AN/0086/2018
Edelgard schützt - auch im Rathaus!
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Bunt Antrag nach § 3
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An die Oberbürgermeisterin Frau Henriette Reker Thomas Hegenbarth Lisa Gerlach Rathaus - Spanischer Bau 50667 Köln Tel.: +49 (221) 221 - 25541 Mail: Thomas.Hegenbarth@stadt-koeln.de Mail: Lisa.Gerlach@stadt-koeln.de Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin: 18.01.2018 AN/0086/2018 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 06.02.2018 Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales 12.03.2018 Edelgard schützt - auch im Rathaus! Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die Antragsteller bitten Sie, folgenden Ratsantrag auf die Tagesordnung der Sitzung des Rates am 06.02.2018 aufzunehmen: Der Rat der Stadt Köln möge beschließen: Der Rat der Stadt Köln fordert die Verwaltung auf, dass das Rathaus der Stadt Köln, Gebäude der öffentlichen Verwaltung mit Rezeptionspersonal sowie Bürgerbüros, Kundenzentren usw. sich an der Initiative „Edelgard schützt“ beteiligen und jeweils den Prozess durchlaufen, mit dem sie dann als einer der teilnehmenden „Geschützten Orte“ ausgezeichnet werden. Durch die Verwaltung ist dem Rat hierzu als erster Schritt eine Liste geeigneter Gebäude der öffentlichen Verwaltung vorzu- legen, die den Kriterien der Initiative gegen sexualisierte Gewalt entsprechen, um ein „Geschützter Ort“ sein zu können. Begründung: Die Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt hat unter dem Namen "Edelgard schützt" ein löbl i- ches Konzept vorgelegt, wie der öffentliche Raum insbesondere für Mädchen und Frauen sicherer werden kann. Mit der Umsetzung ist bereits begonnen worden. Dabei richtet sich „Edelgard“ bislang vorwiegend an wenige Geschäfte und Läden im innerstädtischen Be reich und die Liste der teilne h- menden „Geschützten Orte“ ist noch überschaubar. Das muss jedoch nicht so bleiben. Unserer Au f- fassung nach fehlen die Gebäude der Stadt selbst, um mit gutem Beispiel voran zu gehen. - 2 - gez. Thomas Hegenbarth gez. Lisa Hanna Gerlach
Anlage 1, Auszug WP Rat 06.02.2018 - TOP 3.1.6
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Ó 35. Sitzung vom 6. Februar 2018 Seite 24 (von den Rednern ungelesene Fassung) Landesbauordnung in NRW ändern. Nur dann können wir das gemeinsam gestalten. (Beifall bei der FDP und der CDU) Das nächste Problem, das ich ansprechen möchte, betrifft die Errichtung von Kitas auf Dä- chern. Da müssen wir leider auch noch einmal in den Dialog mit unserer Feuerwehr in Köln kom- men. Denn sie steht uns dort ein bisschen im Weg. Aufgrund von Landes - und Bundesstan- dards sagt die Feuerwehr nämlich, das dürften wir nicht. Dementsprechend müssen wir da noch einmal nachsteuern. Deswegen freue ich mich darüber, dass wir das heute hier gemeinsam machen. Aber genau da liegt die Krux. Hier müssen das Land und wir gemeinsam in Köln die Prioritäten setzen und schauen, in welchem Stadtteil dies auch erfolgreich gestaltet werden kann. Meine sehr verehrten Damen und Herren, dem Antrag der LINKEN können wir nicht zustimmen. Das ist wohl deutlich geworden. Auf einen Punkt möchte ich noch einmal explizit eingehen. Sie haben hier den Wunsch geäußert, dass