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V/0408/2020

Stadtteilentwicklungskonzept Nienberge / Häger

Vorlagen 15.05.2020

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Nächste Beratung: Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen, Sitzung am 18.06.2020, TOP 6.12

Stadtteilentwicklungskonzept Nienberge / Häger

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Ansehen

Anlage A

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Berichtsvorlage

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Anlage A

3789 Zeichen

Anlage A zur V/0408/2020 
Kurzüberblick 
Unter reger Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner hat die Verwaltung ein Stadtteilent-
wicklungskonzept für Nienberge und Häger erarbeiten lassen. Dieses soll unter der Vorausset-
zung zukünftiger wohnbaulicher Entwicklungen die erforderlichen Infrastrukturen sichern. Auf der 
Basis der erarbeiteten Ziele und Leitlinien sollen -  durch Umsetzung der vorgeschlagenen Maß-
nahmen - beide Ortsteile zu attraktiven Wohn- und Lebensorten weiterentwickelt werden.  
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
 
Mit dieser Vorlage wird das Ziel „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und 
Erlebnisqualität weiterentwickeln:  
 mit hoher Umwelt- und Naturqualität  
 mit breitem Freizeit- und Sportangebot  
 mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesell-
schaft“  
 
verfolgt.  
 
Insbesondere liegt der Fokus auf dem Ziel der Weiterentwicklung von Nienberge und Häger mit 
hoher Wohn- und Lebensqualität.  
Der vorliegende Ergebnisbericht zum Stadtteilentwicklungskonzept kann von den Ratsgremien 
genutzt werden, um auf Grundlage der darin formulierten Maßnahmenvorschläge, einzelne 
Projekte anzustoßen und die dafür evtl. erforderlichen finanziellen Mittel bereitzustellen.  
 
 
Finanzierung 
Produktgruppe: Nr. der PG Bezeichnung der PG 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan  Ja  Nein   
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja  Nein   
Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten?  Ja  Nein  teilw. 
Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten?  Ja  Nein  teilw. 
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren?  Ja  Nein   
Bereits veranschlagt?  Ja  Nein   
 
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
 überwiegend 
pflichtig 
X überwiegend 
freiwillig 
 vollständig 
freiwillig 
 
Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Münster-West hat einen Antrag zur „ Erarbeitung eines 
Stadtteilentwicklungskonzeptes für den Stadtteil Münster Nienberge“ (A-W/0032/2017) gestellt. 
 
Zu dieser Zeit lagen auch für andere Außenstadtteile der Stadt Münster Anträge zur Erarbe itung 
von Stadtteilentwicklungskonzepten und Durchführung von Zukunftswerkstätten vor. Im Rahmen 
der Beschlussvorlage V/0391/2018 wurde empfohlen, die Verwaltung zu beauftragen, unter „B e-
rücksichtigung der Ergebnisse der Planungswerkstatt 2030 und der dami t verbundenen For t-
schreibung des Wohnsiedlungsflächenkonzeptes 2030 sowie der Erkenntnisse aus der For t-
schreibung des Einzelhandels - und Zentrenkonzeptes der Stadt Münster […], für den Stadtteil

Nienberge mit Nienberge -Häger im 3. Quartal 2 018 mit Vorberei tungen zur Erar beitung eines 
Entwicklungskonzeptes für den Gesamtstadtteil  in Zusammenarbeit mit einem ex ternen Pl a-
nungsbüro zu beginnen.“ 
 
Dem ist der Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen mit Beschluss 
vom 21.06.2018 gefolgt.  
   
