1323/2017
Beantwortung einer mündlichen Anfrage des RM von Bülow betreffend "Zwischennutzungsmanagement"
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1323-2017 Anlage Beantwortung Summary Zwischennutzungsmanagement
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Stadt Köln Konzept und Umsetzung eines Zwischennutzungsmanagements Summary Dipl.-Volksw. Angelina Sobotta Dipl.-Kauffrau Claudia Bargmann M. A. Sozialwissenschaft Isabel Maniura Köln, Oktober 2016 Geschäftsführende Gesellschafter: Dipl.-Geogr. Ursula Mölders Stadt- und Regionalplanerin SRL Dipl.-Ing. Dominik Geyer Stadtplaner AK NW, Bauassessor Stadt- und Regionalplaner SRL Gesellschafter/Seniorpartner: Dr. Paul G. Jansen Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH Neumarkt 49 50667 Köln Fon 0221 94072-0 Fax 0221 94072-18 info@stadtplanung-dr-jansen.de www.stadtplanung-dr-jansen.de Inhaltsverzeichnis 1 Aufgabenstellung und Rahmenbedingungen im Kölner Gewerbeimmobilienmarkt 2 2 Konzept und Umsetzung eines Zwischennutzungsmanagements 2 2.1 Herangehensweise und Vorbereitung 2 2.2 Kontaktaufnahme zu Immobilienmaklern, -verwaltungen und -eigentümern2 2.3 Aufbau der Webseite zeitRAUM.koeln und der Kontaktstelle 3 2.4 Öffentlichkeitswirksame Maßnahmen 3 3 Resümee und Ausblick 4 In dem nachfolgenden Text verwenden wir eine geschlechtsneutrale Sprache. Bei der konkreten Ansprache von Personen werden sowohl die weiblichen als auch die männlichen Personen genannt, z. B. „Bewohnerinnen und Bewohner“. Sollte aus Versehen oder aus Gründen der besseren Lesbarkeit an einigen Stellen nur die männl i- che Form, z. B. „Akteure“ gewählt sein, meinen wir aber immer auch die weiblichen Personen, nämlich die Akteurinnen. Selbstverständlich sind für uns im mer Männer und Frauen gleichzeitig, gleichgestellt und cha n- cengleich angesprochen. Dieses Gutachten unterliegt dem Urheberrecht. Vervielfältigungen, Weitergabe oder Veröffentlichung des Gutachtens in Teilen oder als Ganzes sind nur nach vorheriger Genehmig ung und unter Angabe der Quelle erlaubt, soweit mit dem Auftraggeber nichts anderes vereinbart ist. Stadt Köln – Summary 1 Aufgabenstellung und Rahmenbedingungen im Kölner Gewerbeimmobilienmarkt In vielen Projekten und Entwicklungen anderer Städte hat sich gezeigt, dass Zwischennutzungen von Immobilienleerständen gute Rahmenbedingun- gen bilden, um neue Geschäftsmodelle bei Exi s- tenzgründungen zu testen oder weitere Standorte bestehender Gewerbebetriebe einzurichten. In Übergangs- und Umbruchsphasen werden insb e- sondere von der Kultur - und Kreativwirtschaft hä u- fig neue Nutzungsvarianten entwickelt, die gewer b- liche Leerstände beleben. Aus Sicht von Wirtschafts- förderung und Stadtentwicklung sowie der Kultur- förderung besteht daher gleichermaßen Interesse, dieses Instrument der Zwischennutzungen mö g- lichst systematisch einzusetzen. Aus diesem Grund hat di e Stadt Köln Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH beauftragt, mit Start im Oktober 2015 ein Konzept für ein Zwischennutzungsmanagement zu entwickeln und für ein Jahr pilotweise umzuse t- zen. Als Rahmenbedingung ist festzuhalten, dass der Kölner Markt für Gewerbeimmobilien grundsätzlich gut ausgelastet ist: bei Büroflächen hat sich die Leerstandsquote in den letzten zehn Jahren halbiert und liegt nun aktuell bei 5,1 %, wobei für die Zeit bis zum Jahresende 2016 ein weiteres Absinken auf einen Wert von u nter 5 % prognostiziert wird. Viele flächensuchende Unternehmen werden derzeit nicht fündig, da das bestehende Angebot nicht ausreicht (Quelle: Office Market Profile, 2. Quartal 2016, Jones Lang LaSalle GmbH). Für den Bereich der Lager - und Logistikflächen gilt, dass die Nach- frage derzeit höher ist als das Angebot; dauerhafte Leerstände sind in diesem Marktsegment kaum zu verzeichnen (Quelle: Industrial Market Profile, 2. Quartal 2016, Jones Lang LaSalle GmbH). 