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0221/2023

Mitteilung der Verwaltung zur Stellungnahme des LVR zum Ehrenfelder Kugelgasbehälter

Mitteilung Ausschuss 19.01.2023

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Koeln_Maarweg_Kugelgasbehaelter_Ehrenfeld_2022-03-10_ADR_Auszug_Vorlaeufige_Stellungnahme

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Mitteilung Ausschuss

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Koeln_Maarweg_Kugelgasbehaelter_Ehrenfeld_2022-03-10_ADR_Auszug_Vorlaeufige_Stellungnahme

52779 Zeichen

LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland   
      
LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland 
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980-001-04.2019 
Ihre Meinung ist uns wichtig!  
Die LVR-Geschäftsstelle für Anregungen und Beschwerden erreichen Sie hier:  
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Abtei Brauweiler – LVR-Kultur- und Dienstleistungszentrum 50663 Köln, auf eines der nachstehenden Konten  
50259 Pulheim (Brauweiler), Ehrenfriedstraße 19 
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Internet: www.afz.lvr.de, E-Mail: afz@lvr.de Postbank 
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Stadt Köln - Die Oberbürgermeisterin 
Stadtkonservator/in – Amt für 
Denkmalschutz und Denkmalpflege 
Inventarisation 
Willy-Brandt-Platz 2  
50679 Köln 
 
  14.03.2022 
92392/2022/RR 
 
Dipl.-Ing. Rasmus Radach 
Tel    02234 9854-330 
Fax   0221 8284-3304 
rasmus.radach@lvr.de 
 
Köln, Maarweg, Kugelgasbehälter 
Vorläufige Gutachterliche Stellungnahme gemäß gem. § 22 (3) Denkmalschutz-
gesetz Nordrhein-Westfalen zum Denkmalwert gemäß § 2 (1) DSchG NRW 
 
Objekt-Nr.: 92392 
Ortstermin am 15.12.2021 
 
Der Kugelgasbehälter in Köln-Ehrenfeld ist einschließlich Fundament und 
umgebender Freifläche im beschriebenen Umfang ein Baudenkmal gemäß 
§2 DSchG NRW. Er ist bedeutend für die Geschichte des Menschen, für 
Städte und Siedlungen und für die Entwicklung der Arbeitsverhältnisse. 
Seine Erhaltung und Nutzung liegen aus wissenschaftlichen Gründen – hier: 
technikhistorischen und ortsgeschichtlichen Gründen – im öffentlichen 
Interesse.  
 
I. Entstehungs- und Baugeschichte 
Die Kugelgasbehälter in Köln-Ehrenfeld und in Köln-Mülheim entstanden in den 
Jahren 1954-57 zur Erweiterung der Speicherkapazitäten für die kommunale 
Gasversorgung, die seit 1930 nicht mehr durch die Eigenproduktion von Stadtgas 
aus der 1874 errichteten städtischen Gasanstalt in Ehrenfeld getragen, sondern 
durch Ferngaslieferungen aus den Großkokereien der Thyssenschen Gas- und 
Wasserwerke (TGW) im Aachener Wurmrevier und der Ruhrgas AG im Steinkohlen-
bezirk des Ruhrgebiets sichergestellt wurde. Das städtische Gaswerk wurde dazu ab 
1929 zu einer zentralen Ferngasübernahme- und Verteilerstation umgebaut.

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Die drei vorhandenen Niederdruck-Teleskopgasbehälter dienten fortan zur 
Zwischenspeicherung des aus Alsdorf und Essen gelieferten Kokereigases, die dazu 
erforderlichen Mess- und Druckregleranlagen wurden im ehemalige Uhrenhaus des 
Gaswerks untergebracht. Die nicht mehr benötigten Anlagen zur Gasproduktion 
wurden ab 1934 mehrheitlich abgebrochen. Während des zweiten Weltkriegs 
brachten Beschädigungen beider Ferngasleitungen die städtische Gasversorgung 
Kölns bereits im Oktober 1944 zum Erliegen. Auch die drei Niederdruck-Teleskop-
gasbehälter auf dem Gelände des ehemaligen städtischen Gaswerks in Ehrenfeld 
wurden bei den Luftangriffen weitgehend zerstört. Die ersten Jahre nach dem Krieg 
standen daher vollständig im Zeichen des Wiederaufbaus. Im Jahr 1947 mit der 
Reparatur des stark beschädigten Gasleitungsnetzes begonnen und ein erster 
Teleskopgasbehälter neu aufgebaut, so dass die Gasversorgung schrittweise wieder-
aufgenommen werden konnte. 1950 ging nach umfangreichen Instandsetzungs-
arbeiten ein zweiter Behälter in Betrieb, und im folgenden Jahr begannen eine 
grundlegende Modernisierung der Hauptübernahme- und Reglerstation im alten 
Uhrenhaus. 
 
Nachdem der Gasverbrauch im Jahr 1949 mit gut 60.000.000 Kubikmetern erstmals 
wieder knapp das Vorkriegsniveau erreicht hatte, setzte ein gewaltiger Wachstums-
schub ein. Hochrechnungen zur Entwicklung des Gasverbrauchs prognostizierten mit 
Blick auf die Entwicklungen im Ausland, den einsetzenden wirtschaftlichen 
Aufschwung und dem wachsenden Wohlstand der Bevölkerung eine rasante 
Steigerung der Gasabgabe. Da das gut 70 Jahre alte für diese Gasmengen 
unzureichend dimensioniert war, entschied sich die Stadt zum konsequente Aufbau 
eines neuen Mitteldrucknetzes, um die Versorgungssicherheit der Stadt langfristig zu 
sichern. Die vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den Ferngasversorgern 
forderten eine Vorhaltung von Speichervolumen für 60% der höchsten Tagesabgabe. 
In Anbetracht der prognostizierten Bedarfssteigerung war absehbar, dass die beiden 
wiederhergestellten Niederdruck-Teleskopgasbehälter von jeweils 64.000 Kubik-
metern Fassungsvermögen diese Forderung mittelfristig nicht mehr würden erfüllen 
können. Außerdem fehlte der Stadt eine dringend benötigte Speicherreserve, um 
auch das neue Mitteldrucknetz bei Unterbrechungen der Hochdruckeinspeisung mit 
Gas versorgen zu können. 
 
Ein prototypisches Bauvorhaben in Ehrenfeld 
Die Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke der Stadt Köln (GEW) beschlossen daher 
im Jahr 1953, den vorhandenen Speicherraum um 100.000 Kubikmeter zu 
erweitern. Der Bau eines konventionellen Teleskop- oder Scheibengasbehälters 
wurde unter Abwägung technischer, wirtschaftlicher, logistischer und städtebaulicher 
Belange überprüft und zugunsten eines zeitgemäßen Hochdruckspeichers in 
Kugelform verworfen, der ein weit günstigeres Verhältnis von Raumbedarf und 
Speicherkapazität versprach und auch sehr viel besser geeignet erschien, das neu 
entstehende Mitteldrucknetz abzusichern. Um das benötigte Fassungsvermögen von 
100.000 Kubikmetern Gas zu erreichen, war bei einem vorzusehenden Betriebsdruck 
von 5,0 atü ein geometrisches Volumen von 20.000 Kubikmetern erforderlich – eine

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Größenordnung, die bis dahin von keinem Kugelgasbehälter erreicht worden war. 
Die größten bereits realisierten Bauwerke dieser Art boten gerade einmal 
Speicherraum für knapp 50.000 Kubikmeter komprimiertes Gas.  
 
Eine Arbeitsgemeinschaft der im Behälterbau erfahrenen Stahlbaufirmen August 
Könne aus Dortmund und dem Kölner Werk der Pintsch-BAMAG AG nahm am  
16. September 1953 den herausfordernden Auftrag an, eine statisch-konstruktive 
Lösung für den erstmaligen Bau eines Druckbehälters dieser Dimension zu 
entwickeln. Klönne verfügte über langjährige Erfahrungen bei der Herstellung 
kugelförmiger Behälter in Nietkonstruktion, die man beim weltweiten Bau von 
kugelförmigen Wasserhochbehältern nach eigenem Patent gewonnen und ab den 
1930er Jahren zur Errichtung erster genieteter Kugelgasbehälter in Deutschland 
weiterentwickelt hatte; die Pintsch-BAMAG hatte ihre unternehmerischen Wurzeln 
im Gasanlagenbau und brachte überdies herausragende Kenntnisse auf dem Gebiet 
der noch jungen elektrischen Schweißtechnik ein, für die ihr von behördlicher Seite 
als erstem Unternehmen Deutschlands die Genehmigung zur elektrischen 
Schweißung von Druckbehältern mit dem Schweißnahtgütefaktor 0,9 zuerkannt 
worden war. 
 
