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Mehrfachbeschäftigung in Köln – Entwicklung von kombinierten Beschäftigungsformen 2013 bis 2018

Mitteilung Ausschuss 3433/2019 vom 04.10.2019

Stand: Am 21.11.2019 im Wirtschaftsausschuss beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.

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  • Anlage 1 Pegel Köln Arbeitsmarkt 05/2019

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    1 Pegel Köln 5/2019 Mehrfachbeschäftigung in Köln Entwicklung von kombinierten Beschäftigungsformen 2013 bis 2018 Pegel Köln – 5/2019 Mehrfachbeschäftigung in Köln – Entwicklung von kombinierten Beschäftigungsformen 2013 bis 2018 Seite 2 Zum Inhalt des Pegels • In Köln waren zur Jahresmitte 2018 rund 60 400 Personen mehrfachbeschäftigt. Dies entspricht einer Steigerung um rund 12 200 Personen oder ein Viertel seit 2013. Die Mehrfachbeschäftigung ist damit doppelt so stark gestiegen, wie die Gesamtbeschäftigung (+11,5 %) und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (+13,9%). • Die mit 50 900 Personen und einem Anteil von 83 Prozent größte Gruppe der Mehrfachbeschäftigte n kombiniert eine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung mit einem geringfügig entlohnten Nebenjob. • Jeder zehnte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Köln ist zusätzlich in einem weiteren Beschäftigungsverhältnis tätig. • Frauen sind im Bereich der Mehrfachbeschäftigung mit 54 Prozent stärker vertreten als Männer (46%). Zudem sind Frauen (59%) öfter ausschließlich in Minijobs tätig als Männer (41%). Die Mehrfach- beschäftigtenquote von Frauen liegt bei 10,5 Prozent und damit höher als bei Männern (8,2%). • Im Vergleich zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt (9%) arbeiten viele jüngere Beschäftigte unter 25 Jahre in mehreren Arbeitsverhältnissen (14%) oder haben einen Minijob (33%). Gemessen an der Gesamtzahl der Beschäftigten in allen Altersgruppen sind unter 25 -Jährige leicht stärker von Mehrfachbeschäftigung betroffen (10,9%). • Während bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt rund ein Viertel über einen akademischen Berufsabschluss verfügt, ist es bei den Mehrfachbeschäftigten etwa jeder Sechste. • Drei Viertel der Männer haben den Nebenjob neben einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung. Dagegen ist mehr als jede zweite Frau im Hauptjob teilzeitbeschäftigt. • Den höchsten Anteil mit mehreren Beschäftigungsverhältnissen besitzen die Reinigungsberufe: Knapp ein Drittel der dortigen Beschäftigten ist in mehreren Beschäftigungsverh ältnissen angestellt. • Mehrfachbeschäftigte üben größtenteils eine geringfügige Tätigkeit im Beruf ihrer Haupttätigkeit aus: So sind Arbeitnehmer/innen in Reinigungsberufen im Nebenjob zu zwei Dritteln im gleichen Beruf tätig. • Die Ausübung einer Nebentätigkeit hat vor allem finanzielle Gründe: So arbeiten Mehrfachbeschäftigte überwiegend in niedrig bezahlten Berufen. Sie erzielen infolgedessen mit ihrer sozialversicherungs- pflichtigen Vollzeit-Hauptbeschäftigung zudem in allen Berufshauptgruppen ein geringeres Arbeits- einkommen als ausschließlich sozialversicherungspflichtig Vollzeit-Beschäftigte mit nur einem Job. Pegel Köln – 5/2019 Mehrfachbeschäftigung in Köln – Entwicklung von kombinierten Beschäftigungsformen 2013 bis 2018 Seite 3 Bedeutung von Mehrfachbeschäftigung Durch den wirtschaftlichen Strukturwandel hin zur Dienstleistungsgesellschaft und Deregulierung hat der Arbeitsmarkt in den letzten Jahren einen kontinuierlichen Wandel erfahren: Unbefristete Vollzeit- Beschäftigungsverhältnisse verlieren an Bedeutung, Teilzeitbeschäftigung, Mehrfachbeschäftigung, Mini-Jobs mit fehlender Sozialversicherungspflicht sowie (befristete) Leiharbeit nehmen zu. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach flexibleren Arbeitsverhältnissen durch die steigende Vielfalt von Lebensläufen und Familienmodellen sowie veränderte Erwerbsbiographien. 1 Auch in Köln haben immer mehr Menschen mehr als einen Job: Über 60 000 Arbeitnehmer gingen dort 2018 mehr als einer Beschäftigung nach, ein Zuwachs von einem Viertel alleine in den letzten fünf Jahren. Die größte Gruppe unter den Mehrfachbeschäftigten bilden mit rund 83 Prozent (51 000 Personen) Arbeitnehmer/innen, die neben ihrer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung noch einen oder sogar mehrere Nebenjobs haben. Abgrenzung der Mehrfachbeschäftigung Beschäftigte, die neben ihrer Haupttätigkeit eine weitere Beschäftigung ausüben, werden als Mehrfach- beschäftigte bezeichnet. Dabei tritt Mehrfachbeschäftigung in unterschiedlichen Kombinationen auf. So können unter anderem mehrere sozialversicherungspflichtige Teilzeit beschäftigungen miteinander kombiniert werden, genauso wie es möglich ist, gleichzeitig mehrere geringfügig entlohnte Beschäftigungs verhältnisse auszuüben. Durch die seit 2003 geltenden Sonderregelungen für die Entrichtung von Steuern und Abgaben sind Nebenjobs bis zu einer Entgelthöhe von maximal 450 Euro weitestgehend steuer- und abgabenfrei. Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit unterscheidet bei der Mehrfachbeschäftigung drei Formen: 2 1. Kombination mehrerer sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse 2. Kombination sozialversicherungspflichtiger mit geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen 3. Kombination mehrerer ausschließlich geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse Motive für Mehrfachbeschäftigung Die Beweggründe für die Aufnahme mehrerer Beschäftigungsverhältnisse sind sehr unterschiedlich: Häufige Motive für die Ausübung mehrerer Jobs sind finanzielle Gründe und die soziale Absicherung. 3 Zudem wird der Umfang der Mehrfachbeschäftigung auch von den gesetzlichen Rahmenbedingung en beeinflusst. 4 Beispielsweise kann bei einer zusätzlichen Tätigkeit nach Abzügen mehr Nettoverdienst bei den Beschäftigten verbleiben als bei einer Ausweitung der Haupttätigkeit. Die häufigste Form der Mehrfachbeschäftigung ist die Kombination einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung mit einem zusätzlichen geringfügig entlohnten Nebenjob. Dabei sind die Motive für die Aufnahme eines Nebenjobs unterschiedlich: Entweder reicht der Hauptjob nicht (mehr) aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, weil das Lohnniveau zu niedrig ist bzw. die Ausgaben gestiegen sind, oder aber der Nebenjob dient zur Sicherung oder Erhöhung des Lebensstandards wegen gestiegener oder zusätzlicher Ausgaben. Daneben spielt eine Rolle, in welchem Umfang Minijobs von Arbeitgebern angeboten werden. So gibt es Branchen, beispielsweise Handel und Gastronomie, in denen Arbeitskräfte nicht über den ganzen Tag oder die ganze Woche, sondern nur in Stoßzeiten benötigt werden. Geringfügig entlohnte Beschäftigte können Arbeitgebern unter Umständen die nötige Flexibilität sichern. 1 Kölner Statistische Nachrichten 4/2018: Erwerbstätigkeit und wirtschaftliche Lage der Kölner Bevölkerung - Ergebnisse der „Leben in Köln“- Umfrage 2016. Siehe auch unter: https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf15/statistik- umfragen/erwerbstätigkeit_und_wirtschaftliche_lage_der_kölner_bevölkerung_um_ksn_2018_4.pdf, aufgerufen am 22.07.2019 2 Siehe auch unter: https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Grundlagen/Definitionen/Generische- Publikationen/Kurzinformation-Beschaeftigungsstatistik.pdf, aufgerufen am 22.07.2019 3 WSI-Report 48/2019: Mehrfachbeschäftigungen in Deutschland. Siehe auch unter: https://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_48_2019.pdf, aufgerufen am 18.07.2019 4Arbeitsmarkt kompakt | Mai 2018:Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit geringfügig entlohntem Nebenjob. Siehe auch unter: https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Personengruppen/generische- Publikationen/Mehrfachbeschaeftigte.pdf, aufgerufen am 10.07.2019 Pegel Köln – 5/2019 Mehrfachbeschäftigung in Köln – Entwicklung von kombinierten Beschäftigungsformen 2013 bis 2018 Seite 4 Mehrfachbeschäftigung wächst stärker als Gesamtbeschäftigung Zur Jahresmitte 2018 gingen am Arbeitsort Köln rund 60 400 Personen mehreren Beschäftigungsverhältnissen nach (Tabelle 1). Gegenüber 20135 entspricht dies einem Anstieg um etwa 12 200 Personen oder ein Viertel (Grafik 1, Tabelle 2). Damit ist die Mehrfachbeschäftigung in diesem Zeitraum etwa doppelt so stark gestiegen, wie die Gesamtbeschäftigung (+11,5%) und die sozialversicherungspflichtige (SVP) Beschäftigung (+13,9%). Tabelle 1 Beschäftigungsstruktur in Köln 2018 Quelle: Bundesagentur für Arbeit – Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem 5 Nach Strukturmerkmalen differenzierte Daten zur Mehrfachbeschäftigung stellt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit erst seit 2013 zur Verfügung. SVP- Beschäf- tigte Aus- schließlich geringfügig Beschäftigte SVP- Beschäftigte mit mindes- tens einer weiteren SVP-Beschäf- tigung SVP- Beschäftigte mit mindes- tens einer weiteren gering- fügigen Beschäftigung Aus- schließlich gering- fügig Beschäftigte mit mindes- tens einer weiteren gering- fügigen Beschäftigung Insgesamt 649 515 568 635 80 880 60 447 6 852 50 935 3 735 Männlich 339 284 305 938 33 346 27 962 3 664 23 631 1 168 Weiblich 310 231 262 697 47 534 32 485 3 188 27 304 2 567 Deutschland 552 709 488 329 64 380 50 462 5 693 42 596 3 004 Ausland 95 498 79 630 15 868 9 944 1 153 8 330 705 unter 25 Jahre 78 758 52 101 26 657 8 595 792 6 661 1 263 25 bis unter 35 Jahre 159 018 145 024 13 994 16 212 1 996 13 765 725 35 bis unter 45 Jahre 136 039 127 467 8 572 12 575 1 544 10 853 390 45 bis unter 55 Jahre 155 568 145 748 9 820 14 372 1 581 12 562 522 55 bis unter 65 Jahre 103 153 93 061 10 092 7 831 865 6 641 484 65 Jahre und älter 16 978 5 234 11 744 862 74 453 351 Ohne Berufsabschluss 102 320 79 396 22 924 12 481 1 188 10 171 1 379 mit beruflichem Abschluss 305 022 283 803 21 219 31 180 2 906 27 856 929 mit akademischem Abschluss 145 362 138 296 7 066 9 816 2 224 7 410 375 Vollzeitbeschäftigt 409 992 409 620 372 34 209 4 178 30 582 5 Teilzeitbeschäftigt 236 788 159 015 77 773 25 636 2 674 20 353 3 128 darunter Merkmal Beschäf- tigte davon Mehrfachbeschäftigte Ins- ge- samt Pegel Köln – 5/2019 Mehrfachbeschäftigung in Köln – Entwicklung von kombinierten Beschäftigungsformen 2013 bis 2018 Seite 5 Grafik 1 Beschäftigungsentwicklung in Köln 2013 bis 2018 (Prozent) Quelle: Bundesagentur für Arbeit– Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem Innerhalb der Gruppe der Mehrfachbeschäftigten hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit mindestens einer weiteren sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Vergleichszeitraum relativ betrachtet am stärksten erhöht und zwar um 2 200 auf rund 6 900 Personen (+46,9%, Tabelle 3). Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit mindestens einem Neben job stieg proportional zur gesamten Mehrfachbeschäftigung um rund 10 000 auf 50 900 Personen (+24,4%). Die Zahl der Personen mit mehreren geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen wuchs nur unterdurchschnittlich um 400 auf 3 700 (+10,9%). Tabelle 2 Beschäftigungsentwicklung in Köln 2013 bis 2018 Quelle: Bundesagentur für Arbeit– Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem Zahl % Zahl % Zahl % Insgesamt 67 049 11,5 69 611 13,9 -2 562 -3,1 Männlich 36 737 12,1 36 515 13,6 222 0,7 Weiblich 30 312 10,8 33 096 14,4 -2 784 -5,5 Deutschland 42 948 8,4 46 670 10,6 -3 722 -5,5 Ausland 23 889 33,4 22 762 40,0 1 127 7,6 unter 25 Jahre 8 510 12,1 6 547 14,4 1 963 7,9 25 bis unter 35 Jahre 23 292 17,2 23 554 19,4 - 262 -1,8 35 bis unter 45 Jahre 3 502 2,6 5 945 4,9 -2 443 -22,2 45 bis unter 55 Jahre 4 694 3,1 7 310 5,3 -2 616 -21,0 55 bis unter 65 Jahre 23 583 29,6 24 021 34,8 - 438 -4,2 65 Jahre und älter 3 467 25,7 2 234 74,5 1 233 11,7 Ohne Berufsabschluss 20 442 25,0 16 849 26,9 3 593 18,6 mit beruflichem Abschluss 31 856 11,7 27 867 10,9 3 989 23,2 mit akademischem Abschluss 45 611 45,7 42 773 44,8 2 838 67,1 Vollzeitbeschäftigt 33 481 8,9 33 814 9,0 - 333 -47,2 Teilzeitbeschäftigt 32 732 16,0 36 933 30,3 -4 201 -5,1 Beschäftigte davon SVP-Beschäftigte Ausschließlich gering- fügig BeschäftigteMerkmal Pegel Köln – 5/2019 Mehrfachbeschäftigung in Köln – Entwicklung von kombinierten Beschäftigungsformen 2013 bis 2018 Seite 6 Tabelle 3 Entwicklung der Mehrfachbeschäftigung in Köln 2013 bis 2018 Quelle: Bundesagentur für Arbeit– Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit Nebenjob am häufigsten Die häufigste Kombination bei den Mehrfachbeschäftigten ist mit 50 900 Personen und einem Anteil von 83 Prozent die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit mindestens einem Nebenjob (Grafik 2). Grund hierfür ist die finanzielle Attraktivität dieser Beschäftigungskombination: Bei einer zusätzlichen geringfügigen Beschäftigung verbleibt nach Abzügen mehr Nettoverdienst als bei einer Ausweitung der Hauptbeschäftigung. Wesentlich seltener arbeiten Beschäftigte in mehreren sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen (6 852 oder 11%) oder in mehreren geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen (3 735 oder 6%). Grafik 2 Struktur der Mehrfachbeschäftigung in Köln 2018 – Prozentanteile an allen Mehrfachbeschäftigten Quelle: Bundesagentur für Arbeit – Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem Zahl % Zahl % Zahl % Zahl % Insgesamt 12 164 25,2 2 189 46,9 10 004 24,4 367 10,9 Männlich 6 108 27,9 1 270 53,0 4 934 26,4 121 11,6 Weiblich 6 056 22,9 919 40,5 5 070 22,8 246 10,6 Deutschland 8 771 21,0 1 541 37,1 7 214 20,4 274 10,0 Ausland 3 387 51,7 644 126,5 2 787 50,3 94 15,4 unter 25 Jahre 2 626 44,0 341 75,6 1 967 41,9 376 42,4 25 bis unter 35 Jahre 3 819 30,8 567 39,7 3 336 32,0 40 5,8 35 bis unter 45 Jahre 1 141 10,0 401 35,1 862 8,6 - 67 - 14,7 45 bis unter 55 Jahre 1 935 15,6 484 44,1 1 622 14,8 - 80 - 13,3 55 bis unter 65 Jahre 2 360 43,1 368 74,0 2 021 43,7 32 7,1 65 Jahre und älter 283 48,9 28 60,9 196 76,3 66 23,2 Ohne Berufsabschluss 3 744 42,9 520 77,8 2 976 41,4 380 38,0 mit beruflichem Abschluss 5 743 22,6 920 46,3 4 831 21,0 152 19,6 mit akademischem Abschluss 3 838 64,2 708 46,7 2 974 67,0 216 135,8 Vollzeitbeschäftigt 5 189 17,9 1 128 37,0 4 214 16,0 * * Teilzeitbeschäftigt 6 547 34,3 1 066 66,3 5 816 40,0 - 95 - 2,9 Merkmale SVP-Beschäftigte mit mindestens einer weiteren geringfügigen Beschäftigung Ausschließlich geringfügig Beschäftigte mit mindestens einer weiteren geringfügigen Beschäftigung Insgesamt darunter SVP-Beschäftigte mit mindestens einer weiteren SVP-Beschäftigung SVP-Beschäftigte mit mindestens einer weiteren SVP-Beschäftigung; 6 852; 11% SVP-Beschäftigte mit mindestens einer weiteren geringfügigen Beschäftigung; 50 935; 83% Ausschließlich geringfügig Beschäftigte mit mindestens einer weiteren geringfügigen Beschäftigung; 3 735; 6% 60 447 Pegel Köln – 5/2019 Mehrfachbeschäftigung in Köln – Entwicklung von kombinierten Beschäftigungsformen 2013 bis 2018 Seite 7 Jede(r) zehnte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit weiterem Beschäftigungsverhältnis Der Anteil der Mehrfachbeschäftigten an allen Beschäftigten betrug 2018 in Köln 9,3 Prozent (Grafik 3). Im Verhältnis zur Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten entspricht der Anteil der sozialversicherungspflichtigen Mehrfachbeschäftigten exakt zehn Prozent. Damit geht jeder zehnte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte einem