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
Die Ergebnisse des Stadtteilentwicklungsprozesses nehmen in verschiedenen Bereichen auch 
Themen des Handlungskonzeptes Demografischer Wandel auf.  
Das Leitbild und die Leitlinien für die zukünftige Entwicklung des Stadtteils, die in Zusammenar-
beit mit den beteiligten Bewohnerinnen und Bewohnern aus Nienberge und Häger erarbeitet wur-
den, umfassen zum einen eine weitere wohnbauliche Entwicklung im Stadtteil, um einer weiteren 
Überalterung vorzubeugen. Dabei soll auch für Senioren bedarfsgerecht weiterer Wohnraum ge-
schaffen werden. Des Weiteren ist vor allem die Sicherung der sozialen Infrastruktur für den 
Stadtteil für alle Bevölkerungsgruppen (u.a. Kinder und Jugendliche sowie ältere Menschen) als 
relevantes Entwicklungsziel zu nennen.

Berichtsvorlage

18500 Zeichen

V/0408/2020 
V/0408/2020 
 
 
Öffentliche Berichtsvorlage 
Betrifft 
 
Stadtteilentwicklungskonzept Nienberge / Häger 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   18.06.2020 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung 
   18.06.2020 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wo h-
nen 
Entscheidung 
 
 
Bericht: 
 
Anlass / Hintergrund 
 
Der Stadtteil Nienberge mit seinen Ortsteilen Nienberge und Häger steht derzeit vor mehreren He r-
ausforderungen. Eine bis 2019 fehlende Perspektive für neue Wohnbaupotentiale in signifikantem 
Umfang hat bisher in der städtischen Bevölkerungsprognose bis 2030 für Nienberge zu einem, im 
Vergleich zur Gesamtstadt gegenläufigen, Tr end des Rückgangs der Einwohnerzahlen geführt. Z u-
dem steigt gleichzeitig der Anteil der älteren Bevölkerung im Stadtteil, was zusätzlichen Bedarf für 
passende Wohn- und Infrastrukturangebote auslöst. Auch Defizite in der Ortsgestaltung und sinkende 
Angebote im Einzelhandel waren im Jahr 2017 Anlass für einen Antrag der CDU -Fraktion in der B e-
zirksvertretung Münster-West, für den Stadtteil Nienberge ein Stadtteilentwicklungskonzept erarbeiten 
zu lassen (vgl. A -W/0032/2017). Dem Stadtplanungsamt lagen zu diese m Zeitpunkt bereits weitere 
Anträge zur Erarbeitung von Stadtteilentwicklungskonzepten in diversen (Außen -)Stadtteilen Müns-
ters vor, deren Bearbeitung daraufhin priorisiert und abgestimmt erfolgen sollte. Mit der Vorlage 
V/0391/2018 wurde vom ASSVW Mitte 2 018 beschlossen, dass für den Stadtteil Nienberge die Era r-
beitung des Stadtteilentwicklungskonzeptes abhängig von den Ergebnissen der zur gleichen Zeit 
noch laufenden Planungswerkstatt 20301 beginnen sollte. Mit den Ergebnissen dieses Prozesses und 
dem anschließend erfolgten Ankauf von Flächen für ein zukünftiges Baugebiet an der Feldstiege in 
Nienberge sowie weiteren Wohnbaupotenzialen in Häger lagen zu Beginn 2019 die erforderlichen 
Entwicklungsperspektiven für den Stadtteil vor, auf deren Grundlage der Stadtteilentwicklungsprozess 
gestartet werden konnte.  
 
Ziel des Anfang 2019 gestarteten Prozesses war es, die Auswirkungen der geplanten Entwicklung 
u.a. auf Infrastrukturbedarfe, das Ortsbild und nicht zuletzt auf das gemeinschaftliche Zusammenl e-
ben zu id entifizieren, und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern ein Leitbild der zukünftigen 
                                                
1 Im Rahmen der Planungswerkstatt 2030 wurde nach weiteren geeigneten Wohnbauflächen im Außenbereich 
für die Gesamtstadt Münster, demnach auch in Nienberge gesucht. 
Stadtplanungsamt 
 
05.06.2020 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in: 
Frau Hergarten 
Telefon: 492-6198 
Hergarten@stadt-
muenster.de

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V/0408/2020 
Entwicklung von Nienberge und Häger zu entwerfen. Auf dieser Basis sollten Maßnahmenvorschläge 
erarbeitet und diskutiert werden, um weitere Impulse und Verbesserungen im Stadtteil zu schaffen. 
Hierzu wurde das Planungsbüro plan-lokal aus Dortmund vom Stadtplanungsamt mit der Erarbeitung 
eines Stadtteilentwicklungskonzeptes für Nienberge und Häger beauftragt. 
 
