Offenlage nach § 3 Absatz 2 Baugesetzbuch (BauGB) Bebauungsplan-Entwurf 71504/05 Arbeitstitel: Von-Ketteler-Straße in Köln-Höhenhaus
Mitteilung Ausschuss 2996/2021 vom 18.11.2021
Stand: Am 17.01.2022 in der Bezirksvertretung 9 (Mülheim) beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Anlage 3 Textliche Festsetzungen
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/ 2 A N L A G E 3 71504 -05 TF Schl Sa Textliche Festsetzungen zum Bebauungsplan-Entwurf Nr. 71504/05 Arbeitstitel: "Von-Ketteler-Straße" in Köln-Höhenhaus A TEXTLICHE FESTSETZUNGEN 1 Art der baulichen Nutzung gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB Allgemeines Wohngebiet (WA) Gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 1 BauNVO sind die ausnahmsweise zulässigen Betriebe des Beherbergungsgewerbes nach § 4 Abs. 3 Nr. 1 BauNVO, Anlagen für Verwaltungen nach § 4 Abs. 3 Nr. 3 BauNVO, Gartenbaubetriebe nach § 4 Abs. 3 Nr. 4 BauNVO und Tankstellen nach § 4 Abs. 3 Nr. 5 BauNVO nicht Bestandteil des Bebauungsplans. 2 Maß der baulichen Nutzung gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB 2.1 Gebäudehöhen Gemäß § 18 Abs. 1 BauNVO wird der untere Bezugspunkt für die Höhe baulicher An- lagen mit 46 m über Normalhöhennull (NHN) festgesetzt. 2.2 Überschreitung der Gebäudehöhen Gemäß § 16 Abs. 6 BauNVO kann die festgesetzte maximale Gebäudehöhe durch bauliche Anlagen wie z.B. Antennen, Anlagen zur Nutzung von Solarenergie und/ o- der Fotovoltaik, Aufzugsüberfahrten oder Lüftungseinrichtungen überschritten wer- den. Das höchstzulässige Maß der Überschreitung beträgt 2,00 m in der Höhe. Der Flächenanteil der Überschreitungen je Dachfläche darf insgesamt 30 % nicht über- steigen. Die Dachaufbauten müssen mindestens um das Maß ihrer Höhe von der Ge- bäudeaußenkante zurücktreten. 3 Nebenanlagen und Stellplätze gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 4 BauGB 3.1 Nebenanlagen Gemäß § 14 Abs. 1 Satz 3 BauNVO sind Nebenanlagen nur auf den hierfür festge- setzten Flächen sowie auf den überbaubaren Grundstücksflächen zulässig. Gemäß § 14 Abs. 2 BauNVO ist innerhalb der Fläche mit der Kennzeichnung BHKW die Errichtung eines Blockheizkraftwerkes zulässig. 3.2 Stellplätze und Carports Gemäß § 12 Abs. 6 BauNVO sind Stellplätze und Carports nur in den dafür festge- setzten Flächen zulässig. Tiefgaragen und Garagen sind nicht zulässig. 4 Versorgungsleitung gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 13 BauGB Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 13 BauGB sind Telekommunikations- sowie sonstige Versor- gungsleitungen unterirdisch zu führen - 2 - 5 Geh- Radfahr- und Leitungsrechte gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 21 BauGB 5.1 Die mit L bezeichnete Fläche ist mit einem Leitungsrecht zugunsten der Ver- und Ent- sorgungsträger gemäß Planeintrag zu belasten. 5.2 Die mit G bezeichnete Fläche ist mit einem Gehrecht zugunsten der Allgemeinheit ge- mäß Planeintrag zu belasten. 5.3 Die mit GF bezeichnete Fläche ist mit einem Geh- und Radfahrrecht zugunsten der Allgemeinheit gemäß Planeintrag zu belasten. 6 Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 25 a BauGB Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 25 a BauGB sind im WA folgende Begrünungsmaßnahmen durchzuführen und dauerhaft zu erhalten: Zur Erläuterung der nachfolgend genannten Kürzel – siehe Hinweis Nr. 5 6.1 Pflanzfläche B In der festgesetzten Pflanzfläche B das Anpflanzen von Strauchhecken BB 1 (GH 411) aus standortgerechten Heckenpflanzen In der festgesetzten Pflanzfläche B ist jeweils mindestens ein Baum BF 41 (GH 742) anzupflanzen. 6.2 Begrünung der nicht überbauten privaten Grundstücksflächen Die Begrünung der Grundstücksflächen, soweit sie nicht mit Gebäuden, Wegen, Spielplätzen und sonstigen Nebenanlagen überbaut werden, mit Gräsern HH 7 (BR132), Stauden und/oder Sträuchern BB 1 (GH 51). Innerhalb des Plangebietes sind insgesamt mindestens 10 Bäume BF 41 (GH 742) als Einzelstandorte. 6.3 Private Grünfläche Innerhalb der privaten Grünfläche sind auf 70 % ihrer Fläche Rasenflächen EA 31 (LW 41112) anzulegen sowie mindestens 11 Bäume BF 41 (GH 742) als Einzelstand- orte 6.4 Dachbegrünung Die Flachdächer der Gebäude im festgesetzten allgemeinen Wohngebiet (WA) sowie Nebenanlagen, Carports und Müllstandorte sowie Fahrradabstellplätze sind mit einer extensiven Dachbegrünung DC1 / DC3 (NB 6243/ NB 6244) zu bepflanzen. Die Ve- getationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 10 cm zuzüglich einer Filter- und Drainschicht herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Dachterrassen und tech- nische Aufbauten, die auf maximal 30 % der jeweiligen Dachfläche zulässig sind. Photovoltaikelemente sind über der Dachbegrünung zulässig. Bestimmung der maximal zulässigen Neigung des Flachdachs – siehe gestalterische Festsetzungen Nr. 9.1. 6.5 Baumpflanzungen Die in der Planzeichnung festgesetzten Baumstandorte können um bis zu 5 m ver- schoben werden. - 3 - 7 Erhalt von schutzwürdigen Bäumen gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 25 b BauGB Die zum Erhalt festgesetzten Bäume sind dauerhaft zu unterhalten und bei Verlust zu ersetzen. 8 Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 24 BauGB 8.1 Schallschutzmaßnahmen an Außenbauteilen Gemäß § 9 Absatz 1 Nr. 24 BauGB sind passive Schallschutzmaßnahmen entspre- chend den in der Planzeichnung dargestellten Lärmpegelbereichen (LPB) an den Au- ßenbauteilen von schutzbedürftigen Räumen zu treffen. Grundlage hierfür sind die maßgeblichen Außenlärmpegel nach DIN 4109-1 (Schallschutz im Hochbau, Aus- gabe Januar 2018, Beuth Verlag GmbH, Berlin). Die Zuordnung zwischen den dargestellten LPB und den maßgeblichen Außenlärm- pegel ergibt sich aus nachfolgender Tabelle: Lärmpegelbereich (LPB) Maßgeblicher Außenlärmpegel La dB I 55 II 60 III 65 IV 70 V 75 VI 80 VII > 80* *Für maßgebliche Außenlärmpegel La > 80 dB sind die Anforderungen aufgrund der örtlichen Gegebenheiten festzulegen. Ergänzung: Es handelt sich um dB(A)-Werte. Die Minderung der zu treffenden Schallschutzmaßnahmen ist im Einzelfall zulässig, wenn im bauordnungsrechtlichen Verfahren anhand einer schalltechnischen Untersu- chung ein niedrigerer LPB an den Außenbauteilen von schutzbedürftigen Räumen nachgewiesen wird. 8.2 Belüftung Bei Schlaf- und Kinderzimmern ist bei einem Beurteilungspegel > 45 dB(A) im Nacht- zeitraum (22:00 bis 6:00 Uhr) eine fensterunabhängige Belüftung durch schallge- dämmte Lüftungseinrichtungen oder gleichwertige Maßnahmen bei geschlossenen Fenstern und Türen sicher zu stellen. 8.3 Außenwohnbereiche Für Balkone und Loggien, die einen Gesamtbeurteilungspegel aus dem Verkehr (Straßen-, Schienen- und Flugverkehr) > 62 dB(A) im Tagzeitraum (6:00 bis 22:00 Uhr) aufweisen, sind Schallschutzmaßnahmen zu treffen. Durch diese muss sicher- gestellt werden, dass der vorgenannte Gesamtbeurteilungspegel nicht überschritten wird. Hiervon ausgenommen sind Balkone und Loggien von durchgesteckten Woh- nungen, wenn zusätzlich auf der lärmabgewandten Seite ein Balkon oder eine Loggia errichtet wird. - 4 - 9 Bauordnungsrechtliche Festsetzungen gem. § 9 Abs. 4 BauGB i. V. mit § 89 Abs. 1 Nr. 1 und 2 BauO NRW Gemäß § 9 Absatz 4 BauGB in Verbindung mit § 89 Absatz 1 und 2 BauO NRW wer- den folgende gestalterische Festsetzungen getroffen: Zur Erläuterung der nachfolgend genannten Kürzel – siehe Hinweis Nr. 5. 9.1 Dachform Es sind ausschließlich Flachdächer zulässig. Dächer mit einer Neigung bis maximal 5 Grad gelten als Flachdächer. 9.2 Nebenanlagen Nebenanlagen (z.B. Standorte für Abfallbehälter, Fahrradabstellplätze) sind nur zuläs- sig, wenn sie durch standortgerechten Pflanzen eingehaust oder eingefriedet werden 9.3 Einfriedungen / Pflanzfläche A Einfriedungen sind ausschließlich in Gestalt von Stabgitterzäunen mit hinterpflanzten Hecken oder Hecken aus einheimischen Laubgehölzen BB 1 (GH 411) bis zu einer Höhe von 1,80 m über der Geländeoberfläche gemäß § 2 Absatz 4 BauO NRW zuläs- sig. Im Bereich der festgesetzten Pflanzfläche A sind Einfriedungen ausschließlich in Ge- stalt von Hecken aus einheimischen Laubgehölzen BB 1 (GH 411) bis zu einer Höhe von max. 1,60 m über der Geländeoberfläche gemäß § 2 Absatz 4 BauO NRW zuläs- sig. 9.4 Stellplatzbegrünung Innerhalb der festgesetzten Stellplatzfläche ist für je vier angefangene Kfz-Stellplätze ein hochstämmiger, großkroniger Laubbaum BF 41 (GH 742) zu pflanzen. Die einzel- nen Bäume sind auf der Stellplatzanlage in gleichmäßigen Abständen zu verteilen. 9.5 Befestigung von Wegen und Straßen Die Befestigung der Wege, auch innerhalb der privaten Grünflächen, sowie der Stell- plätze und Carports sind wasserdurchlässig (z.B. Pflaster, Rasengittersteine, Schot- terrasen) zu gestalten. B NACHRICHTLICHE ÜBERNAHMEN / KENNZEICHNUNGEN Gemäß § 9 Abs. 6 BauGB werden die nach anderen gesetzlichen Vorschriften ge- troffenen Festsetzungen, gemeindliche Regelungen zum Abschluss- und Benut- zungszwang sowie Denkmäler nach Landesrecht nachrichtlich in den Bebauungsplan übernommen: Wasserschutz Auf der Grundlage des § 51 Wasserhaushaltsgesetzt (WHG) durch Verordnung fest- gesetztes Wasserschutzzone III A des Wasserwerkes Köln-Höhenhaus. - 5 - C HINWEISE 1. Rechtsfolgen Innerhalb des Plangebietes bestehende Rechtssetzungen aufgrund des Preußischen Fluchtliniengesetzes, des Aufbaugesetztes NW, des Bundesbaugesetzes oder des Baugesetzbuches treten mit der Rechtsverbindlichkeit dieses Bebauungsplanes au- ßer Kraft 2. Rechtsgrundlagen 1 Es gilt das Baugesetzbuch (BauGB) vom 23. September 2004 (BGBl. I S. 2414) in der Fassung des Änderungsgesetzes vom 20. Oktober 2015 (BGBl. I S. 1772). Von der Überleitungsvorschrift des § 245c BauGB wird Gebrauch gemacht. 2 Es gilt die Baunutzungsverordnung (BauNVO) vom 23. Januar 1990 (BGBl. I. S. 132) in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. November 2017 (BGBl. I. S. 3786). 3 Es gilt die Planzeichenverordnung (PlanzV) vom 18. Dezember 1990 (BGBl. I S. 58). 4 Es gilt die Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen – Landesbauordnung – (BauO NRW 2018) vom 21. Juli 2018 (GV. NRW S. 421). Für die Hinweise 2 bis 4 gilt jeweils die bei Erlass dieser Satzung geltende Fassung. 3. Lärm- und Luftschadstoffimmissionen Das Plangebiet ist durch überhöhte Lärm- und Luftschadstoffimmissionen vorbelastet. 4 Baumschutzsatzung Es gilt die Satzung zum Schutz des Baumbestandes innerhalb der im Zusammen- hang bebauten Ortsteile und des Geltungsbereiches der Bebauungspläne im Gebiet der Stadt Köln (Baumschutzsatzung – BSchS) vom 01. August 2011 (Amtsblatt Nr. 34 vom 17. August 2011). 5 Satzung zur Erhebung von Kostenerstattungsbeträgen Die verwendeten Kürzel innerhalb der Begrünungsfestsetzungen beziehen sich auf die Anlage zur Satzung der Stadt Köln zur Erhebung von Kostenerstattungsbeiträgen gemäß §§ 135a bis 135c BauGB vom 15. Dezember 2011 (Amtsblatt der Stadt Köln Nr. 1 vom 04. Januar 2012). In dieser Anlage sind mit der Angabe von Kürzeln allgemein gültige Qualitätsmaßstäbe für Begrünungsmaßnahmen der Stadt Köln formuliert. 6 Artenschutz Laut Artenschutzprüfung des Büros für Artenschutz und Avifaunisitk, Dr. Andreas Ski- bbe aus November 2016, aktualisiert im August 2020, ergeben sich keine Verbotstat- bestände gemäß § 44 Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) bzw. keine vor- gezogenen Ausgleichsmaßnahmen nach § 44 Abs. 5 BNatSchG.. Gemäß § 39 Abs. 5 BNatSchG ist die Rodung von Gehölzen im Zeitraum zwischen 1. März und 30. September eines jeden Jahres verboten, Bäume, Hecken, Gebüsche - 6 - und andere Gehölze abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen; zu- lässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen. Sind innerhalb dieses Zeitraumes Rodungsarbeiten erforderlich, ist vor deren Auf- nahme in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Köln durch einen Fachgutachter nach besetzten Nestern und Fledermausquartieren zu suchen und bei deren Auffinden die Rodungstätigkeit sofort einzustellen. Zum Schutz der Zwergfledermaus sollen potentielle Quartiere (z. B. Baumhöhlen) we- nige Tage vor den Rodungen auf Vorkommen geprüft werden bzw. die möglichen Quartiere vorher verstopft werden. Die Prüfungen auf das Vorhandensein der Fort- pflanzungsstätten vor den Baumfällungen und das Versetzen der vorhandenen Vo- gelniststätten sind im Rahmen einer ökologischen Baubegleitung durchzuführen. 7 Kampfmittelbeseitigungsdienst Innerhalb des Plangebietes ist mit Bombenblindgängern/Kampfmitteln zu rechnen. Vor Aufnahme von Bauarbeiten (circa 6 Wochen) ist das Amt für öffentliche Ordnung, Gliederungsziffer 322/40 (allgemeine Ordnungsangelegenheiten) unter Benennung des Aktenzeichens 22.5-3-5315000-195/16/ sowie der Bebauungsplan-Nummer ein- zuschalten. Die Anfrage kann per E-Mail an kampfmittel@stadt-koeln.de erfolgen. 8 Denkmalschutz Im Falle archäologischer Bodenfunde und Befunde ist gemäß §§ 15 und 16 Denkmal- schutzgesetz (DSchG) die Archäologische Bodendenkmalpflege der Stadt Köln ein- zuschalten. 9 DIN-Vorschriften und sonstige anzuwendende Regelwerke DIN-Vorschriften und sonstige private Regelwerke, auf die in den textlichen Festset- zungen des Bebauungsplanes verwiesen wird, sind jeweils in der bei Erlass dieser Satzung geltenden Fassung anzuwenden und werden beim Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster der Stadt Köln, Plankammer, Zimmer 06.E 05, Stadthaus Deutz, Willy-Brandt Platz 2, 50679 Köln, während der Öffnungszeiten zur Einsicht- nahme bereitgehalten. 10 Starkregenereignis Im Plangebiet liegt bei einem Starkregenereignis gemäß der "Starkregen Gefahren- karte" der Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB) eine Überflutungsgefährdung vor. Baumaßnahmen im Plangebiet sind vor deren Ausführung mit den Stadtentwässe- rungsbetrieben Köln abzustimmen. 11 Externe Ausgleichsmaßnahmen Zur Erläuterung der nachfolgend genannten Kürzel – siehe Hinweis Nr. 5. In einem städtebaulichen Vertrag werden Regelungen zur Verwirklichung des Bebau- ungsplanes festgehalten. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Durchführung der externen Ausgleichsmaßnahmen. - 7 - Auf dem Grundstück an der "Von-Galen-Straße" in der Gemarkung Dünnwald, Flur 61, Flurstück 1034 werden folgende externe Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in dem Baugebiet hergestellt: Maßnahme eA1: Anlage einer Streuobstwiese mit Hochstämmen HK 21 (LW331) auf 3.000 m² des Flurstücks 1034, Flur 61, Gemarkung Dünnwald. Die Durchführung und Kostentragung der Maßnahme eA1 in Bezug auf die Eingriffe durch das festgesetzte allgemeine Wohngebiet (WA) sowie der Planstraßen werden im städtebaulichen Vertrag geregelt. 12 Öffentlich geförderter Wohnungsbau Gemäß des Kooperativen Baulandmodells der Stadt Köln in der Fassung der Bekannt- machung vom 24. Februar 2014 i st der Planbegünstigte verpflichtet, 30 % der Ge- schossfläche Wohnen im öffentlich geförderten Segment gemäß der jeweils aktuellen Wohnraumförderrichtlinie des Landes NRW zu errichteten. Dies wird zwischen der Stadt Köln und der Vorhabenträgerin im städtebaulichen Vertrag geregelt. -
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/61/1 613 Schl Sa Vorlagen-Nummer 18.11.2021 2996/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Stadtentwicklungsausschuss 02.12.2021 Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 06.12.2021 Offenlage nach § 3 Absatz 2 Baugesetzbuch (BauGB) Bebauungsplan-Entwurf 71504/05 Arbeitstitel: Von-Ketteler -Straße in Köln-Höhenhaus Anlass und Ziel Die Deutsche Wohnungsgesellschaft mbH (DEWOG) beabsichtigt, die bestehende Geschosswoh- nungsbausiedlung zwischen der VonBodelschwingh-Straße und der Von-Ketteler-Straße in Köln- Höhenhaus durch eine zusätzliche Bebauung zu ergänzen. Ziel der Planung ist daher neben der pla- nungsrechtlichen Sicherung eines vorhandenen Wohngebäudes, neues Planrecht für vier Punkthäu- ser mit insgesamt 43 Wohneinheiten zu schaffen. Zwischen den Punkthäusern und den Häusern an der Von-Bodelschwingh-Straße wird die vorhandene private Grünfläche als öffentlich zugängliche Parkanlage gesichert und darin ein öffentlich zugänglicher Spielplatz geplant. Die geplante Bebauung orientiert sich an der nachbarlichen Bestandsbebauung und schafft einen städtebaulichen Übergang zwischen der dreigeschossigen Bebauung an der Von-Bodelschwingh- Straße und der vier- bis fünfgeschossigen Bebauung an der Von-Ketteler-Straße. Die geplanten Punkthäuser werden bis auf das nördliche Punkthaus von Westen aus über die vorhandenen privaten Stichstraßen erschlossen, die im Zusammenhang mit den Geschosswohnungsbauten östlich der Von- Ketteler-Straße in den letzten Jahren gebaut worden ist. Das nördliche Punkthaus sowie das beste- hende Wohngebäude werden über die Von-Bodelschwingh-Straße unmittelbar erschlossen. Die notwendigen Stellplätze sind entlang der neuen Erschließungsstraße, vor den jeweiligen Punkt- häusern vorgesehen. Die DEWOG hat sich freiwillig verpflichtet, nach dem "Kooperativen Baulandmodell" (KoopBLM) der Stadt Köln in der Fassung vom 24.02.2014, mindestens 30 % geförderten Wohnungsbau zu realisie- ren. Mit der von ihr erteilten Grundzustimmung vom 02.10.2014, kann auf eine eingehende Anwen- dungsprüfung des KoopBLM verzichtet werden und die Sicherung der Anforderungen in einem städ- tebaulichen Vertrag erfolgen. Da die Beteiligung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange nach § 4 Absatz 1 Satz 1 Baugesetzbuch (BauGB) vor dem Stichtag 16.05.2017 erfolgte, wird von der Überleitungsvorschrift des § 245c Absatz 1 Satz 1 BauGB Gebrauch gemacht, das heißt, das Bebauungsplanverfahren wird nach den vor dem 13.05.2017 geltenden Rechtsvorschriften durchgeführt und abgeschlossen. Vorberatungen Der Aufstellungsbeschluss im Regelverfahren nach § 2 Absatz 1 BauGB erfolgte im Stadtentwick- lungsausschuss am 28.01.2016, die öffentliche Bekanntmachung erfolgte am 06.04.2016 im Amts- blatt. 2 Die frühzeitige Beteiligung der Dienststellen sowie Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange gemäß § 4 Absatz 1 BauGB erfolgte in der Zeit vom 15.03. bis zum 18.04.2016 mit einem Scoping- termin am 06.04.2016. In der Zeit vom 30.06. bis einschließlich 14.07.2016 fand die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß § 3 Absatz 1 BauGB durch Aushang eines Plakates im Bezirksamt Mülheim statt. Am 15.09.2016 hat der Stadtentwicklungsausschuss den Beschluss über die eingegangenen Stel- lungnahmen aus der frühzeitigen Öffentlichkeitsarbeit sowie der Beteiligung der Behörden und sons- tiger Träger öffentlicher Belange und die daraus entwickelten Vorgaben zur Ausarbeitung des Bebau- ungsplan-Entwurfes "Von-Ketteler-Straße in Köln-Höhenhaus" gefasst. Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanes mit Begründung gemäß § 3 Absatz 2 BauGB soll im November 2021 erfolgen. Anlagen Anlage 1 Geltungsbereich Anlage 2 Begründung zur Offenlage Anlage 3 Textliche Festsetzungen Anlage 4 Ausschnitt Bebauungsplan-Entwurf 71504/05 Gez. Greitemann -
Anlage 2 Begründung
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- 1 - 1 A N L A G E 2 Begründung nach § 3 Absatz 2 Baugesetzbuch (BauGB) mit Umweltbericht nach § 2 Absatz 4 BauGB zum Entwurf des Bebauungsplanes Nummer 71504/05 Arbeitstitel: Von-Ketteler-Straße in Köln-Höhenhaus 1. Anlass und Ziel der Planung 1.1 Anlass der Planung Aufgrund der Haushaltsprognose aus Mai 2015 beläuft sich der Wohnungsbedarf in der wachsen- den Stadt Köln für den Zeitraum von 2015 bis 2030 (15 Jahre) auf rund zusätzliche 66.000 Woh- nungen. Neue Wohnungen sollen insbesondere in Form von Mehrgeschosswohnungsbau entste- hen und gemäß einer der Leitlinien des „Stadtentwicklungskonzeptes Wo hnen“ der Stadt Köln (Ratsbeschluss vom 11.02.2014) möglichst in integrierten und bereits erschlossenen Lagen. Im Stadtentwicklungskonzept Wohnen werden auch Maßnahmen im Bereich der sozialorientierten Wohnungspolitik mit dem Ziel der Sicherung und Schaffung bezahlbaren Wohnraums und der Quartiersentwicklung vorgesehen. Einen wichtigen Beitrag zur Deckung des hohen Bedarfs an Wohnungen, insbesondere an bezahl- barem Wohn raum, leistet die hier vorges ehene Planung. Die Deutsche Wohnungsgesellschaft mbH (DEWOG) beabsichtigt, die bestehende Geschosswohnungsbausiedlung zwischen der VonBodelschwingh-Straße und der Von -Ketteler-Straße in Köln -Höhenhaus durch eine zusätzli- che Be bauung zu ergä nzen. Die Nachverdichtung soll in Form von Punkthäusern auf einer vor- handenen Grünfläche erfolgen. Die Grünfläche mit dem bestehenden fünf-geschossigen Wohnge- bäude, welches in der Planung integriert ist, befindet sich im Eigentum der DEWOG. 1.2 Ziel der Planung Ziel der Planung ist , neben der Aktivierung von g ut erschlossenen Wohnbauflächen, die Ergän- zung des durch öffentlich geförderten Wohnungsbau geprägten Sozialraumes durch ein Ang ebot an frei finanzierten Mietwohnungen. Der Bebauungsplan-Entwurf sieht im Bereich einer vorhanden privaten Grünfläche die Nachverdichtung durch vier Punkthäuser mit insgesamt 43 Wohneinheiten (WE) vor. Im nördlichen Punkthaus sind 13 WE als geförderte Wohnungen geplant. In den übrigen drei Gebäuden sind insgesamt 30 WE als frei finanzierte Wohnungen geplant. Mit drei bis vier Geschossen zuzüglich einem zurückgestaffelten Dachgeschosses greift das Kon- zept die Geschossigkeiten der nachbarlichen Bestandsbebauung auf und schafft einen städtebau- lichen Übergang zwischen der dreigeschossigen Bebauung an der Von-Bodelschwingh-Straße und der vier- bis fünfgeschossigen Bebauung an der Von-Ketteler-Straße. Die geplanten Punkthäuser sind parallel zur westlichen Grundstücksgrenze linear aufgereiht und werden bis auf das nördliche Punkthaus von Westen aus über die vorhandenen privaten Stichstraßen erschlossen. Diese Pr i- vatstraßen sind im Zusammenhang mit den Ersatzneubauten der Geschosswohnungsbauten öst- lich der Von -Ketteler-Straße in den letzten Jahren gebaut worden. Das nör dliche der vier Punkt- häuser sowie das best ehende fünfgeschossige Wohnhaus werden über die Von-Bodelschwingh- Straße unmittelbar erschlossen. Eine Erschließung aller neuen Häuser über die Von -Bodelschwingh-Straße wurde alternativ g e- prüft, jedoch verworfen, da dann die Grünfläche durchschnitten würde. Durch die Erschließung der drei südlichen Gebäude über die bestehenden Erschließungsstraßen kann im östlichen Plangebiet eine durchgehende Grünfläche erhalten werden. - 2 - 2 Trotz Nachverdichtung wird weiterhin eine verhältnismäßig große und zusammenhängend e be- grünte private Freifläche verbleiben. Die private Grünfläche spielt als Anbindung des Plangebiets an das Entwicklungskonzept „Grüngürtel: Impuls 2012“ (entlang der Autobahntrasse A 3 im Süden, durch die südlich gelegene GAG-Siedlung) und nach Norden in die freie Landschaft eine wichtige landschaftliche, ökologische und klimatische Rolle. Ziel des Bebauungsplan-Entwurfes ist daher auch die planungsrechtliche Sicherung dieser Fl äche inklusive eines größtmöglichen B aumbe- standes. Bereits heute wird diese Grünfläche in der Form genutzt, dass zahlreiche Schüler der nördlich ge- legenen Gemeinschaftsgrundschule sie auf ihrem Weg von der Stadtbahnhalteste lle an der Berli- ner Straße zur Schule durchqueren. Obwohl die Grünfläche weiterhin im Privateigentum verbleiben soll und auch durch die DEWOG gepflegt wird, ist eine öffentlich zugängliche Durchwegung der privaten Grünfläche aufgrund der damit steigenden s ozialen Kontrolle beabsichtigt. Die private Grünfläche soll unverändert von den Anwohnern der umliegenden Wohnhäuser der DEWOG als Parkanlage vorbehalten bleiben und nicht als öffentliche Grünfläche genutzt werden. Es wurde ein Freiflächengestaltungsplan erarbeitet, der die Einbettung der privaten Freiflächen in ein qualifiziertes Gesamtkonzept sicherstellen soll. Für die Erdgeschosswohnungen der Punkthäu- ser sind Terrassen vorgesehen und die Stellplatzanlagen werden mit Baumpflanzungen zur neuen Erschließungsstraße eingegrünt. Das Fußwegesystem soll mit wassergebundenen Wegen, die die innere Grünfläche mit der Gemeinschaftsgrundschule, den Wohnzeilen entlang der Von-Ketteler- Straße und der Von-Bodelschwingh-Straße sowie mit dem Einkaufsmarkt an der Berliner Straße verknüpfen, erneuert werden. Die erforderlichen Spielflächen für Kinder über 6 Jahre sollen für alle geplanten Wohnungen im zentralen Bereich nördlich der Gebäude, innerhalb der Grünfläche in einer Größe von ca. 500 m² zusammengefasst werden. Die Fläche ist ausreichend, um den erforderlichen Spielflächenbedarf von rechnerisch 258 m² für 43 WE aufzunehmen. Weitere Kleinkinderspielflächen nach Landes- bauordnung (BauO NRW) werden wohnungsnah auf den privaten , nicht überbaubaren Grund- stücksflächen untergebracht. 1.3 Verfahren Die Aufstellung des Bebauungsplanes erfolgt im Regelverfahren nach § 2 Absatz 1 Baugeset z- buch (BauGB). Der Aufstellungsbeschluss erfolgte im Stadtentwicklungsausschuss am 28.01.2016, die öffentliche Bekanntmachung des Beschlusses erfolgte am 06.04.2016 im Amts- blatt. Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß § 3 Absatz 1 BauGB fand vom 30.06. bis ein- schließlich 14.07.2016 durch Aushang eines Plakates im Bezirksamt Mülheim statt. Zum städt e- baulichen Planungskonzept wurden drei Anregungen, Bedenken und Hinweise zu den Themen Stellplätze, Reduzi erung der vorhandenen Grünfläche, Verkehrsbelastung, E rschließung des Plangebietes und Entwässerung vorgebracht. Die frühzeitige Beteiligung der Dienststellen sowie Behörden und sonstige Träger öffentlicher Be- lange gemäß § 4 Absatz 1 BauGB erfolgte in der Zeit vom 15.03. bis zum 18.04.2016 mit einem Scopingtermin am 06.04.2016 . Stellungnahmen wurden im Wesentlichen zu den Themen Lei- tungs- und Kanaltrassen, Kampfmittelverdacht, Entwässerung, Lärm- und Erschütterungsschutz sowie Denkmalschutz vorgebracht. In der Sitzung am 15.09.2016 hat der Stadtentwicklungsausschuss den Beschluss über die einge- gangenen Stellungnahmen aus der frühzeitigen Öffentlichkeitsarbeit sowie der Beteiligung der Be- hörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange und die daraus entwickelten Vorgaben zur Aus- arbeitung des Bebauungsplan-Entwurfes "Von-Ketteler-Straße in Köln-Höhenhaus" gefasst. Die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange sowie der Diens tstellen gemäß § 4 Absatz 2 BauGB erfolgte in der Zeit v om 16.07. bis zum 22.08.2018. Stellungnahmen wurden im Wesentlichen zu den Themen Erschließung und Dimensionierung der Erschließungsan- - 3 - 3 lagen, Abstände zu Höchstspannungsfreileitungen, Sicherung des öffentlichen Kanals und Berück- sichtigung von Starkregen vorgebracht und wurden im Bebauungsplan-Entwurf berücksichtigt. Der Bebauungsplan-Entwurf wird nach den Vorgaben des Kooperativen Baulandmodells (Koo p- BLM) der Stadt Köln aufgestellt. D ie Bauherrin hat hierzu am 02.10.2015 ihre Grundzustimmung zur Anwendung des Kooperativen Baulandmodells gegeben. 2. Erläuterungen zum Plangebiet 2.1 Abgrenzung des Plangebietes Das Plangebiet liegt im Stadtteil Höhenhaus im Osten von Köln, im Stadtbezirk Mülheim. Es han- delt sich um einen rückwärtigen Grundstücksbereich zwischen der Bestandsbebauung an der Von- Ketteler-Straße im Westen, der Von-Bodelschwingh-Straße im Norden und Osten und Am Flachs- rosterweg im Süden. Die bestehenden Privatstraßen, die von der Von-Ketteler-Straße aus in Rich- tung der geplanten Wohngebäude führen, wurden zur Sicherung der Erschließung ebenfalls in das Plangebiet einbezogen. Das Plangebiet umfasst die Flurstücke 359 (teilweise), 1315, 1317, 1318, 1319 (teilweise), 1320 (teilweise), 1358 (teilweise), 1395 (teilweise) und 1399 (teilw eise) der Flur 59 der Gemarkung Dünnwald und hat eine Größe von circa 1,6 ha. 2.2 Vorhandene Struktur Das Plangebiet liegt innerhalb einer bestehenden Wohnsiedlung. Im Norden des Plangebietes be- finden sich ein fünfgeschossiges Wohngebäude aus zwei zusammenhängenden Gebäudeteilen sowie ein Block aus neun ebenerdigen Garagen, die über die Von -Bodelschwingh-Straße e r- schlossen sind. Der Großteil des Plangebietes besteht aus einer privaten Grünfläche mit teilweise altem Baumbestand, die sich von der Straße Von-Bodelschwingh-Straße im Norden bis an die Straße Am Flachsrosterweg im Süden erstreckt. Auf der großen Rasenfläche befindet sich auch ein Basketballkorb, der der Planung weichen muss und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden kann. Nördlich des Plangebietes befindet si ch die Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Von - Bodelschwingh-Straße mit dem dahinter liegenden Sportplatz. Südwestlich des Plangebietes b e- findet sich die katholische Kindertagesstätte der Kirchengemeinde St. Hedwig. Die DEWOG hat der Kindertagesstätte für eine zusätzliche Erweiterung des Außengeländes eine circa 510 m² gro- ße Teilfläche im Süden des Plangebiets unentgeltlich temporär zur Verfügung gestellt. Durch den Bebauungsplan-Entwurf wird die se Fläche in geringem Maße reduziert und kann als zusätzliche Spielfläche erhalten bleiben. Südöstlich befindet sich an der Berliner Straße ein Supermarkt (Vollsortimenter). Westlich und öst- lich grenzt Wohnbebauung in mehrgeschossiger Zeilenbauweise an das Plangebiet. Westlich des Plangebietes, an der Von -Ketteler-Straße, überwiegt eine vier - bis fünf geschossige Bebauung, östlich prägen dreigeschossige Gebäude mit flachem Satteldach die Von-Bodelschwingh-Straße. 2.3 Erschließung Das Plangebiet ist über die Erschließungsstraßen Von-Ketteler-Straße, Posadowskystraße, Von- Bodelschwingh-Straße und Am Flachsrosterweg an das Verkehrsnetz angebunden. Über die Stra- ße Am Flachsrosterweg ist die Auffahrt Mülheim der Autobahn A3 in weniger als einem Kilometer erreichbar. Südlich des Plangebietes liegt in 300 – 500 m Entfernung an de r Berliner Straße die Haltestelle „Köln-Höhenhaus, Im Weidenbruch“ der Straßenbahnlinie 4, die fußläufig in wenigen Minuten zu erreichen ist. Von der Von-Ketteler-Straße führen von Westen her private Stichstraßen an das Plangebiet heran, die durch eine zu sätzliche Erschließungstsraße für die geplante Wohnbebauung ergänzt werden soll. Das fünfgeschossige Bestandsgebäude wird von Osten über die Von-Bodelschwingh-Straße erschlossen, die auf der Höhe des Garagenblockes in einem Wendekreis endet und entlang der Nordgrenze des Plangebietes als Fußweg weiterführt. I nnerhalb des Plangebietes gibt es einige Trampelpfade durch die Grünfläche. Insbesondere wird die Grünfläche in Nord -Süd-Richtung - 4 - 4 durch Schülerinnen und Schüler der nördlich gelegenen Schule mittels des Trampelpfades ge- quert. In den umliegenden Straßen sind Versorgungsleitungen für Wasser, Strom, Gas und Fernwärme sowie für die Medienversorgung vorhanden. Durch das Plangebiet verläuft in Nord-Süd-Richtung ein großer Mischwasserkanal DN 800/1400. Das Plangebiet liegt im Einzugsbereich der Kläranla- ge Stammheim. 2.4 Alternativstandorte Das Plangebiet liegt innerhalb einer Wohnbauflächendarstellung des Flächennutzungsplanes. Die Entscheidung für den Standort hat somit bereits auf der vorbereitenden Planungsebene des Flä- chennutzungsplanes stattgefunden, aus dem die Bebauungspläne zu entwickeln sind . Als Nach- verdichtung eines bereits integrierten und erschlossenen Siedlungsbereichs entspricht die Planung den städtischen Leitlinien für eine nachhaltige Wohnbau entwicklung („Innenentwicklung vor Au- ßenentwicklung“). Auch vor dem Hintergrund des dringend benötigten Wohnraumbedarfs wurde daher auf eine Alternativprüfung verzichtet. 2.5 Planungsrechtliche Situation Das Plangebiet liegt im Innenbereich gemäß § 34 BauGB, jedoch ist aufgrund fehlender Erschlie- ßung nur ein kleiner Teil des Plangebietes nach § 34 BauGB bebaubar. Einen Bebauungsplan gibt es für das Plangebiet nicht. Der Bebauungsplan-Entwurf greift ansatzweise ein Bebauungsplanver- fahren wieder auf, da ss we gen der Unve reinbarkeit des damaligen Konzeptes mit einem das Grundstück durchquerenden Hauptsammler mit Beschluss des Stadtentwicklungsausschuss am 08.12.2009 wieder eingestellt wurde. Der vorliegende Bebauungsplan-Entwurf stellt unter Berück- sichtigung der vorhandenen Kanaltrasse eine geringer verdichtete Bebauung dar. 3. Planungsvorgaben 3.1 Regionalplan Der Regionalplan stellt den Bereich des Plangebietes als "Allgemeinen Siedlungsbereich" dar. Somit entspricht die Planung den Zielen der Raumordnung. 3.2 Flächennutzungsplan Im Flächennutzungsplan der Stadt Köln ist das Plangebiet als „Wohnbaufläche“ dargestellt. Der Bebauungsplan ist somit gemäß § 8 Absatz 2 BauGB aus den Darstellungen des Flächennu t- zungsplanes entwickelt. 3.3 Landschaftsplan Der Landschaftsplan der Stadt Köln trifft für den Bereich des Plangebietes keine Festsetzungen. In der Karte der Entwicklungsziele des Landschaftsplans ist das Entwicklungsziel 6 „Ausstattung der Landschaft für Zwecke des Immissionsschutzes oder zur Verbesserung des Klimas“ dargestellt. 3.4 Berücksichtigung von Fachplanungen (Planfeststellung etc.) Fachplanungen im Bereich des Plangebietes sind nicht bekannt. 3.5 Denkmalschutz Innerhalb des Plangebietes stehen keine Gebäude unter Denkmalschutz. In der unmittelba ren Nachbarschaft des Plangebietes befindet sich die erhaltenswerte, 1965 - 1968 errichtete katholi- sche Pfarrkirche St. Hedwig. Bodendenkmäler im Plangebiet sind nicht bekannt. - 5 - 5 3.6 Altlasten Innerhalb des Plangebietes liegen im stä dtischen Altlastenkataster keine Erkenntnisse über B o- denbelastungen vor. 3.7 Wasserschutz Das Plangebiet liegt in der Wasserschutzzone III A des Wasserwerkes Höhenhaus. Die Wasser- schutzgebietsverordnung Köln-Höhenhaus vom 29. November 2003 ist zu beachten. 3.8 Baulasten Im Bereich der Erschließungsstraßen sind Stellplätze und Feuerwehrzufahrten über Baulasten ab- gesichert. Diese werden durch die Planung nicht berührt. Die Baulast 348/11 (Stellplatzzuordnung mit Zufahrt) innerhalb der Grünfläche steht der Planung entgegen. Diese wird gelöscht und die dort abgesicherten und vorhandenen neun Garagen, die durch die Planung entfallen, werden außer- halb des Plangebietes, gegenüber des bisherigen Standortes, auf dem Flurstück 111 der Flur 59 der Gemarkung Dünnwald vollständig ersetzt und hier 10 Stellplätze über eine Baulast gesichert. 3.9 Kooperatives Baulandmodell (KoopBLM) Das Kooperative Baulandmodell (KoopBLM) wurde am 17.12.2013 vom Rat der Stadt Köln als Richtlinie zur Förderung des öffentlich geförderten Wohnungsbaus und zur Beteilig ung der Plan- begünstigten an den Folgekosten beschlossen. Als wesentliches Regelungsinstrument leistet es einen wichtigen Beitrag zu den wohnungspolitischen Zielen der Stadt Köln. Mit Beschluss des Rats der Stadt Köln vom 04.04.2017 wurde die Fortschreibung des Modells beschlossen und am 10.05.2017 im Amtsblatt der Stadt Köln bekanntgemacht. Da der Aufstellungsbeschluss noch vor dem 10.05.2017 erfolgte, greifen für das Vorhaben die Re- gelungen des KoopBLM in der ersten Fassung vom 24.02.2014. Die Vorhabenträgerin hat sich mit der Unterzeichnung der Grundzustimmung am 02.10.2015 freiwillig zur Anwendung des KoopBLM bereiterklärt, so dass auf eine umfassendere Anwendungsprüfung verzichtet werden konnte. Im Zusammenhang des KoopBLM werden Verpflichtungen im Rahmen eines städtebaulichen Ver- trags gesichert. 4. Begründung der Planinhalte (Festsetzungen nach § 9 BauGB) 4.1 Art der baulichen Nutzung Als Art der baulichen Nutzung wird ein „Allgemeines Wohngebiet (WA)“ festgesetzt. Damit wird das dem Bebauungsplan-Entwurf zugrunde liegende Vorhaben eindeutig definiert und der Zielsetzung gefolgt, die Voraussetzungen für zusätzlichen Wohnungsbau im Stadtteil zu schaffen. Die geplante Nutzung fügt sich in die in der Umgebung vorherrschende Wohnnutzung ein. Im allgemeinen Wohngebiet sind neben Wohngebäuden auch die der Versorgung des Gebietes dienenden Läden, Schank- und Speisewirtschaften und nicht störende Handwerksbetriebe sowie Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke zuläss ig. Die ausnahmsweise zulässigen Betriebe des Beherbergungsgewerbes, Anlagen für Verwaltungen, Gartenbaubetriebe und Tankstellen werden im Bebauungsplan-Entwurf ausgeschlossen. Zum ei- nen wird das Plangebiet vor allem zu Wohnzwecken entwickelt, zum a nderen sind diese Nutzun- gen sehr flächenintensiv (Gartenbaubetriebe und Verwaltungsanlagen) oder aufgrund ihres Emis- sionspotenzials nicht verträglich mit der Wohnnutzung (Tankstellen und Hotels). Nicht störende Gewerbebetriebe bleiben ausnahmsweise zulässig, um das Wohnen ergänzende Nutzungen wie z.B. einen Bäcker oder Schneider zu ermöglichen, die zu einer Belebung eines Wohnquartiers im verträglichen Maß führen können. 