weiteren Beschäftigungsverhältnis nach. Frauen sind häufiger mehrfachbeschäftigt Tendenziell sind Frauen sowohl bei der ausschließlich geringfügigen Beschäftigung als auch bei der Mehrfachbeschäftigung stärker vertreten: Mit 59 Prozent arbeiten Frauen öfter in ausschließlich geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen als Männer (41%). Im Bereich der Mehrfachbeschäftigung sind Frauen mit 54 Prozent gegenüber Männern (46%) ebenfalls leicht überrepräsentiert (Grafik 4). Umgekehrt sind Männer mit rund 54 Prozent häufiger sozialversicherungspflichtig beschäf tigt als Frauen (46%). Auch in Anbetracht der Gruppe aller Frauen liegt deren Mehrfachbeschäftigungsquote bei 10,5 Prozent und damit höher als bei Männern (8,2%; Grafik 3). Männer mit höherem Beschäftigungszuwachs Anders als bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt, wo die die Beschäftigung von Männern (+12%) und Frauen (+11%) von 2013 bis 2018 etwa gleichmäßig angestiegen ist (Tabelle 2), hat die Zahl der Mehrfachbeschäftigung bei Männern (+28%) stärker zugenommen als bei Frauen (+23%, Tabelle 3). Bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung mit einer weiteren sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ist der Zuwachs bei den Männern (53%) deutlich stärker als bei den Frauen (41%). Deutsche und Nicht-Deutsche etwa gleich oft mit mehreren Jobs Deutsche sind sowohl bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (86%) wie auch bei den Mehrfachbeschäftigten (84%) und den ausschließlich geringfügig Beschäftigten (80%) gegenüber Ausländerinnen und Ausländern deutlich überrepräsentiert (Tabelle 1). Dies ist ein Mengeneffekt: Gemessen an der Gesamtzahl aller Deutschen bzw. Ausländer/innen besitzen beide Gruppen in etwa gleich hohe Anteile an Mehrfachbeschäftigung (Grafik 3). Grafik 3 Mehrfachbeschäftigte in Köln in ausgewählten Gruppen 2018 - Anteile in Prozent Quelle: Bundesagentur für Arbeit – Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem 5,1 7,6 9,6 10,9 10,4 9,1 10,5 8,2 9,3 0 2 4 6 8 10 12 65 Jahre und älter 55 bis unter 65 Jahre 25 bis unter 55 Jahre unter 25 Jahre Ausländer/innen Deutsche Frauen Männer Beschäftigte Insgesamt Pegel Köln – 5/2019 Mehrfachbeschäftigung in Köln – Entwicklung von kombinierten Beschäftigungsformen 2013 bis 2018 Seite 8 Höherer Zuwachs bei Ausländerinnen und Ausländern Die Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländerinnen und Ausländer ist im Vergleichszeitraum etwa viermal so stark angestiegen (+40%) als bei Deutschen (+11%). Bei ihnen ist auch die Zahl der Mehrfachbeschäftigten mit einem Plus von 52 Prozent stärker gestiegen als bei Deutschen (+21%). Dabei hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit einer weiteren sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung bei Ausländerinnen und Ausländern mehr als verdoppelt. Viele Jüngere arbeiten in mehreren Arbeitsverhältnissen oder in Minijobs Sowohl bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (74%) wie auch bei den Mehrfachbeschäftigten (71%) und den ausschließlich geringfügig Beschäftigten (40%) sind Beschäftigte a us der mittleren Altersgruppe zwischen 25 und 54 Jahren deutlich überrepräsentiert (Grafik 5). Im Vergleich zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt (9%) arbeiten viele jüngere Beschäftigte unter 25 Jahre in Köln in mehreren Arbeitsverhältnissen (14%) oder in ausschließlich geringfügigen Tätigkeiten (33%). Dies liegt jedoch an der hohen absoluten Zahl jüngerer Beschäftigter. Gemessen an der Gesamtzahl der Beschäftigten in allen Altersgruppen sind unter 25-Jährige leicht stärker von Mehrfachbeschäftigung betroffen (10,9%; Grafik 3). Stärkere Zunahme bei Jüngeren und Älteren Die Mehrfachbeschäftigung ist bei Jüngeren unter 25 Jahre (+44%) und Älteren zwischen 55 und 64 Jahre (+43%) stärker angestiegen als bei den mittleren Altersgruppen. Bei den über 65-Jährigen hat sich die Zahl der Mehrfachbeschäftigten sogar um fast die Hälfte erhöht (+48,9%). Grafik 4 Struktur der Beschäftigung in Köln 2013 bis 2018 – Geschlecht und Nationalität, Anteile in Prozent Quelle: Bundesagentur für Arbeit– Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem 18,9 16,4 16,6 16,5 19,6 14,0 80,4 83,6 83,1 83,5 79,6 85,9 68,7 53,6 46,5 53,7 58,8 46,2 31,3 46,4 53,5 46,3 41,2 53,8 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Ausschließlich GB mit mindestens einer weiteren GB SVP-Beschäftigte mit mindestens einer weiteren GB SVP-Beschäftigte mit mindestens einer weiteren SVP-Beschäftigung Mehrfachbeschäftigte insgesamt Auschließlich geringfügig Beschäftigte SVP-Beschäftigte Männer Frauen Deutsche Ausländer/-innen Pegel Köln – 5/2019 Mehrfachbeschäftigung in Köln – Entwicklung von kombinierten Beschäftigungsformen 2013 bis 2018 Seite 9 Grafik 5 Struktur der Beschäftigung in Köln 2013 bis 2018 – Altersgruppen, Anteile in Prozent Quelle: Bundesagentur für Arbeit– Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem Mehrfachbeschäftigte besitzen überwiegend einen niedrigeren Ausbildungsgrad Während bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt rund ein Viertel über einen akademischen Berufsabschluss verfügt, ist