Erarbeitungsprozess 
 
Seit Beginn des vergangenen Jahres hat eine umfangreiche Öffentlichkeitsbeteiligung den Erarbe i-
tungsprozess begleitet. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Nienberge und Häger haben ihre 
Chance wahrgenommen, ihre Ideen und Anregungen für die zukünftige Entwicklung des Stadtteils 
einzubringen und das Ergebnis gemeinsam zu diskutieren. Neben öffentlichen Foren zu Beginn und 
zum Abschluss des Prozesses (mit jeweils mehr als 200 Teilnehmenden) fanden, je nach Theme n-
stellung, Werkstätten mit den Fachämtern der Verwaltung, aber auch mit einem ausgewä hlten Teil-
nehmerkreis aus Bürgerschaft und Vereinen in Nienberge und Häger statt. 
 
Wesentliche Ergebnisse des Stadtteilentwicklungsprozesses 
 
Durch den fortwährend intensiven Austausch mit der Bürgerschaft und weiteren Akteuren vor Ort li e-
gen nach Abschlus s des Erarbeitungsprozesses für das Stadtteilentwicklungskonzept folgende E r-
kenntnisse und Ergebnisse für die zukünftige Arbeit in Nienberge und Häger vor: 
 
In beiden Ortsteilen herrscht ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Dieser Zusammenhalt zeigt sich auch 
im regen Vereinsleben und der stets hohen Beteiligung der Bürgerschaft bei den verschiedenen Ve r-
anstaltungen im Rahmen des Stadtteilentwicklungsprozesses. Dieses Gemeinschaftsgefühl bietet 
eine gute Voraussetzung für die geplante weitere bauliche Entwicklu ng und das damit verbundene 
Bevölkerungswachstum in Nienberge und Häger, der die Bewohnerinnen und Bewohner offen g e-
genüberstehen. Sie sehen dies als Chance für positive Veränderungen im gesamten Stadtteil, indem 
z.B. vorhandene Einzelhandels -, soziale sow ie verkehrliche Infrastrukturangebote ausgebaut und 
auch in ihrer Qualität und Vielfalt verbessert werden können. Wichtig ist den Bewohnerinnen und B e-
wohnern dabei jedoch zum einen, dass bei der Planung neuer Baugebiete der identitätsstiftende 
(„Dorf“-) Ch arakter des örtlichen Siedlungsbestandes (v.a. hinsichtlich Dichte bzw. Geschossigkeit 
und architektonischer Gestaltung) berücksichtigt wird. Zum anderen sollen für ein gelingendes Z u-
sammenwachsen von „Alteingesessenen“ und der „neuen Bewohnerschaft“ notwe ndige (Wege -
)Verknüpfungen in Richtung Ortsmitte geschaffen werden. Zudem sind geeignete Begegnungsräume 
und –angebote von Beginn der Planungen an mitzudenken. Des Weiteren sollen die naturräumlichen 
Qualitäten der umgebenden Landschaft (insbesondere der G rünzug um den Vorbergs Hügel) durch 
den potenziell erhöhten Erholungsdruck weiterhin geschützt werden.  
 
