V/0289/2023
24/7 – Wie will ich leben? Wie will ich arbeiten? Projektwoche zur klischeefreien und diversitätssensiblen Lebens- und Berufsplanung
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Berichtsvorlage
13291 Zeichen
V/0289/2023
V/0289/2023
Öffentliche Berichtsvorlage
Betrifft
24/7 – Wie will ich leben? Wie will ich arbeiten? Projektwoche zur klischeefreien und
diversitätssensiblen Lebens- und Berufsplanung
Beratungsfolge
04.09.2023 Jugendrat Bericht
05.09.2023 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht
06.09.2023 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Ar-
beitsförderung
Bericht
07.09.2023 Ausschuss für Gleichstellung Bericht
14.09.2023 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht
Bericht:
I. Ausgangslage
Der Ausschuss für Gleichstellung hat in seiner Sitzung am 3. Mai 2022 das Amt für Gleichstellung mit
der Erweiterung des binärgeschlechtlichen Programms Girls’ Day und Boys’ Day zur klischeefreien
Berufswahlorientierung für Jugendliche aller Geschlechter beauftragt.
II. Bereits bestehende Programme und Projekte
Zunächst wurden die vorhandenen und in Münster mit Kooperationspartner*innen etablierten Pro-
gramme zur Berufs- und Lebensplanung in den Blick genommen.
1) Girls‘ und Boys‘ Day
Der Girls‘ und Boys‘ Day wird in Münster von einem breiten Bündnis getragen und gefördert. Der Zu-
sammenschluss aus Hochschulen, Verbänden, Kammern, Ämtern, Initiativen und Vereinen, die den
Zukunftstag in Münster fördern und voranbringen wollen, trifft sich regelmäßig und unterstützt den
Girls‘ und Boys‘ Day organisatorisch und durch Öffentlichkeitsarbeit. Im gemeinsamen Austausch
werden Ideen entwickelt und Schwerpunkte gesetzt, so beispielsweise zur Förderung von mehr inklu-
Amt für Gleichstellung
15.08.2023
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Frau Schmidt-Schleicher
Telefon: 492-1703
Schmidt-Schleicher@stadt-
muenster.de
Yannick Renard
Telefon: 492-1705
Renard@stadt-
muenster.de
- 2 -
V/0289/2023
siven Angeboten beim Schnuppertag. Seit 2021 wird auch der Boys’ Day durch das bestehende Akti-
onsbündnis getragen und personell durch das Amt für Gleichstellung begleitet.
Da es sich beim Girls’Days und Boys’Days um Bundesprojekte handelt, die in Struktur und Inhalt vor-
gegeben sind, ist eine Erweiterung des bestehenden Konzepts auf alle Geschlechter bzw. eine Öff-
nung der binären Struktur auf kommunaler Ebene nicht möglich. Auch in der jetzigen Form schätzt
das Amt für Gleichstellung das bestehende Projekt Girls‘ und Boys‘ Day als ein sinnvolles und wirk-
sames Instrument zur Förderung der Chancengleichheit ein.
2) Münsteraner Mädchen*- und Jungen*tag
Nach der ersten Konzeption 2005 durch den Arbeitskreis „Jungen und Männer Münster“ führt die
Stadt seit 2006 den Münsteraner Jungentag durch. 2010 wurde die Trägerin AWO mit der Fachstelle
Jugendarbeit und Sexualpädagogik mit der Durchführung des ‚Münsteraner Jungentag‘ beauftragt
und führt seit 2017 parallel dazu den ‚Münsteraner Mädchentag‘ für die 6. und 7. Klassen der Schulen
in Münster durch. Das seit 2017 verstetigte Konzept des komplementären Mädchentages an Schulen
verschiedener Schulformen in Kooperation mit Freizeiteinrichtungen freier Träger hat gezeigt, dass
sich das Konzept bewährt, jeweils mit Mädchen und Jungen einer Klasse geschlechtergetrennt zu
den Herausforderungen von Lebensplanung, männlicher und weiblicher Identität, Rollenbildern und
(medial vermittelten) Schönheitsidealen zu arbeiten und einen Blick für die eigenen Vorstellungen,
Wünsche und Zukunftspläne zu entwickeln. Die konzeptionelle Einbindung transidenter Jugendlicher
in das Angebot wurde vom Träger aufgegriffen und umgesetzt.
