1918/2021
Digitalstrategie - Datenstrategie
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Mitteilung Ausschuss
3684 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle I/I/D2 Vorlagen-Nummer 09.06.2021 1918/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Digitalisierungsausschuss 30.08.2021 Digitalstrategie - Datenstrategie Ausgangslage Mit Dringlichkeitsantrag gem. § 12 der Geschäftsordnung des Rates AN/0819/2021 vom 19.4.2021 beantragen die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, CDU-Fraktion, SPD-Fraktion, FDP-Fraktion, Frakti- on DIE LINKE, Volt-Fraktion und die Ratsgruppe Klimafreunde gemeinsam eine Einladung an die einzelnen städtischen Dezernate sowie die städtischen Beteiligungsgesellschaften, ihre Digitalisie- rungsstrategie dem Digitalisierungsausschuss vorzustellen. Ziel ist es, die Möglichkeit zu nutzen, durch den neu geschaffenen Digitalisierungsausschuss alle re- levanten Themen der digitalen Transformation in einem Ausschuss zu bündeln und wegweisende Entscheidungen zu treffen. Dazu bedarf es eines gemeinsamen Informationsstandes aller Aus- schussmitglieder hinsichtlich der Teil-Strategien der Dezernate und der in die digitale Transformation involvierten städtischen Beteiligungsgesellschaften. Sachstand: Die "Digitale Stadt" wird seit 2012 (0687/2012) als ein umfassendes Querschnittsthema für die ge- samte Stadtgesellschaft verstanden, mit entsprechender durchgängiger Berücksichtigung in allen Bereichen der Verwaltung. Auf strategischer Ebene verzahnt und integriert die Digitalstrategie Köln (3854/2015) bereits beste- hende, erfolgreiche sowie in Planung befindliche Strategien und Initiativen und berücksichtigt die digi- talen Aspekte in allen Planungen. Als einige innerstädtische Beispiele seien auszugsweise genannt: „Gigabit Masterplan Cologne 2025“, „Strategie Digitale Bildungsstrategie Stadtbibliothek“, „Konzept zu einer ganzheitlichen technischen Schul-IT an Kölner Schulen“, „Leitlinienprozess zur Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern“, elektronische Akten und Langzeitarchivierung, Open Government, Daten- ökosystem und Open Data, Nutzung von Geodaten / Geostrategie, „Stadtstrategie Kölner Perspekti- ven 2030+“, „Bestandserfassung Sozialer Infrastruktur“ sowie die gemeinsame Digitalstrategie für die Museen und Shared Service Center im Rahmen des Programms „Museen, Menschen, Medien“. Auf Umsetzungsebene verknüpfen zielgerichtete Digitalisierungsprogramme die einzelnen Aktivitäten. Die Plattform Digitalstrategie führt mit den Digitalen Lots*innen und den Vertreter*innen der Quer- schnittsdienststellen die Akteure unter Einbeziehung des städtischen IT-Sicherheitsbeauftragten, des städtischen Breitbandbeauftragten und des gesamtstädtischen Datenschutzbeauftragten zusammen. Als Teil der gesamtstädtischen Digitalstrategie unterstützt die Datenstrategie die themenübergreifen- de Vernetzung der Stadt mit der Stadtgesellschaft und den städtischen Beteiligungsgesellschaften. Im Rahmen des Interfraktionellen Gesprächs am 1.3.2021 hat Dezernat I (Stabsstelle Digitalisierung) bereits einen Überblick über die übergreifende Digitalstrategie Köln gegeben. Die aktuellen Sachstände zum Digitalisierungsprogramm 2019-2022 – Schwerpunkt „Dienstleistungen für Bürger*innen und Unternehmen“ und „Digitale Bildung“ sowie zur Umsetzung des Onlinezugangs- gesetzes in Köln sind der Mitteilung 1759/2021mit entsprechenden Anlagen zu entnehmen. 2 Eine Vorstellung der städtischen smarten Datenstrategie, die u. a. mit den Fördermaßnahmen und Projekten zu „un|box cologne“ umgesetzt wird, wird als Anlage zu dieser Mitteilung vorgelegt. Ausblick: Für die folgenden Sitzungen wird die Vorstellung der o.g. mit der Digitalstrategie verbundenen Teil- /Fachstrategien erfolgen. Gez. Prof. Dr. Diemert i.V. für Dez.I