Die Planung der Arbeitsgemeinschaft sah vor, aus 174 in der Werkstatt 
millimetergenau zugeschnittenen und gekümpelten Stahlblechen von 28,5 mm 
Dicke eine Kugel von 33,75 Metern Außendurchmesser zu erstellen, deren 
Verbindungsnähte elektrisch miteinander verschweißt werden sollten. Die Kugelform 
wurde dazu in Meridian- und Breitenkreisschnitte aufgeteilt. Zur Lastableitung der 
ca. 950 Tonnen schweren Stahlkonstruktion war ein Tragwerk aus 15 Spreizstützen 
vorgesehen, welches unter der Kugel eine Durchgangshöhe von 2 Metern frei ließ. 
Die auf einem Ring freistehender Punktfundamente ruhenden, V-förmigen 
Stützenpaare sollten unterhalb des Äquators tangential an der Behälterwandung 
ansetzen; ihr oberes Ende war hin leicht nach außen geneigt, um die 
Dehnungsbewegungen des Behälters zwängungsfrei aufnehmen zu können. 
 
Für den Bau eines solchen Behälters waren grundsätzliche Änderungen der 
Berechnung und der Statik erforderlich, da sich die bestehenden Erfahrungen im 
Kugelbehälterbau nicht proportional auf die angestrebten Dimensionen übertragen 
ließen. Die Überprüfung ihrer Planung übertrugen die Unternehmen daher dem 
renommierten Prüfingenieur für Baustatik und Professor für Stahlbau an der TH 
Darmstadt, Dr.-Ing. Kurt Klöppel, dessen Lehrstuhl nach dem Zweiten Weltkrieg zu 
den führenden deutschen Instituten für Stahlbau zählte und besondere Expertise auf 
dem Feld geschweißter Stahlbauten erlangt hatte. Der Bauantrag wurde im März 
1954 mangels etablierter Richtlinien auf Basis einer vorläufigen Vereinbarung über 
den Bau und Prüfung von ortsfesten Hochdruckgasbehältern erstellt.  
 
Die Standortwahl für den neuen Kugelgasbehälter fiel auf das Gelände der 
ehemaligen städtischen Gasanstalt in Ehrenfeld. Das Areal war 1930 zur 
Übergabestation der aus dem Aachener Revier kommenden Ferngasleitung

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umgebaut worden, um die vorhandene technische Infrastruktur des Gaswerks – 
insbesondere die vorhandenen Niederdruck-Teleskopgasbehälter – fortan als 
Zwischenspeicher für das eingehende Ferngas nutzen zu können. Diese 
Konfiguration sollte nun grundlegend modernisiert und durch den neuen 
Hochdruckspeicher für das Mitteldrucknetz erweitert werden. Das kreisrunde 
Wasserbecken des ehemals dritten Teleskopgasbehälters, den man nach seiner 
Kriegszerstörung nicht wiederaufgebaut hatte, bot sich nach der Verfüllung als 
Baufeld für den neuen Kugelgasbehälter an.  
 
Die Bauausführung in Ehrenfeld 
Bis zum Mai 1954 erfolgten die werkseitige Vorfertigung der Bauteile sowie die 
Einrichtung der Baustelle, anschließend begann die Montage vor Ort. Die präzise 
Ausrichtung der Bleche zur Herstellung einer exakten Kugelform erfolgte mit Hilfe 
einer strahlenförmigen Verspannung aus Stahlseilen, die über Zugringe in der 
Behältermitte zusammengeschlossen und an einem axial angeordneten Mast 
befestigt wurden. Die Ausführung der Schweißarbeiten erfolgte mit einem Außen- 
und einem Innengerüst durch 24 speziell geschulte Schweißer, denen ihre 
Tagesaufgaben jeweils morgens an einem Modell vorgestellt und erläutert wurden. 
 
Für die bis zu 7.300 Kilogramm schweren Mantelbleche kam ein eigens für den Bau 
entwickelter und patentierter Sonderstahl HSB 50 (Hochfester, Schweiß-
unempfindlicher Baustahl) zum Einsatz, und zur Herstellung der insgesamt 1.800 
Meter Schweißnähte wurden Spezialelektroden verwendet, die erst in wochenlangen 
Versuchen ermittelt werden mussten. Die Schweißnähte selbst wurden in einer 
besonderen V-Form angelegt, die das Einsinken der äußeren Naht vermeiden und 
dadurch eine dem Ideal angenäherte Kugelform sicherstellen sollte. Sämtliche Nähte 
wurden nach der Fertigstellung einer neuartigen, maßgeblich in den USA 
entwickelten autogenen Wärmebehandlung unterzogen, um die beim Schweiß-
vorgang entstehenden Eigenspannungen abzubauen und die Schweißnahtgüte zu 
verbessern. Eine anschließende Röntgenuntersuchung zur zerstörungsfreien 
Schweißnahtprüfung erforderte mehr als 4000 Bilder und wies so gute Mess-
ergebnisse auf, dass den Schweißnähten ein höherer Gütefaktor von 0,9 zuerkannt 
werden und der ursprünglich vorgesehene Betriebshöchstdruck nachträglich von 5,0 
auf 5,6 atü angehoben werden konnte. In der Konsequenz vergrößerte sich das 
projektierte Fassungsvermögen des Gasbehälters von 100.000 Kubikmeter auf 
112.000 Kubikmeter – ein unerwarteter, der Erprobung neuer Bautechnik zu 
verdankender Zugewinn. Am 4. Januar 1955 wurde das Bauwerk mit einer Luft-
druckprüfung bei 6,2 atü ohne Beanstandungen vom TÜV abgenommen. Nur wenige 
Tage später begann die Zuleitung von flüssiger Kohlensäure zur Luftverdrängung 
aus dem Behälter, bevor am 24. Januar 1955 die Inbetriebnahme erfolgen konnte. 
Damit war die bislang fehlende, dringend benötigte Speicherreserve für das neue 
Mitteldrucknetz sichergestellt; in Verbindung mit den beiden Teleskopgasbehältern 
stand nun eine Speicherkapazität von mehr als 230.000 Kubikmetern zur Verfügung.

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Zum Abschluss des Bauvorhabens erhielt die Stahlkonstruktion noch einen 
Korrosionsschutzanstrich und das Betriebsgelände eine neue Freiraumgestaltung, 
die das neue Bauwerk mit einfachen Mitteln in Szene setzte. Der zu Baubeginn bis 
auf die Geländeoberkante abgetragene Teil der früheren Nassbehälter-Wassertasse 
wurde in Form einer niedrigen Mauer wiederaufgebaut, welche die kreisförmige 
Standfläche des Kugelgasbehälters ungefähr halbkreisförmig umschließt und 
lediglich von einem schmalen Personenzugang durchbrochen wird. Der als 
Stützmauer zum benachbarten Teleskopgasbehälter verbliebene Abschnitt der alten 
Tasse wurde unter Anpassung an die neuen Böschungswinkel bis auf die Höhe der 
neuen Mauer herabgeführt. Zwischen der neuen Mauer und der Stützwand verblieb 
jeweils eine breite Lücke, von denen die südliche als asphaltierte Zufahrt zum 
Behälter ausgebildet wurde. Die ringförmige Einfassung erhielt innenseitig eine 
Bekleidung aus cremefarbenen keramischen Platten in vertikal angeordneten 
Rechteckformaten sowie eine Abdeckung aus Betonelementen, die Außenseite 
lediglich einen Verputz. Das umgebende Gelände wurde sanft modelliert und an den 
Grundstücksgrenzen durch Alleebäume gefasst. Weite Rasenflächen mit vereinzelten 
Bäumen gaben den Blick von den leicht eingetieften Verkehrsflächen auf den neuen 
Kugelgasbehälter frei. Unmittelbar neben der Durchfahrt zum Behälter wurde zu 
späterem Zeitpunkt1 eine elegante, S-förmig geschwungene Treppe aus Beton 
errichtet, die vom Zufahrtsweg auf das erhöhte Plateau der alten Teleskopbehälter 
hinauf führt und vermutlich dazu gedacht war, Gästen die spektakuläre neue Anlage 
zu präsentieren. Ihre Stufen werden von einem Mittelholm getragen, kragen zu 
beiden Seiten frei aus und werden durch leichte Geländer aus Stabstahl begrenzt, 
deren zeittypisch V-förmige Füllstäbe auf die Stützenform des Behälters Bezug 
nehmen. Die repräsentative Gestaltung der Treppe erinnert an den 1957 für die 
Bundesgartenschau errichteten Rheinpark und setzt sich damit deutlich von der rein 
funktionalen Ausprägung üblicher Revisionstreppen ab. Über die Urheberschaft 
dieser Planung ist bislang nichts bekannt. 
 
 
Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte: Die Kugelgasbehälter in Köln-Mülheim 
Nach der erfolgreichen Realisierung des experimentellen Bauvorhabens in Ehrenfeld 
entschloss sich die GEW noch im gleichen Jahr, die Arbeitsgemeinschaft 
Klönne/Pintsch-Bamag mit dem Bau von zwei weiteren Behältern gleicher Bauart zu 
beauftragen, um auch am Übergabepunkt der Westleitung im rechtsrheinischen 
Stadtteil Köln-Mülheim eine Speicherreserve für die dort eingehenden Ferngas-
lieferungen aus dem Ruhrgebiet herzustellen und diese an die zwischenzeitlich 
fertiggestellte Mitteldruck-Ringleitung anzuschließen.  
 
