Mandari Insight

3579/2022

Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik – Ranking deutscher Großstädte

Mitteilung Ausschuss 27.10.2022

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Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik - hrsg. von Heinrich-Boll-Stiftung

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Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik - hrsg. von Heinrich-Boll-Stiftung

51173 Zeichen

BAND 63
Vielfaltsstudie Teil 1
Repräsentation von Frauen in der 
Kommunalpolitik
Das Ranking deutscher Großstädte 2022
Von Lars Holtkamp und Elke Wiechmann
Im Auftrag und herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung

REPRÄSENTATION VON FRAUEN IN 
DER KOMMUNALPOLITIK

SCHRIFTEN ZUR DEMOKRATIE
BAND 63
 Vielfaltsstudie Teil 1
Repräsentation von Frauen 
in der Kommunalpolitik
Das Ranking deutscher Großstädte 2022
Von Lars Holtkamp und Elke Wiechmann 
Im Auftrag und herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung

Vielfaltsstudie Teil 1  
Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik  –  Das Ranking deutscher Großstädte 2022 
Band 63 der Schriftenreihe Demokratie 
Von Lars Holtkamp und Elke Wiechmann 
Im Auftrag und herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung
Gestaltung:  feinkost Designnetzwerk, C. Mawrodiew (basierend auf Entwürfen von State Design)  
Druck:  ARNOLD group, Großbeeren 
Titel-Illustration:  Jill Senft, Berlin 
ISBN 978-3-86928-246-6
Die in dieser Publikation vertretenen Positionen sind nicht zwangsläufig die der Stiftung. 
Bestelladresse:  Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin 
T +49 30 28534-0  F +49 30 28534-109  E buchversand@boell.de   W www.boell.de
Diese Publikation wird unter den Bedingungen einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht: 
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Es gelten folgende Bedingungen:  Namensnennung:  Sie müssen den Namen des Autors / Rechteinhabers in  
der von ihm festgelegten Weise nennen (wodurch aber nicht der Eindruck entstehen darf, Sie oder die  
Nutzung des Werkes durch Sie würden entlohnt). Keine kommerzielle Nutzung:  Dieses Werk darf nicht  
für kommerzielle Zwecke verwendet werden. Keine Bearbeitung:  Dieses Werk darf nicht bearbeitet oder  
in anderer Weise verändert werden.
Die Autor/innen 
Prof. Dr. Lars Holtkamp hat den Lehrstuhl für Politik und Verwaltung an der Fern Universität 
Hagen inne. Kontakt: lars.holtkamp@fernuni-hagen.de
Dr. Elke Wiechmann ist Akademische Oberrätin am Lehrstuhl für Politik und Verwaltung an der  
Fern Universität Hagen. Kontakt: elke.wiechmann@fernuni-hagen.de

INHALT
Vorwort 7
Zusammenfassung 9
1 Untersuchungsauftrag und -methodik 11
2 Ergebnisse des Rankings deutscher Großstädte zur Frauenrepräsentation 13
2.1 Ranking deutscher Großstädte im Positionsvergleich 16
2.2 Ranking deutscher Großstädte im Parteienvergleich 1 7
2.3 Ranking deutscher Großstädte im West/Ost-Vergleich 19
3 Entwicklungen der Frauenrepräsentation in deutschen  
 Großstädten von 2008 bis 2022 22
4 Die Bezirke der Stadtstaaten im Vergleich 28
 
Literatur 30

7
Vorwort
VORWORT
«Die Hälfte der Macht für Frauen» ist eine alte Forderung im Kontext der repräsen- 
tativen Demokratie. Sie folgt im Kern einer einfachen Überlegung: Wenn rund die 
Hälfte der Wahlbevölkerung Frauen sind, sollte auch die Hälfte der politischen 
Ämter und Mandate von Frauen wahrgenommen werden. Doch diese Forderung 
ist auch 2022 nicht erfüllt und somit höchst aktuell, wie diese Studie anhand eines 
Rankings der deutschen Großstädte zeigt. 
Zum nunmehr fünften Mal (bis 2017 unter dem Titel «Genderranking deutscher 
Großstädte») legen wir dieses Ranking für die kommunale Ebene vor, um mit ak-  
tuellen Zahlen etwaige Fortschritte und andauernde Defizite zu dokumentieren. 
Die kommunale Ebene ist uns wichtig, weil hier die Bürgerinnen und Bürger im 
Alltag am ehesten mit repräsentativer Politik in Kontakt kommen, sich engagieren 
und am Gemeinwesen teilhaben. 
Dieses Ranking zeigt, inwieweit in den deutschen Großstädten der Anspruch 
auf «die Hälfte der Macht» tatsächlich von Frauen  –  operationalisiert als Personen,  
die sich als Frauen verstehen und als solche gewählt worden sind  –  realisiert  
werden konnte. Als Beleg dient der Anteil von Frauen an Wahlämtern und Schlüs- 
selpositionen in den Kommunalparlamenten und in der Kommunalverwaltung.  
Es zeigt sich dabei eine gewisse Dynamik, die sich auch aus lokalen Entscheidun -
gen ergibt: Einige Städte wie etwa Offenbach oder Mülheim an der Ruhr haben  
sich diesbezüglich  –  auf unterschiedlichen Positionen  –  verbessert, andere Städte 
wie Trier oder Rostock haben sich verschlechtert. 
Insgesamt zeigt sich, dass eine paritätische Besetzung kommunaler Ämter 
und Mandate weiterhin aussteht. Nur gut 37 Prozent der kommunalen Mandate 
in den Großstädten haben Frauen inne. Schlüsselpositionen wie Fraktions- und 
Ausschussvorsitze in den Räten oder Beigeordnete in der Kommunalverwaltung 
werden in maximal einem Drittel der Fälle von Frauen besetzt, und das Amt des  
Oberbürgermeisters bekleiden weiterhin meist Männer.
Doch langfristig zeichnet sich  –  von der Bürgermeisterposition abgesehen  –  ein 
leicht positiver Trend ab. Entscheidend sind dabei die Wahlerfolge von progressi -
ven Parteien, die mit ihren innerparteilichen Quotenregelungen den Zugang von 
Frauen bewusst stärken. Für deutlich mehr Schwung im langen Kampf um die  
gleiche Macht von Frauen können und müssen die bürgerlich-konservativen Par -
teien sorgen, indem auf ihre innerparteilichen Diskussionen tatsächlich politische 
Entscheidungen und letztlich wirkungsvolle Instrumente für eine bessere Reprä -
sentation folgen.
Fragen der Repräsentation sind aktueller denn je. Mit steigender Intensi -
tät wird im Land eine Debatte um die sichtbare Repräsentation verschiedener

8
Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik  Das Ranking deutscher Großstädte 2022
Bevölkerungsgruppen geführt. Im Mittelpunkt steht dabei die fehlende Sichtbar-  
keit der gesellschaftlichen Vielfalt in der Politik bezüglich des Geschlechts, der 
Migrationsgeschichte, der sozialen Herkunft oder des Alters. Der Anspruch auf de- 
skriptive Repräsentation, auf Vertretung bestimmter Gruppen durch Angehörige  
dieser Gruppen selbst, wird von diesen deutlich artikuliert und in der Gesell-  
schaft breit diskutiert. 
Daher werden derzeit Analysen zu weiteren Dimensionen von Vielfalt in der 
repräsentativen Politik ausgearbeitet. Sie schreiben diese Studie in den kommen -
den Monaten fort, sodass wir eine umfassende Debatte über eine gute Repräsen-  
tation in der Politik führen können. Denn gerade für die Legitimation der Politik 
ist es wichtig, dass alle gleiche Chancen auf eine aktive Vertretung in den reprä-  
sentativ-demokratischen Gremien und Organen haben. 
Wir wünschen eine erkenntnisreiche und anregende Lektüre über «die Hälfte 
der Macht», wozu dieses Ranking entsprechende Daten und Fakten liefert. Da-  
für danken wir insbesondere Prof. Dr. Lars Holtkamp und Dr. Elke Wiechmann  
von der FernUniversität Hagen, die diese Teilstudie erarbeitet haben und so die 
Grundlage für angeregte Debatten liefern. 
Berlin, im September 2022
Dr. Sebastian Bukow Sabine Drewes
Leiter Bereich Inland Referentin für Kommunalpolitik und Stadtentwicklung
Heinrich-Böll-Stiftung  Heinrich-Böll-Stiftung

