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1257/2017

Delegationsbesuch von Oberbürgermeisterin Reker in den Partnerstädten Bethlehem und Tel Aviv-Yafo vom 17.2. bis 21.2.2017

Mitteilung Ausschuss 21.04.2017

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Nächste Beratung: Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales, Sitzung am 08.05.2017, TOP 2.1

Mitteilung Ausschuss

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Mitteilung Ausschuss

21092 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
OB/OB/5 
 
Vorlagen-Nummer  21.04.2017 
 1257/2017 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Wirtschaftsausschuss 27.04.2017 
Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales 08.05.2017 
 
 
Bericht über die Delegationsbesuch von Oberbürgermeisterin Reker in den Partnerstädten 
Bethlehem und Tel Aviv-Yafo vom 17.-21. Februar 2017 
 
Vom 17.-21. Februar 2017 hat Oberbürgermeisterin Reker mit einer städtischen Delegation sowie 
einer Delegation aus elf Unternehmen, Startups, IHK und Verbandsvertretern die Partnerstädte Beth-
lehem (Palästina) und Tel Aviv-Yafo (Israel) besucht.  
 
Der städtischen Delegation gehörten an: 
 Oberbürgermeisterin Henriette Reker  
 Dr. Agnes Klein, Beigeordnete für Bildung, Jugend und Sport 
 Claudia Burger, Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln - Bethlehem 
 Monika Möller, Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln - Tel Aviv-
Yafo 
 Roland Berger, Stabsstelle für Medien- und Internetwirtschaft  
 Werner Schleicher, Sportamt  
 Gabriele Voss, Büro der Oberbürgermeisterin / Internationale Angelegenheiten  
 Simone Winkelhog, Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit  
 Frieder Wolf, Büro der Oberbürgermeisterin / Internationale Angelegenheiten 
 
Die Reise fand im Kontext mehrerer Jubiläen statt, die für die geopolitische Situation des Nahen Os-
tens und den israelisch-palästinensischen Konflikt von zentraler Bedeutung sind: In 2017 jähren sich 
die Besatzung der palästinensischen Gebiete zum 50. Mal (“Sechstagekrieg“ 05.-10.06.1967), der 
UN-Teilungsplan für Palästina zum 70. Mal (29.11.1947) und die Balfour-Erklärung zum 100. Mal 
(02.11.1917). 
 
Köln und Tel Aviv zählen mit dem bereits 1960 initiierten Schul- und Jugendaustausch zu den Pionie-
ren der substaatlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. 1979 wurde die Städtepartner-
schaft offiziell besiegelt. Als erste deutsche Stadt pflegt Köln seit 1996 auch eine enge Partnerschaft 
mit einer Stadt in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten, nämlich Bethlehem.  
 
Mit diesen Städtepartnerschaften will die Stadt Köln im Rahmen kommunaler und bürgerschaftlicher 
Begegnungen auch zur friedlichen Lösung des Nahostkonflikts beitragen. Das unverrückbare Be-
kenntnis zum Staat Israel schließt die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts des palästinensi-
schen Volkes zwingend mit ein. Im vollen Einklang mit der Nahostpolitik der Bundesregierung und der 
Europäischen Union unterstützt die Stadt Köln deshalb die Zwei-Staaten-Lösung, ein demokratisches 
Israel und ein demokratisches Palästina in jeweils sicheren Grenzen, und sucht die Zusammenarbeit 
mit friedliebenden sowie dialog- und kooperationsbereiten Kräften auf beiden Seiten.

