V/0764/2008
Antrag der SPD-Fraktion Nr. A-R/0037/2008: Frauen für die Feuerwehr begeistern - auch in Münster
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Beschlussvorlage
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V/0764/2008 DER OBERBÜRGERMEISTER Feuerwehr Betrifft Antrag der SPD-Fraktion Nr. A-R/0037/2008: Frauen für die Feuerwehr begeistern - auch in Münster Beratungsfolge 24.09.2008 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Die Verwaltung wird beauftragt, die Vorschläge des SPD-Antrages (siehe Anlage) unter Beachtung der laufbahnrechtlichen Vorgaben, der Gleichstellungsgrundsätze und des Bedarfs der Feuerwehr zu prüfen und nach Vorberatung in den Fachausschüssen dem Ausschuss zu berichten. Begründung: Der Antrag der SPD-Fraktion ist darauf gerichtet, „Mädchen und Frauen für die Berufsfeuerwehr zu interessieren und anzuwerben“. Grundsätzlich ist der Feuerwehrdienst in der Berufs- und in der Freiwilligen Feuerwehr für Frauen offen. Eigene Laufbahnverordnungen regeln den Zugang und die Gestaltung des Dienstes. Die für den Dienst der Beamtinnen und der Beamten bei Berufsfeuerwehren in NRW gültige Lauf- bahnverordnung, in der u. a. die Voraussetzungen für die Einstellung in den Vorbereitungsdienst geregelt sind, schreibt ein Auswahlverfahren vor. Es soll geprüft werden, ob das in Münster geübte Verfahren im Sinne des Antrages sachgerecht und dem Bedarf der Feuerwehr entsprechend gestaltet ist. Es soll weiterhin geprüft werden, ob innerhalb der laufbahnrechtlichen Vorgaben Möglichkeiten bestehen, die Palette der beruflichen Einstellungsvoraussetzungen zu erweitern. I. V. gez. Dr. Heinrichs Vorlagen-Nr.: V/0764/2008 Auskunft erteilt: Herr Burrichter Ruf: 20 25 84 00 E-Mail: BurrichterF@stadt-muenster.de Datum: 12.09.2008 Öffentliche Beschlussvorlage
Anlage - Antrag der SPD-Fraktion
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0037/2008 1 Antrag 11.08.2008 SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster Münzstr. 15 48143 Münster Telefon: 0251/ 45 314 Fax: 0251/ 511 750 spdfrak@muenster.de www.spd-muenster.de Frauen für die Feuerwehr begeistern – auch in Münster Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: Die Verwaltung wird beauftragt, gezielte Aktionen d urchzuführen, um Mädchen und Frauen für die Berufsfeuerwehr zu interessieren und anzuwerben. Darüber hinaus sollen Fördermaßnahmen getroffen werden, die Mädche n und Frauen ermöglichen, die Einstellungsprüfung zu bestehen, wie - eine verstärkte Ausbildung von jungen Frauen in de n technischen Berufen der Stadtverwaltung und der zum Konzern Stadt gehörende n Betriebe, deren Berufsausbildung Voraussetzung für eine Bewerbung b ei der Berufsfeuerwehr ist; - Praktika insbesondere für Mädchen und Frauen und g ezielte Vorbereitungskurse für die Einstellungsprüfung bei der Berufsfeuerwehr; - die Sportprüfung so zu verändern, dass sie für Fra uen geeignet ist, ohne die Ansprüche zu verringern, z.B. durch wirklichkeitsna he Aufgaben, die reale Kraftanforderungen simulieren; - die Öffnung des BewerberInnenkreises durch weitere Berufsfelder wie Krankenpflege mit Erfahrung in der Notfallmedizin, Notfallambulanz oder im OP-Einsatz. Begründung: Die Feuerwehr ist nach wie vor ein männlich dominie rter Bereich, sowohl in der freiwilligen als auch in der Berufsfeuerwehr. Männl iche Organisationsstrukturen und Hierarchien halten Frauen und Mädchen vom Engagemen t in der freiwilligen Feuerwehr ab; in der Berufsfeuerwehr sind es die fo rmalen Voraussetzungen, an denen Frauen und Mädchen scheitern. 2003 lag der Fr auenanteil bei der Feuerwehr bundesweit bei 6,4 %. Der Anteil der Mädchen bei de r Jugendfeuerwehr lag hingegen im selben Jahr bei 22,7 %. Laut Bericht zum Frauenförderplan 2001 – 2003 der S tadt Münster wurde „in Absprache mit der Feuerwehr, dem Frauenbüro und dem Personal- und Organisationsamt „…eine einvernehmliche Regelung fü r die verschiedenen Stufen 2 des Auswahlverfahrens gefunden und gesondert als in tern abgestimmte Handlungsrichtlinie zusammengefasst.