Anders als in Ehrenfeld wurde dabei keine bestehende Anlage umgenutzt, sondern 
eine ganz neue Übergabestation geschaffen. Auf einem dreieckigen Grundstück an 
der Ecke Mülheimer Ring/ Piccoloministraße, östlich der Bahnlinie von Köln nach 
                                           
1Die genaue Bauzeit der Treppe ist bislang nicht bekannt. Fotos aus dem September 1955 zeigen die 
Böschung noch unbebaut, auf einem Luftbild aus dem Mai 1956 ist die Treppe bereits zu sehen.

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Opladen, entstanden ab 1956 nach dem Vorbild des Ehrenfelder Prototyps zwei 
identische Hochdruckspeicher von jeweils 112.500 Kubikmetern Fassungsvermögen 
sowie drei neue Betriebsgebäude. Das 44 x 13 Meter messende Regler- und 
Kompressorenhaus mit Kommandozentrale enthielt Räume zur Unterbringung der 
Verdichterstation und der Druckregleranlage sowie eine gläserne Kanzel, die 
sämtliche Messeinrichtungen zur Überwachung der Anlage aufnahm. Ein 
benachbartes, teilunterkellertes Bauwerk von 40 x 10 Metern Größe diente zur 
Unterbringung von Arbeits-, Aufenthalts- und Sozialräumen; hier waren auch eine 
Garage für den Bereitschaftswagen und eine Heizungsanlage untergebracht. Hinzu 
kam noch eine 10 x 10 Meter messende Stromübernahmestation mit Pförtnerloge 
an der Zufahrt zum Gelände. Eine freistehende Filteranlage komplettierte die 
Anlage. Das Grundstück wurde durch eine niedrige Umwehrung aus Beton mit 
aufstehender Zaunanlage aus vertikalen Stahlgittern eingefasst. Die exakten 
Baudaten sind bislang nicht bekannt, doch wurde das Bauvorhaben offenbar im 
Herbst 1955 beantragt und bauaufsichtlich geprüft, um im Jahr 1956 fertig gestellt 
und in Betrieb genommen zu werden.  
 
Mit der Fertigstellung der neuen Übergabestation Mülheim und dem Anschluss der 
beiden Behälter an eine zwischenzeitlich fertiggestellte Mitteldruck-Ringleitung, 
welche den Rhein unterhalb der Hohenzollernbrücke querte und die links- und 
rechtsrheinischen Versorgungsgebiete miteinander verband, war die Reorganisation 
und Modernisierung des städtischen Gasverteilnetzes nach dem zweiten Weltkrieg 
abgeschlossen. Im gesamten Stadtgebiet waren nun 6 Übernahmestationen, 10 
Mitteldruckstationen und 24 Konsumentenstationen in Betrieb – eine Zahl, die vor 
dem Krieg nicht vorstellbar gewesen wäre. Über den Mitteldruckring konnte nun aus 
allen drei Hochdruckspeichern Gas in das Versorgungsnetz eingespeist werden; 
einschließlich der beiden Niederdruck-Teleskopgasbehälter betrug das 
Gesamtspeichervolumen der GEW zum Ende des Jahres 1956 über 420.000 
Kubikmeter und gab der Stadt damit eine langfristige Versorgungssicherheit.  
 
 
Rationalisierungsmaßnahmen 
Mit der Umstellung von Kokerei- auf Erdgas Anfang der 1970er Jahre wurden beide 
Standorte erstmals grundlegend modernisiert, Mitte der 1990er Jahre erfolgte eine 
weitere technische Umrüstung, um den Betrieb fortan per Fernüberwachung von der 
zentralen Leitstelle für Strom, Gas und Wasser am Parkgürtel aus steuern zu 
können. Dabei wurden – mit Ausnahme der Kugelgasbehälter – alle technischen 
Betriebseinrichtungen grundlegend erneuert. Die vorhandene technische 
Infrastruktur aus Filteranlagen, Druckregelung und Messtechnik dokumentiert daher 
den Stand der Technik einer jüngeren Zeitschicht, tragen aber durchaus zum 
Verständnis der Funktionsweise bei. Am Standort Mülheim ist überdies eine Druck- 
Reglereinheit von 1970 als frei bewittertes Exponat im Außenraum aufgestellt 
worden, die im Größenvergleich mit der modernen Regeltechnik den technischen 
Fortschritt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts anschaulich sichtbar macht. 
Die drei Kugelgasbehälter selbst sind einschließlich ihrer tragenden

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Stützkonstruktion, ihrer Fundamente, der Armaturen, der Manometer zur Anzeige 
des Behälterinnendrucks sowie ihren zweigeteilten, fahrbaren Revisionsleitern 
authentisch erhalten.  
 
Am Standort Ehrenfeld wurde das ehemalige Uhrenhaus als Standort der Mess- und 
Reglerstation aufgegeben und nahe der Werkszufahrt ein neues, eingeschossiges 
Bauwerk errichtet, dass die neuen Regleranlagen aufnahm. Es besitzt keinen 
Denkmalwert. Die nicht mehr benötigten technischen Anlagen im Uhrenhaus wurden 
zwischenzeitlich entfernt, das Gebäude selbst ist noch vorhanden. Es weist sowohl 
historische Bausubstanz (Fenster) als auch nachträgliche Veränderungen 
(Fassadenputz) auf und wurde im Rahmen dieser Prüfung nicht auf seinen 
potentiellen Denkmalwert hin untersucht. 
 
Der Standort Mülheim erfuhr bei der Umrüstung auch umfängliche bauliche 
Veränderungen. Mit dem Übergang zur Fernwartung wurden die Kontroll-
einrichtungen, Arbeits- und Sozialräume der Betriebsgebäude mehrheitlich nicht 
mehr benötigt. Heute sind nur noch zwei der ehemals drei Gebäude vorhanden, die 
Schalstation mit Pförtnerloge wurde bereits abgebrochen, die Zufahrt unmittelbar 
vor das Kompressoren- und Reglergebäude verlegt. Die bauzeitliche Umwehrung 
wurde umfänglich erneuert. Der Zeitpunkt dieser Maßnahmen ist bislang nicht 
bekannt. Auch die beiden erhaltenen Betriebsgebäude wurden im Zuge der 
Modernisierung ihrer technischen Anlagen erheblich umgebaut. Bedauerlicherweise 
wurde die zeittypische Architektur der beiden Bauten dabei stark verändert. Die 
ehemals filigran profilierten Stahlfenster und -türen wurden gegen moderne, breit 
profilierte Verglasungen ausgetauscht, die Drahtverglasungen der Technikräume 
durch Isoliergläser ersetzt und die Türen nach neuen Sicherheitsstandards erneuert.  
Im Inneren des Kompressoren- und Reglergebäudes wurde der ehemalige 
Verdichterraum nachträglich unterteilt und zum Standort einer neuen Heizungs-
anlage mit Technikräumen umgebaut. Im ehemaligen Kontrollraum lässt die 
repräsentativ ausgestaltete Treppe noch den ursprünglichen Gestaltungsanspruch 
des Bauwerks erahnen, doch ist von der bauzeitlichen Raumausstattung nichts mehr 
erhalten. Die hallenartigen Betriebsräume können mit ihren erneuerten Boden-
belägen, der neuen Haustechnik und der modernisierten technischen Ausstattung 
keinen bauzeitlichen Raumeindruck mehr vermitteln. Gleiches gilt für das 
bescheidener gestaltete Sozialgebäude, in dem nur noch das Foyer mit seinem 
offenen Treppenabgang in den Keller von der bauzeitlichen Gestaltung Zeugnis 
ablegen kann. Aus Sicht des LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland lässt sich den 
beiden erhaltenen Betriebsgebäuden aufgrund dieser Veränderungen heute leider 
kein architekturgeschichtlicher Zeugniswert mehr beimessen.

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II. Bewertung 
 
Historische Bedeutung 
Die Errichtung des seinerzeit größten geschweißten Kugelgasbehälters der Welt in 
Ehrenfeld war ein ebenso aufsehenerregendes wie prototypisches Bauvorhaben, das 
in den Medien wie auch in der Fachwelt große Beachtung fand und sich in mehrerlei 
Hinsicht als richtungsweisend erwies. 
 