Eine weitere Öffnung, zum Beispiel durch eine dritte Klassengruppe für Jugendliche, die sich unter
‚divers‘ verorten möchten, wurde diskutiert, lässt sich aber praktisch kaum diskriminierungsfrei umset-
zen. Bei der stetigen Weiterentwicklung des Konzepts wird dieser Umstand weiterhin berücksichtigt
und auf den Prüfstand gestellt.
Das Amt für Gleichstellung sieht den Münsteraner Mädchen*- und Jungen*tag weiterhin als essenziel-
len Baustein einer konsensuell getragenen strukturverändernden Arbeit, mit der gemeinsam gleichbe-
rechtigte Zukunftsperspektiven für Mädchen und Jungen entwickelt werden.
Folgende weitere bereits bestehende Programme wurden in den Blick genommen, die aber noch
nicht bzw. noch nicht in einer klischeefreien Form in Münster umgesetzt werden:
3) a Ausbildungsbotschafter*innen (Trägerin in Münster: Handwerkskammer)
Ausbildungsbotschafter*innen sind Ju gendliche im zweiten oder dritten Ausbildungsjahr und damit
wenig älter als die adressierten Schüler*innen. Auf Augenhöhe können sie authentisch aus ihrem
Arbeitsalltag berichten, darüber, was an ihrem Beruf Spaß macht, und warum sie sich dafür entschie-
den haben. Außerdem organisieren sie für besonders interessierte Schüler *innen Betriebsbesuche
oder Praktika, damit diese ihre Wunschberufe praktisch kennenlernen können.
3) b Azubi Speed-Dating (Trägerin in Münster: Industrie- und Handelskammer)
Schüler*innen können sich bis zu vier Unternehmen aus Industrie, Handel und Handwerk, aus sozia-
len wie auch kommunalen Einrichtungen aussuchen, die sie am Aktionstag „daten“ wollen. In einem
zehnminütigen Gespräch können die Schüler*innen und die Vertretun gen der Unternehmen einen
ersten Eindruck voneinander gewinnen. Im besten Fall kommt es zu einer weiteren Verabredung, z.B.
einem Schnupperpraktikum oder einem Ausbildungsvertrag.
Beide Angebote könnten in Kooperation mit den Kammern aufgegriffen, angepasst und mit dem Fo-
kus auf geschlechtsuntypische Berufe zusammengeführt und umgesetzt werden.
- 3 -
V/0289/2023
Bei der Recherche nach vorhandenen geeigneten Konzepten ist auch das Projekt „be-ok“ in den Fo-
kus gerückt und im Rahmen einer Hospitation auf seine Übertragbarkeit für Münster geprüft worden.
„be-ok“ ist ein Projekt der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der
Frau (ZGF), das in den vergangenen Jahren mit großem Erfolg an bremischen Schulen durchgeführt
und zum Teil aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und der Bundesagentur für Arbeit finanziert
wurde. Für die Koordination des Projektes ist eine halbe Stelle bei der ZGF angesiedelt, welche die
Koordination der Projektbausteine und die Kooperation und Kommunikation mit den Schulen beinhal-
tet. Projektpartnerin ist die zertifizierte Agentur Sinus, welche in Kooperation mit der ZGF das Projekt
an den Schulen umsetzt.
3) c Projekt „be-ok“ – Speed-Dating mit Role Models
"Wer bin ich?" Berufe-Raten und Interviews mit Berufstätigen klischeefrei
In Interviews vor Ort oder online können Schulklassen Berufstätige interviewen, die geschlechtsunty-
pischen Berufen nachgehen. Die Interviews werden durch spielerische Aktionen zum Thema Ge-
schlechterklischees in der Berufswelt vorbereitet. Der Baustein wurde von der Agentur Sinus in Ko-
operation mit der ZGF entwickelt.