9
Zusammenfassung
ZUSAMMENFASSUNG
Im fünften Ranking zur Frauenrepräsentation in der Kommunalpolitik ist ein neue 
Stadt Siegerin geworden, die bisher kaum jemand auf dem Plan hatte. Es ist die Stadt 
Offenbach im Einzugsgebiet der Bankenmetropole Frankfurt, die zuvor immer gut 
bei den Rankings abgeschnitten hatte. Die Spitzenposition Offenbachs ergibt sich 
aus einer Kombination guter Werte in fast allen Bereichen, wobei 44,4 Prozent der 
Fraktionsvorsitze, 50 Prozent der Beigeordnetenposten sowie 50 Prozent der Aus -
schussvorsitze an Frauen vergeben sind. Bei den Ratsmitgliedern stellen die Grü -
nen mit 61,5 Prozent Frauenanteil deutlich mehr weibliche Ratsmitglieder als alle 
anderen Fraktionen. Insgesamt ist die CDU bei der hessischen Kommunalwahl 
2021 so stark geschrumpft, dass sie in Offenbach genau wie die Grünen 13 Rats -
mandate stellt. 
Unter grüner weiblicher Führung erreicht Aachen, hinter Göttingen, immerhin 
den dritten Platz. Am Ende des Rankings finden sich überwiegend die «üblichen 
Verdächtigen» aus Nordrhein-Westfalen (NRW). Auch die Stadt Hagen als Sitz der 
Fern Universität rangiert erneut unter den letzten Plätzen (neben Neuss, Siegen  
und Bottrop)  –  also alles in allem nichts Neues im Westen.
Das fast nur noch in Nordrhein-Westfalen bestehende personalisierte Ver -
hältniswahlrecht verhindert den Anstieg der Frauenanteile vor allem durch die 
meist männlichen Direktmandate, sodass auch in diesem Bundesland die Einfüh -
rung von Kumulieren und Panaschieren eine sinnvolle Reformoption wäre. Denn  
Kumulieren und Panaschieren erweisen sich als Gewinn für die Frauenrepräsen-  
tanz.1 Schlusslicht des Rankings 2022 ist erneut die Stadt Salzgitter  –  die Verliererin 
beim Genderranking 2008 und 2010 mit einer persistenten Unterrepräsentanz von 
Frauen.
Vor 14 Jahren (2008) haben wir im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung das erste 
Genderranking deutscher Großstädte durchgeführt; nun legen wir bereits das 
fünfte Ranking vor. Diese Gelegenheit nutzen wir für einen Zeitvergleich. Seit-  
her wird tatsächlich ein leicht positiver Trend erkennbar. Nur beim Oberbürger -
meisteramt hat sich die traditionell schon starke Unterrepräsentanz im Vergleich zu 
2008 noch weiter verschärft (2008: 17,7 Prozent; 2022: 11,7 Prozent) 2. Während die  
Parteien mit verbindlicher Quote (Grüne, Linke und SPD) die Zeit genutzt haben, 
1 Vgl. Inglehart/Norris/Welzel (2002); Kaiser/Hennl (2008); Skorge (2021); Holtkamp/Wiech-
mann (2022).
2 Bei unserem vierten Genderranking Deutscher Großstädte im Jahr 2017 lag der Frauenan-
teil mit 8,2 Prozent beim Oberbürgermeisteramt allerdings noch einmal niedriger. Dennoch  
wird deutlich, dass es keine Anzeichen für eine kontinuierliche Steigerung gibt (vgl. Holtkamp/
Wiechmann/Buß 2017).

10
Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik  Das Ranking deutscher Großstädte 2022
nicht nur den Frauenanteil im Rat, sondern auch in anderen politischen Führungs -
positionen zu erhöhen (Ausnahme SPD beim OB 3), sind bei den liberal-konservati -
ven Parteien gravierende Verschlechterungen im Führungsbereich zu konstatieren. 
Insbesondere die weiblichen Ausschussvorsitze sind bei CDU und FDP von einem 
niedrigen Ausgangsniveau aus um gut acht und zehn Prozentpunkte gesunken, 
und die starke Unterrepräsentanz von Frauen bei den Frak  tionsvorsitzen wurden 
über die Jahre weitgehend fortgeschrieben bzw. bei der FDP nochmals gesenkt. 
Diese Entfeminisierung der FDP spiegelt sich auch an der Parteibasis wider. 
Bei der CDU und CSU 4 sind Oberbürgermeisterinnen schließlich eine abso -
lute Ausnahme. Damit tragen die konservativen Parteien maßgeblich zur starken 
Unterrepräsentanz von Frauen im Oberbürgermeisteramt bei. Allerdings gilt dies 
auch für die SPD, die 2022 hinsichtlich des Frauenanteils sogar noch leicht hin -
ter der CDU/CSU liegt. Alle drei Parteien stellen nur sehr wenige Kandidatinnen 
gerade in den Großstädten auf. 
Nur die Grünen haben heute annähernd die Parität in allen Bereichen erreicht, 
bei kleineren Schwächen in Ostdeutschland, die hier aber für alle Quotenparteien 
(insbesondere für die SPD) gelten. Selbst mit ihren fünf OBs erreichen sie immer-  
hin einen Frauenanteil von 40 Prozent. Ohne die Grünen wäre der Frauenanteil  
bei den OBs noch stärker zurückgegangen.
3 Im Folgenden verwenden wir für Oberbürgermeister und Oberbürgermeisterinnen die Ab-  
kürzung «OB».
4 Die CSU haben wir im vorliegenden Ranking erstmals gesondert aufgenommen. Im Folgen-
den wird die Partei vor allem dann genauer in den Fokus gerückt, wenn sie von der Datenlage 
der CDU deutlich abweicht. Andernfalls fassen wir die Daten beider Parteien im Verständnis 
von «Union» zusammen. Ein Vergleich zum Genderranking deutscher Großstädte 2008 kann  
für die CSU nicht erfolgen.

11
1 Untersuchungsauftrag und -methodik
1 Untersuchungsauftrag  
 und -methodik
Von allen 77 untersuchten Großstädten 5 und den drei Stadtstaaten in Deutsch -
land wurden die Zahlen von Frauen in den Räten und in kommunalen Führungs -
positionen erhoben. 6 Hierfür haben wir eine systematische Auswertung aller 
großstädtischen Internetseiten (insbesondere durch Abfragen in den Ratsinfor -
mationssystemen der Kommunen) vorgenommen, die durch gezielte telefonische 
Abfragen in diversen Städten ergänzt wurde. Wir möchten uns an dieser Stelle 
ausdrücklich für die Kooperationsbereitschaft der Städte bedanken. Mit unserer 
Erhebung gibt es nun zum fünften Mal für die deutschen Großstädte einen nahezu 
vollständigen Überblick über die Repräsentanz von Frauen in wichtigen politischen 
Schlüsselpositionen, während Bundes- und Landesregierungen immer noch auf 
einheitliche Statistiken in diesem für die Gleichstellung hoch relevanten Bereich 
weitgehend verzichten.
In den vorangegangenen Untersuchungen lief die Analyse unter dem Titel 
Genderranking deutscher Großstädte . Im Laufe der Untersuchung hat sich heraus -
kristallisiert, dass eine statistisch stichhaltige Unterscheidung der Geschlechter 
aktuell nur im binären System (also die Unterscheidung zwischen den Kategorien 
Mann und Frau) möglich ist. Zwar waren wir bemüht, auch solche Ratsmitglie -
der ausfindig zu machen, die sich jenseits der binären Geschlechterlogik veror -
ten, etwa als nicht-binär oder trans. Allerdings sind wir hier nur eher zufällig auf 
zwei Ratsmitglieder gestoßen, die sich selbst geoutet haben: ein trans Ratsherr 
sowie ein nicht-binäres Ratsmitglied. Ersterer wurde entsprechend als männ-  
liches Ratsmitglied in die Erhebung aufgenommen, das andere Ratsmitglied als 
«divers» bezeichnet. Damit dürften wir die Kategorie der nicht-binären und trans 
Ratsmitglieder wahrscheinlich untererfasst haben, wobei derzeit die Geschlechts-  
identität von Ratsmitgliedern durch die Universität Duisburg-Essen im Auftrag  
der Heinrich-Böll-Stiftung in einer Großstadt-Befragung erhoben wird und erst  
nach Veröffentlichung dieser Ergebnisse genauere Aussagen zu nicht-binären  
Ratsmitgliedern möglich sein werden. Das Ranking wurde somit in Frauenreprä -
sentation in der Kommunalpolitik  umbenannt.
Aus den erhobenen Frauenanteilen in den einzelnen politischen Positionen der 
Großstädte lässt sich ein Genderindex bilden, der auch die Grundlage für unser 
5 Als Großstädte gelten in Deutschland Städte mit 100.000 und mehr Einwohnerinnen und 
Einwohnern.
6 Der Erhebungszeitraum erstreckte sich über die Monate Nov. 2021 bis Jan. 2022.