Bedeutung für die Geschichte des Menschen 
Die industrielle Erzeugung und Nutzung von Steinkohlengas als Energieträger zählt 
zu den bedeutenden technischen Leistungen der Menschheit, ohne die unsere 
heutige Zivilisation nicht vorstellbar wäre. Beginnend mit der Verwendung als 
Leuchtgas, welches im 19. Jahrhundert die Einführung einer preiswerten und 
leistungsfähigen nächtlichen Beleuchtung möglich machte und damit die 
Voraussetzungen für das tageslichtunabhängige Leben und Arbeiten schuf, wie wir 
es heute kennen, setzte sich Gas Mitte des 20. Jahrhunderts auch als bedeutendster 
Energieträger der Wärmeerzeugung durch. Der Verteilung und Speicherung des 
Gases fiel dabei von Beginn an eine zentrale Rolle zu. Die Möglichkeiten zum 
Transport des Gases bestimmten die Lage der Produktionsstätte und den Kreis der 
möglichen Verbraucher; die Speicherung erlaubte es, das Gas durchgehend zu 
produzieren und unter Rücksicht auf die tageszeitlichen Verbrauchsschwankungen 
bedarfsgerecht an die Nutzer abzugeben. Während das Gas in der ersten Phase der 
industriellen Gasversorgung nur in den Städten selbst hergestellt und lediglich über 
kurze Distanzen im Stadtgebiet verteilt werden konnte, so führte die Entwicklung 
nahtlos hergestellter Rohre kurz vor dem Ersten Weltkrieg zur Entstehung der 
Ferngasversorgung, mit der eine neue Ära der kommunalen Gasversorgung anbrach. 
 
Die Möglichkeit, das preiswerte Kokereigas nun mit hohem Druck über weite 
Strecken hinweg in die Städte zu transportieren, brachte rasch neue Bauten zur 
Zwischenspeicherung hervor, welche das Gas in verdichtetem Zustand aufnehmen 
und nach Möglichkeit ohne erneute Druckerhöhung in die städtischen Verteilnetze 
abgeben konnten. Als ideale Bauform der oberirdischen Hochdruckspeicherung 
erwies sich der Kugelgasbehälter, der Anfang der 1930er Jahren nach 
amerikanischem Vorbild in Deutschland Einzug hielt und sich rasch als ebenso 
praktikable wie leistungsfähige Speichertechnologie der Ferngasversorgung empfahl.  
Nachdem die Hochdruckbehälter bis Anfang der 1950er Jahre noch in tradierter 
Nietkonstruktion errichtet wurden, führte der Fortschritt der Schweißtechnik diese 
Bauform zur endgültigen Reife. Als technische Pionierleistung im Behälterbau vollzog 
der geschweißte Kugelgasbehälters in Köln-Ehrenfeld einen Maßstabssprung in 
Bezug auf das Verhältnis von Größe und Fassungsvermögen oberirdischer Anlagen 
zur Gasspeicherung, der ihn zum Prototyp einer Serie gleicher Bauten machte und 
bundesweite Auswirkungen auf die kommunale Gasspeicherung hatte. Die zu 
seinem Bau neu entwickelte statische Berechnungsmethode wurde als Bestandteil 
der 1957 veröffentlichten neuen DIN 3396 zur Grundlage für den statischen 
Nachweis geschweißter Hochdruckbehälter in Deutschland, deren typologische

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Entwicklung die erfolgreiche Ausbreitung der modernen, flächendeckenden 
Ferngasversorgung maßgeblich beförderte und damit den Boden für die Heraus-
bildung der heutigen, grenzüberschreitenden Erdgas-Verteilnetze bereitete. Vor 
diesem Hintergrund stellt der Kugelgasbehälter in Köln-Ehrenfeld ein bedeutendes 
Zeugnis für die Geschichte des Menschen dar. 
 
 
Bedeutung für Städte und Siedlungen 
Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs und der erfolgreichen Bewältigung des 
Wiederaufbaus führten der wirtschaftliche Aufschwung der deutschen Industrie wie 
auch der zunehmende Wohlstand der Bevölkerung im einsetzenden deutschen 
Wirtschaftswunder zu einem rasant steigenden Gasbedarf vieler deutscher Städte, 
der auch in Köln alle Erwartungen übertraf: War 1949 mit einem Verbrauch von 
60.000 Kubikmetern das Vorkriegsniveau erstmals wieder erreicht worden, hatte 
sich die Jahresabgabe 1952 mit 129.000.000 Kubikmeter bereits mehr als 
verdoppelt, 1956 mit 184.000.000 Kubikmetern sogar verdreifacht. Aufgrund der 
Kohleverknappung wurde Gas nunmehr nicht nur zu Beleuchtungszwecken, sondern 
vermehrt auch zum Heizen nachgefragt – insbesondere von den modernen 
Neubauten großer Banken und Versicherungen, aber auch von privaten Haushalten, 
in denen Gas überdies verstärkt zum Kochen Verwendung fand. Darüber hinaus 
nutzten Handwerks- und Industriebetriebe nun bevorzugt Gas als Energiequelle für 
ihre Produktion und Wärmeversorgung.  
 
Wie schon beim Bau des Gaswerks in Köln-Ehrenfeld 1874 nach Planungen des 
innovativen ersten städtischen Gaswerkdirektors August Hegener, welches über viele 
Jahre hinweg als vorbildlicher Musterbetrieb für neue Gasanstaltsbauten in ganz 
Deutschland galt, zeigten die Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke der Stadt Köln 
auch bei der Neukonzeption der städtischen Gasversorgung nach dem zweiten 
Weltkrieg Pioniergeist. Ihre Entscheidung, das unzureichend dimensionierte alte 
Niederdrucknetz durch den Aufbau eines neuen, wachstumsorientierten Mitteldruck-
netzes für den steigenden Bedarf aufzurüsten und mit der Errichtung eines 
geschweißten Kugelgasbehälters in weltweit neuer Größenordnung die dringend 
benötigte Speicherreserve herzustellen, um Störungen im Ferngasbezug ohne 
signifikanten Leistungsabfall ausgleichen zu können, war ebenso modern wie 
beispielhaft. Gemeinsam mit den beiden wiederaufgebauten Teleskopgasbehältern 
des ehemaligen Gaswerks Ehrenfeld erfüllte der neue Hochdruckspeicher die 
vertraglichen Verpflichtungen der Stadt Köln gegenüber den Ferngasunternehmen, 
ein Speichervolumen von 60% der maximalen Tagesabgabe vorzuhalten, und 
eröffnete eine Perspektive für das weitere Wachstum der Stadt. Seine erfolgreiche 
Realisierung ermutigte die Verantwortlichen, der Versorgungssicherheit Köln durch 
den Bau zweier weiterer Hochdruckspeicher gleicher Bauart im rechtsrheinischen 
Stadtteil Mülheim und die Verlegung einer den Rhein querenden Mitteldruck-
Ringleitung abzusichern – eine richtungsweisende Entscheidung, die maßgeblich zur 
Steigerung von Lebensstandard und wirtschaftlicher Prosperität der Domstadt in den 
1950er und 1960er Jahren beitrug, bevor die weiter steigende Verbrauchsmengen

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und eine bessere Sicherung der Versorgungsleistung durch die Ferngasunternehmen 
die Bedeutung der Hochdruckspeicherung allmählich auf die Abdeckung von 
Lastspitzen beschränkte und schließlich überflüssig werden ließ. Als bauliches 
Zeugnis für die fortschrittliche Neuordnung der städtischen Gasversorgung nach 
dem zweiten Weltkrieg ist der Kugelgasbehälter in Ehrenfeld von Bedeutung für die 
Stadt Köln. 
 
 
Bedeutung für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse 
Der Aufbau eines Mitteldrucknetzes in Köln beförderte in besonderem Maße die 
wirtschaftliche Gasnutzung großer Abnehmer aus Verwaltung, Handwerk und 
Industrie, die nun über Direktanschlüsse aus dem neuen Netz versorgt werden 
konnten. Zu den ersten Großabnehmern mit eigenem Mitteldruckanschluss zählten 
der städtische Schlachthof, das Postscheckamt und die Kölner Niederlassung der 
Pintsch Bamag AG in Bayenthal. Das nun in großen Mengen preiswert zu beziehende 
Kokereigas verzeichnete in der Nachkriegszeit einen großen Bedeutungszuwachs als 
Energiequelle für die Industrie, sowohl für die Beheizung der Arbeitsstätten als auch 
für die industrielle Fertigung. Zu bedeutenden Anwendungsbereichen entwickelten 
sich vor allem die Erzeugung von Prozesswärme – speziell für thermische Verfahren 
mit hohen Anforderungen an präzise einzuhaltende Temperaturvorgaben, wie sie 
z.B. für Schmiede- und Glühöfen verlangt wurden – aber auch die chemische 
Industrie, die sich neben der städtischen Gasversorgung zu einem großen 
internationalen Absatzmarkt für die Herstellung geschweißter Hochdruckbehälter 
herausbildete. 
 