Wohnbauliche Entwicklung in Nienberge und Häger 
Grundlage für das gemeinsam erarbeitete Leitbild und die Leitlinien der zukünftigen Entwicklung von 
Nienberge und Häger war die Verständigung über folgende geplante sowie potenzielle Wohnbaufl ä-
chen im gesamten Stadtteil:  
- Die absehbare bauliche Entwicklung in Nienberge konzentriert sich vor allem auf das Baug e-
biet an der Feldstiege. Es gibt jedoch auch Potenziale im Siedlungsbestand, die sich vor allem 
für Projekte zur Ergänzung von Angeboten für ältere Menschen mit Ortsteilbezug eignen (z.B. 
die Fläche des Lydia-Zentrums). Um eine engere Verknüpfung des neuen Baugebiets mit dem 
Siedlungsbestand zu ermöglich en, sollen die Rahmenbedingungen geklärt werden, inwiefern 
eine Verlagerung der Sportflächen des SC Nienberge an anderer Stelle im Stadtteil mit lan g-
fristiger Perspektive möglich ist, um zu einem späteren Zeitpunkt ggf. weitere Wohnbaupote n-
ziale entwickeln zu können. 
- In Häger sollen neben der Entwicklung von Wohnbauflächenreserven aus dem Flächennu t-
zungsplan auch die (planerischen) Voraussetzungen für eine weitere wohnbauliche Entwic k-
lung geschaffen werden, auf deren Grundlage die Bevölkerungszahl langfristig auf etwa 2.000 
Einwohner anwachsen könnte. Das Potenzial der dafür erforderlichen Flächen befindet sich 
westlich des Siedlungsbestandes, eine genaue Abgrenzung erfolgt noch zu einem späteren

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V/0408/2020 
Zeitpunkt. Voraussetzung hierfür ist die bereits geplante Anbi ndung der Schmutzwasseren t-
sorgung an die Hauptkläranlage in Coerde. 
 
Auswirkungen der geplanten wohnbaulichen Entwicklung auf die Infrastruktur  
Die skizzierten Wohnbaupotenziale können, gemäß einer ersten Modellrechnung, langfristig zu einem 
Wachstum der Bevölkerungszahl auf bis zu 10.000 Einwohner für den gesamten Stadtteil  führen. Da 
geplant und anzunehmen ist, dass es sich bei den Neubaubeziehern zu einem Großteil um junge 
Familien oder Paare handeln wird, ergibt sich insbesondere in den Bereichen Kinde rbetreuung und 
Bildung ein zukünftig erhöhter Versorgungsbedarf. Aus diesem Grund werden im Rahmen des Stad t-
teilentwicklungskonzeptes für die Ergänzung des Angebots im Bereich der sozialen Infrastruktur u.a. 
folgende Maßnahmen empfohlen: 
- In Nienberge soll ein zweiter Grundschulstandort entstehen, der im Baugebiet an der Feldstie-
ge verortet ist.  
- Im Zusammenhang mit der Einrichtung eines zweiten Schulstandortes soll der Bau einer 
Sporthalle realisiert werden, die den Bedarfen für Schul - und auch Vereinssport des SC Nien-
berge entspricht.  
- Da auch weiterhin von einem Bedarf an Grundschulplätzen im Siedlungsbestand von Nie n-
berge ausgegangen wird, soll die bestehende Annette -von-Droste-Hülshoff-Grundschule e r-
halten bleiben und, wie bereits geplant, zur Dreizügigkeit ausgebaut werden. 
- Die erforderlichen zusätzlichen Kindertagesstätten sollen dezentral im Rahmen der konkreten 
Baugebietsentwicklung bedarfsgerecht in Nienberge als auch in Häger mitgedacht und en t-
sprechende Flächen dafür vorgehalten werden. 
 
Stärkung der Verbindung und Funktionsteilung zwischen Nienberge und Häger 
Nienberge und Häger gehören zusammen, sind eng verbunden und sollen sich funktional ergänzen. 
Um eine wohnbauliche Entwicklung in beiden Ortsteilen zu ermöglichen und dabei den steigenden 
Anforderungen an Infrastrukturen gerecht zu werden, soll die (auch bisher bereits gelebte) Funktion s-
teilung zwischen Nienberge und Häger gestärkt werden. 
 
In Häger kommt vor allem dem Bahnhaltepunkt dabei eine besondere Bedeutung zu. Dieser soll zur 
Förderung der Verkehrsträger im Umweltverbund zukünftig stärker als Umsteigepunkt für Berufspend-
ler aus Nienberge und Häger, aber auch für den Freizeitverkehr ins Zentrum von Münster und ins 
Umland genutzt werden.  
 
