2009/0259
Verleihung der Silbernen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt an den Tennis- und Eisclub Darmstadt e. V.
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2009/0259
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Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 23.06.2009 an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Amt: Hauptamt Behandlung in öffentl. Sitzung Ja Nein OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Ja Nein Internetfähig Verteiler: Vorlage-Nr. 2009/0259 Magistratsbeschluss-Nr. Betreff: Verleihung der Silbernen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt an den Tennis- und Eisclub Darmstadt e. V. Vorlage vom: 18.06.2009 Beschlussvorschlag: Dem Tennis- und Eisclub Darmstadt e. V. wird zum 125-jährigen Bestehen und in Anerkennung seiner Verdienste um das Darmstädter Vereinsleben die Silberne Verdienstplakette der Stadt Darmstadt verliehen. Anlagen: Datenschutzrelevante Anlage: Beschluss des Magistrats vom 2 ... Begründungsseite zur Magistratsvorlage vom 18.06.2009: Der Tennis- und Eisclub Darmstadt e. V. wurde im Jahr 1884 zunächst als Schlittschuhclub gegründet. Nachdem der Verein in den folgenden Jahren mehrere Tennisplätze baute, die als die besten Darmstadts galten, wurde auch der Tennissport mit aufgenommen. Der einsetzende „Tennisboom“ hatte die Gründung von 13 weiteren Tennisvereinen zur Folge. Im Jahr 1900 schlossen sich acht dieser Clubs zur Lawn-Tennisvereinigung zusammen. Im Jahr 1902 vereinigte sich diese Vereinigung mit weiteren Verbänden zum Deutschen Tennisbund. Der Darmstädter Zusammenschluss erwies sich in der Folgezeit als äußerst zweckmäßig, die Vereinigung verfügte über 15, über die ganze Stadt verteilte Tennisplätze, und es entfaltete sich ein reger sportlicher Betrieb. Im Jahr 1906 ging die Lawn-Tennisvereinigung im Darmstädter Schlittschuhclub auf, der schon immer der weitaus stärkste und aktivste Club der Vereinigung war. Von dieser Zeit an nannte er sich Schlittschuhclub-Sportverein Darmstadt und begann, am Böllenfalltor eine ausgedehnte Platzanlage aufzubauen. Das Gebäude umfasste 25 000 qm und schloss fast den gesamten Platz des heutigen SV 98 mit ein. Der damalige Vorsitzende Dr. med. Carl Röder (Vorsitzender von 1888 – 1908) lenkte die Entwicklung des Clubs entscheidend in Richtung Tennissport. Auch war er maßgeblich daran beteiligt, dass von 1907 bis 1914 internationale Turniere in Darmstadt stattfanden. In diesen Jahren brachte der Club große Sportler hervor, u. a. gehörte der Darmstädter Tennisspieler Hermann Fittig von 1907 – 1909 der deutschen Nationalmannschaft an. Der Ausbruch des 1. Weltkriegs unterbrach für Jahre die Spieltätigkeit, auch konnte der Club nach den Umwälzungen der Jahre 1918 / 1919 nicht mehr in der alten Form weiter bestehen. 1919 bildete sich in der Stadt ein Ausschuss für Leibesübungen, dem auch die Platzanlagen des Schlittschuh- Sportvereins am Böllenfalltor übergeben wurden. Von da an änderte der Verein seinen Namen in Tennis- und Eisclub Darmstadt und pachtete das von ihm benötigte Gelände. In den ersten Nachkriegsjahren verzeichnete der Club einen starken Mitgliederzuwachs und bereits 1921 konnte der Verein das erste internationale Nachkriegsturnier ausrichten. Die Serie dieser großen internationalen Turniere beim TEC, verbunden mit den Hessischen Meisterschaften, wurde noch bis 1925 fortgesetzt, danach beschränkte sich der Verein auf alljährlich stattfindende Clubturniere. 1927 gelang es der ersten Mannschaft des TEC, die Hessischen Meisterschaften zu gewinnen, auch in den beiden folgenden Jahren konnte der Titel erfolgreich verteidigt werden. Zwischen 1927 und 1952 gewann die erste Mannschaft des TEC insgesamt zehnmal die Hessischen Meisterschaften. Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war die Ausrichtung der akademischen Meisterschaften im Jahr 1930 auf der Anlage am Böllenfalltor. Im Jahr 1936 konnte auch das Damentennis, das bis dahin eine eher untergeordnete Rolle beim TEC spielte, erste Erfolge verzeichnen. Zwei Spielerinnen des TEC nahmen in der hessischen Tennisrangliste erste Plätze ein. Dr. Carl Merck, Vorsitzender des Clubs von 1932 bis 1946, ist es zu verdanken, dass der Verein in der NS-Zeit nicht in die Turngemeinde eingegliedert wurde. Gleichwohl wurde auch dem TEC in dieser Zeit eine neue Satzung aufgezwungen, die völlig auf das „Führerprinzip“ zugeschnitten war, die Vereinsmitglieder aller Rechte enthob und den Verein den zweifelhaften Intentionen des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen (NSRL) auslieferte. Zudem gelang es Dr. Carl Merck, den Verein auch finanziell durch diese schwierige Zeit zu bringen. In der „Brandnacht“ des 11. September 1944 wurden auch die Clubanlagen des TEC zerstört und der Verein nach dem Zusammenbruch von der US-Militärregierung aufgelöst. Bereits am 17. Februar 3 ... 1946 wurde in Anwesenheit von 27 alten Clubmitgliedern der TEC neu gegründet, endgültig von der Militärregierung zugelassen wurde er dann am 9. September 1946. Den Vorsitz übernahm Otto Röhm. In den ersten beiden Jahren nach der Neugründung musste zunächst alles dafür getan werden, die Sportausübung zu ermöglichen. Denn der Club bestand zwar wieder, hatte aber keinen einzigen bespielbaren Platz mehr. Erst im Herbst 1947 standen zwei Plätze und Ende 1948 fünf Plätze zur Verfügung. Weiterhin ermöglichte Otto Röhm 1947 die Gründung einer Hockey-Abteilung, zuvor eine Abteilung des SV 98, die sich im Laufe der Jahre sehr positiv entwickelte. Der ersten Hessenmeisterschaft der Herren im Jahr 1956 folgten weitere Hessentitel bis zur zweiten Hälfte der 60er Jahre, 1964 errang der Verein die Vizemeisterschaft im deutschen Hallenhockey. 1971 folgte der Aufstieg in die eingleisige Bundesliga, die nach nur einjähriger Spielzeit wieder verlassen wurde. Seit dieser Zeit spielen die TEC-Herren in der Oberliga Hessen und in der Regionalliga. Auch der 1972 eingeweihte Naturrasenplatz brachte keine Stärkung des TEC-Hockeysports. 1961 wurde der TEC um eine Schachabteilung erweitert. Zum einen, weil einige der besten Darmstädter Schachspieler im TEC den Tennis- oder Hockeyschläger schwangen, zum anderen, weil es bis dahin in Darmstadt für Schachspieler keine geeigneten Clubräume gab und sie meist in Gaststätten spielen mussten. Die Schachspieler sollten im TEC die Möglichkeit haben, seriöses, leistungsorientiertes Turnierschach unter adäquaten Bedingungen zu spielen. Gegen anfängliche Widerstände (Schach im Sportclub) wurde die neue Abteilung dann aber akzeptiert und in das Clubleben integriert. Eine neue Blüte erlebte das Hockeyspiel im TEC durch den Bau eines Kunstrasenplatzes Ende des vergangenen Jahrhunderts. Von etwa 50 Spielern in den 80er Jahren konnte sich diese Abteilung auf nahezu 250 Spieler vergrößern, darunter etwa 160 Jugendliche. Die überaus erfreuliche Entwicklung im Jugendbereich ist Folge intensiver Bemühungen von Abteilungs-leitung und Übungsleitern. Die TEC-Jugend ist in allen Altersklassen mit mindestens einer Mannschaft vertreten, nur ein weiterer hessischer Verein weist diese Bilanz auf. Über mehrere Jahrzehnte gab es keine Damen-Hockeymannschaft im TEC. Der Bau des Kunstrasenplatzes führte zu einem Zusammenschluss mit den bei der TSG 1846 spielenden Damen, die mit wachsendem Erfolg jetzt im TEC den Sport ausüben. Auch bei der weiblichen Jugend ist eine steigende Tendenz zu beobachten. Heute bietet der TEC auf seiner Anlage Hockey, Tennis und Schach für jedes Alter. Von seinen rund 700 aktiven Mitgliedern sind rund 240 Kinder und Jugendliche in den Sportarten Tennis und Hockey aktiv. Der Verein verfügt über 13 Tennissandplätze und zwei Tennishallenplätze sowie einem Kunstrasenplatz. Im Rahmen seines 125-jährigen Bestehens wurden vom TEC in diesem Jahr die Hessen- meisterschaften im Tennis austragen, ein Schach-Simultan-Turnier im September 2009 wird die Jubiläumsfeierlichkeiten abschließen. Darmstadt, 18.06.2009 100 gö Walter Hoffmann Oberbürgermeister
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2009/0259
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 18.06.2009
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00