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2010/0399

Jahresbericht 2009 'Abwasser-Indirekteinleiterüberwachung' auf Basis eines Prozessbenchmarkings

Magistratsvorlage 13.09.2010

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2010/0399

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2010/0399

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Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
17.09.2010 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat VI  an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 
Amt: Straßenverkehrs- und 
Tiefbauamt 
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. Beschluss-
fassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2010/0399 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Jahresbericht 2009 "Abwasser-Indirekteinleiterüberwachung" auf Basis eines 
Prozessbenchmarkings 
 
Vorlage vom: 13.09.2010 
 
Beschlussvorschlag: 
 
Der Bericht des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes wird zur Kenntnis genommen. 
 
 
Anlagen:   
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 13.09.2010  
 
Der Bereich der Indirekteinleiterüberwachung dient dazu, Darmstädter Betriebe zu überwachen und 
zu beraten, die die öffentlichen Abwasseranlagen zur Einleitung ihrer gewerblichen Abwässer nutzen. 
Die Aufgabenverpflichtung ergibt sich aus dem Hessischen Abwassergesetz in Verbindung mit der 
zugehörigen Eigenkontrollverordnung sowie der städtischen Abwasserbeseitigungssatzung. Seit 2008 
werden beim Straßenverkehrs- und Tiefbauamt für den Bereich der Indirekteinleiterüberwachung Jah-
resberichte erstellt, in denen Kosten und Leistungen sowie die Überwachungsstrategie dargestellt 
sind. Die Basis bildet ein deutschlandweites Prozessbenchmarking, an dem das Straßenverkehrs- und 
Tiefbauamt seit dem Erhebungsjahr 2007 teilnimmt. An dem Verfahren, das unter der Koordination 
der Aquabench GmbH durchgeführt wird, beteiligen sich Abwasserbeseitigungspflichtige, die ihre Pro-
zesse in unterschiedlichste Organisationsformen strukturiert haben, z.B. als Regiebetrieb, Stadtent-
wässerungsbetrieb, Anstalt öffentlichen Rechts oder als Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Ver-
gleichbare Benchmarkingprozesse sind unter der Leitung der Aquabench GmbH auch z.B. in den 
Bereichen „Kanalbetrieb“ oder „Kläranlagen“ etabliert. Teilnehmer am Prozessbenchmarking „Kläran-
lagen“ ist unter anderem die HSE Abwasserreinigung GmbH & Co. KG mit ihren Darmstädter Klärwer-
ken (Zentralklärwerk und Klärwerk Süd). 
 
Wozu dient Benchmarking?
 
Benchmarkingprozesse dienen als Standortbestimmung und beantworten Fragen wie: 
 
- Wo stehen wir im Vergleich zu anderen? 
- Was sind Stärken, was sind Schwächen unserer Prozesse? 
- Was sind die Ursachen? 
- Wie können wir die Effektivität und Effizienz unserer Prozesse steigern? 
 
Benchmarking bedeutet vor allem „Lernen vom Besten“ in der Branche in einem kontinuierlichen Pro-
zess. In der Abwasserbeseitigung als öffentlich-rechtliche Aufgabe der Daseinsvorsorge dient Bench-
marking dazu, dass ein Wettbewerb um die beste Aufgabenerfüllung entsteht: Der Mitteleinsatz der 
Gebührenzahler hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Qualität, Sicherheit, Kundenservice und Nachhaltigkeit 
wird transparent. Bereits im Jahr 2002 hat der Deutsche Bundestag einen Beschluss zur nachhaltigen 
Wasserwirtschaft gefasst, der freiwilliges Benchmarking als ein wesentliches Instrument zum Leis-
tungsvergleich und zur Standortbestimmung vorsieht. In einer gemeinsamen Verbändeerklärung un-
terstützen unter anderem die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V. – DVGW, die 
Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. – DWA und der Verband kom-
munaler Unternehmen e.V. – VKU diesen Ansatz der Politik.