Der Ortsteil Nienberge übernimmt im Rahmen der Funktionsteilung vor allem die Bereitstellung der 
sozialen (z.B. Schule, Sport) sowie der Versorgungs -Infrastruktur (z.B. Lebensmittel, weiterer Einze l-
handel und Dienstleistungen). Eine Ausweitung und Qualifiz ierung der vorhandenen Angebote ist 
daher ein weiteres Ziel für die zukünftige Stadtteilentwicklung. Vorgeschlagene Maßnahmen hierfür 
sind z.B. die Erweiterung des Einzelhandelsangebots auf dem Grundstück des Autohauses nördlich 
der Altenberger Straße und die Erarbeitung und Umsetzung einer gemeinsam mit Einzelhändlern und 
Immobilieneigentümern abgestimmten Strategie zur Wiedernutzung von derzeit leerstehenden Laden-
lokalen. Mit der geplanten neuen Sporthalle für die zweite Grundschule an der Feldstiege, die zukünf-
tig auch für den Vereinssport genutzt werden soll, wird auch eine Voraussetzung für ein weiterhin 
attraktives Vereinssportangebot geschaffen.  
 
Neben der Bereitstellung und Qualifizierung der notwendigen Infrastrukturen in beiden Ortsteilen ist 
auch die Stärkung der (Wege -)Verbindung zwischen Nienberge und Häger Voraussetzung für eine 
erfolgreiche Funktionsteilung. Daher werden als weitere wichtige Maßnahmen zum einen eine ve r-
besserte ÖPNV-Erreichbarkeit des Bahnhaltepunktes von Nienberge aus sowie d er Ausbau und die 
Beleuchtung des entlang der Hägerstraße verlaufenden Radweges vorgeschlagen. 
 
Verbesserungen im Siedlungsbestand und insbesondere Gestaltung der Ortsmitten 
Auch unabhängig von den Herausforderungen, die sich im Zusammenhang mit einer deut lich wach-
senden Bevölkerung ergeben, liegen in Nienberge und Häger Handlungserfordernisse für die Bere i-
che des Siedlungsbestandes, insbesondere im Bereich der Ortsmitten, vor.

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V/0408/2020 
In der Ortsmitte von Nienberge wurde vor allem die Gestaltung und Aufenthaltsqu alität der vorhande-
nen Plätze sowie der derzeitig als dominant wahrgenommene Autoverkehr entlang der Sebastia n-
straße bemängelt. Zudem bietet die aktuelle Gestalt der Hülshoffstraße deutliches Verbesserungsp o-
tenzial, wenn es darum geht, die einzelnen Siedlu ngsbestandteile miteinander zu verbinden und s i-
chere Übergänge zu schaffen. Auch für die Altenberger Straße im Bereich der Ortsmitte ergibt sich 
zunehmender Handlungsbedarf, wenn zukünftig auch das Grundstück des Autohauses für die Erwe i-
terung des Einzelhandelsangebots genutzt werden soll. Für die Ortsmitte von Nienberge sollen daher 
im Rahmen einer städtebaulichen und freiraumplanerischen Qualifizierung die Verkehrsflächen der 
Sebastianstraße und die angegliederten Plätze neu definiert und geordnet werden. Um vor allem dem 
Fuß- und Radverkehr mehr Raum zu geben, soll die Eignung verschiedener Konzepte geprüft we r-
den. Für die Auswahl, Planung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen zum Abbau der Barrierewi r-
kung der Hülshoffstraße sind insbesondere Absprachen mit dem Straßenbaulastträger Straßen.NRW 
erforderlich.   
 
