A-R/0036/2008
Klimabonus einführen - Energie effizienter nutzen zum Vorteil von Mietern, Vermietern und der Umwelt
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Originalantrag
4572 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0036/2008
1
Antrag
11.08.2008
SPD-Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Münzstr. 15
48143 Münster
Telefon: 0251/ 45 314
Fax: 0251/ 511 750
spdfrak@muenster.de
www.spd-muenster.de
Klimabonus einführen - Energie effizienter nutzen z um
Vorteil von Mietern, Vermietern und der Umwelt
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, die Richtlinien für die Gelder der
angemessenen Kosten der Unterkunft (KdU) zu überarb eiten und
nach energetischen Maßstäben anzupassen. Statt des bisherigen
Pauschalsatzes, soll es zukünftig eine Staffelung, orientiert am
Energieverbrauch geben, die sich durch einen Klimab onus pro qm
ergibt.
2. Der Nachweis über die energetische Sanierung wir d über die Kennzahlen aus
dem Energiepass gemäß Energieeinsparverordnung (EnE V) geführt.
3. Das vorgeschlagene Verfahren soll kostenneutral gestaltet, die höheren
Kosten der Kaltmiete durch geringere Kosten bei den Heizkosten
ausgeglichen werden.
4. Die Stadt Münster führt bei ihren Mietspiegelver handlungen eine ökologische
Komponente ein. In diesem „Ökologischen Mietspiegel “ wird die
„wärmetechnische Beschaffenheit“ für Wohnungen als neues Kriterium
eingeführt und ausgewiesen.
5. Die Auswirkungen in wohnungspolitischer, finanzi eller und umweltpolitischer
Sicht sind jährlich zu prüfen. Je nach Zuständigkei t wird den einzelnen
Fachausschüssen, aber auch den Hauptausschuss in ei ner Gesamtvorlage
berichtet.
Begründung:
Die energetische Sanierung im Altbaubestand, der da mit einhergehende verringerte
Energieeinsatz und die CO2-Reduktion sind wichtige Bausteine in einem
kommunalen Klimaschutzprogramm. Energie muss effizi enter genutzt werden.
Neben dem erfolgreichen, aber zurzeit mit deutlich zu geringen Mitteln
ausgestatteten städtischen Altbausanierungsprogramm gibt es in diesem Bereich
noch weitere Steuerungsmöglichkeiten, die genutzt werden sollten.
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Für Bezieher von Arbeitslosengeld II (ALG II) bzw. Hartz IV-Empfänger trägt die
Stadt Münster die Kosten für Unterkunft und Heizung in angemessener Höhe
(Kosten der Unterkunft). Diese könnten erhöht werde n, wenn das Gebäude
nachweislich energetisch saniert worden ist. Das Ga nze kann für die Kommune
kostenneutral geschehen, wenn die höheren Kosten de r Kaltmiete durch geringere
Kosten bei den Heizkosten ausgeglichen werden. Die betroffenen Mieter würden
durch eine Verbesserung ihres Wohnstandards profitieren. Gewinner ist in jedem Fall
aber auch die Umwelt, denn es wird ein Beitrag zum kommunalen Klimaschutz
geleistet, da weniger Heizenergie auch weniger CO2-Ausstoß bedeutet.
Es könnten aber auch diejenigen Fälle abgefangen we rden, bei denen nach einer
energetischen Sanierung der Wohnung die Kaltmiete s teigt und die ALG-II-Bezieher
aufgefordert werden, in eine günstigere Wohnung umz uziehen. Dieser unter „Hartz-
IV-Zwangsumzug“ inzwischen verrufenen Vorgehensweis e kann somit entgegen
gewirkt werden. Mit der Einführung einer abweichend en Kaltmiete für energetisch
sanierte Gebäude haben Kommunen in NRW und der Schw eiz bereits eine
Vorreiterrolle übernommen, die auf die Stadt Münste r übertragen werden kann.
Maßnahmen zur Energieeinsparung in Mietobjekte unte rbleiben oftmals, da hier das
so genannte Investorendilemma wirkt: Der Vermieter investiert, der Mieter profitiert.
Das Beispiel Darmstadt hat gezeigt, dass diesem Ums tand durch die Aufnahme des
Mietspiegelmerkmals „Wärmetechnische Gebäudebeschaf fenheit“ entgegengewirkt
werden kann. Es soll daher bei den Mietspiegelverha ndlungen in Münster eine
ökologische Komponente eingeführt werden. Mit diese m Zuschlagsmerkmal werden
Kosten und Nutzen von Energiesparmaßnahmen gerechte r auf Mieter und Vermieter
aufgeteilt, die Refinanzierung der Energiesparmaßna hmen kann so in vielen Fällen
erreicht werden. Auch hier ist die erhöhte Miete fü r die Mieter weitgehend ein
Nullsummenspiel. Der Zuschlag auf die Kaltmiete wir d durch Einsparungen bei den
Heizkosten weitgehend wieder ausgeglichen. Aus all diesen Gründen ist es für die
Stadt Münster sinnvoll, einen „Ökologischer Mietspiegel“ einzuführen.
Holger Wigger Marianne Hopmann Karsten Rahn
Wolfgang Heuer Ralf Hubert Udo Reiter
Anika Bergner Dr. Michael Jung Anne Schulze W intzler
Hedwig Chudziak Marianne Koch Joachim Tonn
Philipp Gabriel Gaby Kubig-Steltig Beate Vilh jalmsson
Beanka Ganser Kurt Pölling Karl-Heinz Winter
Anne Hakenes
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Münzstraße 15
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0036/2008
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 20.08.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37