AN/0285/2017
Keine Verlagerung des städtischen Großmarkts nach Lindweiler/Volkhoven/Weiler!
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Antrag nach § 3 (SPD BV6)
5972 Zeichen
SPD Fraktion BV 6 Bezirksrathaus Chorweiler Pariser Platz 1 50765 Köln (Chorweiler) SPD Fraktion BV 6 Bezirksrathaus Chorweiler Pariser Platz 1 50765 Köln (Chorweiler) Gleichlautend Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Herrn Bezirksbürgermeister Reinhard Zöllner Eingang beim Bezirksbürgermeister: AN/0285/2017 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 09.03.2017 Keine Verlagerung des städtischen Großmarkts nach Lindweiler/Volkhoven/Weiler! Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die Antragsteller bitten Sie, folgenden Antrag in die Sitzung der Bezirksvertretung Chorweiler am 09.03.2017 aufzunehmen: Begründung: Die Bezirksvertretung Chorweiler lehnt eine Verlagerung des Großmarkts und den Neubau des Frische-/ Logistikzentrumsauf eine ca. 52 ha große, im städtischen Eigentum stehende Fläche nördlich Lindweiler/ westlich Volkhoven/Weiler, östlich der A57 ausgesprochen. Wie die Verwaltung bereits 2007 in ihrer Standortempfehlung zur Verlagerung des Kölner Großmarkts ausgeführt hat, ist diese Fläche auch aus Sicht der Antragstellenden keinesfalls ein geeigneter Standort für ein neues Frischezentrum, und zwar unter mehreren Gesichtspunkten: Ein Frischezentrum/Großmarkt dient dem Verkauf von Lebensmitteln an Lebensmittelunternehmen, jedoch nicht an Endverbraucher. Das Logistikzentrum ist somit nicht auf die unmittelbare Versorgung der Bevölkerung vor Ort ausgerichtet, sondern soll Händlerinnen und Händler aus Köln und der Region mit Waren beliefern, die diese dann an die Verbraucherinnen und Verbraucher im gesamten Raum Köln weiterverkaufen. Ein Großmarkt/Frischezentrum ist deshalb ein großflächiger Gewerbetrieb und erzeugt einen erheblichen Transportverkehr, in der Regel mit Lkws und Transportern rund um die Uhr, vornehmlich aber in den Morgenstunden. Ein erhebliches Verkehrsaufkommen und erhebliche Lärm- und Abgasemissionen sind die Folge. Im Umkreis des Standorts Lindweiler/Volkhoven/Weiler leben 70.000 davon unmittelbar betroffene Menschen, d.h. vor SPD Fraktion Stadtbezirk Köln-Chorweiler 23. Februar 2017 0221/221 96303 0221/221 96304 spd-bv6@stadt-koeln.de SPD Fraktion BV 6 Bezirksrathaus Chorweiler Pariser Platz 1 50765 Köln (Chorweiler 2 allem in Volkhoven/Weiler, Lindweiler, Pesch und Esch/Auweiler, darüber hinaus aber auch in Heimersdorf, Chorweiler, Seeberg und Blumenberg. Eine zusätzliche Verkehrsbelastung im städtischen, vor allem auch innerstädtischen Raum entsteht dadurch, dass die Anlieferung des Logistikzentrums häufig vom Kölner Süden ( z.B. durch vom Frachtverkehr vom Flughafen, durch Obst- und Gemüsetransporte aus dem Vorgebirge und aus den Mittelmeerländern wie Spanien) her erfolgt und so zusätzlicher Verkehr durch das Stadtgebiet von Köln (z.B. bei Staus auf der BAB1 und BAB 57 und den daraus resultierenden Umleitungs-/ Ausweichrouten) erzeugt wird. Auch die Verteilung der Waren aus dem Logistikzentrum führt zu zusätzlichem Verkehrsaufkommen. Die Verkehrsbelastung des Stadtbezirks ist durch die Neuansiedlung des Containerstandortes an der Industriestraße ohnehin erheblich angewachsen. Auch die Situation an der Leverkusener Brücke durch LKW-Sperrungen sowie durch den geplanten Neubau verursacht ständige Staus im gesamten Stadtbezirk Chorweiler und führt die bereits jetzt zu unerträglichen Lärm- und Umweltbelastungen der Menschen. Der Standort ist aus Gründen des Natur-, Landschafts- und Klimaschutzes abzulehnen. Negative Auswirkungen eines Frischezentrums auf die umgebenden Siedlungen und damit auf eine große Zahl von Menschen wären wahrscheinlich. Heute besteht ein Freilandklima guter Ausprägung - der Bau eines Frischezentrums bedeutet hingegen einen Klimaumschwung in ein „Innenstadtklima“, d.h.der Bereich wird zu einer intensiven Wärmeinsel und trägt so zu einer weiteren Umweltbelastung des gesamten Gebiets bei.Über den weiter nördlich bestehenden Feldern gebildete Kaltluft würde beim Überstreichen des Logistikzentrums aufgewärmt. Dies würde zu einem Abriegeln der verbleibenden klimatischen Ausgleichsflächen von den Ortsteilen Lindweiler und Volkhoven führen. Die große, ausgeräumte Ackerfläche ist zudem in Zusammenhang mit den umgebenden Flächen (Gehölze, Wald, Baggersee, weitere Felder) als Freiraum und als Nahrungsbiotop wichtig. Folgerichtig ist die in Rede stehende Fläche im Regionalplan als Allgemeiner Freiraum- und Agrarbereich mit regionalem Grünzug und im Flächennutzungsplan als Grünfläche festgesetzt. Ebenso ist die verkehrliche Anbindung negativ. Eine Autobahnabfahrt auf der BAB 57 von Norden kommend fehlt ebenso wie eine Zufahrt Richtung Norden. Eine ordentliche Anbindung an die A 57 ist daher nicht gegeben, der Verkehr würde über die innerörtlichen Straßen fließen. Der Standort würde daher zu einem weiteren Verkehrschaos im Kölner Norden führen. Grundsätzlich macht es wenig Sinn, in die unmittelbare Nähe des Neußer Hafens mit seinen Logistikangeboten ein weiteres Logistikzentrum anzusiedeln. Im Kontext des Integrierten Handlungskonzepts Lindweiler wurde zudem auf die katastrophale Insellage des Stadtteils Lindweiler durch den Umgebungsverkehr auf der BAB57, der Eisenbahnlinie, dem Zubringer Chorweiler und dem übrigen Straßennetz verwiesen. Sollte eine Verlagerung des Logistikzentrums nördlich Lindweiler erfolgen, dann werden jahrelange Bemühungen der Politik und der Verwaltung den Stadtteil Lindweiler lebenswerter zu gestalten, ad absurdum geführt. Zudem sprechen sich die Händlerinnen und Händler klar gegen den Standort eines Logistikzentrums im Kölner Norden aus. Mit freundlichen Grüßen Für die SPD-Fraktion Inan Gökpinar Friedhelm Ottenberg Fraktionsvorsitzender Bezirksvertreter
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0285/2017
- Typ
- Antrag nach § 3 BV6 (SPD)
- Datum
- 23.02.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27