3 
... 
Ergebnisse des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes im Benchmarkingprozess und Jahresbericht 
 
a) Prozessbenchmarking
 
Im Prozessbenchmarking Indirekteinleiterüberwachung werden 156 Kennzahlen dargestellt, bei Be-
darf können weitere – individuelle – Kennzahlen gebildet werden. Der Fokus ist auf die Aufwands- und 
Leistungskennzahlen gerichtet. Als Beispiel sind 4 Kennzahlen dem letzten Bericht der Aquabench 
GmbH entnommen und bewertet worden: 
 
Bericht 
aqua-
bench 
GmbH, 
Seite 
Kennzahl Wert 
Straßen-
verkehrs- 
und  
Tiefbauamt 
Darmstadt 
Durch-
schnitts-
wert aller 
Teilneh-
mer am 
Bench-
marking 
Bewertung 
25 Spezifischer Aufwand 
Indirekteinleiterüber-
wachung/ Gesamtauf-
wand Abwasserbesei-
tigung [€/€] 
0,6 % 0,72 % Unterdurchschnittlicher Aufwand be-
zogen auf den Gesamtaufwand Ab-
wasserbeseitigung und damit sehr 
geringer Anteil am Gebührenaufkom-
men 
45 und 
Fazit-
bericht 
Spezifische Anzahl 
von Überwachungstä-
tigkeiten an Anlagen 
IST/ Jahresschmutz-
wassermenge [An-
zahl/Mio. m³] 
94,26/ 
Mio. m³ 
20/ 
Mio. m³ 
Höchste IST-Leistungserbringung be-
zogen auf die Jahresschmutzwasser-
menge und damit hohe Qualität, Si-
cherheit und Nachhaltigkeit in der Ab-
wasserüberwachung 
66/75 Spezifischer Aufwand 
bei der Probenahme 
[€/PN] 
 
Spezifischer Aufwand 
bei der Bestimmung 
von Parametern [€/PN]
 
9,41 €/PN 
 
 
 
83,3 €/PN 
110 €/PN 
 
 
 
150 €/PN  
Niedrigster Aufwand bei den Abwas-
seruntersuchungen und damit sehr 
niedrige Kosten für gewerbliche und 
industrielle Abwassereinleiter (Bench-
mark) durch Datenoptimierung und –
pflege sowie zur Verfügungsstellung 
für externes Labor (Ausschreibung) 
 
Im Bereich der Abwasseruntersuchungen hat Darmstadt den niedrigsten Aufwand, d.h. hier ist die 
Stadt die Benchmark, arbeitet am kostengünstigsten und verursacht die geringsten Kosten für die 
beprobten Betriebe. Der Anteil am Gesamtaufwand der Abwasserbeseitigung ist unterdurchschnittlich, 
bei einem hohen Leistungsstand, d.h. die gesetzlichen Anforderungen an Qualität, Sicherheit, Kun-
denservice und Nachhaltigkeit werden wirtschaftlich erfüllt. 
 
Um mit einem vertretbaren Aufwand am Benchmarking teilnehmen zu können, wurden bereits im Vor-
feld beim Straßenverkehrs- und Tiefbauamt die Datenerfassung und Prozessabläufe optimiert. Für 
das Prozessbenchmarking Indirekteinleiterüberwachung müssen die Leistungs- und Aufwandszahlen 
in aktueller und leicht verfügbarer Form vorliegen. Das wesentliche Instrument zur Standardisierung 
und Qualitätskontrolle sowie zu einer effizienten Indirekteinleiterüberwachung ist hierbei das soge-
nannte Abwasserkataster. Das Kataster wurde 2003 im Straßenverkehrs- und Tiefbauamt auf Basis 
von Microsoft Access erstellt und wird seitdem eigenständig von den Beschäftigten gemäß den be-
trieblichen und gesetzlichen Erfordernissen weiterentwickelt. Das Abwasserkataster wurde auch ande-
ren Abwasserbeseitigungspflichtigen präsentiert und wird zusammen mit einem Softwareunternehmen 
zum Verkauf angeboten.