Es bietet sich an, die Projekte 3 a, b und c miteinander zu kombinieren.
4) Projekt „be-ok“ – „Erlebnisraum“
Der Baustein „Erlebnisraum“ hat sich hier als besonders geeignet u nd fachlich gut konzipiert darge-
stellt. Der Erlebnisraum ist ein großer Parcour, der in der Turnhalle oder Aula aufgebaut wird und Sta-
tionen und Spielflächen zu den Themen Stärken, Träume, Chancen, Beruf, Familie und Investition in
die Zukunft bietet. Im E rlebnisraum arbeiten die Jugendlichen als Klasse und in Kleingruppen. Zwi-
schendurch treffen sie sich in der Mitte, um Zwischenbilanz zu ziehen. Zum Schluss dokumentieren
sie ihre Stärken, Interessen und Lebenswünsche. Sie reflektieren, welche Berufsfelder es vor diesem
Hintergrund zu entdecken lohnt.
Weitere Bausteine des Projekts „be-ok“ sind in Teilen sehr gut für Münster geeignet und könnten ent-
sprechend angepasst angeboten werden.
5) Sexualpädagogische Programme an Schulen mit dem Fokus auf Vielfalt
Die örtlichen Träger der Sexualpädagogik bieten bereits vielfältige sexualpädagogische Programme
für Schulen an, die mit den Themen Diversität und Vielfalt vertraut machen. Hier könnten bei einem
oder mehreren Trägern entsprechende Programme gebucht werden.
III. Projekt 24/7
Um an die vorhandenen guten Strukturen und Projekte in Münster anzuknüpfen, diese zu erweitern
bzw. anzupassen und durch nicht-binäre Angebote zu ergänzen, hat das Amt für Gleichstellung mit
Unterstützung der fachlichen Expertise der Ämter 36, 40, 51, 53 und 59 in zwei Workshops ein erwei-
tertes Angebot zur gendersensiblen Bildung für Schüler*innen der Klassen 6 und/oder 7 entwickelt.
Das Projekt 24/7 hat zum Ziel, die bestehenden Angebote in Münster zur Auseinandersetzung mit
stereotypen Rollenbildern und klischeefreier Lebens- und Berufsplanung in einer mehrtägigen Pro-
jektwoche zu bündeln und um neue Angebote zu erweitern, die eine intensivere Auseinandersetzung
der Schüler*innen mit den vorgestellten Themen ermöglichen und dabei - wo pädagogisch sinnvoll -
das binäre Geschlechtermodell zu verlassen.
In einem ersten Schritt hat das Amt für Gleichstellung sechs Bausteine herausgearbeitet, die ver-
schiedene pädagogische Inhalte abdecken:
- 4 -
V/0289/2023
Neben den bereits in Münster etablierten Projekten Girls‘ Day und Boys‘ Day (Baustein 1) sowie dem
Münsteraner Jungen*- und Mädchen*tag (Baustein 2) wurde der „Erlebnisraum“ (Baustein 4) als ein
bereits etabliertes Format in die Konzeption übernommen, das die Agentur Sinus im Auftrag der Bun-
deszentrale für gesundheitliche Aufklärung entwickelt hat.1
Die Bausteine „Berufsbotschafter*innen klischeefrei“ (Baustein 3 a, b, c), „Sexualpädagogik & Vielfalt“
(Baustein 5) und „Werte, Ziele, Lebensmodelle, Gesundheit“ (Baustein 6), wurden in zwei Workshops
durch die interdisziplinäre Projektgruppe mit Beteiligung der Ämter 36,40,51,53 und 59 inhaltlich wei-
ter ausgearbeitet.
