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Sportentwicklungsplanung - Zwischenuntersuchung
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Anlage Evaluationsbericht
80866 Zeichen
Sportentwicklungs-
planung Köln
Zwischenevaluation
Ergebnisbericht
PROF. DR. ROBIN KÄHLER PROF. DR. LUTZ THIEME
2 ____ SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG KÖLN_ZWISCHENEVALUATION_ERGEBNISBERICHT
Autoren
Prof. Dr. Robin Kähler Sportentwicklungsplanung Friedrichsplatz 6 DE-68165 Mannheim robin.kaehler@web.de Prof. Dr. Lutz Thieme Octopur UG Pecher Hauptstraße 80 DE-53343 Wachtberg thieme@octopur.de
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Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln Zwischenevaluation — Ergebnisbericht Stand ________________ 08. November 2021 Seite _________________ 3 / 32 Inhalt 04 ...... 1.0 Einleitung und Aufgabenstellung 04 ...... 2.0 Evaluationskriterien 05 ...... 3.0 Evaluationsprojekte 05 ...... 3.1. Überarbeitung Sportförderrichtlinie 07 ...... 3.2. Fördermittelmanagement und Fördermittelakquise 09 ...... 3.3. Kunstrasenprioritätenliste 10 ...... 3.4. Modellprojekt Everhardstraße/Kreuzgasse 11 ...... 3.5. Modellprojekt Deutzer Hafen/Rondorf 13 ...... 3.6. Modellprojekt Rendsburger Platz 14 ...... 3.7. Modellprojekt Innovation im öffentlichen Raum 16 ...... 3.8. Intensivierung Zusammenarbeit Amt für Schulentwicklung und Sportamt beim Bau von Schulsporthallen 17 ...... 3.9. Kölner Perspektiven 2030 19 ...... 3.10. Kooperationen mit Hochschulen und Wissenschaft 20 ...... 3.11. Öffnung von Pausenhöfen 21 ...... 3.12. Großbauprojekte Radrennbahn und barrierefreies Sportzentrum 23 ...... 3.13. Modellprojekt Verwaltungsstrukturen 28 ...... 4.0 Gesamteinschätzung 28 ...... 4.1. Kooperation mit dem Stadtsportbund Köln e.V. 29 ...... 4.2. Abschließende Gesamtbewertung
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Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln Zwischenevaluation — Ergebnisbericht Stand ________________ 08. November 2021 Seite _________________ 4 / 32 1. Einleitung und Aufgabenstellung Der Rat der Stadt Köln hat im April 2019 einen Sportentwicklungsplan (SEP) beschlossen, die Sportverwaltung arbeitet seitdem an dessen Umsetzung. Diese Sportentwicklungsplanung ist auf insgesamt 15 Jahre angelegt und umfasst neben allgemeinen Entwicklungsempfehlungen für den Sport in der Stadt Köln auch fünf Modellprojekte, die beispielhaft für die integrierte Neugestaltung wichtiger Entwicklungsfelder stehen. Ein Teil der vorgeschlagenen Maßnahmen konnten bereits umgesetzt werden, ein anderer Teil ist in Angriff genommen. Nach rund 30 Monaten soll in dieser Zwischenevaluation festgestellt werden, ob es systematische Hindernisse gibt, die eine Umsetzung der Maßnahmen des Sportentwicklungsplans erschweren oder gar verhindern. Ziel ist es, durch eine Evaluation ausgewählter Projekte derartige Schwierigkeiten zu identifizieren und Vorschläge zu deren Beseitigung zu unterbreiten. Darüber hinaus sollen positive Entwicklungen dokumentiert und deren Bedingungen benannt werden, um auch aus diesen Erfahrungen Schlüsse für zukünftige Prozesse zu ziehen. Die Evaluation erfolgt auf der Grundlage einer von den Gutachtern vorgeschlagenen und mit dem Auftraggeber abgestimmten Systematik von Kriterien (–> vgl. Kapitel 2). Diese wurden auf 13 Projekte des Sportentwicklungsplans angewandt. Die ausgewählten Projekte umfassten alle Pilot-projekte der Sportentwicklungsplanung sowie einen breiten Mix aus weit fortgeschrittenen, abge-arbeiteten, noch nicht begonnenen, aber auch ggf. nicht umsetzbaren Projekten. Die Anwendung der erarbeiteten Systematik ermöglicht es, den Stand der Bearbeitung des Sportentwicklungs- plans erstmals zu evaluieren und nach Merkmalen zu suchen, die die Umsetzung der Projekte fördern bzw. hemmen. 2. Evaluationskriterien Auf Vorschlag der Gutachter wurde nach Absprache mit dem Auftraggeber eine Systematik gewählt, die nachfolgende Kriterien umfasste: Projekt • Projektname • Projektart • Stand Umsetzung • Realisierungschancen • Prozesssteuerer • Mitwirkende Output/Outcome • Geplanter Outcome • Wer profitiert?
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Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln Zwischenevaluation — Ergebnisbericht Stand ________________ 08. November 2021 Seite _________________ 5 / 32 • Wer trägt das Organisationsrisiko? • Wer trägt das Finanzrisiko • Wer trägt das Reputationsrisiko? • Wie groß ist die Nutzergruppe? • Wie groß ist der Beitrag zur Stadtentwicklung? • Wurde/wird das Ziel, dass mehr Menschen Sport treiben, durch das Projekt erreicht? • Wurde/wird das Ziel, mehr Kursangebote zu haben, durch das Projekt erreicht? Aufwand • Zusätzliche einmalige Aufwendungen • Zusätzliche dauerhafte Aufwendungen Herausforderungen • Herausforderungen für den weiteren Projektverlauf • Welcher Faktor wirkte am stärksten einschränkend auf die Realisierung des Projektes? • Beschreibung der einschränkenden Umstände Rückschlüsse • Rückschlüsse („Learnings“) aus dem bisherigen Projektverlauf für die Sportentwicklungsplanung Welcher Faktor wirkte am stärksten einschränkend auf die Realisierung des Projektes? • Evaluationsempfehlungen Auf dieser Grundlage werden im Folgenden die einzelnen Projekte beschrieben und bewertet. Daran schließen sich Empfehlungen zur weiteren Bearbeitung der einzelnen Projekte (–> Kapitel 3) sowie der Sportentwicklungsplanung als Ganzes an (–> Kapitel 4). 3. Evaluationsprojekte 3.1. Überarbeitung Sportförderrichtlinie Projektbeschreibung Die Überarbeitung der Sportförderrichtlinie transferiert die Ideen der Sportentwicklungsplanung in eine transparente Förderstruktur und nimmt gleichzeitig die Entwicklung in der Stadt Köln auf, die kommunale Förderung in inhaltlich konsistenten Programmen miteinander zu verbinden. Der Entwurf der neuen „Richtlinie der Stadt Köln zur Förderung von Sport und Bewegung“ liegt vor, die sich in das gesamtstädtisch neu implementierte Digitale Fördermittelmanagement einfügt. Die bisherigen separaten Ansätze werden darin in den Förderprogrammen „Sportinfrastruktur“, „Sport für Köln“, „Sportveranstaltungen“ konzentriert und weiterentwickelt. Als Förderziele sind „Sport für
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Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln Zwischenevaluation — Ergebnisbericht Stand ________________ 08. November 2021 Seite _________________ 6 / 32 alle“, „Sportinfrastruktur in Köln nachhaltig stärken“, „Vereinssport als wichtige Säule für den Sport in der Gesellschaft“ und „Sport im öffentlichen Raum“ definiert. Die gravierendste inhaltliche Weiterentwicklung betrifft die Ausweitung des potenziellen Empfängerkreises in einigen Förder-programmen über die eingetragenen Sportvereine hinaus. Damit wird ein Paradigmenwechsel hin zur Öffnung der Fördertatbestände für den nichtorganisierten Sport vollzogen. Zudem geht mit der Überarbeitung der Sportförderrichtlinie auch die Digitalisierung der Antrags-stellung, -bearbeitung, -entscheidung und der Verwendungskontrolle innerhalb eines gesamt-städtischen Projektes einher (–> vgl. Projekt 3.2). Die Konzipierung der neuen Sportförderrichtlinie erfolgte federführend durch das Sportamt. Die neue Sportförderrichtlinie kann nach Verabschiedung durch den Rat die Entwicklung des Sports in Köln im Sinne der Sportentwicklungsplanung deutlich positiv beeinflussen. Es wäre zu wünschen, dass die neue Sportförderrichtlinie substanziell unverändert vom Rat beschlossen wird. Die Erarbeitung der neuen Sportförderrichtlinie zu einem früheren Zeitpunkt war nicht umsetzbar, da diese einen regulären Sportbetrieb voraussetzt, der erst jetzt wieder in dieser Phase der Corona-Pandemie in greifbare Nähe zu rücken scheint. Bewertung Der Entwurf der neuen Sportförderrichtlinie folgt den Empfehlungen der Sportentwicklungs- planung. Ihr ist eine schnellstmögliche Umsetzung zu wünschen, da ihr ein strukturbildendes Potenzial zugesprochen werden kann. Weder bei der Erarbeitung noch bei der verwaltungsinter- nen Abstimmung traten bedeutsame Schwierigkeiten auf. Die fachliche Kompetenz im Sportamt, die dortige Zusammenarbeit sowie die Federführung des Sportamtes in den verwaltungsinternen Abstimmungsprozessen erleichterten den Erarbeitungsprozess. Empfehlung Die Gutachter empfehlen eine möglich zeitnahe Diskussion der neuen Sportförderrichtlinie in den zuständigen politischen Gremien. Im Falle der Verabschiedung sollten Antragszahlen, Antragsvolumen und Bewilligungsquoten erfasst werden, um die erhofften Lenkungswirkungen mit der tatsächlichen Nutzung abgleichen zu können.