es bei den Mehrfachbeschäftigten nur etwa jeder Sechste (Grafik 6). Ebenso besitzen bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt lediglich 14 Prozent überhaupt keinen Berufsabschluss, während es bei den Mehrfachbeschäftigten mit 21 Prozent deutlich mehr sind. Im Bereich der ausschließlich geringfügigen Beschäftigung verfügt lediglich rund ein Viertel der Beschäftigten über eine berufliche Qualifikation. Auch bei den Mehrfachbeschäftigten besitzt nur jeder vierte Arbeitnehmer mit mehreren ausschließlich geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen eine abgeschlossene Berufsausbildung. Grafik 6 Struktur der Beschäftigung in Köln 2013 bis 2018 – Qualifikation Quelle: Bundesagentur für Arbeit– Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem 9,4 0,9 1,1 1,4 14,5 0,9 13,0 13,0 12,6 13,0 12,5 16,4 43,8 73,0 74,4 71,4 40,0 73,5 33,8 13,1 11,6 14,2 33,0 9,2 0 10 20 30 40 50 60 70 80 Ausschließlich GB mit mindestens einer weiteren GB SVP-Beschäftigte mit mindestens einer weiteren GB SVP-Beschäftigte mit mindestens einer weiteren SVP-Beschäftigung Mehrfachbeschäftigte insgesamt Auschließlich geringfügig Beschäftigte SVP-Beschäftigte unter 25 Jahre 25 bis 54 Jahre 55 bis 64 Jahre 65 Jahre und älter 36,9 20,0 17,3 20,6 28,3 14,0 24,9 54,7 42,4 51,6 26,2 49,9 10,0 14,5 32,5 16,2 8,7 24,3 0 10 20 30 40 50 60 Ausschließlich GB mit mindestens einer weiteren GB SVP-Beschäftigte mit mindestens einer weiteren GB SVP-Beschäftigte mit mindestens einer weiteren SVP-Beschäftigung Mehrfachbeschäftigte insgesamt Auschließlich geringfügig Beschäftigte SVP-Beschäftigte Akademischer Abschluss mit Berufsabschluss ohne Berufsabschluss Pegel Köln – 5/2019 Mehrfachbeschäftigung in Köln – Entwicklung von kombinierten Beschäftigungsformen 2013 bis 2018 Seite 10 Frauen mit zusätzlichem Minijob sind im Hauptjob häufiger teilzeitbeschäftigt als Männer Der Blick auf die Arbeitszeit im Hauptjob zeigt das Ausmaß der Belastung durch einen geringfügig entlohnten Nebenjob. Demnach üben drei Viertel der Männer (17 900 Personen oder 76%) den Nebenjob neben einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung aus (Tabelle 4). Dagegen ist mehr als jede zweite Frau im Hauptjob in Teilzeit tätig (14 600 oder 54%). Somit haben knapp sieben Prozent der vollzeitbeschäftigten Männer und gut acht Prozent der vollzeitbeschäftigten Frauen einen geringfügig entlohnten Minijob als Nebenbeschäftigung. Höhere Anteile ergeben sich bei Teilzeitbeschäftigten: 12 Prozent der teilzeitbeschäftigten Männer und gut 1 3 Prozent der teilzeitbeschäftigten Frauen haben einen geringfügig entlohnten Minijob. Ähnlich sind die geschlechtsspezifischen Relationen von Voll - und Teilzeit bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit mindestens einer weiteren sozialversic herungspflichtigen (Teilzeit-)Beschäftigung. Auch in diesem Bereich besitzen knapp drei Viertel der männlichen Vollzeitbeschäftigten und gut jede zweite weibliche Teilzeitbeschäftigte zusätzlich eine weitere sozialversicherungspflichtige (Teilzeit -)Beschäftigung. Tabelle 4 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Mehrfachbeschäftigte nach Arbeitszeit in Köln 2018 Quelle: Bundesagentur für Arbeit – Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem Mehrfachbeschäftigte im Hauptberuf sind häufig im Dienstleistungssektor tätig Die Mehrfachbeschäftigung ist im Bereich der Dienstleistungsberufe besonders ausgeprägt, denn im Gegensatz zu Fertigungsberufen sind dort die Qualifikationsprofile tendenziell geringer. Die meisten Mehrfachbeschäftigten in Köln sind in ihrer Haupttätigkeit in den Berufsbereichen Unternehmens - führung und -organisation (8 800 Personen oder 15,5%), Verkehr und Logistik sowie Gesundheit (jeweils 6 600 Personen oder 11,6%) und Unternehmensbezogene Dienstleistungen (6 500 oder 11,4%) angestellt (Tabelle 5). Zahl in % Zahl in % Zahl in % in % in % Insgesamt 568 635 100,0 6 852 100,0 50 935 100,0 1,2 9,0 Vollzeit 409 620 72,0 4 178 61,0 30 582 60,0 1,0 7,5 Teilzeit 159 015 28,0 2 674 39,0 20 353 40,0 1,7 12,8 Männlich 305 938 53,8 3 664 53,5 23 631 46,4 1,2 7,7 Vollzeit 258 341 84,4 2 666 72,8 17 903 75,8 1,0 6,9 Teilzeit 47 597 15,6 998 27,2 5 728 24,2 2,1 12,0 Weiblich 262 697 46,2 3 188 46,5 27 304 53,6 1,2 10,4 Vollzeit 151 279 57,6 1 512 47,4 12 679 46,4 1,0 8,4 Teilzeit 111 418 42,4 1 676 52,6 14 625 53,6 1,5 13,1 Merkmale SVP-Beschäftigte mit mindestens einer weiteren SVP-Beschäftigung SVP-Beschäftigte mit mindestens einer weiteren geringfügigen Beschäftigung SVP-Beschäftigte SVP-Mehrfachbeschäftigte Anteil SVP- Beschäftigte mit mindestens einer weiteren SVP- Beschäftigung Anteil SVP- Beschäftigte mit mindestens einer zusätzlichen gering- fügigen Beschäf- tigung Pegel Köln – 5/2019 Mehrfachbeschäftigung in Köln – Entwicklung von kombinierten Beschäftigungsformen 2013 bis 2018 Seite 11 Tabelle 5 Struktur der Beschäftigung in Köln 2018 - Berufshauptgruppen Quelle: Bundesagentur für Arbeit – Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem Den höchsten Anteil mit mehreren Beschäftigungsverhältnissen besitzen die Reinigungsberufe: Knapp ein Drittel der dortigen Beschäftigten ist