Die Projektwoche ist damit mit sechs Bausteinen versehen, die verschiedenste Aspekte der klischee-
freien und diversitätssensiblen Berufs- und Lebensplanung für Jugendliche aller Geschlechter abde-
cken:
Baustein 1 Baustein 2 Baustein 3 a, b, c Baustein 4 Baustein 5 Baustein 6
Girls´Day & Boys´Day Münsteraner
Jungen*- & Mäd-
chen*tag
Berufsbotschafter
*innen klischeefrei
Erlebnis raum Sexualpädagogik &
Vielfalt
Werte, Ziele,
Lebensmodelle,
Gesundheit
Der Aktionstag bietet
Schülerinnen und Schü-
lern ein Tagesprakti-
kum in geschlechtsun-
typischen Berufen mit
einem Männer - bzw.
Frauenanteil jeweils
unter 40%.
Die Jugendlichen
beschäftigen sich am
Mädchen- und Jun-
gentag in geschlech-
tergetrennten Grup-
pen mit Identität,
Rollenbildern, Le-
bensplanung, Sexua-
lität, sexueller und
geschlechtlicher
Vielfalt, Schönheits-
idealen und kulturel-
len Normen.
Der Baustein stellt
Kontakte zu Auszubil-
denden, Studierenden
und berufstätigen
Menschen in ge-
schlechtsuntypischen
Berufen her, um in
direktem Kontakt das
Thema der klischee-
freien Berufswahl und
den beruflichen All tag
in den jeweiligen Be-
rufsfeldern anschaulich
und praxisnah zu ver-
mitteln.
Der Erlebnisraum
eröffnet eine viel-
fältige, geschlech-
teroffene und
diversitätsbewusste
Erkundung der
eigenen Stärken
und Schwächen in
der Klassengruppe
und öffnet Perspek-
tiven auf die eige-
nen Wünsche und
Ziele in Bezug auf
Lebens- und Be-
rufsplanung.
Der Baustein ver-
mittelt Wissen,
Hintergrund, Hal-
tungen und Orien-
tierung rund um
das Thema Körper-
lichkeit und Sexuali-
tät als Grundlage
für eine erfüllende,
wertschätzende
und grenzacht ende
Sexualität für sich
selbst, Part-
ner*innen und
andere Menschen.
Werte, Ziele,
Lebensmodelle,
Gesundheit
Der Baustein
nimmt die Ele-
mente für eine
gesunde, ausba-
lancierte, berei-
chernde persön-
liche Lebens-
und Berufspla-
nung in den
Blick.
1 Bereits bestehende Bausteine sind in der Grafik durch eine Umrahmung hervorgehoben.
- 5 -
V/0289/2023
Weitere Informationen zu den sechs Bausteinen sind den als Anlage beigefügten Steckbriefen zu
entnehmen.
Darüber hinaus wurden übergreifende Kriterien zur Durchführung der Projektwoche identifiziert:
Koordinierende Stelle im Umfang von 0,5 VZÄ (E 11, ca. 40.000 € Jahr) bei einem Träger
Schutzkonzept für die Projektbausteine
Einbezug von Expert*innen, z.B. Schulsozialarbeitende, Klassenleitungen, Lehrkräften
Zusammenarbeit mit außerschulischen Vereinen, Verbänden, Institutionen, Hochschulen
Die Gesamtkalkulation bewegt sich nach grober Schätzung bei einem jährlichen Finanzbedarf von ca.
300.000 € (vgl. Projektsteckbriefe; Summe der Bausteine) für je zehn teilnehmende Schulen. Derzeit
sind im Budget Amtes für Gleichstellung lediglich die Mittel für den Mädchen*- und Jungen*tag hinter-
legt.
Es ist zu prüfen, ob, wie bei dem Projekt „be -ok“ aus Bremen, Mittel aus dem Europäischen Sozial-
fond und der Bundesagentur für Arbeit beantragt werden können.
Ebenfalls ist eine Teilfinanzierung durch Sponsoring denkbar, insbesondere bei Baustein 5 „Berufs-
botschafter*innen klischeefrei“ (durch Firmen) und bei Baustein 4 „Werte, Ziele, Lebensmodelle, Ge-
sundheit“ (durch Krankenkassen).