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Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln
Zwischenevaluation — Ergebnisbericht
Stand ________________ 08. November 2021
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3.2 Fördermittelmanagement und Fördermittelakquise
Projektbeschreibung
Seit 2019 ist das Sportamt am gesamtstädtischen Projekt „Optimierung der städtischen
Fördermittelvergabe“ beteiligt. Damit soll die Fördermittelvergabe planvoller, zielgerichteter und
nachhaltiger gestaltet werden und der Prozess der Fördermittelbeantragung, der Antragsbear-
beitung, der Bescheidung und der Verwendungskontrolle digitaler erfolgen.
Parallel hat das Sportamt begonnen, die eigene Fördermittelakquise auszubauen. 2020 und 2021
wurden insgesamt drei Fördermittelanträge eingereicht, von denen aktuell einer mit einem
Volumen von 768.000 Euro bewilligt wurde.
Bewertung
Die Neufassung der Sportförderrichtlinien wurde seitens des Sportamtes k
onsequent genutzt, um
auch die eigenen Verwaltungsprozesse auf den Prüfstand zu stellen und an einer digitalen
Lösung im gesamtstädtischen Kontext zu arbeiten. Allerdings steht die eigentliche
Bewährungsprobe noch bevor. Vor Inkrafttreten der neuen Sportförderrichtlinie und der
Umstellung des Antrags- und Bearbeitungsverfahrens bedarf es entsprechender Schulungen der
Mitarbeitenden und nach Inkrafttreten einer breiten Bekanntmachung nicht nur der Förderinhalte,
sondern eben auch der -verfahren. Durch die kontinuierlichen Veränderungswirkungen der
Sportentwicklungsplanung sollten gute Voraussetzungen für den Umstellungsprozess geschaffen
sein. Einen Risikofaktor stellt die Anwendbarkeit der gesamtstädtischen IT-Lösung für die
Fördertatbestände des Sportamtes dar.
Dagegen sind für die weitere Intensivierung der eigenen Fördermittelakquise über den
erreichten Status quo hinaus deutlich komplexere Probleme zu lösen. Werden ca. zwei Anträge
pro Jahr gestellt, sind die durch Effizienzgewinne zusätzlich erschlossenen Kapazitäten
gebunden. Durch die aktuelle Aufgabenzuweisung der Fördermittelakquise zum Aufgabenbereich
Finanzen, der insbesondere die Haushaltsplanung sowie die Kosten- und Leistungsrechnung
umfasst, ist in den Monaten November bis März keinerlei Antragstellung möglich. Diese
Festlegung verkompliziert z.T. kurzfristige Ausschreibungen und komplexe Antragstellungen mit
hohem zeitlichem Vorlauf.
Empfehlung
Der eingeschlagene Weg bei der Digitalisierung und Einbettung des
Fördermittelmanagements in den gesamtstädtischen Kontext ist konsequent
fortzusetzen. Angeregt wird die Fortführung eines institutionalisierten und
regelmäßigen Erfahrungsaustauschs mit anderen Ämtern zur Einführung der
digitalen Antragsbearbeitung, zur Akzeptanzsteigerung innerhalb der Verwaltung
und bei den Antragstellern, vor allem aber zur Entwicklung eines Benchmark-
Verfahrens, welches die Zielerreichungsgrade der jeweiligen Ämter miteinander
vergleichbar macht.
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Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln
Zwischenevaluation — Ergebnisbericht
Stand ________________ 08. November 2021
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Bei diesem Benchmark-Verfahren geht es weniger um eine Besten-Ermittlung,
sondern um die Ermöglichung, von den Besten zu lernen und deren Erfahrungen
für die eigene Arbeit nutzbar zu machen.
Bezüglich der Fördermittelakquise ist eine grundsätzliche Entscheidung notwendig,
ob und wenn ja in welcher Form eine weitere Intensivierung der Antragstellung
erfolgen soll. Kriterium für eine solche Entscheidung sollte sein, ob der städtische
Haushalt mit den eingeworbenen Fördergeldern vermindert um den dafür
notwendigen (zusätzlichen) Aufwand tatsächlich entlastet werden kann. Die
Antragstellungen sollten sich dabei auf Projekte konzentrieren, die den Leitideen
der Sportentwicklungsplanung folgen. In diesem Zusammenhang ist anzuraten,
den Blick nicht nur auf klassische Sportfördermittel, sondern auch auf andere
Bereiche wie etwa Stadtentwicklung, Sozialraumentwicklung oder Klimaschutz zu
richten. Auszuschließen wäre, dass dafür zwar Fördermittel eingeworben werden
können, deren Verwendung jedoch einen so hohen zusätzlichen Aufwand
erfordert, dass dieser zusammen mit dem Aufwand für die Antragstellung nicht
genehmigter Förderprojekte die Höhe der eingeworbenen Mittel übersteigt.
Betrachtet man den positiven Förderbescheid von 768.000 Euro, zeigt sich, dass
die systematische Fördermittelakquise den Haushalt der Stadt Köln deutlich
entlasten könnte. Das Sichten der großen Anzahl der Förderprogramme aus den
beschriebenen Bereichen setzt allerdings ein kontinuierliches, systematisches und
vernetztes Arbeiten voraus. Dies stellt hohe Anforderungen an die Aufgabe. Bei
weitgehend interner Erarbeitung der Anträge scheint eine Personalaufstockung mit
einer an die Qualität der Aufgaben angepassten Bewertung dringend notwendig.
Sollte dies nicht möglich sein, müssen dem Mitarbeiter, der sich mit diesem
Aufgabenbereich aktuell neben seinen eigentlichen Aufgaben beschäftigt und den
positiven Förderbescheid erwirkt hat, notwendige Freiräume eingeräumt und eine
Entwicklungschance aufgezeigt werden, die sich ebenfalls an den hohen
Anforderungen der Aufgabestellung orientiert. Dies zieht dann allerdings eine
Aufgabenverlagerung zu anderen Mitarbeitenden nach sich.
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Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln
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3.3 Kunstrasenprioritätenliste
Projektbeschreibung
Die Stadt Köln hatte im Jahr 2017 die Fortschreibung der ersten Prioritätenliste zur
Modernisierung und Sanierung von Kölner Sportfreianlagen für die Jahre 2018-2020 beschlossen
(–> Drucksache 2720/2017). Diese zweite Prioritätenliste, die noch bis zum Jahre 2020 gültig war,
wurde auf Grundlage einer Bewertungsmatrix erstellt. Eine weitere Prioritätenliste von 2021 bis
2025 sollte auf dem Fundament einer angepassten Bewertungsmatrix fortgeschrieben werden. Im
Zuge der Sportentwicklungsplanungen wurde diese Matrix im Hinblick auf die aktuellen Bedarfe
der Sport vereine, soziale Kriterien und die Erfüllung ökologisch -nachhaltiger Kriterien beim
Kunstrasenbau neu aufgestellt. Das Sportamt hat auf dieser Basis die neue Prioritätenliste (–>
siehe Gutachten) 1:1 in Abstimmung mit dem Stadtsportbund Köln , dem Fußballkreis Köln und
den sportpolitischen Sprechern der Fraktionen im Kölner Stadtrat umgesetzt.
Bewertung
Der Umsetzungsprozess ist sehr positiv verlau fen. Dies lag laut Sportamt an den nachvollzieh -
baren, wissenschaftlich fundierten, praxisbezogenen Kriterien für die Prioritäten-Entscheidungen.
Empfehlung
Das Beispiel zeigt, dass praxisbezogene, an aktuellen Wissensbeständen
ausgerichtete Leitlinien eine gute Grundlage für sportpolitische Entscheidungen
bilden. Sie sind neutral, nicht interessengeleitet; sie werden in der ganz
überwiegenden Mehrheit von den Sportvereinen anerkannt und als gerecht
empfunden. Es wird empfohlen, die Prioritätenliste in Kooperation mit den
Sportorganisationen und der Sportpolitik fortzuführen und die Kriterien auf Basis
der Matrix aus dem Sportentwicklungsplan an die jeweils aktuelle Situation
anzupassen und weiterzuentwickeln.
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Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln
Zwischenevaluation — Ergebnisbericht
Stand ________________ 08. November 2021
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3.4 Modellprojekt Everhardstraße/Kreuzgasse
Projektbeschreibung
Das Ziel des Projektes war, anhand der Gesamtfläche des Inneren Grüngürtels zwischen
Bahnkreuz im Norden und Aachener Weiher im Süden unter Einbezug der Sportanlage
Everhardstraße (Bezirkssportanlage Prälat Ludwig Wolker) , die Entwicklung von unter -
schiedlichen Sport- und Bewegungsräumen gemeinsam mit der Bevölkerung, den Schulen, den
Vereinen, der Stadtverwaltung und -politik zu erarbeiten. Es sollte hier sowohl ein
gesamtstädtischer Bezug als au ch ein Bezug zum Stadtteil (Ehrenfeld) hergestellt werden. Die
Weiterentwicklung der bereits bestehenden, sportlich genutzten Räume wurde daher sowohl aus
der Perspektive einer Freiraum- , Sport- und Schulentwicklungsplanung als auch aus der
Perspektive der Menschen, die im Umfeld des Planungsgebietes leben, Sport treiben oder sich
bewegen wollen, in den Blick genommen. Es fanden mehrere Workshops und Begehungen mit
den Beteiligten statt. Außerdem wurde mit Unterstützung des Büros für Öffentlichkeitsbeteili gung
der Stadt Köln ein breit angelegtes Öffent lichkeitsbeteiligungsverfahren durchgeführt , dessen
Ergebnis gerade in den politischen Gremien vorgestellt wurde und Grundlage der weiteren
Planung sein wird.