2 Konzept und Umsetzung eines Zwischennutzungsmanagements 2.1 Herangehensweise und Vorbereitung Im Oktober 2015 hat Stadt - und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH mit einer Internet -Analyse der in Köln angebotenen Gewerbeimmobilien begonnen, und in Abstimmung mit der Stadt Köln die Stadtteile Ehrenfeld und Por z als Piloträume mit unterschie d- lichen Standortqualitäten für das Projekt ausg e- wählt. Da es zunächst nicht gelungen war, Objekt e für mögliche Zwischennutzungen zu akquirieren, wurden die Piloträume im März 2016 um die Stadt- teile Braunsfeld und Ossendorf er weitert, da diese eine hohe Leerstandsdichte aufweisen. In den Stadtteilen Ehrenfeld und Porz erfolgte im Nove m- ber 2015, in den Stadtteilen Braunsfeld und Osse n- dorf im März 2016 die erste Vor -Ort-Recherche der Leerstände. Internetanalysen werden in einem monatlichen, Begehungen in einem zweimonatl i- chen Rhythmus durchgeführt. Die Ergebnisse der Internetanalysen sowie der Begehungen werden regelmäßig in einer Datenbank dokumentiert, um alle objektbezogenen Informationen zu bündeln. In den letzten Monaten des Jahres 2015 wurden Vorschläge für einen Projektnamen entwickelt, um nicht den sperrigen Begriff des Zwischennutzung s- managements in den Vordergrund stellen zu müs- sen. Die Wahl fiel auf den Titel „zeitRAUM.koeln“, und es konnte die gleichnamige Internetdoma in für das Projekt gesichert werden. Im Dezember 2015 erfolgte die Abstimmung eines ansprechenden Logos für das Projekt zeitRAUM.koeln, das seit di e- sem Zeitpunkt für alle Veröffentlichungen verwen- det wird. 2.2 Kontaktaufnahme zu Immobilienmaklern, -verwaltungen und -eigentümern Zu Jahresbeginn 2016 startete die Kontaktaufnahme zu Maklerunternehmen und Immobilienverwaltun- gen sowie zu privaten Eigentümern. Diese erfolgte in allen Fällen durch ein Telefongespräch und wurde mit der Zusendung eines Inform ationsschreibens zum Projekt ergänzt. Bis heute konnten auf diese Weise über 50 Maklerunternehmen und Immobil i- enverwaltungen, die in Piloträumen Leerstände anbieten bzw. verwalten, über das Zwischennut- zungsprojekt informiert werden. Darüber hinaus Stadt Köln – Summary 2 wurden 75 private Eigentümer telefonisch oder auf dem Postweg kontaktiert. In den Gesprächen zeigt sich, dass für zahlreiche Ma k- ler/Immobilienverwaltungen der Wunsch des Eige n- tümers nach langfristigen Verträgen die Mitwi r- kungsbereitschaft einschränkt bzw. nur eine kurze Dauer des Leerstands vorausgesehen wird; deshalb ist das Interesse an einer Zwischennutzung eher gering. Außerdem entsteht durch die zunehmende Internationalität vieler Immobilienfonds keine Bi n- dung zum Objekt und zum städtischen Umfeld, sodass ein Leerstand hingenommen wird. Dennoch konnten zwischen März und September auf diesem Weg 12 Immobilien geworben werden, die für Zwi- schennutzungen zur Verfügung stehen. Bei den privaten Eigentümern zeigt sich, dass das Haupthindernis eine zu hohe Mieterwart ung sowie die Sorge um die Serio sität des möglichen Mieters ist. Ferner besteht bei zahlreichen Immobilien, die bei Vor -Ort-Recherchen als Leerstand klassifiziert wurden, dennoch ein laufender Mietvertrag. Durch die Gespräche mit den privaten Eigentümern wu r- den bis heute vier Immobilien für mögliche Zwi- schennutzungen gewonnen. 