2021-05-14_Anlage_smarte_Datenstrategie_final
23759 Zeichen
2021
Daten „machen“
Strategie
VOM URBANEN DATENÖKOSYSTEM ZUR DIGITALEN
ZUKUNFTSSTADT UND ZUR SMARTCITY-FÖRDERUNG DES
BUNDES
I-D2 – STABSSTELLE STRATEGIE;DIRK BLAUHUT
1 Datenstrategie
INHALT
MANAGEMENT SUMMARY ..................................................................................................................................... 2
DATENSTRATEGIE .................................................................................................................................................... 4
Datenstrategie 2
MANAGEMENT SUMM ARY
Dass Daten wesentlicher Baustein der Digitalisierung sind, hat sich mittlerweile in den diversen Strategien
fest etabliert. Wesentlich wichtiger als die Erhebung und die Vorratshaltung der Daten ist dabei aber die
intelligente Verschneidung und Nutzung dieser Daten. Daher hat sich die Stadt Köln entschlossen, das
Datenökosystem zu einem Teil der Digitalisierungsstrategie zu machen.
Entscheidend für Köln ist die Frage, mit welchen digitalen Zielsetzungen, Strategien und Anwendungen
es zu einem für Bürger *innen spürbaren weiteren Mehrwert an Lebensqualität in der Stadt kommen
kann. Für viele Handlungsfelder sind bereits entsprechende Bezüge hergestellt und digitale Projekte
initiiert worden. Jetzt geht es darum, auch für die integrierte Stadtentwicklung ein integriertes
Datenmanagement aufzubauen und anwendbar zu gestalten. Das Datenwertschöpfungsmodell soll der
Stadt helfen, digitale und regulative Rahmenbedingungen zu setzen und neue Kooperationsformen zu
finden, die ihr auch zukünftig ein hohes Maß an Gestaltungsmöglichkeiten im Sinne des Gemeinwohles
ermöglicht.
Grundlage hierfür ist die Bündelung und Verknüpfung von maßgeblichen Daten zur Erreichung von
Synergieeffekten un d der Fähigkeit zur Steuerung von Prozessen für informierte Entscheidungsfindung.
Köln steht wie alle Kommunen im digitalen Wettbewerb mit Privaten. Die Handlungssouveränität ist
bereits in den kommenden Jahren gefährdet (Services, Plattformen, KI -Anwendun gen etc.). Die
Achillesfersen sind Wettbewerb um Daten und anwenderfreundliche Lösungen. Die Datenverfügbarkeit
(Quantität/Qualität) und eigene kommunale Fähigkeiten zu ihrer integrierten und leichten Nutzung sind
Schlüssel zur erfolgreichen Modellierung/A nwendung in Stadtentwicklung, Infrastruktur, Verke hr,
Wohnen, Umwelt und dem Wachstum Allgemein.
Maßgeblich dafür ist der verbindlich geordnete Umgang mit Daten. Ohne einen vorgegebenen und von allen
Akteuren getragenen Rahmen ist ein geregelter, effizienter und skalierbarer Austausch und das Management
von Daten unter Berücksichtigung von Datensouveränität und Transparenz nicht möglich. Der Schlüssel für den
erfolgreichen Betrieb eines gesunden Datenökosystems ist daher ein sich iterativ entwickelndes und von allen
akzeptiertes Datenmanagementsystem auf Grundlage eines abgestimmten Rahmens. Dieser besteht aus Leit -
und Richtlinien, Prozessen, Rollen, Anforderungen an Daten und -qualität sowie Compliance-Vorgaben, SLAs
zwischen den Akteuren, Regelungen für die Nutzung von Daten sowie Kennzahlen und Strategien, zur
Überprüfung der Einhaltung der Vorgaben.