In der Umsetzung des Projektes zeigten sich, wie bereits in der Planung festgestellt wurde,
erhebliche Interessengegensätze, was die Vorstellungen für eine zukünftige Nutzung der zur
Disposition stehenden Sportflächen betrifft. Sowohl die Sport vereine, die Flächen nutzen und
behalten wollen, al s auch die Stadtverwaltung, bei der unterschiedliche I nteressen hinsichtlich
vorhandener Flächen im Grünbereich konkurrieren, waren zunächst nicht in Übereinstimmung zu
bringen. Erst im Rahmen des Partizipationsverfahrens kristallisierte n sich die Interes sen-
schwerpunkte der Beteiligten heraus. Darauf basierend können nun weiterführende Planungen
entwickelt und der Politik zur Entscheidung vorgelegt werden.
Bezogen auf das Teilprojekt Gymnasium Kreuzgasse trat eine zu Beginn der Planungen nicht
absehbare Änderung ein. Es wurde ein Generalunternehmer für die Planung des gesamten
Schulbauprojekts beauftragt, das auch den Schulhof einbezieht. Hierdurch konnte das Modell -
projekt nicht wie vorgesehen durchgeführt werden, da die Planung des Pausenhofes unter
sportfachlichen Gesichtspunkten nicht mehr in der Federführung des Sportamtes liegt. Nur die
Sportplatzplanung obliegt weiterhin dem Sportamt. Bei dieser werden allerdings wichtige Aspekte
der Bürgerbeteiligung zum Sportentwicklung splan aufgegriffen. So soll die Anlage eine Öffnung
nach außen erhalten, wodurch insbesondere für Läuferinnen und Läufer die Möglichkeit besteht ,
aus dem Inneren Grüngürtel auf die Laufbahn der Anlage zu wechseln und umgekehrt.
Bewertung
Das Ziel, eine vorbildhafte Schulsportanlage des Gymnasiums Kreuzgasse zu entwickeln, die die
schulischen, vereinsbezogenen Bedarfe und Interessen der informell sportreibenden Menschen
aufnimmt, k ann nicht im vorgesehenen Umfang realisiert werden. Für die Neuplanung der
Sportanlage Everhardstraße konnten durch die Öffentlichkeitsbeteiligung die Grundlagen für die
weitere Entwicklung der Flächen gelegt werden. Finanzierung, politische Entscheidung und
inhaltliche Planung müssen im Grunde zusammengebracht werden.
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Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln Zwischenevaluation — Ergebnisbericht Stand ________________ 08. November 2021 Seite _________________ 11 / 32 Empfehlung Es wird empfohlen, bezogen auf die Sportanlage Kreuzgasse, die modellhaften Planungsideen weiterzuentwickeln. Für größere Planungsverfahren wie die Umgestaltung der Flächen Everhardstraße sind intensive Abstimmungen in der Verwaltung und eine Öffentlichkeitsbeteiligung notwendig, um der Politik eine beschlussreife Planung vorlegen zu können. Will man eine stadtintern weitgehend abgestimmte und von den Menschen, die die neuen Anlagen aufsuchen werden, akzeptierte Sportanlage schaffen, ist es ratsam, nicht nur eine Objektplanung vorzunehmen, sondern auch frühzeitig sich über Sportangebote, den zukünftigen Betrieb der Sportstätten und über Netzwerke und Kommunikationsformen zu verständigen, die eine nachhaltige Nutzung der Anlage sichern helfen. 3.5 Modellprojekt Deutzer Hafen/Rondorf Projektbeschreibung Im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung der neuen Stadtquartiere Deutzer Hafen und Rondorf Nordwest sind auch Schulen, deren bewegungsbezogenes Umfeld sowie die entsprechenden Schulsportanlagen zu planen. Das Planungsvorhaben sollte insofern für andere, ähnlich gelagerte Bauprojekte, ein Modell werden, weil sowohl ein Quartiersbezug hergestellt wird als auch jeweils schulische Leitthemen entwickelt werden. In die Planung schulischer Bewegungs- und Sporträume sollten in diesem Modellprojekt mehrere Perspektiven (verschiedene Nutzer, Freiraum-, Sport- und Schulentwicklungsperspektiven) integriert werden. Das galt aber nicht nur für die gedeckten Schulsportanlagen. Es wurde im Rahmen des Modell- projektes auch geprüft, inwieweit Schulhöfe als pädagogische Bewegungsräume insbesondere in Grundschulen ertüchtigt werden können und ggf. für das Wohnquartier geöffnet und wie mögliche negative Folgen hieraus zu bewältigen sind. Das Modellprojekt „Schulen Rondorf und Deutzer Hafen“ bezog die Gestaltung von Schulhöfen nach bewegungspädagogischen Grundsätzen ein. Innerhalb des Modellprojekts Schulen „Rondorf“ und „Deutzer Hafen“ werden Planungsprinzipien für den zukünftigen Neubau von schulischen Sportanlagen ausgearbeitet. Das Teilprojekt „Deutzer Hafen“ (–> s. Werkstattbericht Januar 2021) ist in das städtebauliche Gesamtkonzept integriert worden und wurde dort an- und in die freiraumplanerischen Konzepte aufgenommen (–> „Freiraum in Bewegung“, ebd. S. 12). In Kooperation mit anderen Ämtern der Stadtverwaltung hat sich das Sportamt konzeptionell und personell in die Werkstattgruppen und Planungsrungen intensiv eingebracht. Als etwas schwieriger stellte sich die Abstimmung über die Größe von Flächen und bewegungsbezogenen Raumgestaltungen und -standorte mit dem Amt für Schulentwicklung dar. Dessen Blick richtet sich verständlicher Weise zunächst auf die zügige Realisierung eher standardisierter Sportstätten. Deshalb ist die Diskussion auch um die große
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Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln Zwischenevaluation — Ergebnisbericht Stand ________________ 08. November 2021 Seite _________________ 12 / 32 Bedeutung, die ein außerschulisches Bewegungsumfeld und andere Sportstätten wie neu zu nutzende Holzhalle oder ein Lehrschwimmbecken für eine Bewegte Schule haben, intensiv zu führen. Dies ist bei dem Projekt gelungen. Als absoluter Leuchtturm für die Entwicklung neuer Bewegungsformate im Quartier am Rhein stellte sich das geplante Freiwasser-Schwimmbad im Hafenbecken heraus. Die Gesamtplanung geht für das Teilprojekt Deutzer Hafen gehen voran und werden umgesetzt. Die Ideen und die dafür notwendigen Flächenkapazitäten aus der Sportentwicklungsplanung sind im Teilprojekt „Rondorf“ ebenfalls fast vollständig aufgenommen worden. Aktuell ist dort der Bau von zwei Schulen mit den entsprechenden Sporthallen und Bewegungsflächen geplant, die in den Nachmittags- und Abendstunden dann auch für die Vereine zu Verfügung stünden. Außerdem ist zu klären, ob die Schulhöfe als Bewegungsräume entsprechend dem laufenden Modellprojekt auch für individuell Sporttreibende geöffnet werden können. Das Projekt geht nun in die nächste Phase, die Festlegung der Planungen für die angemeldeten Sportflächen. Bewertung Beide Projekte sind, sowohl was die Konzeptplanung als auch die ersten Schritte einer Umsetzungsplanung betrifft, erfolgreich verlaufen. Von großer Bedeutung für das Sportamt ist die sport- und bewegungsfachliche Akzeptanz der Vorplanungen im Rahmen der Sportentwick- lungsplanung. Diese waren sehr hilfreich für die Architekten. Das Stadtplanungsamt zeigte großes Interesse, dass das Sportamt sich in dieser Art und Weise in Stadtentwicklungsprojekte einbringt. Empfehlung Es hat sich als richtig erwiesen, dass das Sportamt offensiv agiert und als Kompetenzzentrum für Sport und Bewegung projektbezogen bei anderen Vorhaben mitarbeitet. Zukünftige Planungen sollten daher zwischen der Gebäudewirtschaft, Schulverwaltung, dem Sportamt und dem Stadtplanungsamt abgestimmt werden, wenn darin sport- und bewegungsbezogene Themen Gegenstand sind. Das Sportamt stimmt sich im Vorfeld mit dem Stadtsportbund Köln ab, um auch die Bedarfe der Sportvereine zu ermitteln. Es wird empfohlen, parallel zu der Erweiterung der Aufgaben des Sportamtes auch eine formale Zusammenarbeit des Sportamtes mit weiteren Ämtern anzustreben. Das Sportamt sollte auch bei der praktischen Umsetzung von Planungen beteiligt sein, um die Perspektive der Sport treibenden Menschen einzubringen und bei Fragen der Nutzung und des nachhaltigen Betriebes einer Sportanlage beratend tätig zu sein.
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Zwischenevaluation — Ergebnisbericht
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3.6 Modellprojekt Rendsburger Platz
Projektbeschreibung
In diesem Modellprojekt sollte die Planung einer klimaoffenen, überdachten Sport- und Bewe-
gungsanlage auf dem Rendsburger Platz 1 in Köln-Mülheim im Mittelpunkt stehen, um diese für
den Sozialraum hinsichtlich Bewegungs- und Sportmöglichkeiten zu ertüchtigen. Es handelt sich
um eine Bolzplatzfläche des Amtes für Kinder, Jugend und Familie, die im Rahmen der Sportent-
wicklungsplanung in Kooperation zwischen Jugendamt und Sportamt vom Sportamt umgebaut
werden soll. Das Ziel war die Erstellung eines räumlichen Entwurfs als Grundlage für eine
politische Entscheidung, diesen umzusetzen. Die erarbeiteten Empfehlungen sollten in einem
weiteren partizipativen, dialogischen Prozess im Sinne einer systematischen Öffentlichkeits-
beteiligung mit Kindern, Jugendlichen und der Stadtteilschulen, Kitas noch erläutert, besprochen
und ggf. präzisiert und ergänzt werden. Das Projekt wurde daher im Jahr 2020 mit einem breiten
Online-Beteiligungsverfahren auf der Grundlage der vom Rat der Stadt Köln beschlossenen
Qualitätsstandards für gute Öffentlichkeitsbeteiligung begonnen. Der Prozess der Öffentlichkeits-
beteiligung musste wegen der Corona-Pandemie angepasst, konnte aber erfolgreich zu Ende
geführt werden. Die Bodenschutz- und Lärmgutachten sind fertig gestellt worden. Die
Realisierung des Umbaus der bestehenden Bolzplätze sieht derzeit Überdachung vor. Da
hierfür eine Änderung des Bebauungsplans notwendig ist, könnte eine Überdachung der
Sportanlage erst in ca. 6 bis 8 Jahren entstehen.