in mehreren Beschäftigungsverhältnissen angestellt (Grafik 7). Aber auch in den Berufshauptgruppen Lebensmittel-und Gastgewerbe (14,8%), Gesundheit sowie Verkehr und Logistik (jeweils 13,5%) und Sicherheit (11,2%) ist Mehrfachbeschäftigung weit verbreitet. Grafik 7 Mehrfachbeschäftigte in Köln nach Berufshauptgruppen 2018 – Anteile an allen Beschäftigten Quelle: Bundesagentur für Arbeit– Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem 4,3 6,6 7,5 8,9 9,0 9,2 9,3 9,6 9,9 11,2 13,5 13,5 14,8 29,4 0 5 10 15 20 25 30 IT- und naturwissenschaftliche Dienstleistungsberufe Fertigungstechnische Berufe Unternehmensbezogene Dienstleistungsberufe Berufe in Unternehmensführung und -organisation Bau- und Ausbauberufe Land-, Forst- und Gartenbauberufe Fertigungsberufe Handelsberufe Soziale und kulturelle Dienstleistungsberufe Sicherheitsberufe Verkehrs- und Logistikberufe Medizinische und nicht-medizinische Gesundheitsberufe Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe Reinigungsberufe Anzahl in % relativer Anteil in % Berufe in Unternehmensführung und -organisation 99 092 17,4 8 802 15,5 8,9 Verkehrs- und Logistikberufe 48 991 8,6 6 603 11,6 13,5 Medizinische und nicht-medizinische Gesundheitsberufe 48 679 8,6 6 581 11,6 13,5 Unternehmensbezogene Dienstleistungsberufe 85 789 15,1 6 461 11,4 7,5 Handelsberufe 53 275 9,4 5 137 9,1 9,6 Soziale und kulturelle Dienstleistungsberufe 48 246 8,5 4 769 8,4 9,9 Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe 30 017 5,3 4 428 7,8 14,8 Reinigungsberufe 13 282 2,3 3 901 6,9 29,4 Fertigungstechnische Berufe 47 756 8,4 3 155 5,6 6,6 Bau- und Ausbauberufe 24 855 4,4 2 241 4,0 9,0 Fertigungsberufe 18 998 3,3 1 771 3,1 9,3 IT- und naturwissenschaftliche Dienstleistungsberufe 32 022 5,6 1 375 2,4 4,3 Sicherheitsberufe 10 083 1,8 1 126 2,0 11,2 Land-, Forst- und Gartenbauberufe 3 581 0,6 328 0,6 9,2 Insgesamt 568 635 100,0 56 712 100,0 10,0 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte MehrfachbeschäftigteBerufshauptgruppe (KldB 2010) Insgesamt in % Pegel Köln – 5/2019 Mehrfachbeschäftigung in Köln – Entwicklung von kombinierten Beschäftigungsformen 2013 bis 2018 Seite 12 Tabelle 6 Haupt- und Nebentätigkeit von Mehrfachbeschäftigten nach Berufshauptgruppen 2018 Quelle: Bundesagentur für Arbeit – Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem Nebentätigkeit oftmals im Tätigkeitsbereich des Hauptberufs Die Strukturen der Nebentätigkeiten werden im Wesentlichen von der Arbeitsmarktdynamik und hier insbesondere von der Nachfrage nach Arbeitskräften beeinflusst. Daher zeigen sich bei den Nebentätigkeiten ebenso Schwerpunkte von Mehrfachbeschäftigung bei den Dienstleistungsberufen. Mehrfachbeschäftigte üben größtenteils eine geringfügige Tätigkeit im Beruf ihrer Haupttätigkeit aus: So sind Arbeitnehmer in den Reinigungsberufen nicht nur oft mehrfachbeschäftigt, sondern sie üben zu zwei Dritteln als Nebentätigkeit den gleichen Beruf aus (Tabelle 6). Auch im Bereich der medizinischen und nicht -medizinischen Gesundheitsberufe ist jeder Zweite bei seiner Nebentätigkeit im gleichen Beruf bes chäftigt. Mehrfachbeschäftigte verdienen niedrigere Bruttoentgelte Der Vergleich der durchschnittlichen Bruttomonatsarbeitsentgelte von ausschließlich sozial - versicherungspflichtig Beschäftigten und sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Nebenjob gibt einen Hinweis darauf, dass die Aufnahme einer Nebentätigkeit vor allem finanzielle Gründe hat. Demnach verdienen sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte mit einer Nebentätigkeit im Median 6 mit 3 035 Euro in ihrer Haupttätigkeit 7 19,5 Prozent weniger als der Durchschnitt der ausschließlich sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 8 mit nur einem Job in Vollzeit am Arbeitsort Köln (Tabelle 7). 6 Ergebnisse zu den Bruttomonatsentgelten liegen klassiert in 100-Euro-Schritten vor. Ein geeignetes Mittel, um die Streuung der Entgelte zu charakterisieren, sind Quantile. Der Median ist das 50%-Quantil, also der Wert, der genau in der Mitte einer Datenverteilung liegt (Zentralwert). Gegenüber dem arithmetischen Mittel hat er vor allem den Vorteil, dass er gegenüber sogenannten Ausreißern unempfindlich ist, also gegenüber Werten, die extrem von anderen Werten abweichen. 7 Die Angaben zu den Bruttomonatsentgelten der Mehrfachbeschäftigten beziehen sich ausschließlich auf die Einkünfte aus der Haupttätigkeit in Vollzeit. Die Nebeneinkünfte sind daher nicht in den Medianen enthalten. 