Drei Leitprojekte bilden dabei die Gesamtstrategie aus und werden im Einzelnen aber auch in ihrem
Zusammenspiel hier beschrieben:
3 Datenstrategie
UDK:25
In 2019 wurde die Konzeption Urbane Datenplattform Köln 2025 (UDK:25) entwickelt. Sie hat das Ziel, durch
einen vierteiligen systemischen Kreislaufansatz (Datenerfassung und -generierung, Datenaufbereitung und -
distribution, Wachstum der digitalen Community und Projektentwicklung für digitale Anwendungen) die
digitale Kompetenz und Souveränität durch die urbane Datenplattform zu stärken und damit die
Daseinsvorsorge für die Bürger*innen in Köln zu optimieren und in eine europäische Vorreiterreiterrolle
urbaner digitaler Anwendungen und Lösungen zu kommen.
Kooperation Köln/SWK
Parallel zu diesem Prozess wurde zwischen der Stadt Köln und den Stadtwerken Köln ein Kooperationsprozess
aufgesetzt, der zu gemeinsamen ersten Pilotprojekten im Bereich der digitalen Kooperation und A nwendungen
führt. Dieser Prozess leitet die gemeinsame Kooperation im Digitalbereich zwischen Stadt und SWK als „Digitale
Zukunftsstadt Köln“ ein. Dies schafft die Grundlage für bessere Services, eine verbesserte Steuerung und
zukünftig eine bessere Vorausschau durch Simulationen des gesamten Konzerns.
Geplant ist der Aufbau eines urbanen Datenökosystems, in dem die Daten der Stadt und der SWK use -case-
bezogen integrativ genutzt und dadurch Mehrwerte im Sinne des Gemeinwohles erzielt und darüber hinaus
neue Geschäftsfelder entwickelt werden. Eine detaillierte Präsentation der einzelnen Use-Cases erfolgt in der
nächsten Ausschusssitzung.
BMI-Modellprojekt Smart Cities – un|box Cologne
Wie das Bundesministerium des Inneren am 08.09.2020 mitteilte, hat sich die Stadt Köln erfolgreich in der 2.
Förderstaffel als „Modellprojekt Smart City“ beim Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI)
beworben. Das Motto der Förderstaffel lautet „Gemeinwohl und Netzwerkstadt/Stadtnetzwerk“. Für die
insgesamt 32 ausgewählten Modellprojekte stehen rund 350 Millionen EUR zur Verfügung, um digitale
Strategien für das Stadtleben der Zukunft zu entwickeln & zu erproben.
Unter dem Arbeitstitel „Köln – Deine Stadt Deine Ideen (1.000.000 Einwohner, 1.000 Impulsgeber, 100
Dialoge, 50 Projekte, 100% Verbindlichkeit) wird Köln zur Förderung des Gemeinwohles und der kommunalen
Datensouveränität die Digitalisierung für die weitere Entwicklung der Stadt sehr zügig, prozesssicher und
verbindlich ausbauen. Das Projekt ist auf insgesamt 7 Jahre angelegt und wird vom Bund mit rund 12,5 MIO
EUR gefördert. Die Kommune leistet einen Eigenanteil in Höhe von 35%
Rahmensetzung
Die UDK wie die digitale Zukunftsstadt Köln und auch das Förderprojekt un|box haben das Ziel, die Stadt Köln
im Bereich Digitalisierung und urbanes Datenökosystem führend in Europa weiterzuentwickeln. Hierzu gehören
wichtige Grundsätze, die in der Weiterentwicklung des Prozesses die Grundlage bilden.
Dies sind u.a.:
• Stärkung des Gemeinwohles und der Daseinsfürsorge
• Stärkung der Daten-Souveränität
• Stärkung der Cybersicherheit und Robustheit der Systeme
• Zukunftsfähigkeit
• Identifikation bester Open-Source-Strategien
• Auf- und Ausbau digitaler Infrastrukturen
• Identifikation eigener Services und Wertschöpfungsketten
• Enge Vernetzung zu den Bedarfen der städtischen Gemeinschaft
Datenstrategie 4
DATENSTRATEGIE
Ausgehend von der Erkenntnis, dass der digitale Wandel in der Mitte der Gesellschaft verankert ist, stellt schon
die Digitalstrategie 2016 einen engen Bezug aller kommunalpolitischen Handlungsfelder zur Digitalisierung her.
