AN/1651/2022
Pflegenotstand in Köln: Fachkräftemangel und fehlende Pflegeplätze
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SPD Antrag nach § 5
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An Oberbürgermeisterin Henriette Reker An den Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses Herrn Dr. Ralf Unna SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 15.09.2022 AN/1651/2022 Antrag gem. § 5 der Geschäftsordnung des Rates auf Durchführung einer aktuellen Stunde Gremium Datum der Sitzung Gesundheitsausschuss 27.09.2022 Pflegenotstand in Köln: Fachkräftemangel und fehlende Pflegeplätze Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrter Herr Vorsitzender, die SPD -Fraktion beantragt gemäß § 5 GeschO des Rates der Stadt Köln für die Sitzung am 27.09.2022 die Durchführung einer aktuellen Stunde zum Thema: „Pflegenotstand in Köln: Fachkräftemangel und fehlende Pflegeplätze“. Im Rahmen dieser Aktuellen Stunde möge das verantwortliche Dezernat die aktuelle Situati- on der Pflege, die (Zwischen -)Ergebnisse der Arbeitsgruppen „Zukunft Pflege“ und ihrer Pro- jektgruppen sowie die aktuell schon laufenden Maßnahmen darstellen. Begründung: Schon vor der Corona -Pandemie wurde davor gewarnt, dass sich der Pflegesektor mehr und mehr auf eine große Krise zubewegt. Allein schon die demographische Entwicklung bringt einen immer höheren Bedarf an Pflegeplätzen mit sich. Laut Antwort der Verwaltung auf die Anfrage der SPD -Fraktion „Pflege in der Krise – Teilzeitausbildung und kommunale Unter- stützung“ vom 08.03.2022 benötigt Köln bis 2025 sieben neue Pflegeeinrichtungen und 596 neue Dauerpflegeplätze, damit der derzeitige Stand der Versorgungsdichte aufrechterhalten werden kann. Bis 2040 braucht Köln 1.957 Plätze und 24 Einrichtungen. Jedoch steht der Pflegesektor insbesondere wegen des Fachkräftemangels enorm unter Druck. Ohne Pflege- kräfte können auch trotz neu geschaffener Plätze Pflegebedürftige nicht versorgt werden. Zeitnah m üssen Anreize geschaffen werden, um Pflegekräfte im Job zu halten bzw. neue Kräfte zu gewinnen. Doch danach sieht es gegenwärtig nicht aus – eher im Gegenteil. Am 03.08.2022 gab der Kölner Sozialdezernent Dr. Harald Rau im Kölner Stadt -Anzeiger (KStA) bekannt, dass er sich veranlasst sehe, einen Pflegenotstand zu erkennen, der noch größer werde. - 2 - Was das konkret für die Kölner Stadtgesellschaft, Pflegende, Angehörige und für die zu Pfle- genden bedeutet, blieb unklar. Wie dem erkannten Pflegenotstand entgege ngewirkt werden kann, war ebenso nicht Bestandteil der Berichterstattung. In einem KSTA -Interview vom 23.08.2022 wies der Professor für Pflegewissenschaft und Versorgungsforschung an der Ka- tholischen Hochschule Nordrhein -Westfalen (KatHO NRW), Prof. Dr. M ichael Isfort, darauf hin, dass "das Entscheidende" nicht einmal die Alterung der Gesellschaft sei, sondern bereits diejenige der gegenwärtig Pflegenden. In NRW seien "über 30 Prozent der Pflegenden 50 plus" und würden "in den kommenden zehn Jahren in den Ruhestand gehen". Die Kommu- nen müssten sich dort engagieren, wo sich die Pflege für private Träger nicht mehr rentiere, was in Köln schon aufgrund der höheren Immobilien- und Grundstückspreise der Fall sei. Ganz aktuell berichtete der KStA am 12.09.2022, dass das St. -Josefshaus in der Südstadt zum Jahresende schließt, weil keine Pflegekräfte mehr gefunden werden können. Und ein weite- res großes Problem kündigt sich an: Pflegeheime in NRW warnen, dass sie aufgrund der stei- genden Energiepreise teilweise vor dem Bankrott stehen. In ihrer Antwort vom 08.03.2022 gibt die Verwaltung an, dass sie dabei sei, ein Impulspapier der Projektgruppe Fachkräftesicherung, die Teil des Projekts „Zukunft der Pflege“ ist, zu er- stellen. Als „Kölner Kompass Pflege“ sollte dies es Impulspapier die Dokumentation der Er- gebnisse der Projektgruppe sicherstellen und als Orientierung für zukünftige Maßnahmen dienen. Bisher wurde das Impulspapier der Politik noch nicht vorgestellt. Mit freundlichen Grüßen gez. Christian Joisten SPD-Fraktionsvorsitzender
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Sache ist erledigt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/1651/2022
- Typ
- SPD Antrag nach § 5
- Datum
- 15.09.2022
- Erstellt
- 15.09.2022 12:33