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a) Partnerstadt Bethlehem 
Die Geburtskirche in Bethlehem ist die älteste erhaltene und ununterbrochen genutzte Kirche im Hei-
ligen Land. Am 29.06.2012 wurde sie als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt und gleichzeitig wegen 
ihrer Sanierungsbedürftigkeit in die Rote Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen. Unter dem 
Motto "Eine Kölner Gabe für Bethlehem" hat Köln als weltweit erste Stadt Spenden für die Sanierung 
der Geburtskirche in Bethlehem gesammelt. Getragen wurde die im November 2015 ins Leben geru-
fene Kampagne von der Stadt Köln, dem Städtepartnerschaftsverein, dem Domkapitel, der Arbeits-
gemeinschaft christlicher Kirchen sowie dem Deutschen Verein vom Heiligen Lande. Die beiden Alt-
Oberbürgermeister Fritz Schramma und Jürgen Roters hatten die Schirmherrschaft übernahmen. 
Zum Abschluss der erfolgreichen Spendenkampagne konnte Oberbürgermeisterin Henriette Reker 
beim offiziellen Empfang im Bethlehemer Rathaus ihrer Amtskollegin, Bürgermeisterin Vera Baboun, 
sowie dem Vorsitzenden der Präsidialkommission für die Sanierung der Geburtskirche, Minister Ziad 
Al Bandak, am 18.02.2017 einen Scheck über 66.000 € überreichen. Bürgermeisterin Baboun betonte 
in ihrer Begrüßungsrede, dass die Partnerschaft mit Köln zu den wichtigsten („one of the most promi-
nent“) zählt, die Bethlehem pflegt, und dass die seitens der Stadt Köln ermöglichten Projekte einen 
spürbaren Unterschied machen („made a change in life“). Mit Hinweis auf die politische Situation 
(„The city of peace does not really live in peace.“) unterstrich sie, dass es internationaler Einmischung 
bedarf, um die von Bethlehem ausgehende Friedensbotschaft zu verwirklichen. 
 
Bei der anschließenden Führung durch die Geburtskirche konnte sich die Delegation ein persönliches 
Bild von den und beeindruckenden und zügig voranschreitenden Sanierungsarbeiten verschaffen. 
Mehrere Kölner Medien berichteten darüber ausführlich. Der Glanz, den die teilrestaurierten Mosaike 
schon jetzt ausstrahlen, steht im Kontrast zur bedrückenden und aktuell ausweglos erscheinenden 
politischen und sozioökonomischen Wirklichkeit, unter der die Partnerstadt Bethlehem wegen der 
anhaltenden Besatzung der palästinensischen Gebiete und des weiter voranschreitenden Siedlungs-
baus leidet. 
 
Aus der ProCent-Aktion städtischer Bediensteter konnte Frau Oberbürgermeisterin Reker darüber 
hinaus Spenden in Höhe von jeweils 5.000 € an das Trauma-Behandlungszentrum für Kinder und 
Familien GTC und sowie das Jugendkulturzentrum Ghirras überreichen. 
 
Tourismus ist der mit Abstand wichtigste Wirtschaftssektor im Regierungsbezirk Bethlehem, der zu-
gleich die höchste Arbeitslosigkeit in der Westbank aufweist. Seit 2011 bzw. 2012 sind Bergisch Gla-
dbach und Jena mit Beit Jala sowie Xanten mit Beit Sahour städtepartnerschaftlich verbunden, den 
beiden direkt an Bethlehem angrenzenden Kommunen. Auf Initiative der Partnerstädte Bethlehem 
und Köln arbeiten die deutschen und palästinensischen Partnerstädte seit 2014 gemeinsam daran, 
interkommunal die rechtlichen, organisatorischen und materiellen Voraussetzungen für die Stärkung 
des Tourismussektors im Regierungsbezirk Bethlehem zu schaffen. Weitere Nachbarkommunen sind 
in diese innovative interkommunale Zusammenarbeit eingebunden. Unterstützt wird dieses Projekt 
von Engagement Global / Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) mit Mitteln des Bun-
desministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Erster wichtiger Meilen-
stein ist die Einrichtung eines gemeinsamen Tourismusbüros in der Bethlehemer Altstadt, das am 
18.02.2017 in Anwesenheit der Bürgermeister aller beteiligten Kommunen und des Leiters des deut-
schen Vertretungsbüros in Ramallah, Herrn Beerwerth, feierlich eingeweiht wurde. Herr Beerwerth 
unterstrich, wie wichtig und richtig die Förderung des Tourismus ist. 
 
