von sexueller und häuslicher Gewalt beraten. Hat die Stadtverwal-
tung Kenntnisse über Best-Practice-Beispiele gewonnen, die vielleicht auch in Köln sinn-
voll umgesetzt werden könnten? 
 
 
Die Verwaltung antwortet wie folgt:

2 
 
 
 
Zu Frage 1: 
Der Stadtverwaltung sind in Köln folgende Präventionsmaßnahmen und Projekte bekannt, die 
sich explizit oder im ganzheitlichen Kontext auch gegen sexualisierte Gewalt an Jungen und jun-
ge Männer richtet: 
Looks. e.V. Köln  
eine Hilfeeinrichtung für Jungen und Männer, die sich prostituieren oder sexarbeitend sind. Die 
Schwerpunkte von Looks e.V. liegen dabei in der HIV- und STI-Prävention. Im Kontext der Arbeit 
von Looks steht dabei regelmäßig auch das Thema sexuelle Gewalterlebnisse der Klienten im 
Kindes- und Jugendalter. 
Mit dem Ziel der Prävention vor pädokrimineller Gewalt, die in der Folge auch Prävention vor 
Prostitution ist, richtet sich deshalb das Projekt „Pänz-UP“ von Looks e.V. präventiv gegen Pädo-
kriminalität und ist explizit auf Jungen und junge Männer ausgerichtet. 
Das Projekt Pänz Up wird von einem Sozialarbeiter und Soziologen sowie einer Dipl.-Pädagogin 
betreut. 
Es umfasst: 
• sexualpädagogische und gewaltpräventive Gruppenarbeit mit Jungen bei Projektveranstaltun-
gen bspw. in Schulen, in der Kinder- und Jugendarbeit oder im Freizeitumfeld 
• Informationen für Jungs und Eltern (z.B. Broschüren) 
• anonyme und kostenfreie Beratung für Eltern und Kinder 
Weitere Träger richten sich mit Angeboten, Projekten und Maßnahmen auch, aber nicht explizit 
an Jungen und junge Männer: 
Zartbitter e.V.: 
Zartbitter ist anteilig städtisch gefördert, und eine der ältesten Kontakt- und Informationsstellen 
gegen sexuellen Missbrauch in Deutschland, die sowohl betroffenen Mädchen als auch Jungen 
Unterstützung anbietet. Arbeitsschwerpunkte und Angebote von Zartbitter sind: 
• Krisenintervention und Beratung betroffener Mädchen und Jungen sowie ihrer Kontakt- und 
Vertrauenspersonen 
• Sexuelle Übergriffe unter Kindern in Vor- und Grundschulalter 
• Schutz vor Missbrauch in Institutionen 
• Cyber-Mobbing und sexualisierte Gewalt in den neuen Medien 
• Erstellung von Präventionsmaterialien (Broschüren, Faltblätter, CD’s, Hörspiele…) 
• Erstellung von Informationsmaterialien für alle, die mit Kindern leben und arbeiten (Informati-
onsbroschüren, Handbücher, Fachartikel) 
• Zartbitter-Präventionstheaterstücke und Workshops gegen (Cyber-)Mobbing unter Kindern 
und Jugendlichen und sexualisierte Gewalt in den neuen Medien. 
Der Kinderschutzbund Köln 
Deutscher Kinderschutzbund OV Köln e.V. ist ein gemeinnütziger Verein und Träger der freien 
Jugendhilfe und einer der größten und ältesten der über 400 Ortsverbände im Bundesverbandes 
des Deutschen Kinderschutzbundes. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Bereitstellung von Hilfen 
für Kinder und Eltern in schweren Familienkrisen, insbesondere wenn Kinder von Gewalt bedroht 
oder betroffen sind. Das Kinderschutz-Zentrum Köln stellt kostenfreie Beratungs- und Therapie-
angebote für misshandelte oder vernachlässigte Kinder und deren Eltern bereit, präventive Hilfen 
in den Stadtteilen Kalk und Bayenthal, sowie kollegiale Fachberatung und Fortbildung. 
Angebote aus dem Bereich Youthwork/Sexualpädagogik 
haben relevante thematische Schnittstellen in diesem Themenkomplex, sind aber nicht spezifisch