Der Auftrag aus dem Ausschuss für Gleichstellung am 3.5.2022 ist damit erledigt.
gez.
Markus Lewe
Anlagen: Anlage 1 Projektsteckbriefe
Anlage_Projektsteckbriefe 24_7_V-289-2023
12363 Zeichen
Anlage 1 zu V/0289/2023 Projekt 24/7: Projektsteckbriefe 1 Girls' Day & Boys' Day Bestehendes Konzept, wird in Münster bereits umgesetzt Zusammenfassung Der Aktionstag bietet Schülerinnen und Schülern ein Tagespraktikum in geschlechtsuntypischen Berufen mit einem Männer- bzw. Frauenanteil jeweils unter 40%. Ziele Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees etablieren. Inhalte Girls‘ Day: Der Girls' Day ist ein bundesweiter Orientierungstag zur Berufs- und Studienorientierung von Mädchen. Am Girls' Day lernen Mädchen Berufe oder Studienfächer kennen, in denen der Frauenanteil unter 40 Prozent liegt, z. B. in den Bereichen IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik. Oder sie begegnen weiblichen Vorbildern in Führungspositionen aus Wirtschaft und Politik. Boys‘ Day : Am Boys' Day lernen Jungen Berufe oder Studienfächer kennen, in denen der Männeranteil unter 40 Prozent liegt, z. B. in den Bereichen Gesundheit/Pflege, Bildung/Erziehung/Soziales oder Dienstleistung. Oder sie nehmen an Workshops zur Berufs- und Lebensplanung oder zu Rollenbildern teil. Methoden Tagespraktikum in geschlechtsuntypischen Berufen Aktionsform nach Geschlechtern binär Kooperationspartner*innen Aktionsbündnis Girls' und Boys' Day Münster, Kompetenzzentrum Technik-Diversity- Chancengleichheit e.V. Bielefeld. Dauer Ca. 6 Stunden / 1 Tag Geschätzte Kosten Es entstehen keine zusätzlichen Kosten (Koordinierende Begleitung liegt bereits im Amt für Gleichstellung). Quelle/ Referenz: https://www.girls-day.de/ ; https://www.boys-day.de/ 2 Münsteraner Mädchen*- und Jungen*tag Bestehendes Konzept, wird in Münster bereits umgesetzt Zusammenfassung Die Jugendlichen beschäftigen sich am Mädchen- und Jungentag in geschlechtergetrennten Gruppen mit Identität, Rollenbildern, Lebensplanung, Sexualität, sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, Schönheitsidealen und kulturellen Normen. Ziele Stereotype Geschlechterklischees und Rollenerwartungen kritisch hinterfragen und dekonstruieren Kommunikativen Fähigkeiten durch vielfältigen Austausch mit der Peer-Group und den Referent*innen fördern Zur Entwicklung eines selbstbestimmten Lebens und einer selbstbestimmten Sexualität beitragen Lebenswelten von LSBTIQ* Menschen sichtbar machen und für Akzeptant und Toleranz werben Geschlechtssensible Hilfsangeboten bei Problemen aufzeigen Kinder- und Jugendhilfe und Schule vernetzen. Inhalte Auseinandersetzung mit unterschiedlichen männlichen, weiblichen bzw. diversen Lebens- und Identitätsentwürfen, um vielfältige Möglichkeiten und Perspektiven aufzuzeigen, die zur Entwicklung eines selbstbestimmten Lebens beitragen können. Thematisierung von Problemen und Leiden, die u.a. durch stereotype Sozialisation als Mädchen und Jungen entstehen können. Lernen des Verbalisierens von Gefühlen. Förderung des Austauschs mit der Peergroup. Thematisierung und Veränderung von Ungleichheiten in unserer Gesellschaft aufgrund von Geschlecht, sexueller Orientierung und Lebensentwürfen Die Schüler*innen bekommen die Möglichkeit, in Koproduktion Herausforderungen von Lebensplanung unter Berücksichtigung verschiedener Gender-Identitäten zu erarbeiten und sich mit eigenen Vorstellungen, Wünschen