Bezogen auf die Verwaltungsprozesse ermöglicht ihre Optimierung und Digitalisierung, bessere Services und
Leistungen gegenüber dem Bürger und der Wirtschaft zu erbringen und gerade dafü r die Stadtorganisation
effektiver zu gestalten.
Die Bereitstellung digitaler Prozesse für die Stadt und Stadtgesellschaft stellt städtisch wie administrativ eine
große Herausforderung dar. Derzeit drängen vermehrt private Anbieter in den Sektor der
gemeinwohlorientierten Serviceanbieter. Damit besteht die Gefahr, dass Städte ihre Steuerungsfähigkeit
verlieren könnten. Eine gute zukünftige integrierte Stadtentwicklung kann nur dann gelingen, wenn Stadt und
Stadtgesellschaft über hohe digitale Kompetenzen verfügen und diese als Gestaltungsinstrument erfolgreich
kooperativ nutzen können.
Entscheidend für Köln ist die Frage, mit welchen digitalen Zielsetzungen, Strategien und Anwendungen es für
Bürger*innen zu weiterer und mehr Lebensqualität in der Stadt kommen kann. Für viele städtische
Handlungsfelder sind bereits entsprechende Bezüge hergestellt und digitale Projekte initiiert worden.
Köln bekennt sich zum Leitbild der offenen, bürgernahen Verwaltung. Open Government bietet neue
Möglichkeiten, die Bürger*innen an Daten, Informationen und Entscheidungen teilhaben zu lassen. Grundlagen
wurden 2008 mit der Plattform für den Bürgerhaushalt und 2012 für OpenData geschaffen. Dieser
Beteiligungsweg wird konsequent weiterentwickelt.
Digitale Infrastrukturen und Technologien sowie datenbasierte Verwaltungsprozesse sind die Basis für eine
CO2-neutrale, lebenswerte und zukunftsfähige Stadt. Sowohl die Stadt Köln als auch der Stadtwerke Köln
Konzern (nachfolgend: SWK Konzern) haben daher bereits ganze Teile des Kerngesc häfts digitalisiert und neue
digitale Produkte und Dienstleistungen geschaffen. Folgende wesentlichen Erkenntnisse und Anforderungen
konnten hieraus bzgl. der Daten gewonnen werden:
• über die Vernetzung von Daten können neue Use Cases entwickelt und bestehende Dienste und
Produkte verbessert werden,
• es werden zunehmend Daten von außenstehenden Dritten benötigt und
• insbesondere der Schutz und die Qualität der Daten sollten einheitlich geregelt werden.
Um die vorstehend genannten Anforderungen umzusetzen, reicht die derzeitige Form des Austauschs und
Managements von Daten nicht aus. Bislang wurden die Daten ausschließlich entlang der Wertschöpfungskette
des jeweiligen Use Case aggregiert und genutzt. Übergreifende Synergieeffekte außerhalb der e igenen
Wertschöpfungskette konnten oder wurden bislang nicht immer berücksichtig. Zukünftig bedarf es einer
Aggregation und Nutzung der Daten innerhalb eines digitalen und konzern -/ stadtweiten
Wertschöpfungsnetzwerkes.