4.2 Maß der baulichen Nutzung Das Maß der baulichen Nutzung wird durch die Grundflächenzahl (GRZ) und die Geschossflä- chenzahl (GFZ), die Zahl der Vollgeschosse sowie die Höhe der baulichen Anlagen bestimmt. - 6 - 6 Grundflächenzahl (GRZ) Für das Baugebiet wird eine GRZ von 0,4 festgesetzt, was der Obergrenze der Baunutzungsver- ordnung (BauNVO) für allgemeine Wohngebiete entspricht. Im Rahmen der festgesetzten GRZ kann das gewünschte städtebauliche Konzept umgesetzt werden. Gemäß § 19 Absatz 4 BauNVO darf die zulässige Grundflächenzahl durch die Grundflächen von Garagen und Stellplätzen mit ih- ren Zufahrten und Nebenanlagen im Sinne des § 14 BauNVO um 50 %, also bis zu einer GRZ von 0,6 überschritten werden. Da im Bereich des Plangebietes ebenerdige Stellplätze und Carports auf privatem Grundstück geplant werden, die zu einer Erhöhung der Versiegelung führen, soll der § 19 Absatz 4 BauNVO bei Realisierung des Vorhabens in Anspruch genommen werden. Geschossflächenzahl (GFZ) Die festgesetzte GFZ von 1,1 für das allgemeine Wohngebiet liegt unterhalb der Obergrenze der BauNVO für Wohngebiete (GFZ 1,2). Die festgesetzte Geschossflächenzahl reicht aus, um das geplante Vorhaben umzusetzen. Zahl der Vollgeschosse Mit drei bis vier maximal zulässigen Vollgeschossen greifen die geplanten Neubauten die Ge- schossigkeiten der nachbarlichen B estandsbebauung auf und schaff en einen städtebaulichen Übergang zwischen der dreigeschossigen Bebauung an der Von -Bodelschwingh-Straße und der vier- bis fünfgeschossigen Bebauung an der Von-Ketteler-Straße. Vollgeschosse sind gemäß Bau- ordnung NRW oberirdische Geschosse, die eine lichte Höhe von mindestens 2,3 m über mehr als drei Viertel der Grundfläche des darunterliegenden Geschosses aufweisen. Darüber hinaus ist ein viertes bzw. fünftes Nicht -Vollgeschoss als sogenanntes unechtes Staffelgeschoss geplant, dass nicht zu allen Seiten ges taffelt wird (unecht) und die oben genannten Anforderungen an ein Voll- geschoss nicht erfüllt. Das Bestandsgebäude bildet zusammen mit zwei weiteren jenseits der Von-Bodelschwingh-Straße stehenden Gebäuden ein städtebauliches Ensemble, das in seiner Form u nd Höhe auch in der Zukunft erhalten werden soll, weswegen die vorhandenen fünf Vollgeschosse als maximal zulässig festgesetzt wurden. Höhe baulicher Anlagen Da nicht nur die Zahl der Vollgeschosse, sondern auch die Höhen der Gebäude das städtebaul i- che Erscheinungsbild wesentlich mit prägen, werden im Bereich des allgemeinen Wohngebietes auch Festsetzungen zu maximalen Gebäudehöhen (GH max.) über einem Bezugspunkt getroffen. Der Bezugspunkt liegt dabei innerhalb der privaten Verkehrsfläche (vorhandener Kan alschacht) und ist mit 46 m über Normalhöhennull (ü NHN) festgesetzt. Die südlichen beiden Punkthäuser dürfen maximal 13 m, die beiden nördlichen Häuser maximal 16 hoch werden. Das Bestandsge- bäude wurde entsprechend der vorhandenen Firsthöhe (16,54 m) mit 17 m über dem Bezugspunkt festgesetzt, um es auch in Zukunft in dieser Höhe planungsrechtlich zu sichern. Die festgesetzten maximalen Gebäudehöhen berücksichtigen bei Geschosshöhen von circa 3 m ein geplantes weite- res Nicht-Vollgeschoss (Staffelgeschoss) über dem dritten bzw. vierten Vollgeschoss und passen sich damit an die Höhen der umliegenden Gebäude an der Von-Ketteler-Straße an. Die festgesetzte Gebäudehöhe darf durch technische Anlagen wie z.B. Antennen, Anlagen zur Nutzung von Solarenergie und/ode r Fotovoltaik, Fahrstuhlüberfahrten oder Lüftungsanlagen um bis zu 2 m überschritten werden. Die Dachaufbauten müssen dabei mindestens um das Maß ihrer Höhe von der nächstgelegenen Gebäudekante zurücktreten. Das bedeutet, dass z.B. eine 1 m hohe Überschreitung mindestens einen allseitigen Abstand von 1 m zur Fassade einhalten muss. Dabei wird auf die Außenwand des Bauteils Bezug genommen, auf dem der Dachaufbau errichtet wird, bei Staffelgeschossen also deren Außenwände. Diese Festsetzung wird erforderlich, damit die genannten Anlagen über das eigentliche Gebäude hinausragen dürfen. Technische Aufbauten sind nicht zu vermeiden und für moderne Gebäude notwendig. Allerdings sollen sie städtebaulich nicht oder wenig in Erscheinung treten und daher proportional zur Größe von der Außenfassade zurückrücken. - 7 - 7 Die festgesetzten maximalen Gebäudehöhen reichen auch aus, um bei Bedarf noch zusätzliches Rückstauvolumen für den Starkregenfall auf den Flachdächern zu schaffen. Sollte die Attika zur Ausbildung eines Retentionsdaches höher ausgebildet werden müssen als bisher geplant, wären die erforderlichen Spielräume vorhanden. 4.3 Überbaubare Grundstücksflächen Die überbaubaren Grundstücksflächen werden in Form von Baugrenzen festgesetzt, die mit einem Spielraum von circa 1 m um die geplanten Gebäude gezogen wurden, um die erforderliche Flexibi- lität in der Ausbauplanung zu wahren. Die festgesetzten Baufenster belassen einen gewissen Spielraum für die Stellung der Gebäude und für die Anordnung von Gebäudeteile wie Hauseingän- ge, Terrassen, Balkone, Erker, Altane und Loggien . Alle genannten Gebäudeteile müssen inner- halb der überbaubaren Grundstücksfläche liegen. Für das Bestandsgebäude wurden die Baugren- zen eng um das bestehende Gebäude gelegt, um die außergewöhnliche Kubatur auch in Zukunft zu sichern und damit das Gebäudeensemble, bestehend aus dem Bestandgebäude und zwei wei- teren Gebäuden jenseits der Von-Bodelschwingh-Straße, mit den Neubauten zu verzahnen. 4.4 Flächen für Nebenanlagen, Stellplätze und Carports Stellplätze und Carports Die erforderlichen privaten Stellplätze sowie Besucherparkplätze sind ausschließlich in den festge- setzten Flächen für Stellplätze und Carports zulässig, um sie zu bündeln und die übrigen Flächen vom ruhenden Verkehr frei zu halten. Geplant sind insgesamt 43 private Stellplätze im Plangebiet, davon 33 erforderliche Stellplätze für die Bewohner und 10 Besucherstellplätze. Innerhalb der zeichnerisch festgesetzten Fläche für Stellplätze und Carports können die notwendigen 43 Stel l- plätze nachgewiesen werden. Tiefgaragen und Garagen sind im Plangebiet nicht zulässig. Die vorhandenen neun Garagen im Norden des Plangebiets werden durch das nördliche Punkt- haus überplant und außerhalb des Plangebietes, gegenüber des bisherigen Standortes auf dem Flurstück 111 der Flur 59 der Gemarkung Dünnwald vollständig ersetzt. Der Ersatzstandort wird über eine Baulast gesichert. Carports sind ausschließlich innerhalb der Flächen für Stellplätze und Carports zulässig. Garagen sind im Plangebiet nicht zulässig , da di ese in ihrer Erscheinung in der Regel deutlich präsenter sind und somit die angestrebte Qualität des Freiraums mi ndern würden. Tiefgaragen sollen auf- grund ihres Eingriffs in den Boden nicht zulässig sein. Nebenanlagen Nebenanlagen wie notwendige Fahrradabstellplätzen, Flächen zur Abfallentsorgung, Strom-, Tele- fon- und Wärmeversorgung sowie Zugänge zu Kellergeschossen sind ausschließlich innerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen und innerhalb der Flächen für Nebenanlagen zulässig, um die Nebenanlagen auf diese Flächen zu konzentrieren und die übrigen Freiflächen von solchen Anla- gen freizuhalten. Neben gestalterischen Gründen dient die Festsetzung auch einer Erhöhung der Freiraumqualitäten. Innerhalb der Fläche BHKW ist ein Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Versorgung des Gebietes zu- lässig. Damit erfolgt eine Standortsicherung des BHKW an zentraler und mit Fahrzeugen anfahrba- rer Stelle im Plangebiet. 4.5 Wegerechte Die Nutzung der Privaten Grünfläche für die Allgemeinheit soll, neben den planungsrechtliche n Festsetzungen im Bebauungsplan-Entwurf, durch Regelungen (Bürgschaften, Baulasten) im städ- tebaulichen Vertrag gesichert werden. - 8 - 8 Gehrechte (Spielplatzfläche) Der in der privaten Grünfläche geplante Kinderspielplatz von circa 500 m² soll für die Öffentlichkeit zugängig gemacht werden und wird daher über die Festsetzung eines Gehrechtes für die Allge- meinheit gesichert. Geh- und Radfahrrechte Bereits heute wird der vorhandene Weg durch die private Grünfläche insbesondere an Schultagen intensiv genutzt, zum Beispiel durchqueren zahlreiche Schüler der nördlich gelegenen Gemein- schaftshauptschule die Grünfläche auf ihrem Weg von der Stadtbahnhaltestelle an der Berliner Straße zur Hauptschule und umgekehrt. Obwohl die Grünfläche weiterhin im Privateigentum ver- bleiben soll, ist eine öffentliche Begehbarkeit nicht zuletzt aufgrund der damit steigenden sozialen Kontrolle beabsichtigt. Eine planungsrechtliche Sicherung dieser als Trampelpfad vorhandenen Wegebeziehung für die Öffentlichkeit erfolgt daher im Bebauungsplan-Entwurf in Form eines Geh- rechts sowie eines Fahrradfahrrechts zugunsten der Allgemeinheit. Zur öffentlich-rechtlichen Absi- cherung werden diese Rechte als Baulast gesichert. Leitungsrechte Für den im Plangebiet querenden Mischwasserkanal, wird ein Leitungsrecht im Bebauungsplan- Entwurf festgesetzt und öffentlich-rechtlichen Absicherung als Baulast gesichert. 4.6 Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege Erhalt von schutzwürdigen Bäumen Im Plangebiet befinden sich insgesamt 120 nach Baumschu tzsatzung der Stadt Köln geschützte Laubbäume und 2 Nadelbäume. 47 Bäume besitzen eine gute bis sehr gute Vitalität. 64 Bäume stellten sich hinsichtlich ihrer Vitalität mit einem mittleren Niveau dar. Eine schwere Minderung der Vitalität war bei 6 Bäumen zu verzeichnen; diese waren teilweise abgestorben und können ersatz- los gefällt werden. Von den unter die Baumschutzsatzung fallenden Bäumen werden im Bebau- ungsplan-Entwurf 5 als zu erhaltende Bäume festgesetzt. Diese Bäume haben aufgrund ihres Standortes ein entsprechendes Entwicklungspotenzial. Die zum Erhalt festgesetzten Bäume sind dauerhaft zu unterhalten und bei Verlust zu ersetzen. Regelungen zu den Einzelheiten werden im städtebaulichen Vertrag festgelegt Zu pflanzende Bäume Für die Umsetzung der Pla nung müssen insgesamt 43 Bäume gefällt werden. Als Ersatz für die Bäume, die der Baumschutzsatzung der Stadt Köln unterliegen, sind insgesamt 38 Bäume neu zu pflanzen oder umzupflanzen. Innerhalb der privaten Grünfläche, die aufgrund ihrer Beschaffenheit mit Bäumen, Wege und Ru- hezonen im Bebauungsplan-Entwurf als Parkanlage festgesetzt ist, können als Ersatz für die er- forderlich zu pflanzenden 38 Bäume wegbegleitend noch 13 heimische, standortgerechte Bäume neu gepflanzt werden. Deren Entwicklung ist durch eine zweijährige Entwicklungspflege zu si- chern. In den privaten Gärten, die den Wohnungen im Erdgeschoss der geplanten vier Wohnge- bäude zugeordnet werden, sind zusätzlich insgesamt 10 Bäume (2 -3 je Garten) zu pflanzen. 11 Bäume werden zur Eingrünung der S tellplätze gepflanzt, ein Teil davon in der Pflanzfläche B. Die restlichen 4 Bäume werden in unmittelbarer Umgebung des Plangebietes auf Flächen der DEWOG gepflanzt (siehe auch Kapitel 8.5.1 Natur und Landschaft, Unterkapitel Pflanzen). Private Gärten / Pflanzfläche A Um den verhältnismäßig hohen Begrünungsanteil im Wohngebiet auf den nicht überbauten Grund- stücksflächen sicherzustellen, sind diese gärtnerisch zu gestalten und dauerhaft zu begrünen. Dies entspricht etwa der Fläche, die insgesamt für die pri vaten Gärten vorgesehen ist und den Erdge- schosswohnungen vorgelagert sein wird. So kann auch diesen Wohnungen vergleichbar mit den Balkonen in den oberen Geschossen ein privater Freiraum angeboten werden, der für moderne - 9 - 9 Wohnungen häufig maßgeblich ist. Die Abgrenzungen der privaten Gärten können nach den Fest- legungen zu Einfriedungen in Form von Hecken aus einheimischen Laubhölzern mit Stabgitterzaun und in der Pflanzfläche A ohne Stabgitterzaun im Plangebiet erfolgen. Pflanzfläche B Die Festsetzungen zur Bepflanzung der Pflanzfläche B (dauerhafte Begrünung mit einheimischen und standortgerechten Pflanzen) erfolgen, um die Stellplätze und Carports einzugrünen und die Wohnhäuser mit ihren privaten Gärten optisch von der Straße abzugrenzen. Dachbegrünung Als Beitrag zur Verbesserung des Kleinklimas und zur Rückhaltung und verzögerten Ableitung von Niederschlagswasser im Starkregenfall werden Flachdächer und flach geneigte Dächer (Dachnei- gung bis max imal 5°) des obersten Geschosses extensiv begrünt. Die Veget ationstragschicht muss mindestens eine Stärke von 10 cm betragen. Ausgenommen von der Dachbegrünung sind Flächen für Dachterrassen und technische Aufbauten, die auf maximal 30 % der jeweiligen Fläche zulässig sind. 4.7 Immissionsschutzbezogene Festsetzungen Das Plangebiet ist durch Verkehrslärm vorbelastet. Es wurde im Rahmen einer schalltechnischen Untersuchung gutachterlich geprüft, welche Lärmeinwirkungen durch Straßen - und Schienenver- kehrslärm auf das Plangebiet gegeben sind und welche Auswirkungen dur ch den planbedingten Mehrverkehr auf die Umgebung zu erwarten sind (Peutz Consult, Düsseldorf, März 2019). Siehe auch Kapitel 8.5.6 Verkehrslärm - Immission. Aktive Schallschutzmaßnahmen gegen Verkehrslärm sind im Plangebiet nicht zu realisieren. Eine Lärmschutzwand entlang der angrenzenden Straße ist aus städtebaulichen und stadtgestalteri- schen Gründen nicht gewollt. Gesunde Wohnverhältnisse können im Plangebiet mit passiven Schallschutzmaßnahmen sichergestellt werden. Zu diesem Zwecke wurden aufgrund einer Sum- menbetrachtung der Lärmimmissionen aus Straßen- und Schienenverkehr nach DIN 4109 (Schall- schutz im Hochbau) Lärmpegelbereiche berechnet, die als zeichnerische Festsetzung Eingang in den Bebauungsplan-Entwurf finden. Hierdurch wird die Einhaltung der einschlägigen Werte bei Neubaumaßnahmen im bauordnungsrechtlichen Genehmigungsverfahren sichergestellt. Entsprechend der zeichnerisch festgesetzten Lärmpegelbereiche III und IV sind im Plangebiet Schallschutzmaßnahmen an Außenbauteilen vorzusehen, was ei nem maßgeblichen Außenlärm- pegel von 61 bis 65 dB(A) bei Lärmpegelbereich III beziehungsweise 66 bis 70 dB(A) bei Lärmpe- gelbereich IV entspricht. Die hieraus resultierenden Bauschalldämmmaße einzelner unterschiedli- cher Außenbauteile oder Geschosse können im Einzelfall unterschritten werden, wenn im bauord- nungsrechtlichen Genehmigungsverfahren durch eine schalltechnische Untersuchung ein niedrige- rer Lärmpegelbereich gemäß DIN 4109 nachgewiesen wird. Die Lärmpegelbereiche wurden unter der Annahme der freien Schallausbreitung berechnet und festgesetzt. Die baulichen Maßnahmen an Außenbauteilen zum Schutz gegen Außenlärm sind nur dann voll wirksam, wenn die Fenster und Türen bei der Lärmeinwirkung geschlossen bleiben. Ein ausrei- chender Luftwechsel kann während der Tageszeit über die sogenannte "Stoßbelüftung" oder "indi- rekte Belüftung" über Nachbarräume sichergestellt werden. Während der Nachtzeit sind diese Lüf- tungsarten nicht praktikabel, so dass bei Beurteilungspegeln über 45 dB(A) während der Nachtzeit für Sc hlafräume die Anordnung von schallgedämmten fensterunabhängigen Lüftungselementen vorgenommen werden müssen. Die höchsten Beurteilungspegel für den Gesamtlärm liegen im Plangebiet bei bis zu 61,4 dB(A) am Tag und 55,8 dB(A) in der Nacht. Für Räume mit Sch laffunktion (Schlafzimmer, Kinderzimmer) sind daher Lüfter mit geeignetem Schallschutz notwendig, damit die Fenster geschlossen gehalten werden können, um ungestörtes Schlafen zu ermöglichen. Es wird daher festgesetzt, dass für - 10 - 10 Schlaf- und Kinderzimmer ein e ausreichende Belüftung bei geschlossenen Fenstern und Türen über fensterunabhängige Lüfter mit geeignetem Schallschutz sicher zu stellen ist. Balkone, Loggien und Terrassen im Plangebiet sind als Außenwohnbereiche der Gebäude eben- falls mit Lärm über den Orientierungswerten belastet. Beurteilungspegel von > 62 dB(A) markieren die Schwelle, bei der merkliche Störungen der Kommunikation und der Erholung zu erwarten sind. Durch festgesetzte Schallschutzmaßnahmen wie z. B. spezielle Verglasungen/ Glaswände mi t schallabschirmender Wirkung können die Lärmwerte wirksam reduziert werden. 4.8 Bauordnungsrechtliche Festsetzungen Im Plangebiet wurden gestalterischen Festsetzungen gemäß § 9 Absatz 4 BauGB in Verbindung mit § 89 Absätze 1 und 2 BauO NRW getroffen. Um zusammen mit den vorhandenen Wohnge- bäuden an der Von-Ketteler-Straße eine einheitliche Dachlandschaft zu erhalten und um die fest- gesetzte Dachbegrünung zu gewährleisten, wird als Dachform ausschließlich das Flachdach mit einer Dachneigung bis maximal 5° festgesetzt. Auch die Regelungen zu Einfriedungen erfolgen aus gestalterischen Gründen, um ein einheitliches Siedlungsbild zu erzeugen. Einfriedungen sind ausschließlich in Form von begrünten Stabgitter- zäunen oder Hecken aus einheimischen Laubgehölzen bis zu einer Höhe von 1,80 m zulässig, damit handelsübliche Stabgitterzäune innerhalb der festgesetzten Höhe errichtet werden können. Im Bereich der festgesetzten Pflanzfläche A sind Einfriedungen ausschließlich in Form von Hecken aus einheimischen Laubgehölzen und bis zu einer Höhe von max imal 1,60 m zulässig. Die Fest- setzung zur Anpflanzung von Hecken (Pflanzfläche A südlich des südlichen Punkthauses) erfolgt, um sicherzustellen, dass an dieser Engstelle keine Zäune und keine hohen Hecken errichtet wer- den, die zu weiterer optischer Einengung der Grünfläche führen. Die festgesetzte maximale Höhe der Hecken von 1,60 m ermöglicht einer/m Spaziergänger/in durchschnittlicher Größe darüber hinweg zu schauen. Mit der Begrünung der Stellplätze (je angefangenen 4 Stellplätzen ein Baum) ist eine ausreichende Begrünung der Straßen durch die Anpflanzung von insgesamt mindestens 11 Bäumen gegeben. Aus gestalterischen Gründen wurden auch die Festsetzungen zur Eingrünung der Standorte für oberirdischen Abfallbehältern, Carports und Fahrradabstellplätzen getroffen. 5 Erschließung, technische Infrastruktur Verkehrsgutachten Im Rahmen einer Verkehrsuntersuchung (BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung, Aachen, No- vember 2016) wurden auf Grundlage von Verkehrserhebungen im Bestand (Analyse) und einer Berechnung der Verkehrserzeugung für die geplanten Wohnnutzungen die Verkehrsbelastungen für einen definierten Prognose-Nullfall (ohne Umsetzung des Bauvorhabens) sowie für den Pro g- nose-Planfall (mit Umsetzung des Bauvorhabens mit weiteren 43 Wohneinheiten) ermittelt. Die verkehrlichen Wirkungen der durch die Planung zusätzlich erzeugten Kraftfahrzeug -Verkehre wurden anschließend bewertet. Hierzu wurden die Nachweise der Verkehrsqualität nach dem Handbuch für die Bemessung von Straß enverkehrsanlagen (HBS), Ausgabe 2015 für die Knoten- punkte Berliner Straße (L 188)/ Am Flachsrosterweg sowie Am Flachsrosterweg/ Von -Ketteler- Straße im Prognose -Nullfall und im Prognose -Planfall durchgeführt. Sowohl im Prognose-Nullfall als auch im Prognos e-Planfall ergibt sich in den jeweiligen Spitze nstunden am Knotenpunkt Flachsrosterweg/ Von-Ketteler-Straße mit der Regelung „rechts vor links“ eine sehr gute bis gute Verkehrsqualität. Für den Knotenpunkt Berliner Straße (L 188)/ Am Flachsrosterweg ergibt sich im Prognose-Nullfall und im Prognose -Planfall für die jeweiligen Spitzenstunden eine ausreichende Verkehrsqualität. Angemerkt sei, dass für den Knotenpunkt Berliner Straße (L 188)/ Am Flachsrosterweg auf Grund der Teilsignalisierung (Anforderungsampel für Fußgänger) jedoch nur tendenzielle Aussagen e r- mittelbar sind, da eine solche Sonderform der Signalisierung nicht mit den Verfahren des HBS - 11 - 11 2015 bewertbar ist. Mit Grundlage einer verkehrszeichengeregelte Situation wird die Kapazität der Zufahrt Am Flachsrosterweg eher unterschätzt. Im Ergebnis kommt es durch die Planung zu keiner wesentlichen Änderung der Verkehrssituation. Die Leistungsfähigkeit der untersuchten Knotenpunkte wird durch die zusätzlichen Verkehre nicht eingeschränkt. Carsharingplätze Für die geplanten 43 Wohneinheiten kann der Stellplatzbedarf nach Landesbauordnung errechnet und im Plangebiet ausreichend nachgewiesen werden. Die Erarbeitung eines Mobilitätskonzeptes mit Carsharingplätzen zur Stellplatzminderung ist für diese 43 WE daher nicht erfolgt. Auch nach aktueller Abfrage bei den Anwohnern im Plangebiet besteht kein Bedarf an Carsharingplätzen . Jedoch können zusätzlich bei erneuter Anwohnerbefragung innerhalb der privaten Verkehrsflächen Stellplätze für Carsharing untergebracht werden. Private Verkehrsflächen Zur Sicherung der Erschließung werden die bestehende private Straßen (Stichstraßen von der Von-Ketteler-Straße) und eine neu geplante Erschließungsstraße mit Wendemöglichkeit als private Verkehrsflächen besonderer Zweckbestimmung –Privatstraße festgesetzt. Diese Flächen bleiben in Privateigentum und gehen nach Fertigstellung nicht an die Stadt über. Die Festsetzung privater Verkehrsflächen im Bebauungsplan-Entwurf bildet zugleich die Rechtsgrundlage für die Befahrbar- keit durch Ver- und Entsorgungsfahrzeuge (z.B. Müllfahrzeuge) und durch Feuerwehr- und Ret- tungswagen, eine zusätzliche Sicherung über Baulasten oder Dienstbarkeiten ist nicht erforderlich. Anpassungsarbeiten an öffentlichen Straßen sind nicht erforderlich. Die Wendeanlage der geplanten Privatstraße greift in einen Teil der Fläche ein, die die DEWOG der südöstlich angrenzenden Kindertagesstätte der Kirchengemeinde St. Hedwig als zusätzliches Außengelände temporär zur Verfügung gestellt hat. Die der Kindertagesstätte von der DEWOG zur Verfügung gestellten Fläche wird entsprechend der Planung neu aufgeteilt und bleibt als Außen- spielfläche innerhalb der privaten Grünfläche erhalten. Die bisherige Zaunanlage wird zu diesem Zweck versetzt. 6. Ver- und Entsorgung Technische Infrastruktur Die Ver- und Entsorgung des Plangebietes mit Gas, Wasser, Abwasser, Strom und Telekommuni- kation ist über vorhandene Anlagen in den umliegenden Straßen gesichert. Innerhalb des Bebau- ungsplan-Entwurfes wird die Führung von Versorgungsl eitungen (z.B. Telekommunikation) nur unterirdisch zulässig sein. Ziel ist es, die oberirdischen Flächen zu begrünen und insgesamt ein geordnetes Stadtbild zu erwirken. Die vorhandenen Telekommunikationsleitungen (TK-Leitungen) der Telekom in den bestehenden Straßen bleiben durch die Planung unberührt. Im Bereich des Bestandsgebäudes und der zu verlegenden Garagen befinden sich ebenfalls Erdleitungen der Te- lekom. Falls im Rahmen der Umsetzung der Planung eine Verlegung der Leitungen erforderlich sein sollte , wird diese bei Bedarf im weiteren bauordnungsrechtlichen Genehmigungsverfahren zwischen der Telekom und der Grundstückseigentümerin geregelt. Wärme Um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, soll das Plangebiet über ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit W ärme versorgt werden. Das BHKW ist an zentraler Stelle im Plangebiet vorgesehen, um die Gebäude optimal zu versorgen und mit direkter Anbindung an die Verkehrsfläche mit be- sonderer Zweckbestimmung (Privatstraße). Dazu wird im Bebauungsplan-Entwurf die erforderliche Fläche für BHKW planungsrechtlich gesichert. - 12 - 12 Abwasserentsorgung Das Schmutzwasser wird an den vorhandenen Mischkanal DN 800/1400 angeschlossen, der eine öffentlich-rechtliche Absicherung über eine festgesetzte Fläche für Leitungsrecht zugunsten der Ver- und Entsorgungsträger erhält. Diese Fläche hält, nach dem Merkblatt zum Schutz von Ab- wasseranlagen der Stadtentwässerungsbetriebe, das Mindestmaß für Schutzstreifen mittig zur Kanalachse ein. Privatrechtlich wird der Anschluss an den Kanal über Gestattungsverträge zwi- schen der Grundstückseigentümerin und den Stadtentwässerungsbetrieben abgesichert. Das im Plangebiet anfallende Niederschlagswasser kann aufgrund der Bodenverhältnisse zwar zurückgehalten, aber nicht versickert werden, und wird daher ebenso in den das Plangebiet que- renden Mischwasserkanal eingeleitet. Die festgesetzte extensive Dachbegrünung führt zu einem verzögerten Abfluss der Niederschlagswasserfrachten. Unter Betrachtung dieser Aspekte kommt es mit der Realisierung der Planung nicht zu einer Überlastung des öffentlichen Netzes. Starkregen Maßnahmen gegen extreme Niederschläge werden im Zuge des bauordnungsrechtlichen Geneh- migungsverfahrens berücksichtigt, so dass auch bei Starkregenereignissen die Entwässerung des Plangebietes gewährleistet ist. Neben der festgesetzten Dachbegrünung werden innerhalb der privaten Grünfläche Mulden zur Rückhaltung von Niederschlagswasser bei Starkregenereignissen geplant. Aus einem Überflutungsnachweis (Fredersdorf Consulting , Köln, Juni 2018) geht die grundsätzliche Konzeption der Rückhaltung im Starkregenfall hervor, der im bauordnungsrechtli- chen Genehmigungsverfahren seine Verwendung findet. Müllentsorgung Standorte der oberirdischen Abfallbehälter sind jeweils im Bereich der Zuwegungen zu den Haus- eingängen, überwiegend direkt an den Erschließungsstraßen, geplant. Für die Müllentsorgung fährt das Müllfahrzeug in die Planstraßen, hält zum Einladen des Mülls auf der Straße und wendet südlich des südlichen Punkthauses auf der dort geplanten privaten Verkehrsfläche, deren Wende- radius für ein dreiachsiges Müllfahrzeug ausgelegt ist. Sollten die städtischen Abfallwirtschaftsbe- triebe (AWB) eine privatrechtliche Regelung zur Befahrbarkeit der Privatstraßen durch Müllsam- melfahrzeuge fordern, wird diese zwischen der Grundstückseigentümerin und de n Abfallw irt- schaftsbetrieben privatrechtlich geregelt. Feuerwehrzufahrten und Bewegungsflächen Die Feuerwehrzufahrten und die notwendigen Aufstell- und Bewegungsflächen für die Feuerwehr werden im bauordnungsrechtlichen G enehmigungsverfahren abgestimmt und festgelegt. Die grundsätzliche Anfahrbarkeit der geplanten Gebäude wurde für das städtebauliche Konzept zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung bereits erarbeitet und im Bebauungsplan -Entwurf aktuell berücksichtigt. Die Zufahrtswege und Bewegungsflächen werden mit wasserdurchlässigem Belag (Rasengittersteine) hergestellt. 7. Soziale Infrastruktur Private Grünflächen Die vorhandene Grünfläche wird in Teilen erhalten, die vorhandene Durchwegung bleibt öffentlich zugänglich. Die Grünfläche wird als private Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Parkanlage“ im Bebauungsplan-Entwurf festgesetzt. Innerhalb der privaten Grünfläche kann ein bestehender Bas- ketballkorb, der der Planung weichen muss, ersetzt werden. In Köln werden dringend Wohnungen benötigt, so dass die Schaffung von Wohnraum hier höher gewichtet wird, als der vollständige Er- halt der Grünfläche. Der vorhandene, in Nord -Süd-Richtung verlaufende Trampelpfad sowie die Fläche für Spielplatz werden in Form eines Geh- und Radfahrechtes zugunsten der Allgemeinheit im Bebauungsplan-Entwurf gesichert. Die festgesetzten Maßnahmen (Baumpflanzungen, Spielflä- chen, Wege) werten die Grünfläche ökologisch und freiraumgestalterisch weiter auf und gleichen zum Teil die durch die Planung reduzierte Flächengröße aus. - 13 - 13 Kinderspielplätze Öffentliche Spielfläche Für die 43 neuen WE ergibt sich ein Spielplatzbedarfswert von einer zu errichtenden öffentlichen Spielplatzfläche mit 258 m². Innerhalb der privaten Grünfläche wird ein öff entlich zugänglicher Spielplatz auf ca. 500 m² Fläche realisiert, dessen öffentliche Zugänglichkeit durch die Festsetzung eines Gehrechtes für die Allgemeinheit gesichert wird. Der Spielplatz wird zu den privaten Gärten der direkt angrenzenden Gebäude hin durch Einfriedungen in Form von Stabgitterzäunen und/oder Hecken abgegrenzt. Kleinkinderspielfläche Die erforderlichen Spielplatzflächen für Kleinkinder unter 6 Jahren sollen innerhalb der nicht über- baubaren Grundstücksflächen des allgemeinen Wohngebietes im bauordnungsrechtlichen Ge- nehmigungsverfahren nachgewiesen und in unmittelbarer Nähe der Wohnhäuser geplant werde. Kindertageseinrichtung Mit der bestehenden 4-gruppigen Kindertageseinrichtung Sankt Hedwig in der benachbarten Stra- ße, Am Flachsrosterweg 2, kann der Bedarf für die Planung bereits gedeckt werden. Eine Regelung wird in den städtebaulichen Vertrag aufgenommen, die die DEWOG verpflichtet, bei Bedarf die räumlichen Voraussetzung en für die Integration einer Großtagespflege innerhalb einer der Neubauten zu schaffen. Kinder- und Jugendeinrichtung Das Plangebiet liegt in räumlicher Nähe zum Jugend - und Nachbarschaftshaus Bodestraße 18. Die Einrichtung ist fußläufig erreichbar und kann die neu hinzuzeihende Zielgruppe auffangen. Aus diesem Grund i st es nicht notwendig, in dem genannten Plangebiet zusätzliche Flächen für ein Jugendangebot einzuplanen. Schulentwicklung Die dem Plangebiet nächstgelegenen Grundschulen sind die Gemei nschaftsgrundschule (GGS) Von-Bodelschwingh-Straße in ca. 100 m und die Johannesschule (KGS Honschaftsstraße, mit ka- tholischem Bekenntniszweig) in ca. 1.000 m Entfernung. Zudem gibt es noch die GGS Am Ro- senmaar im Stadtteil. Ziel des Planungskonzepts ist die Errichtung von rd. 43 Wohneinheiten, davon 13 öffentlich geför- derte. Unter Anwendung des modifizierten Verfahrens zur Prognose der Belegung je Wohneinheit mit durchschnittlich 2,3 Bewohnern ist von rd. 2 -3 Schülerinnen und Schülern je Jahrgang im Pri- marbereich auszugehen. Basierend auf der kleinräumigen Einwohnerprognose wird die Zahl der Schulneulinge im Stadtteil Höhenhaus in den kommenden Jahren auf maximal bis zu 186 Kinder steigen. In der Prognose noch nicht berücksichtigt ist das Planungskonzept „Quartier Schlebuscher Weg“ in Höhenhaus mit 200 zusätzlichen Wohneinheiten. Dadurch würden weitere 12 Plätze in der Primarstufe benötigt. Demgegenüber verfügen die drei Grundschulen aktuell über insgesamt 207 Plätze in den Ein- gangsklassen (Platzzahl nach Richtwert von 23 Kindern je Klasse), maximal jedoch über 260 Plät- ze b ei Ausnutzung aller Kapazitäten. Die nächstgelegenen Schulen verfügen somit über ausrei- chend Kapazitäten, um die Schülerinnen und Schüler aufzunehmen. 8. Umweltbericht Für das Bebauungsplanverfahren wird eine Umweltprüfung gemäß § 2 Absatz 4 Baugesetzbu ch (BauGB) für die Belange nach § 1 Absatz 6 Nummer 7 und § 1a BauGB durchgeführt. Die Ergeb- nisse werden in einem Umweltbericht gemäß § 2a BauGB dargestellt. - 14 - 14 8.1 Inhalt und wichtigste Ziele des Bauleitplanes Mit dem Bebauungsplanverfahren "Von -Ketteler-Straße" in Köln - Höhenhaus werden die pla- nungsrechtlichen Voraussetzungen für die Ausweisung von neuen Wohngebietsflächen im gut er- schlossenen Stadtteil Köln -Höhenhaus zur Nachverdichtung durch zusätzlichen Wohnraum ge- schaffen. Die Deutsche Wohnungsgesellschaft mbH (DEWOG) plant hier auf einer derzeitigen pri- vaten Grünfläche, die Errichtung von vier Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 43 Wohneinheiten. Ziel der Planung ist es im Rahmen der Nachverdichtung, die Aufenthalts - und Lebensqualität im Quartier zu erhalten bzw. zu entwickeln. 8.1.1 Beschreibung Bestand Das c irca 1,5 Hektar (ha) große Plangebiet befindet sich im rechtsrheinischen Stadtteil Köln - Höhenhaus, im Stadtbezirk Mülheim. Es handelt sich dabei um eine rückwärtig gelegene Freiflä- che zwischen den Wohnbebauungen aus Mehrfamilienhäusern entlang der Von-Ketteler-Straße im Westen und der Von -Bodelschwingh-Straße im Osten. Im Süden reicht das Plangebiet bis an die Straße Am Flachsrosterweg. Siehe auch Kapitel 2. Erläuterungen zum Plangebiet. Das Plangebiet besteht hauptsächlich aus einer zusammenhängenden Rasenfläche, auf der sich in unterschiedlich dichten Gruppierungen hochstämmige Bäume in allen Altersstufen befinden. Es gibt keine gebauten Gehwege, aber einige Trampelpfade und es besteht der Eindruck einer weit- läufigen Parkanlage, mit einer großen Rasenfläche in der Mitte und einer kleineren Rasenfläche im Süden an der Straße Am Flachsrosterweg. Auf der großen Rasenfläche befindet sich ein stark ge- nutzter Basketballkorb, was an der offenen Bodenfläche erkennbar ist. Der Baumbestand befindet sich im Wesentlichen entlang der Ränder zur angrenzenden Wohnbebauung und bildet ein dichte- res Band zwischen der, benannten großen Rasenfläche und einer kleineren Rasenfläche im südli- cheren Teil, die von einem Wohngebäude flankiert wird und südlich an die Straße Am Flachsrost- erweg stößt. Im Norden des Plangebietes befinden sich ein fünfgeschossiges Wohngebäude aus zwei zusammenhängenden Gebäudeteilen sowie ein Block aus neun ebenerdigen Garagen, die über die Von-Bodelschwingh-Straße erschlossen sind. 8.1.2 Beschreibung Nullvariante Die Nullvariante beschreibt den zu erwartenden Zustand des Plangebietes, wenn es nicht zu der Aufstellung des Bebauungsplanes kommen würde. Allerdings sind aufgrund der Zulässigkeit vo n Bauvorhaben nach § 34 BauGB auch ohne die Aufstellung des Bebauungsplanes gewisse bauli- che Eingriffe in den Naturhaushalt möglich. Dana ch ist eine Bebauung im südlichen Bereich des Plangebietes zwischen der Bestandsbebauung Am Flachsrosterweg 2 und Von -Bodenschwingh- Straße 3, sowie im nördlichen Bereich des Plangebietes nordwestlich und südöstlich entlang der Von-Bodenschwingh-Straße angrenzend an des Gebäudes Von -Bodelschwingh-Straße 19 mög- lich. Eine Bebauung des mittigen Bereiches des Plangebietes ist i n der Nullvariante nicht geneh- migungsfähig. 8.1.3 Beschreibung Planung Im Geltungsbereich des Bebauungsplan -Entwurfes soll neben dem bestehenden fünf- geschossigen Punkthaus ein Wohngebiet mit insgesamt 43 Wohneinheiten (WE) in 4 Baukörpern mit bis zu vier Vollgeschossen entstehen. Die Erschließung der Grundstücke erfolgt, bis auf das nördliche Punkthaus, durch zwei vorhandene private Stichstraßen, die von der Von-Ketteler-Straße abzweigen und bis zur Grünfläche angelegt wurden. Für das nördliche Punkthaus erfolgt die Er- schließung über die Wendeanlage der Von -Bodelschwingh-Straße. Im Bereich des Plangebietes soll entlang der östlichen Grundstücksgrenze zur Wohnbebauung an der Von -Bodelschwingh- Straße eine zusammenhängende private Grünfläche hergerichtet bzw. erhalten werden. Im Be- reich der privaten Grünfläche sind ein in Nord -Süd-Richtung verlaufender öffentlicher Geh- und Radweg sowie ein öffentlich zugänglicher Spielplatz vorgesehen. - 15 - 15 8.2 Bedarf an Grund und Boden Der Bedarf an Grund und Boden aus der Plan ung für den Bebauungsplan-Entwurf „Von-Ketteler- Straße" in Köln-Höhenhaus ist in folgender Tabelle dargestellt: Flächenbilanz für das Plangebiet Vorhandene Nutzung gemäß Biotopflächenkartierung Geplante Nutzung gemäß B-Plan Fläche (m²) Fläche (m²), versiegelt Fläche (m²), teilversiegelt Fläche (m²) Fläche (m²), versiegelt Fläche (m²), teilversiegelt Private Grünfläche 13.632 0 0 5.768 0 0 Verkehrs- und Wegeflächen 1.318 1.318 0 4.178 4.178 0 Allg. Wohngebiet (überbaut) 620 620 0 1.831 1.831 0 Allg. Wohngebiet (nicht überbaut) 0 0 0 3.793 0 3.793 15.570 1.938 0 15.570 6.009 3.793 Tabelle 1: Flächenbilanz für das Plangebiet Gemäß den geplanten Festsetzungen können zukünftig bis zu 40 % im Bereich der festgesetzten Wohnbaufläche im Geltungsbereich des Bebauungsplan-Entwurfes versiegelt werden. 8.3 Berücksichtigung der Ziele des Umweltschutzes Als Ziele des Umweltschutzes werden die einschlägigen Gesetze, Rechtsverordnungen, Erlasse, Verwaltungsvorschriften und "Technisc hen Anleitungen" zugrunde gelegt, die für die jeweiligen Schutzgüter in Bauleitplan-Verfahren anzuwenden sind. Die EU -Schutzziele finden sich im We- sentlichen umgesetzt im deutschen Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG, Luftreinhaltung, Lärmminderung) und seinen Verordnungen, dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG - Arten-, Landschafts- und Biotopschutz) und Bundesbodenschutzgesetz (BBodSchG - Bodenschutz, Schutz vor bzw. Umgang mit schädlichen Bodenveränderungen) und seiner Verordnung sowie dem Denkmalschutzgesetz (DSchG). Auf Landesebene greifen weitere Regelungen wie die Ge- ruchsrichtlinie Nordrhein Westfalen (GIRL - Beurteilung von Gerüchen), das Landeswassergesetz Nordrhein-Westfalen (LWG NW - Schutz des Grundwasserdargebotes) sowie Verordnungen auf Ebene der Bezirksregierungen wie Wasserschutzgebiets-Verordnung (WSG-VO). Auf kommunaler Ebene werden die Baumschutzsatzung, der Landschaftsplan und der Luftreinhal- tungsplan der Stadt Köln berücksichtigt. Die Ziele des Umweltschutzes werden bei der Beschrei- bung und Bewertung der einzelnen Schutzgüter näher beschrieben. Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen 8.4 Nicht durch die Planung betroffene Umweltbelange 8.4.1 Natur und Landschaft Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung/Europäische Vogelschutzgebiete (§ 1 Absatz 6 Num- mer 7 b BauGB) Das Planvorhaben befindet sich weder innerhalb, noch in der Nähe von europäischen Vogel- schutzgebieten oder Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung (Flora -Fauna-Habitat = FFH - Gebiete). Damit sind keine Beeinträchtigungen von Schutzgebieten gemeinschaftlicher Bedeutung durch das Bauvorhaben verbunden. Das nächste FFH Schutzgebiet Natura 2000 ist das Natur- schutzgebiet NSG Thielenbruch (DE-5008-301), das sich 3,7 km östlich in gerade Luftlinie vom Plangebiet befindet. Damit sind keine Beeinträchtigungen von Schutzgebieten gemeinschaftlicher Bedeutung durch das Bauvorhaben verbunden. Landschaftsplan (§ 1 Absatz 6 Nummer 7g BauGB) Durch die Realisierung des Bauvorhabens ergeben sich keine Veränderungen für den Land- schaftsplan der Stadt Köln. - 16 - 16 8.4.2 W asser (§ 1 Absatz 6 Nummer 7a BauGB) Oberflächenwasser Ziele des Umweltschutzes: Wasserhaushaltsgesetz (WHG), LWG NRW, BNatSchG, Landschafts- gesetz NRW Im Plangebiet oder in unmittelbarer Umgebung sind keine Oberflächengewässe r vorhanden. Es bestehen keine Einleitungen von Abwässern oder Oberflächenentwässerungen in Fließ- oder Still- gewässer. Mit der Planung sind keine Beeinträchtigungen von Oberflächengewässern verbunden. 