2.3 Aufbau der Webseite zeitRAUM.koeln und der Kontaktstelle Ebenfalls zu Jahresbeginn hat Stadt - und Regiona l- planung Dr. Jansen GmbH in einem weiteren Pr o- jektschritt ein Anforderungsprof il für eine Webseite erstellt. Die Webseite stellt zunächst den Projektz u- sammenhang dar und gibt dann die Möglichkeit, über Filter- und Suchfunktionen geeignete Immobi- lien auszuwählen. Im nächsten Schritt werden die Kontaktdaten übermittelt und über ein Ko ntaktfor- mular Verbindung zu Vermietern und Raumsuche n- den hergestellt. Die Umsetzung der Anforderungen konnte bis zum Frühjahr realisiert werden, sodass die Internetseite www.zeitraum.koeln Mitte März 2016 mit den ersten Angeboten zu Zwischennut- zungen online gehen konnte. Ebenfalls seit März 2016 ist die Kontaktstelle für alle Anfragen rund um das Projekt zeitRAUM.koeln bei Stadt - und Regi o- nalplanung Dr. Jansen GmbH eingerichtet; hier laufen die Fäden für alle Ansprechpartner im Pr o- jekt, insbesondere für die Immobilieneigentümer und die Mietinteressenten, zusammen 2.4 Öffentlichkeitswirksame Maßnahmen Bereits seit Ende März 2016 besteht bei der Star t- webseite Wirtschaft der Stadt Köln eine Verlinkung zu der Projektwebseite zeitRAUM.koeln. Zudem wurden im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit im August 2016 ein Artikel im Kölnmagazin, herau s- gegeben von der Wirtschaftsförderung, und im September 2016 ein Artikel in Eigentum aktuell, herausgegeben vom Kölner Haus - und Grundbe- sitzerverein, veröffentlicht. Ebenfalls im Septe mber wurde in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt ein Interview, das über erfolgreiche Zwischennutzun- gen im Rahmen der Biennale „new talents“ bei der DEG – Deutsche Investitions - und Entwicklungsg e- sellschaft informiert, als Referenz auf die Webseite des Projekts gestellt. Stadt Köln – Summary 3 3 Resümee und Ausblick In der praktischen Umsetzung des Zwischennut- zungsmanagements zeigt sich, dass für den Aufbau von Kontakten und Netzwerken ein langer Atem notwendig ist. Viele Bedenken auf Seiten der Akteu- re erschweren die Realisierung v on Zwischennut- zungen. Der interkommunale Vergleich von Zw i- schennutzungsprojekten offenbart, dass sich die Erfolge der Arbeit zumeist erst nach mehrjähriger Projektlaufzeit einstellen. Die Webseite zeitRAUM. koeln ist seit sechs Monaten online, jedoch konnt e bis jetzt noch keine Zwischennutzung etabliert we r- den. Dennoch zeigt die Erfolgskurve nach oben: die Anzahl der Objekte für mögliche Zwischennutzer vergrößert sich (bisher 12 Objekte), und die Bes u- cherzahlen auf der Webseite (3.500 Besucher seit Start) steigen kontinuierlich. Die bisherige Analyse der Leerstände bezog sich ausschließlich auf die Piloträume in den Stadtteilen Ehrenfeld, Porz, Braunsfeld und Ossendorf. Eine Ausdehnung des Projekts zeitRAUM.koeln auf Lagen in anderen Kölner Stadtteilen, die ebenfalls über eine hohe Leerstandsdichte an gewerblichen I m- mobilien verfügen, kann das Angebot an attraktiven Immobilien für eine Zwischennutzung erhöhen. Wie die Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, bevo r- zugen die Zwischennutzer zentrale Lagen und auch „angesagte“ Stadtviertel, sodass bei einem größe- ren Angebot an Immobilien auch die Erfolgschancen für eine Vermittlung steigen werden. Auf diese Weise kann die Außenwirkung des Zwischennut- zungsprojekts erhöht und die „Schneeballeffekte“ verstärkt werden . Best -Practice-Beispiele helfen darüber hinaus, Vorbehalte bei den privaten Imm o- bilieneigentümern abzubauen und sie für das Pr o- jekt zeitRAUM.koeln zu gewinnen. In Projekten anderer Städte hat sich gezeigt, dass das Herstellen von Öffentlichkeit ein wesent licher Erfolgsfaktor ist. In einer weiteren Projektphase könnten die bisher geknüpften Kontakte ausgebaut und über soziale Medien, wie beispielsweise Fac e- book, weitere Interessenten angesprochen werden. Da die bisherigen Berichterstattungen nachweislich die Besucherzahlen auf der Webseite zei t- RAUM.koeln erhöht haben, empfiehlt sich eine Intensivierung der Pressearbeit. Positive Effekte können auch von Veranstaltungen ausgehen, die auf das Projekt und die für eine Zwischennutzung geeigneten Räumlichkeiten aufmerksam machen. Das Projekt zeitRAUM.koeln zeigt aktuell eine pos i- tive Entwicklung. Es ist davon auszugehen, dass sich bei einer räumlichen Ausdehnung im Stadtgebiet und einer Intensivierung der Öffent lichkeitsarbeit in einer verlängerten Projektphase erste Zwischennut- zungen realisieren lassen , die wiederum weitere Anbieter und Nachfrager zur Mitwirkung motivi e- ren. Stadt Köln – Summary 4
Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/41 Vorlagen-Nummer 28.04.2017 1323/2017 Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 02.05.2017 Wirtschaftsausschuss 22.06.2017 Beantwortung einer mündlichen Anfrage des RM von Bülow betreffend "Zwischennutzungsmanagement" In der Sitzung des Ausschusses Kunst und Kultur am 14.06.2016 fragt RM von Bülow bezüglich des Zwischennutzungskatasters nach dem aktuellen Sachstand, dem allgemeinen Verfahren und ob sei- tens des Kulturamtes bereits Räumlichkeiten vermittelt worden seien. Antwort der Verwaltung Bezugnehmend auf die Mitteilung 1115/2016 Zwischenbericht „Zwischennutzungsmanagement“ wird über den aktuellen Stand des Pilotprojektes informiert. Diesem Pilotprojekt hat sich das Kulturamt angeschlossen, um verwaltungsinterne Synergien zu nutzen. Im weiteren Verlauf hat der Wirtschaftsausschuss in seiner Sitzung am 27.10.2016 einstimmig der Verlängerung des Pilotprojektes bis zum 31.12.2017 zugestimmt (Beschlussvorlage 3376/2016). Die beauftragte Agentur hat weitere Immobilien identifiziert, die auf der Webseite www.zeitRaum.koeln angeboten werden. Eine Vermittlung der Räume ist jedoch bisher weder für die Kreativ- noch für die Kulturschaffenden zustande gekommen. Zur ergänzenden Information ist die Zusammenfassung des bisherigen Projektstandes aus 2016 beigefügt. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich die Etablierung eines Zwischennutzungsma- nagements in Köln bei einer geringen und weiterhin sinkenden Leerstands-Quote schwierig gestaltet. Die Verwaltung beabsichtigt zu gegebener Zeit eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen zu dem Pilotprojekt auszusprechen. Daran ist auch die Entscheidung der Kulturverwaltung geknüpft, inwieweit die Bedarfslage der Kultur- schaffenden spezifischer abgebildet werden kann und muss. Dabei ist allerdings auch die personelle Ressourcensituation zu berücksichtigen, da eine Akzeptanz der Zwischennutzungsplattform durch die Kunst- und Kulturschaffenden nur in Verbindung mit einer intensiven Beratung und Betreuung erreicht werden kann. Gez. Laugwitz-Aulbach
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1323/2017
- Typ
- Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
- Datum
- 09.06.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27