8 Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit stellt ausschließlich die Bruttomonatsentgelte für die Kerngruppe der Vollzeitbeschäftigten zur Verfügung, die ein Marktentgelt erzielen. Sozialversicherungspflichtige Haupttätigkeit Geringfügig entlohnte Nebentätigkeit Anzahl in % M edizinische und nicht-medizinische Gesundheitsberufe 2 777 47,0 Reinigungsberufe 658 1 1 ,1 Berufe in Unternehmensführung und -organisation 602 1 0,2 Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe 598 1 0,1 Handelsberufe 349 5,9 Sonstige Berufe 921 1 5,6 Insgesamt 5 905 1 00,0 Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe 942 20,2 Handelsberufe 927 1 9,9 Reinigungsberufe 874 1 8,8 Berufe in Unternehmensführung und -organisation 61 1 1 3,1 Verkehrs- und Logistikberufe 377 8,1 Sonstige Berufe 928 1 9,9 Insgesamt 4 659 1 00,0 Berufe in Unternehmensführung und -organisation 2 623 33,3 Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe 1 370 1 7,4 Handelsberufe 875 1 1 ,1 Reinigungsberufe 655 8,3 Verkehrs- und Logistikberufe 560 7,1 Sonstige Berufe 1 802 22,9 Insgesamt 7 885 1 00,0 Verkehrs- und Logistikberufe 1 61 5 27,3 Reinigungsberufe 1 51 5 25,6 Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe 753 1 2,7 Handelsberufe 51 7 8,7 Bau- und Ausbauberufe 365 6,2 Sonstige Berufe 1 1 47 1 9,4 Insgesamt 5 91 2 1 00,0 Reinigungsberufe 2 446 67,2 Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe 261 7,2 Verkehrs- und Logistikberufe 1 39 3,8 Handelsberufe 1 30 3,6 Bau- und Ausbauberufe 1 03 2,8 Sonstige Berufe 561 1 5,4 Insgesamt 3 640 1 00,0 M edizinische und nicht-medizinische Gesundheitsberufe Berufe in Unternehmensführung und -organisation Verkehrs- und Logistikberufe Reinigungsberufe Handelsberufe Pegel Köln – 5/2019 Mehrfachbeschäftigung in Köln – Entwicklung von kombinierten Beschäftigungsformen 2013 bis 2018 Seite 13 Tabelle 7 Monatliche Bruttoarbeitsentgelte von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Vollzeit 2018 Quelle: Bundesagentur für Arbeit – Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem Mehrfachbeschäftigte arbeiten insbesondere in Berufen mit niedrigeren Löhnen und Gehältern. Deutlich wird das untern anderem dadurch, dass Beschäftigte mit Nebenjob in allen betrachteten Berufshauptgruppen im Median ein geringeres Arbeitseinkommen erzielen, als ausschließlich sozialversicherungspflicht ig Beschäftigte mit nur einem Job. Hierbei sind überdurchschnittliche Einkommensdifferenzen bei Unternehmensbezogenen Dienstleistungsberufen (-23,4%) und Berufen in Unternehmensführung und -organisation (-21,4%) zu beobachten. Bei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Nebenjob liegen unterdurchschni ttliche Entgeltmediane vor bei Lebensmittel- und Gastgewerbeberufen (2 113 €), Verkehrs- und Logistikberufen (2 674 €), Handelsberufen (2 864 €), Medizinischen und Nicht-Medizinischen Gesundheitsberufen (2 908 €) und Fertigungsberufen (2 961 €) vor. Da für Mehrfachbeschäftigte in Reinigungsberufen und Sicherheitsberufen keine Entgeltwerte ausgewiesen werden9, kann nur vermutet werden, dass hier – ebenso wie bei Berufen im Lebensmittelbereich und im Gastgewerbe - viele Personen mit Niedriglöhnen beschäftigt sind, also weniger als einen monatlichen Bruttolohn von derzeit 2 203 Euro10 zur Verfügung haben. 9 Bei einer zu geringen Anzahl an Beschäftigten ist die Aussagekraft von Entgeltverteilungen eingeschränkt. Gleiches gilt damit auch für Medianentgelte (und andere Verteilungsparameter) sowie die Anzahl an Beschäftigten im unteren Entgeltbereich. Deshalb veröffentlicht die Statistik der BA keine Daten zu Entgeltverteilungen, Medianentgelten (oder anderen Verteilungsparametern) und Beschäftigten im unteren Entgeltbereich in Regionen bzw. bei Merkmalskombinationen mit weniger als 1.000 Beschäftigten. In diesen Fällen ersetzt das Zeichen „X“ den Wert. 10 Die Niedriglohnschwelle liegt derzeit deutschlandweit bei einem monatlichen Bruttolohn von 2 203 Euro. Siehe auch unter: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-jeder-fuenfte-vollzeitbeschaeftigte-arbeitet-fuer- niedriglohn/24964966.html, aufgerufen am 2.9.2019 Insgesamt Entgeltmedian in Euro mit Nebenjob (mehrfach) Entgeltmedian in Euro Differenz im Median in % Berufe in Unternehmensführung und -organisation 68 613 4 155 4 415 3 264 - 21 Verkehrs- und Logistikberufe 36 441 2 787 4 080 2 674 - 4 Unternehmensbezogene Dienstleistungsberufe 59 801 4 556 3 225 3 490 - 23 Medizinische und nicht-medizinische Gesundheitsberufe 26 682 3 257 3 027 2 908 - 11 Fertigungstechnische Berufe 42 214 4 497 2 443 3 830 - 15 Handelsberufe 33 043 3 528 2 276 2 864 - 19 Lebensmittel- und Gast- gewerbeberufe 15 853 2 199 1 979 2 113 - 4 Bau- und Ausbauberufe 20 369 3 322 1 575 3 116 - 6 Soziale und kulturelle Dienstleistungsberufe 23 468 3 822 1 330 3 236 - 15 Fertigungsberufe 15 026 3 213 1 274 2 961 - 8 IT- und naturwissenschaftliche Dienstleistungsberufe 27 579 5 123 920 x x Reinigungsberufe 3 642 2 051 795 x x Sicherheitsberufe 7 207 3 088 677 x x Insgesamt 382 655 3 770 28 229 3 035 - 19,5 Berufshauptgruppe (KldB 2010) Sozialversicherungspflichtig (Volllzeit-)Beschäftigte Pegel Köln – 5/2019 Mehrfachbeschäftigung in Köln – Entwicklung von kombinierten Beschäftigungsformen 2013 bis 2018 Seite 14 Fazit und Ausblick Über 60.000 Menschen hatten am Arbeitsort Köln 2018 zusätzlich zu ihrer Haupttätigkeit noch einen Nebenjob, arbeiteten in zwei Teilzeitjobs oder bestritten ihren Lebensunterhalt mit mehreren Minijobs. Damit befindet sich etwa jede(r) zehnte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mehr oder weniger in ei ner prekären wirtschaftlichen Lage. Mehrfachbeschäftigung nimmt zu: Am Kölner Arbeitsmarkt ist die Mehrfachbeschäftigung seit 2013 um etwa ein Viertel und damit stärker angestiegen als die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung insgesamt (+14 %). Bei der Mehrfachbeschäftigung unterscheiden sich Haupt - und Nebentätigkeiten hinsichtlich Geschlecht, Berufen, Qualifikationsanforderungen und Arbeitszeiten zum Teil deutlich: So sind Frauen sowohl bei der ausschließlich geringfügigen Beschäftigung als auch bei der Mehrfachbeschäftigung stärker vertreten als Männer. Zudem ist mehr als jede zweite Frau im Hauptjob teilzeitbeschäftigt, wohingegen drei Viertel der Männer den Nebenjob neben einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung ausüben. Die meisten Mehrfachbeschäftigten sind in ihrer Haupttätigkeit in Dienstleistungsberufen tätig, wobei sie größtenteils eine r geringfügigen Tätigkeit im Beruf ihrer Haupttätigkeit nachgehen. Die Ausübung einer Nebentätigkeit hat vor allem finanzielle Gründe: Mehrfachbeschäftigte arbeiten vor allem in Berufen mit niedriger Bezahlung. Infolgedessen erzielen Mehrfachbeschäftigte mit ihrer sozialversicherungspflichtigen Vollzeit-Hauptbeschäftigung in allen Berufshauptgruppen ein geringeres Arbeitseinkommen als ausschließlich sozialversicherungspflichtig Vollzeit-Beschäftigte mit nur einem Job. Finanzielle Probleme und die soziale Absicherung als häufigste Motive für die Aufnahme einer Nebentätigkeit zeigen die Probleme auf, mit denen Mehrfachbeschäftigte konfrontie rt sind. Betroffen hiervon sind insbesondere die Minijobber/innen, die aus steuer- und abgabenrechtlichen Gründen diese Beschäftigungsform für einen Nebenjob wählen. 11 Das hat auch negative Auswirkungen wie beispielsweise Lücken in der sozialen Absicherung, geringe Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen sowie erhebliche Defizite bei arbeitsrechtlichen Regelungen. So werden die für Minijobs geltenden Regelungen, zum Beispiel zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie zur Urlaubs- und Feiertagsbezahlung, in der Praxis oftmals nicht eingehalten . 12 Beklagt wird auch die häufige Umgehung vom gesetzlich vorgesehenen Mindestlohn bei Minijobs. 11 WSI-Report 48/2019: Mehrfachbeschäftigungen in Deutschland. Siehe auch unter: https://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_48_2019.pdf, aufgerufen am 18.07.2019 12 IAB Kurzbericht 18/2015. Siehe auch unter: http://doku.iab.de/kurzber/2015/kb1815.pdf, aufgerufen am 18.07.2019 Amt für Stadtentwicklung und Statistik Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln Tel: 02 21 / 21-21882 Fax: 02 21 / 221-21900 oder 28493 E-Mail: statistik@stadt-koeln.de Internet: http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik Die Oberbürgermeisterin Amt für Stadtentwicklung und Statistik Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ISSN 1869-070x (Online) ISSN 1869-0718 (Print)  Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit Quellenangabe 13/15/350/10.19
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    Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/15/153 153/1 Vorlagen-Nummer 04.07.2019 3433/2019 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Wirtschaftsausschuss 10.10.2019 Ausschuss Soziales und Senioren 31.10.2019 Mehrfachbeschäftigung in Köln – Entwicklung von kombinierten Beschäftigungsformen 2013 bis 2018 Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik legt als Mitteilung einen statistischen Bericht zur Meh r- fachbeschäftigung in Köln vor. Der Pegel 5/2019 informiert über Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitneh- mer, die zusätzlich zu einer bestehenden sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung eine weitere geringfügig entlohnte Beschäftigung ausüben. In Köln waren 2018 rund 60. 400 Personen mehrfachbeschäftigt, eine Steigerung um rund 12. 200 Personen oder ein Viertel seit 2013. Damit ist die Mehrfachbeschäftigung doppelt so stark angestie- gen wie die Gesamtbeschäftigung. Etwa jede(r) zehnte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte hat einen Nebenjob. Die größte Gruppe der Mehrfachbeschäftigten (50.900 Personen) kombiniert eine sozialversicherungspflichtige Hauptbe- schäftigung mit einer geringfügig entlohnten Nebenbeschäftigung. Mehrfachbeschäftigte üben größtenteils eine geringfügige Tätigkeit im Beruf ihrer Haupttätigkeit aus. So sind beispielsweise Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmer in Reinigungsberufen im Nebenjob zu zwei Dritteln im gleichen Beruf tätig. Für die Ausübung einer Nebentätigkeit sind vor allem finanzielle Gründe ausschlaggebend. So arbei- ten Mehrfachbeschäftigte überwiegend in niedrig bezahlte n Berufen und erzielen in allen Beruf s- hauptgruppen ein geringeres Arbeitseinkommen als ausschließlich sozialversicherungspflichtig B e- schäftigte. Die Publikation differenziert diese Analysen im Weiteren nach ausgewählten Strukturmerkmalen (Ge- schlecht, Nationalität, Alter und Qualifikation). gez. Greitemann Anlage

Beratungsverlauf

  1. 31.10.2019

    Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren

    TOP 15.5, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
  2. 21.11.2019 zuletzt

    Wirtschaftsausschuss

    TOP 11.1, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen

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