12
Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik  Das Ranking deutscher Großstädte 2022
fünftes deutsches Großstädte-Ranking ist, das detaillierte Angaben über die Re-  
präsentation von Frauen im Städtevergleich präsentiert. Folgende politische Posi-  
tionen gingen als Indikatoren in den «Genderindex» ein: Ratsmandate, Aus-  
schuss- und Fraktionsvorsitze, Beigeordnete 7 und das OB-Amt. Für die ersten 
vier Positionen wurden die Gemeinden jeweils gesondert gerankt und in Quartile 
eingeteilt. Entsprechend der Quartilszugehörigkeit der Städte bei den einzelnen  
Positionen wurde der Wert 4, 3, 2 oder 1 zugewiesen. Großstädte, die sich unter  
den ersten 20 Städten mit der höchsten Frauenrepräsentanz befinden, beispiels-  
weise bei den Ratsmandaten, bekommen für diese Position den Wert 4 zugewiesen. 
Für die OB-Position als Variable mit nur zwei möglichen Ausprägungen wurden 
dagegen bei männlicher Besetzung der Wert 1 und bei weiblicher Amtsausübung 
der Wert 2 vergeben. Diese Werte für die betrachteten fünf Positionen wurden zum 
Gleichstellungsindex addiert. Hatten mehrere Kommunen dieselbe Punktzahl auf  
dem Index, so war der weibliche Ratsanteil entscheidend für die endgültige 
Platzierung.
7 Beigeordnete sind kommunale Wahlbeamt/innen, die die jeweiligen Geschäftsbereiche bzw. 
Fachämter der kommunalen Verwaltung leiten. Die Bezeichnungen unterscheiden sich in den 
Bundesländern (z.B. Dezernentin, Referent etc.).

13
2 Ergebnisse des Rankings deutscher Großstädte zur Frauenrepräsentation
2 Ergebnisse des Rankings  
 deutscher Großstädte  
 zur Frauenrepräsentation
Das fünfte Ranking deutscher Großstädte 8 bringt erneut eine andere Kommune als 
Spitzenreiterin der Frauenrepräsentation hervor: Offenbach am Main. Allerdings 
erreichen Göttingen und Aachen einen ebenso hohen Indexwert, weshalb für die 
Reihung der jeweilige Frauenanteil im Rat entscheidend war. Hier liegt Offenbach 
mit 45,6 Prozent unter diesen drei Städten vorne.
Offenbachs Spitzenposition ergibt sich aus einer Kombination guter Werte in 
fast allen Bereichen, wobei 44,4 Prozent der Fraktionsvorsitze, 50 Prozent der Beige -
ordnetenposten sowie 50 Prozent der Ausschussvorsitze an Frauen vergeben sind. 
Bei den Ratsmitgliedern stellen die Grünen mit 61,5 Prozent Frauenanteil prozen -
tual deutlich mehr weibliche Ratsmitglieder als alle anderen Fraktionen, und sie 
liegen mit diesem Wert sogar noch einmal klar über der selbstgesteckten 50-Pro -
zent-Quote sowie dem deutschlandweiten Durchschnitt der Grünen (siehe Kapi -
tel 2.3). Aber auch die anderen größeren Parteien stellen anteilig erkennbar mehr 
weibliche Ratsmitglieder als im jeweiligen Bundesschnitt. Selbst die CDU über -
springt in Offenbach die 40-Prozent-Marke (46,2 Prozent Frauen). Offenbachs hoher 
Frauenanteil bei den Ratsmitgliedern speist sich also aus allen größeren Parteien.
Die drei Schlusslichter beim Frauenanteil unter den Ratsmitgliedern sind Mag -
deburg (26,4 Prozent; Platz 54 im Gesamtranking), Salzgitter (26,1 Prozent; Platz 
77 im Gesamtranking) und Ingolstadt (24,5 Prozent; Platz 55 im Gesamtranking). 
Salzgitter nimmt Mülheim an der Ruhr im fünften Ranking mit einem Indexwert 
von 5 die rote Laterne ab und liegt hinter Bottrop, Siegen und Neuss auf dem letzten 
Platz. Alle drei dieser NRW-Städte verzeichnen einen Abstieg im Ranking im Ver -
gleich zu 2017. So lagen Bottrop (38. Platz), Siegen (51. Platz) und Neuss (63. Platz) 
damals noch (deutlich) weiter vorne.
Mülheim an der Ruhr, 2017 letztplatziert, verbessert sich auf Platz 37 und weist 
in allen Kategorien – außer beim OB-Amt – bessere Indexwerte als noch 2017 auf. 
Auch Magdeburg (2017: Platz 72; 2022: Platz 54), Karlsruhe (2017: Platz 70; 2022: 
Platz 31) und Recklinghausen (2017: Platz 70; 2022: Platz 56) verbessern sich, die 
sächsische Großstadt Chemnitz verbleibt nach wie vor auf Rang 69.
8 Im hier vorgelegten 5. Ranking deutscher Großstädte 2022 werden wir Vergleiche zu den bis -
lang durchgeführten Genderrankings deutscher Großstädte von 2008 und 2017 vornehmen 
(vgl. Holtkamp/Wiechmann/Schnittke 2009; Holtkamp/Wiechmann/Buß 2017).

14
Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik  Das Ranking deutscher Großstädte 2022
Tabelle 1:  Fünftes Ranking deutscher Großstädte in Bezug auf Frauenrepräsentation 2022
Rang Stadt Frauen- 
anteil  
im Rat
Rat Fraktions- 
vorsitz
Aus- 
schuss- 
vorsitz
OB Beige- 
ordnete
Index Veränd.  
zu  
2017
1 Offenbach 45,59% 4 4 4 1 4 17  +21
2 Göttingen 43,90% 4 3 4 2 4 17  +7
3 Aachen 42,59% 4 3 4 2 4 17  +13
4 Potsdam 42,59% 4 4 3 1 4 16  +41
5 Kassel 50,70% 4 3 4 1 3 15  +30
6 Oldenburg 48,00% 4 3 3 1 4 15  −2
7 Frankfurt a. M. 46,74% 4 2 4 1 4 15  −4
8 Mainz 46,67% 4 2 4 1 4 15  +26
9 München 43,59% 4 2 4 1 4 15  −2
10 Kiel 42,11% 3 4 3 1 4 15  +9
11 Kaiserslautern 41,82% 3 4 3 1 4 15  −*
12 Bonn 37,10% 2 4 3 2 4 15  +16
13 Erlangen 46,00% 4 4 3 1 2 14  −12
14 Nürnberg 45,59% 4 1 4 1 4 14  +16
15 Köln 41,86% 3 4 3 2 2 14  +2
16 Regensburg 40,00% 3 3 4 2 2 14  +27
17 Ludwigshafen 36,67% 2 2 4 2 4 14  +31
18 Darmstadt 46,15% 4 3 3 1 2 13  −6
19 Stuttgart 42,37% 4 4 1 1 3 13  +2
20 Augsburg 39,66% 3 3 4 2 1 13  +19
21 Freiburg im Br. 39,58% 3 4 3 1 2 13  +4
22 Mönchengladbach 33,33% 2 4 4 1 2 13  +34
23 Würzburg 45,83% 4 2 2 1 3 12  +8
24 Mannheim 43,75% 4 4 1 1 2 12  +38
25 Gütersloh 42,11% 3 4 1 1 3 12  −*
26 Heidelberg 41,67% 3 4 2 1 2 12  +28
27 Osnabrück 38,00% 3 2 4 2 1 12  +5
28 Reutlingen 35,00% 2 3 3 1 3 12  +5
29 Dortmund 34,48% 2 2 4 1 3 12  −16
30 Pforzheim 30,00% 1 4 3 1 3 12  −12
31 Karlsruhe 43,75% 4 2 1 1 3 11  +39
32 Leverkusen 38,46% 3 4 1 1 2 11  +21
33 Dresden 37,14% 3 2 1 1 4 11  +4
34 Düsseldorf 36,78% 2 4 1 1 3 11  −14
35 Rostock 35,29% 2 4 3 1 1 11  −12
36 Bochum 34,12% 2 3 2 1 3 11  +11
37 Mülheim a. d. R. 34,00% 2 3 3 1 2 11  +36

