0669/2021
Ankauf von Werken der Künstlerin Adrian Piper für das Museum Ludwig
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/4511 Vorlagen-Nummer 01.04.2021 0669/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 27.04.2021 Ankauf von Werken der Künstlerin Adrian Piper für das Museum Ludwig Die Verwaltung informiert durch die beigefügte Anlage über den aktuellen Stand des Ankaufs von Werken der Künstlerin Adrian Piper für das Museum Ludwig. Im Rahmen einer Dringlichkeitsentscheidung durch die Oberbürgermeisterin und ein Ratsmitglied gemäß § 60 Absatz 1, Satz 2 GO NRW, sowie des am 04.02.2021 ungeänderten Beschlusses durch den Rat, wurde der Ankauf von Werken der Künstlerin Adrian Piper für das Museum Ludwig be- schlossen. Die befristete Absenkung der Umsatzsteuersätze von 7 Prozent auf 5 Prozent endete am 31.12.2020. Zu wirtschaftlichem Handeln verpflichtet, hatte das Museum Ludwig mit der Künstlerin für 2020 einen rabattierten Kaufpreis ausgehandelt, der für das Museum Ludwig die Möglichkeiten der günstigeren Besteuerung unter Ausschöpfung der in 2020 noch vorhandenen Restmittel vorsah. Da das Budget in 2020 für den kompletten Ankauf nicht mehr ausreicht, erfolgt der restliche Ankauf mangels vorhande- ner Restmittel aus 2020 aus dem Ankaufsetat 2021 unter einer Besteuerung von 7%. Da sich die Vertragsverhandlungen hingezogen haben, war eine frühere Erstellung der Vorlage nicht möglich. Inwieweit der Kaufpreis bei einer Neuverhandlung gehalten werden kann, ist nicht sicher. Aus Wirtschaftlichkeitsgründen musste eine Beschlussfassung daher noch vor dem Jahreswechsel erfolgen. Eine Beteiligung des Ausschusses für Kunst und Kultur als vorberatendes Gremium war daher zeitlich nicht möglich. Anlage DE 3201/2020 Beschluss Rat Gez. Laugwitz - Aulbach
3201_2020_Dringlichkeitsvorlage
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/4511 Vorlage-Nummer 3201/2020 Freigabedatum 21.12.2020 Dringlichkeitsentscheidung und Genehmigung zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Entscheidung durch die Oberbürgermeisterin und ein Ratsmitglied gemäß § 60 Absatz 1, Satz 2 GO NRW und Genehmigung durch den Rat. Betreff Ankauf von Werken der Künstlerin Adrian Piper für das Museum Ludwig Gremium Datum Rat 04.02.2021 Begründung für die Dringlichkeit: Die befristete Absenkung der Umsatzsteuersätze von 7 Prozent auf 5 Prozent endet am 31.12.2020. Zu wirtschaftlichem Handeln verpflichtet, hat das Museum Ludwig mit der Künstlerin für 2020 einen rabattierten Kaufpreis ausgehandelt, der für das Museum Ludwig die Möglichkeiten der günstigeren Besteuerung unter Ausschöpfung der in 2020 noch vorhandenen Restmittel vorsieht. Da das Budget in 2020 für den kompletten Ankauf nicht mehr ausreicht, erfolgt der restliche Ankauf mangels vorhan- dener Restmittel aus 2020 aus dem Ankaufsetat 2021 unter einer Besteuerung von 7%. Da sich die Vertragsverhandlungen hingezogen haben, war eine frühere Erstellung der Vorlage nicht möglich. Inwieweit der Kaufpreis bei einer Neuverhandlung gehalten werden kann, ist nicht sicher. Aus Wirtschaftlichkeitsgründen muss eine Beschlussfassung daher noch vor dem Jahreswechsel erfolgen. Eine Beteiligung des Ausschusses für Kunst und Kultur als vorberatendes Gremium ist zeitlich nicht möglich. Hier erfolgt nach Ratsbeschluss im Nachgang eine entsprechende Information an den Aus- schuss für Kunst und Kultur. Beschluss: Gemäß § 60 Absatz 1, Satz 2 GO NRW beschließen wir den Ankauf der Kunstwerke von Adrian Piper für das Museum Ludwig in Höhe von insgesamt rd. 403.526 € sowie die Freigabe der investiven Mit- tel. Die Mittel stehen im Haushaltsjahr 2020 in Höhe von 301.810 € und im Haushaltsjahr 2021 in Höhe von 101.716,23 € im Teilfinanzplan 0402 – Museum Ludwig bei Teilplanzeile 9 – Auszahlungen für den Erwerb von beweglichem Anlagevermögen - Ankaufsetat Museum Ludwig zur Verfügung. Datum Abstimmungsergebnis Unterschrift Unterschrift 21.12.2020 gez. Reker gez. Hammer 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen 403.526 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Adrian Piper (geboren 1948 in New York) Decide Who You Are #13: Virtue, 1992 Siebdruck, drei Teile 182,8 x 106,7 cm; 80 x 106,7 cm; 182,8 x 106,7 cm Ankaufspreis: 200.000 Euro Decide Who You Are #31: Snacktime, 1992 Siebdruck, drei Teile 182,8 x 106,7 cm; 121,9 x 147,9 cm; 182,8 x 106,7 cm Ankaufspreis: 200.000 Euro What It’s Like, What It Is #2.2, 1991 Installation aus drei Teilen: Fotografie mit Siebdruck, Lithografie, Sound 102,8 x 160 cm; 27,9 x 21,6 cm, CD Ankaufspreis: 50.000 Euro 3 Die US-amerikanischen Konzeptkünstlerin Adrian Piper ist eine der profiliertesten Künstler*innen der Gegenwart und vielleicht die philosophisch versierteste: Nach Studien bei John Rawls und Dieter Henrich erlangte sie 1987 als erste Afroamerikanerin eine Professur für Philosophie. Mit ihrem Hauptwerk Rationality and the Structure of the Self (2008) begründete sie eine analytische Moralphi- losophie, die Denkschulen in der Tradition von Immanuel Kant und David Hume zusammenführt. Zugleich gehört Piper zur ersten Generation der US-amerikanischen Konzeptkunst. Ihre frühesten Arbeiten stammen aus den 1960er-Jahren. Seit den 1970-Jahren befasste sie sich – als eine der ers- ten Konzeptkünstler*innen überhaupt – mit Rassismus und Sexismus. Auch deshalb gilt sie heute als Vorreiterin, insbesondere für eine jüngere Generation von Künstler*innen, die sich mit dem Verhältnis von Kunst, Gesellschaft und Politik auseinandersetzt. Pipers Werk kreist um Themen, die heutige soziale Bewegungen – etwa Black Lives Matter – beschäftigen. Es hat diese Bewegungen beeinflusst und gehört zu ihren theoretischen Grundlagen. 2015 wurde Piper als beste Künstlerin mit dem Goldenen Löwen der Biennale von Venedig ausge- zeichnet und 2018 mit einer großen Überblicksausstellung im Museum of Modern Art in New York geehrt. Piper lebt seit 2005 in Berlin. Sie betreibt dort die Adrian Piper Research Archive Foundation, die jährlich Stipendien an Forscher*innen vergibt, die – wie Piper selbst – auf scheinbar unvereinba- ren Gebieten herausragende Leistungen erbracht haben. Pipers Werke sind in wichtigen Museums- sammlungen weltweit vertreten: etwa im Museum of Modern Art und im Metropolitan Museum of Art (beide New York), im Pariser Centre Pompidou (MNM) und in der Wiener Generali Foundation. In der Sammlung des Museum Ludwig ist Piper bislang nicht vertreten. Decide Who You Are #13 Virtue und Decide Who You Are # 31 Snacktime (1992) Zwei der drei zu erwerbenden Werke gehören zu einer der bekanntesten Werkgruppen von Piper: Decide Who You Are von 1992. Ausgangspunkt dieser Werkgruppe war ein Fall von sexueller Beläs- tigung in den USA, der bis heute unvergessen ist. Die Staatsanwältin Anita Hill bezichtigte den Obers- ten Richter