Bewertung
Das Projekt wird gebaut, das Konzept wurde sehr gut angenommen. Die Form der Öffentlich-
keitsbeteiligung wurde evaluiert und positiv bewertet.
Empfehlung
Die Öffentlichkeitsbeteiligung ist abgeschlossen, hat aber nichts an dem Ergebnis
geändert.
Es wird empfohlen, bis auf die Überdachung, alle anderen Themen
(Fitness/Kunststofffeld/Kletterwand, Rückspielwand) zu realisieren.
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14 ____ SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG KÖLN_ZWISCHENEVALUATION_ERGEBNISBERICHT
Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln Zwischenevaluation — Ergebnisbericht Stand ________________ 08. November 2021 Seite _________________ 14 / 32 3.7 Modellprojekt Innovation im öffentlichen Raum Projektbeschreibung Eines der zentralen Anliegen der Sportentwicklungsplanung war es, den öffentlichen Raum stärker für Sport- und Bewegungsaktivitäten zu erschließen, dort Menschen in Bewegung zu bringen und durch Kooperationen mit Sportvereinen deren Angebot für Vereinsungebundene bekannt und erlebbar zu machen. Dieses Ziel wird in zwei Teilprojekten umgesetzt, die sich inhaltlich ergänzen. Zum einen werden im Rahmen von „Kölle aktiv“ gemeinsam mit dem Stadtsportbund Köln e.V. (SSBK) verschiedene angeleitete Bewegungsangebote wie — „Kölle aktiv im Park“, — „Kölle aktiv am Sundaach“ oder — „Kölle aktiv – das Sportlabor“ unterbreitet. Allein im Zeitraum vom 01.07. bis 30.09.2020 wurden an 92 Tagen 830 Sport- und Bewegungsangebote in 9 Stadtbezirken in Kooperation mit 30 Vereinen und 60 Trainerinnen und Trainern angeboten, mit denen über 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreicht wurden, von denen zwei Drittel bislang keine Sportvereinsmitglieder waren. Für das Jahr 2021 ist von einem ähnlichen Zuspruch auszugehen. Bestandteil von „Kölle aktiv“ sind zudem in der Pandemiezeit digitale Angebote, die in den eigenen vier Wänden ausgeführt werden können. Diese fanden in den Jahren 2020 und 2021 vor allem in den Wintermonaten als sport@home statt. Das Programm wird im Herbst 2021 fortgeführt. Inhaltlich erweitert wurde sport@home im Jahr 2021 noch durch Specials, im Rahmen dessen bekannte Sportlerinnen und Sportler ihre Sportart, ihren Verein und ihre Sportanlage vorstellen können. Teil von „Kölle aktiv“ ist auch der „Sundaach“, bei dem in den Wintermonaten kostenlose und niederschwellige Angebote von Vereinen in den Sporthallen stattfinden. Zum anderen werden – teils verbunden, teils unverbunden zu „Kölle aktiv“-Angeboten – Aktivitätsangebote im öffentlichen Raum unterbreitet, die ganz oder wesentlich auf individueller Eigennutzung basieren. Bewertung Dem Sportamt der Stadt Köln und dem Stadtsportbund Köln e.V. ist es in beeindruckender Breite gelungen, Bewegungsangebote im öffentlichen Raum zu unterbreiten, die von vielen Menschen genutzt und nachgefragt werden. Mit „Kölle aktiv“ konnte eine Marke etabliert werden, die sogar die Möglichkeit für lokale oder thematische Submarken schafft. Hervorzuheben ist zudem, dass die Angebote vor allem von Frauen nachgefragt werden und somit der Angebotslücke zwischen Sportangeboten für Frauen und Männern verringert werden konnte. Dies gilt auch für ältere Teilnehmende. Die Zusammenarbeit zwischen dem Sportamt und dem SSBK hat zudem die gemeinsame Vertrauensbasis deutlich gestärkt, auch wenn naturgemäß die Organisa- tionskulturen einer Verwaltungseinheit und einer Geschäftsstelle eines ehrenamtlich geführten Sportverbandes deutlich differieren.
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Bei „Kölle aktiv“, „Sport@Home“ und den anlagengebundenen neuen Bewegungsangeboten
wird es künftig darauf ankommen, dauerhaft ein jahreszeitlich übergreifendes Angebot zu schaffen
und die Brücke in den Vereinssport konsequenter zu ermöglichen. Das Projekt „Kölle aktiv –
der Sportkiosk“ bedarf noch einer tragfähigen konzeptionellen Umsetzung.
Empfehlung
Mit den aktuellen Angeboten ist es gelungen, vor allem im Sommer zahlreiche
Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu erreichen. Offen ist aber, ob es geglückt ist,
diese zum regelmäßigen Sporttreiben zu bewegen. Der Weg zum regelmäßigen
Sporttreiben könnte auf zwei Wegen bereitet werden. Durch die Etablierung
neuer Sportgruppen in Sportvereinen, die aus dem Angebot bei „Kölle aktiv“
heraus entstanden sind, könnte ein regelmäßiges Angebot entstehen. Die Bildung
derartiger Sportgruppen müsste von den Sportvereinen vor Ort angeregt
und begleitet werden. Dem Sportamt kommt dann die Aufgabe zu, solchen
Sportgruppen Hallenkapazitäten anzubieten, was aufgrund der Kapazitäts-
engpässe nicht einfach werden dürfte. Hilfsweise käme die Vermittlung einzelner
Interessenten in existierende Sportgruppen durch die Vereine in Frage.
Diesen Weg finden jedoch erfahrungsgemäß nur sehr wenige Teilnehmerinnen
und Teilnehmer.
Parallel oder alternativ dazu wäre die Etablierung eines jahresübergreifenden
Angebots im Freien oder in Kombination mit Hallenangeboten zu prüfen.
Ggf. könnte mit einer Ausweitung ausgewählter Angebote über den Zeitraum Juli
bis September hinaus begonnen werden. Dies scheint sich an einigen Standorte
auf privater Basis bereits etabliert zu haben, so dass die kostenfreien Angebote
von „Kölle aktiv“ dann vor allem einen Mitnahmeeffekt auslösen. Empfohlen wird
daher, mittelfristig eine Zertifizierung von Angeboten zu entwickeln, mit Hilfe
dessen Einnahmen privatwirtschaftlicher Anbieter abgeschöpft und neue
kostenfreie Angebote etabliert werden können.
Die bewährte Kooperation zwischen Sportamt und SSBK sollte fortgesetzt und
vertieft werden. Dabei ist weiter nach Formen zu suchen, die die Fähigkeiten
beider Partner möglichst optimal projektorientiert verbinden. Beide Partner werden
ermutigt, dafür auch neue Formen der Abstimmung auszuprobieren.
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3.8 Intensivierung Zusammenarbeit Amt für Schulentwicklung und Sportamt
beim Bau von Schulsporthallen
Projektbeschreibung
Die Stadt Köln will insbesondere die kinder-, jugend- und familienbezogene Bewegungserziehung
und -bildung in den Bildungseinrichtungen und in den Sportvereinen fördern. Die schulischen
Sportanlagen sollten aus Sicht der sport- und bewegungsbezogenen Raumplanung daher
zukünftig verstärkt die aktuellen Lehrpläne für das Fach Sport in den Schulen und die neuen
Sportangebote des Vereinssports in den Blick nehmen. Es war daher in diesem Projekt
beabsichtigt, dass das Sportamt über den Stadtsportbund Köln gemeinsam mit den Verbänden
Raumblätter für Sporthallen entwickelt, die die Aspekte und Vorgaben des Vereinssports
berücksichtigen, die dann wiederum Gegenstand der Leistungsphase 0 der Ausschreibungen
werden sollen. So sollen einerseits Sporthallen entstehen, die sowohl den Schul- als auch den
Vereinssport abbilden. Andererseits sollte so sichergestellt werden, dass beim Schulbau keine
Verzögerungen durch spätere Wünsche des Vereinssports entstehen.
Das Sportamt hatte als Grundlage für die Erstellung von Raumblättern von den verschiedenen
Fachverbänden deren Anforderungen an Raummaße und Ausstattung eingeholt. Hieraus
entstand eine sehr detaillierte Auflistung von allen Elementen, die für die normgerechte Ausübung
einer Sportart nötigen Elemente mit den hierzu erforderlichen Raumstrukturen beschrieben.
Daraus wurde eine Matrix abgeleitet, die sich an Beispiel einer Dreifachsporthalle exemplarisch
veranschaulichen lässt: Basisanforderungen nach Norm, Dreifachturnhalle „PLUS“ (um 3 m
größer als die Normhalle) und Dreifachhalle mit verschiedenen Schwerpunkten (z.B. für
Badminton, Rollstuhlbasketball). Ebenso für Einfach- und Zweifachsporthallen. Die Bedürfnisse
der Sportvereine nach größeren Geräteräumen, die auch Lagerflächen für Geräte der Vereine
bieten, wurden berücksichtigt.