15
2 Ergebnisse des Rankings deutscher Großstädte zur Frauenrepräsentation
38 Heilbronn 32,50% 1 2 4 1 3 11  +29
39 Hannover 31,25% 1 1 4 1 4 11  −10
40 Koblenz 30,91% 1 3 2 1 4 11  −35
41 Ulm 47,50% 4 1 1 1 3 10  −33
42 Fürth 43,75% 4 1 1 1 3 10  ±0
43 Wiesbaden 41,98% 3 4 1 1 1 10  −29
44 Braunschweig 40,74% 3 2 2 1 2 10  −20
45 Trier 38,18% 3 1 3 1 2 10  −43
46 Wolfsburg 36,36% 2 1 3 1 3 10  −35
47 Krefeld 35,71% 2 1 3 1 3 10  −21
48 Oberhausen 34,48% 2 4 2 1 1 10  −42
49 Leipzig 32,86% 2 1 4 1 2 10  −13
50 Hildesheim 32,61% 1 1 4 1 3 10  −*
51 Halle (Saale) 32,14% 1 2 2 1 4 10  −10
52 Gelsenkirchen 26,92% 1 2 2 2 3 10  +14
53 Lübeck 26,53% 1 3 1 1 4 10  +8
54 Magdeburg 26,42% 1 3 1 1 4 10  +18
55 Ingolstadt 24,49% 1 1 4 1 3 10  −3
56 Recklinghausen 41,07% 3 3 1 1 1 9  +14
57 Münster 40,00% 3 1 1 1 3 9  −11
58 Jena 39,13% 3 2 2 1 1 9  −14
59 Bielefeld 38,46% 3 2 2 1 1 9  −19
60 Saarbrücken 36,51% 2 1 2 1 3 9  −33
61 Herne 35,48% 2 2 3 1 1 9  −4
62 Wuppertal 35,06% 2 3 2 1 1 9  −12
63 Duisburg 34,34% 2 1 2 1 3 9  −48
64 Remscheid 33,93% 2 2 2 1 2 9  −5
65 Moers 31,48% 1 3 3 1 1 9  −55
66 Hamm 40,00% 3 1 2 1 1 8  −6
67 Essen 34,94% 2 1 3 1 1 8  −12
68 Berg. Gladbach 33,33% 2 2 2 1 1 8  −4
69 Chemnitz 28,33% 1 3 1 1 2 8  ±0
70 Solingen 26,53% 1 3 1 1 2 8  −12
71 Erfurt 32,65% 1 3 1 1 1 7  −6
72 Paderborn 30,36% 1 1 2 1 2 7  −23
73 Hagen 29,41% 1 2 1 1 2 7  −5
74 Neuss 31,03% 1 1 2 1 1 6  −11
75 Siegen 30,99% 1 1 2 1 1 6  −24
76 Bottrop 28,57% 1 2 1 1 1 6  −38
77 Salzgitter 26,09% 1 1 1 1 1 5  −*
*Neu im Ranking Quelle:  Eigene Erhebung 2022.

16
Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik  Das Ranking deutscher Großstädte 2022
Hagen, Standort der Fern Universität, ist im fünften Ranking noch einmal zurück-  
gefallen und liegt nun an 73. Stelle, nach Platz 68 im vierten Ranking. Dies erklärt 
sich vor allem dadurch, dass nach der Kommunalwahl 2020 anteilig weniger Aus -
schussvorsitze an Frauen gingen, als noch im vierten Ranking 2017 erhoben wurden.  
Insgesamt schneidet auch diesmal NRW besonders schlecht ab, mit Ausnahme der 
Universitätsstädte und grünen Hochburgen Aachen und Bonn. Das liegt vorrangig 
am Kommunalwahlrecht in NRW. Die personalisierte Verhältniswahl in NRW führt 
dazu, dass insbesondere bei den Direktmandaten die Quote kaum anwendbar ist 
und sich in den Wahlkreisen meist männliche Kandidaten durchsetzen.
2.1 Ranking deutscher Großstädte im Positionsvergleich
Auch im Jahr 2022 sind Frauen nicht entsprechend ihrem Bevölkerungsanteil 
ausreichend vertreten. Der Anstieg des Anteils weiblicher Ratsmitglieder von 
34  Prozent auf 37,3 Prozent seit 2017 fällt zwar größer aus (auch durch das bes -
sere Abschneiden der Grünen) als die Zunahme zwischen den Erhebungen der  
bisherigen Rankings, aber der Weg zur Parität in den Räten ist noch weit. Von einer 
gerechten und angemessenen Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik 
kann nach diesen Zahlen bis heute keine Rede sein.
Verglichen mit dem Ranking 2017 haben sich die Frauenanteile in den weite -
ren kommunalen Führungspositionen zwar durchweg erhöht, teils auch recht deut -
lich, doch bleibt die Unterrepräsentanz nach wie vor auf hohem Niveau bestehen. 
Das gilt insbesondere, wenn man sich die Zahl weiblicher OBs anschaut, die zwar 
im Anteilswert in den vergangenen fünf Jahren um 3,4 Prozent auf 11,6 Prozent 
gestiegen ist, mit 8 von 77 weiblich besetzten Posten aber weiterhin eine ekla -
tante Diskrepanz zwischen Männern und Frauen zeigt. Der Zugang von Frauen zu 
kommunalen Spitzenämtern ist augenscheinlich weiterhin erschwert und oftmals 
sicherlich auch regelrecht versperrt. Also gilt immer noch, wie beim ersten Ran -
king: Je mächtiger die Position ist, desto weniger Frauen sind vertreten.
Mit einem minimalen Plus von 1 Prozent im Anteilswert gegenüber 2017 setzt 
sich der bereits beobachtete Trend einer Steigerung der Repräsentation von Frauen 
unter den Beigeordneten weiter fort. Allerdings stellen Frauen auch heute noch 
weniger als ein Drittel aller Beigeordneten in deutschen Großstädten, und es fin -
den sich immer noch Städte, in denen es gar keine weiblichen Beigeordneten gibt. 
Von den 14 Großstädten ohne weibliche Beigeordnete liegen 9 in Nordrhein-West-  
falen. NRW macht damit 64,3 Prozent der Großstädte ohne weibliche Beigeordnete 
aus, während die 30 NRW-Großstädte unter allen Großstädten Deutschlands nur 
39 Prozent ausmachen. Hierin spiegelt sich die wahlrechtsbedingt starke Frauen -
unterrepräsentanz in den Stadträten von NRW, die die Beigeordneten zu wählen 
haben. Das schlechte Abschneiden der NRW-Städte in unserm Ranking ist also 
vor allem auf die niedrigen Frauenanteile im Stadtrat und bei den Beigeordneten 
zurückzuführen.

17
2 Ergebnisse des Rankings deutscher Großstädte zur Frauenrepräsentation  –  Ranking deutscher Großstädte im Parteienvergleich
Abb. 1:  Frauenanteil in kommunalen Führungspositionen
[in %]
40
35
25
15
5
30
20
10
0
Quelle:  Eigene Erhebung und Darstellung (2022).
Ratsmitglieder
OBs
Fraktionsvorsitzende
Beigeordnete
Ausschussvorsitzende
37,3
31,5 30,1
25,7
11,7
2.2 Ranking deutscher Großstädte im Parteienvergleich
Bündnis 90/Grüne halten bei der Frauenrepräsentation in den Kommunen auch 
2022 ihre Spitzenposition. Sowohl bei den Ratsmitgliedern (51,6 Prozent Frauen) als 
auch bei den Fraktionsvorsitzenden (50,5 Prozent Frauen) wird die selbstgesetzte 
50-Prozent-Quote übererfüllt, und seit dem vierten Ranking (2017) ist der Anteil 
weiblicher Ratsmitglieder bei den Grünen noch einmal um rund 1,6 Prozent an-  
gestiegen. Unter den Fraktionsvorsitzenden ist der Anteil zwar von 54,2 Prozent 
leicht zurückgegangen, doch steht die Partei hinsichtlich der Repräsentation von 
Frauen in diesen kommunalpolitischen Mandaten und Funktionen weiter un-  
angefochten vorne.
Mit Zuwächsen erfüllt die SPD (40,1 Prozent) ebenfalls ihre Quote von 40 Pro -
zent, zumindest für die Ratsmitglieder. Die Linke bleibt mit 49 Prozent nur knapp 
unter der 50-Prozent-Marke. Bei den Fraktionsvorsitzenden sind Zuwächse zu 
verzeichnen, sodass die SPD  –  nach 20,5 Prozent weiblichen Fraktionsführungen 
in 2017  –  nun auf 27,5 Prozent weibliche Vorsitzende kommt, während die Linke 
ihren Frauenanteil an den Fraktionsführungen von über 11 Prozent auf circa 35,4 
Prozent deutlich steigert.

