0223/2019
EDELGARD schützt- Beantwortung von Fragen zur Vorlage 3792/2018
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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
6993 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle I/1/I/1 Vorlagen-Nummer: 24.01.2019 0223/2019 Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Si tzung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales 04.02.2019 EDELGARD schützt- Beantwortung von Fragen zur Vorlage 3792/2018 In der Sitzung am 10.12.2018 wurden die Ausschussmitglieder über die Kampagne “EDELGARD“ der Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt informiert (Vorlage 3792/2018). Während der Sitzung wurden folgende Fragen gestellt: MdR Monika Möller erkundigt sich in Bezugnahme auf die einzelnen Stadtteile, wie verbreitet die EDELGARD Kampagne insbesondere beispielsweise in Kneipen oder im Privaten sei. Beantwortung: Zurzeit wird ein Netz „schützender Orte“ in Köln ausgebaut. Ziel ist, EDELGARD schützt-Orte in mög- lichst vielen Kölner Stadtteilen zu installieren. EDELGARD schützt-Orte gibt es bisher in Ehrenfeld, Neu-Ehrenfeld, Nippes, Riehl, Linden-thal, Braunsfeld, Sülz/Klettenberg, Altstadt Süd, Innenstadt, Deutz, Mülheim, Poll und Humboldt- Gremberg. Derzeit akquiriert die Initiative Kooperationspartnerinnen im Zülpicher Viertel, im Agnesviertel, in Porz und Bilderstöckchen. Dazu setzt die Initiative neben dem persönlichen Aufsuchen von Geschäften und Gaststätten auf eine verstärkte Netzwerkakquise. So wurde EDELGARD u.a. bereits bei den So- zialraumkoordinatorinnen und-koordinatoren, auf verschiedenen Stadtteilkonferenzen oder auch bei der KVB vorgestellt. Die Initiative verspricht sich hiervon Multiplikatoreneffekte. Demnächst finden erste Gespräche mit verschiedenen Interessengemeinschaften wie z. B. der IG Keupstraße und beim Stadtmarketing Köln e. V. statt. Mit KlubKomm, dem Verband Kölner Clubs und Veranstalter e.V., steht die Initiative ebenfalls in Kon- takt, um gezielt Gaststätten, Kneipen und Clubs bzw. Diskotheken für das Projekt zu gewinnen. Sobald ein größeres Netz von EDELGARD schützt-Orten vorhanden ist (angestrebt zunächst 111 Orte), informiert die Initiative die Öffentlichkeit bzw. insbesondere die Zielgruppe Frauen und Mäd- chen mit einer speziellen Aktion über das Angebot. MdR Prof. Dr. Killersreiter möchte wissen, ob es schon erste Zahlen diesbezüglich gebe, wie viele Frauen EDELGARD in Anspruch genommen haben. Zudem interessiere sie, ob die Erstel- lung eines Evaluationsberichtes in einem regelmäßigen Intervall geplant sei. Beantwortung: Über die Inanspruchnahme von EDELGARD schützt kann zurzeit noch keine Aussage getroffen wer- den. Ein erster Austausch mit den EDELGARD schützt-Orten ist in Kürze vorgesehen. Die Erstellung eines regelmäßigen Tätigkeits- und Evaluationsberichtes ist geplant. 2 Frau Dr. Wittmütz bedankt sich im Namen ihrer Fraktionen für den Einsatz im Rahmen der EDELGARD Kampagne. Dennoch halte man die vorhandenen 41 Anlaufstellen für zu wenig. Die Frage, worauf diese geringe Anzahl privater Anlaufstellen zurückzuführen sei, müsse noch öffentlichkeitswirksamer kommuniziert werden. Vielleicht wäre die Kampagne LUISA hier doch der bessere Weg gewesen. Die Mitteilung enthalte zwar die Intention, dass noch weitere städ- tische Anlaufstellen hinzukommen sollen, jedoch halte sie es insbesondere für die Abend- und Nachtstunden für wichtig, dass weitere private Anlaufstellen durch Kneipen oder Kioske hin- zukommen. Stellungnahme: Bislang besteht das Angebot der schützenden Orte überwiegend im Tages- und frühen Abendbe- reich. Die 46 bereits existierenden Orte sind