8.4.3 Klima und Luft (§1 Absatz 6 Nummer 7a BauGB) Vermeidung von Emissionen – Gerüche: Es gibt keine Hinweise auf die Entstehung von Geruchsimmissionen durch die Bestandsgebäude noch durch das geplante Bauvorhaben. Sachgerechter Umgang mit Abfall und Abwässern Der sachgerechte Umgang mit Abfällen und Abwäs sern ist auf Ebene nachfolgender Planungen sicherzustellen. Eine regelgerechte Entsorgung der Hausabfälle wird durch die Abfallwirtschaftsbe- triebe Köln GmbH sichergestellt. Der sachgerechte Umgang mit Abwässern ist im Kapitel 8.5.4 Wasser im Unterpunkt Abwässer beschrieben 8.4.4 Mensch, Gesundheit, Bevölkerung (§1 Absatz 6 Nummer 7c BauGB) Altlasten Ziele des Umweltschutzes: BBodSchG, Bundesbodenschutzverordnung (BBodSchV), Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) -Richtlinie, Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA)-Anforderungen, Technische Anleitung zur Verwertung, Behandlung und sonstigen Entsorgung von Siedlungsabfällen (TA-Siedlungsabfall), Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirt- schaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen (KrW-/-AbfG) Im Plangebiet befindet sich keine Fläche, die gemäß dem städtischen Altlastenkatasters als Ver- dachtsfläche ausgewiesen ist. Im Rahmen des Bauvorhabens sind keine Beeinträchtigungen auf- grund von Altlastbeständen zu erwarten. Erschütterungen Ziele des Umweltschutzes: BImSchVO, Abstandserlass NRW, Deutsches Institut für Normung (DIN) 4150, DIN Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) 0226 Teil 6: Beeinflussung von Einrichtungen der Informationstechnik) Durch die geplanten Nutzungen werden im Plangebiet oder angrenzend keine Erschütterungen verursacht. Ebenso würden sich keine Erschütterungen durch den Verzicht auf die Planung erge- ben. Die Erschütterungen der Stadtbahnlinie bedürfen auf Grund der Entfernung von 150 m keine Beachtung, somit ist kein Schutz vor Erschütterungen zu treffen. Gefahrenschutz Zum Beispiel Hochwasser, Magnetfeldbelastung, Explosionsgefahr Ziele des Umweltschutzes: gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse und die Sicherheit der Wohn- und Arbeitsbevölkerung und je nach Bedarf: BImSchG, Ländererlasse, zum Beispiel Hochwasser- schutzVO, Abstandserlass; Gefahrgüter, Explosionsgefahr: GefahrschutzVO Risiken aus Hochwasserereignissen, Störfallbetrieben, elektromagnetischen Feldern liegen nicht vor. - 17 - 17 8.4.5 Kultur- und Sachgüter (§ 1 Absatz 6 Nummer 7d BauGB) Ziele des Umweltschutzes: BauGB, BNatSchG, DSchG Es gibt keine Hinweise auf die Betroffenheit von Kultur - oder Sachgütern durch die Realisierung des Bauvorhabens. 8.5 Durch die Planung betroffene Umweltbelange 8.5.1 Natur und Landschaft Pflanzen (§ 1 Absatz 6 Nummer 7a BauGB) Ziele des Umweltschutzes: BauGB, BNatSchG, Baumschutzsatzung Stadt Köln Bestand (Nullvariante): Das Plangebiet besteht hauptsächlich aus einer zusammenhängenden Rasenfläche, auf der sich in unterschiedlich dichten Gruppierungen hochstämmige Bäumen in allen Altersstufen befinden. Im August 2016 und im April 2017 wurden durch das Planungsbüro Calles de Brabant für die Erstel- lung einer planungsrechtlichen Sicherung schützensw erter Bäume als Grundlage für den Land- schaftspflegerischen Begleitplan (Calles de Brabant, Pulheim, Dezember 2020) eine Bestandsauf- nahme der Bäume und auch eine Bestandsaufnahme des Biotopinventars durchgeführt. Insgesamt wurden 120 Bäume bewertet und plan erisch im Zusammenhang des Bebauungsplan -Entwurfes betrachtet. Die im Planungsgebiet mit Abstand am stärksten vertretenen Bäume sind Laubgehölze mit insgesamt 118 Bäumen. Dagegen gibt es nur 2 Nadelbäume. 47 Bäume besitzen eine gute bis sehr gute Vitalität. 64 Bäume stellten sich hinsichtlich ihrer Vitalität mit einem mittleren Niveau dar. Eine schwere Minderung der Vitalität war bei 6 Bäumen zu verzeichnen. Diese waren teilweise abgestorben. 39 Bäume im Plangebiet stammen aus der Ausgleichsmaßnahme für die Baumaß- nahme V on-Ketteler-Straße 8-22. 3 Bäume aus dieser Ersatzpflanzung waren zum Zeitpunkt der zweiten Begehung 2017 nicht mehr vorhanden und werden im Rahmen der Neupflanzungen mit berücksichtigt und ersetzt. Prognose (Planvariante): Aufgrund der konkreten Planung werden insgesamt 43 Bäume gefällt, für die unterschiedliche Kri- terien zugrunde gelegt werden, die für Ersatzpflanzungen erforderlich sind. Für den Bau von vier Wohngebäuden und der Erschließungsstraße müssen insgesamt 22 Bäume gefällt werden. Von diesen 22 zu fällenden Bäumen stehen 8 Bäume außerhalb des ausgleichspflichtigen Eingriffsbe- reiches. Demnach gilt für diese 8 Bäume die Baumschutzsatzung der Stadt Köln, wonach 6 Bäume ausgeglichen und im Plangebiet ersetzt werden müssen. Die übrigen 14 Bäume werden in der Bi- lanzierung des ausgleichspflichtigen Eingriffsbereiches berücksichtigt (siehe hier Kapitel 8.5.1 Na- tur und Landschaft –Unterkapitel Eingriff/Ausgleich). 21 zu fällende Bäume stammen aus der Aus- gleichsmaßnahme für die Baumaßnahme Von-Ketteler-Straße 8-22. Mit den 3 Bäumen, die zum Zeitpunkt der Begehungen nicht mehr vorhanden waren, werden diese 24 Bäume im Plangebiet ersetzt. Prognose (Nullvariante): Durch eine Bebauung und Versiegelung der in der Nullvariante möglichen Verdichtung in einem nördlichen und südlichen Teilbereich, müssten viele Bäume gefällt werden. Die 21 Bäume aus der Ausgleichsmaßnahme „Von-Ketteler-Straße“ 8 -22 wären von einer Bebauung und Versiegelung in der Nullvariante nicht betroffen und müssten dementsprechend nicht gefällt und nochmals ausge- glichen werden. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen: Ein Teil der Fläche im Planungsgebiet wird nach § 35 BauGB und ein Teil nach § 34 BauGB ein- gestuft, worauf die Abgrenzung des ausgleichspflichtigen Eingriffsbereiches erfolgt. Außerhalb des ausgleichspflichtigen Eingriffsbereiches sind die Teile des Plangebietes der beiden Zufahrtsstraße und Pufferzonen entlang der Straßen Von -Bodelschwingh-Straße und Am Flachsrosterweg. Für diese Teile des Plangebietes gilt , dass für mögliche Eingriffe in Natur und Landschaft kein Aus- gleich erforderlich ist, weil gem. § 1a Absatz 3 Satz 6 BauGB ein Eingriff bereits vor der planeri- schen Entscheidung erfolgt oder zulässig ist. Deshalb wird der Baumbestand in diesen Bereichen - 18 - 18 entsprechend der gültigen Baumschutzsatzung der Stadt Köln betrachtet und der Ersatz für die zu fällenden Bäume gemäß der Baumschutzsatzung berechnet. Von 8 gefällten Bäumen in diesem Bereich fallen 6 Bäume unter die Baumschutzsatzung und dafür müssen mindestens 14 Bäume als Ersatz gepflanzt werden. Im Geltungsbereich wurden als Aus- gleich für die Baumaßnahme Von-Ketteler-Straße 8-22 39 Ersatzbäume gepflanzt wobei 3 Bäume bereits abgängig sind. Aus dieser Ausgleichsmaßnahmen, sollen aufgrund der neuen Baumaß- nahme 21 Bäume gefällt oder verpflanzt werden, davon befinden sich 5 Bäume innerhalb der nörd- lichen Teilfläche, die nach § 34 BauGB bebaut werden darf. Somit müssen für die Baumaßnahme Von-Ketteler-Straße 8-22, mit den 3 fehlenden Bäumen weitere 24 Bäume g epflanzt werden. Ins- gesamt sollen 38 Bäume neu oder umgepflanzt werden. Die Anpflanzung erfolgt in einer ausrei- chend bemessenen Baumscheibe von mindestens 6 m² pro Baum. Auf eine Pflanzung von Bäumen auf Flächen mit Geh -, Fahr- und Leitungsrechten (vorhandener Mischwasserkanal entlang der westlichen Plangebietsgrenze) wird verzichtet, da diese Trassen zu schmal sind. Als Grundlage zur Einstufung der zu pflanzenden Bäume werden die Biotoptypen nach dem Verfahren Sporbeck/Ludwig mit einem Kürzel gekennzeichn et. In Anpassung an die vornehmlich urban geprägte Struktur des Kölner Raums wurde eine Differenzierung der von Sporbeck/Ludwig entwickelten Biotoptypeneinteilung vorgenommen (Köln-Code), somit erfolgt jede Einstufung des Biototypen mit zwei Kürzel. In den privaten Gärten, die den Wohnungen im Erdgeschoss der geplanten vier Wohngebäude zugeordnet werden, werden insgesamt 10 Bäume (2 -3 je Garten) gepflanzt (BF31 (GH741)). Zu- sätzliche 11 Bäume (BF31 (GH741)) werden zur Eingrünung der Stellplätze gepflanzt, ein Teil da- von in der Pflanzfläche B und über die textliche Festsetzung (je 4 angefangene Stellplätze / ein Baum) festgesetzt . Innerhalb der privaten Grünfläche können wegbegleitend zum bestehenden Trampelpfad bis zu 13 Bäume ( BF31 (GH741)) gepflanzt werden. Von den zu pflanzenden erfor- derlichen 38 Bäumen werden im Plangebiet damit 34 Bäume gepflanzt. Die 4 restlichen Bäume (BF31 (GH741)) werden gemäß Baumschutzsatzung im bauordnungsrechtlichen Genehmigungs- verfahren außerhalb des Geltungsbereiches auf Flächen der DEWOG ersetzt. Der vorhandene Baumbestand auf den privaten Grünflächen des Plangebietes und der angren- zenden Flächen ist während der Baumaßnahmen zu schützen. Im Rahmen der planungsrechtli- chen Sicherung schützenswerter Bäume können nach den Empfehlungen des Landschaftspflege- rischen Fachbeitrages insgesamt 70 Bäume durch die Planung berücksichtigt werden. Zusätzlich kann für 5 Bäume eine planungsrechtliche Sicherung erfolgen, die mit der Ermächtigungsgrundla- ge nach § 9 Abs atz1 Nummer 25b BauGB möglich ist. Folgende Bäume können „zum Erhalt“ im Bebauungsplan-Entwurf festgesetzt werden, da diese aufgrund ihres Standortes und ihrer Größe in besonderer Weise das Ortsbild prägen und darüber hinaus auch bedeutsam für das lokale Kleinklima sind: Platane (Platanus acerifolia) Baumhasel (Corylus colurna) Spitzahorn (Acer platanoides) Eiche (Quercus robur) Rotbuche (Fagus sylvatica) Für die anderen vorhandenen 65 Bäume wird eine Empfehlung zur Berücksichtigung in der Pla- nung ausgesprochen. Bewertung: Bei der Durchführung der Baumaßnahme kommt es zu einem erheblichen Eingriff in den Baumbe- stand und den Biotopflächen des ausgleichspflichtigen Eingriffsbereiches. 43 von 120 Bäumen müssen gefällt werden. Als Ersatz werden insgesamt 38 Bäume neu gepflanzt. Davon werden im Plangebiet 34 Bäume gepflanzt. Davon werden die Stellplätze mit 11 Bäumen eingegrünt, 10 Bäume auf den nicht überbauten Flächen und 13 Bäume auf der privaten Grünfläche neu ge- pflanzt. Die 4 restlichen Bäume werden mit Hilfe der Baumschutzsatzung im baurechtlichen Ge- nehmigungsverfahren außerhalb des Geltungsbereiches auf Flächen der DEWOG ersetzt. Wäh- rend der Bauzeit ist vorhandener Vegetationsbestand zu schützen. Fünf Bäume erhalten eine pla- nungsrechtliche Sicherung. Durch die beschriebenen Maßnahmen kann der Eingriff in den Baum- bestand ausgeglichen werden. - 19 - 19 Tiere (§ 1 Absatz 6 Nummer 7a BauGB) Ziele des Umweltschutzes: BauGB, BNatSchG, Fauna-Flora-Habitat Richtlinie (FFH-RL), Vorwarn- liste Rote Liste (VRL), Landesnaturschutzgesetz NRW Bestand (Nullvariante): Resultierend aus einer artenschutzrechtlichen Vorprüfung der Stufe I (ASP I) vom November 2016, aktualisiert im August 2020, von Dr. Andreas Skibbe – Büro für Artenschutz und Avifaunistik, konn- ten der Bestand planungsrelevanter Arten und der Eintritt möglicher Tatverbotsbestände nach § 44 BNatSchG durch das Vorhaben nicht ausgeschlossen werden. Das Vorkommen weiterer, nicht planungsrelevanter Arten wurde über Zufallsfunde ermittelt. Für das Gebiet wurde daher nachfol- gend eine vertiefende artenschutzrechtliche Prüfung der Stufe II (ASP II) im Zeitraum Mai bis No- vember 2016, aktualisiert im August 2020, von Dr. Andreas Skibbe – Büro für Artenschutz und Avifaunistik, durchgeführt. Es wurden in diesem Zeitraum insgesamt 10 Begehungen für die Er- stellung der artenschutzrechtlichen Gutachten vorgenommen, um Revierkartierungen von Brutvö- gel, Detektorerfassung von Flugrouten von Fledermäusen und mittels Endoskopkamera mögliche Sommerquartiere von Fledermäusen in Bäumen und Gebäuden zu erfassen und hinsichtlich ihrer artenschutzrechtlichen Relevanz zu beurteilen. Die Ergebnisse der faunistischen Erhebung im Plangebiet sind in der folgenden Tabelle darge- stellt. Tabelle 2: Fledermaus – und Vogelarten im Plangebiet Es bedeuten: + = planungsrelevante Arten , – = besonders geschützte Arten, § = besonders geschützte Arten, §§ - streng geschützt, FFH Anh. IV = Art des Anhangs der Flora Fauna Habitat Richtlinie, RL = Rote Liste 3 = gefährdet, V = Vorwarnliste Die Bewertung der Tierarten erfolgt gemäß Fachinformationssystem Geschützte Arten in NRW des Landesamtes für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz NRW. Bei diesen Untersuchungen wurden insgesamt 17 Vögel, davon 3 planungsrelevante Arten und die ebenfalls planungsrelevante Zwergfledermaus festgestellt. Bei den Vogelarten handelt es sich um - 20 - 20 Mäusebussard, den Sperber und den Star. Außerdem wurden Haussperlinge angetroffen, die zwar keine planungsrelevante Art sind, aber auf der Vorwarnliste der Roten Liste NRW stehen. Der Mäusebussard wurde nur im Überflug festgestellt, für den Sperber kann das Plangebiet ein kleiner Teil des Nahrungshabitats darstellen. Star und Haussperling wurden mit einigen Individuen im Plangebiet als Nahrungsgäste festgestellt. Es wurden Nistkästen an zu fällenden Bäumen im Plangebiet festgestellt, die versetzt werden. Die Zwergfledermaus hingegen wurde bei Detektorun- tersuchungen am Abend, in der Nacht und morgens (beim Schwärmen) festgestellt. Das Schwär- men wurde am Rand an einem Haus festgestellt. Damit sind Ruhe - und Fortpflanzungsstätten an den Gebäuden in der Umgebung oder Bäumen möglich, aber ohne endgültigen Nachweis, da Fress- und Kotspuren nicht gefunden wurden. Jagdhabitat für Zwergfledermäuse ist im Plangebiet vorhanden. Weitere planungsrelevante Arten, wie z.B. Amphibien, wurden nicht festgestellt. Prognose (Planvariante): Durch die Realisierung des Vorhabens kann es für die Zwergfledermäuse zum Verlust und/oder Veränderung der Nahrungshabitate kommen. Dies führt jedoch nicht zu gravierenden Beeinträchti- gungen, da zum Teil durc h Neubepflanzung neue Jagdhabitate entstehen werden und zwischen- zeitlich die Fledermäuse auf Nachbarflächen ausweichen können. Der Verlust der Ruhe- und Fort- pflanzungsstätten kann nicht ausgeschlossen werden, aber da keine Kotspuren gefunden wurden und das Schwarmverhalten am Rande des Plangebietes festgestellt wurde, können Beeinträchti- gungen der Ruhe- und Fortpflanzungsstätten nicht nachgewiesen werden. Beim Sperber, Star und den Haussperlingen sind keine Beeinträchtigungen zu erwarten, da das Plangebiet nur ein kleiner Teil der Nahrungshabitate darstellt. Auch für den Mäusebussard sind keine Beeinträchtigungen zu erwarten, da dieser nur überfliegend festgestellt wurde. Hinsichtlich weiterer Vorkommen nicht pla- nungsrelevanter Vogelarten ist die Gefahr von Brutplatz-, Jungvögel- und Gelegeverlusten durch die Rodungsarbeiten möglich. Prognose (Nullvariante): Es ist davon auszugehen, dass es in der Nullvariante, zu keinen Beeinträchtigungen kommt, da sich die Lebensraumfunktion des Plangebietes nicht ändert. Vermeidungs-/ Minderungsmaßnahmen: Mäusebussard, Sperber, Star und Haussperling Da keine Beeinträchtigungen festgestellt wurden, sind keine Vermeidungs- und vorgezogene Aus- gleichsmaßnahmen notwendig. Zwergfledermaus Die möglichen vorhandenen Quartiere (z.B. Baumhöhlen) sollen wenige Tage vor den Rodungen auf Vorkommen geprüft werden bzw. die möglichen Quartiere vorher verstopft werden. Nicht planungsrelevante V ogelarten Um Brutplatz-, Jungvögel- und Gelegeverluste zu vermeiden, erfolgt im Bebauungspla n-Entwurf ein Hinweis, dass Rodungen außerhalb der Brutzeit wahrzunehmen sind. Bei Rodungen in der Brutzeit müssen die Bäume auf besetztes Nestvorkommen untersucht werden und bei Auffinden von Nestern die Rodungen gestoppt werden. Alle Arten Die Rodungen sollen in den Winter vorgezogen werden. Die vorhandenen Nistkästen sollen an die nicht zu fällenden Bäume versetzt werden. Die Prüfung auf das Vorhandensein der Fortpflan- zungsstätten vor den Baumfällungen und das Versetzen der vorhandenen Vogelniststätten sind im Rahmen einer ökologischen Baubegleitung durchzuführen. Im Bebauungsplan-Entwurf erfolgt ein Hinweis auf die durchgeführten Artenschutzprüfungen (Dr. Skibbe, Köln, November 2016, Aktuali- sierung August 2020) und a uf das Erfordernis der Durc hführung von Vermeidungs- und Minde- rungsmaßnahmen. - 21 - 21 Bewertung: Da keine Beeinträchtigungen von planungsrelevanten Arten festgestellt wurden und durch die Ein- haltung der zulässigen Eingriffszeiten in die Vegetation, können Verstöße gegen die Verbotstatbe- stände des § 44 BNatSchG für möglicherweise betroffene Vogel- und Fledermausarten bei Reali- sierung des Vorhabens ausgeschlossen werden. Biologische Vielfalt (§ 1 Absatz 6 Nummer 7a BauGB) Ziele des Umweltschutzes: BauGB, BNatSchG Bestand (Nullvariante): Durch die geringe Flächengröße und die Lage des Plangebietes im Siedlungszusammenhang ist die Lebensraumeignung für wildlebende Tier- und Pflanzenarten bereits im Bestand stark einge- schränkt. Prognose (Planvariante): Die vorhandene Biotopstruktur mit ihrer entsprechenden strukturellen Vielfalt wird verkleinert, bleibt aber im Bereich der, als private Grünfläche ausgewiesenen, Flächen erhalten. Prognose (Nullvariante): Durch die geringe Flächengröße und die Lage im Siedlungszusammenhang ist die Lebens- raumeignung für wildlebende Tier- und Pflanzenarten bereits vor der Planung stark eingeschränkt. Eine Verkleinerung der Fläche hat somit geringe Auswirkung auf die Lebensraumeignung der Be- standsfläche. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen: Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen zur Biologischen Vielfalt sind jeweils unter den Schutzgütern Pflanzen und Tiere aufgeführt. Bewertung: Durch die Realisierung des Bauvorhabens sind keine Beeinträchtigungen der biologischen Vielfalt zu erwarten. Eingriff/Ausgleich (§ 1a Satz 3 BauGB) Ziele des Umweltschutzes: BNatSchG, Landesnaturschutzgesetz NRW, § 1 a BauGB Der Bebauungsplan-Entwurf lässt im ausgleichspflichtigen Eingriffsbereich erstmalig Eingriffe in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild zu. Die Flächen, in denen Eingriffe ausgleichspflichtig sind, sind im Bebauungsplan -Entwurf als ausgleichspflichtiger Eingriffsbereich markiert. Im Hin- blick auf die Bewältigung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung wurde der ausgleichspflich- tige Eingriffsbereich festgelegt. Er umfasst den größten Teil des Plangebietes; ausgenommen sind die Flächen des Plangebietes, die bereits heute bebaut oder versiegelt sind oder nach § 34 BauGB bebaubar wären, da sie durch die vorhandenen öffentlichen Straßen erschlossen sin d. Für diese Teile des Plangebietes gilt, dass für mögliche Eingriffe in Natur und Landschaft kein Ausgleich er- forderlich ist, weil gemäß § 1a Absatz 3 BauGB ein Eingriff bereits vor der planerischen Entschei- dung erfolgt oder zulässig ist. Innerhalb des au sgleichspflichtigen Eingriffsbereiches ist über den Ausgleich der Eingriffe in den Naturhaushalt im Rahmen der Abwägung zu entscheiden, außerhalb des ausgleichspflichtigen Eingriffsbereiches gilt zwar keine Ausgleichsverpflichtung, aber das Vermeidungsgebot nach der Eingriffsregelung. Als Grundlage der Einstufung der betroffenen Bio- tope im Realbestand und Planungszustand dient die „Biotoptypenliste Köln -Code“, die rechneri- sche Bewertung erfolgte anhand des Punkteschemas von Ludwig und Sporbeck. - 22 - 22 Bestandswert gesamter Planbereich - zur Information Biotoptyp Ludwig Code Köln Code Biotopwert [P/m²] Fläche[m²] Gesamtwert [P] Scherrasen ohne Baumbestand HM 51 PA122 6 6.893 41.358 Scherrasen mit alten Baumbe- stand HM 1 PA121 10 2.705 27.050 0 Summe 9.598 68.408 Planwert gesamter Planbereich - zur Information Biotoptyp Ludwig Code Köln Code Biotopwert [P/m²] Fläche[m²] Gesamtwert [P] WA GRZ 0,4 HN 21 SB151 3 3.769 11.307 Verkehrsfläche HY 1 VF211 0 1.721 0 Fahr- und Feld- weg (teilweise versiegelt) HY 2 VF213 3 545 1.635 Private Grünflä- che mit Baumbe- stand HM 1 PA121 7 2.111 14.777 Private Grünflä- che mit altem Baumbestand HM 1 PA122 10 1.452 14.520 Summe 9.598 42.239 a) Bestandswert ausgleichspflichtiger Eingriffsflächen Biotoptyp Ludwig Code Köln Code Biotopwert [P/m²] Fläche[m²] Gesamtwert [P] Scherrasen ohne Baumbestand HM 51 PA122 6 6.893 41.358 Scherrasen mit alten Baumbe- stand HM 1 PA121 10 2.705 27.050 Summe 9.598 68.408 b) Planwert ausgleich spflichtiger Eingriffsflächen Biotoptyp Ludwig Code Köln Code Biotopwert [P/m²] Fläche[m²] Gesamtwert [P] WA GRZ 0,4 HN 21 SB151 3 3.769 11.307 Verkehrsfläche HY 1 VF211 0 1.721 0 Fahr- und Feld- weg (teilweise versiegelt) HY 2 VF213 3 545 1.635 Private Grünflä- che mit Baumbe- stand HM1 PA121 7 2111 14.777 Private Grünflä- che mit altem Baumbestand HM2 PA121 10 1.452 14.520 Summe 9.598 42.239 Eingriffswert (a - b): -26.169 - 23 - 23 c) Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen außerhalb des ausgleichsp flichtigen Eingriffsbereiches innerhalb des Plangebiets Bestand Zielbiotop Biotoptyp Ludwig Code Köln Code Wert [P/m²] Biotoptyp Ludwig Code Köln Code Wert [P/m²] Differenz [P/m²] Fläche [m²] Gesamtwert[P] Scherrasen ohne Baumbestand HM 51 PA122 6 Scherrasen mit Baumbestand HM 1 PA121 7 1 2.700 18.900 0 0 Summe 1 2.700 18.900 d) Ausgleichsflächen außerhalb des Plangebiets Bestand Zielbiotop Biotoptyp Ludwig Code Köln Code Wert [P/m²] Biotoptyp Ludwig Code Köln Code Wert [P/m²] Differenz [P/m²] Fläche [m²] Gesamtwert[P] Scherrasen mit Baumbestand HM 1 PA121 7 Streuobstwiese mit Hochstämmen HK 22 LW332 17 10 2.700 45.900 0 0 Summe 0 2.700 45.900 Ausgleichswert (c+d): 27.000 Bilanz (Eingriff-Ausgleich): 26.169 831 % Tabelle 3: Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung (Plangebiet) - 24 - 24 Externe Ausgleichsmaßnahme Trotz der im Bebauungsplan -Entwurf festgesetzten Grünmaßnahmen verbleibt ei n Defizit von 26.169 Biotopwertpunkten, das extern ausgeglichen werden soll. Auf einer Fläche in circa 1 Kilometer Entfernung (Luftlinie), sollen an der Von-Galen-Straße auf einer rund 3.000 m² großen Rasenfläche eine Obstwiese mit 10 Obstbäumen angelegt und dauerhaft erhalten werden. Die Herstellung der externen Ausgleichsmaßnahme erfolgt im Rahmen des städtebaulichen Vertrags, der zwischen der Stadt Köln und der DEWOG abgeschlossen wird. Bewertung: Der ausgleichspflichtige Eingriffsbereich von 9.598 m² erreicht einen Bestandswert von 68.408 Bewertungspunkten (BWP). Für den nach dem Bebauungsplan-Entwurf zulässigen Eingriff ergibt sich ein Biotopwert von 42.239 BWP . Das geplante V orhaben des Bebauungsplan -Entwurfes „V on-Ketteler-Straße“ erreicht somit ein Defizit von 26.169 BWP, das durch die Realisierung einer externen Ausgleichmaßnahme vollständig ausgeglichen wird. 8.5.2 Landschaft/ Ortsbild (§ 1 Abs. 6 Nr. 7a BauGB) Ziele des Umweltschutzes: BauGB, BNatSchG, (DSchG) Bestand: Das örtliche Landschaftsbild des Plangebietes ist durch eine parkähnliche Scherrasenfläche mit Baumbestand mit umliegendem mehrgeschossigem Wohnungsbau geprägt. Im Norden des Plan- gebietes befinden sich ein fünfgeschossiges Wohngebäude aus zwei zusammenhängenden Ge- bäudeteilen sowie ein Block aus neun ebenerdigen Garagen, die über die Von-Bodelschwingh- Straße erschlossen sind. Prognose (Planvariante): Die Planung sieht ein neben der Bestandsicherung des fünfgeschossigen Gebäudes ein neues Wohngebiet in 4 Baukörpern mit bis zu vier Vollgeschossen vor. Die Erschließung der Grundstü- cke erfolgt, bis auf das nördliche Punkthaus, durch zwei vorhandene Stichstraßen. Der Park bleibt in großen Teilen erhalten, die bestehende Querung der Grünfläche ist weiterhin möglich und die geplante Bebauung nimmt die Höhe der umgebenden Wohnbebauung auf. Prognose (Nullvariante): In der Nullvariante ist eine Bebauung im südlichen Bereich des Plangebietes zwischen der Be- standsbebauung Am Flachsrosterweg 2 und Von-Bodenschwingh-Straße 3, sowie im nördlichen Bereich des Plangebietes nordwestlich und südöstlich entlang der Von -Bodenschwingh-Straße angrenzend an des Gebäudes Von-Bodelschwingh-Straße 19 möglich. Eine Bebauung des mitti- gen Bereiches des Plangebietes ist in der Nullvariante nicht genehmigungsfäh ig. In der Nullvari- ante wäre vom Am Flachsrosterweg bis hin zu Von-Bodelschwingh-Straße die verlaufende Grün- fläche nicht mehr als solche erlebbar. Vermeidungs-/Minderungsmaßnahmen: Für 5 Bäume soll eine planungsrechtliche Sicherung erfolgen, die mit der Ermächtigungsgrundla- ge des § 9 Abs atz 1 Nummer 25b BauGB möglich ist, da diese aufgrund ihres Standortes und ihrer Größe in besonderer Weise das Ortsbild prägen. Im Bebauungsplan-Entwurf wird eine private Grünfläche festgesetzt, um den Charakter der Park- anlage zu erhalten. Bewertung Durch den Erhalt des fünf-geschossigen Gebäudes und die Einfügung der Planung in die Umge- bung ergibt sich bei Realisierung des Bauvorhabens keine wesentliche Beeinträchtigung des Ortsbildes. - 25 - 25 8.5.3 Boden (§ 1 Absatz 6 Nummer 7a BauGB) Ziele des Umweltschutzes: § 1a Absatz 2 BauGB "Mit Grund und Boden soll sparsam und scho- nend umgegangen werden, ..." (Bodenschutzklausel), BBodSchG, Bunde-Bodenschutzverordnung (BBodSchV), Landes-Bodenschutzgesetz (LBodSchG) NRW Für die Bewertung des Bodens und der Bodenfunktionen nach § 2 BBodSchG im Plangebiet wur- den die Karte der schutzwürdigen Böden in Verbindung mit der Bodenkarte von NRW im Maßstab 1:50.000 (Geoportal.nrw, letzter Zugriff: 02.05.2017) und ein hydrogeologisches Gutachten vom 07.02.2017 von GFM umwelttechnik in Verbindung mit 4 Aufschlusssondierungen bis in eine Tiefe von 4 m und ein Handschurf zur bodenkundlichen Aufnahme bis in eine Tiefe von 1 m herangezo- gen. Bestand: Nach der Bodenkarte von NRW im Maßstab 1: 50.000 befindet sich im Plangebiet typische Braun- erde aus stark lehmigen Sand / stark sandigen Lehm aus Hochflutablagerungen (Jungpleistozän bis Holozän) über Kies und Sand aus Terrassenablagerungen (Jungpleistozän). In der Karte der schutzwürdigen Böden Nordrhein-Westfalen werden die Böden des Plangebietes zum größten Teil dem Kriterium der Schutzwürdigkeit "Natürliche Bodenfruchtbarkeit / Regelungs- und Pufferfunkti- on" zugeordnet. Die hohe Bedeutung dieses Schutzstatus beruht auf der langen Entstehungsdauer von fruchtbaren Böden, die bei 1 cm Bodenprofil im mitteleuropäischen Klima 100 bis 200 Jahre betragen kann. Das bedeutet, dass die Versiegelung von Böden und unter Umständen auch der Eingriff in das Bodenprofils durch Auf- und Abträge praktisch nicht ausgleichbar sind. Deshalb sind Eingriff dieser Art möglichst zu vermeiden, zu mindern oder ggf. durch entsprechende Ersatzmaß- nahme zu ersetzen Das hydrogeologische Gutachten ergaben eine anthropogen überprägte, humose Oberboden- schicht in einer Stärke von 0,3 bis 0,5 m a us feinsandigen und tonigen Schluff von überwiegend dunkelbrauner Farbe und einer durchschnittlichen Erdfeuchte. Darunter befindet sich eine Auffül- lung aus sandigem Lehm in einer Stärke von bis zu 1,3 m mit sehr geringen mineralischen Fremdmaterialien. Unter der Auffüllung folgte bis in eine Tiefe von 2,1 m ein überwiegend toniger, schwach feinsandiger Schluff, der bis 2,8 m Tiefe von stark feinsandigen Mittelsand und Schluff mit mittelbrauner bis hellbrauner Farbe unterlagert wird. In der Baugrunduntersuchung, die im Rahmen des hydrogeologischen Gutachtens vorgenommen wurde, wurde im Plangebiet die örtliche Versickerungsfähigkeit des Untergrundes geprüft. Den Untersuchungsergebnissen zu Folge liegen die versickerungsfähigen Schichten erst ab einer Tiefe von ca. 4,00 m unter Geländeoberkante (GOK). Der überlagernde Lehmboden ist wegen seiner unzureichenden Wasserdurchlässigkeit nicht zur Infiltration von Niederschlagswasser geeignet. Aufgrund der angrenzenden Flächennutzungen (umliegende Bebauung durch Wohngebäude und Straßen) und der Ergebnisse der Bodenuntersuchung, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Böden im Plangebiet größtenteils anthropogen überformt sind und keine natürlichen Bodeneigenschaften aufweisen. Prognose (Planvariante): Mit der Realisierung des Vorhabens können insgesamt aufgrund von Versiegelungen durch private Verkehrsflächen, Gebäude und Nebenanlagen innerhalb der festgesetzten Wohnbauflächen sowie durch die Anlage von Wege- und Spielplatzflächen innerhalb der privaten Grünfläche bis zu 40 % der im Plangebiet liegenden Böden versiegelt und somit irreversibel zerstört werden. Die Speicher- und Reglerfunktion des Bodens geht damit auf diesen Flächen verloren. Die Flächenbilanz für das Plangebiet mit einer Gesamtfläche von 15.570 m² (siehe Tabelle 1: Flächenbilanz des Plangebie- tes) ergibt eine vollständige Flächenversiegelung von 6.009 m² und eine Teilversiegelung von 3.793 m². Der Versiegelungsgrad des Plangebietes wird durch die Bebauung erheblich erhöht. Für die Ge- währleistung einer temporären Regenwasserrückhaltung bei Starkregenereignissen sind im Plan- gebiet für eine „Notentwässerung“ Versickerungsanlagen in Form von Versickerungsmulden, mit einer Gesamtfläche von ca. 565 m² und einer Tiefe von ca. 0,30 m, vorzusehen (Fredersdorf Con- - 26 - 26 sulting, Entwässerungskonzept, August 2017). Auch diese stellen durch Abgrabung und Verände- rung des Bodenprofils einen Eingriff in den Boden dar. Nach dem hydrogeologischen Gutachten ist eine Wasserhaltung für das Bauvorhaben nicht erforderlich. Im Bereich de r Grünanlagen- und Wohngärten werden sich die beeinträchtigenden Bodenfunktionen mittelfristig wieder weitgehend regenerieren. Prognose (Nullvariante): In der Nullvariante ist mit einer Versieglung von ca. 31% der vorhandenen Böden zu rechnen. Die Speicher- und Reglerfunktion des Bodens geht damit auf diesen Flächen verloren. Vermeidungs-/ Minderungsmaßnahmen: Durch die Nutzung der vorhandenen Erschließung an die Von -Ketteler-Straße über die beiden hergestellten privaten Erschließungsstraßen, kann der F lächenbedarf und Flächenversiegelung reduziert werden. Durch die Festsetzung der privaten Grünfläche kann der Boden in dieser Fläche (5.768 m²) langfristig vor weiterer Bebauung geschützt werden. Bewertung: Durch das Planvorhaben werden auf 6.009 m² vollständig und auf 3.793 m² teilweise die Boden- funktionen "Natürliche Bodenfruchtbarkeit", "Regelungs- und Pufferfunktion" und "Ausgleichskörper für den Wasserhaushalt" zerstört. Dieser Eingriff in das Schutzgut Boden ist aufgrund der langen Entstehungsdauer von fruchtbaren Böden mit diesen Eigenschaften und der vorliegenden hohen Bewertung praktisch nicht ausgleichbar. Der Eingriff reduziert sich durch die bei den Sondierungen festgestellten auftretenden Störungen und der anthropogenen Überprägung der Bodenpro file im Plangebiet. Der Ausfall dieser Funktionen für den Naturhaushalt wird deshalb durch die Vermei- dungs- bzw. Minderungsmaßnahmen vermindert. 8.5.4 W asser Grundwasser (§ 1 Absatz 6 Nummer 7a BauGB) Ziele des Umweltschutzes: WHG, LWG NRW, WSG-VO NRW Bestand: Das Plangebiet liegt in der Wasserschutzzone III A des Wasserwerkes Höhenhaus. Aufgrund der im Geltungsbereich überwiegend unbefestigten Geländeoberfläche kann eine Grundwasserneubil- dung aus den versickernden Niederschlägen unterstellt werden. Um im Vorfeld der Baumaßnahme die Möglichkeit der Versickerung von unbelastetem Niederschlagswasser (Dachflächen) zu über- prüfen wurde ein hydrogeologisches Gutachten vom 07.02.2017 von GFM umwelttechnik erstellt. Gemäß dem hydrogeologischen Gutachten wurden o berflächennah keine versickerungsfähigen Bodenschichten festgestellt. Erst ab ca. 4,00 m Tiefe kann mit ausreichend durchlässigen Sedi- menten gerechnet werden, die aber aufgrund fehlender Feinanteile nur geringe Filtereigenschaften aufweisen. Prognose (Planvariante): Die Errichtung einer Versickerungsanlage (Rigole) ab einer Tiefe von 4,00 m entspricht aufgrund der fehlenden Filterwirkung nach dem Gutachten einer Versickerung in einem Sickerschacht. Die Versickerung von unbelastetem Niederschlagswasser ist gemäß der Wasserschutzgebietsverord- nung in der Wasserschutzzone III A über einen Sickerschacht untersagt. Für eine andere Versicke- rungslösung wäre im Bereich von Versickerungseinrichtungen ein Bodenaustausch bis in ca. 4,00 m Tiefe erforderlich. Die Ableit ung des anfallenden Niederschlagswassers in die öffentliche Mischwasserkanalisation erfolgt, da die Anlage von Versickerungsschächten einem Sickerschacht gleich kommt, und diese Anlage im WSG III a verboten ist. Prognose (Nullvariante): Auch in der Nullva riante ist nach dem Gutachten die Grundwasserneubildung im Plangebiet auf- grund der oberflächennahen nicht versickerungsfähigen Bodenschichten vermindert. - 27 - 27 Vermeidungs- / Minderungsmaßnahmen: Das Entwässerungskonzept (Fredersdorf Consulting, August 2017) sieht in Hinblick auf Starkrege- nereignisse Maßnahmen vor, die auch als Vermeidungs - und Minderungsmaßnahmen für den Schutz des Grundwassers zum Tragen kommen. Im Wesentlichen geht es dabei um entsprechen- de Geländemodellierungen, die das Oberflächenwasser temporär vor Ort zurückhalten. Bewertung: Auf Grund der zusätzlichen Versiegelung werden potentielle Versickerungsflächen reduziert. Es existiert im Plangebiet oberflächennah keine versickerungsfähigen Schichten. Die Grundwasser- neubildung aus Niederschlag ist somit bereits im Bestand gestört. Die gewählte Lösung der Ent- wässerung ergibt durch die Realisierung der Baumaßnahme für das Grundwasser, keine wesentli- che Beeinträchtigung. Abwässer (§ 1 Absatz 6 Nummer 7e BauGB) Ziele des Umweltschutzes: LWG NRW, WHG, WSG-VO Bestand: Das Plangebiet liegt im Einzugsbereich der Kläranlage Stammheim und entwässert im Mischver- fahren. Prognose (Planvariante): Der vorhandene Abwasserkanal kann das anfallende Schmutz- und Niederschlagswasser aus dem Plangebiet aufnehmen. Prognose (Nullvariante): Eine sachgerechte Entsorgung von anfallenden Abwasser aus dem heutigen Plangebiet ist auch in der Nullvariante weiterhin anzunehmen. Vermeidungs- / Verminderungsmaßnahmen: Es sind keine Vermeidungs- / Minderungsmaßnahmen erforderlich, da der vorhandene Abwasser- kanal das anfallende Schmutz- und Niederschlagswasser aus dem Plangebiet aufnehmen kann. Bewertung: Es ergeben sich keine Beeinträchtigungen. 