18
Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik  Das Ranking deutscher Großstädte 2022
Abb. 2:  Frauenanteil an Ratsmitgliedern nach Parteien
[in %]
50
30
10
60
40
20
0
Quelle:  Eigene Erhebung und Darstellung (2022).
Sonstige
GrüneLinkeCSUSPDCDUFDPAfD
13,2
29,1 30,7
40,1 42,2
49,0 51,6
28,6
Leichte Anstiege der Anteile weiblicher Ratsmitglieder zeigen sich auch bei den 
anderen Parteien, mit einem Plus von etwas weniger als 2 Prozentpunkten bei der 
CDU (auf 30,7 Prozent) sowie 2,7 Prozentpunkte bei der FDP (auf 29,1 Prozent).  
Auch die Repräsentation von Frauen unter den Fraktionsvorsitzen ist in beiden  
Parteien gewachsen, erreicht jedoch mit 15,7 Prozent (CDU) und 17,7 Prozent (FDP) 
weiterhin nur eher geringe Steigerungen. Sie liegen noch einmal deutlich stärker 
unter dem Durchschnitt aller Parteien und den Werten von Bündnis 90/Grüne,  
Linken und SPD, als es bei den Anteilen weiblicher Ratsmitglieder der Fall ist.
Bei einer gruppierten Betrachtung der Parteien nach politischer Ausrichtung 
erreichen bzw. übertreffen die eher linksorientierten Parteien (Die Linke, Bünd-  
nis  90/Grüne, SPD) also nicht nur ihre eigenen Quoten, sondern sie liegen teils 
auch sehr deutlich über dem erhobenen durchschnittlichen Frauenanteil unter 
den Ratsmitgliedern insgesamt. Dies gilt  –  sicherlich überraschend  –  auch für 
die CSU mit 42,2 Prozent weiblichen Ratsmitgliedern. Das könnte an dem starken  
Parteienwettbewerb in bayerischen Großstädten liegen, in der die CSU von der  
SPD stark unter Druck gesetzt wird, die in bayerischen Großstädten durchweg eine 
50-Prozent-Quote anwendet. Die beiden anderen liberal-konservativen Parteien, 
CDU und FDP, liegen im weiblichen Ratsanteil hingegen weit darunter, wenn-  
gleich sich die Prozentwerte auch bei diesen leicht erhöht haben. Auch die  
Fraktionsvorsitze sind bei den linkeren Parteien deutlich stärker in weiblicher 
Hand als bei der Union oder der FDP.
Die AfD stellt mit 13,2 Prozent  –  wie auch 2017  –  die mit Abstand wenigsten 
weiblichen Ratsmitglieder und verzeichnet nur einen geringen Anstieg von etwas 
mehr als einem Prozentpunkt. Bei den Fraktionsvorsitzenden weist die AfD mit 
11,5 Prozent den zweitgeringsten Anteil an Frauen auf, wobei dort der Zuwachs 
mit knapp 7 Prozentpunkten relativ groß ist und die Unterschiede zur CDU und

19
2 Ergebnisse des Rankings deutscher Großstädte zur Frauenrepräsentation  –  Ranking deutscher Großstädte im West/Ost-Vergleich
FDP relativ klein sind. Allein die CSU stellt keine einzige Verantwortungsträgerin  
in der Fraktionsspitze. Die 2017 noch nicht erhobenen «Sonstigen» liegen bei  
knapp über einem Viertel weiblicher Ratsmitglieder und etwa einem Fünftel  
weiblicher Fraktionsvorsitzenden.
Abb. 3:  Frauenanteil an Fraktionsvorsitzenden nach Parteien
[in %]
50
30
10
60
40
20
0
Quelle:  Eigene Erhebung und Darstellung (2022).
Sonstige
GrüneLinkeSPDFDPCDUAfDCSU
11,5
15,7 17, 7
27,5
35,4
50,5
20,5
0,0
2.3 Ranking deutscher Großstädte im West/Ost-Vergleich
Auch im vergangenen Genderranking (2017) konnte in den Erhebungen festgestellt 
werden, dass Frauen in den Kommunalparlamenten im Osten Deutschlands stär -
ker unterrepräsentiert sind als in Westdeutschland. Ein gängiger Erklärungsansatz 
dafür betrifft das Nominierungsverhalten der Parteien und nimmt vor allem die 
Kandidaturen unter den liberal-konservativen Parteien CDU und FDP sowie der 
AfD in den Blick, die allgemein weniger Frauen nominieren.
Die Ergebnisse des Politikerinnenrankings 2022 verdeutlichen jedoch, dass 
sich die Verhältnisse zwischen den Parteien in West und Ost angenähert haben. 
Allerdings geht diese Entwicklung nicht auf eine durchweg verbesserte Frauenre -
präsentation in den neuen und alten Bundesländern und nicht über alle Parteien 
hinweg zurück.
Besonders interessant ist das Beispiel der CDU, die mit 31,7 Prozent Frauen in 
Ostdeutschland nicht nur wesentlich mehr weibliche Ratsmitglieder stellt als noch 
2017 (18,4 Prozent), sondern auch den eigenen Anteil in Westdeutschland, der seit 
2017 kaum gestiegen ist, nun sogar übertrifft (30,6 Prozent). Zusammengenommen 
mit der CSU ist der Frauenanteil an den Ratsmitgliedern der Unionsparteien im 
Westen nur knapp höher. Signifikante Steigerungen des Frauenanteils in Räten in 
Ostdeutschland zeigt auch die FDP mit einem Anstieg von etwa 11 Prozentpunk -
ten auf knapp unter einem Viertel weiblicher Ratsmitglieder, wobei der Anteil von

20
Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik  Das Ranking deutscher Großstädte 2022
Frauen im Rat in Westdeutschland zeitgleich um etwa 3,5 Prozentpunkte gesunken 
ist. Bei der AfD hat sich der Frauenanteil auf 9,8 Prozent erhöht, ist in Westdeutsch -
land aber zeitgleich von einem Viertel auf nur noch 14 Prozent gesunken.
Abb. 4:  Frauenanteil in Räten nach Parteien im Ost/West-Vergleich
[in %]
503010 6040200
Quelle:  Eigene Erhebung und Darstellung (2022).
Sonstige
Gesamt
B'90/Grüne
Linke
SPD
FDP
CDU/CSU
AfD
West Ost
51,8
47,1
40,7
35,2
31,0
14,2
9,8
28,1
26,7
24,1
31,7
30,5
46,8
50,0
32,0
29,4
Bündnis 90/Die Grünen erfüllen in geographischer Aufteilung ihre paritätische  
Quote nur in Westdeutschland (51,8 Prozent), während die Partei in den ost-  
deutschen Großstädten mit 46,8 Prozent mit leichtem Abstand darunterliegt.  
Im Osten ist bei der Linken die Frauenrepräsentation daher sogar leicht höher 
(47,1 Prozent) als bei den Grünen. Im Westen erreicht die Linke sogar die pari-  
tätische Besetzung von Ratsmandaten. Bei den Grünen hat sich die Differenz  
zwischen West und Ost hingegen etwas vergrößert, denn in Westdeutschland  
nahm der Frauenanteil um knapp 0,6 Prozentpunkte zu, während er im Osten  
um etwa 2,4 Prozentpunkte zurückging.
Die «Sonstigen» liegen mit 28,1 Prozent Frauen (West) zu 26,7 Prozent Frauen 
(Ost) eng beieinander, aber in ganz Deutschland ebenso unter dem Durchschnitt 
wie CDU/CSU, FDP und AfD. Die SPD unterbietet den Gesamtdurchschnitt allein 
in Ostdeutschland mit 30,5 Prozent und verfehlt damit deutlich ihre Quote von 
40  Prozent. In Westdeutschland wird die Quote mit 40,7 Prozent knapp erreicht 
und der Durchschnitt aller Parteien damit übertroffen.
Insgesamt wird deutlich, dass sich die eher linken Parteien in Ostdeutschland 
schwertun, ihre Quoten zu erreichen. Das dürfte wohl überwiegend an anderen 
Nominierungsmustern in den Parteien liegen, während die Wählerschaft Frauen

21
2 Ergebnisse des Rankings deutscher Großstädte zur Frauenrepräsentation  –  Ranking deutscher Großstädte im West/Ost-Vergleich
weder in Ostdeutschland noch in Westdeutschland diskriminiert. Da in Groß-  
städten grundsätzlich genügend Frauen bei aktiver Ansprache zur Verfügung  
stünden, um eine paritätische Repräsentanz zu erreichen, scheinen sich in Ost -
deutschland stärker Old-Boys-Netzwerke durchzusetzen.