die Kitas wieder von der Stadt gebaut werden. Bei den Schulbauten kriegen wir es doch auch nicht hin. Wir brauchen mindestens sieben Jahre für eine Schule. Die Kitas stehen aber früher, weil wir mit den Investoren bauen. (Beifall bei der FDP und der CDU) Dementsprechend muss es so bleiben. Alles an- dere wäre ein Rückschritt. Dann würde auch je- de Kita mindestens sieben Jahre Bauzeit brau- chen. Die Zeit dürfen wir nicht vergeuden. Daher bitte ich Sie, den Antrag der LINKEN abzu- lehnen. - Herzlichen Dank. (Beifall bei der FDP, der CDU und dem Bündnis 90/Die Grünen) Oberbürgermeisterin Henriette Reker: Gibt es weitere Wortmeldungen, meine Damen und Her- ren? - Das ist nicht der Fall. Dann lasse ich zunächst über den Änderungsan- trag der Fraktion DIE LINKE abstimmen. - Herr Dr. Heinen. Dr. Ralf Heinen (SPD): Könnten wir über den Änderungsantrag der LINKEN bitte punktweise abstimmen? Wir würden nämlich den Punkt 1 ablehnen und dem Punkt 2 zustimmen. Oberbürgermeisterin Henriette Reker: Ja, das können wir machen. - Haben Sie diesen Ände- rungsantrag alle vorliegen? Dann lasse ich zunächst über den Punkt 1 des Änderungsantrags der LINKEN abstimmen. Wer wünscht ihm zuzustimmen? - Das ist DIE LINKE. Gibt es Enthaltungen? - Enthaltungen der AfD. Dann ist dieser Punkt abgelehnt. Wer wünscht dem Punkt 2 des Änderungsan- trags der LINKEN zuzustimmen? - Das sind DIE LINKE, die SPD -Fraktion und die Ratsgruppe BUNT. Enthaltungen? - Der AfD -Fraktion. Dann ist dieser Punkt abgelehnt. Jetzt lasse ich noch über den Änderungsantrag der LINKEN insgesamt abstimmen. Wer wünscht diesem Antrag als Ganzes zuzustimmen? - Das ist die Fraktion DIE LINKE. Gibt es Enthaltun- gen? - Die AfD enthält sich. Dann ist der Antrag abgelehnt. Als Nächstes lasse ich über den Änderungsan- trag von SPD, CDU, Grünen, FDP, Ratsgruppe GUT und Ratsgruppe BUNT abstimmen. Gegen- stimmen? - Keine. Enthaltungen? - Es enthalten sich die Fraktion DIE LINKE, pro Köln und die AfD. Dann ist dieser Antrag so beschlossen. - Vielen Dank. (Beifall bei der CDU und dem Bünd- nis 90/Die Grünen) Damit hat sich - darauf weise ich der Vollständig- keit halber hin - der ursprüngliche Antrag erle- digt. Tagesordnungspunkt 3.1.6 Antrag der Gruppe BUNT betreffend „Edelgard schützt - auch im Rathaus!“ AN/0086/2018 Soll dieser Antrag erst begründet werden? - Dann gebe ich Herrn Hegenbarth das Wort. Thomas Hegenbarth (Ratsgruppe BUNT): Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin! Liebe Kolle- ginnen und Kollegen! Das Anliegen unseres An- trags ist offensichtlich und klar, denke ich. Wir wünschen uns, dass alle geeigneten städtischen Gebäude auch „Edelgard schützt“ -Anlaufstellen werden. Als „Edelgard schützt“ vor circa einem Monat an den Start ging, haben wir uns darüber gewun- dert, dass das Rathaus, aber vor allem auch an- dere städtische Gebäude, zum Beispiel Bürger- Ó 35. Sitzung vom 6. Februar 2018 Seite 25 (von den Rednern ungelesene Fassung) zentren usw., nicht aufgeführt wurden und an- scheinend das sogenannte Audit von „Edelgard schützt“ nicht als Erste durchlaufen haben. Das ist sehr schade; denn hier hätte die Stadt, wie wir im Antrag auch anmerken, punkten und als Vor- bild vorausgehen können. Das hätte die Liste der teilnehmenden Läden, Institutionen