Basis hierfür ist der urbane Datenraum: Aus inhaltlicher Sicht enthält dieser alle Daten, die für den
kommunalen Gemeinschafts-, Wirtschafts- und Politikraum relevant sein können. Idealerweise umfasst er –
angelehnt an den Smart-City-Gedanken – alle für die Kommunen und ihre Akteur*innen relevanten Daten aus
allen Domänen (Energie, Mobilität, Gesundheit etc.), die im analogen wie im digitalen Leben anfallen. Aus
technischer Sicht fasst dieser Datenraum vier Arten von Daten zusammen: Rohdaten, weiterverarbeitete
Daten, Begleitinformationen über die Daten (Metadaten) und abschließend die daraus abgeleiteten
Informationen, d.h. die Auswertungsergebnisse aus den vorigen drei Datenbeständen. Entsprechende Anfragen
an die Verwaltung zu den Fördermöglichkeiten, Lösungsansätzen und Geschäftsmodellen aus Politik und
Wirtschaft nehmen massiv zu. Dabei ist insbesondere bei Angeboten aus dem Wirtschaftsraum darauf zu
5 Datenstrategie
achten, dass die Datenhoheit nicht verloren wird, denn die öffentliche Hand muss über die Zugriffsrechte auf
den ganzheitlichen urbanen Datenraum entscheiden dürfen. Ausgehend von der Nutzenorientierung gilt es
abzuwägen, welche Akteur*innen der Stadtentwicklung Zugang zu welchen Daten bekommen, denn Daten
weisen im urbanen Kontext eine hohe inhaltliche Varianz auf – mit unterschiedlich hoher Schutzbedürftigkeit.
Um die anstehenden Herausforderungen meistern zu können und Synergien effizient zu nutzen, werden
zukunftsorientierte, digitale Städte in absehbarer Zeit eine Reihe von innovativen Lösungskomponenten im
städtischen Umfeld umsetzen müssen.
Mit dem vom Stadtwerkekonzern (nachfolgend SWK) und den Dezernaten I und III initiierten Projekt
„Digitale Zukunftsstadt“ wird erstmalig für die Stadtentwicklung ein integriertes Datenmanagement
aufgebaut und umgesetzt. Diese Bemühungen werden ergänzt um die formale Implementierung des
Datenwertschöpfungsmodells der Stadt und den im Rahmen der Smart -City-Förderung entwickelten
Digitalisierungsprojekten (un|box-Projekte)
Diese drei Komponenten schaffen die Grundlage für bessere Services, eine verbesserte Steuerung und
zukünftig eine bessere Vorausschau durch Simulationen des gesamten Konzerns.
Geplant ist der Aufbau eines urbanen Datenökosystems, das sich an dem Konzept der UDK:25 orientiert, in
dem die Daten der Stadt und der SWK use case-bezogen integrativ genutzt und dadurch Mehrwerte im Sinne
des Gemeinwohles erzielt und darüber hinaus neue Geschäftsfelder entwickelt werden.
Ziel des Datenwertschöpfungsmodells der Stadt ist es, der Stadt zu helfen, digitale und regulative
Rahmenbedingungen zu setzen und neue Kooperationsformen zu finden, die ihr auch zukünftig ein hohes Maß
an Gemeinwohlorientierten Getaltungspotentialen ermöglichen. Grundlage hierfür ist die Bündelung und
Verknüpfung von maßgeblichen Daten zur Erreichung von Synergieeffekten und der Fähigkeit zur Steuerung von
Prozessen für informierte Entscheidungsfindung.
So können zum Beispiel aus der Verknüpfung von Umwelt -, Bevölkerungs -, Verkehrs - Infrastruktur- und
Rettungsdaten die Stadtteile identifiziert werden, in denen Risikogruppen leben (ältere Menschen, kleine
Kinder), die besonders anfällig für die gesundheitlichen Folgen einer Hitzewelle sind.
Die Modellierung von Bevölkerungs- und Klimadaten macht eine Vorausschau möglich. Basierend darauf können
Einsatzpläne erarbeitet werden, die nicht nur den Noteinsatz durch die Rettungskräfte, sondern auch präventive
Maßnahmen durch Pflege - und Gesundheitsdienste beinhalten. Routen für die Dienste können tageszeit - und
verkehrsabhängig optimiert werden, im Bedarfsfall kann die Verkehrslenkung de n Weg für Rettungsfahrzeuge
frei machen“. Langfristig identifiziert das System auch Gebäude und Quartiere, in denen durch bauliche oder
stadträumliche Maßnahmen die Hitzewirkung vermindert werden kann. Im Rahmen von stadtplanerischen
Maßnahmen können dort spezielle Bereiche für die Begegnung der Generationen, Parks, Kindergärten,
Gemeindezentren, etc. berücksichtigt werden.