22
Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik  Das Ranking deutscher Großstädte 2022
3 Entwicklungen der Frauen- 
 repräsentation in deutschen  
 Großstädten von 2008 bis 2022
Seit der Erhebung des ersten Genderrankings deutscher Großstädte im Jahr 2008 
hat sich das Niveau der Frauenrepräsentation in fast allen kommunalen Füh -
rungspositionen verbessert  –  teils sehr deutlich. Bei den Beigeordneten bzw.  
Mitgliedern der Verwaltungsführung ist der Anteil weiblicher Funktionsträge -
rinnen auf 30,1 Prozent gewachsen. 9 Während der Anteil an weiblichen Ratsmit-  
gliedern deutschlandweit innerhalb von vierzehn Jahren um 4,5 Prozentpunkte  
auf 37,3 Prozent angestiegen ist, sind die Zuwächse unter Ausschussvorsitzenden  
(+5,2 Prozentpunkte) und bei Fraktionsvorsitzendenden (+5,1 Prozentpunkte) gering- 
fügig größer. 
Abb. 5:  Frauenrepräsentation in Spitzenpositionen in der Kommunalverwaltung im Zeitvergleich 10
Oberbürgermeisterinnen und Dezernentinnen (Verwaltungsführung)
[in %]
35155 4020100
Quelle:  Eigene Erhebung und Darstellung.
Oberbürgermeisterinnen
3025
20102008 20172013
17, 7
12,7
13,9
8,2
11,7
18,5
19,9
23,6
29,1
30,1
2022
Dezernentinnen 
(Verwaltungsführung)
9 Allerdings lässt die veränderte Erhebungsmethodik im ersten gegenüber dem fünften Ranking nur 
eine bedingte Vergleichbarkeit zu. Die Methodik musste verändert werden, weil die frühere Re- 
cherchequelle (vgl. Grönebaum 2012) nicht mehr aktualisiert, sondern eingestellt wurde.
10 Die Abbildungen 5 und 6 zeigen die Entwicklung der Frauenrepräsentation im Positionenver-  
gleich in allen bisherigen Rankings. Der Text vergleicht aus Gründen der Übersichtlichkeit  
insbesondere die Ergebnisse des ersten Rankings (2008) mit dem aktuellen (2022).

23
3 Entwicklungen der Frauenrepräsentation in deutschen Großstädten von 2008 bis 2022
Gegensätzlich verläuft die deutschlandweite Entwicklung bei den OBs. Waren 
2008 noch 17,7 Prozent aller Stadtoberhäupter in den Großstädten Deutschlands 
weiblich, sind es 2022 nur noch 11,7 Prozent.
Im Parteienvergleich ist der Anteil weiblicher Ratsmitglieder deutschlandweit 
insgesamt zwar bei allen Parteien gestiegen, dies jedoch unterschiedlich stark. 
Die Zuwächse bei Bündnis 90/Grüne, SPD, CDU und FDP fallen mit jeweils unter 
5 Prozentpunkten zwischen 2008 und 2022 ähnlich aus, wie bei den vorgenannten 
kommunalpolitischen Spitzenpositionen (ausgenommen OBs und Beigeordnete/
Verwaltungsführung). Dass bei den Grünen im Jahr 2022 mehr als jedes zweite 
kommunalparlamentarische Mandat an Frauen vergeben ist, bleibt trotz nur 
moderater Anteilssteigerungen seit 2008 dennoch bemerkenswert. Der Anstieg der 
Anteilswerte ist bei der Linken (ehemals Die Linke/PDS) noch deutlicher ausge-  
fallen  –  eine Steigerung von etwas über einem Drittel Frauen um 14 Prozentpunkte 
auf eine Beinahe-Parität.
 
Abb. 6:  Frauenrepräsentation in parlamentarischen Funktionen im Zeitvergleich 11
Fraktionsvorsitzende, Ausschussvorsitzende und Ratsmitglieder
[in %]
35155 4020100
Quelle:  Eigene Erhebung und Darstellung.
Ausschussvorsitze
Ratsmitglieder
3025
20102008 20172013
25,9
22,4
24,4
23,6
31,5
32,8
32,9
33,4
34,0
37,3
2022
Fraktionsvorsitze
20,6
18,9
20,9
23,4
25,7
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die Steigerungen bei CDU und FDP, die weiterhin weniger als ein Drittel weibliche 
Ratsmitglieder stellen, erscheinen vor diesem Hintergrund fast schon marginal, 
auch wenn der Trend in Steigerungsraten ähnlich positiv ausfällt wie bei Grünen 
und SPD. Letztere erreicht immerhin ihre selbstgesteckten Ziele einer 40-Prozent- 
Quote.
11 Siehe FN 10.

24
Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik  Das Ranking deutscher Großstädte 2022
Bei einer linearen Fortschreibung der jährlichen Steigerungsraten weiblicher 
Ratsmitglieder seit 2008 (0,32 Prozentpunkte) würde es noch ca. vierzig Jahre dau -
ern, bis eine paritätische Besetzung der Räte erreicht ist.
Abb. 7:  Anteil weiblicher Ratsmitglieder der Parteien im Zeitvergleich
Kleinparteien sind 2008 nicht berücksichtigt, daher nicht Teil dieser Auswertung. Die Gründung der AfD 
erfolgte erst 2013, sodass ein Zeitreihenvergleich mit dem ersten Genderranking nicht möglich ist.
[in %]
3010 6040200
Quelle:  Eigene Erhebung und Darstellung (2008/2022).
SPD
FDP
Linke/PDS
Bündnis 90/Grüne
CDU/CSU
50
20222008
46,9
29,1
28,4
31,/uniF641
37,2
40,1
35,2
49,0
51,6
24,9
Linke, Grüne und SPD verzeichneten in den letzten vierzehn Jahren einen sehr 
ausgeprägten Anstieg der Anteile weiblicher Fraktionsvorsitzender. Ähnlich wie  
bei den Ratsmitgliedern ist auch mehr als jeder zweite Fraktionsvorsitz bei den  
Grünen in weiblicher Hand (50,5 Prozent). Bei der SPD hat sich der Frauenanteil  
seit 2008 deutlich erhöht und die Partei erreicht nun knapp über 27,5 Prozent, ist  
von einer 40-Prozent-Quote  –  wie bei den Ratsmitgliedern  –  aber noch deutlich 
entfernt. Mit etwa 12 Prozentpunkten Zuwachs sind die Anteile bei der Linken 
ebenso deutlich angewachsen. 2008 waren weniger als ein Viertel der Linken-  
Fraktionsvorsitzenden weiblich, heute sind es 35,4 Prozent.
Der Anteil der weiblichen CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden ist ebenfalls ge-  
stiegen, aber mit etwa 1,4 Prozentpunkten nicht annähernd so klar wie bei den  
eher linken Parteien. Nicht einmal jeder sechste Fraktionsvorsitz in der CDU/CSU 
ist weiblich besetzt.
Bei der FDP ist der Anteil weiblicher Fraktionsvorsitzender in den vergange -
nen vierzehn Jahren  –  als einzige Partei in dieser Auswertung  –  um 1,7 Prozent -
punkte gesunken. Ohne Quote kann sich dies durchaus weiter fortsetzen, auch weil 
sich diese Entfeminisierung der FDP in der Parteibasis spiegelt. So ist der Anteil 
der weiblichen Parteimitglieder seit Jahren in der FDP konsequent rückläufig und  
beträgt nur noch 21,6 Prozent. Anders sieht es bei den Grünen aus, bei denen der  
Frauenanteil unter den Parteimitgliedschaften konstant ansteigt und die mit 
41  Prozent derzeit mit Abstand den höchsten Frauenanteil der Parteien haben. 12  
12 Vgl. Niedermayer 2020.