“ Die Erprobung dieser Richtlinien bei der geplanten Einstellung von BrandmeisteranwärterInnen zum 01.08.04 hat offenbar im Hinblick auf die Förderung von weiblichen Nachwuchs kräften bei der Feuerwehr Münster nicht zum Erfolg geführt. Laut WN-online vom 1. Juni 2008 weist Gisbert Rodew ald, Direktor des Instituts der Feuerwehr in Münster, angesichts des demografischen Wandels auf die zunehmende Dringlichkeit der Nachwuchsgewinnung hin und fordert: „Mehr Frauen sollten, könnten und müssten dabei sein“. Weiterhin betont er, dass die körperlichen Ansprüche an Feuerwehrleute im mittleren Dienst hoc h seien, „aber bei den Einstellungsuntersuchungen erwiesen sich Männer nic ht unbedingt als leistungsfähiger als Frauen“. Der Deutsche Feuerwehrverband hat die Zeichen der Z eit erkannt – die Zahl der männlichen Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr is t seit längerem rückläufig – und mit Beteiligung der Deutschen Jugendfeuerwehr ein F orschungsprojekt „Mädchen und Frauen in der Feuerwehr“ initiiert. Mit finanzi eller Unterstützung des BMFSFJ entwickelte ein Forschungsteam Leitlinien für Model lprojekte, die die Integration von Mädchen und Frauen in die Feuerwehr fördern und unt erstützen sowie zum Abbau von Hindernissen beitragen sollen, die dem entgegen stehen. In einem Nachfolgeprojekt sind einige Maßnahmen offenbar mit Erfolg durchgeführt worden. Die Zahlen der Frauen in der freiwilligen Feuerwehr erhöhten sich – in Baden- Württemberg von 2002 bis 2006 um 30 % - auch in NRW. Für den gehobenen technischen Dienst gibt es offenb ar genügend Bewerberinnen. Hier sind BerufsanfängerInnen mit Architektur- oder Bauingenieurstudium gefragt. Sie haben - z.B. in Saarbrücken - eine Chance, ange nommen und nach der Ausbildung übernommen zu werden. Dort bewarben sich im Jahr 2001 mehr Frauen als Männer, obwohl der durchschnittliche Anteil der an der HTW Saarbrücken studierenden Frauen nur 44 % betrug, und es kam zur Einstellung von Frauen. In NRW ging die Stadt Dormagen voran: 2006 berief sie die erste Frau an die Spitze der Berufsfeuerwehr in NRW. Im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst hingegen f ehlt es den jungen Frauen zum einen an der technischen Berufsausbildung, zum ande ren an der geforderten 12monatigen Berufserfahrung. Eine systematische und regelmäßige Information von Mädchen und Jungen in den Schulen insbesondere in d er Phase der Berufswahlorientierung und eine offensive Teilnahme der Berufsfeuerwehr am Girls’ Day durch mädchenspezifische Angebote sollten für d ie Feuerwehr selbstverständlich sein. Außerdem sollte eine vers tärkte Erstausbildung in den technischen Berufen der Stadtverwaltung und der zum Konzern Stadt gehörenden Betriebe erfolgen. Zusätzlich bietet sich die Öffnung des BewerberInne nkreises durch weitere Berufsfelder wie Krankenpflege mit Erfahrung in der Notfallmedizin, Notfallambulanz oder im OP-Einsatz (als Zugangsvoraussetzung z.B. i n Essen und Hannover) bzw. die Berufsausbildung durch die Feuerwehr z.B. zur R ettungsassistentIn (z.B. in Essen geplant). 3 Zur Feststellung der physischen Voraussetzungen für den Feuerwehrdienst werden offenbar sehr unterschiedliche Prüfungen durchgefüh rt, z.T. auch verschiedene Prüfungen für beide Geschlechter. Eine Möglichkeit wäre, den Sporttest besser auf die tatsächlichen körperlichen Anforderungen im Ein satzdienst auszurichten durch wirklichkeitsnahe Aufgaben, die reale Kraftanforder ungen simulieren. Die Feuerwehr Düsseldorf hat - laut Controllingbericht zum Frauen förderplan 2005 - diesen Test „so entschärft, dass die Chancen für Frauen eindeutig erhöht wurden“. Marianne Hopmann Anne Hakenes Karsten Rahn Holger Wigger Ralf Hubert Udo Reiter Wolfgang Heuer Dr. Michael Jung Anne Schulze Wintzler Anika Bergner Marianne Koch Joachim Tonn Hedwig Chudziak Gaby Kubig-Steltig Beate Vilh jalmsson Philipp Gabriel Kurt Pölling Karl-Heinz Wint er Beanka Ganser
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Münzstraße 15
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0764/2008
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 09.09.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37