Bewertung
Die Zusammenarbeit des Sportamtes mit dem Amt für Schulentwicklung und der
Gebäudewirtschaft sowie den Sportorganisationen war konstruktiv. Erstmals werden nun
Vorlagen für den Bau von normgerechten Sportanlagen der Schulen erstellt, die Kriterien für
Raumgrößen und Ausstattungen enthalten, die besonders für den wettkampforientierten
Vereinssport dienlich sind. Das Ziel, die Raumstrukturen der Sporthallen so zu verändern, dass
insbesondere für den Sportunterricht der Schulen neue pädagogische Sportfachräume entstehen,
muss nun weiterverfolgt werden. Auch bei diesem Projekt zeigt sich, dass der sportfachliche
Austausch zwischen Sportamt und Amt für Schulentwicklung weiter fortgesetzt werden sollte.
16 ____ SPORTENTWI CKLUNGSPLANUNG KÖLN_ZWISCHENEVALUATION_ERGEBNISBERICHT
PROF. DR. ROBIN KÄHLER PROF. DR. LUTZ THIEME
17 ____ SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG KÖLN_ZWISCHENEVALUATION_ERGEBNISBERICHT
Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln
Zwischenevaluation — Ergebnisbericht
Stand ________________ 08. November 2021
Seite _________________ 17 / 32
Empfehlung
Die Matrix sollte ständig weiterentwickelt und dem Wandel der
Sportarten und Regeln angepasst werden. Es wird empfohlen, perspektivisch
als zweiten Schritt den schulischen Bedingungen für Fachräume noch mehr zu
entsprechen und sich von standardisierten Raumstrukturen zu lösen. Es ist
ratsam, schulische Sportanlagen zukünftig so zu sanieren, zu modernisieren und
zu bauen, dass sie sowohl den schulsportpädagogischen Erfordernissen laut
Lehrplan Sport Rechnung tragen als auch die Sportangebote der lokalen Vereine
ermöglichen. Bisher ist das oft nicht der Fall.
Es wird empfohlen, bei zukünftigen Planungen zwischen der Gebäudewirtschaft,
Amt für Schulentwicklung und dem Sportamt dessen schulsportfachliche
Kompetenz weiter intensiv zu berücksichtigen. Dazu gehört dann auch als
weiteren Ausfluss des Themas die Gestaltung von Pausenhöfen nach
den gleichen Kriterien.
3.9 Kölner Perspektiven 2030
Projektbeschreibung
Unter Federführung des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik wurde das Gutachten zu den
„Kölner Perspektiven 2030+“ erstellt. Sport und Bewegung findet dort als Ziel 5.1 „Köln fördert
Bewegung und Sport“ explizite Berücksichtigung. Die „Kölner Perspektiven 2030+“ nehmen die
wesentlichen Eckpunkte der Sportentwicklungsplanung auf und betten die Perspektiven
• Köln als Sportstadt zu stärken
• Sport- und Freizeitmöglichkeiten nach Möglichkeit öffnen und mehrfach nutzen
• Die Zugänglichkeit städtischer und regionaler Erholungsräume sicherstellen
• Sport-, Gesundheits- und gesunde Versorgungsangebote in allen Quartieren sicherstellen
• Sport-, Bewegungs- und Aktionsangebote für Kinder und Jugendliche fördern
in einen gesamtstädtischen Kontext ein. Das Sportamt wirkte in diesem Prozess aktiv mit.
Das Gutachten dient als Kompass für die weitere Stadtentwicklung: Eine interdisziplinäre und
dezernatsübergreifende Arbeitsgruppe soll Projekte ableiten und umsetzen.
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18 ____ SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG KÖLN_ZWISCHENEVALUATION_ERGEBNISBERICHT
Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln Zwischenevaluation — Ergebnisbericht Stand ________________ 08. November 2021 Seite _________________ 18 / 32 Bewertung Mit den „Kölner Perspektiven 2030+“ hat sich die Stadt Köln ein zentrales handlungsleitendes Instrument geschaffen, um die weitere Stadtentwicklung zu beschreiben. Es dürfte vor allem bei Ziel- und Ressourcenkonflikten hilfreich sein, auf die Ziele der „Kölner Perspektiven 2030+“ verweisen zu können. Die Sportentwicklungsplanung kann als fachspezifische Ergänzung zu den „Kölner Perspektiven 2030+“ verstanden werden, auch wenn die Finalisierung der Sportentwick- lungsplanung der der Kölner Perspektiven zeitlich voraus ging. Insbesondere angesichts der in anderen Kommunen häufig festzustellenden Marginalisierung von Sport und Bewegung in der Stadtentwicklung ist die Verankerung und Bewegung und Sport in der zentralen mittelfristigen Zukunftsbeschreibung der Stadt Köln nicht hoch genug zu würdigen. Andererseits entsteht durch diese Verankerung auch eine explizite Verpflichtung nicht nur die unmittelbar für den Sport relevanten Perspektiven zu beachten, sondern auch allen anderen in den „Kölner Perspektiven 2030+“ verankerten Ansatzpunkten Rechnung zu tragen. Dies erhöht die qualitativen Anforde- rungen bei der Umsetzung der Sportentwicklungsplanung auf gesamtstädtischer Ebene und deren interdisziplinäre Ausrichtung. Gleichzeitig steigt die Chance weiter, Sport und Bewegung im Sinne der Sportentwicklungsplanung als Bestandteil von Stadtentwicklung in der Stadtverwaltung zu verankern. Empfehlung Naturgemäß haben Abstimmungsprozesse zu komplexen Themen wie einer mittelfristigen Beschreibung der Perspektiven einer Stadt einen – gemessen am späteren Output – hohen Ressourcenbedarf, so dass der Eindruck entstehen könnte, dass die Beteiligung an derartigen gesamtstädtischen Prozessen zu Lasten anderer Aufgaben geht. Dem sind die strategische Bedeutung sowie die Netzwerkeffekte derartiger Vorhaben entgegenzuhalten. Daher wird dem Sportamt empfohlen, sich auch weiterhin mit sportwissenschaftlicher Expertise in diesem Feld zu engagieren und auch eine Mitarbeit in der geplanten Projektgruppe anzustreben.
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19 ____ SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG KÖLN_ZWISCHENEVALUATION_ERGEBNISBERICHT
Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln Zwischenevaluation — Ergebnisbericht Stand ________________ 08. November 2021 Seite _________________ 19 / 32 3.10 Kooperationen mit Hochschulen und Wissenschaft Projektbeschreibung In geeigneten Projekten der Sportentwicklungsplanung kooperiert das Sportamt mit verschiede- nen Instituten und der Verwaltung der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS). Zudem werden Seminare und Abschlussarbeiten unterstützt. Das Sportamt profitiert insbesondere von Gutachten (–> z.B. Nutzung Pumptrack), von themenbezogenen Abschlussarbeiten (–> z.B. Dirt Bike Anforderungen) und von sporthistorischen Ausarbeitungen (–> z.B. Chronik „100 Jahre Sportamt“). Eine Win-win-Situation entsteht insbesondere bei der Förderung von Start Ups, da deren Innovationspotenzial sich prägend auf die Sport- und Bewegungskultur in Köln auswirken kann und insgesamt die lokale Wirtschaftskraft stärkt. Bewertung Die Kooperation mit Hochschulen und Wissenschaft beschränkt sich derzeit auf anlassbezogene Projekte mit der DSHS oder auch anderen Hochschulen. Die Wissenschaftslandschaft in Köln bietet jedoch weitere Anknüpfungspunkte (–> z.B. Universität zu Köln, TH Köln), wie dies teilweise schon mit der FH Osnabrück geschieht. Zudem wären in besonderen Fällen auch Kooperationen mit auswärtigen Hochschulen erfolgversprechend. Die Liste der aktuellen Projekte erscheint noch nicht hinreichend systematisiert, der Beratungsbedarf ist noch nicht ausreichend eruiert, die Zusammenarbeit mit Hochschulen als Quelle von informeller Weiterbildung und Inspiration noch nicht ausgeschöpft. Empfehlung Das Sportamt sammelt die Themen, für die es Beratungsbedarf erkennt, sowie die Themen, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fachlich interessieren. Beginnend mit den aktuellen Kooperationspartnern an der DSHS werden dann die Möglichkeiten erörtert, in diesen Themen durch Abschlussarbeiten, Seminare, Projektarbeiten, Vorträge etc. zu kooperieren. In solchen Gesprächen können dann auch die Interessen der Hochschulseite berücksichtigt werden. Können die Themen nicht von den aktuellen Kooperationspartnern bedient werden, könnte nach weiteren Kooperationspartnern gesucht werden.
