Stadtteilmütter- Verstetigung ab 2022
Antrag nach § 12 (Dringlichkeitsantrag) AN/1303/2021 vom 04.06.2021
Stand: Am 14.06.2021 in der Bezirksvertretung 9 (Mülheim) ungeändert beschlossen.
Die KI fasst die Dokumente zusammen. Das dauert bis zu drei Minuten.
Dokumente
-
Dringlichkeits-Antrag an die BV Verstetigung STM
PDF
Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.
SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 51065 Köln - Wiener Platz 2a -------------------------------------------------------------------------- Gleichlautend an: Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Rathaus Köln Herrn Bezirksbürgermeister Norbert Fuchs Bezirksrathaus Köln-Mülheim Köln, den 04.06.2021 Dringlichkeitsantrag zur Sitzung der BV 9 am 14.06.2021 Stadtteilmütter- Verstetigung ab 2022 Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister, sehr geehrter Frau Oberbürgermeisterin, die SPD- und CDU-Fraktion sowie die FDP in der Bezirksvertretung Mülheim bitten Sie, nachstehen-den Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Mülheim zu setzen: Beschluss: Die Bezirksvertretung Mülheim beschließt die Verwaltung zu beauftragen, die Fortführung des erfolgreichen Mülheimer Stadtteilmütterprojektes mit sechs Stadtteilmüttern und zwei sozialpädagogischen Fach-kräften (einschließlich Projektleitung) dauerhaft ab dem Jahr 2022 sicherzustellen. Die dafür benötigten Mittel in Höhe von 299.606,00 € sind zunächst im Rahmen der Aufstellung des Haushalts 2022 zu berücksichtigen. Begründung Nach Abschluss der Förderphase Mülheim 2020 sind aktuell bis Ende 2021 vier Stadtteilmütter sozialversicherungspflichtig mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von je 19,5 Stunden beschäftigt und werden über das Bezirksjugendamt Mülheim beauftragt und finanziert. Zwei weitere Stadtteilmütter werden ebenfalls mit je 19,5 Wo.-Std. bis zum Jahresende 2021 von fünf Kölner Stiftungen für die Durchführung eines Mikroprojektes: „Gesundheitsförderung von sozial benachteiligten Kindern neu zugewanderter EU-Bürger in Köln-Mülheim“ finanziert. Die Stadtteilmütter, die alle über einen Migrationshintergrund verfügen und viele verschie dene Sprachen sprechen, wurden selbst über das Programm MÜLHEIM 2020 in den Arbeitsmarkt integriert und werden weiterhin über eine Teilzeitstelle Projektleitung bei der CSH koordiniert und angeleitet. Eine der sechs ausgebildeten Stadtteilmütter hat zwischenzeitlich einen Bachelor in Sozialer Arbeit erworben, die Projektleitung verfügt über einen pädagogischen Hochschulabschluss. Insofern kann das Projekt Stadtteilmütter auch Aufgaben der sozialpädagogischen Bera tung, Betreuung und Familienhilfe durchführen und die anderen Stadtteilmütter als Ergänzungskräfte anleiten. Die Stadtteilmütter erreichen gemeinsam jährlich ca. 600 Familien mit über 1.200 Kindern. Die Familien erhalten bedarfsgerechte Hilfen zu allen wichtigen Themen (z.B. Existenzsicherung, Krankenversicherung und Gesundheitsförderung, Bildungsförderung und Elterngespräche, Vermittlung in Integrationskurse, Hilfen bei Wohnungsproblemen, familiären Problemen, Erziehungsproblemen, Aufenthaltsstatus u.a. Es erfolgt eine enge Kooperation mit der Sozial- und Familienberatung der CSH, der Sozialraum-koordination, mit dem Jugendamt, den örtlichen Schulen, OGS und Kitas, dem IKD/Kommunalen Integrationszentrum, mit Kinderärzt*innen, dem Zentrum für Früherkennung und Frühförderung, Jugendzentren, Bürger- und Stadtteilzentren und vielen anderen Einrichtungen und Fachdiensten. Die Stadtteilmütter nehmen jährlich über 3.500 Termine mit den betreuten Familien wahr. Sie begleiten Familien aus über 30 Herkunftsländern. Schwerpunktländer sind hierbei die T ürkei, Bulgarien, Syrien, Afghanistan, Iran, Irak und verschiedene Länder des afrikanischen Kontinentes. Sollte die Finanzierung über die Stadt Köln zum 31.12.2021 enden, ginge dieses wichtige Integrationsprojekt im Stadtbezirk Mülheim endgültig verloren. Neben dem Verlust der Arbeitsplätze für die Stadtteilmütter würde damit auch eindeutig gegen die Zielsetzung der Nachhaltigkeit beim Einsatz der Fördermittel Mülheim 2020 verstoßen. Auch ginge ein wichtiges Element der präventiven, begleitenden und nachsorgenden Kinder-, Jugend- und Familienhilfe verloren, das nach Aussage der Leitung des Bezirksjugendamtes Köln-Mülheim zu erheblichen jährlichen Kosteneinsparungen im Bereich der Fachleistungsstunden der HzE-Maßnahmen beiträgt. Die Stadtteilmütter sind nach mittlerweile 10jähriger Tätigkeit erfahrene Fachkräfte und im Stadtbezirk Mülheim etabliert. Sie verfügen über Zugänge zu allen Migranten-Communities, zu denen Behörden, die Clearingstelle und andere Einrichtungen kaum Zugang gefunden haben. Neben der Komponente der aufsuchenden Angebote hat sich mittlerweile eine „Komm -Struktur“ entwickelt. Die Familien, die bedarfsgerechte Hilfen durch ganzheitliche Betreuung, Begleitung, Sprach- und Kulturmittlung erhalten haben, empfehlen die Hilfen weiter in ihre m sozialen Umfeld. Die aktuellen Erfordernisse der Pandemiebekämpfung, aber auch die prekäre Situation der Kindergesundheit im Stadtbezirk Mülheim, die besonderen Integrationsaufgaben in den Schulen sowie das Jugendamt bedürfen dieser professionellen Unterstützung. Nicht zuletzt erfüllen die Stadtteilmütter das in § 5 SGB VIII verankerte Wunsch - und Wahlrecht der Familien, sofern die hier entstehenden Kosten nicht unverhältnismäßig hoch sind. Das sind sie im Falle der Stadtteilmütter nicht, denn nach Berechnungen des Bezirksjugendamtes liegt der Effekt der Kosteneinsparung durch die Stadtteilmütter weit über den Kosten zum Betrieb der Einrichtung. Eine dauerhafte existenzsichernde Grundfinanzierung der Stadtteilmütter wäre ein nachhaltiger Beitrag zur Erfüllung der wichtigen städtischen Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe, der Bildungs- und Gesundheitsförderung und Integration der Familien. Begründung der Dringlichkeit: Die Haushaltsplanberatungen für das Haushaltsjahr beginnen im Rat mit der Augustsitzung. Um die Maßnahme bei den Beratungen noch zu berücksichtigen, kann die Sitzung der Bezirksvertretung Mülheim am 06.09.2021 nicht abgewartet werden. gez. Alexander Lünenbach gez. Thomas Portz gez. Torsten Tücks Alexander Lünenbach Dr. Thomas Portz Torsten Tücks (FDP) (SPD-Fraktionsvorsitzender) (CDU-Fraktionsvorsitzender)
Beratungsverlauf
Zur Rückmeldung speichern wir nur Ihre Antwort, die Seite und den Tag. Eine IP-Adresse speichern wir dazu nicht, und wir setzen kein Cookie. Mehr zum Datenschutz