Datenstrategie 6
Abbildung 1: Darstellung des Datenwertschöpfungkreislaufs (Stadt Köln – Stabsstelle Digitalisierung i. V. m GESI-Deutsche Gesellschaft für
Systeminnovation mbH)
7 Datenstrategie
Die Digitale Zukunftsstadt
Derzeit wird nur ein geringer Teil der vorhandenen Daten für die cross -sektorale Betrachtung der Stadt und des
SWK genutzt. Es fehlen entscheidende Schnittstellen der Zusa mmenführung, Verknüpfung und
Datenaufbereitung. Vor allem aber fehlt eine Kooperationskultur im Bereich Daten, die die Basis für die cross -
sektorale Nutzungsfähigkeit ist. Nur bei fachgebietsübergreifender Betrachtung können relevante
Fragestellungen abgel eitet und Instrumente entwickelt werden, die auf der Grundlage von Daten und Dialog
zwischen Fachbereichen, Wirtschaft und Bürgern neue Konzepte für die integrierte Stadtentwicklung sowie die
Entwicklung neuer Geschäftsfelder ermöglichen.
Daten und Dialog sind daher zentrale Pfeiler des Konzeptes für ein integratives urbanes Datenökosystem. Ziel ist
die Schaffung eines neuen, starken Instruments der Steuerung, welches das Gemeinwohl in den Mittelpunkt
stellt und die Stadt und den SWK unabhängig von privaten Lösungen wettbewerbsfähig macht. Der integrative
Umgang mit Daten ermöglicht es zudem gemeinsam zu lernen, wie mit Daten in der Weiterentwicklung der Stadt
richtig umgegangen werden kann. Zudem werden hierdurch die Möglichkeiten der Akquise von nationalen und
internationalen Fördermöglichkeiten maßgeblich erhöht und die Möglichkeiten der Erschließung neuer
Geschäftsmodelle vergrößert. Damit wird insbesondere dem Leitsatz 4, Ziel 4.4 der Stadtstrategie 2030 (Köln
stärkt ihre Rolle als Vorreiterin in der Digitalisierung) Rechnung getragen!
Hierzu wird durch die NetCologne ein stadtweites LoraWan-Netzwerk 1aufgebaut und durch verschiedene cross-
sektorale Anwendungsszenarien erprobt. Parallel wird auf Basis der Anwendungsszenarien das Konzept für das
integrative Datenökosystem entwickelt. Dieses soll prozessuale, digitale und regulative Rahmenbedingungen
setzen und der der Stadt und dem SWK somit die Basis für zukünftige Kooperationsformen liefern, die ein hohes
Maß an digitalen Gestaltungsmöglichkeiten im Sinne des Gemeinwohles bieten.
Die Stadt als kleinste gesellschaftliche Organisationsform muss Vorbild darin sein, wie eine Demokratie sich stabil
und vertrauensvoll weiterentwickeln kann. Gegenseitige Information zwischen Bürger und Stadt, eine
dementsprechende Dialogfähigkeit auch und gerade mit den neuen sozialen Medien und eine hohe
Transparenzfähigkeit in den Entscheidungsprozessen und Projekten der Stadt ist wesentlich, um erfolgreich eine
städtische Demokratie auch im digitalen Zeitalter weiterentwickeln zu können.
Die gemeinsame Initiative unter Federführung von I/D2 und Vertretern des SWK ist die Umsetzung des
integrativen Ansatzes auf Basis fachbereichsübergreifender Themenfelder aus dem urbanen Raum wie
beispielsweise Mobilität und Lebensräum e. Hierbei bilden Daten der Stadt und des SWK zu diesen Themen die
Basis.
Dies setzt eine abgestimmte Vorgehensweise zwischen dem Stadtwerkekonzern und der Stadt voraus. Ziel ist es,
das daraus resultierende Potential gemeinsamer digitaler Lösungen zur Verbesserung der Daseinsvorsorge für die
Bürgerinnen und Bürger der Stadt Köln einzusetzen, gemeinsame nationale und internationale
Fördermöglichkeiten zu nutzen und den Stellenwert der Stadt Köln im Themenfeld Digitalisierung zu verbessern.