Seit 2006 gibt es einen regelmäßigen, vom Sportamt der Stadt Köln konzipierten und organisierten 
Fachaustausch im Bereich der Trainerausbildung und Sportpädagogik, an dem auf Kölner Seite die 
Sporthochschule, der DFB Fußballkreis Köln, Vorworts Spoho 98 und weitere Sportvereine sowie auf 
Bethlehemer Seite die Partnerstadt, die Bethlehem University und die Dar al Kalima-Akademie betei-
ligt sind. Ein Fokus liegt dabei auf der Förderung des Frauensports, insbesondere des Frauenfuß-
balls, der nicht nur das Selbstbewusstsein von Frauen in einer männerdominierten Gesellschaft, son-
dern auch das interkulturelle Zusammenleben und die nationale Identität stärken hilft. So stammt zum 
Beispiel die Mehrzahl der Spielerinnen der palästinensischen Frauenfußballnationalmannschaft aus 
Bethlehem. Im Mai 2017 findet der nächste Fachaustausch statt, für den während der Delegationsrei-
se wichtige Vorbereitungen getroffen werden konnten.

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Mehrere Kölner Schulen pflegen Partnerschaften zu Schulen in Bethlehem, so auch die Katholische 
Grundschule Horststrasse in Köln-Mülheim mit der staatlichen Virgin Mary School. Der Besuch der 
Virgin Mary School diente dem Kennenlernen der neuen Schulleitung, mit der erfolgreich die nächs-
ten Austauschmaßnahmen abgestimmt und verabredet werden konnten. 
 
Die Unternehmensdelegation besuchte in Bethlehem - neben dem offiziellen Partnerschaftsprogramm 
- insbesondere die Handelskammer Bethlehems. Dort hatten die  Wirtschaftsvertreter am 18.02.2017 
intensive Gespräche mit Unternehmen aus Bethlehem, mit Startups, Venture Capital Gesellschaften 
und dem Bethlehem Business Incubator (BBI), der insbesondere Training, Beratung, Workshops und 
Mentorship für die Startups in der Region anbietet. Gemeinsam mit dem Präsidenten der Handels-
kammer Bethlehem, Samir Hazboun und dem CEO des BBI, Usama Khalilieh,  wurde mit den Unter-
nehmens- und Startup Vertretern der Aufbau einer Kooperation zwischen Kölner Startups, der Messe 
Köln, dem Pirate Summit, dem Digital Hub Cologne und Startups aus Bethlehem bzw. Palästina ver-
abredet. Als erstes wird angestrebt, Startups als Besucher und Partner zum Pirate Summit bzw. zur 
dmexco Messe im September 2017 einzuladen und ein entsprechendes “Qualifizierungsprogramm“ 
anzubieten. 
 
Am 13.05.2017 finden in Palästina Kommunalwahlen statt. Bürgermeisterin Vera Baboun, aktuell die 
einzige Frau in einem palästinensischen Bürgermeisteramt, wird voraussichtlich nicht mehr zur Wahl 
antreten. 
 
b) Treffen mit palästinensischen und israelischen Friedens-und Menschenrechtsorganisationen 
Am 19.02.2017 trafen Oberbürgermeisterin Reker und ihre Delegation in der deutschen Schule Talit-
ha Kumi in Beit Jala mit mehreren palästinensischen und israelischen Partnern der in Köln ansässi-
gen Träger Ziviler Friedensdienste AGEH und forum ZFD zu einem intensiven Informations- und Er-
fahrungsaustausch zusammen: Friedens- und Menschenrechtsaktivisten der NGOs `Combatants for 
Peace´, des `Holy Land Trust´, des katholischen Menschenrechtszentrums `Society of St. Yves´ und 
`Right to Movement´. Während Israelis und Palästinenser sich trotz der räumlichen Nähe immer wei-
ter voneinander zu entfernen scheinen, verdeutlichten diese Gespräche, dass es nach wie vor auf 
beiden Seiten Menschen gibt, die nicht gegeneinander, sondern miteinander loyal sind, die trotz aller 
politischer und gesellschaftlicher Widerstände aufeinander zugehen und als Gleiche miteinander ko-
operieren. Mit den Vertretern des `Holy Land Trust´ wurden erste Möglichkeiten ausgelotet, das von 
ihnen veranstaltete, jährlich stattfindende Bethlehem-Festival mit einem Treffen aller internationaler 
Partnerstädte Bethlehems zu verbinden. Mit dem forum ZFD und Mitgliedern der `Combatants for 
Peace´ plant die Stadt Köln im September 2017 eine gemeinsame Veranstaltung in Köln. `Right to 
Movement´ ist eine Initiative junger Palästinenserinnen und Palästinenser, die seit 2013 den immer 
populärer werdenden Bethlehem-Marathon organisiert und damit auch das durch die Besatzung ein-
geschränkte Menschenrecht auf Bewegungsfreiheit reklamieren will. Mehrere Läufer werden am dies-
jährigen Köln Marathon teilnehmen.  
 