8.5.5 Klima und Luft Klima, Kaltluft / V entilation (§ 1 Absatz 6 Nummer 7a BauGB) Ziele des Umweltschutzes: BauGB, Vermeidung der Ausdehnung bioklimatisch belasteter Gebiete, klimaverträgliche Gestaltung neuer Baugebiete. Bestand: Die Witterung kennzeichnet sich im Winter mit durchschnittlich 57 Tage Frost und im Sommer mit durchschnittlich 40 Tagen, an denen es sich über 25 °C erwärmt. In der Klimafunktionskarte (Kutt- ler et alii, 1997) der Stadt Köln ist das Plangebiet als Stadtklima Typ 1 mit geringer Beeinflussung von Temperatur/Feuchte sowie geringer Störung lokaler Windsysteme eingestuft. Nach der Pla- nungshinweiskarte zukünftige Wärmebelastung (als Folge des Klimawandels) ist das Plangebiet überwiegend der Klasse 3 - belastete Siedlungsflächen einzustufen. Der südwestliche Teilbereich, der an die Straße Am Flachsrosterweg angrenzt, liegt in der Klasse 4 - hoch belastete Siedlungs- flächen. Prognose (Planvariante): Die Realisierung des Bauvorhabens sieht nach der Flächenbilanzierung für das Plangebiet (Kapitel 8.2 / Tabelle 1) eine Erhöhung des Versiegelungsgrades des Plangebietes vor. Kleinklimatisch verhindert der hohe Versiegelungsgrad die nächtliche Wärmeausstrahlung und führt zu einer an- dauernden Erwärmung in dem ohne hin schon klimatisch belasteten Gebiet. Bei einer Realisierung - 28 - 28 der Baumaßnahme ist davon auszugehen, dass der Temperaturgang innerhalb des Plangebietes sich zumindest teilweise der bebauten Umgebung angleicht. Eine Änderung der Klimaklasse und damit Verstärkung des Hitzeinseleffektes ist nicht auszuschließen. Prognose (Nullvariante): Auch eine Bebauung in der Nullvariante sieht eine Erhöhung des Versieglungsgrades des Plange- bietes vor, wenn auch geringer als im Planfall. Auch hier ist davon auszugehen, dass die nächtli- che Wärmeausstrahlung durch die versiegelten Flächen gefördert wird. Es ist davon auszugehen, dass sich der Temperaturgang innerhalb des Plangebietes weitgehend der Umgebung anpasst. Möglicherweise trägt die verbleibende Freifläche in der Mitte des Plangebietes zur Kaltluftprodukti- on bei und führt in der Nullvariante nachts zur Abkühlung der direkten Umgebung. Vermeidungs-/ Minderungsmaßnahmen: Die vorgesehenen Grünmaßnahmen vermindern die prognostizierten klimatischen Beeinträchti- gungen. Zu den Maßnahmen zählt der überwiegende Erhalt der wertvollen klimatisch ausgleichen- den Gehölzbestände, der Erhalt der Grünfläche, sowie die Durchgrünung des Plangebietes mit der Anlage von Dachbegrünungen auf Flachdächern, Einzelgehölzen und Straßenbäumen. Bewertung: Das Planvorhaben führt durch den Verlust des vorhandenen Baumbestandes, sowie durch die Versiegelung und Bebauung von Freiflächen zu Beeinträchtigungen des Schutzgutes Klima. Luftschadstoffe - Emissionen / Immissionen (§ 1 Absatz 6 Nummer 7a BauGB) Ziele des Umweltschutzes: BImSchG, 39. Bundes -Immissionsschutzverordnung (BImSchV), Ziel- wert der Bund/ Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz (LAI), Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA-Luft) Bestand: Das Plangebiet liegt nicht in der Umweltzone der Stadt Köln, die seit dem Januar 2008 beschlos- sen und erstmals 2012 erweitert wurde. Im Plangebiet bestehen bis auf den Quell- und Zielverkehr im Bereich des nördlich gelegenen Garagenhofes und den Parkplätzen an den beiden westlich gelegenen Erschließungsstraßen keine Luftschadstoff emittierenden Quellen. Auf das Plangebiet wirken aktuell Luftschadstoffe der umgebenden Wohnsiedlungen sowie Luftschadstoffbelastungen des umgebenden Kraftfahrzeug-Verkehrs ein. Nach der vorliegenden Luftgüteuntersuchung (Labor Dr. Rabe, 2001) liegt im Planungsgebiet eine mittlere Luftgüte (LuGi 1,6 – 1,7) vor. Die Luftqualität ist für die Wohnbevölkerung unproblematisch. Auch für empfindliche Menschen wird keine immis- sionsbedingte Gesundheitsbelastung erwartet. Nach den Planungshinweisen der Luftgüteuntersu- chung sind Gebiete mit mittlerer Luftgüte für Wohnbebauung geeignet und erhalten darüber hinaus eine Empfehlung zur besonderen Eignung für Flächen zur Erholungsnutzung im Freien. Prognose (Planvariante): Mit der Realisierung des Bauvorhabens wird es im Plangebiet zu zusätzlichen Emissionen luft- fremder Stoffe komme n. Diese werden zum größten Teil durch den planbedingten Mehrverkehr (Kfz) und zu einem kleinen Teil durch das geplante Blockheizkraftwerk emittiert, wobei im Ver- gleich zur konventionellen Wärmeerzeugung bei Nahwärmenetzen geringere Emissionen von luft- fremden Stoffen zu erwarten sind. Eine Simulation der bestehenden und zukünftigen verkehrsbe- dingten Immissionsbelastung ist nicht notwendig, da laut Verkehrsgutachten (BSV GmbH, Aachen, November 2016) im Planfall mit einem täglichen Verkehrsaufkommen unter 600 0 Fahrzeugen zu rechnen ist und keine geschlossenen Straßenfronten geplant werden, wodurch ein Luftaustausch sichergestellt ist. Prognose (Nullvariante): In der Nullvariante kann es zu einer zusätzlichen Bebauung im südlichen und nördlichen Bereich des Plangebietes kommen, wodurch es zu zusätzlichen Emissionen kommen kann. Es gibt keine Hinweise auf zukünftige immissionsbedingte Gesundheitsbelastungen daraus. - 29 - 29 Vermeidungs- / Minderungsmaßnahmen: Es sind keine Vermeidungs- / Minderungsmaßnahmen erforderlich, da keine immissionsbedingten Gesundheitsbelastungen erwartet werden. Bewertung: Mit der Realisierung des Bauvorhabens wird es im Untersuchungsgebiet zu zusätzlichen Emissio- nen luftfremder Stoffe kommen. Diese werden zum größten Teil durch den planbedi ngten Mehr- verkehr durch Kraftfahrzeuge und zu einem kleinen Teil durch das geplante Blockheizkraftwerk emittieren. Durch die geplante Bauweise und die nicht erhebliche Erhöhung des Verkehrsaufkom- mens ist nicht von einer erheblichen Menge an zusätzlichen Emissionen auszugehen. Die Luftqua- lität ist für eine Wohnbebauung geeignet. Erneuerbare Energien / Energieeffizienz (§ 1 Absatz 6 Nummer 7f BauGB) Ziele des Umweltschutzes: Gesetz zur Vereinheitlichung des Energiesparrechts für Gebäude und zur Änderung weit erer Gesetze (GEG, November 2020), Beschluss des Stadtentwicklungsaus- schusses Köln aus 6/2000 zur solarenergetischen Optimierung, Beschluss des Rates der Stadt Köln zur Klimaneutralität bis 2035 (06/2021), Maßnahmen, die dem Klimawandel entgegenwirken (Vermeidung von CO2-Emissionen) Passiv-solare Heizwärmebilanz Bestand: Im Plangebiet bestehen heute keine Anlagen zur Förderung oder Nutzung Erneuerbarer oder re- generativer Energien. Prognose (Planvariante): Zur Beurteilung der solarenergetischen Qualität und dem daraus verfügbaren Solargewinn, sowie der Energieeffizienz durch eine optimale Ausrichtung der Gebäude liegt eine solar+energetische Analyse (Solarbüro Goretzki, Januar 2017) vor. Der auf optimale Einstrahlungsvoraussetzungen (=100 %) bezogene verfügbare passive Solargewinn weist, bezogen auf die Bebauungsdichte, mit im Mittel 78,2 % befriedigende Voraussetzungen zur passiven Nutzung der Sonnenenergie auf. Die Streubreite des verfügbaren Solargewinns der einzelnen Wohnungen liegt zwischen 40,7 % und 96,5 %, d.h. zwischen völlig ungenügend und sehr gut. Besonders niedrige Wohnungswerte < 51 % finden sich bei den westlichen und nordöstlichen Wohnungen. Hier sind die Möglichkeiten zur passiven Sonnenenergienutzung spürbar eingeschränkt. Demgegenüber find en sich bei den mittleren, südlichen Wohnungen sowie im Staffelgeschoss befriedigende bis sehr gute Vorausset- zungen für die passive Sonnenenergienutzung. Die Verminderung der passiven Solargewinne, d.h. die solaren Verluste durch ungünstige Orientie- rung, liegt im Wohnungs -Mittel bei 21,1% und damit über dem anzustrebenden Bereich von max. 7 %. Die Gebäude sind jedoch mit einem orientierungsbedingten solaren Verlust von 0,1 % nahezu optimal orientiert. Die Streubreite der Verminderung der solaren Gewinne de r Teilgebäu- de/Wohnungen liegt zwischen 0 % und 37,5 %. Überdurchschnittlich hohe solare Verluste finden sich bei den im wesentlichen westnordwest bzw. ostsüdost orientierten Wohnungen aller geplanten Wohngebäude. Ursächlich hierfür ist die Konzeption der Punkthäuser als sogenannte Dreispänner, über ein zentrales Treppenhaus werden 3 Wohnungen je Etage erschlossen. Die mittleren Woh- nungen der geplanten Wohngebäude sowie alle Staffelgeschosse weisen dagegen solare Verluste von maximal 0,3 % auf. Der durch die gegenseitige Verschattung der Gebäude verursachte solare Verlust erreicht im Mittel 9,2 %. Dies ist auf die Bebauungsdichte bezogen, ein noch tolerierbarer Wert. Hier sollte 8 % nicht überschritten werden. Überdurchschnittliche verschattungsbedingte Verluste weist mit 12,1 % die mittlere Wohnung des südlichen Gebäudes, unterdurchschnittliche mit 6,1 % die westliche Woh- nung des südlichen Gebäudes auf. Die Streubreite der Wohnungen reicht dabei von 0,9 % im Staf- felgeschoss bis zu 17,8 % im Bereich der mittleren Wohnungen. - 30 - 30 Durch Verschattung durch bestehende Bäume wird der verfügbare Solargewinn im Plangebiet mit im Mittel 12,5 % spürbar beeinträchtigt, ca. 6 % sollten hier im Mittel nicht überschritten werden. Die Spannweite der durch Bäume insgesamt verur sachten Verminderung der passiven Solarge- winne liegt bei den einzelnen Teilgebäuden/ Wohnungen zwischen 2,3 % und 27,2 %, bei den ein- zelnen Gebäuden zwischen 7,6 % und 17,6 %. Verschattungsschwerpunkte mit einer Verminde- rung der passiven Solargewinne durch Bäume von mehr als 25 % finden sich bei de n mittleren Wohnungen des südlichen Gebäudes. Die östlich gelegene Wohnung des südlichen und die west- lich gelegenen Wohnungen des mittleren Gebäudes sind mit 11 % - 16 % mäßig verschattet. Die Wohnungen werden durch die bestehenden Bäume abgeschattet. Bei den übrigen Teilgebäuden/ Wohnungen ist keine übermäßige Verschattung zu erwarten. Der wohnflächenspezifische Solargewinn Q‘‘S erreicht, bezogen auf eine wohnflächenspezifische Fensterfläche von 18 %, im Wohnfläc henmittel 12,5 kWh/m² Wohnfläche pro Jahr ( WFa). Dieser Wert entspricht dem reduzierten verfügbaren Solargewinn. Die Spannweite der einzelnen Woh- nungen reicht von 5,9 bis sehr guten 22,7 kWh/m² Wohnfläche pro Jahr (WFa) im Staffelgeschoss. Hierbei ist die Abschattung durch die Balkone berücksichtigt. Der passiv -solare Heizungsbetrag erreicht im Mittel 19,8 %. Dies ist bezogen auf Wärmeschutzanforderungen nach EnEV 2014 ein befriedigender Wert. Aus dem passiven Solargewinn und den internen Wärmegewinnen Q‘‘I von 13,2 kWh/m² Wohnfläche pro Jahr (WFa) ergibt sich ein wohnflächenspezifischer Heizwärmebedarf Q‘‘h von 50,5 kWh/m² Wohnfläche pro Jahr (WFa). Prognose (Nullvariante): Für die Nullvariante liegen keine Erkenntnisse vor, dass es zu einer unbefriedigend en solar - passiven Heizwärmebilanz kommen wird. Vermeidungs- / Minderungsmaßnahmen: Maßnahmen zur Verminderung der Verschattung sind nicht erforderlich. Bewertung: Die Planung bietet im Mittel befriedigende Voraussetzungen für die passive Sonnenenergienut- zung. Die durch ungünstige Orientierung verursachte Verminderung der passiven Solargewinne liegt im Wohnungs -Mittel mit 21,1% deutlich über dem anzustrebenden Wert. Die Gebäude sind jedoch nahezu optimal orientiert. Die Planung weist bezogen auf die Bebauu ngsdichte mit im Wohnungsmittel 7,8 % eine mäßige und im Gebäudemittel mit 9,2 % eine noch tolerierbare Ver- minderung der passiven Solargewinne infolge gegenseitiger Verschattung der Gebäude auf. Durch bestehende Bäume im Planbereich wird bei einigen Teilgebäuden eine spürbar überhöhte Vermin- derung der passiven Solargewinne verursacht. Besonnung Bestand: Es kann davon ausgegangen werden dass, die für die Planvariante modellierte Besonnungsdauer auch im Bestand erreicht wird. Die für den Winter und die Tag -/Nachtgleiche ermittelte Beson- nungsdauer aus den Sonnenständen und der Verschattungswirkung des Baumbestandes wirkt sich unabhängig von der Bebauung aus. Prognose (Planvariante): Die Besonnung von Wohnungen wird anhand der DIN 5034 (Tageslicht in Innenräumen) ermittelt und bewertet. Danach ist eine Wohnung ausreichend besonnt, wenn ein Aufenthaltsraum am 17. Januar 1 Stunde (Winterkriterium) und am 21. März (Tag-/Nachtgleiche) 4 Stunden besonnt ist. Im Ergebnis der solar und energetische Analyse (Solarbüro Goretzki, Januar 2017) verfehlen für das Winterkriterium in den beiden unteren Geschossen einige Wohnungen (siehe Kapitel 8.5.5. Klima und Luft – Unterkapitel Erneuerbare Energien) das Ziel aufgrund einer Verschattung durch Bäume. Ab dem 2. Obergeschoss (OG) sind alle Wohnungen ausreichend besonnt. Zur Tag / Nachtgleiche verfehlen vier Wohnungen im Erdgeschoss (EG) das Kriterium (aufgrund von Baumverschattung), während ab dem 1. OG alle Wohnungen ausreichend besonnt sind. Da die DIN 5034 jedoch Laub- bäume auch außerhalb der Vegetationsperiode als vollständig lichtundurchlässig behandelt, kann für die Bewertung der tatsächlichen Besonnung die gewichtete Besonnungsdauer am 21. Dezem- - 31 - 31 ber herangezogen werden. Hierzu wurde für den Laubbaumbestand abweichend von der Norm ein anteiliger Lichtdurchgang simuliert. Bei Sonnentiefstand am 21. Dezember wird in den unteren Ge- schossen eine zumindest ausreichende Besonnungsqualität erreicht werden. Am mittleren Winter- tag, dem 8. Februar weisen Teile der unteren Geschosse lei chte Besonnungsdefizite infolge der Abschattung durch Nachbargebäude bzw. der Orientierung der Wohnungen auf. In den Wintermo- naten erreichen bereits alle Wohnungen im EG bei dem am besten besonnten Fenster eine Be- sonnungsdauer von mehr als 15 Stunden und d amit wohnhygienische Mindestanforderungen. Im Winterhalbjahr verfehlen die Wohnungen im EG 16 %, im 1.OG 8 % der Wohnfläche beim am bes- ten besonnten Fenster eine Besonnungsdauer von 120 Stunden und damit wohnhygienische Min- destanforderungen. Prognose (Nullvariante): Es gibt keine Erkenntnisse darüber, dass die in der Planvariante ermittelten wohnhygienischen Mindestanforderungen in der Nullvariante unterschritten werden. Vermeidungs- / Minderungsmaßnahmen: Maßnahmen zur Verminderung der Verschattung sind nicht erforderlich. Bewertung: In der Gesamtbetrachtung erreichen aus wohnhygienischer Sicht alle Wohnungen eine zumindest knapp ausreichende Besonnungsdauer. Erhaltung der bestmöglichen Luftqualität in Gebieten, in denen die durch Rechtsverordnung zur Erfüllung von bindenden Beschlüssen der Europäischen Gemeinschaft festgelegten Immissions- grenzwerte nicht überschritten werden (§1 Absatz6 Nummer 7h BauGB) Siehe Punkt Emission / Immission von Luftschadstoffen. V ermeidung von Emissionen (nicht Lärm / Luft, insbesondere Licht), Ziele des Umweltschutzes: BImSchG, Lichtimmissionen, Messungen, Beurteilung und Verminde- rung Gemeinsamer Runderlass des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz V ermeidung von Emissionen – Licht: Bestand: Aktuell bestehen im Plangebiet aus den umgebenden Erschließungsstraßen und der angrenzen- den Wohnbebauung punktuell nächtliche Lichtquellen (Laternen / Signalanlagen). Die bestehen- den Lichtemissionen stellen keine beeinträchtigenden Umweltauswirkungen dar. Prognose (Planvariante) Es gibt keine Hinweise auf eine zukünftige Entwicklung erheblicher Umweltauswirkungen in Folge der zusätzlichen Lichtquellen durch das Bauvorhaben. Prognose (Nullvariante) In der Nullvariante ist eine Bebauung im nördlichen und südlichen Bereich möglich. Es gibt keine Hinweise auf eine zukünftige Entwicklung erheblicher Umweltauswirkungen in Folge der zusätzli- chen Lichtquellen durch die mögliche Bebauung in der Nullvariante. Vermeidungs- / Minderungsmaßnahmen Es f indet eine sachgerechte Installation und Verortung der neuen Lichtquellen statt, die dem neu- esten Stand der Technik entspricht. Bewertung: Es werden keine Beeinträchtigungen aus Lichtemissionen erwartet. - 32 - 32 8.5.6 Mensch, Gesundheit, Bevölkerung (§1 Absatz 6 Nummer 7c BauGB) Darstellung von sonstigen Fachplänen, insbesondere des Wasser-, Abfall-, Immissionsschutzrech- tes (§ 1 Absatz 6 Nummer 7g BauGB) Ziele des Umweltschutzes: Luftreinhalteplan, WSG-VO Das Plangebiet befindet sich im Einzugsgebiet des Wass erwerks Höhenhaus innerhalb der Was- serschutzzone III A. Bei der Ausführung des Planvorhabens ist daher der „Maßnahmenkatalog für Bauarbeiten in Wasserschutzzone III, III A und III B“ zu beachten. Lärm Ziele des Umweltschutzes: DIN 45691, DIN 4109, DIN 18005, BImSchG, 16. BimSchV, TA-Lärm, Freizeitlärmerlass, 18. BImSchV, BauGB (gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse) Bestand: Das Plangebiet ist durch Verkehrslärm vorbelastet. Es wurde im Rahmen einer schalltechnischen Untersuchung (Peutz Consult, Düsseld orf, März 2019) gutachterlich geprüft, welche Lärmeinwir- kungen durch Straßen- und Schienenverkehrslärm auf das Plangebiet gegeben sind und welche Auswirkungen durch den planbedingten Mehrverkehr auf die Umgebung zu erwarten sind. Auf das Plangebiet wirken Verkehrslärmimmissionen der umliegenden Straßen (Von -Ketteler- Straße, Von-Bodelschwingh-Straße, Berliner Straße, Am Flachsrosterweg), der Autobahn A3, der Straßenbahnlinie 4 und der Bahnstrecken 2325 (östlich des Plangebietes), der Strecke 2730 (westlich des Plangebietes sowie der Strecken 2650 & 2670 (südwestlich des Plangebietes) ein. Die Lärmimmissionen vom den, in der Nähe liegenden Supermarkt (Gewerbelärm) und Bolzplatz werden nicht betrachtet, weil zwischen diesen Lärmquellen und dem Plangebiet vorhan dene Wohngebäude stehen, und davon auszugehen ist, dass bereits an diesen Gebäuden die maßgeb- lichen Richtwerte einzuhalten sind. Prognose (Planvariante): Im Zuge der Untersuchung waren die auf das Planvorhaben einwirkenden Geräuschimmissionen der umliegenden Verkehrswege zu ermitteln und zu bewerten. Die Berechnungen erfolgten mit und ohne Berücksichtigung der abschirmenden Wirkung des geplanten Gebäudes. Mögliche Erhöhun- gen der Verkehrslärmimmissionen im Umfeld des Planvorhabens sind als Vergleich des Prognose- Null-Falls mit dem Prognose -Plan-Fall auf Grundlage der vorliegenden Verkehrsuntersuchung (BSV Gmbh, Aachen, November 2016) ermittelt und bewertet worden. Die Auswirkungen des Neubaus der geplanten Erschießungsstraße auf die Umgebung des Plangebietes wurden ermittelt und nach den Vorgaben der 16. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) bewertet. Gemäß künftigem Planungsrecht wird für den Planbereich der Schutzanspruch eines Allgemeinen Wohn- gebietes (WA) angenommen. Die Verkehrslärm-Immissionen beurteilen sich nach der DIN 18005. Einwirkungen (Immissionen) auf das Plangebiet durch Emittenten nach DIN 18005 Schalltechnische Orientierungswerte nach DIN 18005, Beiblatt 1 Lärmschutz, für allgemeine Wohngebiete (WA) Gebietsausweisung Schalltechnischer Orientierungswert [dB(A)] Tag Nacht Allgemeine Wohngebiete (WA) 55 45 Tabelle 4: Schalltechnische Orientierungswerte nach DIN 18005, Beiblatt 1 Straßenverkehrslärm Im Vergleich zum Prognose-Null-Fall steigen die Verkehrszahlen im Prognose-Plan-Fall durch den Ziel- und Quellverkehr des Plangebietes teilweise an. Die Erhöhung des Immissionspegels im Ein- zugsbereich der betrachteten Straßen beträgt jedoch maximal 1,1 dB (A). Die Immissionsgrenz- werte der 16. BlmSchV werden an Immissionsorten in der Umgebung des Plangebietes sowohl im - 33 - 33 Prognose-Null- als auch im Prognose -Plan-Fall überschritten. Es werden jedoch weder die soge- nannten Sanierungswerte von 70 dB(A) am Tag bzw. 60 dB(A) in der Nacht durch Verkehrslärm überschritten, bei denen eine Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen werden kann, noch kommt es durch das geplante Vorhaben zu Pegelerhöhungen von mehr als 3 dB(A). Die vorlie- genden Berechnungsergebnisse in der Umgebung des Plangebietes führen daher zu der Ein- schätzung, dass keine relevanten Auswirkungen des Vorhabens auf das Umfeld durch den zusätz- lichen Verkehrslärm vorliegen. Schienenverkehrslärm Zur Untersuchung der Schallemissionen aus Schienenverkehr wurden die durch die Straßenbahn- vorbeifahrten der parallel zur Berliner Straße verlaufenden Linie 4 verursachten Schallemissionen nach der Richtlinie „Schall 03-2020“ berücksichtigt. Die Frequentierung der Straßenbahnlinie wur- de dem Fahrplan (Stand 09.12.2018) entnommen. Des Weiteren wurden die durch die Bahnstre- cken Strecke 2325 (östlich des Plangebietes), Strecke 2730 (westlich des Plangebietes) und Stre- cke 2650 & 2670 (südwestlich des Plangebietes) verursachten Schallemissionen nach der Richtli- nie „Schall 03 -2012“ berücksichtigt. Die zur Berechnung angenommenen Streckenbelastungen werden der DB-Prognose für das Jahr 2025 unter Berücksichtigung der Realisierung des Rhein - Ruhr-Expresses (RRX) entnommen. Aufgrund der Streckenbelastungen ergeben sich bis zu 49 dB(A) für den Tag- und Nachtzeitraum. Der Schienenbonus von 5 dB(A) wurde bei der Berech- nung der Beurteilungspegel nach Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt Köln berücksichtigt. Fluglärm Der äquivalente Dauerschallpegel aus dem Flugverkehr liegt laut dem vom Umwelt- und Verbrau- cherschutzamt der Stadt Köln beauftragten Schallimmissionsplan (Stand 2014) im Plangebiet in der Klasse <= 45 dB(A) am Tage und <= 40 dB(A) in der Nacht. Die Werte werden in den Berech- nungen energetisch mit dem Beurteilungspegel aus dem Schienen- und Straßenverkehrslärm ad- diert. Gesamtverkehrslärm Durch die auf das Plangebi et einwirkenden Verkehrslärmimmissionen kommt es an nahezu allen betrachteten Immissionsorten zu Überschreitungen der schalltechnischen Orientierungswerte der DIN 18005 (Berücksichtigung des Schallschutzes im Städtebau). Die höchsten Beurteilungspegel ergeben sich vor allem durch den Straßenverkehrslärm der Autobahn A3 mit Beurteilungspegeln von bis zu 61 dB(A) am Tag und 55 dB(A) in der Nacht. Die schalltechnischen Orientierungswerte für allgemeine Wohngebiete von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht werden im Plange- biet damit um bis zu 6 dB bzw. 10 dB überschritten. Bei Berücksichtigung der abschirmenden Wir- kung der Plangebäude liegt der Beurteilungspegel für den Tagzeitraum - in 2m über Gelände - nur im südlichen Teil des Plangebietes an der Straße A m Flachsrosterweg über 60 dB(A). Auf in Ge- bäudenähe angeordneten Außenwohnbereiche werden damit Beurteilungspegel von weniger als 60 dB(A) tagsüber erreicht. In 9 m über Gelände liegt der Beurteilungspegel in allen Außenwohn- bereichen im Plangebiet knapp über 60 dB(A). Auswirkungen (Emissionen) durch das Plangebiet auf die Umgebung Um die Auswirkungen auf die Umgebung zu bewerten, wurden im Gutachten der Prognose -Null- Fall (derzeitige Lärmbelastungen der Umgebung durch den Straßenverkehr) mit dem Prognose - Plan-Fall (Berücksichtigung des hinzukommenden Quell- und Zielverkehr) aufgenommen. Im Ver- gleich zum Prognose -Null-Fall steigen die Verkehrszahlen im Prognose-Plan-Fall durch den Ziel- und Quellverkehr des Plangebietes teilweise an. Erhöhungen von mehr als 0,2 dB betreffen dabei nur die Fassaden zu den Privatwegen B und C, die bislang ausschließlich eine Erschließungsfunk- tion für die eigene Nutzung haben; über die zukünftig aber auch der Erschließungsverkehr für die Plangebäude abgewickelt wird. Die Erhöhung des Immissionspegels im Einzugsbereich der be- trachteten Straßen beträgt jedoch maximal 1,1 dB(A) am Immissionsort 37 (Von -Ketteler-Str. 6). Die vorliegenden Ergebnisse führen zu der Einschätzung, dass keine relevanten Auswirkungen des Vorhabens auf das Umfeld durch den zusätzlichen Verkehrslärm vorliegen. Es werden weder - 34 - 34 die Pegelwerte von 70 dB(A) am Tag bzw. 60 dB(A) in der Nacht überschritten, noch kommt es durch das geplante Vorhaben zu einer Pegelerhöhung von mehr als 3 dB(A). Überprüfung der Ansprüche nach der 16. BImSchV durch Straßenneubau Im Plangebiet sind zwei Erschließungsstraßen bereits vorhanden und eine neue Erschließung ge- plant. Die Auswirkungen des Straßenneubaus wurden schalltechnisch untersucht und nach der 16. BImSchV bewertet. Die Emi ssionen der Erschließungsstraßen werden gemäß der Richtlinien für Lärmschutz an Straßen (RLS 90) berechnet. Die umliegenden Verkehrswege werden bei dieser Berechnung nicht berücksichtigt. Betrachtet werden die Immissionsorte in der Umgebung der ge- planten Erschließungsstraßen. Die durch den Verkehr auf der geplanten Erschließungsstraße ver- ursachten Immissionen liegen an der umliegenden Bestandsbebauung, unter Berücksichtigung der abschirmenden und reflektierenden Wirkung der Plangebäude, mit bis zu 43 dB(A) am Tag und 35 dB(A) in der Nacht deutlich unterhalb der Grenzwerte der 16. BImSchV von 59 dB(A) am Tag und 49 dB(A) in der Nacht für ein allgemeines Wohngebiet. Selbst bei b eispielsweise einer Ver- doppelung der Verkehrszahlen auf der geplanten Erschließungsstraße würden die Beurteilungspe- gel in der Umgebung noch deutlich unterhalb der Grenzwerte liegen. Damit ergeben sich aus dem geplanten Straßenneubau keine Ansprüche auf Lärmschutz gemäß der 16. BImSchV. Prognose (Nullvariante): Im Prognose-Null-Fall ist von einer Bebauung im nördlichen und südlichen Teil des Plangebietes auszugehen. Auf diese mögliche Bebauung wirken Lärmimmissionen der Straßen und Schienen- wege ein, die auch im Prognose -Plan-Fall untersucht wurden. Und auch hier werden, ebenso wie in der Prognose-Planvariante, weder die Pegelwerte von 70 dB(A) am Tag bzw. 60 dB(A) in der Nacht (Sanierungswerte) durch Verkehrslärm überschritten, noch kommt es durch das geplante Vorhaben zu einer Pegelerhöhung von mehr als 3 dB(A). Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen: Da die Orientierungswerte der DIN 18005 für Allgemeine Wohngebiete (WA) teilweise erheblich überschritten werden, sind zur Sicherung gesunder Wohn - und Arbeitsverhältnisse im Plangebiet Schallminderungsmaßnahmen erforderlich. Grundsätzlich ist bei der Planung von Schallschutz- maßnahmen aktiven Maßnahmen (Schallschutzwänden / -wällen) der Vorzug vor passiven Maß- nahmen an den Gebäuden zu geben. Die maßgebliche Geräuschquelle ist im vorliegenden Fall die etwa 500 m entfernte Autobahn A3, welche bereits von einer Lärmschutzwand abgeschirmt wird. Durch die verhältnismäßig große Entfernung des Plangebietes zur Autobahn A3 müssten weitere aktive Schallschutzmaßnahmen an der Autobahn deutlich größere Höhen (+3 m) aufweisen. Dies hätte einen Abriss der vorhandenen Wände und einen mit enormen Kosten verbundenen Neubau zur Folge. Bezogen auf dieses Plangebiet scheiden solche Maßnahmen aus. Aktive Schallschutzmaßnahmen gegenüber Verkehrslärm in der Umgebung der geplanten Gebäu- de scheiden außerdem auch auf Grund der zentralen Lage aus städtebaulicher Sicht aus. Um ei- nen Schutz auch im 2. Obergeschoss zu erreichen, müsste eine Lärmschutzwand in der Nähe der Plangebäude eine Höhe von mindestens 8 m aufweisen. Es werden daher passive Schallschutz- maßnahmen zur Festsetzung im Bebauungsplan vorgesehen. Zur Sicherstellung eines ausreichenden Schallschutzes kommen für das Plangebiet passive Schallschutzmaßnahmen nach DIN 4109 -1:2018-01 in Betracht, die den erforderlichen Schall- schutz in den Gebäuden in Fo rm von Mindestanforderungen an die Luftschalldämmung von Au- ßenbauteilen (Fenster, Wände und Dächer ausgebauter Dachgeschosse) schutzbedürftiger Nut- zungen sicherstellen. Der für die Ermittlung der Lärmschutzpegelbereiche maßgebliche Außen- lärmpegel errechnet sich gemäß DIN 4109 aus den Beurteilungspegel (tags) der maßgeblich auf die Planbebauung einwirkenden Emittentenarten – Straßenverkehrslärm und Schienenverkehrs- lärm. Die Mindestanforderungen an die Luftschalldämmung von Außenbauteilen gegenüber Au- ßenlärm werden im Bebauungsplan zeichnerisch als Lärmpegelbereiche dargestellt. Textlich fest- gesetzt wird, dass entsprechend den dargestellten Lärmpegelbereichen Schallschutzmaßnahmen an Außenbauteilen gemäß DIN 4109 zu treffen sind. Entsprechend den nach DIN 4109 berechne- ten maßgeblichen Außenlärmpegeln und den hieraus resultierenden Lärmpegelbereichen ergeben - 35 - 35 sich bei freier Schallausbreitung Anforderungen an die Schalldämmung der Außenbauteile der Gebäude entsprechend Lärmpegelbereichen III und IV. Die höchsten Beurteilungspegel für den Gesamtlärm liegen im Plangebiet bei bis zu 61 dB(A) am Tag und 55 dB(A) in der Nacht. Bei Fenstern zu Schlafräumen ist zusätzlich zu beachten, dass bei einem Beurteilungspegel von > 45 dB(A) nachts keine natürliche Fensterlüftung ohne geeignete Schallschutzmaßnahme möglich ist, da der Innenpegel sonst > 30 dB(A) betragen würde. Es müs- sen somit an diesen Fenstern geeignete Minderungsmaßnahmen, wie bspw. Schallgedämmte Lüf- tungseinrichtungen vorgesehen werden. Dies betrifft de facto alle Fassaden der geplanten Gebäu- de. Schallschutzmaßnahmen für den Außenbereich Für Außenwohnbereiche anzustreben ist eine Einhaltung des Orientierungswertes der DIN 18005 für Mischgebiete von 60 dB(A). Bei Berücksichtigung der abschirmenden Wirkung der g eplanten Gebäude liegt der Beurteilungspegel für den Tageszeitraum in 2 m über Gelände (ü. G.) nur im südlichen Teil des Plangebietes über 60 dB(A) im Tageszeitraum. Auf in Gebäudenähe angeord- neten Außenwohnbereiche werden damit Beurteilungspegel von wenig er als 60 dB(A) tags er- reicht, was dem schalltechnischen Orientierungswert der DIN 18005 für Mischgebiete (MI) ent- spricht. In 9 m ü. G. liegt der Beurteilungspegel in allen Außenwohnbereichen im Plangebiet knapp über 60 dB(A). Bewertung: Für die Beurteilung der gegenwärtigen und zukünftigen Lärmaufkommen wurde eine schalltechni- sche Untersuchung durchgeführt. Der Geltungsbereich des Bebauungsplan-Entwurfes sowie an- grenzende Flächen sind lärmvorbelastet, insbesondere aus dem Straßenverkehr der Berliner Stra- ße, Am Flachsrosterweg, Von-Ketteler-Straße und Von-Bodelschwingh-Straße sowie dem Schie- nenverkehr der Straßenbahnlinie 4 und der Strecken 2325, 2730 und 2650 & 2670 der Deutschen Bahn AG. Die Überschreitungen der Orientierungswerte sind als mittel bis hoch einzustufen. Durch entsprechende Festsetzungen werden schalltechnisch gesunde Wohnverhältnisse sichergestellt. Im Bebauungsplan-Entwurf werden der Lärmpegelbereich III und IV in Abhängigkeit zu den Lärmeinwirkungen durch Straßen- und Schienenverkehr im Plangebiet festgesetzt. Des Weiteren werden Vorgaben zu fensterunabhängigen Belüftungseinrichtungen bei Schlaf - und Kinderzim- mern festgesetzt. Ferner sind für bestimmte Balkone und Loggien Schallschutzmaßnahmen zu treffen, die sicherstellen, dass es zu kein er Überschreitung des Beurteilungspegels kommt. Die vorliegenden Berechnungsergebnisse aus der schalltechnischen Untersuchung der Umgebung des Plangebietes führen zu der Einschätzung, dass durch den zusätzlichen Verkehrslärm, bedingt durch den planbedingen Mehrverkehr und durch den Straßenneubau, keine relevanten Auswirkun- gen des Vorhabens auf das Umfeld vorliegen. Gefahrenschutz z.B. Hochwasser, Magnetfeldbelastung, Explosionsgefahr Ziele des Umweltschutzes: gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse und die Sicherheit der Wohn- und Arbeitsbevölkerung (§ 1 Abs. 5 Nr. 1 BauGB) hier: Starkregen Bestand: Die Entwässerung des Plangebietes erfolgt durch Mischwasserkanalisation. Nach der Starkregen- gefahrenkarte der Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB) im Internet (letzter Zugriff am 7.12.2020) sind im Planungsgebiet bei extremen Starkregenereignissen im Bereich der Erschlie- ßungsstraßen mäßige Gefährdungen und im Bereich der Grünfläche nur geringe Gefährdungen zu erwarten. - 36 - 36 Prognose (Planvariante): Im Hinblick auf die Kapazität der umgebenden Mischwasserkanäle lässt sich feststellen, dass die- se für eine zusätzliche Einleitung von Niederschlagswasser aus Starkregenereignissen aufgrund des Klimawandels nicht ausreichend dimensioniert sind. Der Einsatz von Dachflächen Prognose (Nullvariante): Auch bei der Nullvariante ist davon auszugehen, dass die vorhandene Mischwasserkanalisation bei einem Starkregenereignis die zu erwartenden Wassermassen nicht sofort aufnehmen kann. In der Starkregengefahrenkarte sind ein angrenzendes Grundstücke im Südwesten und die Von- Ketteler-Straße von hohen bis sehr hohen Gefahren durch Starkregenereignisse betroffen. Vermeidungs-/Ausgleichsmaßnahmen: Zur Beurteilung einer schadlosen Überflutung im Falle eines Starkregenereignisses ist Entwässe- rungskonzept und ein Überflutungsnachweis (Fredersdorf Consulting, 2017/2018) erstellt worden. Neben dem Einsatz von Dachflächenbegrünungen im Zusammenhang mit Teilspeicherungen ist zusätzlich eine Notentwässerung vorzusehen. Diese umfasst folgende Maßnahmen: Bereiche der Wohnhäuser: Alle Geländeanschlüsse (Terrassenaustritt, umlaufender Spritzschutz) sind 15 cm tiefer als Ober- kante Fußboden (OKFF) und 5 cm tiefer als Lichtschächte auszubilden. Am Gebäudeeingang er- folgt der Einbau von 2 Eingangsstufen (2x 0,15 m = 30 cm) bzw. entsprechend ein barrierefreier Zugang. Bereiche der Außenanlagen: - Geländeprofilierung mit Ausbildung von Mulden - Ausbildung des Längs- und Quergefälles im Bereich der neuen Erschließungsstraße - Im Bereich geplanter Stellplätze wird das Gefälle jeweils nach „hinten abfallend“ ausgebildet. Bewertung: Zur Rückhaltung von Starkregen werden zum einen Dachbegrünung, zum anderen Mulden vorge- sehen, deren Bemessung und Ausführung in der Entwässerungsplanung zum bauordnungsrechtli- chen Genehmigungsverfahren geklärt werden. Ein entsprechendes Konzept zur Rückhaltung mit Mulden wurde im weiteren Planungsverfahren im Rahmen interner Dienstabstimmung erstellt (Überflutungsnachweis – Fredersdorf Consulting, Juni 2018). 8.5.7 Wirkungsgefüge und Wechselwirkungen (§ 1 Absatz 6 Nummer 7i BauGB) ...zwischen den einzelnen Belangen des Umweltschutzes nach den Buchstaben a, c und d (Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft, biologische Vielfalt, Mensch, Kultur- und Sach- güter) Wechselwirkungen sind erhebliche Auswirkungsverlagerungen und Sekundärauswirkungen zwi- schen und innerhalb verschiedener Umweltmedien, die sich gegenseitig addieren, verstärken, po- tenzieren, aber auch vermindern oder aufheben können. Auswirkungen auf Wechsel wirkungen sind relevante Einflüsse, die zu einem veränderten Zustand, einer veränderten Entwicklungsten- denz oder einer veränderten Reaktion der Umwelt führen. Prozesse spielen sich in der Umwelt auf allen Organisationsebenen sowie auf verschiedenen räumlic hen und zeitlichen Maßstabsebenen ab. Es können z.B. physikalische, chemische, physiologische oder biozönotische Prozesse be- deutsam sein. Bei Menschen und Tieren spielen auch Wahrnehmungsprozesse und deren Auswir- kungen auf das Verhalten eine Rolle. Prognose: Mit dem Vorhaben sind durch Wechselwirkungen bedingte Beeinträchtigungen der Schutzgüter verbunden. Diese sind jeweils bei den entsprechenden Ausführungen der durch die Planung be- troffenen Umweltbelange aufgeführt. - 37 - 37 Bewertung: Die Betrachtung der Auswirkungen des Vorhabens auf die Wechselwirkungen zwischen den ein- zelnen Belangen des Umweltschutzes wurde schutzgutbezogen berücksichtigt, es wird daher auf die entsprechenden Ausführungen der durch die Planung betroffenen Umweltbelange verwiesen. Die Umsetzung der Planung ist mit Eingriffen in das Wirkungsgefüge von Tiere, Pflanzen, Fläche, Boden, Wasser, Luft und Klima und entsprechenden Wechselwirkungen verbunden, wie der Tabel- le 6 zu entnehmen ist. Zur Reduzierung der Auswirkungen erfolgen entsprechende Maßnahmen zu den jeweiligen Umweltbelangen. Wirkung von → Mensch Pflanzen/ Tiere/ Landschaft Boden / Fläche Wasser Klima / Luft Wirkung auf ↓ Mensch Erholungsraum (+) Vielfalt der Arten und Strukturen verbessert die Erholungs- wirkung (+) Standort für Sied- lung und Verkehr (x) Wassernutzung (x) Frischluft (+) Ausgleichs- funktion (x) Pflanzen/ Tiere/ Landschaft Lebensraum- u. Landschaftsver- lust (-) Störungen von Tieren (-) Lebensraum für Pflanzen u. Tiere (+) Wassernutzung (+) Boden/ Fläche Verlust von Bo- denfunktionen (-) Schadstoffein- träge (-) Verdichtung (-) Erhalt von Bo- denfunktionen (+) Stoffverlagerung (-) Wasser Verringerung Grundwasser- neubildung (-) Erhöhung Ober- flächenabfluss (-) Filterung von Schadstoffen durch Pflanzen (+) Speicher, Filter- u. Pufferfunktion (+) Klima/ Luft Emissionen (-) Behinderung des Luftaustau- sches (-) Aufheizung durch Versiege- lung (-) Frischluft (+) Kaltluftproduk- tion (+) klimatischer Aus- gleichsraum (+) Kaltluftproduktion (+) Staubbildung (-) Tabelle 6: Wirkungsgefüge und Wechselwirkungen Legende: (+) positive Wirkung, (-) negative Wirkung Quelle: in Anlehnung an Storm/ Bunge: Handbuch der Umweltverträglichkeitsprüfung, 2. Band, Kapitel Wechselwirkun- gen, September 2002 - 38 - 38 8.5.8 In Betracht kommende anderweitige Planungsmöglichkeiten -Alternativen Die vorliegende Planung wurde von der DEWOG als städtebauliches Konzept für den rückwärtigen Grundstücksbereich, zwischen den Bestandsbebauungen an der Von-Ketteler-Straße im Westen und der Von-Bodelschwingh-Straße im Osten, vorgelegt. Die Planung dient der Aktivierung von gut erschlossenen Wohnbauflächen, und der Ergänzung durch weitere Mietwohnungen. Weil die Pla- nung umfänglich den städtebaulichen Leitzielen der Stadt Köln (z.B. StEK Wohnen) entspricht, wurde auf eine konzeptionelle Alternativprüfung verzichtet. 8.6 Zusätzliche Angaben 8.6.1 Technische V erfahren bei der Umweltprüfung bzw. Hinweise auf Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung der Angaben (z. B. technische Lücken, fehlende Kenntnisse) Zur Erstellung des Umweltberichtes wurde neben zwei Ortsbesichtigungen verfügbares Daten- und Kartenmaterial ausgewertet. Zudem wurden folgende Fachgutachten zu Grunde gelegt: - Labor Dr. Rabe HygieneConsult: Auszug aus der Karte „Luftgüte in Köln“ aus: Ermittlung der Luftqualität in Köln mit Flechten als Bioindikatoren, Essen, Dezember 2003; - Calles De Brabant: Landschaftspflegerischer Begleitplan mit Umweltbericht zum Bebau- ungsplan "Von-Ketteler-Straße" in Köln Höhenhaus, letzte Änderung Dezember 2020 - GFM umwelttechnik: Hydrogeologisches Gutachten vom B-Plan von Ketteler-Straße in Köln- Höhenhaus, 07.02.2017 - Prof. Dr. Kuttler et.al. Uni Essen, Klimatologische Untersuchung Köln, 1997 - PEUTZ CONSULT: Schalltechnische Untersuchung zum geplanten Neubau von 4 Wohnge- bäuden an der Von-Ketteler-Straße in Köln, 29.03.2019 - Skibbe, Andreas: Bebauungsplanverfahren an der Von-Ketteler-Straße in Köln-Höhenhaus, Artenschutzprüfung Stufe I und II, August 2020 - SOLARBÜRO Dr.-Ing. Peter Goretzki, Büro für energieeffiziente Stadtplanung, Energiesimu- lation + Bes onnungsgutachten: Solar+energetische Analyse Köln-Höhenhaus Von-Ketteler- Straße - Bebauungskonzept / BPlan-VE Planungsstand vom 23.November 2016, 13.01.2017 - BSV Büro für Stadt - und Verkehrsplanung GmbH, Aachen: Verkehrsuntersuchung zum Be- bauungsplan "Von-Ketteler-Straße" in Köln-Höhenhaus, November 2016 - Fredersdorf Consulting: Geplante Entwässerungskonzeption mit Hinweisen zu Starkregener- eignissen vom 14.08.2017 - Fredersdorf Consulting: Überflutungsnachweis zur Entwässerungskonzeption vom 04.06.2018 - Städtische Entwässerungsbetriebe Köln (StEB): Starkregengefahrenkarte – Webmap , letzter Zugriff am 07.12.2020 8.6.2 Geplante Maßnahmen zur Überwachung der erheblichen Auswirkungen (Monito- ring) Das Erfordernis des Monitoring ist zum derzeitigen Stand nicht erkennbar, da es hinsichtlich der in der Umweltprüfung gewonnenen Ergebnisse keine Prognoseunsicherheiten gibt. 8.6.3 Zusammenfassung Im Rahmen des Bebauungsplan -Verfahrens wurde eine Umweltprüfung durchgeführt mit folgen- den Ergebnissen: Durch die Planung sind folgende Umweltbelange nicht betroffen: • Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung / europäische Vogelschutzgebiete Das Planvorhaben befindet weder innerhalb noch in der Nähe von europäischen Vogel- schutzgebieten oder Gebieten von gemeinsch aftlicher Bedeutung (FFH -Gebiete). Das nächste FFH Schutzgebiet Natura 2000 ist das NSG Thielenbruch (DE-5008-301), das sich 3,7 km östlich in gerade Luftlinie vom Plangebiet befindet. - 39 - 39 • Landschaftsplan Im Landschaftsplan Köln wird das Gebiet als Innenbereich ausgewiesen. Durch die Realisie- rung des Bauvorhabens ergeben sich damit keine Veränderungen für den Landschaftsplan. • Oberflächenwasser Im Plangebiet oder in unmittelbarer Umgebung sind keine Oberflächengewässer vorhanden. • Vermeidung von Emissionen – Gerüche Es gibt keine Hinweise auf die Entstehung von Geruchsimmissionen durch das Bauvorha- ben. • Sachgerechter Umgang mit Abfall und Abwässern Ein sachgerechter Umgang mit Abfällen und Abwässern wird sichergestellt. • Altlasten Im Plangebiet befindet sich keine Fläche, die gemäß dem städtischen Altlastenkataster als Verdachtsfläche ausgewiesen ist. • Erschütterungen Durch die geplanten Nutzungen werden im Plangebiet oder angrenzend keine Erschütterun- gen verursacht. Erschütterungen durch die Stadtbahnlinie müssen aufgrund der Entfernung (150 m)keine Beachtung finden. • Gefahrenschutz Risiken aus Hochwasserereignissen, Störfallbetrieben, elektromagnetischen Feldern liegen nicht vor. • Kultur- und Sachgüter Es gibt keine Hinweise auf die Betroffenheit von Kultur- oder Sachgütern durch die Realisie- rung des Bauvorhabens. Folgende Umweltbelange sind durch die Planung betroffen: Pflanzen Bei der Durchführung der Baumaßnahme kommt es zu einem erheblichen Eingriff in den Baumbe- stand und den Biotopflächen des a usgleichspflichtigen Eingriffsbereiches. 