Von diesem Markt profitierten gerade jene deutschen Stahlbauunternehmen, die 
sich bereits vor dem Krieg auf dem Gebiet des Behälterbaus über die Landesgrenzen 
hinaus profiliert hatten und nach ihren Verstrickungen in die Rüstungswirtschaft des 
dritten Reiches nun um neue, unbelastete Tätigkeitsfelder des zivilen Stahl- und 
Ingenieurbaus bemüht waren, insbesondere die Firma August Klönne aus Dortmund, 
das M.A.N. Werk in Mainz-Gustavsburg, die Firma F. A. Neuman aus Eschweiler und 
die 1953 zur Aktiengesellschaft umfirmierte Pintsch-Bamag AG mit Niederlassungen 
u.a. in Butzbach und Köln. Das prototypische Bauvorhaben des „größten Kugelgas-
behälters der Welt“ war beispielhaft für die Anstrengungen deutscher Industrie-
unternehmen, durch spektakuläre und medienwirksam vermarktete Bauvorhaben 
für die Leistungsfähigkeit deutscher Firmen im konstruktiven Ingenieurbau zu 
werben und auf dem internationalen Markt mit positiven Schlagzeilen auf sich 
aufmerksam zu machen. So zeichneten sich die vier genannten Firmen nicht nur für 
nahezu alle Hochdruckbehälter der Nachkriegszeit in Deutschland verantwortlich, 
sondern operierten bereits Mitte der 1950er Jahre auch wieder erfolgreich im 
weltweiten Ausland. Der Kugelgasbehälter in Ehrenfeld ist daher als Beitrag zur 
erfolgreichen Entwicklung der industriellen Gasnutzung wie auch in seiner 
Wirkungsmacht für die unternehmerische Selbstvermarktung deutscher Stahlbau-
unternehmen nach dem Krieg ein bedeutendes Zeugnis für die Arbeits- und 
Produktionsbedingungen im Rheinland.

Seite 11
 
Erhaltungsgründe 
 
Wissenschaftliche Gründe für die Erhaltung und Nutzung 
 
a. Technikgeschichtliche Gründe liegen vor, weil der Kugelgasbehälter in Ehrenfeld 
einen Meilenstein in der Entwicklungsgeschichte des Gasbehälterbaus 
dokumentiert, der maßgeblich zur erfolgreichen Verbreitung der im Ruhrgebiet 
entstandenen deutschen Ferngasversorgung im gesamten Bundesgebiet beitrug. 
 
Der Bau von Hochdruckspeichern entwickelte sich in engem Zusammenhang mit 
der Entstehung der Ferngasversorgung. Aus der Urform des Gasbehälters – einer 
geschlossenen zylindrischen Glocke, deren offenes unteres Ende in ein Wasser-
becken eintaucht, entwickelten sich im 19. Jahrhundert zunächst mehrteilige 
Teleskop- und Spiralgasbehälter, deren ausziehbare Elemente zur Aufnahme 
größere Gasvolumen fernrohr- oder schraubenartig auseinandergeschoben 
werden konnten. Eine deutliche konstruktive Vereinfachung brachte 1913 die 
Erfindung des Scheibengasbehälters durch die Firma M.A.N., der ohne Wasser-
becken auskam und das Gasvolumen innerhalb einer festen zylindrischen Hülle 
mit einer auf- und abgleitenden Scheibe regulierte, die mit einer ölgespeisten 
Dichtlippe an die Behälterwand anschloss. Alle diesen Behältertypen speicherten 
Gas in seiner natürlichen Ausdehnung bei Umgebungstemperatur, erforderten 
dafür viel Platz und kamen angesichts des kontinuierlich steigenden Gasbedarfs 
bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts an ihre Leistungsgrenzen.  
Als die Entwicklung nahtloser Rohre erlaubte, 
Gas unter Druck zu verdichten und in großen 
Mengen durch ein geschlossenes Fernleitungs-
netz zu transportieren, stellten sich auch an die 
Gasspeicherung ganz neue Anforderungen. Um 
das unter hohem Druck eintreffende Ferngas 
nicht zur Einspeisung in den Zwischenspeicher 
entspannen und bei der Abgabe an ein Mittel-
drucknetz wieder mit einer Druckerhöhungs-
anlage verdichten zu müssen, empfahl sich 
eine Speicherung im komprimierten Zustand. 
Die Entwicklung des Kugelgasbehälters bot der 
Ferngasversorgung den idealen Speichertyp für 
diese Anforderungen. Zum einen nutzten er die 
physikalische Eigenschaft des Gases, sich unter 
Druck verdichten zu lassen, zur signifikanten 
Verringerung des Behältervolumens (s. Abb.). 
Abb. Aus Zenk, Friedrich: Unsere Gasspeicherung. 
In: Unser GEW. Blätter für die Mitarbeiter der G.E.W. 
Werke der Stadt Köln. Heft Nr. 4, April 1955, S. 3

Seite 12
 
Zum anderen kam er ohne bewegliche Teile aus, die durch Witterungseinflüsse, 
Störungen oder Verschleiß in ihrer Funktion hätten behindert werden können. 
Mit ihrem optimalen Verhältnis von maximalem Volumen zu minimaler Hüllfläche 
war die Kugel nicht nur die Idealform eines Druckbehälters, deren Hülle überall 
gleichen Belastungen unterliegt, sondern erlaubte auch erhebliche Material- und 
Gewichtseinsparungen. Die wasserlose Funktionsweise erlaubte es zudem, auf 
eine winterliche Beheizung zu verzichten.  
 
Kugelförmige Behälter entstanden gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahezu 
zeitgleich in den Vereinigten Staaten von Amerika wie auch in Europa zur 
Speicherung von Trink- und Brauchwasser, bevor sie – in Amerika deutlich früher 
als in Europa - als Tanks für flüssige Stoffe der aufkommenden chemischen 
Industrie neue Einsatzbereiche eroberten und schließlich als ideale Behälterform 
für die Gasspeicherung Anwendung fanden. Maßgeblich für diese Entwicklung 
war das amerikanische Unternehmen Chicago Bridge & Iron Company (CB&I), 
deren Geschäftsführer George T. Horton die technische Entwicklung des nach 
ihm benannten Behältertyps („Hortonsphere“) mit zahlreichen patentierten 
Neuerungen vorantrieb, 1923 in Port Arthur/ Texas einen ersten Kugelgas-
behälter aus vernieteten Blechen und 1932 in Shrewsbury/ Missouri für die St. 
Louis Gas Company das erste geschweißte Bauwerk dieser Art errichtete.  
 
In Deutschland wurde der Bau kugelförmiger Behälter maßgeblich von der 
Stahlbaufirma August Klönne aus Dortmund vorangetrieben. Klönne begann um 
1890 mit dem Bau von Wasserbehältern mit halbkugelförmigem Hängeboden, 
der aus einer Kooperation mit dem befreundeten deutschen Ingenieur Georg 
Barkhausen hervorgegangen war. Eine eigene Weiterentwicklung zum kugel-
förmigen Behälter auf kegelförmigem Stumpf ließ Klönne 1898 patentieren und 
über einen Zeitraum von rund dreißig Jahren als Wasserhochbehälter der „Bauart 
Klönne“ vertreiben, von dem mehrere hundert Exemplare in Dortmund 
vorgefertigt und weltweit aufgestellt wurden. Das Unternehmen war sicherlich in 
Kenntnis der von deutschen Ingenieurszeitschriften publizierten amerikanischen 
Vorbilder, als sie das große Potential der Kugelform als Hochdruckspeicher für die 
aufstrebende Ferngasversorgung erkannte und die eigenen Erfahrungen aus dem 
Wasserbehälterbau auf den Gasbehälterbau übertrug. Während in Amerika der 
erste geschweißte Kugelgasbehälter entstand, baute die Firma August Klönne 
1932 für die Ferngasversorgung der Bodelschwingh’schen Anstalten Bethel in 
Bielefeld einen genieteten Hochdruckspeicher mit 4.000 Kubikmetern 
geometrischen Volumen, der unter einem Betriebsdruck von 5,0 atü rund 20.000 
Kubikmetern Fassungsvermögen aufwies. Das neuartige Bauwerk fand in den 
Versorgungsgebieten der Westfälischen Ferngas AG und der Ruhrgas AG eine 
ganze Reihe von Nachahmern, von denen sich nur wenige Exemplare als 
bedeutende Zeugnisse der frühen technischen Entwicklung im Druckbehälterbau 
erhalten haben. Die genieteten Kugelgasbehälter in Bielefeld-Gadderbaum 
(1932, Fa. Klönne) und Siegen (1935, Fa. Kölsch) sind die beiden ältesten 
erhaltenen Bauwerke ihrer Art in Deutschland, von der im Rheinland keine

Seite 13
 
Zeugnisse überliefert sind. Gemeinsam mit der jüngsten noch erhaltenen 
Nietkonstruktion dieser Gattung in Schwerte (1947/48, Fa. Klönne), dokumen-
tieren die Bauwerke die erste Entwicklungsphase der kugelförmigen Hochdruck-
behälter in Nordrhein-Westfalen, dem Ursprungsland der deutschen Ferngas-
versorgung. Sie sind allesamt in die Denkmallisten ihrer Städte eingetragen. 
 