Vertreter von `Breaking the Silence´ traf die Delegation am 20.02.2017 in Tel Aviv zu einem Informa-
tionsaustausch. 
 
c) Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem 
Auf dem Weg von Bethlehem nach Tel Aviv besuchten Frau Oberbürgermeisterin Reker und ihre De-
legation am 19.02.2017 die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Yad Vashem gibt den sechs Milli-
onen ermordeten Menschen, die wegen ihrer jüdischen Identität von Deutschen ermordet wurden, 
Namen, Gesichter und Biographien zurück. Worte können die Gedanken und Gefühle nicht wirklich 
fassen, die einen beim Gang durch die Gedenkstätte und der Konfrontation mit dem Zivilisationsbruch 
der Shoah begleiten. 
 
d) Partnerstadt Tel Aviv-Yafo 
Oberbürgermeister Huldai begrüßte Oberbürgermeisterin Reker und die städtische Delegation am 
20.02.2017 Rabin-Denkmal, das direkt am Haupteingang zum Rathaus an der Stelle liegt, an der Mi-
nisterpräsident Yitzhak Rabin am 04.11.1995 ermordet wurde. Mit einem Blumengebinde gedachte

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Oberbürgermeisterin Reker dieses großen Staatsmanns.  
 
Köln und Tel Aviv wollen in Zukunft noch enger zusammenarbeiten. Das haben Oberbürgermeisterin 
Reker und Oberbürgermeister Huldai beim anschließenden Empfang in dessen Amtszimmer im Tel 
Aviver Rathaus vereinbart. Es gibt eine ganze Reihe von Herausforderungen, die in beiden Städten 
sehr ähnlich sind – so beispielsweise die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum und einem 
bedarfsgerechten Angebot an Plätzen in Kindergärten und Schulen, die Integration von Flüchtlingen, 
die Erarbeitung zukunftsfähiger Verkehrskonzepte oder der Umgang mit der Erhalt des kulturellen 
Erbes. Eine Zusammenarbeit mit dem israelischen Trauma-Zentrum für Terror- und Kriegsopfer NA-
TAL wird angestrebt. NATAL hat seinen Sitz in Tel Aviv-Yafo. 
 
Oberbürgermeister Huldai hat angekündigt, zum Karneval 2018 Köln besuchen zu wollen. 
 
1988 schenkte Köln der Partnerstadt Tel Aviv einen Kindergarten, der im traditionell palästinensi-
schen Stadtteil Jaffa liegt. Betreut von Erzieherinnen, die ebenfalls den drei abrahamitischen Religio-
nen angehören, haben seitdem Tausende von Kindern aus jüdischen, palästinensisch-muslimischen 
und palästinensisch-christlichen Familien im `Cologne Day Care Peace Center´ zusammen gespielt 
und die Kultur des jeweils Anderen kennengelernt, heute vielfach Kinder von Eltern, die in ihren jun-
gen Jahren selbst diesen Kindergarten besucht hatten. Interkulturelle und interreligiöse Bildungsein-
richtungen dieser Art gibt es in Israel nur sehr wenige. Dass der mit der Schenkung gemeinsam in-
tendierte Impuls nachhaltig wirkt, wird auch dadurch unterstrichen, dass eine kürzlich gebildete El-
terninitiative nun eine gleichartige Schule gründen will. Mit vielfältigen, phantasievollen Aktionen hat 
der Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln – Tel Aviv-Yafo, unterstützt von der Stadt 
Köln, in den zurückliegenden Jahren bereits einen größeren Teil der Spenden sammeln können, die 
für die insgesamt 100.000 € kostende Renovierung des Kindergartens erforderlich sind. Die Tel Aviv 
Foundation verdoppelt die Spenden - ein städtepartnerschaftliches Gemeinschaftsunternehmen par 
excellence, das durch den Austausch von Freiwilligen und eine Kindergartenpartnerschaft noch weiter 
vertieft und ausgebaut werden soll. Beim Besuch des Friedenskindergartens am 20.02.2017 konnten 
Oberbürgermeisterin Reker und Frau Möller einen weiteren Spendenscheck in Höhe von 10.000 € 
überreichen (8.000 € aus der ProCent-Aktion, 2.000 € aus Sammelaktionen des Städtepartnerver-
eins).  
 