und Vereine verlängert. Sofern die städtischen Einrichtungen für später eingeplant sind und sich nur der Prozess verzö- gert hat, freue ich mich natürlich. Trotzdem bleibt es dann schade, dass die Stadt nicht von Anfang an dabei war. Aber besser spät als nie! Möglich- erweise führt unser Antrag hier zu einer Klärung. Vielleicht erfahre ich da gleich noch etwas Ge- naueres, was ich bis jetzt noch nicht weiß. Trotzdem möchte ich diese Gelegenheit für eini- ge weitergehende Gedanken zu diesem Thema nutzen. „Edelgard schützt“ bietet geschützte Orte. Diese werden mit einem Aufkleber gekennzeichnet. Bisher machen neun Läden mit. Das ist natürlich noch sehr wenig. Es ist der Tatsache geschuldet, dass dieses Projekt erst vor kurzem gestartet ist. Natürlich braucht es auch ein bisschen Zeit, um das deutlich bekanntere überregionale Projekt „Luisa“ einzuholen. Die Stadt ruft zwar per Twitter Unternehmerinnen und Unternehmer auf, sich der Initiative anzu- schließen. Wir wünschen uns aber, dass vor al- lem auch Klubs angesprochen werden; denn au- ßer Manni’s Rästorang sind die jetzigen Teilneh- mer später am Abend oder nachts nicht geöffnet. Ich möchte hier auf die Ergebnisse von krimino- logischen Untersuchungen der Ruhr -Universität Bochum hinweisen, die ganz klar ergeben, dass die meisten sexuellen Übergriffe an jungen Stu- dentinnen und Mädchen in Klubs oder Kneipen stattfinden, also eher nachts. Seine volle Entfaltung kann „Edelgard schützt“ erst erlangen, wenn es in Köln sehr viele ge- schützte Orte gibt. Genau das möchten wir mit unserem Antrag voranbringen, auch wenn uns natürlich klar ist, dass öffentliche Gebäude nur sehr eingeschränkt nachts zugänglich sind. Welche Person, die gerade in Nippes belästigt wurde, wird extra zum Friseur in der Innenstadt, nämlich zur Friesenstraße 83, fahren oder erst einmal im Internet nach dem Konzept in Köln re- cherchieren, geschützte Orte suchen oder bei Geschäften auf kleine Aufkleber achten? Zum Abschluss: Warum bieten wir potenziellen Betroffenen nur spezielle geschützte Orte an, aber sorgen nicht dafür, dass sie überall sicher sind? Ich weiß; das hört sich unrealistisch und vielleicht auch utopisch an. Aber wir würden uns wünschen, dass die Täter die Tatorte verlassen müssten und nicht die Betroffenen erst sichere Orte für sich aufsuchen müssten. Der nächste Schritt für „Edelgard schützt“ muss daher lauten, dass nicht die Betroffenen einen Klub oder Ort verlassen müssen, sondern die Täter. Sie sehen: Wir begleiten „Edelgard schützt“ wohlwollend, aber auch ein wenig kritisch. - Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der Ratsgruppe BUNT, der SPD und der Guten Wählergruppe Köln) Oberbürgermeisterin Henriette Reker: Vielen Dank. - Ich möchte zunächst, um vielleicht Fra- gen zuvorzukommen, die Gleichstellungsbeauf- tragte, Frau Dahmen, bitten, Stellung zu neh- men. Dagmar Dahmen (Gleichstellungsbeauftragte): Sehr gerne. - Frau Oberbürgermeisterin! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Hegenbarth, vielen Dank für Ihren Antrag. Wir arbeiten daran. Die Bezirksrathäuser, das Historische Rathaus, der Spanische Bau, die städtischen Museen und die übrigen Einrichtungen der Verwaltung stehen alle auf der Liste. Wir haben bereits 73 Institutio- nen mit den Informationen zu „Edelgard“ ver- sorgt. Wir sind auch schon dabei, die Unterwei- sungen für die richtige Beratung und die richtige Ansprache durchzuführen. Ich kann auch Ihr Ansinnen verstehen, dass Sie vermeiden wollen, dass die Frauen vor Männern fliehen müssen. Aber im ersten Schritt ist uns der Schutz der Frauen wichtig. Der zweite Schritt wird danach gegangen. Mit dem Schutz der Frauen wird dieses Konzept auf die ganze Stadt übertragen. Es ist schon ge- plant, dass ab dem Frühjahr die Unterweisungen auch in städtischen Häusern stattfinden. Das muss auch mit personellen Kapazitäten und mit den richtigen Beraterinnen erfolgen. Daran arbei- ten wir aber sehr intensiv. - Vielen Dank. (Beifall bei der CDU, dem Bünd- nis 90/Die Grünen und der FDP) Ó 35. Sitzung vom 6. Februar 2018 Seite 26 (von den Rednern ungelesene Fassung) Oberbürgermeisterin Henriette Reker: Zu- nächst hat Frau Möller das Wort. Monika Möller (SPD): Danke schön. Ich mache es vom Platz aus. - Wir unterstützen den Antrag der Ratsgruppe BUNT natürlich und freuen uns genauso darüber, dass die Verwaltung bereits an dem arbeitet, was Herr Hegenbarth fordert. Allerdings bitten wir darum, im AVR Informatio- nen darüber zu bekommen, welche Gebäude dann letztendlich ausgesucht werden, ob sie das Signet bekommen und Ähnliches. - Vielen Dank. (Beifall bei der SPD) Oberbürgermeisterin Henriette Reker: Jetzt Herr Dr. Elster, bitte. Dr. Ralph Elster (CDU): Frau Oberbürgermeis- terin! Meine Damen und Herren! Natürlich haben wir das Thema schon im AVR des längeren be- sprochen. Alle Fraktionen sind von dieser Idee begeistert. Sie sind auch von der Umsetzung, die jetzt richtig Fahrt aufnimmt, begeistert. Der Antrag, den Sie, Herr Hegenbarth, hier ein- gebracht und vorgestellt haben, erübrigt sich dadurch eigentlich auch. Mittlerweile ist die Ver- waltung schon ein paar Schritte weiter, als Sie in Ihrem Antrag je gehofft haben. Daher sind wir in der Situation, dass wir über diesen Antrag hier und heute eigentlich nicht mehr beschließen müssen. Es ist jetzt an Ihnen, den Antrag entweder zurückzuziehen. Oder wir müssten ihn formal ablehnen. Wir können ihn maximal - das wäre noch das Angebot - in den AVR verweisen, weil im AVR regelmäßig Fortschrittsberichte abgegeben wer- den und der Stadtdirektor und Frau Dahmen da natürlich auch zu diesem Thema Stellung neh- men werden. Herr Hegenbarth, daher appelliere ich an Sie: Geben Sie sich einen Ruck. Oberbürgermeisterin Henriette Reker: Herr Hegenbarth. Thomas Hegenbarth (Ratsgruppe BUNT): Ich gebe mir immer einen Ruck, wenn es sein muss; klar. Aber wichtig ist es schon. Wir haben - das ist, glaube ich, auch herübergekommen - ja noch nichts davon gewusst, dass es in dieser Form umgesetzt wird. Insoweit waren wir in der Frage- stellung vielleicht schon ein klein wenig schneller als die Verwaltung, auch wenn im Hintergrund gearbeitet wurde. Ich glaube aber, dass es nichts schadet, wenn wir es trotzdem zur Abstimmung stellen; denn es wird ja gemacht. Insoweit ist es eine positive Ge- schichte. Deswegen würde ich es hier auch ger- ne zur Abstimmung stellen. Das ist ja ein kon- struktives Plus -Votum. Ein Zurückziehen sähe doch komisch aus. Deswegen möchte ich es gerne zur Abstimmung