Clarence Thomas, sie sexuell belästigt zu haben. Die Medienberichterstattung wendete den Fall allerdings gegen Hill und diskreditierte sie. Die Arbeiten der Werkgruppe bestehen aus jeweils drei Tafeln. Die rechte zeigt ein Kindheitsfoto von Anita Hill, darüber ist – an eine Endlosschleife erinnernd – immer derselbe Text angebracht, eine An- einanderreihung verharmlosender Floskeln: „IT’S NO BIG DEAL. YOU’RE OVERREACTING. NOTHING HAPPENED“ usw. Die linke Tafel zeigt jeweils das Motiv der drei Affen, die nichts hören, nichts sehen und nichts sagen, ergänzt um poetisch verdichtete Texte, die unterschiedliche, meist soziale Themen ansprechen. Die mittlere Tafel variiert Reproduktionen aus Magazinen: In Decide Who You Are #13 Virtue ist eine Gesellschaft junger, reicher Weißer beim Musizieren zu sehen, in Decide Who You Are # 31 Snacktime ein Polizist, der sich mit gezogenem Knüppel über einen Ob- dachlosen beugt. Die Anordnung der Elemente und das Aufgreifen von Phrasen und Magazinbildern verweisen auf die mediale Spiegelung und Banalisierung von Diskriminierung, zugleich fordern die Arbeiten dazu auf, Position zu beziehen: „Decide Who You Are“. What It’s Like, What It Is #2.2 (1991) Die ein Jahr zuvor entstandene Installation What It’s Like, What It Is #2.2 arbeitet mit ähnlichen künst- lerischen Mitteln. Ein auf dem Boden aufgestellter Fotoausschnitt zeigt in Lebensgröße eine Gruppe weißer Frauen und Männer, die wütend schreien. Sie reagieren auf eine Demonstration von Afroame- rikaner*innen anlässlich der rassistisch motivierten Ermordung des 16-jährigen Yusef Kirriem Hawkins. Zweites Element der Installation ist ein Bewerbungsformular, auf das – zerteilt und in die Abteilungen des Formulars eingepasst – das gezeichnete Gesicht eines schwarzen Mannes gedruckt ist. Verbunden sind beide Elemente durch die aufgedruckten Wörter „Forget“ und „it“. Drittes Element ist der Soundtrack: „White Noise“ von CD, also ein grelles Rauschen, das die Artikulation spezifischer (Leidens-) Erfahrungen verschluckt und das hier – schon seines Namens wegen – weiße Dominanz akustisch verkörpert. Alle drei Arbeiten setzen sich mit Rassismus und Sexismus in den USA auseinander. Angesichts von rechtspopulistischer Politik auf der einen Seite, sozialen Bewegungen wie Black Lives Matter und Me Too auf der anderen Seite wirken sie heute mindestens so aktuell wie zur Zeit ihrer Entstehung vor 4 fast 30 Jahren. Decide Who You Are #13 Virtue und #31 Snacktime waren zentrale Exponate der Ausstellung Mapping the Collection, die das Museum Ludwig im Sommer 2020 gezeigt hat. Das Mu- seumsteam bemüht sich derzeit verstärkt darum, Kunst sozial zu verorten: zu zeigen, wie soziale und politische Prozesse in die künstlerische Praxis einfließen und umgekehrt Kunst zur Bewusstseinsbil- dung und Selbstbestimmung gesellschaftlicher Akteure beiträgt. Die zu erwerbenden Arbeiten von Adrian Piper stehen geradezu exemplarisch für eine Kunst, die dieses Verhältnis von ästhetischer und sozialer Praxis reflektiert. Die Werke wären zudem eine sinnvolle und nötige Ergänzung des Sammlungsschwerpunktes US-amerikanische Kunst der 1990er-Jahre, den wir kontinuierlich um heu- te noch relevante Positionen erweitern wollen. Der Ankauf erfolgt über die Adrian Piper Research Archive Foundation Berlin. Der Angebotspreis von 403.526,23 € einschließlich Umsatzsteuer errechnet sich aus einem Grundpreis