Beim anschließenden Besuch der ebenfalls im Süden Tel Avivs liegenden Bialik Rogozin Schule 
konnte sich die städtische Delegation einen direkten Eindruck von dem beeindruckenden interkulturel-
len Bildungsprogramm der Stadt Tel Aviv-Yafo verschaffen. In der Bialik Rogozin Schule werden Kin-
der und Jugendliche aus 48 Ländern dieser Erde unterrichtet, deren Familien als Migranten und 
Flüchtlinge in Tel Aviv-Yafo eine neue Heimat gefunden haben. Die Schule verfolgt nicht das Ziel der 
Assimilation und Angleichung der verschiedenen Kulturen, sondern will auf der Basis der Menschen-
rechte und Demokratie, von Toleranz und Solidarität eine Basis für die gegenseitige Akzeptanz und 
Anerkennung der unterschiedlichen Herkunftskulturen schaffen. Dazu zählt neben dem Erlernen des 
Hebräischen auch die Förderung der Muttersprache. 
 
Die Unternehmensdelegation nutzte den 20.02.2017 zu einem intensiven Austausch im SOSA, dem 
Kölner Innovationspartner in Tel Aviv. Neben der Darstellung des israelischen Startup- Ökosystems 
wurde insbesondere mit Vertretern von israelischen Startups und Venture Capital Gesellschaften ein 
intensiver Erfahrungsaustausch gepflegt. Dabei wurden für Unternehmens- und Verbandsvertreter 
ganz konkrete Initiativen für die zukünftige Zusammenarbeit verabredet.  
 
In einem Austausch der Wirtschaftsdelegation mit Grisha Alroi-Arloser, Geschäftsführer der Israe-
lisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer und Präsident der Israelisch-Deutschen Gesellschaft, 
wurden insbesondere Chancen zum Austausch von Fachkräften und Experten für Unternehmen dis-
kutiert. 
 
Am Abend des 20.02.2017 gab es im SOSA mit ca.15 hochrangigen, geladenen Vertreterinnen und 
Vertretern des Tel Aviv Startups Ökosystem und Oberbürgermeisterin Reker einen regen Informa-
tions- und Erfahrungsaustausch über die Initiativen zur Stärkung der Zusammenarbeit der Startup 
Ökosystem zwischen Tel Aviv und Köln. Dabei wurde insbesondere auch auf die Bedeutung der Ko-
operation und Zusammenarbeit der Venture Capital und Risikobeteiligungsunternehmen in den Öko-

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systemen für den Erfolg von Startups – und damit für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes 
hingewiesen. Mit dem Innovation Network Cologne e.V. (INC) hat Köln zudem gemeinsam mit israeli-
schen Unternehmen eine hervorragende Plattform, den Erfahrungsaustausch von mittleren und grö-
ßeren Unternehmen zwischen Tel Aviv und Köln effektiv zu organisieren. 
 
Bei dem Startup Business Breakfast am 21.02.2017 vormittags konnte sich Oberbürgermeisterin Re-
ker nochmals von der Innovationskraft und der Kooperationsbereitschaft von über 50 Startup-
Vertreterinnen und -vertretern überzeugen. Mit SOSA hat die Stadt Köln - und damit auch das Kölner 
Startup Ökosystem - eines der stärksten Innovations- und Gründerzentren in Tel Aviv und Israel als 
Partner für die Entwicklung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den Städten Köln und Tel 
Aviv. Für beide Seiten war der Besuch bei dem Innovationszentrum SOSA, der Israelisch-Deutschen 
Handelskammer und der intensive Austausch über die Wege der weiteren Zusammenarbeit zwischen 
Tel Aviv und Köln sehr erfolgreich. Man war sich einig darin, dass Köln mit seinen wirtschaftlichen 
Potentialen für Tel Aviver und israelische Unternehmen und Startups einen hervorragenden Standort 
als Brücke für Europa darstellt, und dass man gemeinsam an der weiteren Stärkung dieser Brücken-
funktion arbeiten wird. 
 