u. a. Buchhandlungen, Bürgerzentren, Jugendzentren, Friseure, Apotheken, Gaststätten/Cafés und öffentliche Institutionen. Der Abend- und Nachtbereich ist noch unterrepräsentiert und wird daher bei der Akquise in 2019 verstärkt in den Fokus genommen. Um EDELGARD schützt Orte zu gewinnen, muss viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Zu- nächst müssen die potentiellen Kooperationspartner für das Problem und die Notwendigkeit eines Projektes wie EDELGARD schützt sensibilisiert werden. Darüber hinaus gibt es Bedenken der Koope- rationspartner und -partnerinnen, dass ein Mitwirken zu aufwändig wird und man eventuell Fehler bei einer Unterstützung im Notfall machen könnte. Diese Bedenken müssen ausgeräumt werden, was manchmal mehrere Anläufe und Gespräche erfordert. Die Zahl der schützenden Orte wird daher auch in 2019 kontinuierlich, jedoch nur Schritt für Schritt wachsen. Der Erfolg der Kampagne sollte jedoch nicht ausschließlich an der Anzahl der schützenden Orte fest- gemacht werden. Ziel der (Präventiv)Kampagne ist auch, Belästigungen und Übergriffe gegen Frauen und Mädchen im öffentlichen Raum in den Fokus zu rücken und notwendige gesellschaftliche Diskus- sions- und Veränderungsprozesse anzustoßen und voranzutreiben. Ein solcher Prozess dauert viele Jahre. So hat sich z.B. das Projekt „sichere Wiesn“, das in München während des Oktoberfestes Un- terstützung für Frauen und Mädchen anbietet, erst nach 5 Jahren etabliert. Es wäre auf keinen Fall zielführend, nun eine andere „Marke“ wie z.B. LUISA parallel einzuführen bzw. die Kampagne zu ändern oder ihr ein neues Gesicht zu geben. Nahezu 50 schützende Orte, die die Initiative im ersten Jahr gewinnen konnte, sind im Vergleich zu anderen Städten mit dem Projekt „LUISA“ als erfolgreich zu werten. Eine Recherche der Erfahrungen in den an LUISA beteiligten Städten hat ergeben, dass es in keiner der beteiligten Städte so viele Kooperationen wie in Köln gibt. Bochum hat zehn, Düsseldorf unter zehn LUISA-Orte, Essen konnte innerhalb von zwei Jahren drei- ßig LUISA-Orte einrichten, Freiburg hat elf Kooperationspartner- und Kooperationspartnerinnen. Alle „LUISA Akteurinnen“ beschreiben den Umsetzungsprozess von LUISA als sehr mühselig und zeit- aufwändig. Herr Hegenbarth teilt mit, dass er von zwei Gastronomen angesprochen worden sei, die das Konzept hinter LUISA gerne übernehmen würden. Man solle daher darüber nachdenken, ob keine Kooperation zwischen den beiden Kampagnen möglich sei. Er wisse, dass viele Gastro- nomen die Kampagne LUISA kennen, sodass es sicherlich ärgerlich sein könnte, diese Schnittstelle nicht zu nutzen. Stellungnahme: Die Vorteile von EDELGARD sind, dass der Schutz nicht nur beim Feiern und Ausgehen angeboten wird, sondern langfristig „sichere Orte“ zu allen Tageszeiten zur Verfügung gestellt werden. Auch Frauen, die z. B. auf der Straße belästigt wurden, können sich an „Edelgard schützt“ wenden. Dies war einer der Gründe, warum sich die Initiative gegen LUISA entschieden und ein eigenes Konzept erarbeitet hat (ausführliche Stellungnahme der Verwaltung 3799/2017) Eine Verknüpfung beider Kampagnen ist nicht sinnvoll (s. auch Beantwortung der vorigen Frage.) Unternehmen, die daran interessiert sind, einen Beitrag zum Schutz vor sexualisierter Gewalt zu leis- ten, können sich an info@edelgard.koeln oder an gleichstellungsamt@stadt-koeln.de wenden. Gez. Dr. Keller
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Keupstraße
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Details
- Aktenzeichen
- 0223/2019
- Typ
- Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
- Datum
- 24.01.2019
- Erstellt
- 17.01.2019 10:42