Ein weiterer Handlungsbedarf im Siedlungsbestand ergibt sich für das derzeitige Feuerwehrger ä-
tehaus des Löschzuges Nienberge der Freiwilligen Feuerwehr. Das Gebäude am Standort Kurne y-
straße entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen, die aufgrund der Grundstücksverhältnisse 
auch durch Umbau an Ort und Stelle nicht erfüllt werden können. Nach intensiver Diskussion mehr e-
rer Standortalternativen, wird mit dem östlichen Bereich des Vögedingplatzes ein neuer Standort f a-
vorisiert. Die endgültige Entscheidung sowie erforderlichen Planungen für diesen vorgeschlagenen 
Standort sollen zeitnah erfolgen. 
 
In Häger existiert bisher keine definierte Ortsmitte, die mehrere Funktionen des „Dorflebens“ vereint 
(z.B. als Treffpunkt, Aufenthaltsort, Möglichkeit zur Grundversorgung). Im Umfeld des Bahnhaltepunk-
tes ergibt sich derzeit jedoch das Potenzial, durch Neugestaltung und Inanspruchnahme zusätzlicher 
Flächen einen solchen, an die vorhandenen Strukturen angepassten, Ort zu schaffen. 
Die bereits beschriebenen notwendigen Maßnahmen zur Qualifizierung des Bereichs um den Bah n-
haltepunkt als „Mobility Hub“ sollten daher sinnvoll durch entsprechende Gestaltungsideen ergänzt 
werden, sodass der gesamte Bereich zukünftig ni cht nur attraktiv für den Aus - und Umstieg ist, so n-
dern auch zum Verweilen einlädt. Vor Beauftragung einer solchen Entwurfsplanung, sollte jedoch 
zuvor die grundsätzliche Möglichkeit geprüft werden, den Bahnhaltepunkt ggf. auf die westliche Seite 
der Häger straße zu verlagern, da dort voraussichtlich mehr Raum für ergänzende Funktionen zur 
Verfügung stehen könnte und auch eine bessere räumliche Verknüpfung mit den neuen Siedlungsfl ä-
chenpotenzialen möglich wäre. 
 
 
Gemeinschaftsgefühl stärken, Vereinsleben fördern 
Raumangebote für bürgerschaftliche Gruppen in Nienberge und Häger sind bisher nur in begrenztem 
Umfang vorhanden. Mit dem geplanten, möglichen Einwohnerzuwachs wird zusätzlicher Bedarf in 
diesem Bereich entstehen. Weitere Raumangebote können an versch iedenen Stellen geschaffen 
werden, v.a. durch 
 die Erarbeitung eines Nachnutzungskonzeptes für das Feuerwehrgerätehaus an der Kurne y-
straße, das nach einem Neubau an einem anderen Standort für solche Angebote zur Verf ü-
gung stehen kann, 
 die Errichtung eines D orfgemeinschaftshauses in Häger (bisher ohne konkreten Standortvo r-
schlag), die mehrere Vereine aus dem Ortsteil vorgeschlagen und ihre Bereitschaft zur Mitwi r-
kung daran bekundet haben sowie  
 die Berücksichtigung von Räumen und Angeboten für gemeinschaftlic he Aktivitäten und B e-
gegnung bei der Planung des Baugebiets an der Feldstiege sowie in Zusammenhang mit dem 
geplanten Neubau einer zweiten Grundschule mit neuer Sporthalle.

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V/0408/2020 
Weiteres Vorgehen 
 
Mit Vorliegen des Ergebnisberichts zum Stadtteilentwicklungskonzept gibt es bereits einige konkrete 
Projekte, mit denen erste Maßnahmenbausteine für die Umsetzung vorbereitet werden können. Die 
Vorbereitung und Umsetzung anderer Projekte wird hingegen eine n längeren Zeitraum in Anspruch 
nehmen.  
 