Die Umsetzung eines solchen integrativen Ansatzes setzt eine im hohen Maße datensouveräne Stadt voraus. Sie
fördert einhergehend Kooperationsmöglichkeiten mit Wirtschaft und Wissenschaft genauso wie die Beteiligung
der Bürgerschaft.
Im Rahmen von Abstimmungsrunden zwische n dem SWK sowie der Dezernate I und III wurden anhand von
konkreten Umsetzungsprojekten die Chancen und Risiken der Einführung eines integrativen Ansatzes im Bereich
urbaner Daten eruiert. In gemeinsamer Abstimmung ist geplant, bis Ende 2020 zwei Umsetzungsprojekte und ein
1 LoRaWAN Netzwerk: LoRaWAN ist eine Low Power Wide Area Network (LPWAN oder
Niedrigenergieweitverkehrnetzwerk) Spezifikation für drahtlose batteriebetriebene Systeme in einem
regionalen, nationalen oder auch globalen Netzwerk. LoRaWAN zielt dabei auf die wichtigsten Anforderungen
des IoT – Internet of things (Internet der Dinge) – wie sichere bidirektionale Kommunikation, Lokalisierung und
Mobilität von Dienstleistungen, eine Ende-zu-Ende Verschlüsselung und die Mobilität von Dienstleistungen ab.
Datenstrategie 8
Konzeptionsprojekt wie folgt zu realisieren. Diese werden detailliert in der nächsten Sitzung des Ausschusses
explizit vorgestellt.
9 Datenstrategie
Unbox|cologne - Deine Köln – Deine Stadt Ideen
Unter dem Arbeitstitel „Deine Köln – Deine Stadt Ideen ( 1.000.000 Einwohner, 1.000 Impulsgeber, 100
Dialoge, 50 Projekte, 25 MashUp -Prozesse, 100% Verbindlichkeit, 1 Urbane Datenplattform) ist
beabsichtigt zur Förderung des Gemeinwohles und der kommunalen Datensouveränität die
Digitalisierung für die weitere En twicklung der Stadt sehr zügig, prozesssicher und verbindlich ausbauen.
Dafür wird ein kooperativer Ansatz mit unterschiedlichen Akteuren der Stadtgesellschaft (Verwaltung –
öffentlicher Sektor / BürgerInnen / Wirtschaft / Wissenschaft / NGO‘s) aufgebaut. Ziel ist es eine starke
Nutzerfokussierung der Lösungen, ihre hohe Skalierbarkeit und eine breite Akzeptanz ihrer
Anwendungen in allen wichtigen städtischen Bereichen zu erreichen.
Hierbei werden alle bisherigen relevanten Prozesse der Stadt mit einbezoge n:
• Kölner Perspektiven 2030+
• Digitals trategie basierend auf der Internetstadt Köln
• Digitale Zukunftsstadt Köln in Kooperation mit den SWK
• Smart City Initiativen
• Digitalisierung im Kulturbereich: "Museen, Menschen, Medien"
Zentraler Punkt von un|box sind die erfolgreichen Umsetzungen der zahlreichen Projekte mit zugleich
einer hohen Wirkungsvielfalt hinein in die unterschiedlichen Zielgruppen der Stadtgesellschaft. Diese
sollen in einer Community gemeinsam initiiert, ggf. ko operativ mit weiteren Partnern und Stakeholdern
des Gesamtprozess und zudem schnell umgesetzt werden. Um hier die Prinzipien guter und erfolgreicher
un|box -Projekte, ihre Vernetzungsmöglichkeiten zu den anderen wichtigen Leitzielen der Stadt (s.o.) und
auch weiteren Baustein und Datenlieferant/Nutzer für die geplante Datenplattform (KUdos) zu
erreichen, ist die Erstellung eines Projektleitfadens (Guidelines des un|box -Prozesses) notwendig. Dies
geht nur in einem iterativen Dialogprozess mit den bereits bestätigten Partn e*innen, von un|box, noch
weiteren wichtigen zu identifizieren Stakeholdern und potentiellen weiteren Pat *innen und
Partner*innen . Damit soll nicht nur eine gute Basis für erfolgreiche Projektumsetzung geschaffen
