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V/0132/2014

Stiftungsfonds Mitmachkinder der kommunalen Stiftung Bürgerwaisenhaus, Abschlussbericht über die Pilotphase des Projektes Mitmachpaten

Vorlagen 10.02.2014

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Nächste Beratung: Stiftungskommission, Sitzung am 06.03.2014, TOP 5

Berichtsvorlage

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Berichtsvorlage

8392 Zeichen

DER OBERBÜRGERMEISTER 
Geschäftsstelle der Kommunalen Stiftungen 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Stiftungsfonds Mitmachkinder der kommunalen Stiftung Bürgerwaisenhaus; Abschlussbericht über 
die Pilotphase des Projektes Mitmachpaten 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
06.03.2014 Stiftungskommission Bericht 
 
 
Bericht: 
 
Ausgangslage  
Über 7.000 Kinder und Jugendliche leben in Münster von Sozialhilfeleistungen und einem de m-
entsprechend geringen Einkommen der Eltern. Das Einkommen einer Familie ist dann gering, 
wenn das Kind und seine Eltern bzw. seine Mutter oder sein Vater, mit denen es zusammen 
wohnt, auf Leistun gen zur gru ndständigen Existenzsicherung angewiesen sind.  Eine Folge ist 
oftmals die mangelnde gesellschaftliche Teilhabe der Kinder, z. B. an Sport -, Musik- oder Kultur-
angeboten außerhalb von Schule oder Kindertageseinrichtung.  
 
Mit Ratsbeschluss vom 13.05.2009 (Vorlage V/0075/2009 „ Maßnahmen zur Verbesserung der 
Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen mit Armutsrisiko in den Bereichen Bildung, G e-
sundheit und frühe Förderung“) wurde Ende 2009 die „Stiftung Mitmachkinder“ als Themenfonds 
der kommunalen Stiftun g Bürgerwaisenhaus eingerichtet, der b ei Kindern aus Familien mit A r-
mutsrisiken unterstützend handeln soll. 
Ebenfalls wurde die Verwaltung beauftragt, die Umsetzung für ein Paten - resp. Mentorenmodell 
zu prüfen und zu realisieren. Für die Pilotphase des Pate nprojektes haben die Kommunalen Stif-
tungen eine Förderung aus Mitteln der Gewinnausschüttung der Sparkasse Münsterland Ost b e-
antragt. Diese wurde in zwei Tranchen – Anfang 2010 Höhe von 73.000 € und Anfang 2012 in  
Höhe von 75.650 € - vom Rat der Stadt Münster beschlossen. Der Eigenanteil des Stiftungsfonds 
Mitmachkinder der Stiftung Bürgerwaisenhaus betrug 16.700 €. 
Der Bericht erstreckt sich über den Zeitraum der Pilotphase vom 01.10. 2010 bis 31.10.2013. 
   
Das Projekt Mitmachpaten  
Mit dem Förderprogramm wird Kindern und Jugendlichen die Teilhabe in außerschulischen Be-
reichen wie Sport, Musik und Kultur auf Antrag individuell finanziert. Ergänzend hierzu wurde das 
Patenprogramm als weiterer Baustein zur Armutsprävention aufgebaut.  
 
In das Patenprojekt we rden Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf  aus Familien mit A r-
mutsrisiken aufgenommen. Erwachsene ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter, die Mi t-
machpaten, verbringen regelmäßig etwa zwei bis drei Stunden pro Woche Zeit mit diesen Ki n-
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0132/2014 
Auskunft erteilt: 
Herr Claahsen 
Ruf: 
492 59 03 
E-Mail: 
Claahsen@stadt-muenster.de 
Datum: 
10.02.2014 
Öffentliche Berichtsvorlage

2 
 
 
 
Eignungs- 
gespräch 
+ 
Vorberei-
tungskurs 
Matching 
 
Begleitung –  
Austauschtreffen (monatlich) + Halbjahrestreffen 
Schnupper- 
phase 
Paten- 
schaft 
dern; untern ehmen etwas miteinander, entdecken Neues und lernen dabei. Durch die Pate n-
schaften werden den Kindern neue Perspektiven und Teilhabechancen eröffnet.  
 
Ziele des Pilotprojektes Mitmachpaten 
 Entwicklung und Erprobung eines Angebotes zur Armutsprävention für Kinder aus ein-
kommensschwachen Familien  
 Eröffnung neuer Chancen für die gesellschaftliche Teilhabe von benachteiligten Kindern  
 Förderung der persönlichen Entwicklung von benachteiligten  Kindern, ihrer Fähigkeiten 
und Interessen außerhalb von Schule und Kindertageseinrichtung  
 Aufbau und Begleitung von 50 Patenschaften 
 
 
Die Patenschaft 
Potentielle Patenkinder werden von Fachleuten (Lehrern, Sozialarbeitern, o. A.), die die Kinder 
gut kennen und den Bedarf einschätzen können, ausgesucht. Sie nehmen Konta kt zu den Eltern 
auf, schlagen eine Patenschaft vor und wenden sich dann mit Einverständnis der Eltern an die 
Projektkoordinatorin, einer hauptamtlichen Teilzeitkraft, die organisatorisch bei der Freiwillige n-
Agentur im Gesundheitshaus angesiedelt ist. Die Projektkoordinatorin und die empfehlende 
Fachkraft ermitteln gemeinsam, welches Patenprofil (in Bezug auf Alter, Geschlecht, Interessen) 
für ein Kind sinnvoll ist und welche Ziele mit der Patenschaft erreicht werden sollen. Entweder 
kann zeitnah ein geeigneter Pate vermittelt werden oder das Kind muss eine Zeit lang warten. 
Pate kann jeder E rwachsene werden – Voraussetzungen sind ein Eignungsgespräch und die 
Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses. Die Patenschaften sind für mindestens ein Jahr 
angelegt, zeitlich jedoch nicht begrenzt.  
 