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20 ____ SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG KÖLN_ZWISCHENEVALUATION_ERGEBNISBERICHT
Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln Zwischenevaluation — Ergebnisbericht Stand ________________ 08. November 2021 Seite _________________ 20 / 32 3.11 Öffnung von Pausenhöfen Projektbeschreibung Das Ziel dieses Projektes besteht darin, im Rahmen eines Modellversuchs zu prüfen, inwieweit Schulhöfe als pädagogische Bewegungsräume insbesondere in Grundschulen ertüchtigt und ggf. für das Wohnquartier geöffnet und wie die Folgen hieraus beherrscht werden können. Es war damit auch beabsichtigt, sportbezogene Kooperationen der Schulen und Sportvereine im offenen Ganztagsbetrieb und Mitgliedschaftsmodelle zu initiieren und zu fördern, durch die Schülerinnen und Schüler Zugang zu Sportvereinen gewinnen können. In einer Arbeitsgruppe, in der verschiedenen Ämter der Stadtverwaltung, die Schwerbehindertenvertretung sowie externe Sportakteure vertreten waren, wurde ein Konzept erstellt, wie die Öffnung von Schulhöfen modellhaft aussehen könnte. Dieses wurde auch mit den Schulleitungen abgestimmt. Das Sportamt begleitete das Projekt mit flankierenden Maßnahmen (z.B. Bewegungsangebote) und mit einer Evaluation durch die Deutsche Sporthochschule Köln. Es ist ein zweijähriges Modellprojekt vom Rat beschlossen, das zum 1. Dezember 2021 starten soll. Mit der Öffnung von Schulhöfen als Spiel-, Sport-, Bewegungs- und Begegnungsflächen werden die Zielsetzungen auch der kommunalen Spielplatzplanung umgesetzt. Das Konzept sieht zudem Aktionspro- gramme aus den Bereichen Sport und Offene Kinder- und Jugendarbeit auf neun ausgewählten Schulhöfen vor. Auch zeitlich begrenzte niedrigschwellige Sport- und Bewegungsangebote sollen dort kostenfrei stattfinden. Bewertung Das Projekt kann, bis zum heutigen Zeitpunkt, als erfolgreich bewertet werden. Es ist dem Dezernat für Bildung, Jugend und Sport mit dem Sportamt und dem Amt für Schulentwicklung sowie allen Kooperationspartnerinnen und -partnern gelungen, ein Konzept zu erarbeiten und hierfür eine politische Mehrheit im Rat der Stadt zu erhalten, dass einen wichtigen Impuls für die schulische Bewegungsförderung setzt und für die Kinder und Jugendlichen in den Veedel neue Bewegungsräume eröffnet. Die Flächen sollen werktags nach der Schulzeit, an Sonn- und Feiertagen sowie während der Ferien im Sinne der Kinder- und Familienfreundlichkeit von allen in der Nachbarschaft bespielt und genutzt werden können. Der Prozess wurde sehr gut moderiert und begleitet, sodass viele Probleme und offene Fragen der Beteiligten bereits innerhalb der Arbeitsgruppe angesprochen und gelöst werden konnten. Insbesondere Probleme, die die Schulen und der Schulträger im Zusammenhang mit Vandalismus-Schäden, Pflege, Aufsicht, Schulhausmeister mit Dienstwohnung an der Schule und Lärm sehen, wurden diskutiert und hierfür Lösungswege aufgezeigt. Was noch nicht Gegenstand der Planungen war, aber aus Sicht einer Bewegungsentwicklung grundsätzlich dazu gehört, ist die Ertüchtigung der Schulhöfe mit Bewegungsgeräten und Raumgestaltungen. Der Schulhof sollte nicht nur geöffnet werden, er muss auch einladend wirken, attraktiv sein. Dies gilt es bei Generalsanierungen und Neubauten von Schulen mit zu berücksichtigen.
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21 ____ SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG KÖLN_ZWISCHENEVALUATION_ERGEBNISBERICHT
Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln Zwischenevaluation — Ergebnisbericht Stand ________________ 08. November 2021 Seite _________________ 21 / 32 Empfehlung Das Projekt sollte, nach positiver Auswertung der Erfahrungen, auf möglichst viele Schulen der Stadt Köln ausgeweitet werden. Es wird empfohlen, ebenfalls als Modellversuch gedacht, ausgewählte Schulhöfe nach sport- und bewegungspädagogischen Gesichtspunkten mit Mobiliar, Spielgeräten, Farben und ggf. auch Bepflanzungen attraktiv auszustatten und zu gestalten. Es ist dabei ratsam, die Gestaltung der Schulhöfe schultypspezifisch und — bezogen auf das Wohnquartier — auch sozialräumlich zu planen. Jeder Schulhof sollte eine eigene Note bekommen, um die Vielfalt der Bewegungsmöglichkeiten und Eigenständigkeit der Schulen zu betonen. Allein die Öffnung von Schulhöfen reicht nicht aus. Daher sollten auch finanzielle Mittel für eine Schulhofgestaltung bereitgestellt werden. 3.12 Großbauprojekte Radrennbahn und barrierefreies Sportzentrum Projektbeschreibung Großbauprojekte stellen wegen ihrer Komplexität und der Vielzahl der zu beteiligenden unter- schiedlichen Akteure innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung eine besondere Heraus- forderung dar. Im Prozess der Sportentwicklungsplanung wurden insbesondere zwei Groß- projekte mit völlig unterschiedlicher Ausrichtung diskutiert, nämlich die Idee eines inklusiven Sportparks sowie der Umbau des Radstadions. Beide Projekte werden nach Verabschiedung des Sportentwicklungsplanes weiterverfolgt. Für den Umbau des Radstadions in ein modernes multifunktionales Radsportzentrum NRW liegen nunmehr die Förderzusagen des Landes NRW sowie des Bundes in Höhe von 20 Mio. Euro vor. Die im Sportentwicklungsplan geforderte Multifunktionalität sowie die Funktion als Bundesstützpunkt werden verwirklicht. Die notwendigen politischen Beschlüsse sind gefasst. Das Sportamt wirkt in diesem Prozess als Fachamt der Stadtverwaltung, Bauherr ist die Kölner Sportstätten GmbH. Hier ist eine vertrauensvolle intersektorale Zusammenarbeit erkennbar. Die Herausforderungen für das Sportamt in derartigen Konstellationen liegen in seiner Vermittlungs- funktion zu den verschiedenen beteiligten Stellen in der Stadtverwaltung, insbesondere zur Kämmerei, sowie zu Architekten, Baufirmen und Bauherr. Der in Diskussion stehende Inklusive Sportpark ist ein Projekt mehrerer Vereine als Initiatoren, welches neben barrierefreien Sportanlagen auch Gastronomie und ein Hotel vorsieht, welche durch Inklusionsbetriebe betrieben werden könnten. Zum Projekt „Inklusiver Sportpark“ wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt, die durch die Stadt Köln mitfinanziert wurde. Die Ersteller der Machbarkeitsstudie ziehen das Fazit, dass das Projekt umsetzbar ist, wenn die Investitionskosten durch die Stadt Köln – vermindert um ggf. einzuwerbende Fördermittel – getragen werden, der
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22 ____ SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG KÖLN_ZWISCHENEVALUATION_ERGEBNISBERICHT
Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln Zwischenevaluation — Ergebnisbericht Stand ________________ 08. November 2021 Seite _________________ 22 / 32 Betrieb durch ein noch zu definierendes Konsortium der beteiligten privaten Partner erfolgt, das abzusehende Betriebskostendefizit jedoch von der Stadt Köln zu tragen ist. Zudem ist eine vorhabenbezogene Bauleitplanung notwendig. Bewertung Die Investitionen in den Umbau des Radstadions liegen im Eigeninteresse der Stadt Köln. Das Sportamt als zuständiges Fachamt hat die Federführung, um die unterschiedlichen Interessenlagen zu koordinieren und aufeinander abzustimmen. Dabei ist das Sportamt selbst Interessensträger, weil es die Ideen der Sportentwicklungsplanung zur Multifunktionalität in den Umbauprozess und die zuvor notwendigen baufachlichen Prozesse einspeist. Generell ist zu begrüßen, dass die Stadt Köln auch Machbarkeitsstudien gemeinnütziger Sportvereine fördert, weil damit Ideen konkretisiert und einer Entscheidungsreife zugeführt werden können. Allerdings laufen derartige Machbarkeitsstudien Dritter Gefahr, dass ein inhaltliches und hohes finanzielles Investment der Stadt Köln im Mittelpunkt der Überlegungen steht. Dies ist bei der Machbarkeitsstudie „Inklusiver Sportpark“ der Fall, auch wenn diese ein Sportprojekt mit großer Strahlkraft beschreibt. Es ist eine Machbarkeitsstudie entstanden, die als Empfehlung im Ergebnis die Verfügungsrechte am inklusiven Sportpark den Initiatoren und das finanzielle Risiko der Investition und der Betrieb der Stadt Köln zuweist. Empfehlung Während Großbauprojekte in städtischer Regie seit Jahren geübte Verwaltungspraxis mit weitgehend geregelter Verantwortungszuweisung sind, muss zukünftig ein wesentlicher Bestandteil von Machbarkeitsstudien Dritter sein, die Verantwortung für die Errichtung und den Betrieb inhaltlich und finanziell nicht der Stadt Köln zuzuweisen. Die neue Sportförderrichtlinie definiert dazu die Voraussetzungen.
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Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln Zwischenevaluation — Ergebnisbericht Stand ________________ 08. November 2021 Seite _________________ 23 / 32 3.13 Modellprojekt Verwaltungsstrukturen Projektbeschreibung Das Projekt Entwicklung von Verwaltungsstrukturen bezog sich auf vier verschiedene Entwick-lungsbereiche: 1. Die Errichtung einer Service- und Anlaufstelle für den Sport 2. Die praktische Umsetzung und Evaluation des Sportentwicklungsplans 3. Der Aufbau einer förmlichen intersektoralen Zusammenarbeit zwischen Ämtern der Stadtverwaltung 4. Die interne Neuorganisation des Sportamtes. Insgesamt sollte sich das Sportamt damit als Kompetenzzentrum Sport weiterentwickeln und profilieren und seine Serviceleistungen ausbauen. Es findet eine Neuorganisation des Sportamtes statt. Die Strukturen werden verbessert, Aufgaben neu zugeordnet, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielt auf höherwertige Positionen hin entwickelt und gefördert, neues Personal eingestellt, ein neues Sachgebiet Sportentwick- lungsplanung aufgestellt, die interne Kommunikation intensiviert, die intersektorale Zusammen- arbeit mit anderen Ämtern in sport- und bewegungsbezogenen Projekten vertieft und neu aufgebaut, feste Arbeitsgruppen mit anderen Dienststellen eingerichtet, der Austausch mit den sportpolitischen Vertretern der Fraktionen erheblich intensiviert, die Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund Köln bei verschiedenen Aufgaben vertraglich definiert, mit diesem regelmäßige Abstimmungen durchgeführt und ein Beschwerdemanagement aufgebaut worden. Im nächsten Abschnitt werden die bisherigen Ergebnisse einer genauen Bewertung unterzogen. Bewertung Die Bewertung erfolgt bei diesem Projekt als Auflistung der als positiv, respektive eher einschränkend positiv zu bewertenden Projektelemente in Tabellenform. Zunächst werden die Ziele, die das Sportamt aus seiner Sicht mit der Evaluation der Maßnahmen verbindet, genannt. Danach folgt die Bewertung. Die Angaben geben die Sicht der Gutachter wieder. Sie sind dem Sportamt abschließend zur Einschätzung vorgelegt worden.