3 
 
auf Prävention sexualisierter Gewalt ausgelegt. Die ganzheitlichen sexualpädagogischen Ange-
bote für Jungen und junge Männer von der Abteilung Gesundheitshilfen des Gesundheitsamtes 
und von pro familia, sind stadtweit das einzige sexualpädagogische Angebot für männliche Ju-
gendliche, welches sich speziell an junge Menschen mit schwierigem Zugang zu formaler Bildung 
wendet. 
Das Gesundheitsamt begegnet dem großen Bedarf an Sexueller Bildung vor allem mit Schulun-
gen für Multiplikator*innen. Im Jahr 2018 fanden dazu 29, im Jahr 2019 28 Fortbildungstage statt. 
Hier werden u.a. Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen fortgebildet. Das Gesundheitsamt 
hat hierfür einen männlichen Sexualpädagogen und eine weibliche Sozialpädagogin mit einem 
Stellenumfang von insgesamt ca. 30 Wochenstunden zur Verfügung.  
Die oben genannte Stelle von pro familia leistet insbesondere einen wichtigen Beitrag in der au-
ßerschulischen Sexualpädagogik für männliche Jugendliche in Köln, gerade im Kölner Norden, in 
dem viele Menschen in prekären Lebenslagen zu erreichen sind.  
Das Jugendzentrum Anyway e.V. in Köln. Hier sei zum Beispiel das WIR* - WISSEN IST RES-
PEKT – Projekt genannt, ein Aufklärungs-, Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekt des anyway 
e.V. zu den Themenfeldern sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. In dem es auch um Diskrimi-
nierung, Grenzüberschreitungen, physischer sowie psychischer Gewalt geht. 
Der Vollständigkeit halber seien folgende weitere Anlaufstellen genannt: 
• Kinder- und Jugendtelefone 0800 1110333 (Mo bis Fr 15-19 Uhr bundesweit besetzt)  
• Telefonseelsorge (evangelisch) 0800 1110111  
• Telefonseelsorge (katholisch) 0800 1110222 
• Jugendämter in deiner Stadt ➜ Kibs (Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle speziell für 
Jungen) 089 231716 9120 (Mo 18-21 Uhr, Mi 12-15 Uhr) 
www.kibs.de (anonyme Internetberatung)  
 
Vernetzung und Kooperationsgremien zum Thema Jugend und Prävention sind: 
• Arbeitskreis Jugend und Prävention 
https://akjup.wordpress.com/ 
• Youthwork NRW 
http://www.youthwork-nrw.de/ 
• Arbeitskreis Rote Karte (Kölner Sportvereine die sich dem Thema angenommen haben)  
http://www.rote-karte-koeln.de/arbeitskreis.html 
Bsp: Broschüre: Finger weg! Pack mich nicht an!  
Eine Broschüre die sich zu dem Thema Grenzüberschreitung/sexuelle Gewalt in einen mit je ei-
ner Broschühre explizit an Jungen und explizit einer an Mädchen wendet. 
Im Bereich der Täterarbeit sind  
Punkt um und pro familia NRW aktiv: 
Punkt um hat Angebote für übergriffige Kinder und Jugendliche im Bereich Prävention und Inter-
vention  
pro familia NRW hat ein Angebot in Köln für Erwachsene Täter:  
https://www.profamilia.de/fileadmin/landesverband/lv_nordrhein-westfalen/Flyer-Taeterarbeit.pdf 
 
Zu Frage 2: 
Looks.e.V., Pro familia, Zartbitter e.V. und Anyway sind zum Teil städtisch gefördert.

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Zu Frage 3: 
Aus Sicht der Verwaltung sind - zumindest im Bereich der sexualpädagogischen Arbeit mit männ-
lichen Jugendlichen - seit Jahren die Kapazitätsgrenzen des Gesundheitsamtes erreicht. Es 
müssen vermehrt Anfragen ab- bzw. weiterverwiesen werden.  
Die Pandemie hat zudem dazu geführt, dass die Zielgruppe männlicher Jugendlicher noch weni-
ger erreicht werden konnte. In diesem Kontext wird möglicherweise ein kompensatorischer 
Nachholbedarf entstehen. 
 
Zu Frage 4: 
Die Verwaltung beabsichtigt die Anschlussfinanzierung im Bereich Sexualpädagogik und Präven-
tion für 2022 ff. 
 
Zu Frage 5: 
Die rein digitale Umsetzung des 26. Deutschen Präventionstages hat zu einer begrenzten und 
individualisierten Teilnahme geführt. Welche Erkenntnisse Einzelpersonen zum Thema der Fra-
gestellung aufgenommen und gewonnen haben, ist nicht bekannt. Der Fachverwaltung sind kei-
ne neuen Impulse angezeigt worden. 
 
gez. Dr. Rau

Beratungsverlauf (1)

05.10.2021 Gesundheitsausschuss
Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3130/2021
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
02.09.2021
Erstellt
30.08.2021 10:46