von 450.000 € ab- züglich eines Museumsrabatts in Höhe von 15 %. Ein externes Wertgutachten liegt vor und bestätigt den Kaufpreis. Der Ankauf wird aus dem Ankaufsetat des Museum Ludwig bestritten. Die Peter und Irene Ludwig Stiftung bezuschusst den Erwerb von Kunstwerken des Museum Ludwig in Höhe von jährlich 500.000 €. Im Gegenzug hat sich die Stadt Köln vertraglich dazu verpflichtet, städtische Eigenmittel in gleicher Höhe zur Verfügung zu stellen, so dass das Museum über einen jährlichen Ankaufsetat von 1 Mio. Euro verfügen kann. Über diese Planung hinausgehende Mehreinzahlungen aus Zuwendungen be- rechtigen zu Mehrauszahlungen in gleicher Höhe. Eine Auszahlung des kompletten Kaufpreises in 2020 ist mangels ausreichender Restmittel aus dem Ankaufsetat in 2020 nicht möglich. Die Auszahlungen erfolgen daher in Abstimmung mit der Künstle- rin mit vorgegebenem Zahlungsziel der APRA Foundation Berlin unter Ausschöpfung der vorhande- nen Restmittel aus 2020 im Ankaufsetat bis 31.12.2020 in Höhe von 287.438,10 € zuzüglich 5% Um- satzsteuer in Höhe von 14.371,90 €. Die Zahlung des verbleibenden Restbetrages in Höhe von 95.061,90 € zuzüglich 7% Umsatzsteuer in Höhe von 6.654,33 € erfolgt bis zum 31.01.2021. Die Mittel stehen im Haushaltsjahr 2020 in Höhe von 301.810 € und im Haushaltsjahr 2021 in Höhe von 101.716,23 € im Teilfinanzplan 0402 – Museum Ludwig bei Teilplanzeile 9 – Auszahlungen für den Erwerb von beweglichem Anlagevermögen auf der Finanzstelle 4511-0402-0-2000 – Ankaufsetat Museum Ludwig bereit. Die Freigabebeträge basieren auf den aktuell geltenden Steuersätzen. Bei möglichen Steuersatzän- derungen werden die Summen entsprechend angepasst. Der Ausschuss Kunst und Kultur und der Finanzausschuss werden nachträglich informiert. Haushaltsbewirtschaftung in der Corona-Krise Die Hauptaufgabe der wissenschaftlichen Museen ist der Auf- und Ausbau von Kunst- und Kulturgut durch Sammeln, Erhalten und Forschen. Durch den Erwerb der Kunstwerke von Adrian Piper wird der bestehende Sammlungsbestand im Museum Ludwig hervorragend ergänzt und trägt somit zur Siche- rung der bestehenden Strukturen bei. Die Bildrechte obliegen ausschließlich der Künstlerin. Abbildungen der urheberrechtlich geschützten Werke sind aufgrund dessen nicht möglich.
Beschluss_Rat_04.02.21
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Geschäftsführung Rat Frau Lange Telefon: (0221) 221-22058 Fax : (0221) 221-26570 E-Mail: maria.lange@stadt-koeln.de Datum: 25.02.2021 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der 4. Sitzung des Rates vom 04.02.2021 öffentlich 18.6 Ankauf von Werken der Künstlerin Adrian Piper für das Museum Lud- wig 3201/2020 Beschluss: Gemäß § 60 Absatz 1, Satz 2 GO NRW beschließen wir den Ankauf der Kunstwerke von Adrian Piper für das Museum Ludwig in Höhe von insgesamt rd. 403.526 € sowie die Freigabe der investiven Mittel. Die Mittel stehen im Haushaltsjahr 2020 in Höhe von 301.810 € und im Haushaltsjahr 2021 in Höhe von 101.716,23 € im Teilfinanzplan 0402 – Museum Ludwig bei Teil- planzeile 9 – Auszahlungen für den Erwerb von beweglichem Anlagevermögen - An- kaufsetat Museum Ludwig zur Verfügung. Abstimmungsergebnis: Mehrheitlich gegen die Stimmen der AfD-Fraktion zugestimmt.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0669/2021
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 01.04.2021
- Erstellt
- 22.02.2021 13:59