Der Durchbruch der elektrischen Schweißtechnik im konstruktiven Ingenieurbau 
erfolgte in Deutschland – deutlich später als in Russland und den USA – erst in 
den Jahren des Wirtschaftswunders nach dem Zweiten Weltkrieg und begründete 
eine zweite Phase im Hochdruckbehälterbau, welche die Leistungsfähigkeit der 
Baugattung erst vollständig ausreizte. Der zum Zeitpunkt seiner Erbauung 
weltweit größte geschweißte Kugelgasbehälter in Köln-Ehrenfeld (1954-55) ist 
das älteste erhaltene Zeugnis dieser Bauweise im Rheinland und nach gegen-
wärtigem Kenntnisstand auch in der Bundesrepublik Deutschland.  
Das authentisch erhaltene Bauwerk der Arbeitsgemeinschaft August Klönne/ 
Pintsch-Bamag AG dokumentiert als Prototyp einer neuen Behältergeneration 
den Fortschritt des elektrischen Schweißens auf dem europäischen Kontinent und  
lässt den Maßstabssprung in Bezug auf das Speichervermögen gegenüber den 
erhaltenen Beispielen der frühen Entwicklungsphase anschaulich sichtbar 
werden. Er bot dem Ferngasversorgungsnetz einen optimierten Speichertypus, 
dessen Leistungsfähigkeit die effiziente Gasversorgung der nach dem Wiedera-
ufbau dynamisch wachsenden deutschen Großstädte für Dekaden sicherte, und 
zählte mit seiner aufsehe erregenden Form und Größe zu den öffentlichkeits-
wirksamen Symbolen des technischen Fortschritts in der Zeit des deutschen 
Wirtschaftswunders. In beiderlei Hinsicht entwickelte er Vorbildwirkung für 
zahlreiche Städte im Rheinland und darüber hinaus, die dem Beispiel Kölns 
folgend in den nächsten 15 Jahren ihre kommunalen Gasversorgungsnetze 
modernisierten und geschweißte Kugelgasbehälter als zeitgemäße Pufferspeicher 
für Ferngas einführten, unter ihnen Solingen (1957), Wuppertal (1958), Neuss 
(1960), Aachen (1967) und Bonn (1968).  
 
Obgleich der Ehrenfelder Behälter und seine beiden baugleichen, nur wenig 
jüngeren Geschwister im rechtrheinischen Mülheim den Titel der weltgrößten 
Kugelgasbehälter bereits 1958 an den neuen Kugelgasbehälter der Wuppertaler 
Stadtwerke in Vohwinkel abgeben mussten, fand ihre Bauform im Gegensatz 
zum Wuppertaler Großbehälter zahlreiche Wiederholungen im ganzen Bundes-
gebiet, die von den Firmen Klönne und Pintsch-Bamag selbst oder in enger 
Anlehnung an das Kölner Vorbild von anderen Unternehmen errichtet wurden, so 
z.B. in Kaiserslautern (1959) Freiburg (1964), Konstanz (1964) oder Mannheim 
(1965), die allesamt die charakteristischen Tangential-Spreizstützen der Kölner 
Behälter zeigen. Unter den noch 21 erhaltenen Hochdruckbehältern der 
städtischen Ferngasversorgung in Nordrhein-Westfalen ist der geschweißte 
Kugelgasbehälter in Ehrenfeld als prototypisches Schlüsselbauwerk der Nach-
kriegszeit für die Dokumentation, das Verständnis und die weitere Erforschung

Seite 14
 
der typologischen Entwicklung im Druckbehälterbau von besonderer 
Aussagekraft. 
 
 
b. Ortsgeschichtliche Gründe liegen vor, weil der Ehrenfelder Kugelgasbehälter mit 
seiner Standfläche auf dem Fundament eines ehemaligen, im Krieg zerstörten 
Teleskopgasbehälters der ersten städtischen Gasanstalt Ehrenfeld die beinahe 
150 Jahre währende Nutzungskontinuität und Bedeutung des Areals für die 
Geschichte der Kölner Gasversorgung bezeugt. 
 
Die Standortwahl der GEW für den Bau ihres ersten Kugelgasbehälters war kein 
Zufall. Nachdem die Stadt schon im Jahr 1840 – als zweite rheinische Stadt nach 
Aachen (1837) dem Vorbild der Großstädte Wien und Berlin folgend – zunächst 
einen Gasversorgungsvertrag mit der englischen Imperial Continental Gas-
Association Ltd. abgeschlossen hatte, um eine nächtliche Straßenbeleuchtung 
mit Leuchtgas einführen zu können, entschied man sich nach dem Ablauf der 
Vertragslaufzeit zum Neubau eines ersten stadteigenen Gaswerkes an der 
Widdersdorfer Straße in Ehrenfeld. Als Standort wurde ein Gelände mit direktem 
Anschluss an die Bahnstrecke von Köln nach Aachen gewählt, um eine direkte 
und wirtschaftliche Versorgung mit Steinkohle gewährleisten zu können. Die 
neue Gasanstalt wurde nach einem Konzept des städtischen Gaswerkdirektors 
August Hegener unter Berücksichtigung neuester Erkenntnisse geplant und 1876 
fertig gestellt. Sie galt über viele Jahre hinweg als Vorbild für moderne 
Gasanstaltsbauten in ganz Deutschland und zählte zu den wichtigsten 
industriellen Ansiedlungen im Kölner Nordwesten, die mehrfach ausgebaut 
wurde und über Jahrzehnte profitabel arbeitete.  
 
Erst die fortschreitende Ausbreitung des Ferngas-Versorgungsnetzes der großen 
Steinkohlenzechen im Ruhrgebiet stellte die städtische Stadtgasproduktion in 
den 1920er Jahren grundlegend in Frage. Mit dem 1929 getroffenen Beschluss 
der Stadt, die Gasversorgung zukünftig über Ferngaslieferungen der 
Thyssen’schen Gas und Wasserwerke aus dem Aachener Revier und der Ruhrgas 
AG aus dem Ruhrgebiet sicherzustellen, entwickelte sich für die alte Gasanstalt 
der Stadt eine neue Perspektive: Um die vorhandene technische Infrastruktur 
des Werkes möglichst umfänglich weiter nutzen zu können, wurde die neue 
Ferngasleitung aus Alsdorf bis nach Ehrenfeld geführt und die alte Gasanstalt zur 
zentralen Übergabe- und Verteilerstation umgebaut. Die drei Teleskop-
Gasbehälter speicherten nun das eingehende Ferngas, und im ehemaligen 
Uhrenhaus der Gasanstalt wurden Mess- und Druckregleranlagen eingebaut, mit 
denen das Ferngas entspannt und wahlweise in die Speicher oder in das 
Niederdruck-Verteilungsnetz eingespeist werden konnte. Zur Bedarfsdeckung 
wurde ein Drittel der Gasproduktion zunächst noch durch den Weiterbetrieb der 
Ehrenfelder Öfen gedeckt, doch rechnete sich die Eigenproduktion immer 
weniger und wurde daher im Oktober 1933 gänzlich eingestellt. Die Bezugs-
mengen aus Alsdorf und dem Ruhrgebiet wurden aufgestockt, und die

Seite 15
 
Gasversorgung der Stadt Köln nun ausschließlich mit Ferngas abgedeckt. Beim 
1934 begonnen Abbruch der nicht mehr benötigten Produktionsanlagen des 
Gaswerks blieben neben den drei Gasbehältern und dem Uhrenhaus auch das 
Verwaltungsgebäude am Werkseingang, die Gasreinigung und die Kondensation 
erhalten.  
 
Auch nach den Zerstörungen des zweiten Weltkrieges hielt man aus 
wirtschaftlichen, technischen und logistischen Gründen am Ehrenfelder Standort 
fest: Der Wiederaufbau der Teleskop-Gasbehälter und der zugehörigen 
Infrastruktur waren der schnellste und unaufwändigste Weg, die niederliegende 
Gasversorgung der Stadt schnellstmöglich wiederherzustellen. Aus diesem Grund 
wurden zwei der ehemals drei Gasbehälter in den Jahren 1949 bis 1952 
wiederaufgebaut und die Übergabestation im Uhrenhaus instandgesetzt, bevor 
der gewaltige Anstieg des Kölner Gasbedarfs mit Anbruch der 1950er Jahre die 
Notwendigkeit zum Aufbau eines Mitteldrucknetzes und zur Erweiterung der 
Speicherkapazitäten sichtbar werden ließen. Wie bereits 1930 bei der Einführung 
der Ferngasversorgung, so bot sich auch bei der Entscheidung für einen ersten 
Hochdruckbehälter 1953 das alte Gaswerksgelände als Standort an: Das Gelände 
gehörte der Stadt, hier endete die Ferngasleitung aus Alsdorf, und die 
vorhandene Infrastruktur musste zwar modernisiert, aber nicht vollkommen neu 
hergestellt werden. Mit dem ehemaligen Wasserbassin des nach Kriegsende nicht 
wieder aufgebauten dritten Teleskop-Gasbehälters war ein ausreichend großer 
Bauplatz in unmittelbarer Nähe zum bestehenden Leitungsnetz und den beiden 
alten Behältern vorhanden. Mit dem Bau des Kugelgasbehälters wurde die 
bestehende räumliche, logistische und technische Infrastruktur der GEW so weit 
wie möglich genutzt. 
 