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24 ____ SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG KÖLN_ZWISCHENEVALUATION_ERGEBNISBERICHT
Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln Zwischenevaluation — Ergebnisbericht Stand ________________ 08. November 2021 Seite _________________ 24 / 32 Evaluation der Maßnahmen für die Sportentwicklungsplanung der Stadt Köln Bewertung der Umsetzungspraxis durch die Sportverwaltung Ziele der Evaluation der Maßnahmen für die Sportentwicklungsplanung Das Sportamt wünscht • genaue Kenntnis darüber zu gewinnen, welche Projekte und Maßnahmen in der Phase der Umsetzung gut bzw. weniger gut gelaufen sind, • inwieweit der Organisationsprozess im Sportamt und anderen Ämtern angemessen gelingt, (Struktur, Kommunikation, Ergebnis), • den Prozess der Evaluation dazu zu nutzen, Formen regelmäßiger Evaluation zu prüfen und festzulegen, • darzustellen, was bisher mit der Sportentwicklungsplanung begonnen, umgesetzt, abgeschlossen, noch offen und undurchführbar ist, • den Prozess einer „Verwaltungsreform von unten“ weiterzuführen und damit Teil der Verwaltungsreform innerhalb der Stadtverwaltung zu sein, • eine externe Spiegelung und Selbstreflexion ihres eigenen Verhaltens und ihrer Vorgehensweise im Zusammenhang mit der Sportentwicklungsplanung zu gewinnen, • durch die Evaluation eine erneute Stärkung seiner Legitimation zu erhalten, die Sportentwicklungs- planung weiterführen zu können. Bewertung der bisherigen Maßnahmen Positive Bewertungen (ungeordnet, keine Rangfolge) Bewertungen, die einschränkend positiv wirken (ungeordnet, keine Rangfolge) Der interkommunale Austausch mit anderen Städten wie z.B. Bonn, München oder Hamburg über die Sportentwicklungsplanung gelingt gut und regelmäßig; aus diesem werden wechselseitig Anregungen für das eigene weitere Vorgehen gezogen.
Die Umsetzung der Sportentwicklungsplanung fordert das Sportamt, insbesondere aber das Team der Sportentwicklungsplanung erheblich heraus. Trotz Erschließung von Effizienzreserven gelangen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen immer häufiger an die Grenzen ihrer zeitlichen Leistungsfähigkeit. Viele Beschäftigte im Sportamt haben eine positive Haltung zur Sportentwicklungsplanung. Die Erledigung zusätzlicher, auch tagesaktuellen und priorisiert zu erledigenden Aufgaben des Sportamtes müssen neu organisiert werden. Das Kernteam im Sportamt besitzt sowohl sportwissenschaftliche als auch Verwaltungskompetenzen. Die Mitarbeitenden entwickeln sich zu Spezialistinnen und Spezialisten. Im politischen Kontext ist es nicht immer einfach, den Blick permanent auf die Gesamtaufgabe der Sportentwicklungsplanung zu richten und alle sportpolitischen Maßnahmen in den Kontext der Sportentwicklungsplanung zu stellen. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich neue oder konkurrierende Aspekte ergeben. Das neu für die Sportentwicklungsplanung eingestellte Personal wurde hinsichtlich dessen Kompetenzen passend zur Sportentwicklungsplanung ausgesucht. Auch bei anderem Personal, das nicht im Kernteam der Sportentwicklungsplanung arbeitet, wird im Rahmen der rechtlichen Vorgaben ein besonderer Fokus auf die Affinität zur Sportentwicklungsplanung gelegt.
Dem Sportamt fehlt in der Fülle der Einzelaufgaben mitunter die Zeit für den Blick auf das „Große und Ganze“; Zusammenhänge zwischen den einzelnen Maßnahmen und deren Einordnung in eine Gesamtstrategie werden zu wenig dargestellt und vermittelt. Es gibt Anfragen von Beschäftigten aus anderen Bereichen der Sportverwaltung sowie aus anderen Ämtern der Verwaltung, die im Sportamt an der Sportentwicklungsplanung mitarbeiten wollen, weil es dort innovativ und abwechslungsreich sei. Der Weggang von wichtigen Mitarbeitenden (wesentlich zuständig für die Sportentwicklungs- planung) kann die Sportentwicklungsplanung temporär beeinträchtigen.
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25 ____ SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG KÖLN_ZWISCHENEVALUATION_ERGEBNISBERICHT
Das Sportamt und insbesondere das Team der
Sportentwicklungsplanung praktiziert eine
„Verwaltungsreform von unten“, was anregend ist,
mehr Spielräume eröffnet und eine höhere
Arbeitszufriedenheit bringt.
Es gibt Ämter in der Stadtverwaltung, die den Nutzen
einer Kooperation mit dem Sportamt noch nicht
erkennen und die mit der Sportentwicklungsplanung
verbundenen Herausforderungen deshalb für den
eigenen Tätigkeitsbereich nicht transferieren.
Es gibt eine Reihe von gelingenden Kooperationen
zwischen dem Sportamt und anderen Ämtern, teils
auf der Ebene persönlicher Kontakte, vermehrt in
förmlichen, regelmäßig tagenden Arbeitsgruppen;
die Sportentwicklungsplanung hat dort einen positiven
„Fußabdruck“ hinterlassen, das Sportamt wird dort als
Kompetenzzentrum für den Sport wahrgenommen;
dies gilt auch für Projekte der Stadtplanung, so dass
hier eine enge Verzahnung der Kompetenzen erfolgt.
So hat das Sportamt zum Beispiel erfolgreich
den Sport in das gesamtstädtische Konzept
„Kölner Perspektiven 2030“ eingebracht.
Die Kooperation des Sportamtes mit anderen
Verwaltungsämtern (förmliche, regelmäßige Treffen)
bei sport- und bewegungsbezogenen Projekten kostet
viel Zeit, die nun für die Umsetzung anderer Projekte
fehlt.
Es ist erreicht worden, dass beim Bau von
Sporthallen die Bedarfe des Sports von Anfang an
mitberücksichtigt werden.
Die personellen Ressourcen im Sportamt verlangen,
dass Projekte nach Prioritäten geordnet und
strukturiert werden müssen, was derzeit noch nicht
immer gelingt. Eine permanente strategische
Steuerung leidet vor allem daran, dass die
Führungsebene des Sportamtes vielfach anderweitig
in tagesaktuelle Prozesse und Themen eingebunden
ist und die persönliche Begleitung der Themen
erwartet wird.
Das Sportamt hat erfolgreich den Sport in
das gesamtstädtische Konzept
„Kölner Perspektiven 2030“ eingebracht.
Das Konzept der integrierten
Sportentwicklungsplanung ist in der Stadtverwaltung
noch nicht durchgreifend bekannt und verankert. Ein
Abbau dieses Defizits sowie eine eventuelle
Zusammenarbeit mit weiteren Ämtern erfordern
wiederum Ressourcen, die zur Umsetzung des
Sportentwicklungsplans gebraucht werden.
Für die Sportentwicklungsplanung ist im Sportamt
faktisch ein eigenes Sachgebiet mit Personal
eingerichtet worden, was formalorganisatorisch noch
umgesetzt werden muss; darüber hinaus erfolgt
zwischen den Abteilungen des Sportamtes eine
regelmäßige und intensive Abstimmung über Projekte
der Sportentwicklungsplanung; grundsätzlich einmal
pro Woche findet ein abteilungsübergreifender
Austausch zu Projekten der Sportentwicklungs-
planung statt. Dabei wird die Arbeitsweise mehr und
mehr von einem sektoralen Arbeiten auf ein
intersektorales Projektmanagement unter einem
erweiterten Begriff von „Sport“ umgestellt, was für die
Verwaltung bislang eher unüblich und Teil eines
wichtigen Lernprozesses ist.
Die Arbeitsprozesse des Sportamtes werden durch
viele weitere, häufig sehr kurzfristig zu bearbeitenden
Initiativen und Prozesse der Verwaltung und
politische Beschlüsse, die umgesetzt werden müssen,
berührt. Dies bindet zeitliche und personelle
Ressourcen, die für die Umsetzung der
Sportentwicklungsplanung fehlen. Die Corona-
Pandemie hat dies noch einmal verstärkt.
Der Austausch mit den Kommunalpolitikerinnen und
-politikern ist deutlich intensiviert worden; dazu findet
ein persönlicher, informeller und regelmäßiger
Austausch statt. Die Umsetzung der
Sportentwicklungsplanung wird als gemeinsame
Aufgabe definiert.
Die bisherigen fachlichen Zuständigkeiten im
Sportamt außerhalb des Kernteams sind noch nicht
vollständig an die Struktur und die Ideen der
Sportentwicklungsplanung angepasst worden.
Gerade das Arbeiten in Projektgruppen und das damit
verbundene Lösen von bestehenden Strukturen und
Hierarchien ist Gegenstand eines wichtigen
Lernprozesses.
Ein neues Beschwerdemanagement ist aufgebaut
worden.
Neue Maßnahmen, wie z.B. die Fördermittelakquise,
erfordern zusätzliche personelle Kapazitäten,
die bei der Aufstellung der Maßnahme noch nicht
in Gänze erkennbar waren; das Personal ist dafür
im Sportamt aber noch nicht vorhanden bzw. hat
dafür nur beschränkte personelle Ressourcen,
die mit der bisherigen Aufgabenerfüllung
konkurrieren.