und Zukunftsplänen auseinanderzusetzen Methoden Die Klassen werden geschlechtergetrennt unter Anleitung möglichst gleichgeschlechtlicher Referent*innen in spielerischer Form wie Gruppenarbeit, Bewegungsspielen, Ratespielen, Diskussionen mit den Inhalten vertraut gemacht. Dies geschieht in Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit oder z.B. in der Turnhalle der Schule. Eine Öffnung für weitere Geschlechter wird angestrebt, ist aber aus organisatorischen und praktischen Gründen bisher nur Teil der inhaltlichen Vermittlung. Aktionsform nach Geschlechtern Binär, Möglichkeit der Eigenzuordnung Kooperationspartner*innen AWO Münsterland-Recklinghausen, Abt. Jugendarbeit und Sexualpädagogik Dauer ca. 4-5 Stunden Kosten 38.000 / Jahr (bereits als Zuschuss an den Träger AWO im Haushalt des Amtes für Gleichstellung veranschlagt) für ca. 14 Schulen pro Jahr Quelle/ Referenz: https://www.awo-msl-re.de/einrichtung/muensteraner-maedchen- und-jungentag 3 a, b, c Berufsbotschafter*innen klischeefrei Noch zu entwickeln – Neukonzeption in Anlehnung an die Programme Ausbildungsbotschafter*innen und Azubi-Speed-Dating Zusammenfassung Der Baustein stellt Kontakte zu Auszubildenden, Studierenden und berufstätigen Menschen in geschlechtsuntypischen Berufen her, um in direktem Kontakt das Thema der klischeefreien Berufswahl und den beruflichen Alltag in den jeweiligen Berufsfeldern anschaulich und praxisnah zu vermitteln. Ziele Mehr Offenheit bei der Berufswahl, geschlechtsuntypische Berufe kennen lernen, mehr Kontakt mit der Praxis ohne Klischees Inhalte a) Ausbildungsbotschafter*innen (Trägerin in Münster: Handwerkskammer) Ausbildungsbotschafterinnen und -botschafter sind Jugendliche im zweiten oder dritten Ausbildungsjahr und damit kaum älter als die Schülerinnen und Schüler. Auf Augenhöhe können sie authentisch aus ihrem Arbeitsalltag berichten, sowie darüber, was an ihrem Beruf Spaß macht und warum sie sich dafür entschieden haben. Außerdem organisieren sie für besonders interessierte Schülerinnen und Schüler Betriebsbesuche oder Praktika, damit diese ihre Wunschberufe praktisch kennenlernen können. b) Azubi Speed-Dating (Trägerin in Münster: Industrie- und Handelskammer) Schüler*innen können sich bis zu vier Unternehmen aus Industrie, Handel und Handwerk, aus sozialen wie auch kommunalen Einrichtungen aussuchen, die sie am Aktionstag Daten wollen. In einem zehnminütigen Gespräch können die Schüler*innen und die Vertretungen der Unternehmen einen ersten Eindruck voneinander gewinnen. Im besten Fall kommt es zu einer weiteren Verabredung, z.B. einem Schnupperpraktikum oder einem Ausbildungsvertrag. Für das Projekt 24/7 wird an die bestehenden Konzepte der Ausbildungsbotschafter*innen und des Azubi Speed-Dating angeschlossen, allerdings mit dem Focus auf geschlechtsuntypische Berufe. c) "Wer bin ich?" Berufe-Raten und Interviews mit Berufstätigen klischeefrei (von der Agentur sinus als Baustein des Bremer Projekts be-ok entwickelt.) In Interviews vor Ort oder online können Schulklassen Berufstätige interviewen, die geschlechtsuntypischen Berufen nachgehen. Die Interviews werden durch spielerische Aktionen zum Thema Geschlechterklischees in der Berufswelt vorbereitet. Methoden Interviews, Gespräche, Rollen- und Ratespiele Aktionsform nach Geschlechtern offen (alle Geschlechter) Kooperationspartner*innen a) HWK, b) IHK, c) N.N. Übergreifend: Kammern, Hochschulen, Pflegeinrichtungen, Sozial- und Erziehungsdienste, Verwaltungen, Versicherungen Dauer ca. 4 Stunden Kosten a) + b) Es entstehen keine zusätzlichen Kosten (bereits bei den Institutionen etabliert), c) N.N. Gesamtkosten ca. 13.000 € für 10 Schulen pro Jahr. Für diesen Baustein ist ein Sponsoring denkbar. Quelle/ Referenz: https://www.hwk- muenster.de/de/betriebsfuehrung/personal/mitarbeitergewinnung ; https://www.ihk.de/nordwestfalen/System/vst/3498908?id=302470&terminId=478218 ; https://be-ok.de/ 4 Erlebnisraum Bestehendes Konzept (buchbar) Zusammenfassung Der Erlebnisraum bietet eine vielfältige, geschlechteroffene und diversitätsbewusste Erkundung der eigenen Stärken und Schwächen in der Klassengruppe und öffnet Perspektiven auf die eigenen Wünsche und Ziele in Bezug auf Lebens- und Berufsplanung. Ziele Entdecken der eigenen Stärken, Schlüsselkompetenzen, Interessen, Zukunftswünsche, Entwicklungspotenziale und deren Verbindung mit Berufsfeldern Auseinandersetzung mit Geschlechterbildern im Berufs-, Alltags- und Familienleben im Sinne von Chancengerechtigkeit Sensibilisierung für die Vielfalt von Lebensmodellen und die Bedeutung von Entscheidungen in bestimmten Lebensphasen Kennenlernen der regionalen Beratungsstellen mit ihrem Unterstützungsangebot Inhalte Im Mittelpunkt des ERLEBNISRAUMS steht das Leben – symbolisiert durch ein Spielfeld mit verschlungenen Wegen, Chancen und Möglichkeiten: Immer wieder stehen die Jugendlichen vor der Wahl, müssen sich entscheiden, können aber auch wieder eine neue Richtung einschlagen. Von hier aus entdecken sie verschiedene Themeninseln mit Aufgaben: Stärken: Darin bin ich gut, darin könnte ich‘s auch werden. Träume: Das ist mir im Leben wichtig – dafür möchte ich mich engagieren. Chancen: Diese Chancen könnte ich als Mädchen/als Junge wahrnehmen. Beruf: Diese Berufsfelder möchte ich kennenlernen, hier gibt es Bedarf. Familie: So möchte ich später gerne einmal leben und arbeiten. Investition: Das setze ich für meine Zukunft und meine Ziele ein. Methoden Im ERLEBNISRAUM arbeiten die Jugendlichen als Klasse und in Kleingruppen. Zwischendurch treffen sie sich in der Mitte, um Zwischenbilanz zu ziehen. Zum Schluss dokumentieren sie ihre Stärken, Interessen und Lebenswünsche. Sie reflektieren, welche Berufsfelder es vor diesem Hintergrund zu entdecken lohnt. Zum Projekt gehören ein vorbereitendes Planungstreffen, ein Lehrkräfte-Workshop mit Vorschlägen für die Weiterarbeit, ein Informationsabend für Erziehungsberechtigte sowie bedarfsorientiert ein Pressetermin im Erlebnisraum. Aktionsform nach Geschlechtern offen (alle Geschlechter) Kooperationspartner*innen Agentur Sinus im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit Dauer Drei oder mehr Stunden pro Klasse, ggf. Einbindung der Eltern Geschätzte Kosten 90.000 - 200.000 Euro für zehn Schulen (je nach Umfang der gebuchten Leistung) Quelle/ Referenz: https://be-ok.de/ ; https://komm-auf-tour.de/angebote/erlebnisraum/ 5 Sexualpädagogik und Vielfalt Bestehende Projekte der sexualpädagogischen Träger in Münster – Abstimmung mit Trägern und Anpassung notwendig Zusammenfassung Der Baustein vermittelt Wissen, Hintergrund, Haltungen und Orientierung rund um das Thema Körper und Sexualität als Grundlage für eine erfüllende, wertschätzende und grenzachtende Sexualität für sich selbst, Partner*innen und andere Menschen. Ziele Jugendliche sollen