4 
... 
 
b) Jahresbericht 
Neben den Ergebnissen aus dem Prozessbenchmarking umfasst der Jahresbericht auch die Aufga-
benbereiche, die nicht über Kennzahlen beim Internet-basierten "Benchmarking Online" erfasst wer-
den. Die Auswertungen hierzu ergaben für das Berichtsjahr 2009 folgende Ergebnisse:  
- Bearbeitung von 11 Störungen im Kanal- bzw. Kläranlagenbetrieb, davon wurden bei 2/3 erfolg-
reich die Verursacher ermittelt; darüber hinausgehend keine extern verursachten Betriebsbeein-
trächtigungen auf den Klärwerken der HSE Abwasserreinigung GmbH & Co. KG. 
- Rechtskräftige Verurteilung des Verursachers von illegalen Säureeinleitungen aus Wixhausen 
zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe und einer Geldstrafe. Durch die Einleitung waren die in 
den Abwasseranlagen beschäftigten Personen in ihrer Gesundheit sowie der ordnungsgemäße 
Betrieb des Zentralklärwerkes Darmstadt stark gefährdet. Es wurde ein Gesamtschaden von ca. 
500.000 Euro verursacht, für den der Verursacher schadensersatzpflichtig ist. 
- Ausschreibung und Beauftragung eines neuen Untersuchungslabors für die Indirekteinlei-
terüberwachung. 
- Ausbringen und erste Analyseergebnisse von 20 Sielhautaufwuchskörpern im Kanal als Lang-
zeitindikator für Abwasserinhaltsstoffe (Sielhäute sind Bakterienhäute, die auf der Innenseite von 
Abwasserkanälen wachsen. Sie verfügen über ein Speichervermögen unter anderem für 
schwermetallhaltige Verbindungen. Dadurch können Veränderungen in der Abwasserstruktur 
rechtzeitig erkannt und ggf. erforderliche Gegenmaßnahmen frühzeitig eingeleitet werden). 
- Kostenreduzierung für Betriebe durch verringerte Entleerung von Fettabscheideranlagen (Be-
trieben, bei denen wenig fetthaltiges Abwasser anfällt, wird angeboten, ihre Fettabscheideranla-
gen in einem geringeren Turnus zu entleeren, als es nach den Regeln der Technik vorgeschrie-
ben ist, wenn die Untersuchungswerte eingehalten werden. Dieses Verfahren führt immer zu ge-
ringeren Kosten bei den Betrieben bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Sicherheitsstandards 
für den Betrieb der öffentlichen Abwasseranlagen). 
- Keine Widersprüche bei Einleitungsgenehmigungen und Probenahmen 
 
c) Ausblick 2010 
Im Jahr 2010 wurden die nachfolgenden Maßnahmen bereits umgesetzt bzw. lassen sich folgende 
Erkenntnisse prognostizieren: 
- Ausnahmegenehmigung für einen Nahrungs- und Genussmittelbetrieb gemäß § 6 Abs. 12 der 
Abwasserbeseitigungssatzung erteilt; der Betrieb ist der Haupteinleiter von Kohlenstoff- und 
Phosphorverbindungen in Darmstadt 
- Reorganisation im Bereich des Untersuchungslabors (siehe Magistratsvorlage 2010/0305) 
- Aufwandsreduzierung durch Personalkostenreduzierung um ca. 14 % im Bereich Indirekteinlei-
terüberwachung, d.h. der unterdurchschnittliche Anteil am Gesamtaufwand der Abwasserbeseiti-
gung wird sich noch weiter reduzieren 
- Beibehaltung der Überwachungsstrategie 
 
Darmstadt, 13. September 2010 
VI-66/2 E – Gä / Nst.: 2768

5 
... 
 
Der Dezernent VI 
 
 
Dipl.-Ing. Dieter Wenzel 
Stadtrat

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Details

Vorlagen-Nr.
2010/0399
Typ
Magistratsvorlage
Datum
13.09.2010
Erstellt
29.09.2026 00:00