43 von 120 Bäumen müssen gefällt werden. Als Ersatz für werden insgesamt 38 Bäume neu gepflanzt. Davon werden im Plangebiet 34 Bäume gepflanzt. Davon werden die Stellplätze mit 11 Bäumen eingegrünt, 10 Bäume auf den nicht überbauten Flächen und 13 Bäume auf der privaten Grünfläche neu ge- pflanzt. Die 4 restlichen Bäume werden mit Hilfe der Baumschutzsatzung im baurechtlichen Ge- nehmigungsverfahren ersetzt. Während der Bauzeit ist vorhandener Vegetationsbestand zu schüt- zen. Fünf Bäume erhalten eine planungsrechtliche Sicherung. Durch die beschriebenen Maßnah- men kann der Eingriff in den Baumbestand ausgeglichen werden. Tiere Da keine Beeinträchtigungen von planungsrelevanten Arten vorliegen und bei Einhaltung der er- laubten Eingriffszeiten in die Vegetation können Verstöße gegen die Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG für möglicherweise betroffene Vogel- und Fledermausarten bei Realisierung des Vor- habens ausgeschlossen werden. Biologische Vielfalt Durch die Realisierung des Bauvorhabens sind keine Beeinträchtigungen der biologischen Vielfalt zu erwarten. Eingriff/Ausgleich Der ausgleichspflichtige Eingriffsbereich von 9.598 m² erreicht einen Bestandswert von 68.408 Bewertungspunkten (BWP). Für den nach dem Bebauungsplan zulässigen Eingriff ergibt sich ein Biotopwert von 42.239 BWP . Das geplante V orhaben des Bebauungsplan -Entwurfes „V on- Ketteler-Straße“ erreicht somit ein Defizit von 26.169 BWP, das durch die Realisierung einer ex- ternen Ausgleichmaßnahme vollständig ausgeglichen wird. Landschafts- und Ortsbild Durch die Einfügung der Planung in die Umgebung ergibt sich bei Realisierung des Bauvorhabens keine wesentliche Beeinträchtigung des Ortsbildes - 40 - 40 Boden Durch das Planvorhaben werden auf 6.009 m² vollständig und auf 3.793 m² teilweise die Boden- funktionen "Natürliche Bodenfruchtbarkeit", "Regelungs- und Pufferfunktion" und "Ausgleichskörper für den Wasserhaushalt" zerstört. Dieser Eingriff in das Schutzgut Boden ist aufgrund der langen Entstehungsdauer von fruchtbaren Böden mit diesen Eigenschaften und der vorliegenden hohen Bewertung praktisch nicht ausgleichbar. Der Eingriff reduziert sich durch die bei den Sondierungen festgestellten auftretenden Störungen und der anthropogenen Überprägung der Bodenprofile im Plangebiet. Der Ausfall dieser Funktionen für den Naturhaushalt wird deshalb durch die Vermei- dungs- bzw. Minderungsmaßnahmen vermindert. Grundwasser Auf Grund der zusätzlichen Versiegelung werden potentielle Versickerungsflächen reduziert. Es existiert im Plangebiet o berflächennah keine versickerungsfähigen Schichten. Die Grundwasser- neubildung aus Niederschlag ist somit bereits im Bestand gestört. Die gewählte Lösung der Ent- wässerung ergibt durch die Realisierung der Baumaßnahme für das Grundwasser keine wesentli- che Beeinträchtigung. Abwässer Es ergeben sich keine Beeinträchtigungen. Klima, Kaltluft / V entilation Das Planvorhaben führt durch den Verlust des vorhandenen Baumbestandes, sowie durch die Versiegelung und Bebauung von Freiflächen zu Beeinträchtigungen des Schutzgutes Klima. Min- derungsmaßnahmen sind die geplante Dachbegrünung und neue Baumpflanzungen. Luftschadstoffe – Emissionen, Immissionen Mit der Realisierung des Bauvorhabens wird es im Untersuchungsgebiet zu zusätzlichen Emissio- nen luftfremder Stoffe komme n. Diese werden zum größten Teil durch den planbedingten Mehr- verkehr durch Kraftfahrzeuge und zu einem kleinen Teil durch das geplante Blockheizkraftwerk an fiktiver Stelle emittieren. Durch die geplante Bauweise und die nicht erhebliche Erhöhung des Ver- kehrsaufkommens ist nicht von einer erheblichen Menge an zusätzlichen Emissionen auszugehen. Die Luftqualität ist für eine Wohnbebauung geeignet. Erneuerbare Energien / Energieeffizienz Die Planung bietet im Mittel befriedigende Voraussetzungen für die passi ve Sonnenenergienut- zung. Die durch ungünstige Orientierung verursachte Verminderung der passiven Solargewinne liegt im Wohnungs -Mittel mit 21,1% deutlich über dem anzustrebenden Wert. Die Gebäude sind jedoch nahezu optimal orientiert. Die Planung weist bez ogen auf die Bebauungsdichte mit im Wohnungsmittel 7,8% eine mäßige und im Gebäudemittel mit 9,2% eine noch tolerierbare Vermin- derung der passiven Solargewinne infolge gegenseitiger Verschattung der Gebäude auf. Durch bestehende Bäume im Planbereich wird bei einigen Teilgebäuden eine spürbar überhöhte Vermin- derung der passiven Solargewinne verursacht. Es ergibt sich ein befriedigender wohnflächenspezi- fischer Heizwärmebedarf. In der Gesamtbetrachtung erreichen aus wohnhygienischer Sicht alle Wohnungen eine zumindest knapp ausreichende Besonnungsdauer. V ermeidung von Emissionen (Licht, ) Es gibt keine Hinweise auf die Entstehung erheblicher Geruchsimmissionen durch das Bauvorha- ben. Es werden keine Beeinträchtigungen aus Lichtemissionen erwartet. Lärm Für die B eurteilung der gegenwärtigen und zukünftigen Lärmaufkommen wurde eine schalltechni- sche Untersuchung durchgeführt. Der Geltungsbereich des Bebauungsplans sowie angrenzende Flächen sind lärmvorbelastet, insbesondere aus dem Straßenverkehr der Berliner Straße , Am Flachsrosterweg, Von-Ketteler-Straße und Von -Bodelschwingh-Straße sowie dem Schienenver- kehr der Straßenbahnlinie 4 und der Strecken 2325, 2730 und 2650 & 2670 der Deutschen Bahn AG. Die Überschreitungen der Orientierungswerte sind als mittel bis hoch einzustufen. Durch ent- sprechende Festsetzungen werden schalltechnisch gesunde Wohnverhältnisse sichergestellt. Im Bebauungsplan werden der Lärmpegelbereich III und IV in Abhängigkeit zu den Lärmeinwirkungen - 41 - 41 durch Straßen- und Schienenverkehr im Plangebiet festgesetzt. Des Weiteren werden Vorgaben zu fensterunabhängigen Belüftungseinrichtungen bei Schlaf- und Kinderzimmern festgesetzt. Fer- ner sind für bestimmte Balkone und Loggien Schallschutzmaßnahmen zu treffen, die sicherstellen, dass es zu keiner Überschreitung des Beurteilungspegels kommt. Die vorliegenden Berechnungs- ergebnisse in der Umgebung des Plangebietes führen zu der Einschätzung, dass durch den zu- sätzlichen Verkehrslärm, bedingt durch den planbedingten Mehrverkehr und durch den Straßen- neubau, keine relevanten Auswirkungen des Vorhabens auf das Umfeld vorliegen. Starkregen Zur Rückhaltung von Starkregen werden zum einen Dachbegrünung, zum anderen Mulden vorge- sehen, deren Bemessung und Ausführung in der Entwässerungsplanung zum bauordnungsrechtli- chen Genehmigungsverfahren geklärt werden. Ein entsprechendes Konzept zur Rückhaltung mit Mulden wurde im weiteren Planungsverfahren im Rahmen interner Dienstabstimmung erstellt (Überflutungsnachweis – Fredersdorf Consulting, Juni 2018). Wirkungsgefüge und Wechselwirkungen Mit dem Vorhaben sind durch Wechselwirkungen bedingte Beeinträchtigungen der Schutzgüter verbunden. Diese sind jeweils bei den entsprechenden Ausführungen der einzelnen Schutzgüter beschrieben. 9. Nachrichtliche Übernahme, § 9 Abs. 6 BauGB Das Plangebiet liegt in der Wasserschutzzone III A des Wasserwerkes Höhenhaus. Die Wasser- schutzgebietsverordnung Köln-Höhenhaus vom 29. November 2003 ist zu beachten. 10. Planverwirklichung 10.1 Planumsetzung Der Investor hat am 02.10.2015 die Grundz ustimmung zur Anwendung des Kooperativen Bau- landmodells erteilt. Der Stadt Köln entstehen durch die Planung keine Kosten. 10.2 Städtebaulicher Vertrag Zwischen der Stadt Köln und der DEWOG wird bis zum Satzungsbeschluss ein städtebaulicher Vertrag abgeschlossen. Dieser stellt sicher, dass es zur Realisierung des Bauvorhabens kommt. Regelungsinhalte des städtebaulichen Vertrages sind insbesondere: - Herstellung und Durchführung des Bauvorhabens incl. der öffentlich geförderten Wohnun- gen, - Gestaltung des Bauvorhabens - Herstellung und Sicherung der privaten Erschließungsanlagen, - Herstellung und Sicherung der Ausgleichsmaßnahmen, Herstellung und Pflege der Grünanlagen - Eintragung von Baulasten für den Fuß - und Radfahrweg durch die Grünfläche und für das Leitungsrecht, - Herstellung und Sicherung der öffentlich zugänglichen Kinderspielfläche, - Sicherung der Begrünungsmaßnahmen, - Herstellung und Sicherung der notwendigen Ersatzpflanzungen außerhalb des Plangebietes, - Herstellung und Sicherung der externen Ausgleichsfläche, - Regelungen zur Ermöglichung einer Großkindertagespflege. - 42 - 42 10.3 Baulasten / Grunddienstbarkeiten Die Baulast 348/11 (Stellplatzzuordnung mit Zufahrt) ist zu löschen, die dort abgesicherten Stell- plätze sind an anderer geeigneter Stelle nachzuweisen. Darüber hinaus sind folgende Baulasten vorgesehen: - Gehrecht zugunsten der Allgemeinheit für den Spielplatz innerhalb der privaten Grünfläche, - Geh- und Radfahrrecht zugunsten der Allgemeinheit für den Weg durch die private Grünflä- che, - Leitungsrecht zugunsten der Ver- und Entsorgungsträger für den Kanal in der privaten Grün- fläche. 11. Kenndaten Größe des Plangebiets in ha ca. 1,6 ha Allgemeines Wohngebiet in m² ca. 6.886 m² BGF über alle Baufelder in m² 5.100 m² BGF Wohnen in m² 5.100 m² Anzahl der geplanten WE 43 davon öffentlich gefördert 13 Private Grünfläche in m² ca. 6.570 m² davon Spielplatzfläche in m² ca. 500 m² Private Verkehrsfläche in m² ca. 2.111 m² -
Anlage 4 Ausschnitt Bebauungsplan Entwurf
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Anlage 4 Stadtplanungsamt verkleinerter Bebauungsplan Entwurf 71504/05 Von Kettler Strasse in Köln - Höhenhaus unmaßstäblich -
Anlage 1 Geltungsbereich
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Planwirkungsbereich der Vorlage zur Orientierung von0LWJOLHGHUQGHV5DWHVGHU$XVVFKVVHXQGGHU%H]LUNVYHUtretungen, die wegen Befangenheit an den Beratungen zuGLHVHP7DJHVRUGQXQJVSXQNWQLFKWWHLOQHKPHQGUIHQ Anlage 1 0DVWDE0 10050 200300 MeterN StadtplanungsamtGeltungsbereich des Bebauungsplanes9RQ.HWWHOHU6WUDHLQ.|OQ+|KHQKDXV -
zu Anlage 2 +++ Urkunde +++
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- 1 - 1 Begründung nach § 3 Absatz 2 Baugesetzbuch (BauGB) mit Umweltbericht nach § 2 Absatz 4 BauGB zum Entwurf des Bebauungsplanes Nummer 71504/05 Arbeitstitel: Von-Ketteler-Straße in Köln-Höhenhaus 1. Anlass und Ziel der Planung 1.1 Anlass der Planung Aufgrund der Haushaltsprognose aus Mai 2015 beläuft sich der Wohnungsbedarf in der wachsenden Stadt Köln für den Zeitraum von 2015 bis 2030 (15 Jahre) auf rund zusätzliche 66.000 Wohnungen. Neue Wohnungen sollen insbesondere in Form von Mehrgeschosswohnu ngsbau entstehen und gemäß einer der Leitlinien des „Stadtentwicklungskonzeptes Wohnen“ der Stadt Köln (Ratsbeschluss vom 11.02.2014) möglichst in integrierten und bereits erschlossenen Lagen. Im Stadtentwicklungskonzept Wohnen werden auch Maßnahmen im Ber eich der sozialorientierten Wohnungspolitik mit dem Ziel der Sicherung und Schaffung bezahlbaren Wohnraums und der Quartiersentwicklung vorgesehen. Einen wichtigen Beitrag zur Deckung des hohen Bedarf s an Wohnungen , insbesondere an bezahlbarem Wohnraum, leistet die hier vorgesehene Planung. Die Deutsche Wohnungsgesellschaft mbH (DEWOG) beabsichtigt, die bestehende Geschosswohnungsbausiedlung zwischen der VonBodelschwingh-Straße und der Von-Ketteler- Straße in Köln-Höhenhaus durch eine zusätzliche Bebauung zu ergänzen. Die Nachverdichtung soll in Form von Punkthäusern auf einer vorhandenen Grünfläche erfolgen. Die Grünfläche mit dem bestehenden fünf-geschossigen Wohngebäude, welches in der Planung integriert ist, befindet sich im Eigentum der DEWOG. 1.2 Ziel der Planung Ziel der Planung ist, neben der Aktivierung von gut erschlossenen Wohnbauflächen, die Ergänzung des durch öffentlich geförderten Wohnungsbau geprägten Sozialraumes durch ein Angebot an frei finanzierten Mietwohnungen. Der Bebauungsplan-Entwurf sieht im Bereich einer vorhanden privaten Grünfläche die Nachverdichtung durch vier Punkthäuser mit insgesamt 43 Wohneinheiten (WE) vor. Im nördlichen Punkthaus sind 13 WE als geförderte Wohnungen geplant. In den übrigen drei Gebäuden sind insgesamt 30 WE als frei finanzierte Wohnungen geplant. Mit drei bis vier Geschosse n zuzüglich einem zurückgestaffelten Dachgeschosses greift das Konzept die Geschossigkeit en der nachbarlichen Bestandsbebauung auf und schafft einen städtebaulichen Übergang zwischen der dreigeschossigen Bebauung an der Von-Bodelschwingh- Straße und der vier- bis fünfgeschossigen Bebauung an der Von-Ketteler-Straße. Die geplanten Punkthäuser sind parallel zur westlichen Grundstücksgrenze linear aufgereiht und werden bis auf das nördliche Punkthaus von Westen aus über die vorhandenen privaten Stichstraßen erschlossen. Diese Privatstraßen sind im Zusammenhang mit den Ersatzneubauten der Geschosswohnungsbauten östlich der Von-Ketteler-Straße in den letzten Jahren gebaut worden. Das nördliche der vier Punkthäuser sowie das bestehende fünfgeschossige Wohnhaus werden über die Von-Bodelschwingh-Straße unmittelbar erschlossen. Eine Erschließung aller neuen Häuser über die Von-Bodelschwingh-Straße wurde alternativ geprüft, jedoch verworfen, da dann die Grünfläche durchschnitten würde. Durch die Erschließung der drei südlichen Gebäude über die bestehenden Erschließungsstraßen kann im östlichen Plangebiet eine durchgehende Grünfläche erhalten werden. - 2 - 2 Trotz Nachverdichtung wird weiterhin eine verhäl tnismäßig große und zusammenhängend e begrünte private Freifläche verbleiben. Die private Grünfläche spielt als Anbindung des Plangebiets an das Entwicklungskonzept „Grüngürtel: Impuls 2012“ (entlang der Autobahntrasse A 3 im Süden, durch die südlich gelegene GAG-Siedlung) und nach Norden in die freie Landschaft eine wichtige landschaftliche, ökologische und klimatische Rolle. Ziel des Bebauungsplan -Entwurfes ist daher auch die planungsrechtliche Sicherung dieser Fläche inklusive eines größtmöglichen Baumbestandes. Bereits heute wird die se Grünfläche in der Form genutzt, dass zahlreiche Schüler der nördlich gelegenen Gemeinschaftsgrundschule sie auf ihrem Weg von der Stadtbahnhaltestelle an der Berliner Straße zur Schule durchqueren. Obwohl die Grünfläche we iterhin im Privateigentum verbleiben soll und auch durch die DEWOG gepflegt wird, ist eine öffentlich zugängliche Durchwegung der privaten Grünfläche aufgrund der damit steigenden sozialen Kontrolle beabsichtigt. Die private Grünfläche soll unverändert von den Anwohnern der umliegenden Wohnhäuser der DEWOG als Parkanlage vorbehalten bleiben und nicht als öffentliche Grünfläche genutzt werden. Es wurde ein Freiflächengestaltungsplan erarbeitet, der die Einbettung der privaten Freiflächen in ein qualifiziert es Gesamtkonzept sicherstellen soll. Für die Erdgeschosswohnungen der Punkthäuser sind Terrassen vorgesehen und die Stellplatzanlagen werden mit Baumpflanzungen zur neuen Erschließungsstraße eingegrünt. Das Fußwegesystem soll mit wassergebundenen Wegen, die die innere Grünfläche mit der Gemeinschaftsgrundschule, den Wohnzeilen entlang der Von-Ketteler-Straße und der Von -Bodelschwingh-Straße sowie mit dem Einkaufsmarkt an der Berliner Straße verknüpfen, erneuert werden. Die erforderlichen Spielflächen für K inder über 6 Jahre sollen für alle geplanten Wohnungen im zentralen Bereich nördlich der Gebäude, innerhalb der Grünfläche in einer Größe von ca. 500 m² zusammengefasst werden. Die Fläche ist ausreichend, um den erforderlichen Spielflächenbedarf von rechne risch 258 m² für 43 W E aufzunehmen. Weitere Kleinkinderspielflächen nach Landesbauordnung (BauO NRW) werden wohnungsnah auf den privaten , nicht überbaubaren Grundstücksflächen untergebracht. 1.3 Verfahren Die Aufstellung des Bebauungsplanes erfolgt im Regelverfahren nach § 2 Absatz 1 Baugesetzbuch (BauGB). Der Aufstellungsbeschluss erfolgte im Stadtentwicklungsausschuss am 28.01.2016, die öffentliche Bekanntmachung des Beschlusses erfolgte am 06.04.2016 im Amtsblatt. Die frühzeitige Öffentlichkeitsbete iligung gemäß § 3 Absatz 1 BauGB fand vom 30.06. bis einschließlich 14.07.2016 durch Aushang eines Plakates im Bezirksamt Mülheim statt. Zum städtebaulichen Planungskonzept wurden drei Anregungen, Bedenken und Hinweise zu den Themen Stellplätze, Reduzierung der vorhandenen Grünfläche, Verkehrsbelastung, Erschließung des Plangebietes und Entwässerung vorgebracht. Die frühzeitige Beteiligung der Dienststellen sowie Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange gemäß § 4 Absatz 1 BauGB erfolgte in der Zeit vom 15.03. bis zum 18.04.2016 mit einem Scopingtermin am 06.04.2016. Stellungnahmen wurden im Wesentlichen zu den Themen Leitungs- und Kanaltrassen, Kampfmittelverdacht, Entwässerung, Lärm - und Erschütterungsschutz sowie Denkmalschutz vorgebracht. In der Sitzung am 15.09.2016 hat der Stadtentwicklungsausschuss den Beschluss über die eingegangenen Stellungnahmen aus der frühzeitigen Öffentlichkeitsarbeit sowie der Beteiligung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange und die daraus entwi ckelten Vorgaben zur Ausarbeitung des Bebauungsplan-Entwurfes "Von-Ketteler-Straße in Köln-Höhenhaus" gefasst. Die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange sowie der Dienststellen gemäß § 4 Absatz 2 BauGB erfolgte in der Zeit vo m 16.07. bis zum 22.08.2018. Stellungnahmen wurden im Wesentlichen zu den Themen Erschließung und Dimensionierung der Erschließungsanlagen, Abstände zu Höchstspannungsfreileitungen, Sicherung des öffentlichen - 3 - 3 Kanals und Berücksichtigung von Starkregen vorgebracht und wurden im Bebauungsplan-Entwurf berücksichtigt. Der Bebauungsplan -Entwurf wird nach den Vorgaben des Kooperativen Baulandmodells (KoopBLM) der Stadt Köln aufgestellt. D ie Bauherr in hat hierzu am 02.10.2015 ihre Grundzustimmung zur Anwendung des Kooperativen Baulandmodells gegeben. 2. Erläuterungen zum Plangebiet 2.1 Abgrenzung des Plangebietes Das Plangebiet liegt im Stadtteil Höhenhaus im Osten von Köln, im Stadtbezirk Mülheim. Es handelt sich um einen rückwärtigen Grundstücksbereich zwisc hen der Bestandsbebauung an der Von - Ketteler-Straße im Westen, der Von -Bodelschwingh-Straße im Norden und Osten und Am Flachsrosterweg im Süden. Die bestehenden Privatstraßen, die von der Von-Ketteler-Straße aus in Richtung der geplanten Wohngebäude führen, wurden zur Sicherung der Erschließung ebenfalls in das Plangebiet einbezogen. Das Plangebiet umfasst die Flurstücke 359 (teilw eise), 1315, 1317, 1318, 1319 (teilweise), 1320 (teilweise), 1358 (teilweise), 1395 (teilweise) und 1399 (teilweise) der Flur 59 der Gemarkung Dünnwald und hat eine Größe von circa 1,6 ha. 2.2 Vorhandene Struktur Das Plangebiet liegt innerhalb einer bestehenden Wohnsiedlung . Im Norden des Plangebietes befinden sich ein fünfgeschossiges Wohngebäude aus zwei zusammenhängenden Gebäudeteilen sowie ein Block aus neun ebenerdigen Garagen , die über die Von -Bodelschwingh-Straße erschlossen sind. Der Großteil des Plangebietes besteht aus einer privaten Grünfläche mit teilweise altem Baumbestand, die sich von der Straße Von-Bodelschwingh-Straße im Norden bis an die Straße Am Flachsrosterweg im Süden erstreckt. Auf der großen Rasenfläche befindet sich auch ein Basketballkorb, der der Planung weichen muss und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden kann. Nördlich des Plangebietes befindet sich die Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Von-Bodelschwingh- Straße mit dem dahinter liegenden Sportplatz. Südwestlich des Plangebietes befindet sich die katholische Kindertagesstätte der Kirchengemeinde St. Hedwig. Die DEWOG hat der Kindertagesstätte für eine zusätzliche Erweiterung des Außengeländes eine circa 510 m² große Teilfläche im Süden des Plangebiets unentgeltlich temporär zur Verfügung gestellt . Durch den Bebauungsplan-Entwurf wird diese Fläche in geringem Maße reduziert und kann als zusätzliche Spielfläche erhalten bleiben. Südöstlich befindet sich an der Berliner Straße ein Supermarkt (Vollsortimenter). Westlich und östlich grenzt Wohnbebauung in mehrgeschossiger Zeilenbauweise an das Plangebiet. Westlich des Plangebietes, an d er Von-Ketteler-Straße, überwiegt eine vier - bis fünfgeschossige Bebauung, östlich prägen dreigeschossige Gebäude mit flachem Satteldach die Von-Bodelschwingh-Straße. 2.3 Erschließung Das Plangebiet ist über die Erschließungsstraßen Von -Ketteler-Straße, P osadowskystraße, Von- Bodelschwingh-Straße und Am Flachsrosterweg an das Verkehrsnetz angebunden. Über die Straße Am Flachsrosterweg ist die Auffahrt Mülheim der Autobahn A3 in weniger als einem Kilometer erreichbar. Südlich des Plangebietes liegt in 300 – 500 m Entfernung an der Berliner Straße die Haltestelle „Köln-Höhenhaus, Im Weidenbruch“ der Straßenbahnlinie 4, die fußläufig in wenigen Minuten zu erreichen ist. Von der Von-Ketteler-Straße führen von Westen her private Stichstraßen an das Plangebiet heran, die durch eine zusätzliche Erschließungstsraße für die geplante Wohnbebauung ergänzt werden soll. Das fünfgeschossige Bestandsgebäude wird von Osten über die Von-Bodelschwingh-Straße erschlossen, die auf der Höhe des Garagenblockes in einem Wendekreis endet und entlang der Nordgrenze des Plangebietes als Fußweg weiterführt. I nnerhalb des Plangebietes gibt es einige Trampelpfade durch die Grünfläche. Insbesondere wird die Grünfläche in Nord-Süd-Richtung durch Schülerinnen und Schüler der nördlich gelegenen Schule mittels des Trampelpfades gequert. - 4 - 4 In den umliegenden Straßen sind Versorgungsleitungen für Wasser, Strom, Gas und Fernwärme sowie für die Medienversorgung vorhanden. Durch das Plangebiet verläuft in Nord-Süd-Richtung ein großer Mischwasserkanal DN 800/1400. Das Plangebiet liegt im Einzugsbereich der Kläranlage Stammheim. 2.4 Alternativstandorte Das Plangebiet liegt innerhalb einer Wohnbauflächendarstellung des Flächennutzungsplanes. Die Entscheidung für den Standort hat somit bereits auf der vorbereitenden Planungsebene des Flächennutzungsplanes stattgefunden, aus dem die Bebauungspläne zu entwickeln sind. Als Nachverdichtung eines bereits integrierten und erschlossenen Siedlungsbereichs entspricht die Planung den städtischen Leitlinien für eine nachhaltige Wohnbauentwicklung („Innenentwicklung vor Außenentwicklung“). Auch vor dem Hintergrund des dringend benötigten Wohnraumbedarfs wurde daher auf eine Alternativprüfung verzichtet. 2.5 Planungsrechtliche Situation Das Plangebiet liegt im Innen bereich gemäß § 34 BauGB, jedoch ist aufgrund fehlender Erschließung nur ein kleiner Teil des Plangebietes nach § 34 BauGB bebaubar. Einen Bebauungsplan gibt es für das Plangebiet nicht. Der Bebauungsplan-Entwurf greift ansatzweise ein Bebauungsplanverfahren wieder auf, dass wegen der Unvereinbarkeit des damaligen Konzeptes mit einem das Grundstück durchquerenden Hauptsammler mit Beschluss des Stadtentwicklungsausschuss am 08.12.2009 wieder eingestellt wurde. De r vorliegende Bebauungsplan-Entwurf stellt unter Berücksichtigung der vorhandenen Kanaltrasse eine geringer verdichtete Bebauung dar. 3. Planungsvorgaben 3.1 Regionalplan Der Regionalplan stellt den Bereich des Plangebietes als "Allgemeinen Siedlungsbereich" dar. Somit entspricht die Planung den Zielen der Raumordnung. 3.2 Flächennutzungsplan Im Flächennutzungsplan der Stadt Köln ist das Plangebiet als „Wohnbaufläche“ dargestellt. Der Bebauungsplan ist somit gemäß § 8 Absatz 2 BauGB aus den Darstellungen des Flächennutzungsplanes entwickelt. 3.3 Landschaftsplan Der Landschaftsplan der Stadt Köln trifft für den Bereich des Plangebietes keine Festsetzungen. In der Karte der Entwicklungsziele des Landschaftsplans ist das Entwicklungsziel 6 „Ausstattung der Landschaft für Zwecke des Immissionsschutzes oder zur Verbesserung des Klimas“ dargestellt. 3.4 Berücksichtigung von Fachplanungen (Planfeststellung etc.) Fachplanungen im Bereich des Plangebietes sind nicht bekannt. 3.5 Denkmalschutz Innerhalb des Plangebietes stehen keine Gebäude unter Denkmalsc hutz. In der unmittelbaren Nachbarschaft des Plangebietes befindet sich die erhaltenswerte, 1965 - 1968 errichtete katholische Pfarrkirche St. Hedwig. Bodendenkmäler im Plangebiet sind nicht bekannt. 3.6 Altlasten Innerhalb des Plangebietes liegen im städt ischen Altlastenkataster keine Erkenntnisse über Bodenbelastungen vor. 3.7 Wasserschutz Das Plangebiet liegt in der Wasserschutzzone III A des Wasserwerkes Höhenhaus. Die Wasserschutzgebietsverordnung Köln-Höhenhaus vom 29. November 2003 ist zu beachten. - 5 - 5 3.8 Baulasten Im Bereich der Erschließungsstraßen sind Stellplätze und Feuerwehrzufahrten über Baulasten abgesichert. Diese werden durch die Planung nicht berührt. Die Baulast 348/11 (Stellplatzzuordnung mit Zufahrt) innerhalb der Grünfläche steht der Planung entgegen. Diese wird gelöscht und die dort abgesicherten und vorhandenen neun Garagen, die durch die Planung entfallen, werden außerhalb des Plangebietes, gegenüber des bisherigen Standortes, auf dem Flurstück 111 der Flur 59 der Gemarkung Dünnwald vollständig ersetzt und hier 10 Stellplätze über eine Baulast gesichert. 3.9 Kooperatives Baulandmodell (KoopBLM) Das Kooperative Baulandmodell (KoopBLM) wurde am 17.12.2013 vom Rat der Stadt Köln als Richtlinie zur Förderung des öffentlich geförderten Wohnungsbaus und zur Beteiligung der Planbegünstigten an den Folgekosten beschlossen. Als wesentliches Regelungsinstrument leistet es einen wichtigen Beitrag zu den wohnungspolitischen Zielen der Stadt Köln. Mit Beschluss des Rats der Stadt Köln vom 04.04.2017 wurde die Fortschreibung des Modells beschlossen und am 10.05.2017 im Amtsblatt der Stadt Köln bekanntgemacht. Da der Aufstellungsbeschluss noch vor dem 10.05.2017 erfolgte, greifen für das Vorhaben die Regelungen des KoopBLM in der ersten Fassung vom 24.02.2014. Die Vorhabenträgerin hat sich mit der Unterzeichnung der Grundzustimmung am 02.10.2015 freiwillig zur Anwendung des KoopBLM bereiterklärt, so dass auf eine umfassendere Anwendungsprüfung verzichtet werden konnte. Im Zusammenhang des KoopBLM werden Verpflichtungen im Rahmen eines städtebaulichen Vertrags gesichert. 4. Begründung der Planinhalte (Festsetzungen nach § 9 BauGB) 4.1 Art der baulichen Nutzung Als Art der baulichen Nutzung wird ein „Allgemeines Wohngebiet (WA)“ festgesetzt. Damit wird das dem Bebauungsplan-Entwurf zugrunde liegende Vorhaben eindeutig definiert und der Zielsetzung gefolgt, die Voraussetzungen für zusätzlichen Wohnungsbau im Stadtteil zu schaffen. Die geplante Nutzung fügt sich in die in der Umgebung vorherrschende Wohnnutzung ein. Im allgemeinen Wohngebiet sind neben Wohngebäuden auch die der Versorgung des Gebietes dienenden Läden, Schank- und Speisewirtschaften und nicht störende Handwerksbetriebe sowie Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke zulässig. Die ausnahmsweise zulässigen Betriebe des Beherbergungsgewerbes, Anlagen für Verwalt ungen, Gartenbaubetriebe und Tankstellen werden im Bebauungsplan-Entwurf ausgeschlossen. Zum einen wird das Plangebiet vor allem zu Wohnzwecken entwickelt, zum anderen sind diese Nutzungen sehr flächenintensiv (Gartenbaubetriebe und Verwaltungsanlagen ) ode r aufgrund ihres Emissionspotenzials nicht verträglich mit der Wohnnutzung (Tankstellen und Hotels). Nicht störende Gewerbebetriebe bleiben ausnahmsweise zulässig, um das Wohnen ergänzende Nutzungen wie z.B. einen Bäcker oder Schneider zu ermöglichen, die zu einer Belebung eines Wohnquartiers im verträglichen Maß führen können. 4.2 Maß der baulichen Nutzung Das Maß der baulichen Nutzung wird durch die Grundflächenzahl (GRZ) und die Geschossflächenzahl (GFZ), die Zahl der Vollgeschosse sowie die Höhe der baulichen Anlagen bestimmt. Grundflächenzahl (GRZ) Für das Baugebiet wird eine GRZ von 0,4 festgesetzt, was der Obergrenze der Baunutzungsverordnung ( BauNVO) für allgemeine Wohngebiete entspricht. Im Rahmen der festgesetzten GRZ kann das gewünschte städtebauliche Konzept umgesetzt werden. Gemäß § 19 Absatz 4 BauNVO darf die zulässige Grundflächenzahl durch die Grundflächen von Garagen und Stellplätzen mit ihren Zufahrten und Nebenanlagen im Sinne des § 14 BauNVO um 50 %, also bis zu einer GRZ von 0,6 überschritten werden. Da im Bereich des Plangebietes ebenerdige Stellplätze und Carports auf privatem Grundstück geplant werden, die zu einer Erhöhung der Versiegelung - 6 - 6 führen, soll der § 19 Absatz 4 BauNVO bei Realisierung des Vorhabens in Anspruch genommen werden. Geschossflächenzahl (GFZ) Die festgesetzte GFZ von 1,1 für das allgemeine Wohngebiet liegt unterhalb der Obergrenze der BauNVO für Wohngebiete (GFZ 1,2). Die festgesetzte Geschossflächenzahl reicht aus, um das geplante Vorhaben umzusetzen. Zahl der Vollgeschosse Mit drei bis vier maximal zulässigen Vollgeschossen greifen die geplanten Neubauten die Geschossigkeiten der nachbarlichen Bestandsbebauung auf und schaff en einen städtebaulichen Übergang zwischen der dreigeschossigen Bebauung an der Von -Bodelschwingh-Straße und der vier- bis fünfgeschossigen Bebauung an der Von -Ketteler-Straße. Vollgeschosse sind gemäß Bauordnung NRW oberirdische Geschosse, die eine lichte Höhe von mindestens 2,3 m über mehr als drei Viertel der Grundfläche des darunterliegenden Geschosses aufweisen. Darüber hinaus ist ein viertes bzw. fünftes Nicht-Vollgeschoss als sogenanntes unechtes Staffelgeschoss geplant, dass nicht zu allen Seiten gest affelt wird (unecht) und die oben genannten Anforderungen an ein Vollgeschoss nicht erfüllt. Das Bestandsgebäude bildet zusammen mit zwei weiteren jenseits der Von-Bodelschwingh-Straße stehenden Gebäuden ein städtebauliches Ensemble, das in seiner Form un d Höhe auch in der Zukunft erhalten werden soll, weswegen die vorhandenen fünf Vollgeschosse als maximal zulässig festgesetzt wurden. Höhe baulicher Anlagen Da nicht nur die Zahl der Vollgeschosse, sondern auch die Höhen der Gebäude das städtebauliche Erscheinungsbild wesentlich mit prägen, werden im Bereich des allgemeinen Wohngebietes auch Festsetzungen zu maximalen Gebäudehöhen (GH max.) über einem Bezugspunkt getroffen. Der Bezugspunkt liegt dabei innerhalb der privaten Verkehrsfläche (vorhandener Kanalschacht) und ist mit 46 m über Normalhöhennull (ü NHN) festgesetzt. Die südlichen beiden Punkthäuser dürfen maximal 13 m, die beiden nördlichen Häuser maximal 16 hoch werden. Das Bestandsgebäude wurde entsprechend der vorhandenen Firsthöhe (16,54 m) mit 17 m über dem Bezugspunkt festgesetzt, um es auch in Zukunft in dieser Höhe planungsrechtlich zu sichern. Die festgesetzten maximalen Gebäudehöhen berücksichtigen bei Geschosshöhen von circa 3 m ein geplantes weiteres Nicht-Vollgeschoss (Staffelgeschoss) ü ber dem dritten bzw. vierten Vollgeschoss und passen sich damit an die Höhen der umliegenden Gebäude an der Von-Ketteler-Straße an. Die festgesetzte Gebäudehöhe darf durch technische Anlagen wie z.B. Antennen, Anlagen zur Nutzung von Solarenergie und/oder Fotovoltaik, Fahrstuhlüberfahrten oder Lüftungsanlagen um bis zu 2 m überschritten werden. Die Dachaufbauten müssen dabei mindestens um das Maß ihrer Höhe von der nächstgelegenen Gebäudekante zurücktreten. Das bedeutet, dass z.B. eine 1 m hohe Überschreitung mindestens einen allseitigen Abstand von 1 m zur Fassade einhalten muss. Dabei wird auf die Außenwand des Bauteils Bezug genommen, auf dem der Dachaufbau errichtet wird, bei Staffelgeschossen also deren Außenwände. Diese Festsetzung wird erforderlich, damit die genannten Anlagen über das eigentliche Gebäude hinausragen dürfen. Technische Aufbauten sind nicht zu vermeiden und für moderne Gebäude notwendig. Allerdings sollen sie städtebaulich nicht oder wenig in Erscheinung treten und daher proportional zur Größe von der Außenfassade zurückrücken. Die festgesetzten maximalen Gebäudehöhen reichen auch aus, um bei Bedarf noch zusätzliches Rückstauvolumen für den Starkregenfall auf den Flachdächern zu schaffen. Sollte die Attika zur Ausbildung eines Retentionsdaches höher ausgebildet werden müssen als bisher geplant, wären die erforderlichen Spielräume vorhanden. 4.3 Überbaubare Grundstücksflächen Die überbaubaren Grundstücksflächen werden in Form von Baugrenzen festgesetzt, die mit einem Spielraum von circ a 1 m um die geplanten Gebäude gezogen wurden, um die erforderliche - 7 - 7 Flexibilität in der Ausbauplanung zu wahren. Die festgesetzten Baufenster belassen einen gewissen Spielraum für die Stellung der Gebäude und für die Anordnung von Gebäudeteile wie Hauseingänge, Terrassen, Balkone, Erker, Altane und Loggien. Alle genannten Gebäudeteile müssen innerhalb der überbaubaren Grundstücksfläche liegen. Für das Bestandsgebäude wurden die Baugrenzen eng um das bestehende Gebäude gelegt, um die außergewöhnliche Kubatur auch in Zukunft zu sichern und damit das Gebäudeensemble, bestehend aus dem Bestandgebäude und zwei weiteren Gebäuden jenseits der Von-Bodelschwingh-Straße, mit den Neubauten zu verzahnen. 4.4 Flächen für Nebenanlagen, Stellplätze und Carports Stellplätze und Carports Die erforderlichen privaten Stellplätze sowie Besucherparkplätze sind ausschließlich in den festgesetzten Flächen für Stellplätze und Carports zulässig, um sie zu bündeln und die übrigen Flächen vom ruhenden Verkehr frei zu halten. Geplant s ind insgesamt 43 private Stellplätze im Plangebiet, davon 33 erforderliche Stellplätze für die Bewohner und 10 Besucherstellplätze. Innerhalb der zeichnerisch festgesetzten Fläche für Stellplätze und Carports können die notwendigen 43 Stellplätze nachgewiesen werden. Tiefgaragen und Garagen sind im Plangebiet nicht zulässig. Die vorhandenen neun Garagen im Norden des Plangebiets werden durch das nördliche Punkthaus überplant und außerhalb des Plangebietes, gegenüber des bisherigen Standortes auf dem Flurstück 111 der Flur 59 der Gemarkung Dünnwald vollständig ersetzt. Der Ersatzstandort wird über eine Baulast gesichert. Carports sind ausschließlich innerhalb der Flächen für Stellplätze und Carports zulässig. Garagen sind im Plangebiet nicht zulässig, da diese in ihrer Erscheinung in der Regel deutlich präsenter sind und somit die angestrebte Qualität des Freiraums mindern würden. Tiefgaragen sollen aufgrund ihres Eingriffs in den Boden nicht zulässig sein. Nebenanlagen Nebenanlagen wie notwendige Fahrradabstellplätzen, Flächen zur Abfallentsorgung, Strom -, Telefon- und Wärmeversorgung sowie Zugänge zu Kellergeschossen sind ausschließlich innerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen und innerhalb der Flächen für Nebenanlagen zulässig, um die Nebenanlagen auf diese Flächen zu konzentrieren und die übrigen Freiflächen von solchen Anlagen freizuhalten. Neben gestalterischen Gründen dient die Festsetzung auch einer Erhöhung der Freiraumqualitäten. Innerhalb der Fläche BHKW ist ein Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Versorgung des Gebietes zulässig. Damit erfolgt eine Standortsicherung des BHKW an zentraler und mit Fahrzeugen anfahrbarer Stelle im Plangebiet. 4.5 Wegerechte Die Nutzung der Privaten Grünfläche für die Allgemeinheit soll, neben den planungsrechtlichen Festsetzungen im Bebauungsplan -Entwurf, durch Regelungen (Bürgschaften, Baulasten) im städtebaulichen Vertrag gesichert werden. Gehrechte (Spielplatzfläche) Der in der privaten Grünfläche geplante Kinderspielplatz von circa 500 m² soll für die Öffentlichkeit zugängig gemacht werden und wird daher über die Festsetzung eines Gehrechtes für die Allgemeinheit gesichert. Geh- und Radfahrrechte Bereits heute wird der vorhandene Weg durch die private Grünfläche insbesondere an Schultagen intensiv genutzt, zum Beispiel durchqueren zahlreiche Schüler der nördlich gelegenen Gemeinschaftshauptschule die Grünfläche auf ihrem Weg von der Stadtbahnhaltestelle an der Berliner Straße zur Hauptschule und umgekehrt. Obwohl die Grünfläche weiterhin im Privateigentum - 8 - 8 verbleiben soll, ist eine öffentliche Begehbarkeit nicht zuletzt aufgrund der damit steigenden sozialen Kontrolle beabsichtigt. Eine planungsrechtliche Sicherung dieser a ls Trampelpfad vorhandenen Wegebeziehung für die Öffentlichkeit erfolgt daher im Bebauungsplan -Entwurf in Form eines Gehrechts sowie eines Fahrradfahrrechts zugunsten der Allgemeinheit. Zur öffentlich-rechtlichen Absicherung werden diese Rechte als Baulast gesichert. Leitungsrechte Für den im Plangebiet querenden Mischwasserkanal, wird ein Leitungsrecht im Bebauungsplan - Entwurf festgesetzt und öffentlich-rechtlichen Absicherung als Baulast gesichert. 4.6 Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege Erhalt von schutzwürdigen Bäumen Im Plangebiet befinden sich insgesamt 120 nach Baumschutzsatzung der Stadt Köln geschützte Laubbäume und 2 Nadelbäume. 47 Bäume besitzen eine gute bis sehr gute Vitalität. 64 Bäume stellten sich hinsichtlich ihrer Vitalität mit einem mittleren Niveau dar. Eine schwere Minderung der Vitalität war bei 6 Bäumen zu verzeichnen; diese waren teilweise abgestorben und können ersatzlos gefällt werden. Von den unter die Baumschutzsatzung fallenden Bäumen werden im Bebauungsplan-Entwurf 5 als zu erhaltende Bäume festgesetzt. Diese Bäume haben aufgrund ihres Standortes ein entsprechendes Entwicklungspotenzial. Die zum Erhalt festgesetzten Bäume sind dauerhaft zu unterhalten und bei Verlust zu ersetzen. Regelungen zu den Einzelheiten werden im städtebaulichen Vertrag festgelegt Zu pflanzende Bäume Für die Umsetzung der Planung müssen insgesamt 43 Bäume gefällt werden. Als Ersatz für die Bäume, die der Baumschutzsatzung der Stadt Köln unterliegen, sind insgesamt 38 Bäume neu zu pflanzen oder umzupflanzen. Innerhalb der privaten Grünfläche, die aufgrund ihrer Beschaffenheit mit Bäumen, Wege und Ruhezonen im Bebauungsplan-Entwurf als Parkanlage festgesetzt ist, können als Ersatz für die erforderlich zu pflanzenden 38 Bäume wegbegleitend noch 13 heimische, standortgerechte Bäume neu gepflanzt werden. Deren Entwicklung ist durch eine zweijährige Entwicklungspflege zu sichern. In den privaten Gärten, die den Wohnungen im Erdgeschoss der geplanten vier Wohngebäude zugeordnet werden, sind zusätzlich insgesamt 10 Bäume (2-3 je Garten) zu pflanzen. 