werden, sondern auch eine hoh e Akzeptanz und Mitgestaltung aller interessierter Kreise gewährleistet
werden, um eine tiefe Verankerung des Projektes in die gesellschaftliche Entwicklung der Stadt Köln zu
ermöglichen
Zur Steuerung dieses Gesamtprozesses wird neben mobilen und digitalen Zugangskanälen auch ein Raum
für Digitale Lösungen in Köln eingerichtet und für alle Akteur *innen zugänglich und erlebbar im
Stadtraum platziert. Innerhalb dieses Raumes werden im Dialog Ideen auf Basis von zu definierenden
Schwerpunktthemen entwickelt, d ie notwendigen Umsetzungspartner und weitere Interessierte
zusammengebracht, Umsetzungswege sondiert und Verbindlichkeiten der Projektrealisierung,
insbesondere der Finanzierung -Steuerung und Ausbringung erfolgreicher Piloten, festgelegt. Die
Erfahrung d er letzten Jahre in allen Kommunen und anderen staatlichen Bemühungen zeigt, dass gerade
diese Verbindlichkeit ausschlaggebend für den Erfolg und die positive Entwicklung im Bereich
Digitalisierung sein wird.
Der Raum ist streng auf schnelle und vielzähl ige digitale Projektumsetzung ausgelegt und verfügt über
Finanzierungsmöglichkeiten zur Umsetzung. Der Zielkorridor für die, ebenfalls durch ein
Öffentlichkeitskonzept begleitete, Projektdurchführung liegt bei sechs Monaten.
Die hier diskutierten Dialoge zahlen auf diese Plattform auch dadurch ein, dass technisch notwendige
Komponenten wie zum Beispiel Schnittstellen, Anpassungsarbeiten oder auch zusätzliche Speicher - oder
Regelressourcen beschafft bzw. realisiert werden. Teilweise können parallel durch Ve rknüpfung von
Daten neue Lösungen , beispielsweise für interne Prozesse , entwickel t werden. Dies wird dadurch
ermöglicht, aus Projekten entstandene Daten ebenfalls in das UDK Ökosystem zurück zuspielen .
Datenstrategie 10
Es ist vorgesehen, bereits in der Konzeptionsphase mit anderen Labs, auch in anderen Städten Europas,
ein Netzwerk aufzubauen, um hier gegenseitig von den Erfahrungen bestmöglich profitieren und auf
europäischer wie nationaler Ebene austauschen zu können. Dieses Netzwerk wird nach Aufbau und
Einrichtung des L abs erweitert und intensiviert.
Durch diesen gesamtintegrativen Ansatz fungiert das Lab als Katalysator für die digitale Durchdringung
gemeinsamer städtischer Lösungen. Es arbeitet dabei methodisch in den nachstehenden Prozessstufen:
Fragestellung identifizieren (durch die Mitglieder der Stadtgesellschaft / durch die Verwaltung,
von Unternehmen, von Initiativen, von Forschung
Beteiligte und neue Partner einbinden (1000+)
Innovative Lösungswege suchen (in Kooperation)
digital -ethische Fragen / Nutzen für Gemeinwohl (1.000.000) klären
Technische, rahmenorientierte und finanzielle Umsetzung in geeigneten Formen/an geeigneten
Orten organisieren
Implementierung der Lösung (mindestens 50 Projekte)
Kommunikation
Skalierung
Monitoring und Lernen
Kontinuierlicher Austausch in den städtischen, regionalen, bundesweiten und europäischen
Netzwerken.
Das Gesamtprojekt i st eng verknüpft mit dem Aufbau urbanen Datenplattform , die wesentlicher
Bestandteil des Projekts „Digitale Zukunftsstadt “ ist.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1918/2021
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 09.06.2021
- Erstellt
- 19.05.2021 21:12