Während der Patenschaft werden die ehrenamtlichen Paten persönlich, fachlich und organisat o-
risch durch die hauptamtliche Koordinierungskraft unterstützt und begleitet. Um eine möglichst 
hohe Qualität der Patenschaften z u gewährleisten, nehmen Paten kostenfrei an eigens für sie 
angebotenen Fortbildungsveranstaltungen oder an Angeboten der FreiwilligenAkademie Münster 
teil. Darüber hinaus organisiert die Projektkoordination regelmäßige Austauschtreffen der Paten 
und bietet im Einzelfall auch individuelles Coaching an. 
 
 
Vorbereitung und Ablauf einer Patenschaft  sind in der folgenden Grafik dargestellt: 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
Ob und inwieweit die jeweils gesetzten Ziele mit der Patenschaft erreicht wurden, wird in einem 
Abschlussgespräch erörtert. Dazu sind Beobachtungen und Einschätzungen zur individuellen 
Entwicklung des Kindes aller Beteiligten wichtig – von Paten, Eltern und Fachleuten. Immer wi e-
der wird deutlich, dass Kinder durch die Patenschaft neue Interessen entwickeln konnten, sich ihr 
„Horizont“ erweitert hat und sie insgesamt in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gestärkt werden 
konnten. 
 
 
 
Suche nach einem 
passenden Patenkind 
und /oder einem pas-
sendem Paten

3 
 
 
Einige soziodemographische Merkmale: 
- der Paten: 
 zwischen 20 und 65 Jahre alt 
 überwiegend Frauen, rd. 20% Männer.  
 überproportional viele Studierende und Menschen im (Vor-)Ruhestand 
- der Patenkinder: 
 zwischen 2 und 13 Jahren alt, die Mehrheit ist im Grundschulalter  
 Zwei Drittel sind Mädchen  
 Zwei Drittel leben in einer Ein-Eltern-Familie  
 etwa die Hälfte hat eine Migrationsvorgeschichte 
 
Vernetzung 
Unmittelbare Partner des Projektes sind städtische Fachämter und Einrichtungen aus den Bere i-
chen Jugend, Schule und Soziales sowie die FreiwilligenAgentur mit der dazugehörigen Freiwill i-
genAkademie. Aus dem Projekt heraus wurde ein Netzwerk von Patenprojekten unterschiedlicher 
Träger in Münster initiiert. In das Arbeitsgremium Schulsozialarbeit sowie bei Schulleiterkonf e-
renzen bringt sich das Projekt ein. 
 
Erreichen der Projektziele  
In der Pilotphase hat das Projekt seine Ziele erreicht. D as entwickelte Konzept lässt sich nac h-
haltig einsetzen. Im gesamten Projektzeitraum konnten kontinuierlich Patenschaften aufgebaut 
werden. Die in der Zielsetzung festgelegte Anzahl von 50 Patenschaften wurde mit 80 initiierten 
Patenschaften im Projektzeitraum weit übertroffen. 15 Patenschaften haben zwischenzeitlich ihre 
individuell gesetzten Ziele erreicht und wurden planmäßig beendet. Weitere 15 Patenschaften 
wurden in der Schnupperphase aufgelöst.  Ursächlich sind berufliche oder gesundheitliche Grü n-
de, manchmal auch Überforderung der Paten. Derzeit noch 50 aktive Patenschaften bestätigen 
den Erfolg. 
 
Standards für den Aufbau und die Begleitung von Patenschaften wurden erprobt und festgelegt. 
Geeignete Formen der Öffentlichkeitsarbeit zur Information über das Patenprojekt für Ehrenamtli-
che sowie Fachleute entwickelt. 
 
Kosten 
Das Projekt wurde von einer hauptamtlichen Kraft in Teilzeit koordiniert. Weitere Kosten entsta n-
den für die monatlichen Patenbudgets (20 Euro pro Patenkind; rd. 200 € per anno), Büroaussta t-
tung und anteilige Büromiete, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, Webpräsenz, Material, Porto 
etc. 
 
Ausblick 
Für das Jahr 2014 finanziert die Stiftung „help and hop e“ die Kosten für die hauptamtliche Koo r-
dination und sichert somit die Fortführung des Projektes Mitmachpaten bis Ende dieses Jahres.. 
Die beiden Säulen der Stiftung Mitmachkinder, Förderprogramm und Patenprogramm, haben 
sich in der Kombination bewährt. Di e Mitmachpaten sollten ergänzend zu der finanziellen Förd e-
rung etabliert werden. 
Schwerpunkte im Rahmen der Fortführung des Projektes Mitmachpaten sollen die Entwicklung 
einer professionellen Fundraising- und Wachstumsstrategie zur mittelfristigen Sicherung des Pro-
jekts sein.  
 
 
I. V. 
 
 
 
gez. 
Thomas Paal 
Stadtrat

Beratungsverlauf (1)

06.03.2014 Stiftungskommission
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
V/0132/2014
Typ
Vorlagen
Datum
10.02.2014
Erstellt
06.10.2020 14:37