11 Bäume werden zur Eingrünung der Stellplätze gepflanzt, ein Teil davon in der Pflanzfläche B. Die restlichen 4 Bäume werden in unmittelbarer Umgebung des Plangebietes auf Flächen der DEWOG gepflanzt (siehe auch Kapitel 8.5.1 Natur und Landschaft, Unterkapitel Pflanzen). Private Gärten / Pflanzfläche A Um den verhältnismäßig hohen Begrünungsanteil im Wohngebiet auf den nicht überbauten Grundstücksflächen sicherzustellen, sind diese gärtnerisch zu gestalten und dauerhaft zu begrünen. Dies entspricht etwa der Fläche, die insgesamt für die privaten Gärten vorgesehen ist und den Erdgeschosswohnungen vorgelagert sein wird. So kann auch diesen Wohnungen vergleichbar mit den Balkonen in den oberen Geschossen ein privater Freiraum angeboten werden, der für moderne Wohnungen häufig maßgeblich ist. Die Abgrenzungen der privaten Gärten können nach den Festlegungen zu Einfriedungen in Form von Hecken aus einheimischen Laubhölzern mit Stabgitterzaun und in der Pflanzfläche A ohne Stabgitterzaun im Plangebiet erfolgen. Pflanzfläche B Die Festsetzungen zur Bepflanzung der Pflanzfläche B (dauerhafte Begrünung mit einheimischen und standortgerechten Pflanzen) erfolgen, um die Stellplätze und Carports einzugrünen und die Wohnhäuser mit ihren privaten Gärten optisch von der Straße abzugrenzen. Dachbegrünung Als Beitrag zur Verbesserung des Kleinklimas und zur Rückhaltung und verzögerten Ableitung von Niederschlagswasser im Starkregenfall werden Flachdächer und flach geneigte Dächer - 9 - 9 (Dachneigung bis max imal 5°) des obersten Geschosses extensiv begrünt. Die Vegetationstragschicht muss mindestens eine Stärke von 10 cm betragen. Ausgenommen von der Dachbegrünung sind Flächen für Dachterrassen und technische Aufbauten, die auf maximal 30 % der jeweiligen Fläche zulässig sind. 4.7 Immissionsschutzbezogene Festsetzungen Das Plangebiet ist durch Verkehrslärm vorbelastet. Es wurde im Rahmen einer schalltechnischen Untersuchung gutachterlich geprüft, welche Lärmeinwirkungen durch Straßen - und Schienenverkehrslärm auf das Plangebiet gegeben sind und welche Auswirkungen d urch den planbedingten Mehrverkehr auf die Umgebung zu erwarten sind (Peutz Consult, Düsseldorf, März 2019). Siehe auch Kapitel 8.5.6 Verkehrslärm - Immission. Aktive Schallschutzmaßnahmen gegen Verkehrslärm sind im Plangebiet nicht zu realisieren. Eine Lärmschutzwand entlang der angrenzenden Straße ist aus städtebaulichen und stadtgestalterischen Gründen nicht gewollt. Gesunde Wohnverhältnisse können im Plangebiet mit passiven Schallschutzmaßnahmen sichergestellt werden. Zu diesem Zwecke wurden aufgrund e iner Summenbetrachtung der Lärmimmissionen aus Straßen - und Schienenverkehr nach DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau) Lärmpegelbereiche berechnet, die als zeichnerische Festsetzung Eingang in den Bebauungsplan-Entwurf finden. Hierdurch wird die Einhaltung de r einschlägigen Werte bei Neubaumaßnahmen im bauordnungsrechtlichen Genehmigungsverfahren sichergestellt. Entsprechend der zeichnerisch festgesetzten Lärmpegelbereiche III und IV sind im Plangebiet Schallschutzmaßnahmen an Außenbauteilen vorzusehen, was einem maßgeblichen Außenlärmpegel von 61 bis 65 dB(A) bei Lärmpegelbereich III beziehungsweise 66 bis 70 dB(A) bei Lärmpegelbereich IV entspricht. Die hieraus resultierenden Bauschalldämmmaße einzelner unterschiedlicher Außenbauteile oder Geschosse können im Einzelfall unterschritten werden, wenn im bauordnungsrechtlichen Genehmigungsverfahren durch eine schalltechnische Untersuchung ein niedrigerer Lärmpegelbereich gemäß DIN 4109 nachgewiesen wird. Die Lärmpegelbereiche wurden unter der Annahme der freien Schallausbreitung berechnet und festgesetzt. Die baulichen Maßnahmen an Außenbauteilen zum Schutz gegen Außenlärm sind nur dann voll wirksam, wenn die Fenster und Türen bei der Lärmeinwirkung geschlossen bleiben. Ein ausreichender Luftwechsel kann während der Tageszeit über die sogenannte "Stoßbelüftung" oder "indirekte Belüftung" über Nachbarräume sichergestellt werden. Während der Nachtzeit sind diese Lüftungsarten nicht praktikabel, so dass bei Beurteilungspegeln über 45 dB(A) während der Nachtzeit für Schlafräume die Anordnung von schallgedämmten fensterunabhängigen Lüftungselementen vorgenommen werden müssen. Die höchsten Beurteilungspegel für den Gesamtlärm liegen im Plangebiet bei bis zu 61,4 dB(A) am Tag und 55,8 dB(A) in der Nacht. Für Räume mit Schlaffunktion (Schlafzimmer, Kinderzimmer) sind daher Lüfter mit geeignetem Schallschutz notwendig, damit die Fenster geschlossen gehalten werden können, um ungestörtes Schlafen zu ermöglichen. Es wird daher festgesetzt, dass für Schlaf- und Kinderzimmer eine ausreichende Belüftung bei geschlossenen Fenstern und Türen über fensterunabhängige Lüfter mit geeignetem Schallschutz sicher zu stellen ist. Balkone, Loggien und Terrassen im Plangebiet sind als Außenwohnbereiche der Gebäude ebenfalls mit Lärm über den Orientierungswerten belastet. Beurteilungspegel von > 62 dB(A) markieren die Schwelle, bei der merkliche Störungen der Kommunikation und der Erholung zu erwarten sind. Durch festgesetzte Schallschutzmaßnahmen wie z. B. spezielle Verglasungen/ Glaswände mit schallabschirmender Wirkung können die Lärmwerte wirksam reduziert werden. 4.8 Bauordnungsrechtliche Festsetzungen Im Plangebiet wurden gestalterischen Festsetzungen gemäß § 9 Absatz 4 BauGB in Verbindung mit § 89 Absätze 1 und 2 BauO NRW getroffen. Um zusammen mit den vorhandenen Wohngebäuden an der Von-Ketteler-Straße eine einheitliche Dachlandschaft zu erhalten und um die festgesetzte Dachbegrünung zu gewährleisten, wird als Dachform ausschließlich das Flachdach mit einer Dachneigung bis maximal 5° festgesetzt. - 10 - 10 Auch die Regelungen zu Einfriedungen erfolgen aus gestalterischen Gründen, um ein einheitliches Siedlungsbild zu erzeugen. Einfriedungen sind ausschließlich in Form von begrünten Stabgitterzäunen oder Hecken aus einheimischen Laubgehölzen b is zu einer Höhe von 1,80 m zulässig, damit handelsübliche Stabgitterzäune innerhalb der festgesetzten Höhe errichtet werden können. Im Bereich der festgesetzten Pflanzfläche A sind Einfriedungen ausschließlich in Form von Hecken aus einheimischen Laubgehölzen und bis zu einer Höhe von maximal 1,60 m zulässig. Die Festsetzung zur Anpflanzung von Hecken (Pflanzfläche A südlich des südlichen Punkthauses) erfolgt, um sicherzustellen, dass an dieser Engstelle keine Zäune und keine hohen Hecken errichtet werden, die zu weiterer optischer Einengung der Grünfläche führen. Die festgesetzte maximale Höhe der Hecken von 1,60 m ermöglicht einer/m Spaziergänger/in durchschnittlicher Größe darüber hinweg zu schauen. Mit der Begrünung der Stellplätze (je angefangenen 4 Stellplätzen ein Baum) ist eine ausreichende Begrünung der Straßen durch die Anpflanzung von insgesamt mindestens 11 Bäumen gegeben. Aus gestalterischen Gründen wurden auch die Festsetzungen zur Eingrünung der Standorte für oberirdischen Abfallbehältern, Carports und Fahrradabstellplätzen getroffen. 5 Erschließung, technische Infrastruktur Verkehrsgutachten Im Rahmen einer Verkehrsuntersuchung ( BSV Büro für Stadt - und Verkehrsplanung, Aachen, November 2016) wurden auf Grundlage von Verkehrserhebungen im Bestand (Analyse) und einer Berechnung der Verkehrserzeugung für die geplanten Wohnnutzungen die Verkehrsbelastungen für einen definierten Prognose-Nullfall (ohne Umsetzung des Bauvorhabens) sowie für den Prognose- Planfall (mit Umsetzung des Bauvorhabens mit weiteren 43 Wohneinheiten) ermittelt. Die verkehrlichen Wirkungen der durch die Planung zusätzlich erzeugten Kraftfahrzeug-Verkehre wurden anschließend bewertet. Hierzu wurden die Nachweise der Verkehrsqualität nach dem Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen (HBS), Ausgabe 2015 für die Knotenpunkte Berliner Straße (L 188)/ Am Flachsrosterweg sowie Am Flachsrosterweg/ Von - Ketteler-Straße im Prognose-Nullfall und im Prognose-Planfall durchgeführt. Sowohl im Prognose- Nullfall als auch im Prognose-Planfall ergibt sich in den jeweiligen Spitzenstunden am Knotenpunkt Flachsrosterweg/ Von-Ketteler-Straße mit der Regelung „rechts vor links“ eine sehr gute bis gute Verkehrsqualität. Für den Knotenpunkt Berliner Straße (L 188)/ Am Flachsrosterweg ergibt sich im Prognose-Nullfall und im Prognose -Planfall für die jeweiligen Spitzenstunden eine ausreichende Verkehrsqualität. Angemerkt sei, dass für den Knotenpunkt Berliner Straße (L 188)/ Am Flachsrosterweg auf Grund der Teilsig nalisierung (Anforderungsampel für Fußgänger) jedoch nur tendenzielle Aussagen ermittelbar sind, da eine solche Sonderform der Signalisierung nicht mit den Verfahren des HBS 2015 bewertbar ist. Mit Grundlage einer verkehrszeichengeregelte Situation wird die Kapazität der Zufahrt Am Flachsrosterweg eher unterschätzt. Im Ergebnis kommt es durch die Planung zu keiner wesentlichen Änderung der Verkehrssituation. Die Leistungsfähigkeit der untersuchten Knotenpunkte wird durch die zusätzlichen Verkehre nicht eingeschränkt. Carsharingplätze Für die geplanten 43 Wohneinheiten kann der Stellplatzbedarf nach Landesbauordnung errechnet und im Plangebiet ausreichend nachgewiesen werden. Die Erarbeitung eines Mobilitätskonzeptes mit Carsharingplätzen zur Stellplatzminderung ist für diese 43 WE daher nicht erfolgt. Auch nach aktueller Abfrage bei den Anwohnern im Plangebiet besteht kein Bedarf an Carsharingplätzen . Jedoch können zusätzlich bei erneuter Anwohnerbefragung innerhalb der privaten Verkehrsflächen Stellplätze für Carsharing untergebracht werden. - 11 - 11 Private Verkehrsflächen Zur Sicherung der Erschließung werden die bestehende private Straßen (Stichstraßen von der Von- Ketteler-Straße) und eine neu geplante Erschließungsstraße mit Wendemöglichkeit als private Verkehrsflächen besonderer Zweckbestimmung –Privatstraße festgesetzt. Diese Flächen bleiben in Privateigentum und gehen nach Fertigstellung nicht an die Stadt über. Die Festsetzung privater Verkehrsflächen im Bebauungsplan -Entwurf bildet zugleich d ie Rechtsgrundlage für die Befahrbarkeit durch Ver- und Entsorgungsfahrzeuge (z.B. Müllfahrzeuge) und durch Feuerwehr- und Rettungswagen, eine zusätzliche Sicherung über Baulasten oder Dienstbarkeiten ist nicht erforderlich. Anpassungsarbeiten an öffentlichen Straßen sind nicht erforderlich. Die Wendeanlage der geplanten Privatstraße greift in einen Teil der Fläche ein, die die DEWOG der südöstlich angrenzenden Kindertagesstätte der Kirchengemeinde St. Hedwig als zusätzliches Außengelände temporär zur Verfügung gestellt hat. Die der Kindertagesstätte von der DEWOG zur Verfügung gestellten Fläche wird entsprechend der Planung neu aufgeteilt und bleibt als Außenspielfläche innerhalb der privaten Grünfläche erhalten . Die bisherige Zaunanlage wird zu diesem Zweck versetzt. 6. Ver- und Entsorgung Technische Infrastruktur Die Ver - und Entsorgung des Plangebietes mit Gas, Wasser, Abwasser, Strom und Telekommunikation ist über vorhandene Anlagen in den umliegenden Straßen gesichert. Innerhalb des Bebauungs plan-Entwurfes wird die Führung von Versorgungsleitungen (z.B. Telekommunikation) nur unterirdisch zulässig sein. Ziel ist es, die oberirdischen Flächen zu begrünen und insgesamt ein geordnetes Stadtbild zu erwirken. Die vorhandenen Telekommunikationsleitungen (T K-Leitungen) der Telekom in den bestehenden Straßen bleiben durch die Planung unberührt. Im Bereich des Bestandsgebäudes und der zu verlegenden Garagen befinden sich ebenfalls Erdleitungen der Telekom. Falls im Rahmen der Umsetzung der Planung eine Verlegung der Leitungen erforderlich sein sollte, wird diese bei Bedarf im weiteren bauordnungsrechtlichen Genehmigungsverfahren zwischen der Telekom und der Grundstückseigentümerin geregelt. Wärme Um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, soll das Pla ngebiet über ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Wärme versorgt werden. Das BHKW ist an zentraler Stelle im Plangebiet vorgesehen, um die Gebäude optimal zu versorgen und mit direkter Anbindung an die Verkehrsfläche mit besonderer Zweckbestimmung (Privatstra ße). Dazu wird im Bebauungsplan -Entwurf die erforderliche Fläche für BHKW planungsrechtlich gesichert. Abwasserentsorgung Das Schmutzwasser wird an den vorhandenen Mischkanal DN 800/1400 angeschlossen, der eine öffentlich-rechtliche Absicherung über eine festgesetzte Fläche für Leitungsrecht zugunsten der Ver- und Entsorgungsträger erhält. Diese Fläche hält, nach dem Merkblatt zum Schutz von Abwasseranlagen der Stadtentwässerungsbetriebe, das Mindestmaß für Schutzstreifen mittig zur Kanalachse ein. Privatrechtlich wird der Anschluss an den Kanal über Gestattungsverträge zwischen der Grundstückseigentümerin und den Stadtentwässerungsbetrieben abgesichert. Das im Plangebiet anfallende Niederschlagswasser kann aufgrund der Bodenverhältnisse zwar zurückgehalten, aber nicht versickert werden, und wird daher ebenso in den das Plangebiet querenden Mischwasserkanal eingeleitet. Die festgesetzte extensive Dachbegrünung führt zu einem verzögerten Abfluss der Niederschlagswasserfrachten. Unter Betrachtung dieser Aspekte kommt es mit der Realisierung der Planung nicht zu einer Überlastung des öffentlichen Netzes. Starkregen Maßnahmen gegen extreme Niederschläge werden im Zuge des bauordnungsrechtlichen Genehmigungsverfahrens berücksichtigt, so dass auch bei Starkrege nereignissen die Entwässerung des Plangebietes gewährleistet ist. Neben der festgesetzten Dachbegrünung werden - 12 - 12 innerhalb der privaten Grünfläche Mulden zur Rückhaltung von Niederschlagswasser bei Starkregenereignissen geplant. Aus einem Überflutungsnachweis (Fredersdorf Consulting, Köln, Juni 2018) geht die grundsätzliche Konzeption der Rückhaltung im Starkregenfall hervor, der im bauordnungsrechtlichen Genehmigungsverfahren seine Verwendung findet. Müllentsorgung Standorte der oberirdischen Abfallbehälte r sind jeweils im Bereich der Zuwegungen zu den Hauseingängen, überwiegend direkt an den Erschließungsstraßen, geplant. Für die Müllentsorgung fährt das Müllfahrzeug in die Planstraßen, hält zum Einladen des Mülls auf der Straße und wendet südlich des südlichen Punkthauses auf der dort geplanten privaten Verkehrsfläche, deren Wenderadius für ein dreiachsiges Müllfahrzeug ausgelegt ist. Sollten die städtischen Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) eine privatrechtliche Regelung zur Befahrbarkeit der Privatstraßen durch Müllsammelfahrzeuge fordern, wird diese zwischen der Grundstückseigentümerin und den Abfallwirtschaftsbetrieben privatrechtlich geregelt. Feuerwehrzufahrten und Bewegungsflächen Die Feuerwehrzufahrten und die notwendigen Aufstell- und Bewegungsflächen für die Feuerwehr werden im bauordnungsrechtlichen Genehmigungsverfahren abgestimmt und festgelegt. Die grundsätzliche Anfahrbarkeit der geplanten Gebäude wurde für das städtebauliche Konzept zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung b ereits erarbeitet und im Bebauungsplan -Entwurf aktuell berücksichtigt. Die Zufahrtswege und Bewegungsflächen werden mit wasserdurchlässigem Belag (Rasengittersteine) hergestellt. 7. Soziale Infrastruktur Private Grünflächen Die vorhandene Grünfläche wird in Teilen erhalten, die vorhandene Durchwegung bleibt öffentlich zugänglich. Die Grünfläche wird als private Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Parkanlage“ im Bebauungsplan-Entwurf festgesetzt. Innerhalb der privaten Grünfläche kann ein bestehender Basketballkorb, der der Planung weichen muss, ersetzt werden. In Köln werden dringend Wohnungen benötigt, so dass die Schaffung von Wohnraum hier höher gewichtet wird , als der vollständige Erhalt der Grünfläche. Der vorhandene, in Nord-Süd-Richtung verlaufende Trampelpfad sowie die Fläche für Spielplatz werden in Form eines Geh - und Radfahrechtes zugunsten der Allgemeinheit im Bebauungsplan -Entwurf gesichert. Die festgesetzten Maßnahmen (Baumpflanzungen, Spielflächen, Wege) werten die Grünfläche ökologisch und freiraumgestalterisch weiter auf und gleichen zum Teil die durch die Planung reduzierte Flächengröße aus. Kinderspielplätze Öffentliche Spielfläche Für die 43 neuen WE ergibt sich ein Spielplatzbedarfswert von einer zu errichtenden öffentlichen Spielplatzfläche mit 258 m². Innerhalb der privaten Grünfläche wird ein öffentlich zugänglicher Spielplatz auf ca. 500 m² Fläche realisiert, dessen öffentliche Zugänglichkeit durch die Festsetzung eines Gehrechtes für die Allgemeinheit gesichert wird. Der Spielplatz wird zu den privaten Gärten der direkt angrenzenden Gebäude hin durch Einfriedungen in Form von Stabgitterzäunen und/oder Hecken abgegrenzt. Kleinkinderspielfläche Die erforderlichen Spielplatzflächen für Kleinkinder unter 6 Jahren sollen innerhalb der n icht überbaubaren Grundstücksflächen des allgemeinen Wohngebietes im bauordnungsrechtlichen Genehmigungsverfahren nachgewiesen und in unmittelbarer Nähe der Wohnhäuser geplant werde. Kindertageseinrichtung Mit der bestehenden 4-gruppigen Kindertageseinrichtung Sankt Hedwig in der benachbarten Straße, Am Flachsrosterweg 2, kann der Bedarf für die Planung bereits gedeckt werden. - 13 - 13 Eine Regelung wird in den städtebaulichen Vertrag aufgenommen, die die DEWOG verpflichtet, bei Bedarf die räumlichen Voraussetzungen für die Integration einer Großtagespflege innerhalb einer der Neubauten zu schaffen. Kinder- und Jugendeinrichtung Das Plangebiet liegt in räumlicher Nähe zum Jugend- und Nachbarschaftshaus Bodestraße 18. Die Einrichtung ist fußläufig erreichbar und kann die neu hinzuzeihende Zielgruppe auffangen. Aus diesem Grund ist es nicht notwendig, in dem genannten Plangebiet zusätzliche Flächen für ein Jugendangebot einzuplanen. Schulentwicklung Die dem Plangebiet nächstgelegenen Grundschulen sind die Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Von-Bodelschwingh-Straße in ca. 100 m und die Johannesschule (KGS Honschaftsstraße, mit katholischem Bekenntniszweig) in ca. 1.000 m Entfernung . Zudem gibt es noch die GGS Am Rosenmaar im Stadtteil. Ziel des Planun gskonzepts ist die Errichtung von rd. 43 Wohneinheiten, davon 13 öffentlich geförderte. Unter Anwendung des modifizierten Verfahrens zur Prognose der Belegung je Wohneinheit mit durchschnittlich 2,3 Bewohnern ist von rd. 2 -3 Schülerinnen und Schülern je Jahrgang im Primarbereich auszugehen. Basierend auf der kleinräumigen Einwohnerprognose wird die Zahl der Schulneulinge im Stadtteil Höhenhaus in den kommenden Jahren auf maximal bis zu 186 Kinder steigen. In der Prognose noch nicht berücksichtigt ist das Pl anungskonzept „Quartier Schlebuscher Weg“ in Höhenhaus mit 200 zusätzlichen Wohneinheiten. Dadurch würden weitere 12 Plätze in der Primarstufe benötigt. Demgegenüber verfügen die drei Grundschulen aktuell über insgesamt 207 Plätze in den Eingangsklassen (Platzzahl nach Richtwert von 23 Kindern je Klasse), maximal jedoch über 260 Plätze bei Ausnutzung aller Kapazitäten. Die nächstgelegenen Schulen verfügen somit über ausreichend Kapazitäten, um die Schülerinnen und Schüler aufzunehmen. 8. Umweltbericht Für das Bebauungsplanverfahren wird eine Umweltprüfung gemäß § 2 Absatz 4 Baugesetzbuch (BauGB) für die Belange nach § 1 Absatz 6 Nummer 7 und § 1a BauGB durchgeführt. Die Ergebnisse werden in einem Umweltbericht gemäß § 2a BauGB dargestellt. 8.1 Inhalt und wichtigste Ziele des Bauleitplanes Mit dem Bebauungsplanverfahren "Von -Ketteler-Straße" in Köln - Höhenhaus werden die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Ausweisung von neuen Wohngebietsflächen im gut erschlossenen Stadtteil Köln -Höhenhaus zur N achverdichtung durch zusätzlichen Wohnraum geschaffen. Die Deutsche Wohnungsgesellschaft mbH (DEWOG) plant hier auf einer derzeitigen privaten Grünfläche, die Errichtung von vier Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 43 Wohneinheiten. Ziel der Planung ist es im Rahmen der Nachverdichtung, die Aufenthalts- und Lebensqualität im Quartier zu erhalten bzw. zu entwickeln. 8.1.1 Beschreibung Bestand Das circa 1,5 Hektar (ha) große Plangebiet befindet sich im rechtsrheinischen Stadtteil Köln - Höhenhaus, im Stadtbezirk Mülheim. Es handelt sich dabei um eine rückwärtig gelegene Freifläche zwischen den Wohnbebauungen aus Mehrfamilienhäusern entlang der Von -Ketteler-Straße im Westen und der Von-Bodelschwingh-Straße im Osten. Im Süden reicht das Plangebiet bis an die Straße Am Flachsrosterweg. Siehe auch Kapitel 2. Erläuterungen zum Plangebiet. Das Plangebiet besteht hauptsächlich aus einer zusammenhängenden Rasenfläche, auf der sich in unterschiedlich dichten Gruppierungen hochstämmige Bäume in allen Altersstufen befinden. Es gibt - 14 - 14 keine gebauten Gehwege, aber einige Trampelpfade und es besteht der Eindruck einer weitläufigen Parkanlage, mit einer großen Rasenfläche in der Mitte und einer kleineren Rasenfläche im Süden an der Straße Am Flachsrosterweg. Auf der großen Rasenfläche befindet sich ein stark genutzter Basketballkorb, was an der offenen Bodenfläche erkennbar ist. Der Baumbestand befindet sich im Wesentlichen entlang der Ränder zur angrenzenden Wohnbebauung und bildet ein dichteres Band zwischen der, benannten großen Rasenfläche und einer kleineren Rasenfläche im südlicheren Teil, die von einem Wohngebäude flankiert wird und südlich an die Straße Am Flachsrosterweg stößt. Im Norden des Plangebietes befinden sich ein fünfgeschossiges Wohngebäude aus zwei zusammenhängenden Gebäudeteilen sowie ein Block aus neun ebenerdigen Garagen, die über die Von-Bodelschwingh-Straße erschlossen sind. 8.1.2 Beschreibung Nullvariante Die Nullvariante beschreibt den zu erwartenden Zustand des Plangebietes, wenn es nicht zu de r Aufstellung des Bebauungsplanes kommen würde. Allerdings sind aufgrund der Zulässigkeit von Bauvorhaben nach § 34 BauGB auch ohne die Aufstellung des Bebauungsplanes gewisse bauliche Eingriffe in den Naturhaushalt möglich. Dana ch ist eine Bebauung im süd lichen Bereich des Plangebietes zwischen der Bestandsbebauung Am Flachsrosterweg 2 und Von -Bodenschwingh- Straße 3, sowie im nördlichen Bereich des Plangebietes nordwestlich und südöstlich entlang der Von-Bodenschwingh-Straße angrenzend an des Gebäudes Von-Bodelschwingh-Straße 19 möglich. Eine Bebauung des mittigen Bereiches des Plangebietes ist in der Nullvariante nicht genehmigungsfähig. 8.1.3 Beschreibung Planung Im Geltungsbereich des Bebauungsplan-Entwurfes soll neben dem bestehenden fünf-geschossigen Punkthaus ein Wohngebiet mit insgesamt 43 Wohneinheiten (WE) in 4 Baukörpern mit bis zu vier Vollgeschossen entstehen. Die Erschließung der Grundstücke erfolgt, bis auf das nördliche Punkthaus, durch zwei vorhandene private Stichstraßen, die von der Von -Ketteler-Straße abzweigen und bis zur Grünfläche angelegt wurden. Für das nördliche Punkthaus erfolgt die Erschließung über die Wendeanlage der Von-Bodelschwingh-Straße. Im Bereich des Plangebietes soll entlang der östlichen Grundstücksgrenze zur Wohnbebauun g an der Von -Bodelschwingh- Straße eine zusammenhängende private Grünfläche hergerichtet bzw. erhalten werden. Im Bereich der privaten Grünfläche sind ein in Nord-Süd-Richtung verlaufender öffentlicher Geh- und Radweg sowie ein öffentlich zugänglicher Spielplatz vorgesehen. 8.2 Bedarf an Grund und Boden Der Bedarf an Grund und Boden aus der Planung für den Bebauungsplan -Entwurf „Von-Ketteler- Straße" in Köln-Höhenhaus ist in folgender Tabelle dargestellt: Tabelle 1: Flächenbilanz für das Plangebiet Gemäß den geplanten Festsetzungen können zukünftig bis zu 40 % im Bereich der festgesetzten Wohnbaufläche im Geltungsbereich des Bebauungsplan-Entwurfes versiegelt werden. 8.3 Berücksichtigung der Ziele des Umweltschutzes Als Ziele des Umweltschutzes werden d ie einschlägigen Gesetze, Rechtsverordnungen, Erlasse, Verwaltungsvorschriften und "Technischen Anleitungen" zugrunde gelegt, die für die jeweiligen Flächenbilanz für das Plangebiet Vorhandene Nutzung gemäß Biotopflächenkartierung Geplante Nutzung gemäß B-Plan Fläche (m²) Fläche (m²), versiegelt Fläche (m²), teilversiegelt Fläche (m²) Fläche (m²), versiegelt Fläche (m²), teilversiegelt Private Grünfläche 13.632 0 0 5.768 0 0 Verkehrs- und Wegeflächen 1.318 1.318 0 4.178 4.178 0 Allg. Wohngebiet (überbaut) 620 620 0 1.831 1.831 0 Allg. Wohngebiet (nicht überbaut) 0 0 0 3.793 0 3.793 15.570 1.938 0 15.570 6.009 3.793 - 15 - 15 Schutzgüter in Bauleitplan -Verfahren anzuwenden sind. Die EU -Schutzziele finden sich im Wesentlichen umgesetzt im deutschen Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG, Luftreinhaltung, Lärmminderung) und seinen Verordnungen, dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG - Arten-, Landschafts- und Biotopschutz) und Bundesbodenschutzgesetz (BBodSchG - Bodenschutz, Schutz vor bzw. Umgang mit schädlichen Bodenveränderungen) und seiner Verordnung sowie dem Denkmalschutzgesetz (DSchG). Auf Landesebene greifen weitere Regelungen wie die Geruchsrichtlinie Nordrhein Westfalen (GIRL - Beurteilung von Gerüchen), das Landeswassergesetz Nordrhein-Westfalen (LWG NW - Schutz des Grundwasserdargebotes) sowie Verordnungen auf Ebene der Bezirksregierungen wie Wasserschutzgebiets -Verordnung (WSG- VO). Auf kommunaler Ebene werden die Baumschutzsatzung, der Landschaftsplan und der Luftreinhaltungsplan der Stadt Köln berücksichtigt. Die Ziele des Umweltschutzes werden bei der Beschreibung und Bewertung der einzelnen Schutzgüter näher beschrieben. Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen 8.4 Nicht durch die Planung betroffene Umweltbelange 8.4.1 Natur und Landschaft Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung/Europäische Vogelschutzgebiete (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 b BauGB) Das Planvorhaben befindet sich weder innerhalb, noch in der Nähe von europäischen Vogelschutzgebieten oder G ebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung (Flora -Fauna-Habitat = FFH-Gebiete). Damit sind keine Beeinträchtigungen von Schutzgebieten gemeinschaftlicher Bedeutung durch das Bauvorhaben verbunden. Das nächste FFH Schutzgebiet Natura 2000 ist das Naturschutzgebiet NSG Thielenbruch (DE-5008-301), das sich 3,7 km östlich in gerade Luftlinie vom Plangebiet befindet. Damit sind keine Beeinträchtigungen von Schutzgebieten gemeinschaftlicher Bedeutung durch das Bauvorhaben verbunden. Landschaftsplan (§ 1 Absatz 6 Nummer 7g BauGB) Durch die Realisierung des Bauvorhabens ergeben sich keine Veränderungen für den Landschaftsplan der Stadt Köln. 8.4.2 W asser (§ 1 Absatz 6 Nummer 7a BauGB) Oberflächenwasser Ziele des Umweltschutzes: Wasserhaushaltsgesetz (WHG), LWG NRW, BNatSchG, Landschaftsgesetz NRW Im Plangebiet oder in unmittelbarer Umgebung sind keine Oberflächengewässer vorhanden. Es bestehen keine Einleitungen von Abwässern oder Oberflächenentwässerungen in Fließ - oder Stillgewässer. Mit der Planung sind keine Bee inträchtigungen von Oberflächengewässern verbunden. 8.4.3 Klima und Luft (§1 Absatz 6 Nummer 7a BauGB) V ermeidung von Emissionen – Gerüche: Es gibt keine Hinweise auf die Entstehung von Geruchsimmissionen durch die Bestandsgebäude noch durch das geplante Bauvorhaben. Sachgerechter Umgang mit Abfall und Abwässern Der sachgerechte Umgang mit Abfällen und Abwässern ist auf Ebene nachfolgender Planungen sicherzustellen. Eine regelgerechte Entsorgung der Hausabfälle wird durch die - 16 - 16 Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH sichergestellt. Der sachgerechte Umgang mit Abwässern ist im Kapitel 8.5.4 Wasser im Unterpunkt Abwässer beschrieben 8.4.4 Mensch, Gesundheit, Bevölkerung (§1 Absatz 6 Nummer 7c BauGB) Altlasten Ziele des Umweltschutzes: BBodSchG, Bundesbodenschutzverordnung (BBodSchV), Bund/Länder- Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA)-Richtlinie, Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA)- Anforderungen, Technische Anleitung zur Verwertung, Behandlung und sonstigen Entsorgung von Siedlungsabfällen (TA-Siedlungsabfall), Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen (KrW-/-AbfG) Im Plangebiet befindet sich keine Fläche, die gemäß dem städtischen Altlastenkatasters als Verdachtsfläche ausgewiesen ist. Im Rahmen des Bauvorhabens sind keine Beeinträchtigungen aufgrund von Altlastbeständen zu erwarten. Erschütterungen Ziele des Umweltschutzes: BImSchVO, Abstandserlass NRW, Deutsches Institut für Normung (DIN) 4150, DIN Verband der Elektrotech nik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) 0226 Teil 6: Beeinflussung von Einrichtungen der Informationstechnik) Durch die geplanten Nutzungen werden im Plangebiet oder angrenzend keine Erschütterungen verursacht. Ebenso würden sich keine Erschütterungen durch den Verzicht auf die Planung ergeben. Die Erschütterungen der Stadtbahnlinie bedürfen auf Grund der Entfernung von 150 m keine Beachtung, somit ist kein Schutz vor Erschütterungen zu treffen. Gefahrenschutz Zum Beispiel Hochwasser, Magnetfeldbelastung, Explosionsgefahr Ziele des Umweltschutzes: gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse und die Sicherheit der Wohn- und Arbeitsbevölkerung und je nach Bedarf: BImSchG, Ländererlasse, z um Beispiel HochwasserschutzVO, Abstandserlass; Gefahrgüter, Explosionsgefahr: GefahrschutzVO Risiken aus Hochwasserereignissen, Störfallbetrieben, elektromagnetischen Feldern liegen nicht vor. - 17 - 17 8.4.5 Kultur- und Sachgüter (§ 1 Absatz 6 Nummer 7d BauGB) Ziele des Umweltschutzes: BauGB, BNatSchG, DSchG Es gibt keine Hinweise auf die Betroffenheit von Kultur- oder Sachgütern durch die Realisierung des Bauvorhabens. 8.5 Durch die Planung betroffene Umweltbelange 8.5.1 Natur und Landschaft Pflanzen (§ 1 Absatz 6 Nummer 7a BauGB) Ziele des Umweltschutzes: BauGB, BNatSchG, Baumschutzsatzung Stadt Köln Bestand (Nullvariante): Das Plangebiet besteht hauptsächlich aus einer zusammenhängenden Rasenfläche, auf der sich in unterschiedlich dichten Gruppierungen hochstämmige Bäumen in allen Altersstufen befinden. Im August 2016 und im April 2017 wurden durch das Planungsbüro Calles de Brabant für die Erstellung einer planungsrechtlichen Sicherung schützenswerter Bäume als Grundlage für den Landschaftspflegerischen Begleitplan (Calles de Brabant, Pulheim, Dezember 2020) eine Bestandsaufnahme der Bäume und auch eine Bestandsaufnahme des Biotopinventars durchgeführt. Insgesamt wurden 120 Bäume bewertet und planerisch im Zusammenhang des Bebauungsplan-Entwurfes betrachtet. Die im Planungsgebiet mit Abstand am stärksten vertretenen Bäume sind Laubgehölze mit insgesamt 118 Bäumen. Dagegen gib t es nur 2 Nadelbäume. 47 Bäume besitzen eine gute bis sehr gute Vitalität. 64 Bäume stellten sich hinsichtlich ihrer Vitalität mit einem mittleren Niveau dar. Eine schwere Minderung der Vitalität war bei 6 Bäumen zu verzeichnen. Diese waren teilweise abge storben. 39 Bäume im Plangebiet stammen aus der Ausgleichsmaßnahme für die Baumaßnahme V on-Ketteler-Straße 8 -22. 3 Bäume aus dieser Ersatzpflanzung waren zum Zeitpunkt der zweiten Begehung 2017 nicht mehr vorhanden und werden im Rahmen der Neupflanzungen mit berücksichtigt und ersetzt. Prognose (Planvariante): Aufgrund der konkreten Planung werden insgesamt 43 Bäume gefällt, für die unterschiedliche Kriterien zugrunde gelegt werden, die für Ersatzpflanzungen erforderlich sind. Für den Bau von vier Wohngebäuden und der Erschließungsstraße müssen insgesamt 22 Bäume gefällt werden. Von diesen 22 zu fällenden Bäumen stehen 8 Bäume außerhalb des ausgleichspflichtigen Eingriffsbereiches. Demnach gilt für diese 8 Bäume die Baumschutzsatzung der Stadt Köln, wonach 6 Bäume ausgeglichen und im Plangebiet ersetzt werden müssen. Die übrigen 14 Bäume werden in der Bilanzierung des ausgleichspflichtigen Eingriffsbereiches berücksichtigt (siehe hier K apitel 8.5.1 Natur und Landschaft –Unterkapitel Eingriff/Ausgleich). 21 zu fällende Bäume stammen aus der Ausgleichsmaßnahme für die Baumaßnahme Von-Ketteler-Straße 8-22. Mit den 3 Bäumen, die zum Zeitpunkt der Begehungen nicht mehr vorhanden waren, werden diese 24 Bäume im Plangebiet ersetzt. Prognose (Nullvariante): Durch eine Bebauung und Versiegelung der in der Nullvariante möglichen Verdichtung in einem nördlichen und südlichen Teilbereich, müssten viele Bäume gefällt werden. Die 21 Bäume aus der Ausgleichsmaßnahme „Von-Ketteler-Straße“ 8 -22 wären von einer Bebauung und Versiegelung in der Nullvariante nicht betroffen und müssten dementsprechend nicht gefällt und nochmals ausgeglichen werden. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen: Ein Teil der Fläche im Planungsgebiet wird nach § 35 BauGB und ein Teil nach § 34 BauGB eingestuft, worauf die Abgrenzung des ausgleichspflichtigen Eingriffsbereiches erfolgt. Außerhalb des ausgleichspflichtigen Eingriffsbereiches sind die Teile des Plangebietes der beiden Zufahrtsstraße und Pufferzonen entlang der Straßen Von -Bodelschwingh-Straße und Am Flachsrosterweg. Für diese Teile des Plangebietes gilt, dass für mögliche Eingriffe in Natur und Landschaft kein Ausgleich erforderlich ist, weil gem. § 1a Absatz 3 Satz 6 BauGB ein Eingriff bereits vor der planerischen Entscheidung erfolgt oder zulässig ist. Deshalb wird der Baumbestand in diesen - 18 - 18 Bereichen entsprechend der gültigen Baumschutzsatzung der Stadt Köln betrachtet und der Ersatz für die zu fällenden Bäume gemäß der Baumschutzsatzung berechnet. Von 8 gefällten Bäumen in diesem Bereich fallen 6 Bäume unter die Baumschutzsatzung und dafür müssen mindestens 14 Bäume als Ersatz gepflanzt werden. Im Geltungsbereich wurden als Ausgleich für die Baumaßnahme Von -Ketteler-Straße 8 -22 39 Ersatzbäume gepflanzt wobei 3 Bäume bereits abgän gig sind. Aus dieser Ausgleichsmaßnahmen, sollen aufgrund der neuen Baumaßnahme 21 Bäume gefällt oder verpflanzt werden, davon befinden sich 5 Bäume innerhalb der nördlichen Teilfläche, die nach § 34 BauGB bebaut werden darf. Somit müssen für die Baumaßnahme Von-Ketteler-Straße 8-22, mit den 3 fehlenden Bäumen weitere 24 Bäume gepflanzt werden. Insgesamt sollen 38 Bäume neu oder umgepflanzt werden. Die Anpflanzung erfolgt in einer ausreichend bemessenen Baumscheibe von mindestens 6 m² pro Baum. Auf eine Pflanzung von Bäumen auf Flächen mit Geh -, Fahr- und Leitungsrechten (vorhandener Mischwasserkanal entlang der westlichen Plangebietsgrenze) wird verzichtet, da diese Trassen zu schmal sind. Als Grundlage zur Einstufung der zu pflanzenden Bäume werden die Biotoptypen nach dem Verfahren Sporbeck/Ludwig mit einem Kürzel gekennzeichnet. In Anpassung an die vornehmlich urban geprägte Struktur des Kölner Raums wurde eine Differenzierung der von Sporbeck/Ludwig entwickelten Biotoptypeneinteilung vorgenommen (Köln-Code), somit erfolgt jede Einstufung des Biototypen mit zwei Kürzel. In den privaten Gärten, die den Wohnungen im Erdgeschoss der geplanten vier Wohngebäude zugeordnet werden, werden insgesamt 10 Bäume (2 -3 je Garten) gepflanzt (BF31 (GH741)). Zusätzliche 11 Bäume (BF31 (GH741)) werden zur Eingrünung der Stellplätze gepflanzt, ein Teil davon in der Pflanzfläche B und über die textliche Festsetzung (je 4 angefangene Stellplätze / ein Baum) festgesetzt. Innerhalb der privaten Grünfläche können wegbegleitend z um bestehenden Trampelpfad bis zu 13 Bäume ( BF31 (GH741)) gepflanzt werden. Von den zu pflanzenden erforderlichen 38 Bäumen werden im Plangebiet damit 34 Bäume gepflanzt. Die 4 restlichen Bäume (BF31 (GH741)) werden gemäß Baumschutzsatzung im bauordnungsrechtlichen Genehmigungsverfahren außerhalb des Geltungsbereiches auf Flächen der DEWOG ersetzt. Der vorhandene Baumbestand auf den privaten Grünflächen des Plangebietes und der angrenzenden Flächen ist während der Baumaßnahmen zu schützen. Im Rahmen der planungsrechtlichen Sicherung schützenswerter Bäume können nach den Empfehlungen des Landschaftspflegerischen Fachbeitrages insgesamt 70 Bäume durch die Planung berück sichtigt werden. Zusätzlich kann für 5 Bäume eine planungsrechtliche Sicherung erfolgen, die mit der Ermächtigungsgrundlage nach § 9 Absatz1 Nummer 25b BauGB möglich ist. Folgende Bäume können „zum Erhalt“ im Bebauungsplan -Entwurf festgesetzt werden, da diese aufgrund ihres Standortes und ihrer Größe in besonderer Weise das Ortsbild prägen und darüber hinaus auch bedeutsam für das lokale Kleinklima sind: Platane (Platanus acerifolia) Baumhasel (Corylus colurna) Spitzahorn (Acer platanoides) Eiche (Quercus robur) Rotbuche (Fagus sylvatica) Für die anderen vorhandenen 65 Bäume wird eine Empfehlung zur Berücksichtigung in der Planung ausgesprochen. Bewertung: Bei der Durchführung der Baumaßnahme kommt es zu einem erheblichen Eingriff in den Baumbestand und den Biotopflächen des ausgleichspflichtigen Eingriffsbereiches. 