stellen. - Danke. (Beifall bei der Ratsgruppe BUNT und der SPD) Oberbürgermeisterin Henriette Reker: Ich ha- be jetzt eine Rednerliste. Als Nächste ist Frau Schwab an der Reihe. Luisa Schwab (Bündnis 90/Die Grünen): Sehr geehrte Oberbürgermeisterin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Das Thema ist zu wichtig, als dass wir es hier nicht besprechen sollten und als dass ich es jetzt vom Platz aus machen würde. Ich möchte mich zunächst bei der Ratsgruppe BUNT dafür bedanken, dass dieser Antrag über- haupt gestellt wurde; denn er gibt uns die Gele- genheit, über ein wichtiges Thema zu sprechen, das leider im politischen Alltag viel zu selten be- handelt wird. (Beifall beim Bündnis 90/Die Grünen und bei der CDU) Gewalt gegen Frauen, Diskriminierung, Unter- drückung, Demütigung: Das sind Situationen im Leben, die einen sprachlos machen, die einen sprachlos zurücklassen. Es sind Situationen, nach denen man wieder zu sich kommen muss, vielleicht Ruhe braucht, sich vielleicht zurückzie- hen muss. Und oft sind es Situationen, die man auch Stunden, Tage oder Monate später nicht vergessen kann, nicht begreifen kann und häufig auch nicht in Worte fassen kann. Diese Situationen können die aufdringliche An- mache oder der abfällige Kommentar auf der Straße sein, das übergriffige Kneifen in den Po im zu engen Fahrstuhl oder auf der Tanzfläche. Manchmal ist es der Typ in der Bahn, der einen unentwegt anstarrt. Oder es ist der Lehrer, Pro- Ó 35. Sitzung vom 6. Februar 2018 Seite 27 (von den Rednern ungelesene Fassung) fessor, Chef oder Arbeitskollege, der seine Hand auf den Oberschenkel legt. Im schlimmsten Fall ist es sexuelle Nötigung oder sogar Vergewalti- gung. Diese Situationen sind fast allen Frauen aus dem Alltag bekannt. Das ist sexualisierte Diskriminie- rung; das ist sexualisierte Gewalt. Häufig werden diese Taten als Kavaliersdelikt bezeichnet und verharmlost. Aber das sind sie nicht. Es ist Ge- walt - Gewalt mit den Zielen Macht, Kontrolle und Demütigung. Es sind diese alltäglichen sexualisierten Diskri- minierungen und Verhaltensformen, diese Ge- walt, die „Edelgard“ nötig machen - „Edelgard“ als ein Konzept, das nicht nur nachts im Partyle- ben einen Schutzraum bietet, sondern jederzeit erreichbar ist und somit zu jeder Tageszeit den Betroffenen zur Verfügung steht. Mit der Ratifizierung der Istanbul -Konvention im letzten Jahr, dem Gesetz zum Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Ge- walt, verpflichtet sich Deutschland, alles dafür zu tun, um Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen, Frauen zu schützen und ihnen Hilfe und Unter- stützung zu bieten. (Beifall beim Bündnis 90/Die Grünen und bei der CDU) Sie ist letzten Donnerstag in Kraft getreten. Jetzt ist es an uns Politikerinnen und Politikern, die Konvention umzusetzen. Es muss für Frauen möglich sein, in Deutschland gewaltfrei zu leben. (Beifall beim Bündnis 90/Die Grünen und bei der CDU) Auch „Edelgard“ trägt ihren Teil dazu bei - in ers- ter Linie mit der Hilfe und Unterstützung für Be- troffene, aber auch zur Prävention von Übergrif- fen durch die Aufklärung und Schulung von Mit- arbeiterinnen und Mitarbeitern der Kooperations- partner und auch mit der Öffentlichkeitskampag- ne zur Sensibilisierung aller Kölnerinnen