informiert, selbstbewusst, selbstbestimmt und grenzachtend mit ihrer Sexualität umgehen können. Die Wahrnehmung der eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle und die der jeweiligen Partner*innen soll verbessert werde. Die Jugendlichen sollen mehr Wissen über Vielfalt und Diversität erlangen. Die Sprache und Kommunikation rund um die Themen Körperlichkeit und Sexualität soll gestärkt werden. Inhalte Es wird Wissen rund um Sexualität, Körper, Liebe, sexuelle Rechte, Verhütung, sexuelle Gesundheit und sexuelle Identitäten und geschlechtliche Vielfalt vermittelt. Darüber hinaus können Sexualität in Medien, Sprache rund um Sexualität, Sexualität und gesellschaftliche Rollenzuschreibungen Thema sein. Methoden Diverse Methoden Aktionsform nach Geschlechtern offen (alle Geschlechter) Kooperationspartner*innen Träger der Sexualpädagogik in Münster Dauer Ein Schulvormittag (2.–6. Stunde) Kosten ca. 38.000 € für 10 Schulen pro Jahr Quelle/ Referenz: Angebote der Sexualpädagogischen Träger 6 Werte, Ziele, Lebensmodelle, Gesundheit Noch zu entwickeln - Neukonzeption mit Anlehnung an Projekt „be-ok“ Zusammenfassung Der Baustein nimmt die Elemente für eine gesunde, ausbalancierte, bereichernde persönliche Lebens- und Berufsplanung in den Blick. Ziele Einen wertschätzenden Blick auf die eigenen Vorlieben, Interessen und Ressourcen. Eine Berufs- und Lebensplanungen, die den eigene Bedürfnissen, Möglichkeiten und Wünschen entspricht. Inhalte Wie sehen die 24 Stunden meines Tages aus, wenn ich 30 Jahre alt bin? Wie und wo lebe ich? Mit wem? Wie sind Arbeit, Freizeit, soziale Kontakte, Familie, Sport und Hobbys gewichtet? Wie viele Stunden möchte ich jeweils mit was verbringen? Work-Life-Balance Seelische/mentale und körperliche Gesundheit Gesunde Ernährung Bewegung Methoden Gruppengespräch, Stuhlkreis, Arbeitsblätter, Kleingruppenarbeit, Spiel Aktionsform nach Geschlechtern offen (alle Geschlechter) Kooperationspartner*innen Evtl. Krankenkassen Dauer ca. 5 Stunden Kosten ca. 38.000 / Jahr für 10 Schulen Quelle/ Referenz: https://be-ok.de/
Anlage A
1356 Zeichen
Anlage A zur V/0289/2023 Kurzüberblick Konzeption einer Projektwoche für Schulen inklusive einer groben Kostenschätzung, die das Amt für Gleichstellung im Auftrag der Politik in Kooperation mit anderen Ämtern erstellt hat. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Das Projekt „24/7“ ergänzt die bisherigen Angebote in Münster um Projektelemente zur klischee- freien Lebens- und Berufsplanung um weitere Bausteine, die in einer bis zu 4-tägigen Projektwo- che eine ausführlichere Beschäftigung mit der eigenen Lebens- und Berufsplanung von Schü- ler*innen ermöglichen und die binären Geschlechterkategorien erweitern. Ziele: Förderung der Gleichstellung in Münster Zielgruppenspezifische Gleichstellungsarbeit für Jugendliche aller Geschlechter Finanzierung Produktgruppe: 0104 Gleichstellung aller Geschlechter Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Der Bericht selbst hat keine Auswirkungen auf den Haushaltsplan Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig x vollständig freiwillig Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Berücksichtigt Unterschiede zwischen den Geschlechtern und baut Diskriminierung ab.
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0289/2023
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 04.07.2023
- Erstellt
- 05.05.2023 16:10