Mit seinem Standort belegt der Ehrenfelder Kugelgasbehälter daher überaus 
anschaulich die Nutzungskontinuität am historischen Standort des einst 
bedeutenden Ehrenfelder Gaswerkes. Die beiden nach dem Krieg 
wiederaufgebauten Teleskopgasbehälter wurden bereits vor vielen Jahren 
abgebrochen; das alte Behälterfundament aus der Entstehungszeit des Werkes 
hält dennoch – akzentuiert durch eine sorgfältig geplante Außenraumgestaltung, 
die den neuen Behälter uns seine historische „Grundlage“ wirkungsvoll in Szene 
setzt – die Erinnerung an die Entstehungsgeschichte des bedeutenden 
Standortes wach, an dem die Geschichte der Kölner Gasversorgung maßgeblich 
vorangetrieben wurde.  
 
Darüber hinaus ist es der Kugelgasbehälter, der die fast 150 Jahre währende 
Zweckbestimmung des Areals für die Gasversorgung der Stadt Köln trotz aller 
Veränderungen auf dem Areal bis heute sichtbar hält und damit den nötigen 
Kontext für das Verständnis der noch erhaltenen baulichen Zeugnisse der 
ehemaligen Gasanstalt bietet. Hierzu zählen neben dem Verwaltungsgebäude am 
Werkseingang, der Gasreinigung und der Kondensation auch die Beamtenwohn-
häuser an der Widdersdorfer Straße und die Arbeiterwohnhäuser an der

Seite 16
 
Vitalisstraße, die allesamt bereits unter Denkmalschutz stehen. Nach heutiger 
Kenntnis verfügt keine andere Stadt im Rheinland über einen vergleichbaren 
Standort, an dem noch bauliche Zeugnisse der stadteigenen Gaserzeugung und 
ihrer Ablösung durch die Ferngasversorgung in unmittelbarem räumlichen 
Kontext überliefert und geeignet sind, die Geschichte der städtischen 
Gasversorgung in ihren wichtigsten Entwicklungsphasen darzustellen.  
 
Der Kugelgasbehälter in Köln-Ehrenfeld ist aus den dargelegten Gründen geeignet, 
gleichermaßen als Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen wie auch als Beleg 
einer wissenschaftlich bedeutenden Entwicklung zu dienen. An seine Erhaltung und 
Nutzung kann daher aus technikhistorischen und ortsgeschichtlichen Gründen ein 
berechtigtes öffentliches Interesse geltend gemacht werden. 
 
 
III. Vergleichende Bewertung der beiden Kölner Standorte 
Anders als der erste Blick vermuten lässt, sind die Kugelgasbehälter in Köln-
Ehrenfeld und Köln-Mülheim zwar baugleiche Konstruktionen, aber keineswegs 
austauschbare Träger einer identischen geschichtlichen Bedeutung, sondern infolge 
des unterschiedlichen zeitlichen und räumlichen Kontextes ihrer Entstehung von 
dezidiert unterschiedlicher historischer Bedeutung und Aussagekraft. Der Behälter in 
Ehrenfeld auf dem Gelände der ersten städtischen Gasanstalt Ehrenfeld war der 
Prototyp einer neuen Generation von Gasbehältern, der als erster Hochdruck-
behälter Kölns die dringend benötigte Speicherreserve für das Mitteldrucknetz 
bildete und mit seinem Standort die beinahe 150 Jahre währende Nutzungs-
kontinuität und Bedeutung des Areals für die Geschichte der Kölner Gasversorgung 
ablesbar hält. Die beiden nachfolgend errichteten Behälter in Mülheim 
vervollständigten die bedeutende Neukonzeption des Gasverteilnetzes nach dem 
zweiten Weltkrieg und gaben der Stadt langfristige Versorgungssicherheit. Aufgrund 
der umfänglichen substanziellen Veränderungen an den Betriebsgebäuden ist Ihnen 
kein architekturgeschichtlicher Zeugniswert mehr beizumessen, doch vermag ihre 
Anlage das zeittypischen Bauprogramm und Flächenlayout einer modernen Ferngas-
Übernahmestation der Nachkriegszeit aufzuzeigen. Diese Qualität kann die 
besondere Zeugniskraft des Behälters in Ehrenfeld allerdings in keiner Weise 
relativieren. Die technische Infrastruktur der Behälter (Mess- und Regleranlagen) 
entstammt in beiden Anlagen den 1990er Jahren und trägt daher nicht mehr zu 
ihrem Denkmalwert bei. 
 
Bauakten und historische Fotos zeigen, dass die drei Kugelgasbehälter nicht aus 
einer in zwei Bauabschnitten ausgeführten Planung stammen, sondern in kurz 
aufeinander folgenden Bauvorhaben geplant und ausgeführt wurden. Während die 
Planung des Ehrenfelder Behälters aus dem März 1954 noch von einem maximalen 
Fassungsvermögen von 100.000 Kubikmetern Gas unter einem Betriebsdruck von 
5,0 atü ausgeht, enthalten die Bauakten der beiden Mülheimer Behälter aus dem 
August 1955 bereits die im Zuge der prototypischen Baumaßnahme in Ehrenfeld 
gewonnene Erkenntnis, den Betriebsdruck durch die Entspannung der Schweißnähte

Seite 17
 
nachträglich auf 5,6 bar anheben zu dürfen – ein Erfolg, der auch auf dem Bauschild 
der Mülheimer Behälter ausgewiesen wurde. Auch die Vorschriften zur statischen 
Berechnung, die in Ehrenfeld noch als „Vorläufige Vereinbarung über Bau und 
Prüfung von ortsfesten Hochdruckbehältern“ deklariert wurden, waren ein Jahr 
später bereits als Entwurfsfassung der neuen DIN 3396 „Oberirdische Hochdruck-
behälter, Richtlinien für Bau, Ausrüstung, Prüfung und Betrieb“ aus dem Januar 
1955 Grundlage der Genehmigung, bevor die Norm im September 1957 schließlich 
in ihrer endgültigen Fassung veröffentlicht wurde. Vor diesem Hintergrund ist der 
Ehrenfelder Kugelgasbehälter als Prototyp zu identifizieren, nach dessen Vorbild ein 
Jahr später die Mülheimer Behälter als erste serielle Folgebauten errichtet wurden. 
 
Die Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke der Stadt Köln waren sich der Bedeutung 
ihres bemerkenswerten Neubaus in Ehrenfeld zu jeder Zeit vollkommen bewusst: 
„Eine Pionierleistung“ nannte Dr.-Ing. Richard Fischer, der damalige Direktor der 
GEW, den gerade in Angriff genommenen Bau des „größten Kugelgasbehälters der 
Welt“, wie die Tagespresse berichtete. Unmittelbar nach Fertigstellung zierte die 
Kugel den Titel der Mitarbeiterzeitschrift „Unser WEG“, der selbstbewusst 
verkündete „Dies ist unser neuer Kugelgasbehälter, über den Rundfunk und 
Fernsehen, in- und ausländische Illustrierte, Zeitungen und Zeitschriften ausführlich 
berichteten. Auf dieses neuartige und vollgelungene Bauwerk können wir alle stolz 
sein.“ Ganz folgerichtig würdigte ihn die 1998 zum 125-jährigen Bestehen der Gas-, 
Elektrizitäts- und Wasserwerke Köln AG erschienene Festschrift „Mit Energie für 
Köln“, in der ein ganzseitiges Foto der Kugel das Kapitel „Der Beitrag zum 
Wiederaufbau der Stadt und die Neuorganisation des Unternehmens (1945-1960) 
einführt, als „Symbol für den erfolgreichen Wiederaufbau in Köln“. All diesen 
Würdigungen ist auch aus der heutigen Perspektive uneingeschränkt zuzustimmen. 
Die Stadt Köln hat nach wie vor allen Grund, mit Stolz auf diese bedeutende 
Technikleistung der frühen Nachkriegszeit zu blicken und den Kugelgasbehälter im 
Zuge der anstehenden städtebaulichen Neuordnung auf dem ehemaligen Areal der 
Gasanstalt Ehrenfeld gemeinsam mit den noch erhaltenen Bauten des ehemaligen 
städtischen Gaswerks für nachfolgende Generationen zu bewahren.  
 