und Kölner. Gerade jetzt zum nahenden Höhepunkt des Kar- nevals ist die Sensibilität der Karnevalistinnen und Karnevalisten enorm gefragt. Frauen haben ein Recht auf Feiern, Trinken, Flirten - ohne Ver- letzung ihrer Privatsphäre, ohne Grapschen, oh- ne erzwungene Bützchen, ohne bedrängt zu werden. Sie haben ein Recht darauf, ganz selbstbestimmt zu entscheiden, ob oder wie sie ihre Sexualität ausleben wollen oder auch nicht - vollkommen unabhängig von ihrer Kleidung, egal ob mit hervorblitzendem Po oder Ganzkörperan- zug, vollkommen unabhängig von ihrem Zustand aufgrund des Alkoholkonsums. Jeder Mensch entscheidet für sich persönlich, wie gefeiert wird. Und wenn man immer noch nicht weiß, ob man das noch darf oder nicht darf, gibt es eine einfa- che Lösung: Nachfragen. Nur ein Ja bedeutet auch ja. Im Trubel des Karnevals, aber auch im Alltag sind jeder Mann und jede Frau, die ein potenziell übergriffiges Verhalten zu sehen meinen, dazu angehalten, einzuschreiten, nachzufragen und die Situation zu klären. Nach den Ausführungen der Verwaltung scheint das Konzept in guten Händen zu sein. Trotzdem werden wir dem Antrag zustimmen. (Beifall beim Bündnis 90/Die Grünen) Oberbürgermeisterin Henriette Reker: Als Nächste hat Frau Tokyürek das Wort. Güldane Tokyürek (DIE LINKE): Frau Oberbür- germeisterin! Meine Damen und Herren! Ich ma- che es vom Platz aus. - Erst einmal möchte ich mich bei Frau Dahmen und bei den Frauenverei- nen herzlich für ihr Engagement für das Konzept „Edelgard“ bedanken. Frau Dahmen, Sie haben ja gerade vorgetragen, dass Sie da schon sehr weit gediehen ist und es auch in die Verwaltung implementieren möchten. Ich will nur noch ganz kurz anmerken, dass „Edelgard“ auch schon im AVR ein Thema war. Dort gab es einen Antrag der Ratsgruppe BUNT, der FDP und der Ratsgruppe GUT, „Luisa“ hier zu implementieren. Dieses Thema hatten wir al- so schon. Da konnten wir das abwehren. Denn man muss sich dabei schon überlegen, dass an dieser Stelle doch die Frauenvereine federfüh- rend sind. Frau Dahmen, Sie machen ja in der Gruppe mit, die sich trifft und dieses Konzept er- stellt hat. Unabhängig davon, wie man zu diesem Antrag steht - der sich durch das, was Sie gesagt haben, auch schon erledigt hat -, sollte man vor dem Stellen solcher Anträge doch auch noch einmal mit den Frauenvereinen sprechen, um zu erfahren, was genau da schon gemacht wird. Ich halte das für sehr wichtig. Im AVR war dieses Gespräch meines Erachtens auch etwas merkwürdig. Man wollte da irgen- detwas anderes implementieren. Obwohl man weiß, dass die Gleichstellungsbeauftragte mit Ó 35. Sitzung vom 6. Februar 2018 Seite 28 (von den Rednern ungelesene Fassung) den Frauenvereinen in Köln dieses Konzept er- stellt hat, hat man darauf bestanden, noch ein anderes Konzept zu erstellen. Das wird der gan- zen Sache nicht gerecht, meine ich. Nichtsdestotrotz werden wir - obwohl Sie ja ge- sagt haben, Frau Dahmen, dass Sie dabei sind und weiter daran arbeiten, dieses Konzept auch in der Verwaltung zu implementieren - diesem Antrag letztendlich zustimmen. Es ist zwar ir- gendwie doppelt gemoppelt. Aber wir beschlie- ßen ja alles doppelt. Und wenn es so ist, dann machen wir das so. (Beifall bei der LINKEN) Oberbürgermeisterin Henriette Reker: Frau Laufenberg. Sylvia Laufenberg (FDP): Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin! Meine sehr verehrten Da- men und Herren! Ich mache es auch kurz. - Aus Sicht der FDP hat sich der Antrag der Ratsgrup- pe BUNT erledigt. Frau Dahmen hat ausführlich Stellung genommen. Das Amt ist mit Tatendrang voll in der Arbeit. „Edelgard“ geht an den Karne- valstagen bereits auf ihren Standort hier unten. Wir sind dabei. Es ist lange geplant gewesen. Es wird ausgearbeitet. Wie gesagt, hat die Diskussion im AVR bereits stattgefunden. Dort wurde über „Luisa“ und „Edelgard“ gesprochen. Wir sind zu „Edelgard“ gekommen, weil wir „Luisa“ aufgrund eines Rechteproblems nicht weiterführen konnten. Dementsprechend sehen wir persönlich eigent- lich auch keinen Grund für eine Verweisung in den AVR. Wir verwehren uns nicht dagegen, wenn die Mehrheit das möchte. In diesem Fall vertrauen wir aber Frau Dahmen voll und ganz. Sie macht einen guten Job. Wir glauben, dass das mehr hilft, als hier doppelte Beschlüsse zu fassen, anstatt das Amt zu unterstützen. - Danke schön. (Beifall bei der FDP) Oberbürgermeisterin Henriette Reker: Gibt es weitere Wortmeldungen, meine Damen und Her- ren? (Jörg Frank [Bündnis 90/Die Grünen]: Wir unterstützen den Antrag auf Verwei- sung in den AVR, den Herr Dr. Elster gestellt hat!) Mir liegt noch eine Wortmeldung vor. Wolfram Baentsch (AfD): „Edelgard schützt“. Man ist versucht, zu sagen: Sie tut, was die Poli- zei nicht mehr leisten kann. (Unruhe) Der Bedarf an Schutz ist enorm groß. Wir sollten uns aber fragen, seit wann die Stadt Köln unsi- cher geworden ist (Brigitta von Bülow [Bündnis 90/Die Grünen]: Seit Beginn des Patriarchats!) und warum diese Stadt unsicher geworden ist - für Frauen sicherlich viel mehr, aber auch für Männer. Ich bin dafür, den Antrag abzulehnen. Er ist ein- fach unsinnig. Oberbürgermeisterin Henriette Reker: Meine Damen und Herren, erstens möchte ich Sie da- ran erinnern, dass die Stadt Köln, vertreten durch das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern, also das Amt von Frau Dahmen, Mit- glied dieser Initiative und auch des Lenkungs- gremiums dieser Initiative ist. Zweitens möchte ich Sie nicht davon abhalten, zu beantragen, dass die Stadt das tut, was sie ohnehin tut. Das kann man machen. Jetzt lasse ich darüber abstimmen. Hier wurde ein Antrag auf Verweisung in den AVR gestellt. Darüber möchte ich zunächst abstimmen lassen. Es gibt noch eine weitere Wortmeldung. Herr Frenzel hat sich zur Geschäftsordnung gemel- det. So habe ich das verstanden, Herr Frenzel. Bitte. Michael Frenzel (SPD): Ja, Frau Oberbürger- meisterin. Ich weiß nicht, wer den Verweisungs- antrag gestellt haben soll. Oberbürgermeisterin Henriette Reker: Herr Dr. Elster. Michael Frenzel (SPD): Ach so. Entschuldigung. Ó 35. Sitzung vom 6. Februar 2018 Seite 29 (von den Rednern ungelesene Fassung) Oberbürgermeisterin Henriette Reker: Herr Dr. Elster hat Herrn Hegenbarth eben die Anre- gung gegeben, den Antrag zurückzuziehen, und erklärt, dass er andernfalls eine Verweisung wünscht. Dann lasse ich zunächst über diesen Verwei- sungsantrag in den AVR abstimmen. Gibt es Ge- genstimmen? - Gegenstimmen der SPD -Fraktion und der Ratsgruppe BUNT. Enthaltungen? - Bei Enthaltungen der