Zusammenfassung 
Die Delegationsreise diente der Pflege sowie dem Ausbau und der Vertiefung der bereits sehr gut 
entwickelten städtepartnerschaftlichen Beziehungen. Die Begegnungen in beiden Partnerstädten ha-
ben gezeigt, wie eng, freundschaftlich, intensiv und vielseitig diese Beziehungen sind. In beiden Part-
nerstädten konnten neue Kapitel eröffnet werden, in Bethlehem mit der Förderung des Tourismus als 
dem wichtigsten Sektor der lokalen und regionalen Ökonomie, in Tel Aviv-Yafo mit dem Austausch im 
Bereich der Startup-Ökonomie. Weitere Kooperationsfelder werden sondiert. 
 
In beiden Partnerstädten wurde auch deutlich, wie wichtig solche Besuche sind. 50 Jahre nach dem 
Sechs-Tage-Krieg und der seitdem andauernden Besatzung der palästinensischen Gebiete scheint 
eine friedliche Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts in immer weitere Ferne zu rücken. 
Wo Hoffnung schwindet, schaffen Besuche aus dem Ausland Zuversicht. Immer wieder wurde die 
Delegation darauf angesprochen. 
 
Während das Leben in der Metropole Tel Aviv-Yafo pulsiert, der Konflikt weit entfernt zu sein scheint 
und erst beim genaueren Hinhören anklingt, ist er in dem von einer hohen Mauer umgebenen Bethle-
hem alltäglich präsent. Der völkerrechtswidrige Siedlungsbau schreitet auch in der unmittelbaren 
Nachbarschaft von Bethlehem weiter voran, die Bewegungsfreiheit der Palästinenser in ihrem eige-
nen Land ist stark eingeschränkt.  
 
In den jeweiligen Briefings durch den Leiter des deutschen Vertretungsbüros in Palästina, Herrn 
Beerwerth, und die Gesandte an der deutschen Botschaft in Tel Aviv, Frau Iwersen, klangen die An-
merkungen sowohl zur Politik der amtierenden israelischen Regierung als auch zum Zustand der pa-
lästinensischen Autonomiebehörde deutlich kritischer, als dies bei früheren Besuchen der Fall war. 
Beide unterstrichen, wie wichtig gegenseitiges Vertrauen für eine friedliche Lösung des Konflikts sei, 
sich beide Völker seit der Zweiten Intifada (September 2000 bis Februar 2005) aber immer weiter 
auseinander entwickelt hätten. Verbreiteter Gleichgültigkeit auf israelischer Seite stünde die Kampag-
ne der `Antinormalisierung´ auf palästinensischer Seite gegenüber, die zwischenmenschliche Begeg-
nungen mit Israelis mit einem Tabu belegen. Mit der Abschottung würden sich beide Völker aber ins 
eigene Fleisch schneiden. Statt sich weiter voneinander zu entfernen, sollten beide Seiten erkennen, 
dass auch auf der anderen Seite die überwiegende Mehrzahl der Menschen in Frieden leben wolle. 
Städtepartnerschaften könnten hierzu wichtige Beiträge leisten. Durch die Stärkung kommunaler 
Strukturen und der lokalen Demokratie leisten deutsch-palästinensische Städtepartnerschaften dar-
über hinaus einen wichtigen Beitrag zur Aufbau palästinensischer Staatlichkeit von unten, so Herr 
Beerwerth. Beide Gesprächsrunden ermutigten, den eingeschlagenen Weg der städtepartnerschaftli-
chen Beziehungen und kommunalen Nahostarbeit fortzusetzen.

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Diese Themen waren auch Gegenstand eines persönlichen, ausführlichen Gesprächs zwischen 
Oberbürgermeisterin Reker und Avi Primor, dem früheren Botschafter Israels in Deutschland, am 
21.02.2017. 
 
 
 
gez. Reker

Beratungsverlauf (2)

27.04.2017 Wirtschaftsausschuss
TOP 14.3 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
08.05.2017 Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales
TOP 2.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1257/2017
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
21.04.2017
Erstellt
03.08.2017 00:27