Insbesondere folgende Arbeitsschritte werden derzeit vorbereitet bzw. können zeitnah erfolgen: 
 Städtebauliches Qualifizierungsverfahren Baugebiet Feldstiege  (inkl. Planungen für einen 
zweiten Schulstandort mit Spor thalle)  Erarbeitung der Auslobung des städtebaulichen 
Wettbewerbs voraussichtlich noch in 2020. 
 Entscheidung zu m Feuerwehrgerätehaus und Einleitung eines entsprechenden Bauleitpla n-
verfahrens für den Neu-Standort Vögedingplatz. 
 Erarbeitung einer Fahrrad-Netzplanung im Rahmen des Masterplans Mobilität 2035+ 2 unter 
Einbezug der Ergebnisse des Stadtteilentwicklungsprozesses für Nienberge und Häger. 
 Aufnahme von Gesprächen mit dem Landesstraßenbetrieb Straßen. NRW zu Möglichkeiten 
der Umgestaltung der Kreuzungspunkte entlang der Hülshoffstraße sowie zur Qualifizierung 
der Radwegeverbindung zwischen Nienberge und Häger entlang der Hägerstraße.  
 Prüfung einer möglichen Verlagerung des Bahnhaltepunktes auf die westlich e Seite der H ä-
gerstraße als Voraussetzung für die Erarbeitung einer Rahmenplanung für Häger (Wohnba u-
flächen sowie Bahnhaltepunkt und Umgebung) im Rahmen der Landesinitiative „Bauland an 
der Schiene“.  
 Ausschreibung von Entwurfsarbeiten zur städtebaulichen Qualifizierung der Ortsmitte von N i-
enberge: Als Grundlage hierfür Kontaktaufnahme und Austausch mit Gewerbetreibenden und 
Immobilieneigentümern in der Ortsmitte von Nienberge über Möglichkeiten und Rahmenb e-
dingungen für die zukünftige Entwicklung der Einzelhandelslandschaft. 
 Klärung der Rahmenbedingungen für eine langfristige Verlagerung der Sportflächen 
 Vorbereitende Planung für die Einrichtung eines zusätzlichen Busverkehrs zwischen Nienbe r-
ge und Häger. 
 Abschluss des Bauleitplanverfahrens zur Umsetzung de r Planungen auf dem Grundstück des 
Lydia-Gemeindezentrums (Aufstellungsbeschluss im Januar 2020 erfolgt).  
 
 
Die Begleitung des Umsetzungsprozesses wird im Stadtplanungsamt vor allem durch eine Stadttei l-
kümmerin übernommen. Diese wird zentrale Ansprechpart nerin für die künftigen Stadtteilentwic k-
lungsprozesse sein und dabei stets im engen Austausch mit den zuständigen Fachämtern stehen. 
Auch in anderen Bereichen der Verwaltung, z.B.  das Quartiersmanagement bei Münster Marketing, 
steht Personal zur Verfügung,  das in Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt weitere ausgewählte 
Projekte auf Grundlage der Ergebnisse des Stadtteilentwicklungsprozesse s initiieren und deren U m-
setzung begleiten wird. 
 
Die Nienberger und Hägeraner Bürgerschaft sowie weitere Akteure aus dem  Stadtteil sollen im Rah-
men geeigneter Beteiligungsformate ebenfalls weiterhin aktiv und intensiv in die zukünftige Stadttei l-
arbeit eingebunden werden.  
 
 
In Vertretung 
 
 
 
Gez. Denstorff 
Stadtbaurat 
 
                                                
2 Bereits durch Vorlage V/1186/2019 „Fahrradnetz-Planung: ein hierarchisches, zusammenhängendes Fahrrad-
netz für Münster erarbeiten“ beauftragt

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V/0408/2020 
 
Anlagen: 
 
Anlage A 
Anlage 1:  Stadtteilentwicklungskonzept Nienberge / Häger

Beratungsverlauf (2)

18.06.2020 Bezirksvertretung Münster-West
TOP 5.2 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
18.06.2020 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen
TOP 6.12 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (7)

  • Altenberger Straße
  • Hägerstraße
  • Sebastianstraße
  • Hülshoffstraße
  • Vorbergs Hügel
  • Vögedingplatz
  • Feldstiege

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0408/2020
Typ
Vorlagen
Datum
15.05.2020
Erstellt
06.10.2020 14:37