25
3 Entwicklungen der Frauenrepräsentation in deutschen Großstädten von 2008 bis 2022
Abb. 8:  Anteil weiblicher Fraktionsvorsitzender der Parteien im Zeitvergleich
Kleinparteien sind 2008 nicht berücksichtigt, daher nicht Teil dieser Auswertung. Die Gründung der AfD 
erfolgte erst 2013, sodass ein Zeitreihenvergleich mit dem ersten Genderranking nicht möglich ist.
[in %]
3010 6040200
Quelle:  Eigene Erhebung und Darstellung (2008/2022).
SPD
CDU/CSU
Linke/PDS
Bündnis 90/Grüne
FDP
50
20222008
39,1
14,1
19,4
17, 7
15,2
27,5
23,3
35,4
50,5
12,7
Das entspricht dem symbolischen Effekt der Repräsentation: Da, wo Frauen in 
politische Führungspositionen kommen, motivieren sie auch andere Frauen, der 
Partei beizutreten. Bei der FDP ist dieser Effekt umgekehrt. Ohne Quote kann sich  
diese Abwärtsspirale bei der FDP weiter fortsetzen, zumal sich dann auch der  
Pool an möglichen Kandidatinnen weiter reduziert. So sehen selbst Führungs -
frauen in der FDP das Problem in den lokalen männlichen Ortsvereinsstrukturen. 
«Die seien sehr männlich geprägt und schreckten so junge Frauen ab  –  die Partei -
führung, die sich unter Lindner bemühe, Frauen in den Vordergrund zu stellen, 
komme so gar nicht dazu, neue Talente zu entdecken». 13
Abb. 9:  Anteil weiblicher Ausschussvorsitzender der Parteien im Zeitvergleich
Kleinparteien sind 2008 nicht berücksichtigt, daher nicht Teil dieser Auswertung. Die Gründung der AfD 
erfolgte erst 2013, sodass ein Zeitreihenvergleich mit dem ersten Genderranking nicht möglich ist.
[in %]
3010 6040200
Quelle:  Eigene Erhebung und Darstellung (2008/2022).
SPD
FDP
Linke/PDS
Bündnis 90/Grüne
CDU/CSU
50
20222008
31,7
12,1
28,2
35,7
45,8
53,1
30,8
22,1
30,4
22,5
13 Vgl. Finkenwirth 2018.

Abb. 10:  Anteil Oberbürgermeisterinnen 2008 und 2022
B'90/Grüne, CDU/CSU, FDP , SPD und sonstige Parteien
Quelle:  Eigene Erhebung und Darstellung (2008/2022).
65
60
70
[Absolut]
75
80
45
40
50
55
25
20
30
35
5
0
2008 2022
10
15
CDU/CSU SPDFDPB'90/Grüne Parteilos/Sonstige
1
2
3
Anzahl Oberbürgermeister
Anzahl Oberbürgermeisterinnen
x Gesamtanzahl OBs je Partei
65
79
14
36
44
8
29
4
25
Gesamt
2
3
5
2
19
21
4
37
41
 68
77
9
1
1
 2
2
11
2
 7
1
8

27
3 Entwicklungen der Frauenrepräsentation in deutschen Großstädten von 2008 bis 2022
Unter den Ausschussvorsitzenden sind seit 2008 nur bei den eher linken Parteien 
teils große Zuwächse zu beobachten. Bei der Linken wuchs der Frauenanteil von  
35,7  Prozent auf 45,8  Prozent an, womit sich die Anteilswerte für Linke-Rats-  
mitglieder und -Ausschussvorsitzende auf ähnlichem Niveau bewegen. Bei den  
Grünen sind die Anteile  –  mit Zuwächsen von über 20 Prozentpunkten im Ver-  
gleich zum ersten Genderranking (2008)  –  ähnlich groß wie bei den Ratsmitglie-  
dern. Bei den Ausschussvorsitzen übersteigen sie diese im Anteilswert mit 53,1   
Prozent allerdings noch einmal.
In der SPD sind die Zuwächse gering (+2,2 Prozentpunkte), und bis heute geht 
nicht einmal jeder dritte Ausschussvorsitz, der der SPD zusteht, an Frauen. Frauen 
stellen in der SPD anteilig nur geringfügig mehr Ausschussvorsitzende als Frakti -
onsvorsitzende und weiterhin deutlich weniger Funktionsträgerinnen als prozen -
tuale Ratsmitglieder.
In der FDP sind die Anteile weiblicher Ausschussvorsitzender im Zeitver -
gleich um etwa 10 Prozentpunkte zurückgegangen, sodass heute nur noch knapp  
jeder achte Ausschussvorsitz der FDP von Frauen besetzt wird. 2008 war es noch 
mehr als jeder fünfte Vorsitz. Auch bei der CDU/CSU gab es einen Rückgang  
von 8,3 Prozentpunkten auf einen Anteilswert weiblicher Ausschussvorsitze von  
22,5  Prozent. Statt fast jeder dritte ist nunmehr nur noch knapp jeder fünfte  
CDU/CSU-Ausschussvorsitz an Frauen vergeben.
Bei Bündnis 90/Die Grünen ist der Frauenanteil unter den zur Partei gehören -
den Stadtspitzen seit 2008 auf zwei Fünftel gestiegen. Allerdings ist anzumerken, 
dass die Grünen 2008 nur über ein OB-Amt verfügten (Freiburg im Breisgau), 2022 
aber fünf OBs stellen. 14 Dabei haben sich zwei der Frauen in der Stichwahl gegen 
männliche Kontrahenten der CDU (der «CDU-Klassiker») durchgesetzt und dazu 
beigetragen, dass der Frauenanteil unter den OBs nicht noch stärker gesunken ist.
Wenn man Henriette Reker in Köln den Grünen hinzuzählen würde, die aber 
nicht ausschließlich von den Grünen nominiert wurde, wäre sogar die Parität 
erreicht. Somit würden die Grünen auch 60 Prozent der Oberbürgermeisterinnen  
in NRW stellen, sodass vor allem die Grünen dazu beigetragen haben, dass die 
NRW-Städte in unserem Ranking nicht noch weiter «abgestürzt» sind.
Bei CDU/CSU und SPD ist jeweils ein starker Rückgang der weiblich besetz -
ten OB-Posten festzustellen, wobei sich der Anteil bei der SPD seit 2008 beinahe  
halbiert hat (−8,9 Prozentpunkte). Der Rückgang bei CDU/CSU ist mit 3,3 Prozent -
punkten geringer, doch kam die CDU/CSU auch von einem niedrigeren Ausgangs -
niveau (13,8 Prozent). Dass der Frauenanteil an den OB-Posten seit 2008 insgesamt 
rückläufig ist, geht im Kern auf das Konto von CDU/CSU und SPD. Diese Parteien 
stellen zusammen weiterhin 62 von 77 OBs (80,5 Prozent).
14 Weibliche Verwaltungsspitzen der Grünen sind Katja Dörner (Bonn) und Sybille Keupen 
(Aachen). Katja Dörner ist Mitglied der Grünen, Sybille Keupen wurde als parteilose Kandi-  
datin nur von Bündnis 90/Die Grünen nominiert.

28
Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik  Das Ranking deutscher Großstädte 2022
4 Die Bezirke der Stadtstaaten  
 im Vergleich
Wir haben bisher die Stadtstaaten nicht in unser Ranking aufgenommen. Das liegt 
daran, dass einige Positionen nur schwer mit anderen Großstädten vergleichbar 
sind (z.B. Beigeordnete, regierende Bürgermeister). Dieses Mal haben wir nun  
die Frauenanteile in den Bezirksvertretungen der Stadtteile ebenfalls erfasst.  
Deutliche Unterschiede gab es bei den Vertreterinnen und Vertretern der Bezirke. 
Die Hauptstadt liegt mit einem Frauenanteil von 42,7 Prozent eindeutig vorne, 
gefolgt von Bremen mit 37,7 Prozent. Dagegen hat Hamburg im Stadtstaaten-  
vergleich den höchsten Anteil (40 Prozent) weiblicher Fraktionsvorsitze.
Abb. 11:  Frauenanteile in den Bezirksvertretungen in Berlin, Bremen und Hamburg
[in %]
402010 4525150 5
Quelle:  Eigene Erhebung und Darstellung (2022).
Fraktionsvorsitze
Ratsmitglieder
3530
Bremen HamburgBerlin
42,70
33,33
37,73
37,08
40,00
29,31
Damit liegt Berlin hinsichtlich der Bezirksvertreterinnen und -vertreter und  
Fraktionsvorsitzen nur knapp hinter Offenbach, dem Sieger des Großstadtrank-  
ings 2022, und hat mit der (indirekten) Wahl einer regierenden Bürgermeisterin 
deutliche Zeichen gesetzt.
Auffällig ist der vergleichsweise hohe Anteil der Bezirksbürgermeisterinnen 
(32 Prozent) gegenüber dem Anteil der Oberbürgermeisterinnen in den deutschen 
Großstädten (11,7 Prozent). Hamburg führt die Stadtstaaten mit 43 Prozent Bür -
germeisterinnen an, Berlin liegt im Mittelfeld, während Bremen noch 28 Prozent  
Bürgermeisterinnen stellt. In den Stadtstaaten scheinen mehrere Faktoren eine 
Rolle zu spielen. Die Bezirksbürgermeisterinnen und -bürgermeister in den  
Stadtstaaten Berlin und Hamburg werden vor allem von drei Parteien gestellt:

29
4 Die Bezirke der Stadtstaaten im Vergleich
von der SPD, den Grünen und den Linken, also den Quotenparteien, wobei die 
Grünen ihre Quote auch hier übererfüllen. Die Ausnahme bildet Bremen mit ver -
gleichsweise sehr kleinen Bezirken (überwiegend unter 50.000 Einwohnerinnen  
und Einwohnern). Hier stellt neben den Parteien mit verbindlichen Quoten-  
regelungen auch die CDU mehrere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister;  
FDP und AfD stellen keine.
Abb. 12:  Frauenanteile unter den Bezirksbürgermeistern in Berlin, Bremen und Hamburg
[in %]
402010 4525150 5
Quelle:  Eigene Erhebung und Darstellung (2022).
Berlin
Bremen
Hamburg
3530
33,33
28,00
42,86
Zudem sind die Bezirksämter der Stadtstaaten nicht vergleichbar mit den Groß -
städten, die als selbständige Gebietskörperschaften über einen deutlich größeren 
politischen Handlungsrahmen verfügen. Dagegen sind die Bezirke der Stadtstaaten 
als Verwaltungseinheiten einzuordnen. Darüber hinaus wird das Amt des Bezirks -
bürgermeisters nach den jeweiligen Landesbesoldungsgesetzen zwar gut bezahlt, 
jedoch deutlich geringer als die OBs in Großstädten. Insofern scheint das Amt 
sowohl politisch als auch finanziell weniger prestigeträchtig zu sein als ein OB-  
Amt in deutschen Großstädten.

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Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik  Das Ranking deutscher Großstädte 2022
LITERATUR
FINKENWIRTH , Angelika (2018): F wie Frauen gesucht, Zeit-online ,  www.zeit.de/politik/deutsch-  
land/2018-05/fdp-parteitag-gleichstellung-frauenquote-christian-lindner-ria-schroeder.
GRÖNEBAUM, Stefan (2012): Deutschland kommunal: Das Nachschlagewerk, Vorwärts-Buch Ver-  
lagsgesellschaft.
HOLTKAMP , Lars/Wiechmann, Elke (2022): Frauenunterrepräsentanz in der Politik. Empirischer 
Forschungsstand und theoretische Erklärungsansätze. In: Holtkamp, Lars/ Wiechmann, Elke 
(Hg.): Der politische Gender Gap. Analysen kommunaler und nationaler Repräsentation. 
Schriftenreihe «Hagener Beiträge zu Politik und Verwaltung», Band 1. Fern Universität Hagen 
(i.E.).
HOLTKAMP, Lars/Wiechmann, Elke/Buß, Monya (2017): Genderranking deutscher Großstädte 
2017. Nur 8,2 Prozent der Oberbürgermeister/innen sind weiblich. Heinrich-Böll-Stiftung,  
Berlin, boell.de/de/2017/04/28/genderranking-deutscher-grossstaedte-2017-boellbrief-demo- 
kratiereform-3 (abgerufen am 03.05.2022).
HOLTKAMP, Lars/Wiechmann, Elke/Schnittke, Sonja (2009): Unterrepräsentanz von Frauen in der 
Kommunalpolitik. Parteien machen den «feinen» Unterschied. Praxisbericht. Fern Universität 
Hagen.
INGLEHART, Ronald/Norris, Pippa/Welzel, Christian (2002): Gender Equality and Democracy. In: 
Comparative Sociology 1/3-4, S. 235–265.
KAISER, André/Hennl, Annika (2008): Wahlsysteme und Frauenrepräsentation. Ein Vergleich der 
deutschen Landesparlamente. Zeitschrift für Politikwissenschaft, 2/8, S. 167–184.
NIEDERMAYER, Oskar (2020): Parteimitglieder in Deutschland: Version 2020, Arbeitshefte aus dem 
Otto-Stammer-Zentrum, Nr. 31, www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/forschung/systeme/emp-
soz/team/ehemalige/Publikationen/schriften/Arbeitshefte/P-PMIT20_Nr_31.pdf, S. 23.
SKORGE, Øyvind Søraas (2021): Mobilizing the Underrepresented: Electoral Systems and Gender 
Inequality in Political Participation. In: American Journal of Political Science Early View, o.S.

Heinrich-Böll-Stiftung Schumannstraße 8, 1011 7 Berlin 
Die grüne politische Stiftung 030 28  53  40 info@boell.de www.boell.de  
DEMOKRATIE
BAND 63
Vielfaltsstudie Teil 1
Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik
Das Ranking deutscher Großstädte 2022
Frauen sind in der Politik weiterhin unterrepräsentiert.  
Dieses aktuelle Ranking deutscher Großstädte zeigt den Stand 
der Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik.  
Die Auswertung der Studie zeigt, in welchem Ausmaß der  
Anspruch von Frauen auf die «Hälfte der Macht» jeweils  
erfolgreich realisiert wurde. Das betrifft sowohl die Zusammenset-
zung der Kommunalparlamente als auch die kommunalen  
Führungspositionen.Es wird deutlich, wo es Fortschritte gibt  
und wo die Entwicklung bei der Frauenrepräsentation nicht  
vom Fleck kommt.
Diese Publikation erscheint als erste einer mehrteiligen Viel- 
faltsstudie. Denn der Anspruch auf deskriptive Repräsentation, 
also auf politische Vertretung bestimmter gesellschaftlicher 
Gruppen durch Angehörige dieser Gruppen selbst, beschränkt 
sich nicht auf das Geschlecht, sondern gilt auch für andere  
Kategorien wie Menschen mit Migrationsgeschichte oder unter -
schiedliche soziale Hintergründe. Daher wird es noch weitere  
entsprechende Veröffentlichungen in den kommenden Monaten 
geben.
ISBN 978-3-86928-246-6

Mitteilung Ausschuss

2188 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
II/03 
 
Vorlagen-Nummer  27.10.2022 
 3579/2022 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 31.10.2022 
 
Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik – Ranking deutscher Großstädte 
Zum fünften Mal ist im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung am 22. September 2022 das Ranking deut-
scher Großstädte zur Repräsentanz von Frauen in Wahlämtern und Schlüsselpositionen in den 
Kommunalparlamenten und in der Kommunalverwaltung veröffentlicht worden. 
 
Es handelt es sich hier um den ersten Teil einer mehrteiligen Vielfaltsstudie. Diese zielt unter dem 
Aspekt der repräsentativen Demokratie darauf ab zu beleuchten, inwiefern die gesellschaftliche Viel-
falt verschiedener Bevölkerungsgruppen in der Politik repräsentiert wird und zwar mit Blick auf Ge-
schlechterzugehörigkeit, Migrationsgeschichte, soziale Herkunft oder Alter. 
 
Der erste Teil der Studie befasst sich mit der Frauenrepräsentanz. 
 
Untersucht wurden Daten aus 77 Großstädten (ab 100.000 Einwohner*innen) und den drei Stadtstaa-
ten in Deutschland mit Blick auf den Frauenanteil bei Ratsmandaten, Ausschuss- und Fraktionsvorsit-
zen, Beigeordneten und bei Oberbürgermeister*innen. 37 % der kommunalen Mandate haben Frauen 
inne. Die oberen Plätze im Ranking belegen die Städte Offenbach, Göttingen und Aachen. Köln be-
legt im Genderranking Platz 15. 
 
Im Durchschnitt liegt der Anteil weiblicher Ratsmitglieder bei 37,3 % (2017: 34 %) – in Köln aktuell bei 
41,86 %. 
 
Nur neun von 77 Oberbürgermeister*innen sind weiblich, was einem Frauenanteil von 11,7 % ent-
spricht.  
 
Die deutlichste Verbesserung beim Frauenanteil ist seit dem 1. Genderranking im Jahr 2008 auf der 
Ebene der Beigeordneten zu verzeichnen und zwar von 18,5 % im Jahr 2008 auf aktuell 30,1 %.  
 
Parteien mit verbindlicher Quote erfüllen diese. „Die Quote wirkt“, so Sabine Drewes von der Hein-
rich-Böll-Stiftung, „Ohne diese verbindliche Quote würde es theoretisch noch ca. 40 Jahre dauern, bis 
eine paritätische Besetzung kommunaler Ratsmandate mit Frauen und Männern erreicht wäre“.  
 
Die Studie ist als Anlage beigefügt. 
 
Gez. Prof. Dr. Diemert

Beratungsverlauf (1)

31.10.2022 Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern
TOP 4.8 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3579/2022
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
27.10.2022
Erstellt
25.10.2022 12:30