43 von 120 Bäumen müssen gefällt werden. Als Ersatz werden insgesamt 38 Bäume neu gepflanzt. Davon werden im Plangebiet 34 Bäume gepflanzt. Davon werden die Stellplätze mit 11 Bäumen eingegrünt, 10 Bäume auf den nicht überbauten Flächen und 13 Bäume auf der privaten Grünfläche neu gepflanzt. Die 4 restlichen Bäume werden mit Hilfe der Baumschutzsatzung im baurechtlichen Genehmigungsverfahren außerhalb des Geltungsbereiches auf Flächen der DEWOG ersetzt. Während der Bauzeit ist vorhandener Vegetationsbestand zu schützen. Fünf Bäume erhalten eine planungsrechtliche Sicherung. Durch die beschriebenen Maßnahmen kann der Eingriff in den Baumbestand ausgeglichen werden. - 19 - 19 Tiere (§ 1 Absatz 6 Nummer 7a BauGB) Ziele des Umweltschutzes: BauGB, BNatSchG, Fauna -Flora-Habitat Richt linie (FFH -RL), Vorwarnliste Rote Liste (VRL), Landesnaturschutzgesetz NRW Bestand (Nullvariante): Resultierend aus einer artenschutzrechtlichen Vorprüfung der Stufe I (ASP I) vom November 2016, aktualisiert im August 2020, von Dr. Andreas Skibbe – Büro für Artenschutz und Avifaunistik, konnten der Bestand planungsrelevanter Arten und der Eintritt möglicher Tatverbotsbestände nach § 44 BNatSchG durch das Vorhaben nicht ausgeschlossen werden. Das Vorkommen weiterer, nicht planungsrelevanter Arten w urde über Zufallsfunde ermittelt. Für das Gebiet wurde daher nachfolgend eine vertiefende artenschutzrechtliche Prüfung der Stufe II (ASP II) im Zeitraum Mai bis November 2016, aktualisiert im August 2020, von Dr. Andreas Skibbe – Büro für Artenschutz und Avifaunistik, durchgeführt. Es wurden in diesem Zeitraum insgesamt 10 Begehungen für die Erstellung der artenschutzrechtlichen Gutachten vorgenommen, um Revierkartierungen von Brutvögel, Detektorerfassung von Flugrouten von Fledermäusen und mittels Endosk opkamera mögliche Sommerquartiere von Fledermäusen in Bäumen und Gebäuden zu erfassen und hinsichtlich ihrer artenschutzrechtlichen Relevanz zu beurteilen. Die Ergebnisse der faunistischen Erhebung im Plangebiet sind in der folgenden Tabelle dargestellt. Tabelle 2: Fledermaus – und Vogelarten im Plangebiet Es bedeuten: + = planungsrelevante Arten, – = besonders geschützte Arten, § = besonders geschützte Arten, §§ - streng geschützt, FFH Anh. IV = Art des Anhangs der Flora Fauna Habitat Richtlinie, RL = Rote Liste 3 = gefährdet, V = Vorwarnliste Die Bewertung der Tierarten erfolgt gemäß Fachinformationssystem Geschützte Arten in NRW des Landesamtes für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz NRW. Bei diesen Untersuchungen wurden insgesamt 17 Vögel, davon 3 planungsrelevante Arten und die ebenfalls planungsrelevante Zwergfledermaus festgestellt. Bei den Vogelarten handelt es sich um Mäusebussard, den Sperber und den Star. Außerdem wurden Haussperlinge angetroffen, die zwar - 20 - 20 keine planungsrelevante Art sind, a ber auf der Vorwarnliste der Roten Liste NRW stehen. Der Mäusebussard wurde nur im Überflug festgestellt, für den Sperber kann das Plangebiet ein kleiner Teil des Nahrungshabitats darstellen. Star und Haussperling wurden mit einigen Individuen im Plangebiet als Nahrungsgäste festgestellt. Es wurden Nistkästen an zu fällenden Bäumen im Plangebiet festgestellt, die versetzt werden. Die Zwergfledermaus hingegen wurde bei Detektoruntersuchungen am Abend, in der Nacht und morgens (beim Schwärmen) festgestellt. Das Schwärmen wurde am Rand an einem Haus festgestellt. Damit sind Ruhe - und Fortpflanzungsstätten an den Gebäuden in der Umgebung oder Bäumen möglich, aber ohne endgültigen Nachweis, da Fress - und Kotspuren nicht gefunden wurden. Jagdhabitat für Zwergfledermäuse ist im Plangebiet vorhanden. Weitere planungsrelevante Arten, wie z.B. Amphibien, wurden nicht festgestellt. Prognose (Planvariante): Durch die Realisierung des Vorhabens kann es für die Zwergfledermäuse zum Verlust und/oder Veränderung der Nahru ngshabitate kommen. Dies führt jedoch nicht zu gravierenden Beeinträchtigungen, da zum Teil durch Neubepflanzung neue Jagdhabitate entstehen werden und zwischenzeitlich die Fledermäuse auf Nachbarflächen ausweichen können. Der Verlust der Ruhe- und Fortpflanzungsstätten kann nicht ausgeschlossen werden, aber da keine Kotspuren gefunden wurden und das Schwarmverhalten am Rande des Plangebietes festgestellt wurde, können Beeinträchtigungen der Ruhe - und Fortpflanzungsstätten nicht nachgewiesen werden. Beim Sperber, Star und den Haussperlingen sind keine Beeinträchtigungen zu erwarten, da das Plangebiet nur ein kleiner Teil der Nahrungshabitate darstellt. Auch für den Mäusebussard sind keine Beeinträchtigungen zu erwarten, da dieser nur überfliegend festgestellt wurde. Hinsichtlich weiterer Vorkommen nicht planungsrelevanter Vogelarten ist die Gefahr von Brutplatz -, Jungvögel- und Gelegeverlusten durch die Rodungsarbeiten möglich. Prognose (Nullvariante): Es ist davon auszugehen, dass es in der Nullvariante, zu keinen Beeinträchtigungen kommt, da sich die Lebensraumfunktion des Plangebietes nicht ändert. Vermeidungs-/ Minderungsmaßnahmen: Mäusebussard, Sperber, Star und Haussperling Da keine Beeinträchtigungen festgestellt wurden, sind keine Vermeidungs - und vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen notwendig. Zwergfledermaus Die möglichen vorhandenen Quartiere (z.B. Baumhöhlen) sollen wenige Tage vor den Rodungen auf Vorkommen geprüft werden bzw. die möglichen Quartiere vorher verstopft werden. Nicht planungsrelevante Vogelarten Um Brutplatz-, Jungvögel- und Gelegeverluste zu vermeiden, erfolgt im Bebauungsplan-Entwurf ein Hinweis, dass Rodungen außerhalb der Brutzeit wahrzunehmen sind. Bei Rodungen in der Brutzeit müssen die Bäume auf besetztes Nestvorkommen untersucht werden und bei Auffinden von Nestern die Rodungen gestoppt werden. Alle Arten Die Rodungen sollen in den Winter vorgezogen werden. Die vorhandenen Nistkästen sollen an die nicht zu fällenden Bäume versetzt werden. Die Prüfung auf das Vo rhandensein der Fortpflanzungsstätten vor den Baumfällungen und das Versetzen der vorhandenen Vogelniststätten sind im Rahmen einer ökologischen Baubegleitung durchzuführen. Im Bebauungsplan-Entwurf erfolgt ein Hinweis auf die durchgeführten Artenschutzprüfungen (Dr. Skibbe, Köln, November 2016, Aktualisierung August 2020) und a uf das Erfordernis der Durc hführung von Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen. - 21 - 21 Bewertung: Da keine Beeinträchtigungen von planungsrelevanten Arten festgestellt wurden und durch die Einhaltung der zulässigen Eingriffszeiten in die Vegetation, können Verstöße gegen die Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG für möglicherweise betroffene Vogel- und Fledermausarten bei Realisierung des Vorhabens ausgeschlossen werden. Biologische Vielfalt (§ 1 Absatz 6 Nummer 7a BauGB) Ziele des Umweltschutzes: BauGB, BNatSchG Bestand (Nullvariante): Durch die geringe Flächengröße und die Lage des Plangebietes im Siedlungszusammenhang ist die Lebensraumeignung für wildlebende Tier - und Pflanzenarten berei ts im Bestand stark eingeschränkt. Prognose (Planvariante): Die vorhandene Biotopstruktur mit ihrer entsprechenden strukturellen Vielfalt wird verkleinert, bleibt aber im Bereich der, als private Grünfläche ausgewiesenen, Flächen erhalten. Prognose (Nullvariante): Durch die geringe Flächengröße und die Lage im Siedlungszusammenhang ist die Lebensraumeignung für wildlebende Tier - und Pflanzenarten bereits vor der Planung stark eingeschränkt. Eine Verkleinerung der Fläche hat somit geringe Auswirkung auf di e Lebensraumeignung der Bestandsfläche. Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen: Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen zur Biologischen Vielfalt sind jeweils unter den Schutzgütern Pflanzen und Tiere aufgeführt. Bewertung: Durch die Realisierung des Bauvorhabens sind keine Beeinträchtigungen der biologischen Vielfalt zu erwarten. Eingriff/Ausgleich (§ 1a Satz 3 BauGB) Ziele des Umweltschutzes: BNatSchG, Landesnaturschutzgesetz NRW, § 1 a BauGB Der Bebauungsplan-Entwurf lässt im ausgleichspflichtigen Eingriffsbereich erstmalig Eingriffe in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild zu. Die Flächen, in denen Eingriffe ausgleichspflichtig sind, sind im Bebauungsplan-Entwurf als ausgleichspflichtiger Eingriffsbereich markiert. Im Hinblick auf die Bewältigung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung wurde der ausgleichspflichtige Eingriffsbereich festgelegt. Er umfasst den größten Teil des Plangebietes; ausgenommen sind die Flächen des Plangebietes, die bereits heute bebaut oder versieg elt sind oder nach § 34 BauGB bebaubar wären, da sie durch die vorhandenen öffentlichen Straßen erschlossen sind. Für diese Teile des Plangebietes gilt, dass für mögliche Eingriffe in Natur und Landschaft kein Ausgleich erforderlich ist, weil gemäß § 1a Ab satz 3 BauGB ein Eingriff bereits vor der planerischen Entscheidung erfolgt oder zulässig ist. Innerhalb des ausgleichspflichtigen Eingriffsbereiches ist über den Ausgleich der Eingriffe in den Naturhaushalt im Rahmen der Abwägung zu entscheiden, außerhalb des ausgleichspflichtigen Eingriffsbereiches gilt zwar keine Ausgleichsverpflichtung, aber das Vermeidungsgebot nach der Eingriffsregelung. Als Grundlage der Einstufung der betroffenen Biotope im Realbestand und Planungszustand dient die „Biotoptypenliste Köln-Code“, die rechnerische Bewertung erfolgte anhand des Punkteschemas von Ludwig und Sporbeck. - 22 - 22 Bestandswert gesamter Planbereich - zur Information Biotoptyp Ludwig Code Köln Code Biotopwert [P/m²] Fläche[m²] Gesamtwert [P] Scherrasen ohne Baumbestand HM 51 PA122 6 6.893 41.358 Scherrasen mit alten Baumbestand HM 1 PA121 10 2.705 27.050 0 Summe 9.598 68.408 Planwert gesamter Planbereich - zur Information Biotoptyp Ludwig Code Köln Code Biotopwert [P/m²] Fläche[m²] Gesamtwert [P] WA GRZ 0,4 HN 21 SB151 3 3.769 11.307 Verkehrsfläche HY 1 VF211 0 1.721 0 Fahr- und Feldweg (teilweise versiegelt) HY 2 VF213 3 545 1.635 Private Grünfläche mit Baumbestand HM 1 PA121 7 2.111 14.777 Private Grünfläche mit altem Baumbestand HM 1 PA122 10 1.452 14.520 Summe 9.598 42.239 a) Bestandswert ausgleichspflichtiger Eingriffsflächen Biotoptyp Ludwig Code Köln Code Biotopwert [P/m²] Fläche[m²] Gesamtwert [P] Scherrasen ohne Baumbestand HM 51 PA122 6 6.893 41.358 Scherrasen mit alten Baumbestand HM 1 PA121 10 2.705 27.050 Summe 9.598 68.408 b) Planwert ausgleichspflichtiger Eingriffsflächen Biotoptyp Ludwig Code Köln Code Biotopwert [P/m²] Fläche[m²] Gesamtwert [P] WA GRZ 0,4 HN 21 SB151 3 3.769 11.307 Verkehrsfläche HY 1 VF211 0 1.721 0 Fahr- und Feldweg (teilweise versiegelt) HY 2 VF213 3 545 1.635 Private Grünfläche mit Baumbestand HM1 PA121 7 2111 14.777 Private Grünfläche mit altem Baumbestand HM2 PA121 10 1.452 14.520 Summe 9.598 42.239 - 23 - 23 Eingriffswert (a - b): -26.169 - 24 - 24 c) Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen außerhalb des ausgleichspflichtigen Eingriffsbereiches innerhalb des Plangebiets Bestand Zielbiotop Biotoptyp Ludwig Code Köln Code Wert [P/m ²] Biotoptyp Ludwig Code Köln Code Wert [P/m ²] Differenz [P/m ²] Fläche [m ²] Gesamtwert[P] Scherrasen ohne Baumbestand HM 51 PA122 6 Scherrasen mit Baumbestand HM 1 PA121 7 1 2.700 18.900 0 0 Summe 1 2.700 18.900 d) Ausgleichsflächen außerhalb des Plangebiets Bestand Zielbiotop Biotoptyp Ludwig Code Köln Code Wert [P/m ²] Biotoptyp Ludwig Code Köln Code Wert [P/m ²] Differenz [P/m ²] Fläche [m ²] Gesamtwert[P] Scherrasen mit Baumbestand HM 1 PA121 7 Streuobstwiese mit Hochstämmen HK 22 LW332 17 10 2.700 45.900 0 0 Summe 0 2.700 45.900 Ausgleichswert (c+d): 27.000 Bilanz (Eingriff-Ausgleich): 26.169 831 % Tabelle 3: Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung (Plangebiet) - 25 - 25 Externe Ausgleichsmaßnahme Trotz der im Bebauungsplan -Entwurf festgesetzten Grünmaßnahmen verbleibt ein Defizit von 26.169 Biotopwertpunkten, das extern ausgeglichen werden soll. Auf einer Fläche in circa 1 Kilometer Entfernung (Luftlinie), sollen an der Von-Galen-Straße auf einer rund 3.000 m² großen Rasenfläche eine Obstwiese mit 10 Obstbäumen angelegt und dauerhaft erhalten werden. Die Herstellung der externen Ausgleichsmaßnahme erfolgt im Rahmen des städtebaulichen Vertrags, der zwischen der Stadt Köln und der DEWOG abgeschlossen wird. Bewertung: Der ausgleichspflichtige Eingriffsbereich von 9.598 m² erreicht einen Bestandswert von 68.408 Bewertungspunkten (BWP). Für den nach dem Bebauungsplan-Entwurf zulässigen Eingriff ergibt sich ein Biotopwert von 42.239 BWP . Das geplante V orhaben des Bebauungsplan-Entwurfes „V on- Ketteler-Straße“ erreicht somit ein Defizit von 26.169 BWP , das durch die Realisierung einer externen Ausgleichmaßnahme vollständig ausgeglichen wird. 8.5.2 Landschaft/ Ortsbild (§ 1 Abs. 6 Nr. 7a BauGB) Ziele des Umweltschutzes: BauGB, BNatSchG, (DSchG) Bestand: Das örtliche Landschaftsbild des Plangebietes ist durch eine parkähnliche Scherrasenfläche mit Baumbestand mit umliegendem mehrgeschossigem Wohnungsbau geprägt. Im Norden des Plangebietes befinden sich ein fünfgeschossiges Wohngebäude aus zwei zusammenhängenden Gebäudeteilen sowie ein Block aus neun ebenerdigen Garagen, die über die Von-Bodelschwingh- Straße erschlossen sind. Prognose (Planvariante): Die Planung sieht ein neben der Besta ndsicherung des fünfgeschossigen Gebäudes ein neues Wohngebiet in 4 Baukörpern mit bis zu vier Vollgeschossen vor. Die Erschließung der Grundstücke erfolgt, bis auf das nördliche Punkthaus, durch zwei vorhandene Stichstraßen. Der Park bleibt in großen Teilen erhalten, die bestehende Querung der Grünfläche ist weiterhin möglich und die geplante Bebauung nimmt die Höhe der umgebenden Wohnbebauung auf. Prognose (Nullvariante): In der Nullvariante ist eine Bebauung im südlichen Bereich des Plangebietes zwisch en der Bestandsbebauung Am Flachsrosterweg 2 und Von-Bodenschwingh-Straße 3, sowie im nördlichen Bereich des Plangebietes nordwestlich und südöstlich entlang der Von -Bodenschwingh-Straße angrenzend an des Gebäudes Von-Bodelschwingh-Straße 19 möglich. Eine Bebauung des mittigen Bereiches des Plangebietes ist in der Nullvariante nicht genehmigungsfähig. In der Nullvariante wäre vom Am Flachsrosterweg bis hin zu Von-Bodelschwingh-Straße die verlaufende Grünfläche nicht mehr als solche erlebbar. Vermeidungs-/Minderungsmaßnahmen: Für 5 Bäume soll eine planungsrechtliche Sicherung erfolgen, die mit der Ermächtigungsgrundlage des § 9 Absatz 1 Nummer 25b BauGB möglich ist, da diese aufgrund ihres Standortes und ihrer Größe in besonderer Weise das Ortsbild prägen. Im Bebauungsplan -Entwurf wird eine private Grünfläche festgesetzt, um den Charakter der Parkanlage zu erhalten. Bewertung Durch den Erhalt des fünf-geschossigen Gebäudes und die Einfügung der Planung in die Umgebung ergibt sich bei Realisierung des Bauvorhabens keine wesentliche Beeinträchtigung des Ortsbildes. - 26 - 26 8.5.3 Boden (§ 1 Absatz 6 Nummer 7a BauGB) Ziele des Umweltschutzes: § 1a Absatz 2 BauGB "Mit Grund und Boden soll sparsam und schonend umgegangen werden, ..." (Bodenschutzklausel), BBodSchG, Bunde -Bodenschutzverordnung (BBodSchV), Landes-Bodenschutzgesetz (LBodSchG) NRW Für die Bewertung des Bodens und der Bodenfunktionen nach § 2 BBodSchG im Plangebiet wurden die Karte der schutzwürdigen Böden in Verbindung mit der Bodenkarte von NRW im Maßstab 1:50.000 (Geoportal.nrw, letzter Zugriff: 02.05.2017) und ein hydrogeologisches Gutachten vom 07.02.2017 von GFM umwelttechnik in Verbindung mit 4 Aufschlusssondierungen bis in eine Tiefe von 4 m und ein Handschurf zur bodenkundlichen Aufnahme bis in eine Tiefe von 1 m herangezogen. Bestand: Nach der Bodenkarte von NRW im Maßstab 1: 50.000 befindet sich im Plangebiet typische Braunerde aus stark lehmigen Sand / stark sandigen Lehm aus Hochflutablagerungen (Jungpleistozän bis Holozän) über Kies und Sand aus Terrassenablagerungen (Jungpleistozän). In der Karte der schutzwürdigen Böden Nordrhein-Westfalen werden die Böden des Plangebietes zum größten Teil dem Kriterium der Schutzwürdigkeit "Natürliche Bodenfruchtbarkeit / Regelungs- und Pufferfunktion" zugeordnet. Die hohe Bedeutung dieses Schutzstatus beruht auf der langen Entstehungsdauer von fruchtbaren Böden, die bei 1 cm Bodenprofil im mitteleuropäischen Klima 100 bis 200 Jahre betragen kann. Das bedeutet, dass die Versiegelung von Böden und unter Umständen auch der Eingriff in das Bodenprofils durch Auf- und Abträge praktisch nicht ausgleichbar sind. Deshalb sind Eingriff dieser Art möglichst zu vermeiden, zu mindern oder ggf. durch entsprechende Ersatzmaßnahme zu ersetzen Das hydrogeologische Gutachten e rgaben eine anthropogen überprägte, humose Oberbodenschicht in einer Stärke von 0,3 bis 0,5 m aus feinsandigen und tonigen Schluff von überwiegend dunkelbrauner Farbe und einer durchschnittlichen Erdfeuchte. Darunter befindet sich eine Auffüllung aus sandigem Lehm in einer Stärke von bis zu 1,3 m mit sehr geringen mineralischen Fremdmaterialien. Unter der Auffüllung folgte bis in eine Tiefe von 2,1 m ein überwiegend toniger, schwach feinsandiger Schluff, der bis 2,8 m Tiefe von stark feinsandigen Mittelsand und Schluff mit mittelbrauner bis hellbrauner Farbe unterlagert wird. In der Baugrunduntersuchung, die im Rahmen des hydrogeologischen Gutachtens vorgenommen wurde, wurde im Plangebiet die örtliche Versickerungsfähigkeit des Untergrundes geprüft. Den Untersuchungsergebnissen zu Folge liegen die versickerungsfähigen Schichten erst ab einer Tiefe von ca. 4,00 m unter Geländeoberkante (GOK). Der überlagernde Lehmboden ist wegen seiner unzureichenden Wasserdurchlässigkeit nicht zur Infiltration von Niederschl agswasser geeignet. Aufgrund der angrenzenden Flächennutzungen (umliegende Bebauung durch Wohngebäude und Straßen) und der Ergebnisse der Bodenuntersuchung, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Böden im Plangebiet größtenteils anthropogen überformt sind und keine natürlichen Bodeneigenschaften aufweisen. Prognose (Planvariante): Mit der Realisierung des Vorhabens können insgesamt aufgrund von Versiegelungen durch private Verkehrsflächen, Gebäude und Nebenanlagen innerhalb der festgesetzten Wohnbauflächen sowie durch die Anlage von Wege- und Spielplatzflächen innerhalb der privaten Grünfläche bis zu 40 % der im Plangebiet liegenden Böden versiegelt und somit irreversibel zerstört werden. Die Speicher- und Reglerfunktion des Bodens geht damit auf diesen Flächen verloren. Die Flächenbilanz für das Plangebiet mit einer Gesamtfläche von 15.570 m² (siehe Tabelle 1: Flächenbilanz des Plangebietes) ergibt eine vollständige Flächenversiegelung von 6.009 m² und eine Teilversiegelung von 3.793 m². Der Versiegelungsgrad des Plangebietes wird durch die Bebauung erheblich erhöht. Für die Gewährleistung einer temporären Regenwasserrückhaltung bei Starkregenereignissen sind im Plangebiet für eine „Notentwässerung“ Versickerungsanlagen in Form von Versickerungsmulden, mit einer Gesamtfläche von ca. 565 m² und einer Tiefe von ca. 0,30 m, vorzusehen (Fredersdorf Consulting, Entwässerungskonzept, August 2017). Auch diese stellen dur ch Abgrabung und Veränderung des Bodenprofils einen Eingriff in den Boden dar. Nach dem hydrogeol ogischen - 27 - 27 Gutachten ist eine Wasserhaltung für das Bauvorhaben nicht erforderlich. Im Bereich der Grünanlagen- und Wohngärten werden sich die beeinträchtigenden Bodenfunktionen mittelfristig wieder weitgehend regenerieren. Prognose (Nullvariante): In der Nullvariante ist mit einer Versieglung von ca. 31% der vorhandenen Böden zu rechnen. Die Speicher- und Reglerfunktion des Bodens geht damit auf diesen Flächen verloren. Vermeidungs-/ Minderungsmaßnahmen: Durch die Nutzung der vorhandenen Erschließung an die Von-Ketteler-Straße über die beiden hergestellten privaten Erschließungsstraßen, kann der Flächenbedarf und Flächenversiegelung reduziert werden. Durch die Festsetzung der privaten Grünfläche kann der Boden in dieser Fläche (5.768 m²) langfristig vor weiterer Bebauung geschützt werden. Bewertung: Durch das Planvorhaben werden auf 6.009 m² vollständig und auf 3.793 m² teilweise die Bodenfunktionen "Natürliche Bodenfruchtbarkeit", "Regelungs - und Pufferfunktion" und "Ausgleichskörper für den Wasserhausha lt" zerstört. Dieser Eingriff in das Schutzgut Boden ist aufgrund der langen Entstehungsdauer von fruchtbaren Böden mit diesen Eigenschaften und der vorliegenden hohen Bewertung praktisch nicht ausgleichbar. Der Eingriff reduziert sich durch die bei den Sondierungen festgestellten auftretenden Störungen und der anthropogenen Überprägung der Bodenprofile im Plangebiet. Der Ausfall dieser Funktionen für den Naturhaushalt wird deshalb durch die Vermeidungs- bzw. Minderungsmaßnahmen vermindert. 8.5.4 W asser Grundwasser (§ 1 Absatz 6 Nummer 7a BauGB) Ziele des Umweltschutzes: WHG, LWG NRW, WSG-VO NRW Bestand: Das Plangebiet liegt in der Wasserschutzzone III A des Wasserwerkes Höhenhaus. Aufgrund der im Geltungsbereich überwiegend unbefestigten Geländeoberfläche kann eine Grundwasserneubildung aus den versickernden Niederschlägen unterstellt werden. Um im Vorfeld der Baumaßnahme die Möglichkeit der Versickerung von unbelastetem Niederschlagswasser (Dachflächen) zu überprüfen wurde ein hydrogeologisches Gutachten vom 07.02.2017 von GFM umwelttechnik erstellt. Gemäß dem hydrogeologischen Gutachten wurden oberflächennah keine versickerungsfähigen Bodenschichten festgestellt. Erst ab ca. 4,00 m Tiefe kann mit ausreichend durchlässigen Sedimenten gerec hnet werden, die aber aufgrund fehlender Feinanteile nur geringe Filtereigenschaften aufweisen. Prognose (Planvariante): Die Errichtung einer Versickerungsanlage (Rigole) ab einer Tiefe von 4,00 m entspricht aufgrund der fehlenden Filterwirkung nach dem G utachten einer Versickerung in einem Sickerschacht. Die Versickerung von unbelastetem Niederschlagswasser ist gemäß der Wasserschutzgebietsverordnung in der Wasserschutzzone III A über einen Sickerschacht untersagt. Für eine andere Versickerungslösung wäre im Bereich von Versickerungseinrichtungen ein Bodenaustausch bis in ca. 4,00 m Tiefe erforderlich. Die Ableitung des anfallenden Niederschlagswassers in die öffentliche Mischwasserkanalisation erfolgt, da die Anlage von Versickerungsschächten einem Sicker schacht gleich kommt, und diese Anlage im WSG III a verboten ist. Prognose (Nullvariante): Auch in der Nullvariante ist nach dem Gutachten die Grundwasserneubildung im Plangebiet aufgrund der oberflächennahen nicht versickerungsfähigen Bodenschichten vermindert. - 28 - 28 Vermeidungs- / Minderungsmaßnahmen: Das Entwässerungskonzept (Fredersdorf Consulting, August 2017) sieht in Hinblick auf Starkregenereignisse Maßnahmen vor, die auch als Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen für den Schutz des Grundwassers zum Tr agen kommen. Im Wesentlichen geht es dabei um entsprechende Geländemodellierungen, die das Oberflächenwasser temporär vor Ort zurückhalten. Bewertung: Auf Grund der zusätzlichen Versiegelung werden potentielle Versickerungsflächen reduziert. Es existiert im Plangebiet oberflächennah keine versickerungsfähigen Schichten. Die Grundwasserneubildung aus Niederschlag ist somit bereits im Bestand gestört. Die gewählte Lösung der Entwässerung ergibt durch die Realisierung der Baumaßnahme für das Grundwasser, keine wesentliche Beeinträchtigung. Abwässer (§ 1 Absatz 6 Nummer 7e BauGB) Ziele des Umweltschutzes: LWG NRW, WHG, WSG-VO Bestand: Das Plangebiet liegt im Einzugsbereich der Kläranlage Stammheim und entwässert im Mischverfahren. Prognose (Planvariante): Der vorhandene Abwasserkanal kann das anfallende Schmutz- und Niederschlagswasser aus dem Plangebiet aufnehmen. Prognose (Nullvariante): Eine sachgerechte Entsorgung von anfallenden Abwasser aus dem heutigen Plangebiet ist auch in der Nullvariante weiterhin anzunehmen. Vermeidungs- / Verminderungsmaßnahmen: Es sind keine Vermeidungs - / Minderungsmaßnahmen erforderlich, da der vorhandene Abwasserkanal das anfallende Schmutz- und Niederschlagswasser aus dem Plangebiet aufnehmen kann. Bewertung: Es ergeben sich keine Beeinträchtigungen. 8.5.5 Klima und Luft Klima, Kaltluft / V entilation (§ 1 Absatz 6 Nummer 7a BauGB) Ziele des Umweltschutzes: BauGB, Vermeidung der Ausdehnung bioklimatisch belasteter Gebiete, klimaverträgliche Gestaltung neuer Baugebiete. Bestand: Die Witterung kennzeichnet sich im Winter mit durchschnittlich 57 Tage Frost und im Sommer mit durchschnittlich 40 Tagen, an denen es sich über 25 °C erwärmt. In der Klimafunktionskarte (Kuttler et alii, 1997) der Stadt Köln ist das Plangebiet als Stadtklima Typ 1 mit geringer Beeinflussung von Temperatur/Feuchte sowie geringer Störung lokaler Windsysteme eingestuft. Nach der Planungshinweiskarte zukünftige Wärmebelastung (als Folge des Klimawandels) ist das Plangebiet überwiegend der Klasse 3 - belastete Siedlungsflächen einzustufen. Der südwestliche Teilbereich, der an die Straße Am Flachsrosterweg angrenzt, liegt in der Klasse 4 - hoch belastete Siedlungsflächen. Prognose (Planvariante): Die Realisierung des Bauvorhabens sieht nach der Flächenbilanzierung für das Plangebiet (Kapitel 8.2 / Tabelle 1) eine Erhöhung des Versiegelungsgrades des Plangebietes vor. Kleinklimatisch verhindert der hohe Versiegelungsgrad die nächtliche Wärmeausstrahlung und führt zu einer andauernden Erwärmung in dem ohn e hin schon klimatisch belasteten Gebiet. Bei einer - 29 - 29 Realisierung der Baumaßnahme ist davon auszugehen, dass der Temperaturgang innerhalb des Plangebietes sich zumindest teilweise der bebauten Umgebung angleicht. Eine Änderung der Klimaklasse und damit Verstärkung des Hitzeinseleffektes ist nicht auszuschließen. Prognose (Nullvariante): Auch eine Bebauung in der Nullvariante sieht eine Erhöhung des Versieglungsgrades des Plangebietes vor, wenn auch geringer als im Planfall. Auch hier ist davon auszugehen, dass die nächtliche Wärmeausstrahlung durch die versiegelten Flächen gefördert wird. Es ist davon auszugehen, dass sich der Temperaturgang innerhalb des Plangebietes weitgehend der Umgebung anpasst. Möglicherweise trägt die verbleibende Freifläche in der M itte des Plangebietes zur Kaltluftproduktion bei und führt in der Nullvariante nachts zur Abkühlung der direkten Umgebung. Vermeidungs-/ Minderungsmaßnahmen: Die vorgesehenen Grünmaßnahmen vermindern die prognostizierten klimatischen Beeinträchtigungen. Zu den Maßnahmen zählt der überwiegende Erhalt der wertvollen klimatisch ausgleichenden Gehölzbestände, der Erhalt der Grünfläche, sowie die Durchgrünung des Plangebietes mit der Anlage von Dachbegrünungen auf Flachdächern, Einzelgehölzen und Straßenbäumen. Bewertung: Das Planvorhaben führt durch den Verlust des vorhandenen Baumbestandes, sowie durch die Versiegelung und Bebauung von Freiflächen zu Beeinträchtigungen des Schutzgutes Klima. Luftschadstoffe - Emissionen / Immissionen (§ 1 Absatz 6 Nummer 7a BauGB) Ziele des Umweltschutzes: BImSchG, 39. Bundes -Immissionsschutzverordnung (BImSchV), Zielwert der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz (LAI), Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA-Luft) Bestand: Das Plangebiet liegt nicht in der Umweltzone der Stadt Köln, die seit dem Januar 2008 beschlossen und erstmals 2012 erweitert wurde. Im Plangebiet bestehen bis auf den Quell- und Zielverkehr im Bereich des nördlich gelegenen Garagenhofes und den Parkplätze n an den beiden westlich gelegenen Erschließungsstraßen keine Luftschadstoff emittierenden Quellen. Auf das Plangebiet wirken aktuell Luftschadstoffe der umgebenden Wohnsiedlungen sowie Luftschadstoffbelastungen des umgebenden Kraftfahrzeug-Verkehrs ein. Nach der vorliegenden Luftgüteuntersuchung (Labor Dr. Rabe, 2001) liegt im Planungsgebiet eine mittlere Luftgüte (LuGi 1,6 – 1,7) vor. Die Luftqualität ist für die Wohnbevölkerung unproblematisch. Auch für empfindliche Menschen wird keine immissionsbedingte Gesundheitsbelastung erwartet. Nach den Planungshinweisen der Luftgüteuntersuchung sind Gebiete mit mittlerer Luftgüte für Wohnbebauung geeignet und erhalten darüber hinaus eine Empfehlung zur besonderen Eignung für Flächen zur Erholungsnutzung im Freien. Prognose (Planvariante): Mit der Realisierung des Bauvorhabens wird es im Plangebiet zu zusätzlichen Emissionen luftfremder Stoffe kommen. Diese werden zum größten Teil durch den planbedingten Mehrverkehr (Kfz) und zu einem kleinen Teil durch das geplante Blockheizkraftwerk emittiert, wobei im Vergleich zur konventionellen Wärmeerzeugung bei Nahwärmenetzen geringere Emissionen von luftfremden Stoffen zu erwarten sind. Eine Simulation der bestehenden und zukünftigen verkehrsbedingten Immissionsbelastung is t nicht notwendig, da laut Verkehrsgutachten (BSV GmbH, Aachen, November 2016) im Planfall mit einem täglichen Verkehrsaufkommen unter 6000 Fahrzeugen zu rechnen ist und keine geschlossenen Straßenfronten geplant werden, wodurch ein Luftaustausch sichergestellt ist. Prognose (Nullvariante): In der Nullvariante kann es zu einer zusätzlichen Bebauung im südlichen und nördlichen Bereich des Plangebietes kommen, wodurch es zu zusätzlichen Emissionen kommen kann. Es gibt keine Hinweise auf zukünftige immissionsbedingte Gesundheitsbelastungen daraus. - 30 - 30 - 31 - 31 Vermeidungs- / Minderungsmaßnahmen: Es sind keine Vermeidungs- / Minderungsmaßnahmen erforderlich, da keine immissionsbedingten Gesundheitsbelastungen erwartet werden. Bewertung: Mit der Realisierung des Bauvorha bens wird es im Untersuchungsgebiet zu zusätzlichen Emissionen luftfremder Stoffe kommen. Diese werden zum größten Teil durch den planbedingten Mehrverkehr durch Kraftfahrzeuge und zu einem kleinen Teil durch das geplante Blockheizkraftwerk emittieren. Dur ch die geplante Bauweise und die nicht erhebliche Erhöhung des Verkehrsaufkommens ist nicht von einer erheblichen Menge an zusätzlichen Emissionen auszugehen. Die Luftqualität ist für eine Wohnbebauung geeignet. Erneuerbare Energien / Energieeffizienz (§ 1 Absatz 6 Nummer 7f BauGB) Ziele des Umweltschutzes: Gesetz zur Vereinheitlichung des Energiesparrechts für Gebäude und zur Änderung weiterer Gesetze (GEG, November 2020), Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses Köln aus 6/2000 zur solarenergetischen O ptimierung, Beschluss des Rates der Stadt Köln zur Klimaneutralität bis 2035 (06/2021), Maßnahmen, die dem Klimawandel entgegenwirken (Vermeidung von CO2-Emissionen) Passiv-solare Heizwärmebilanz Bestand: Im Plangebiet bestehen heute keine Anlagen zur Förderung oder Nutzung Erneuerbarer oder regenerativer Energien. Prognose (Planvariante): Zur Beurteilung der solarenergetischen Qualität und dem daraus verfügbaren Solargewinn, sowie der Energieeffizienz durch eine optimale Ausrichtung der Gebäude liegt eine solar+energetische Analyse (Solarbüro Goretzki, Januar 2017) vor. Der auf optimale Einstrahlungsvoraussetzungen (=100 %) bezogene verfügbare passive Solargewinn weist, bezogen auf die Bebauungsdichte, mit im Mittel 78,2 % befriedigende Voraussetzungen zur passiven Nutzung der Sonnenenergie auf. Die Streubreite des verfügbaren Solargewinns der einzelnen Wohnungen liegt zwischen 40,7 % und 96,5 %, d.h. zwischen völlig ungenügend und sehr gut. Besonders niedrige Wohnungswerte < 51 % finden sich bei den we stlichen und nordöstlichen Wohnungen. Hier sind die Möglichkeiten zur passiven Sonnenenergienutzung spürbar eingeschränkt. Demgegenüber finden sich bei den mittleren, südlichen Wohnungen sowie im Staffelgeschoss befriedigende bis sehr gute Voraussetzungen für die passive Sonnenenergienutzung. Die Verminderung der passiven Solargewinne, d.h. die solaren Verluste durch ungünstige Orientierung, liegt im Wohnungs-Mittel bei 21,1% und damit über dem anzustrebenden Bereich von max. 7 %. Die Gebäude sind jedoch m it einem orientierungsbedingten solaren Verlust von 0,1 % nahezu optimal orientiert. Die Streubreite der Verminderung der solaren Gewinne der Teilgebäude/Wohnungen liegt zwischen 0 % und 37,5 %. Überdurchschnittlich hohe solare Verluste finden sich bei den im wesentlichen westnordwest bzw. ostsüdost orientierten Wohnungen aller geplanten Wohngebäude. Ursächlich hierfür ist die Konzeption der Punkthäuser als sogenannte Dreispänner, über ein zentrales Treppenhaus werden 3 Wohnungen je Etage erschlossen. Die mittleren Wohnungen der geplanten Wohngebäude sowie alle Staffelgeschosse weisen dagegen solare Verluste von maximal 0,3 % auf. Der durch die gegenseitige Verschattung der Gebäude verursachte solare Verlust erreicht im Mittel 9,2 %. Dies ist auf die Bebauungsdichte bezogen, ein noch tolerierbarer Wert. Hier sollte 8 % nicht überschritten werden. Überdurchschnittliche verschattungsbedingte Verluste weist mit 12,1 % die mittlere Wohnung des südlichen Gebäudes, unterdurchschnittliche mit 6,1 % die westliche Wohnung des südlichen Gebäudes auf. Die Streubreite der Wohnungen reicht dabei von 0,9 % im Staffelgeschoss bis zu 17,8 % im Bereich der mittleren Wohnungen. - 32 - 32 Durch Verschattung durch bestehende Bäume wird der verfügbare Solargewinn im Plangebiet mit im Mittel 12,5 % spürbar beeinträchtigt, ca. 6 % sollten hier im Mittel nicht überschritten werden. Die Spannweite der durch Bäume insgesamt verursachten Verminderung der passiven Solargewinne liegt bei den einzelnen Teilgebäuden/ Wohnungen zwischen 2,3 % und 27,2 %, bei den einzelnen Gebäuden zwischen 7,6 % und 17,6 %. Verschattungsschwerpunkte mit einer Verminderung der passiven Solargewinne durch Bäume von mehr als 25 % finden sich bei den mittleren Wohnungen des südlichen Gebäudes. Die östlich gelegene Wohnung des südlichen und die westlich gelegenen Wohnungen des mittleren Gebäudes sind mit 11 % - 16 % mäßig verschattet. Die Wohnungen werden durch die bestehenden Bäume abgeschattet. Bei den übrigen Teilgebäuden/ Wohnungen ist keine übermäßige Verschattung zu erwarten. Der wohnflächenspezifische Solargewinn Q‘‘S erreicht, bezogen auf eine wohnflächenspezifische Fensterfläche von 18 %, im Wohnflächenmittel 12,5 kWh/m² Wohnfläche pro Jahr (WFa). Dieser Wert entspricht dem reduzierten verfügbaren Solargewinn. Die Spannweite der einzelnen Wohnungen reicht von 5,9 bis sehr guten 22,7 kWh/m² Wohnfläche pro Jahr (WFa) im Staffelgeschoss. Hierbei ist die Abschattung durch die Balkone berücksichtigt. Der passiv -solare Heizungsbetrag erreicht im Mittel 19,8 %. Dies ist bezogen auf Wärmeschutzanforderungen nach EnEV 2014 ein befriedigender Wert. Aus dem passiven Solargewinn und den internen Wärmegewinnen Q‘‘I von 13,2 kWh/m² Wohnfläche pro Jahr (WFa) ergibt sich ein wohnflächenspezifischer Heizwärmebedarf Q‘‘h von 50,5 kWh/m² Wohnfläche pro Jahr (WFa). Prognose (Nullvariante): Für die Nullvariante liegen keine Erkenntnisse vor, dass es zu einer unbefriedigenden solar-passiven Heizwärmebilanz kommen wird. Vermeidungs- / Minderungsmaßnahmen: Maßnahmen zur Verminderung der Verschattung sind nicht erforderlich. Bewertung: Die Planung bietet im Mittel befriedigende Voraussetzungen für die passive Sonnenenergienutzung. Die durch ungünstige Orientierung verursachte Verminderung der passiven Solargewinne liegt im Wohnungs-Mittel mit 21,1% deutlich über dem anzustrebenden Wert. Die Gebäude sind jedoch nahezu optimal orientiert. Die Planung weist bezogen auf die Bebauungsdichte mit im Wohnungsmittel 7,8 % eine mäßige und im Gebäudemittel mit 9,2 % eine noch tolerierbare Verminderung der passiven Solargewinne infolge gegenseitiger Verschattung der Gebäude auf. Durch bestehende Bäume im Planbereich wird bei einigen Teilgebäuden eine spürbar überhöhte Verminderung der passiven Solargewinne verursacht. Besonnung Bestand: Es kann davon ausgegangen werden dass, die für die Planvariante modellierte Besonnungsdauer auch im Bestand erreicht wird. Die für den Winter und die Tag -/Nachtgleiche ermittelte Besonnungsdauer aus den Sonnenständen und der Verschattungswirkung des Baumbestandes wirkt sich unabhängig von der Bebauung aus. Prognose (Planvariante): Die Besonnung von Wohnungen wird anhand der DIN 5034 (Tageslicht in Innenräumen) ermittelt und bewertet. Danach ist eine Wohnung ausreichend besonnt, wenn ein Aufenthaltsraum am 17. Januar 1 Stunde (Winterkriterium) und am 21. März (Tag-/Nachtgleiche) 4 Stunden besonnt ist. Im Ergebnis der solar und energetische Analyse (Solarbüro Goretzki, Januar 2017) verfehlen für das Winterkriterium in den beiden unteren Geschossen einige Wohnungen (siehe Kapitel 8.5.5. Klima und Luft – Unterkapitel Erneuerbare Energien) das Ziel aufgrund einer Verschattung durch Bäume. Ab dem 2. Obergeschoss (OG) sind alle Wohnungen ausreichend besonnt. Zur Tag / Nachtgleiche verfehlen vier Wohnungen im Erdgeschoss (EG) das Kriterium (aufgrund von Baumverschattung), während ab dem 1. OG alle Wohnungen ausreichend besonnt sind. Da die DIN 5034 jedoch Laubbäume auch außerhalb der Vegetationsperiode als vollständig lichtundurchlässig behandelt, kann für die Bewertung der tatsächlichen Besonnung die gewichtete Besonnungsdauer am 21. - 33 - 33 Dezember herangezogen werden. Hierzu wurde für den Laubbaumbestand abweichend von der Norm ein anteiliger Lichtdurchgang simuliert. Bei Sonnentiefstand am 21. Dezember wird in den unteren Gesch ossen eine zumindest ausreichende Besonnungsqualität erreicht werden. Am mittleren Wintertag, dem 8. Februar weisen Teile der unteren Geschosse leichte Besonnungsdefizite infolge der Abschattung durch Nachbargebäude bzw. der Orientierung der Wohnungen auf. In den Wintermonaten erreichen bereits alle Wohnungen im EG bei dem am besten besonnten Fenster eine Besonnungsdauer von mehr als 15 Stunden und damit wohnhygienische Mindestanforderungen. Im Winterhalbjahr verfehlen die Wohnungen im EG 16 %, im 1.OG 8 % der Wohnfläche beim am besten besonnten Fenster eine Besonnungsdauer von 120 Stunden und damit wohnhygienische Mindestanforderungen. Prognose (Nullvariante): Es gibt keine Erkenntnisse darüber, dass die in der Planvariante ermittelten wohnhygienischen Mindestanforderungen in der Nullvariante unterschritten werden. Vermeidungs- / Minderungsmaßnahmen: Maßnahmen zur Verminderung der Verschattung sind nicht erforderlich. Bewertung: In der Gesamtbetrachtung erreichen aus wohnhygienischer Sicht alle Wohnungen eine zumindest knapp ausreichende Besonnungsdauer. Erhaltung der bestmöglichen Luftqualität in Gebieten, in denen die durch Rechtsverordnung zur Erfüllung von bindenden Beschlüssen der Europäischen Gemeinschaft festgelegten Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden (§1 Absatz6 Nummer 7h BauGB) Siehe Punkt Emission / Immission von Luftschadstoffen. V ermeidung von Emissionen (nicht Lärm / Luft, insbesondere Licht), Ziele des Umweltschutzes: BImSchG, Lichtimmissionen, Messungen, Beurteilung und Verminderung Gemeinsamer Runderlass des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz V ermeidung von Emissionen – Licht: Bestand: Aktuell bestehen im Plangebiet aus den umgebenden Erschließungsstraßen und der angrenzenden Wohnbebauung punktuell nächtliche Lichtquellen (Laternen / Signalanlagen). Die bestehenden Lichtemissionen stellen keine beeinträchtigenden Umweltauswirkungen dar. Prognose (Planvariante) Es gibt keine Hinweise auf eine zukünftige Entwicklung erheblicher Umweltauswirkungen in Folge der zusätzlichen Lichtquellen durch das Bauvorhaben. Prognose (Nullvariante) In der Nullvariante ist eine Bebauung im nördlichen und südlichen Bereich möglich. Es gibt keine Hinweise auf eine zukünftige Entwicklung erheblicher Umweltauswirkungen in Folge der zusätzlichen Lichtquellen durch die mögliche Bebauung in der Nullvariante. Vermeidungs- / Minderungsmaßnahmen Es findet eine sachgerechte Installation und Verortung der neuen Lichtquellen statt, die dem neuesten Stand der Technik entspricht. Bewertung: Es werden keine Beeinträchtigungen aus Lichtemissionen erwartet. - 34 - 34 8.5.6 Mensch, Gesundheit, Bevölkerung (§1 Absatz 6 Nummer 7c BauGB) Darstellung von sonstigen Fachplänen, insbesondere des Wasser -, Abfall -, Immissionsschutzrechtes (§ 1 Absatz 6 Nummer 7g BauGB) Ziele des Umweltschutzes: Luftreinhalteplan, WSG-VO Das Plangebiet befindet sich im Einzugsgebiet des Wasserwerks Höhenhaus innerhalb der Wasserschutzzone III A. Bei der Ausführung des Planvorhabens ist daher der „Maßnahmenkatalog für Bauarbeiten in Wasserschutzzone III, III A und III B“ zu beachten. Lärm Ziele des Umweltschutzes: DIN 45691, DIN 4109, DIN 18005, BImSchG, 16. BimSchV, TA-Lärm, Freizeitlärmerlass, 18. BImSchV, BauGB (gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse) Bestand: Das Plangebiet ist durch Verkehrslärm vorbelastet. Es wurde im Rahmen einer schalltechnischen Untersuchung (Peutz Consult, Düsseldorf, März 2019) gutachterlich geprüft, welche Lärmeinwirkungen durch Straßen- und Schienenverkehrslärm auf das Plangebiet gegeben sind und welche Auswirkungen durch den planbedingten Mehrverkehr auf die Umgebung zu erwarten sind. Auf das Plangebiet wirken Verkehrslärmimmissionen der umliegenden Straßen (Von -Ketteler- Straße, Von-Bodelschwingh-Straße, Berliner Straße, Am Flachsrosterweg), der Autobahn A3, der Straßenbahnlinie 4 und der Bahnstrecken 2325 (ö stlich des Plangebietes), der Strecke 2730 (westlich des Plangebietes sowie der Strecken 2650 & 2670 (südwestlich des Plangebietes) ein. Die Lärmimmissionen vom den, in der Nähe liegenden Supermarkt (Gewerbelärm) und Bolzplatz werden nicht betrachtet, weil zwischen diesen Lärmquellen und dem Plangebiet vorhandene Wohngebäude stehen, und davon auszugehen ist, dass bereits an diesen Gebäuden die maßgeblichen Richtwerte einzuhalten sind. Prognose (Planvariante): Im Zuge der Untersuchung waren die auf das Plan vorhaben einwirkenden Geräuschimmissionen der umliegenden Verkehrswege zu ermitteln und zu bewerten. Die Berechnungen erfolgten mit und ohne Berücksichtigung der abschirmenden Wirkung des geplanten Gebäudes. Mögliche Erhöhungen der Verkehrslärmimmissionen im Umfeld des Planvorhabens sind als Vergleich des Prognose-Null-Falls mit dem Prognose -Plan-Fall auf Grundlage der vorliegenden Verkehrsuntersuchung (BSV Gmbh, Aachen, November 2016) ermittelt und bewertet worden. Die Auswirkungen des Neubaus der geplanten Erschießungsstraße auf die Umgebung des Plangebietes wurden ermittelt und nach den Vorgaben der 16. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) bewertet. Gemäß künftigem Planungsrecht wird für den Planbereich der Schutzanspruch eines Allgemeinen Wohngebietes (WA) angenommen. Die Verkehrslärm -Immissionen beurteilen sich nach der DIN 18005. Einwirkungen (Immissionen) auf das Plangebiet durch Emittenten nach DIN 18005 Schalltechnische Orientierungswerte nach DIN 18005, Beiblatt 1 Lärmschutz, für allgemeine Wohngebiete (WA) Gebietsausweisung Schalltechnischer Orientierungswert [dB(A)] Tag Nacht Allgemeine Wohngebiete (WA) 55 45 Tabelle 4: Schalltechnische Orientierungswerte nach DIN 18005, Beiblatt 1 Straßenverkehrslärm Im Vergleich zum Prognose-Null-Fall steigen die Verkehrszahlen im Prognose-Plan-Fall durch den Ziel- und Quellverkehr des Plangebietes teilweise an. Die Erhöhung des Immissionspegels im Einzugsbereich der betrachteten Straßen beträgt jedoch maximal 1,1 dB (A). Die Immissionsgrenzwerte der 16. BlmSchV werden an Immissionsorten in der Umgebung des - 35 - 35 Plangebietes sowohl im Prognose-Null- als auch im Prognose-Plan-Fall überschritten. Es werden jedoch weder die sogenannten Sanierungswerte von 70 dB(A) am Tag bzw. 60 dB(A) in der Nacht durch Verkehrslärm überschritten, bei denen eine Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen werden kann, noch kommt es durch das geplante Vorhaben zu Pegelerhöhungen von mehr als 3 dB(A). Die vorliegenden Berechnungsergebnisse in der Umgebung des Plangebietes führen daher zu der Einschätzung, dass keine relevanten Auswirkungen des Vorhabens auf das Umfeld durch den zusätzlichen Verkehrslärm vorliegen. Schienenverkehrslärm Zur Untersuchung der Schallemissionen aus Schienenverkehr wurde n die durch die Straßenbahnvorbeifahrten der parallel zur Berliner Straße verlaufenden Linie 4 verursachten Schallemissionen nach der Richtlinie „Schall 03 -2020“ berücksichtigt. Die Frequentierung der Straßenbahnlinie wurde dem Fahrplan (Stand 09.12.2018) entnommen. Des Weiteren wurden die durch die Bahnstrecken Strecke 2325 (östlich des Plangebietes), Strecke 2730 (westlich des Plangebietes) und Strecke 2650 & 2670 (südwestlich des Plangebietes) verursachten Schallemissionen nach der Richtlinie „Schall 03 -2012“ berücksichtigt. Die zur Berechnung angenommenen Streckenbelastungen werden der DB -Prognose für das Jahr 2025 unter Berücksichtigung der Realisierung des Rhein -Ruhr-Expresses (RRX) entnommen. Aufgrund der Streckenbelastungen ergeben sich bis zu 49 dB(A) für den Tag - und Nachtzeitraum. Der Schienenbonus von 5 dB(A) wurde bei der Berechnung der Beurteilungspegel nach Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt Köln berücksichtigt. Fluglärm Der äquivalente Dauerschallpegel aus dem Flugverkehr liegt laut dem vom Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln beauftragten Schallimmissionsplan (Stand 2014) im Plangebiet in der Klasse <= 45 dB(A) am Tage und <= 40 dB(A) in der Nacht. Die Werte werden in den Berechnungen energetisch mit dem Beurteilungspegel aus dem Schienen- und Straßenverkehrslärm addiert. Gesamtverkehrslärm Durch die auf das Plangebiet einwirkenden Verkehrslärmimmissionen kommt es an nahezu allen betrachteten Immissionsorten zu Überschreitungen der schalltechnischen Orientierungswerte der DIN 18005 (Berücksichtigung des Schallschutzes im Städtebau). Die höchsten Beurteilungspegel ergeben sich vor allem durch den Straßenverkehrslärm der Autobahn A3 mit Beurteilungspegeln von bis zu 61 dB(A) am Tag und 55 dB(A) in der Nacht. Die schalltechnischen Orientierungswerte für allgemeine Wohngebiete von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht werden im Plangebiet damit um bis zu 6 dB bzw. 10 dB überschritten. Bei Berücksichtigung der abschirmenden Wirkung der Plangebäude liegt der Beurteilungspegel für den Tagzeitraum - in 2m über Gelände - nur im südlichen Teil des Plangebietes an der Straße Am Flachsrosterweg über 60 dB(A). Auf in Gebäudenähe angeordneten Außenwohnbereiche werden damit Beurteilungspegel von weniger als 60 dB(A) tagsüber erreicht. In 9 m üb er Gelände liegt der Beurteilungspegel in allen Außenwohnbereichen im Plangebiet knapp über 60 dB(A). Auswirkungen (Emissionen) durch das Plangebiet auf die Umgebung Um die Auswirkungen auf die Umgebung zu bewerten, wurden im Gutachten der Prognose-Null-Fall (derzeitige Lärmbelastungen der Umgebung durch den Straßenverkehr) mit dem Prognose-Plan- Fall (Berücksichtigung des hinzukommenden Quell- und Zielverkehr) aufgenommen. Im Vergleich zum Prognose-Null-Fall steigen die Verkehrszahlen im Prognose -Plan-Fall durch den Ziel - und Quellverkehr des Plangebietes teilweise an. Erhöhungen von mehr als 0,2 dB betreffen dabei nur die Fassaden zu den Privatwegen B und C, die bislang ausschließlich eine Erschließungsfunktion für die eigene Nutzung haben; über die zukünf tig aber auch der Erschließungsverkehr für die Plangebäude abgewickelt wird. Die Erhöhung des Immissionspegels im Einzugsbereich der betrachteten Straßen beträgt jedoch maximal 1,1 dB(A) am Immissionsort 37 (Von-Ketteler-Str. 6). Die vorliegenden Ergebnisse führen zu der Einschätzung, dass keine relevanten Auswirkungen des - 36 - 36 Vorhabens auf das Umfeld durch den zusätzlichen Verkehrslärm vorliegen. Es werden weder die Pegelwerte von 70 dB(A) am Tag bzw. 60 dB(A) in der Nacht überschritten, noch kommt es durch das geplante Vorhaben zu einer Pegelerhöhung von mehr als 3 dB(A). Überprüfung der Ansprüche nach der 16. BImSchV durch Straßenneubau Im Plangebiet sind zwei Erschließungsstraßen bereits vorhanden und eine neue Erschließung geplant. Die Auswirkungen des Straßenneubaus wurden schalltechnisch untersucht und nach der 16. BImSchV bewertet. Die Emissionen der Erschließungsstraßen werden gemäß der Richtlinien für Lärmschutz an Straßen (RLS 90) berechnet. Die umliegenden Verkehrswege werden bei dieser Berechnung nicht berücksichtigt. Betrachtet werden die Immissionsorte in der Umgebung der geplanten Erschließungsstraßen. Die durch den Verkehr auf der geplanten Erschließungsstraße verursachten Immissionen liegen an der umliegenden Bestandsbebauung, unter Berücksichtigung der abschirmenden und reflektierenden Wirkung der Plangebäude, mit bis zu 43 dB(A) am Tag und 35 dB(A) in der Nacht deutlich unterhalb der Grenzwerte der 16. BImSchV von 59 dB(A) am Tag und 49 dB(A) in der Nacht für ein allgemeines Wohngebiet. Selbst bei beispielsweise einer Verdoppelung der Verkehrszahlen auf der geplanten Erschließungsstraße würden die Beurteilungspegel in der Umgebung noch deutlich unterhalb der Grenzwerte liegen. Damit ergeben sich aus dem geplanten Straßenneubau keine Ansprüche auf Lärmschutz gemäß der 16. BImSchV. Prognose (Nullvariante): Im Prognose-Null-Fall ist von einer Bebauung im nördlichen und südlichen Teil des Plangebietes auszugehen. Auf diese mögliche Bebauung wirken Lärmimmissionen der Straßen und Schienenwege ein, die auch im Prognose -Plan-Fall untersucht wurden. Und auch hier werden, ebenso wie in der Prognose -Planvariante, weder die Pegelwerte von 70 dB(A) am Tag bzw. 60 dB(A) in der Nacht (Sanierungswerte) durch Verkehrslärm überschritten, noch kommt es durch das geplante Vorhaben zu einer Pegelerhöhung von mehr als 3 dB(A). Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen: Da die Orientierungswerte der DIN 18005 für Allgemeine Wohngebiete (WA) teilweise erheblich überschritten werden, sind zur Sicherung gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse im Plangebiet Schallminderungsmaßnahmen erforderlich. Grundsätzlich ist bei der Planung von Schallschutzmaßnahmen aktiven Maßnahmen (Schallschutzwänden / -wällen) der Vorzug vor passiven Maßnahmen an den Gebäuden zu geben. Di e maßgebliche Geräuschquelle ist im vorliegenden Fall die etwa 500 m entfernte Autobahn A3, welche bereits von einer Lärmschutzwand abgeschirmt wird. Durch die verhältnismäßig große Entfernung des Plangebietes zur Autobahn A3 müssten weitere aktive Schallschutzmaßnahmen an der Autobahn deutlich größere Höhen (+3 m) aufweisen. Dies hätte einen Abriss der vorhandenen Wände und einen mit enormen Kosten verbundenen Neubau zur Folge. Bezogen auf dieses Plangebiet scheiden solche Maßnahmen aus. Aktive Schallschutzmaßnahmen gegenüber Verkehrslärm in der Umgebung der geplanten Gebäude scheiden außerdem auch auf Grund der zentralen Lage aus städtebaulicher Sicht aus. Um einen Schutz auch im 2. Obergeschoss zu erreichen, müsste eine Lärmschutzwand in der Nähe der Plangebäude eine Höhe von mindestens 8 m aufweisen. Es werden daher passive Schallschutzmaßnahmen zur Festsetzung im Bebauungsplan vorgesehen. Zur Sicherstellung eines ausreichenden Schallschutzes kommen für das Plangebiet passive Schallschutzmaßnahmen nach DIN 4109-1:2018-01 in Betracht, die den erforderlichen Schallschutz in den Gebäuden in Form von Mindestanforderungen an die Luftschalldämmung von Außenbauteilen (Fenster, Wände und Dächer ausgebauter Dachgeschosse) schutzbedürftiger Nutzungen sicherstellen . Der für die Ermittlung der Lärmschutzpegelbereiche maßgebliche Außenlärmpegel errechnet sich gemäß DIN 4109 aus den Beurteilungspegel (tags) der maßgeblich auf die Planbebauung einwirkenden Emittentenarten – Straßenverkehrslärm und Schienenverkehrslärm. Die Mindestanforderungen an die Luftschalldämmung von Außenbauteilen gegenüber Außenlärm werden im Bebauungsplan zeichnerisch als Lärmpegelbereiche dargestellt. Textlich festgesetzt wird, dass entsprechend den dargestellten Lärmpegelbereichen Schallschutzmaßnahmen an Außenbauteilen gemäß DIN 4109 zu treffen sind. Entsprechend den nach DIN 4109 berechneten maßgeblichen Außenlärmpegeln und den hieraus resultierenden - 37 - 37 Lärmpegelbereichen ergeben sich bei freier Schallausbreitung Anforderungen an die Schalldämmung der Außenbauteile der Gebäude entsprechend Lärmpegelbereichen III und IV. Die höchsten Beurteilungspegel für den Gesamtlärm liegen im Plangebiet bei bis zu 61 dB(A) am Tag und 55 dB(A) in der Nacht. Bei Fenstern zu Schlafräumen ist zusätzlich zu beachten, dass bei einem Beurteilungspegel von > 45 dB(A) nachts keine natürliche Fensterlüftung ohne geeignete Schallschutzmaßnahme möglich ist, da der Innenpegel sonst > 30 dB(A) betragen würde. Es müssen somit an diesen Fenstern geeignete Minderungsmaßnahmen, wie bspw. Schallgedämmte Lüftungseinrichtungen vorgesehen werden. Dies betrifft de facto alle Fassaden der geplanten Gebäude. Schallschutzmaßnahmen für den Außenbereich Für Außenwohnbereiche anzustreben ist eine Einhaltung des Orientierungswertes der DIN 18005 für Mischgebiete von 60 dB(A). Bei Berücksichtigung der abschirmenden Wirkung der geplanten Gebäude liegt der Beurteilungspegel für den Tageszeitraum in 2 m über Gelände (ü. G.) nur im südlichen Teil des Plangebietes über 60 dB(A) im Tageszeitraum. A uf in Gebäudenähe angeordneten Außenwohnbereiche werden damit Beurteilungspegel von weniger als 60 dB(A) tags erreicht, was dem schalltechnischen Orientierungswert der DIN 18005 für Mischgebiete (MI) entspricht. In 9 m ü. G. liegt der Beurteilungspegel in allen Außenwohnbereichen im Plangebiet knapp über 60 dB(A). Bewertung: Für die Beurteilung der gegenwärtigen und zukünftigen Lärmaufkommen wurde eine schalltechnische Untersuchung durchgeführt. Der Geltungsbereich des Bebauungsplan-Entwurfes sowie angrenzende Flächen sind lärmvorbelastet, insbesondere aus dem Straßenverkehr der Berliner Straße, Am Flachsrosterweg, Von-Ketteler-Straße und Von-Bodelschwingh-Straße sowie dem Schienenverkehr der Straßenbahnlinie 4 und der Strecken 2325, 2730 und 2650 & 2670 der Deutschen Bahn AG. Die Überschreitungen der Orientierungswerte sind als mittel bis hoch einzustufen. Durch entsprechende Festsetzungen werden schalltechnisch gesunde Wohnverhältnisse sichergestellt. Im Bebauungsplan-Entwurf werden der Lärmpegelbereich III und IV in Abhängigkeit zu den Lärmeinwirkungen durch Straßen- und Schienenverkehr im Plangebiet festgesetzt. Des Weiteren werden Vorgaben zu fensterunabhängigen Belüftungseinrichtungen bei Schlaf- und Kinderzimmern festgesetzt. Ferner sind für bes timmte Balkone und Loggien Schallschutzmaßnahmen zu treffen, die sicherstellen, dass es zu keiner Überschreitung des Beurteilungspegels kommt. Die vorliegenden Berechnungsergebnisse aus der schalltechnischen Untersuchung der Umgebung des Plangebietes führe n zu der Einschätzung, dass durch den zusätzlichen Verkehrslärm, bedingt durch den planbedingen Mehrverkehr und durch den Straßenneubau, keine relevanten Auswirkungen des Vorhabens auf das Umfeld vorliegen. Gefahrenschutz z.B. Hochwasser, Magnetfeldbelastung, Explosionsgefahr Ziele des Umweltschutzes: gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse und die Sicherheit der Wohn- und Arbeitsbevölkerung (§ 1 Abs. 5 Nr. 1 BauGB) hier: Starkregen Bestand: Die Entwässerung des Plangebietes erfolgt durch Mischwasserkanalisation. Nach der Starkregengefahrenkarte der Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB) im Internet (letzter Zugriff am 7.12.2020) sind im Planungsgebiet bei extremen Starkregenereignissen im Bereich der Erschließungsstraßen mäßige Gefährdungen und im Bereich der Grünfläche nur geringe Gefährdungen zu erwarten. - 38 - 38 Prognose (Planvariante): Im Hinblick auf die Kapazität der umgebenden Mischwasserkanäle lässt sich feststellen, dass diese für eine zusätzliche Einleitung von Niederschlagswasser aus Starkregenereignissen aufgrund des Klimawandels nicht ausreichend dimensioniert sind. Der Einsatz von Dachflächen Prognose (Nullvariante): Auch bei der Nullvariante ist davon auszugehen, dass die vorhandene Mischwasserkanalisation bei einem Starkregenereignis die zu erwartenden Wassermassen nicht sofort aufnehmen kann. In der Starkregengefahrenkarte sind ein angrenzendes Grundstücke im Südwesten und die Von- Ketteler-Straße von hohen bis sehr hohen Gefahren durch Starkregenereignisse betroffen. Vermeidungs-/Ausgleichsmaßnahmen: Zur Beurteilung einer schadlosen Überflutung im Falle eines Starkregenereignisses ist Entwässerungskonzept und ein Überflutungsnachweis (Fredersdorf Consulting, 2017/2018) erstellt worden. Neben dem Einsatz von Dachflächenbegrünungen im Zusammenhang mit Teilspeicherungen ist zusätzlich eine Notentwässerung vorzusehen. Diese umfasst folgende Maßnahmen: Bereiche der Wohnhäuser: Alle Geländeanschlüsse (Terrassenaustritt, umlaufender Spritzschutz) sind 15 cm tiefer als Oberkante Fußboden (OKFF) und 5 cm tiefer als Lichtschächte auszubilden. Am Gebäudeeingang erfolgt der Einbau von 2 Eingangsstufen (2x 0,15 m = 30 cm) bzw. entsprechend ein barrierefreier Zugang. Bereiche der Außenanlagen: - Geländeprofilierung mit Ausbildung von Mulden - Ausbildung des Längs- und Quergefälles im Bereich der neuen Erschließungsstraße - Im Bereich geplanter Stellplätze wird das Gefälle jeweils nach „hinten abfallend“ ausgebildet. Bewertung: Zur Rückhaltung von Starkregen werden zum einen Dachbegrünung, zum anderen Mulden vorgesehen, deren Bemessung und Ausführung in der Entwässerungsplanung zum bauordnungsrechtlichen Genehmigungsverfahren geklärt werden. Ein entsprechendes Konzept zur Rückhaltung mit Mulden wurde im weiteren Planungsverfahren im Rahmen interner Dienstabstimmung erstellt (Überflutungsnachweis – Fredersdorf Consulting, Juni 2018). 8.5.7 Wirkungsgefüge und Wechselwirkungen (§ 1 Absatz 6 Nummer 7i BauGB) ...zwischen den einzelnen Belangen des Umweltschutzes nach den Buchstaben a, c und d (Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft, biologische Vielfalt, Mensch, Kultur - und Sachgüter) Wechselwirkungen sind erhebliche Auswirkungsverlagerungen und Sekundärauswirkungen zwischen und innerhalb verschiedener Umweltmedien, die sich gegenseitig addieren, verstärken, potenzieren, aber auch vermindern oder aufheben können. Auswirkungen auf Wechselwirkungen sind relevante Einflüsse, die zu einem veränderten Zustand, einer veränderten Entwicklungstendenz oder einer veränderten Reaktion der Umwelt führen. Prozesse spielen sich in der Umwelt auf allen Organisationsebenen sowie auf verschiedenen räumlichen und zeitlichen Maßstabsebenen ab. Es können z.B. physikalische, chemische, physiologische oder biozönotische Prozesse bedeutsam sein. Bei Menschen und Tieren spielen auch Wahrnehmungsprozesse und deren Auswirkungen auf das Verhalten eine Rolle. Prognose: Mit dem Vorhaben sind durch Wechselwirkungen bedingte Beeinträchtigungen der Schutzgüter verbunden. Diese sind jeweils bei den entsprechenden Ausführungen der durch die Planung betroffenen Umweltbelange aufgeführt. - 39 - 39 Bewertung: Die Betrachtung der Auswirkungen des Vorhabens auf die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Belangen des Umweltschutzes wurde schutzgutbezogen berücksichtigt, es wird daher auf die entsprechenden Ausführungen der durch die Planung betroffenen Umweltbelange verwiesen. Die Umsetzung der Planung ist mit Eingriffen in das Wirkungsgefüge von Tiere, Pflanzen, Fläche, Boden, Wasser, Luft und Klima und entsprechenden Wechselwirkungen verbunden, wie der Tabelle 6 zu entnehmen ist. Zur Reduzierung der Auswirkungen erfolgen entsprechende Maßnahmen zu den jeweiligen Umweltbelangen. Wirkung von → Mensch Pflanzen/ Tiere/ Landschaft Boden / Fläche Wasser Klima / Luft Wirkung auf ↓ Mensch Erholungsraum (+) Vielfalt der Arten und Strukturen verbessert die Erholungs- wirkung (+) Standort für Siedlung und Verkehr (x) Wassernutzung (x) Frischluft (+) Ausgleichs- funktion (x) Pflanzen/ Tiere/ Landschaft Lebensraum- u. Landschaftsverl ust (-) Störungen von Tieren (-) Lebensraum für Pflanzen u. Tiere (+) Wassernutzung (+) Boden/ Fläche Verlust von Bodenfunktione n (-) Schadstoffeinträ ge (-) Verdichtung (-) Erhalt von Bodenfunktione n (+) Stoffverlagerung (-) Wasser Verringerung Grundwasser- neubildung (-) Erhöhung Oberflächenabfl uss (-) Filterung von Schadstoffen durch Pflanzen (+) Speicher, Filter- u. Pufferfunktion (+) Klima/ Luft Emissionen (-) Behinderung des Luftaustausches (-) Aufheizung durch Versiegelung (-) Frischluft (+) Kaltluftproduk- tion (+) klimatischer Ausgleichsraum (+) Kaltluftproduktion (+) Staubbildung (-) Tabelle 6: Wirkungsgefüge und Wechselwirkungen Legende: (+) positive Wirkung, (-) negative Wirkung Quelle: in Anlehnung an Storm/ Bunge: Handbuch der Umweltverträglichkeitsprüfung, 2. Band, Kapitel Wechselwirkungen, September 2002 - 40 - 40 8.5.8 In Betracht kommende anderweitige Planungsmöglichkeiten -Alternativen Die vorliegende Planung wurde von der DEWOG als städtebauliches Konzept für den rückwärtigen Grundstücksbereich, zwischen den Bestandsbebauungen an der Von-Ketteler-Straße im Westen und der Von-Bodelschwingh-Straße im Osten, vorgelegt. Die Planung dient der Aktivierung von gut erschlossenen Wohnbauflächen, und der Ergänzung durch weitere Mietwohnungen. Weil die Planung umfänglich den städtebaulichen Leitzielen der Stadt Köln (z.B. StEK Wohnen) entspricht, wurde auf eine konzeptionelle Alternativprüfung verzichtet. 8.6 Zusätzliche Angaben 8.6.1 Technische V erfahren bei der Umweltprüfung bzw. Hinweise auf Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung der Angaben (z. B. technische Lücken, fehlende Kenntnisse) Zur Erstellung des Umweltberichtes wurde neben zwei Ortsbesichtigungen verfügbares Daten- und Kartenmaterial ausgewertet. Zudem wurden folgende Fachgutachten zu Grunde gelegt: - Labor Dr. Rabe HygieneConsult: Auszug aus der Karte „Luftgüte in Köln“ aus: Ermittlung der Luftqualität in Köln mit Flechten als Bioindikatoren, Essen, Dezember 2003; - Calles De Brabant: Landschaftspflegerischer Begleitplan mit Umweltbericht zum Bebauungsplan "Von-Ketteler-Straße" in Köln Höhenhaus, letzte Änderung Dezember 2020 - GFM umwelttechnik: Hydrogeologisches Gutachten vom B-Plan von Ketteler-Straße in Köln- Höhenhaus, 07.02.2017 - Prof. Dr. Kuttler et.al. Uni Essen, Klimatologische Untersuchung Köln, 1997 - PEUTZ CONSULT: Schalltechnische Untersuchung zum geplanten Neubau von 4 Wohngebäuden an der Von-Ketteler-Straße in Köln, 29.03.2019 - Skibbe, Andreas: Bebauungsplanverfahren an der Von-Ketteler-Straße in Köln -Höhenhaus, Artenschutzprüfung Stufe I und II, August 2020 - SOLARBÜRO Dr. -Ing. Peter Goretzki, Büro für energieeffiziente Stadtplanung, Energiesimulation + Besonnungsgutachten: Solar+energetische Analyse Köln -Höhenhaus Von-Ketteler-Straße - Bebauungskonzept / BPlan-VE Planungsstand vom 23.November 2016, 13.01.2017 - BSV Büro für Stadt - und Verkehrsplanung GmbH, Aachen: Verkehrsuntersuchung zum Bebauungsplan "Von-Ketteler-Straße" in Köln-Höhenhaus, November 2016 - Fredersdorf Consulting: Geplante Entwässerungskonzeption mit Hinweisen zu Starkregenereignissen vom 14.08.2017 - Fredersdorf Consulting: Überflutungsnachweis zur Entwässerungskonzeption vom 04.06.2018 - Städtische Entwässerungsbetriebe Köln (StEB): Starkregengefahrenkarte – Webmap , letzter Zugriff am 07.12.2020 8.6.2 Geplante Maßn ahmen zur Überwachung der erheblichen Auswirkungen (Monitoring) Das Erfordernis des Monitoring ist zum derzeitigen Stand nicht erkennbar, da es hinsichtlich der in der Umweltprüfung gewonnenen Ergebnisse keine Prognoseunsicherheiten gibt. 8.6.3 Zusammenfassung Im Rahmen des Bebauungsplan-Verfahrens wurde eine Umweltprüfung durchgeführt mit folgenden Ergebnissen: Durch die Planung sind folgende Umweltbelange nicht betroffen: • Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung / europäische Vogelschutzgebiete Das Planvorhaben befindet weder innerhalb noch in der Nähe von europäischen Vogelschutzgebieten oder Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung (FFH-Gebiete). Das - 41 - 41 nächste FFH Schutzgebiet Natura 2000 ist das NSG Thielenbruch (DE-5008-301), das sich 3,7 km östlich in gerade Luftlinie vom Plangebiet befindet. • Landschaftsplan Im Landschaftsplan Köln wird das Gebiet als Innenbereich ausgewiesen. Durch die Realisierung des Bauvorhabens ergeben sich damit keine Veränderungen für den Landschaftsplan. • Oberflächenwasser Im Plangebiet oder in unmittelbarer Umgebung sind keine Oberflächengewässer vorhanden. • Vermeidung von Emissionen – Gerüche Es gibt keine Hinweise auf die Entstehung von Geruchsimmissionen durch das Bauvorhaben. • Sachgerechter Umgang mit Abfall und Abwässern Ein sachgerechter Umgang mit Abfällen und Abwässern wird sichergestellt. • Altlasten Im Plangebiet befindet sich keine Fläche, die gemäß dem städtischen Altlastenkataster als Verdachtsfläche ausgewiesen ist. • Erschütterungen Durch die gepl anten Nutzungen werden im Plangebiet oder angrenzend keine Erschütterungen verursacht. Erschütterungen durch die Stadtbahnlinie müssen aufgrund der Entfernung (150 m)keine Beachtung finden. • Gefahrenschutz Risiken aus Hochwasserereignissen, Störfallbetrieben, elektromagnetischen Feldern liegen nicht vor. • Kultur- und Sachgüter Es gibt keine Hinweise auf die Betroffenheit von Kultur - oder Sachgütern durch die Realisierung des Bauvorhabens. Folgende Umweltbelange sind durch die Planung betroffen: Pflanzen Bei der Durchführung der Baumaßnahme kommt es zu einem erheblichen Eingriff in den Baumbestand und den Biotopflächen des ausgleichspflichtigen Eingriffsbereiches. 43 von 120 Bäumen müssen gefällt werden. Als Ersatz für werden insgesamt 38 Bäume neu gepflanzt. Davon werden im Plangebiet 34 Bäume gepflanzt. Davon werden die Stellplätze mit 11 Bäumen eingegrünt, 10 Bäume auf den nicht überbauten Flächen und 13 Bäume auf der privaten Grünfläche neu gepflanzt. Die 4 restlichen Bäume werden mit Hilfe der Baumsch utzsatzung im baurechtlichen Genehmigungsverfahren ersetzt. Während der Bauzeit ist vorhandener Vegetationsbestand zu schützen. Fünf Bäume erhalten eine planungsrechtliche Sicherung. Durch die beschriebenen Maßnahmen kann der Eingriff in den Baumbestand ausgeglichen werden. Tiere Da keine Beeinträchtigungen von planungsrelevanten Arten vorliegen und bei Einhaltung der erlaubten Eingriffszeiten in die Vegetation können Verstöße gegen die Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG für möglicherweise betroffene Vogel- und Fledermausarten bei Realisierung des Vorhabens ausgeschlossen werden. Biologische Vielfalt Durch die Realisierung des Bauvorhabens sind keine Beeinträchtigungen der biologischen Vielfalt zu erwarten. Eingriff/Ausgleich Der ausgleichspflichtige Eingriffsbereich von 9.598 m ² erreicht einen Bestandswert von 68.408 Bewertungspunkten (BWP). Für den nach dem Bebauungsplan zulässigen Eingriff ergibt sich ein Biotopwert von 42.239 BWP . Das geplante V orhaben des Bebauungsplan-Entwurfes „V on-Ketteler- Straße“ erreicht somit ein Defizit von 26.169 BWP , das durch die Realisierung einer externen Ausgleichmaßnahme vollständig ausgeglichen wird. - 42 - 42 Landschafts- und Ortsbild Durch die Einfügung der Planung in die Umgebung ergibt sich bei Realisierung des Bauvorhabens keine wesentliche Beeinträchtigung des Ortsbildes Boden Durch das Planvorhaben werden auf 6.009 m² vollständig und auf 3.793 m² teilweise die Bodenfunktionen "Natürliche Bodenfruchtbarkeit", "Regelungs - und Pufferfunktion" und "Ausgleichskörper für den Wasserhaushalt" zerstört. Dieser Eingriff in das Schutzgut Boden ist aufgrund der langen Entstehungsdauer von fruchtbaren Böden mit diesen Eigenschaften und der vorliegenden hohen Bewertung praktisch nicht ausgleichbar. Der Eingriff reduziert sich durch die bei den Sondierungen festgestellten auftretenden Störungen und der anthropogenen Überprägung der Bodenprofile im Plangebiet. Der Ausfall dieser Funktionen für den Naturhaushalt wird deshalb durch die Vermeidungs- bzw. Minderungsmaßnahmen vermindert. Grundwasser Auf Grund der zusätzlichen Versiegelung werden potentielle Versickerungsflächen reduziert. Es existiert im Plangebiet oberflächennah keine versickerungsfähigen Schichten. Die Grundwasserneubildung aus Niederschlag ist somit bereits im Bestand gestö rt. Die gewählte Lösung der Entwässerung ergibt durch die Realisierung der Baumaßnahme für das Grundwasser keine wesentliche Beeinträchtigung. Abwässer Es ergeben sich keine Beeinträchtigungen. Klima, Kaltluft / V entilation Das Planvorhaben führt durch den Verlust des vorhandenen Baumbestandes, sowie durch die Versiegelung und Bebauung von Freiflächen zu Beeinträchtigungen des Schutzgutes Klima. Minderungsmaßnahmen sind die geplante Dachbegrünung und neue Baumpflanzungen. Luftschadstoffe – Emissionen, Immissionen Mit der Realisierung des Bauvorhabens wird es im Untersuchungsgebiet zu zusätzlichen Emissionen luftfremder Stoffe kommen. Diese werden zum größten Teil durch den planbedingten Mehrverkehr durch Kraftfahrzeuge und zu einem kleinen Teil durch das geplante Blockheizkraftwerk an fiktiver Stelle emittieren. Durch die geplante Bauweise und die nicht erhebliche Erhöhung des Verkehrsaufkommens ist nicht von einer erheblichen Menge an zusätzlichen Emissionen auszugehen. Die Luftqualität ist für eine Wohnbebauung geeignet. Erneuerbare Energien / Energieeffizienz Die Planung bietet im Mittel befriedigende Voraussetzungen für die passive Sonnenenergienutzung. Die durch ungünstige Orientierung verursachte Verminderung der passiven Solargewinne liegt im Wohnungs-Mittel mit 21,1% deutlich über dem anzustrebenden Wert. Die Gebäude sind jedoch nahezu optimal orientiert. Die Planung weist bezogen auf die Bebauungsdichte mit im Wohnungsmittel 7,8% eine mäßige und im Gebäudemittel mit 9,2% eine noch tolerierbare Verminderung der passiven Solargewinne infolge gegenseitiger Verschattung der Gebäude auf. Durch bestehende Bäume im Planbereich wird bei einigen Teilgebäuden eine spürbar überhöhte Verminderung der passiven Solargewinne verursacht. Es ergibt sich ein befriedigend er wohnflächenspezifischer Heizwärmebedarf. In der Gesamtbetrachtung erreichen aus wohnhygienischer Sicht alle Wohnungen eine zumindest knapp ausreichende Besonnungsdauer. V ermeidung von Emissionen (Licht, ) Es gibt keine Hinweise auf die Entstehung erheblicher Geruchsimmissionen durch das Bauvorhaben. Es werden keine Beeinträchtigungen aus Lichtemissionen erwartet. Lärm Für die Beurteilung der gegenwärtigen und zukünftigen Lärmaufkommen wurde eine schalltechnische Untersuchung durchgeführt. Der Geltu ngsbereich des Bebauungsplans sowie angrenzende Flächen sind lärmvorbelastet, insbesondere aus dem Straßenverkehr der Berliner Straße, Am Flachsrosterweg, Von -Ketteler-Straße und Von -Bodelschwingh-Straße sowie dem - 43 - 43 Schienenverkehr der Straßenbahnlinie 4 und der Strecken 2325, 2730 und 2650 & 2670 der Deutschen Bahn AG. Die Überschreitungen der Orientierungswerte sind als mittel bis hoch einzustufen. Durch entsprechende Festsetzungen werden schalltechnisch gesunde Wohnverhältnisse sichergestellt. Im Bebauungsplan werden der Lärmpegelbereich III und IV in Abhängigkeit zu den Lärmeinwirkungen durch Straßen - und Schienenverkehr im Plangebiet festgesetzt. Des Weiteren werden Vorgaben zu fensterunabhängigen Belüftungseinrichtungen bei Schlaf- und Kinderzimmern fest gesetzt. Ferner sind für bestimmte Balkone und Loggien Schallschutzmaßnahmen zu treffen, die sicherstellen, dass es zu keiner Überschreitung des Beurteilungspegels kommt. Die vorliegenden Berechnungsergebnisse in der Umgebung des Plangebietes führen zu der Einschätzung, dass durch den zusätzlichen Verkehrslärm, bedingt durch den planbedingten Mehrverkehr und durch den Straßenneubau, keine relevanten Auswirkungen des Vorhabens auf das Umfeld vorliegen. Starkregen Zur Rückhaltung von Starkregen werden zum ein en Dachbegrünung, zum anderen Mulden vorgesehen, deren Bemessung und Ausführung in der Entwässerungsplanung zum bauordnungsrechtlichen Genehmigungsverfahren geklärt werden. Ein entsprechendes Konzept zur Rückhaltung mit Mulden wurde im weiteren Planungsver fahren im Rahmen interner Dienstabstimmung erstellt (Überflutungsnachweis – Fredersdorf Consulting, Juni 2018). Wirkungsgefüge und Wechselwirkungen Mit dem Vorhaben sind durch Wechselwirkungen bedingte Beeinträchtigungen der Schutzgüter verbunden. Diese sind jeweils bei den entsprechenden Ausführungen der einzelnen Schutzgüter beschrieben. 9. Nachrichtliche Übernahme, § 9 Abs. 6 BauGB Das Plangebiet liegt in der Wasserschutzzone III A des Wasserwerkes Höhenhaus. Die Wasserschutzgebietsverordnung Köln-Höhenhaus vom 29. November 2003 ist zu beachten. 10. Planverwirklichung 10.1 Planumsetzung Der Investor hat am 02.10.2015 die Grundzustimmung zur Anwendung des Kooperativen Baulandmodells erteilt. Der Stadt Köln entstehen durch die Planung keine Kosten. 10.2 Städtebaulicher Vertrag Zwischen der Stadt Köln und der DEWOG wird bis zum Satzungsbeschluss ein städtebaulicher Vertrag abgeschlossen. Dieser stellt sicher, dass es zur Realisierung des Bauvorhabens kommt. Regelungsinhalte des städtebaulichen Vertrages sind insbesondere: - Herstellung und Durchführung des Bauvorhabens incl. der öffentlich geförderten Wohnungen, - Gestaltung des Bauvorhabens - Herstellung und Sicherung der privaten Erschließungsanlagen, - Herstellung und Sicherung der Ausgleichsmaßnahmen, Herstellung und Pflege der Grünanlagen - Eintragung von Baulasten für den Fuß - und Radfahrweg durch die Grünfläche und für das Leitungsrecht, - Herstellung und Sicherung der öffentlich zugänglichen Kinderspielfläche, - Sicherung der Begrünungsmaßnahmen, - Herstellung und Sicherung der notwendigen Ersatzpflanzungen außerhalb des Plangebietes, - Herstellung und Sicherung der externen Ausgleichsfläche, - Regelungen zur Ermöglichung einer Großkindertagespflege. - 44 - 44 10.3 Baulasten / Grunddienstbarkeiten Die Baulast 348/11 (Stellplatzzuordnung mit Zufahrt) ist zu löschen, die dort abgesicherten Stellplätze sind an anderer geeigneter Stelle nachzuweisen. Darüber hinaus sind folgende Baulasten vorgesehen: - Gehrecht zugunsten der Allgemeinheit für den Spielplatz innerhalb der privaten Grünfläche, - Geh- und Radfahrrecht zugunsten der Allgemeinheit für den Weg durch die private Grünfläche, - Leitungsrecht zugunsten der Ver - und Entsorgungsträger für den Kanal in der privaten Grünfläche. 11. Kenndaten Größe des Plangebiets in ha ca. 1,6 ha Allgemeines Wohngebiet in m² ca. 6.886 m² BGF über alle Baufelder in m² 5.100 m² BGF Wohnen in m² 5.100 m² Anzahl der geplanten WE 43 davon öffentlich gefördert 13 Private Grünfläche in m² ca. 6.570 m² davon Spielplatzfläche in m² ca. 500 m² Private Verkehrsfläche in m² ca. 2.111 m² Der Bebauungsplan-Entwurf 71504/04 wird gemäß § 3 Absatz 2 Baugesetzbuch (BauGB) mit dieser Begründung öffentlich ausgelegt. Köln, den Beigeordneter
Beratungsverlauf
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17.01.2022 zuletzt
TOP 10.2.4, Anhörung (BV). Ergebnis: Kenntnis genommen
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