1817/2021
Schenkung eines Kunstwerkes der Künstlerin Leiko Ikemura durch Frau C. Schwahlen an das Museum Ludwig
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Beschlussvorlage Rat
4767 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/4511 Vorlagen-Nummer 1817/2021 Freigabedatum 11.06.2021 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Schenkung eines Kunstwerkes der Künstlerin Leiko Ikemura durch Frau C. Schwahlen an das Museum Ludwig Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat nimmt die Schenkung des Kunstwerkes von Leiko Ikemura an das Museum Ludwig an. Ausschuss Kunst und Kultur 15.06.2021 Rat 24.06.2021 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung Leiko Ikemura *1951 in Tsu (Provinz Mie) / Japan; lebt in Köln und Berlin Libelle, 1991 Terrakotta, glasiert 176 x 37 x 37 cm Wert: 120.000 € ausweislich vorliegendem Wertgutachten. Das Werk der 1951 im japanischen Tsu in der Provinz Mie geborenen und nach langen Aufenthalten in Spanien und der Schweiz heute in Köln und Berlin lebenden Künstlerin Leiko Ikemura umfasst so- wohl Zeichnung, Malerei und Skulptur als auch Fotografie und Scherenschnitte. Von 1991 bis 2015 lehrte sie an der Berliner Universität der Künste, und seit 2014 hat sie eine Professur an der Joshibi Universität für Kunst und Design in Kanagawa inne. Einzelausstellungen fanden in den letzten Jahren unter anderem im KOLUMBA in Köln (2012), in der Staatlichen Kunsthalle, Karlsruhe (2013), im Van- gi Sculpture Garden Museum, Shizuoka, Japan (2014), im Haus am Waldsee, Berlin (2016), im Nati- onal Art Center, Tokio (2019) und im Kunstmuseum Basel (2019) statt. Hier in Köln richtete ihr zuletzt 2015 das Museum für Ostasiatische Kunst eine umfassende Einzelausstellung aus, die ihr Werk in einen Dialog mit der Sammlung stellte. Ikemuras Interesse gilt transzendentalen, religiösen und kosmologischen Fragestellungen und Er- scheinungsformen. Mit ihren Skulpturen schafft sie märchenhafte Hybridwesen von abstrahierter Menschen-, Tier- und Pflanzengestalt. Ihre zwischen Abstraktion und Figuration oszillierenden Kera- miken markieren eine sowohl organische als auch architektonische Präsenz im Raum. Die glasierte Terrakotta-Skulptur Libelle ist Teil der Werkgruppe Wald (1992), die aus insgesamt neun ähnlich filigranen, vertikalen Gebilden besteht. Während ihr Titel zunächst die Assoziation mit den zarten Flügeln einer Libelle suggeriert, die sich wie aus einer Kokon-ähnlichen Basis herauszuschä- len und emporzustrecken scheinen, klingt ebenso eine Metamorphose zwischen menschlichen Ge- schlechtern in den ineinanderfließenden und an Phallus und Vulva erinnernden Formen an. In einem Gespräch mit Friedemann Malsch erklärte Ikemura 1998 zu Geschlechterfragen, sie wisse „eigentlich nicht, was das ist, eine Frau oder ein Mann zu sein. Sie fließen in mir viel mehr ineinander, das beobachte ich bei Menschen, die mir nahe sind, wenn sie nicht mehr Rollen spielen. Geschlech- terspezifisches Verhalten ist in vielerlei Hinsicht tiefer verwurzelt als bloß durch soziale Konditionie- rung. Aber es gibt eine weitere Zone des Mensch-Seins, die dem Tier-Sein oder Pflanze-Sein nahe- kommt, und die besteht nicht nur aus bewusstem Geschlechtsleben.“ (Leiko Ikemura im Gespräch mit Friedemann Malsch, hrsg. v. Gisela Neven Du Mont und Wilfried Dickhoff, Kiepenheuer & Witsch, Köln 1998, S. 102) Ebenso erkennbar ist in dieser Skulptur das für Ikemuras Gesamtwerk charakteristische Motiv des Hasen, das auch in verschiedenen Religionen, Mythologien und der Kunstgeschichte weit verbreitet 3 ist – ob als Symbol des transzendentalen Übergangs zwischen Realität und Traum oder als Sinnbild für den Kreislauf des Lebens, der Wiedergeburt und der Unsterblichkeit. Trotz ihrer konsolidierenden kegelförmigen Basis scheint die Plastik wie zum Flug anzusetzen und vermittelt eine Idee von Aufbruch, Transzendenz und Schwerelosigkeit. Sie scheint in gewisser Weise ihre Materialität und Masse zu überwinden und eine leise Bewegung zu suggerieren, die der Stabilität und dem Statischen entspringt. In vielerlei Hinsicht – auch auf die Materialität der Keramik und ihren vorangegangenen Formungsprozess – zeigt sich das Fluide als Basis aller festen Form. Das Kunstwerk befindet sich schon als Leihgabe im Museum. Transportkosten fallen aufgrund des- sen nicht an. Die Bildrechte liegen bei der VG Bild Kunst. Daher wird auf eine Abbildung verzichtet. Mit der Annahme der Schenkung ist die Ausstellung einer Spendenbescheinigung verbunden. Begründung der Dringlichkeit Die verwaltungsinterne Abstimmung war sehr zeitaufwändig. Aufgrund der von der Schenkenden vor- gegebenen Frist muss die Beschlussfassung noch in der Sitzung des Rates vom 24.06.2021 erfolgen.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1817/2021
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 11.06.2021
- Erstellt
- 12.05.2021 13:36