Ratsgruppe GUT ist der Antrag in den AVR verwiesen. - Vielen Dank. Wir kommen jetzt zu: 4 Anfragen gemäß § 4 der Geschäftsord- nung des Rates und der Bezirksvertre- tungen Tagesordnungspunkt 4.1 Anfrage der AfD -Fraktion betreffend „Be- teiligung von Flüchtlingen an Reini- gungsarbeiten in Sammelunterkünften“ AN/1891/2017 Antwort der Verwaltung vom 02.02.2018 0341/2018 Gibt es Nachfragen zu der Antwort der Verwal- tung? - Das ist nicht der Fall. Tagesordnungspunkt 4.2 Anfrage der Gruppe GUT betreffend „Förderanträge Sofortprogramm ‚Saube- re Luft 2017 bis 2020‘“ AN/0040/2018 Antwort der Verwaltung vom 06.02.2018 0365/2018 Gibt es Nachfragen zu der Antwort der Verwal- tung? - Ja. Herr Zimmermann, bitte. Thor -Geir Zimmermann (Gute Wählergruppe Köln): Sehr geehrte Frau Reker, vielen Dank für die Antwort. An dieser Stelle bedanke ich mich auch für die Antwort im Verkehrsausschuss. Wir haben eine Nachfrage zur Antwort auf Fra- ge 5. Unsere Frage war: Wie wird in Zukunft mit den politischen Gremien abgestimmt, welche Summen für welche Maßnahmen beantragt wer- den? Ihre Antwort lautet: Die Maßnahmen werden entsprechend der Zuständigkeitsordnung in das je- weils zuständige Gremium zur Beratung und Beschlussfassung eingebracht. In- sofern eine Inanspruchnahme einer Förderung … möglich ist, wird diese genutzt und entsprechend in der Vorla- ge erwähnt. Diese Antwort ist uns nicht ganz schlüssig. Be- deutet das, dass vor Beschluss einer Maßnahme bzw. vor Beantragung von Fördergeldern der zu- ständige Ausschuss, in diesem Fall der Ver- kehrsausschuss, um sein Votum gebeten wird? Oder wird er erst nachträglich in einer Mitteilung lediglich darüber informiert, wofür man Geld be- antragt hat? Oberbürgermeisterin Henriette Reker: Frau Blome, bitte. Beigeordnete Andrea Blome: Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir reichen im Moment Maßnahmen ein, die in den Programmen der Verwaltung oh- nehin schon abgebildet sind. Sie werden jetzt eingereicht. Diese sogenannten Fördercalls kommen immer sehr kurzfristig. Wir nehmen das, was wir im Portfolio drin haben, und bringen das dann auch - es sind immer sehr kurze Fristen - entsprechend in die Förderanträge hinein. Da- runter ist also nichts, von dem Sie noch nie et- was gehört haben, und nichts, was nicht die ver- einbarten Maßnahmenpakete betrifft. Dann werden wir das entsprechend der Zustän- digkeitsordnung behandeln. Ab bestimmten Grö- ßenordnungen ist ein bestimmtes Vorgehen er- forderlich. Ansonsten werden wir Sie fortlaufend darüber unterrichten, welche Maßnahmen wir eingereicht haben. Wir müssen ja erst einmal sehen, ob das auch genehmigt wird, und dann geht es um Eigenanteile usw. Das sind im Moment aber Dinge, die auch im Haushaltsplan abgedeckt sind. Darunter ist also nichts Neues. Oberbürgermeisterin Henriette Reker: Weitere Nachfragen sehe ich nicht. Tagesordnungspunkt 4.3 Anfrage der Gruppe pro Köln betreffend „Steuergeldverschwendung im ‚Kampf gegen rechts‘“
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: verwiesen in nachfolgende Gremien (ohne Rücklauf)
Zur SitzungBeschluss: endgültig zurückgezogen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0086/2018
- Typ
- Parteilos Antrag nach § 3
- Datum
- 26.02.2018
- Erstellt
- 17.01.2018 21:09