 
Im Auftrag 
 
 
Dipl.-Ing. Architekt Rasmus Radach 
Wissenschaftlicher Referent

Seite 18
 
Quellen- und Literaturhinweise (Auswahl): 
 
Bauert-Keetmann, Ingrid: Dokumentation der Firma Pintsch-Bamag, Festschrift 
(Typoskript), um 1956 (Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv Köln, Sign. XIVe 
12964)  
Blumrath, Fritz: Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke der Stadt Köln. Hrsg. zur 1900 
Jahrfeier der Stadt Köln. Darmstadt 1950 
Lindemann, Doris: Mit Energie für Köln. 125 Jahre Gas-, Elektrizitäts- und 
Wasserwerke Köln AG. Köln, 1998 
Ress, Franz Michael: Geschichte der Kokereitechnik, Essen 1957 
Rosellen, F.: Die Versorgung der Rheinlande mit Gas, Wasser und elektrischer 
Energie unter besonderer Berücksichtigung der Fernversorgung. In: Matschoss, 
Conrad (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte der Technik und Industrie. Jahrbuch des 
Vereines Deutscher Ingenieure, Band 15, Berlin 1925 
Weitzer, Heinz Helmut: Autogenes Entspannen von Schweißnähten. In: Stahlbau 
Rundschau, Zeitschrift des österreichischen Stahlbauvereins, 3. Jahrgang, Heft 3, 
Wien 1957 
Zenk, Friedrich: Unsere Gasspeicherung. In: Unser GEW. Blätter für die Mitarbeiter 
der G.E.W. Werke der Stadt Köln. Heft Nr. 4, April 1955, S. 3 sowie Titelblatt mit 
Bildunterschrift auf S. 1 
Zenk, Friedrich: 58.000 kg Schlamm im Glocken-Gasbehälter. In: Zeitung für 
kommunale Wirtschaft, Heft Nr. 62, München 1959 
 
Bauakten der RheinEnergie AG (Auszüge) 
Luftbilder des Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland (Verzeichnungseinheit 
Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland RW 0230 / Hansa Luftbild AG, Luftbildpläne 
1951-1970) 
Verwaltungsberichte der Stadt Köln, 1928-1934 und 1948-1959 
Presseartikel der Neue Ruhr Zeitung (NRZ) und der Kölnischen Rundschau, 1954-55

Mitteilung Ausschuss

5427 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
VI/48 
 
Vorlagen-Nummer 19.01.2023 
 0221/2023 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 30.01.2023 
Ausschuss Kunst und Kultur 31.01.2023 
Stadtentwicklungsausschuss 02.02.2023 
Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 13.03.2023 
 
Mitteilung der Verwaltung zur Stellungnahme des LVR zum Ehrenfelder 
Kugelgasbehälter 
In seiner Sitzung am 05.12.2022 fasst die Bezirksvertretung Ehrenfeld anhand eines Antrags 
der SPD-Fraktion betreffend „Stellungnahme des LVR zum Ehrenfelder Kugelgasbehälter“ 
(AN/2171/2022) folgenden  
Beschluss: 
 
Die Bezirksvertretung Köln Ehrenfeld beauftragt die Verwaltung, die Stellungnahme des 
Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) zum Denkmalwert des Ehrenfelder Kugelgasbehälter 
vom 14. März 2022 unverzüglich der Bezirksvertretung Köln Ehrenfeld sowie nachrichtlich der 
Bezirksvertretung Lindenthal, den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschuss des Rates der 
Stadt Köln, ebenso den Mitgliedern des Ausschusses für Kunst und Kultur mit der Bitte, um 
Kenntnisnahme zuzuleiten. Die Vorlage der vorgenannten Stellungnahme muss vor der weite-
ren Entscheidung über die weitere Entwicklung des sogenannten Max-Becker-Areals erfolgen. 
Da der Stadtkonservator - zumindest dem Vernehmen nach - die Stellungnahme des LVR 
bisher nicht zum Anlass genommen hat, dem Ehrenfelder Kugelgasbehälter den Satus eines 
Industriedenkmals zuschreiben, wäre dessen Begründung ebenfalls an die o. a. Gremien wei-
ter zu leiten. 
 
Hierzu nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung: 
 
Das Amt für Denkmalschutz und Denkmalpflege leitet wie gewünscht die Stellungnahme des 
LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland (LVR-ADR) zum Ehrenfelder Kugelgasbehälter vom 
14.03.2022 zur Kenntnis an die Bezirksvertretung Ehrenfeld weiter. Die Stellungnahme wurde 
im fachlichen Abstimmungsverfahren im Rahmen der Denkmalwertprüfung durch das LVR-
ADR als Urheber selbst als vorläufig eingestuft und daher in dieser Form als Auszug bereits 
im März 2022 aufgrund eines berechtigten öffentlichen Interesses dem Eigentümer des Ob-
jekts sowie der Bürgervereinigung Ehrenfeld zur Kenntnis zur Verfügung gestellt. Es gilt daher 
nicht ausschließlich als Dokument der im Anschluss erfolgten internen Verwaltungsabstim-
mung. 
 
Zwischenzeitlich ist das denkmalrechtliche Verfahren zur Prüfung des Denkmalwertes abge-

2 
 
schlossen. Im Ergebnis steht fest: Ein Denkmalwert und damit die Voraussetzungen für eine 
Einstufung als Baudenkmal und eine Unterschutzstellung nach dem Nordrhein-westfälischen 
Denkmalschutzgesetz (DSchG NRW) wird nicht festgestellt. 
 
Im Folgenden wird zur Verdeutlichung der gesetzlich vorgeschriebene Verfahrensweg der 
Entscheidungsfindung nach DSchG NRW §§ 21, 22 und 24 erläutert, der auch in diesem Fall 
maßgeblich war:  
 
Demnach sind die Unteren Denkmalbehörden auf Gemeindeebene für den Vollzug des Ge-
setzes zuständig, während die Denkmalfachämter der Landschaftsverbände (lediglich) fach-
lich beratend durch Erstellung von Gutachten mitwirken. Die Gutachten haben jedoch keine 
rechtlich bindende Wirkung. 
 
Im Rahmen der Prüfung des Denkmalwertes des oben genannten Objekts fand der gesetzlich 
vorgeschriebene fachliche Austausch zwischen LVR-ADR und Amt für Denkmalschutz und 
Denkmalpflege der Stadt Köln (UDB Köln) in umfangreicher Form statt. Dem LVR-ADR kam 
dabei – wie vorstehend ausgeführt – grundsätzlich die vorgesehene fachlich beratende Funk-
tion über das erstellte Gutachten zu und keine abschließende Entscheidungsfunktion. Da in 
diesem Fall keine fachliche Einigung mit der UDB Köln erzielt werden konnte, bestand für das 
LVR-ADR die gesetzliche Möglichkeit der Einschaltung der Obersten Denkmalbehörde (für 
Denkmalschutz zuständiges Ministerium des Landes NRW), um eine Entscheidung auf dieser 
Ebene herbeizuführen. Von diesem Recht der sogenannten Ministeranrufung hatte das LVR-
ADR jedoch keinen fristgemäßen Gebrauch gemacht. Somit lag die Entscheidung bei der 
UDB Köln. Fazit des Verfahrens: Die Entscheidung der UDB Köln, das oben genannte Objekt 
nicht unter Denkmalschutz zu stellen, wurde zwar im fachlichen Dissens zum LVR-ADR ge-
troffen, ist jedoch rechtlich bindend.  
 
Die UDB vertritt die fachliche Auffassung, dass dem Kugelgasbehälter in Köln-Ehrenfeld kein 
Denkmalwert zugesprochen werden kann, da er seinem technischen Kontext weitestgehend 
beraubt ist. Es handelt sich um ein alleinstehendes Relikt, dessen Funktion und Nutzung vor 
Ort nicht nachzuvollziehen ist. Außerdem befinden sich auf Kölner Stadtgebiet zwei weitere 
absolut baugleiche und zeitgleich errichtete Kugelgasbehälter, die ihre konkrete Nutzung an-
hand ihrer Einbettung in das historische Betriebsgelände einschließlich begleitender Betriebs-
gebäude seit ihrer Errichtung veranschaulichen. Dieser Anlage in Köln-Mülheim wird Denk-
malwert zugesprochen. Aufgrund ihrer Bedeutung für die Kölner Gasversorgung in der Nach-
kriegszeit der 1950er Jahre sowie aus technik- und architekturgeschichtlichen Gründen wird 
die Mülheimer Anlage daher seitens der UDB Köln als Baudenkmal eingestuft, im Gegensatz 
zum Ehrenfelder Kugelgasbehälter. 
 
Eine gleichlautende Mitteilung einschließlich der Stellungnahme des LVR-ADR vom 
14.03.2022 geht nachrichtlich auch an die Bezirksvertretung Lindenthal, den Stadtentwick-
lungsausschuss des Rates der Stadt Köln sowie an den Ausschuss für Kunst und Kultur. 
 
Gez. Greitemann

Beratungsverlauf (4)

30.01.2023 Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld)
TOP 10.2.2 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
31.01.2023 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 8.5 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
02.02.2023 Stadtentwicklungsausschuss
TOP 18.7 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
13.03.2023 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal)
TOP 11.3.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

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Details

Aktenzeichen
0221/2023
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
19.01.2023
Erstellt
16.01.2023 16:30