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26 ____ SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG KÖLN_ZWISCHENEVALUATION_ERGEBNISBERICHT
Die Sportentwicklungsplanung wird zunehmend zu
einem Thema, das das Amt in großer Breite
einnimmt. Infolgedessen ändert sich auch die
Organisationskultur im Sportamt. Aus der
Sportentwicklungsplanung leitet sich mehr und mehr
die Arbeit des Sportamtes ab, und die Themen
werden entsprechend daraus verankert.
Die Entscheidung über notwendige Maßnahmen aus
der Sportentwicklungsplanung fällt mitunter noch
schwer, wenn diese mit Veränderungen verbunden
sind. Insbesondere berechtigte klimapolitische
Parameter, die mit sportfachlichen konkurrieren,
stellen die Umsetzung von Projekten teilweise vor
besondere Herausforderungen.
Insbesondere Maßnahmen aus der
Sportentwicklungsplanung, die gute, eindeutige,
umsetzbare Beurteilungs- und Bewertungs- und
Evaluationskriterien enthalten, werden auch gut
umgesetzt (z.B. Kunstrasenliste).
Das Sportamt kann eine eigene Maßnahme nicht
weiterverfolgen, wenn ein anderes Amt, das für die
Umsetzung zuständig ist, diese Maßnahme outsourct
bzw. ändert (z.B. Schulbau Gymnasium Kreuzgasse).
Die Kooperation mit dem Stadtsportbund Köln hat
sich wesentlich intensiviert. Der Stadtsportbund ist
Teil der grundsätzlich wöchentlich stattfindenden
Abstimmungsrunden zur Sportentwicklungsplanung.
Auf Führungsebene findet zudem ca. alle zwei
Monate eine strategische Abstimmung statt. Im
laufenden Betrieb erfolgt fast täglich ein Austausch
auf verschiedenen Ebenen. Die Gesprächsebene ist
immer sachorientiert und vertrauensvoll, wenn es
auch durchaus zu Einzelthemen unterschiedliche
Meinungen gibt, die aus einer unterschiedlichen Rolle
resultieren.
Wenn Maßnahmen sich verzögern, weil andere
Ämter beteiligt werden müssen, ist mitunter die
Zuständigkeit strittig (z.B. Modellprojekt Rondorf).
Die Kooperation mit der Deutschen Sporthochschule
Köln und anderen Hochschulen ist gut und wird vor
allem projektbezogen gelebt.
Maßnahmen, die Auswirkungen auf den
Bebauungsplan haben, dauern zu lange
(z. B. Modellprojekt Rendsburger Platz); es fehlt eine
frühzeitige, vorausschauende, längerfristige
Gesamtplanung von Veränderungsnotwendigkeiten
bei Bebauungsplänen, die die Maßnahmen einer
Sportentwicklungsplanung berücksichtigen.
Es werden Projekte, die sich bereits in der
Umsetzungsphase befinden, inhaltlich um Aspekte
der Sportentwicklungsplanung erweitert
(z.B. Schulhoföffnung).
Maßnahmen, deren Umsetzung z.B. bestehende
Bausatzungen und Förderungsvorgaben betreffen,
wie z.B. Hallen abweichend von tradierten DIN-
Normen zu bauen, sind nur innerhalb einer längeren
Planungszeit zu realisieren.
Das Sportamt setzt in der Stadt Köln wichtige
Entwicklungsimpulse (z.B. Radsporthalle).
Die Interessen des organisierten Sports setzen sich in
Projekten unter den gegeben politischen Strukturen
gegenüber den nicht-organisierten Wünschen der
informell Sport treibenden Bevölkerung noch durch.
Mit städtischen Tochtergesellschaften findet ein
regelmäßiger Austausch statt. Insbesondere mit der
Kölner Sportstätten GmbH ist der Austausch intensiv.
Die Umsetzung von Maßnahmen, an denen sich der
organisierte Sport finanziell beteiligen soll oder
müsste, ist aufgrund der wirtschaftlichen Lage der
Sportorganisationen schwierig (z.B. Inklusiver
Sportpark, zweites Stadion).
Das im Haushalt eingestellte Budget ist eine wichtige
Basis zur Umsetzung der Sportentwicklungsplanung.
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27 ____ SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG KÖLN_ZWISCHENEVALUATION_ERGEBNISBERICHT
Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln Zwischenevaluation — Ergebnisbericht Stand ________________ 08. November 2021 Seite _________________ 27 / 32 Empfehlung Es wird empfohlen, den Prozess der Verwaltungsstrukturentwicklung innerhalb des Sportamtes fortzuführen (interne Verwaltungsreform). Für die zukünftige Bearbeitung von Sport- und bewegungsbezogenen Projekten, bei denen aufgrund ihres Themas mehrere Ämter der Stadtverwaltung zuständig sind, wird eine formale Verwaltungsstruktur auf der Ebene der gesamten Stadtverwaltung zwecks regelmäßiger, dauerhafter intersektoraler Zusammenarbeit unter Federführung der Sportverwaltung eingerichtet (externe Verwaltungsreform). Die oben genannten, nicht erreichten Ergebnisse aus dem bisherigen Prozess sollten mit den jeweiligen Beteiligten diskutiert und nach Lösungen gesucht werden, wie die beschlossenen Maßnahmen doch noch erfolgreich umgesetzt werden können. Da die Sportentwicklungsplanung kein Projekt i.e.S. ist, sondern einen Prozess beschreibt, der das Sportamt auch in Zukunft vollständig bestimmen wird, wird empfohlen, innerhalb der Mitarbeitenden des Sportamtes diesen noch mehr zu vertiefen. Insofern sollte es auch keine festgelegte personelle oder administrative „Zuständigkeit“ für dieses Gesamtprojekt Sportentwicklungsplanung geben. Die Sportentwicklungsplanung ist die Kernaufgabe und das Wesensmerkmal eines Kompetenzzentrums für Sport. Es wird empfohlen, diese Idee allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu vermitteln, sie in der Tagesarbeit zu leben und nach außen zu vertreten. Insgesamt ist erkennbar, dass sich die Zahl der Mitarbeitenden bei der Umsetzung der Sportentwicklungsplanung im Vergleich zum Beginn deutlich erweitert hat.
PROF. DR. ROBIN KÄHLER PROF. DR. LUTZ THIEME
Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln
Zwischenevaluation — Ergebnisbericht
Stand ________________ 08. November 2021
Seite _________________ 28 / 32
4. Gesamteinschätzung
4.1 Kooperation mit dem Stadtsportbund Köln e.V.
Der Stadtsportbund Köln e.V. (SSBK) ist bei der Umsetzung der Sportentwicklungsplanung ein
wichtiger Partner. Zwar ist er nicht bei allen Maßnahmen beteiligt gewesen, aber dort, wo Maß-
nahmen unmittelbar mit dem SSBK durchgeführt wurden oder sich direkt oder indirekt auf
den organisierten Sport auswirkten, kooperierte das Sportamt mit dem SSBK. Wenn man
die bisherige Umsetzungspraxis der Maßnahmen aus der Sportentwicklungsplanung aus Sicht
des organisierten Sports einschätzen will, muss man die verschiedenen Aufgabenbereiche der
beiden Partner Stadt und Sport kennen und verstehen. Die Stadt erfüllt, auf der Basis von
Recht und Gesetz und politischen Entscheidungen, die ihr zugewiesenen Aufgaben mit den
vorhandenen Finanzmitteln. Als Schulträger ist die Stadt gesetzlich für die Sicherstellung der
Sportfach- und Bewegungsräume der kommunalen Bildungseinrichtungen zuständig. Eine über
diese hoheitliche Aufgabe hinausgehende Förderung des Sports ist eine freiwillige Leistung der
Stadt, die der Rat der Stadt gesondert beschließt. Das Sportamt muss seine Maßnahmen
politisch und administrativ abstimmen und alle rechtlichen Vorschriften für die Verwendung
seiner Finanzmittel einhalten (z.B. das Vergaberecht). Der SSBK e.V. dagegen ist eine
eigene juristische Person und besitzt Rechtsfähigkeit. Er vertritt die Interessen des Kölner
Vereinssports. Der Verband wird von einem ehrenamtlich arbeitenden Vorstand geführt. Das
Sportamt hat daher, um eine Kooperation mit dem SSBK abzusichern, einen förmlichen
Vertrag mit diesem abgeschlossen, in dem die zu erfüllenden Leistungen des SSBK
beschrieben und mit Finanzmittel der Stadt hinterlegt wurden. Die Kooperation zwischen dem
Sportamt und dem SSBK erfordert ein gutes Verständnis gegenüber den jeweiligen
Aufgaben und Möglichkeiten des anderen Partners und eine intensive Kommunikation zwischen
den verantwortlichen Handelnden.
Nach Einschätzung des SSBK wird dessen Verhältnis zum Sportamt, im Gegensatz zu der Zeit
vor Beginn der Sportentwicklungsplanung, als sehr positiv bewertet. Die Absprachen mit dem
Sportamt und der Sportpolitik funktionierten hervorragend, man gehe miteinander in die gleiche
Richtung, das Sportamt bemühe sich sehr um einvernehmliche Lösungen bei unterschiedlichen
Bewertungen von Maßnahmen und die Zusammenarbeit gelänge erfolgreich in den
gemeinsamen Projekten. Der organisierte Sport hat, so lässt sich die Haltung des SSBK
zusammenfassen, von der neuen, guten Kooperation mit dem Sportamt und der Stadt Köln
erheblich profitiert. Das Sportamt bestätigt aus seiner Sicht, dass die Kooperation auch für das
Sportamt und den Kölner Sport erfolgreich sei und wesentlich zu den bisher guten Ergebnissen
der Maßnahmen beigetragen habe.
Die unterschiedlichen Ziele, Aufgaben und Arbeitsweisen des SSBK und des Sportamtes sollten,
das zeigt diese Zwischenevaluation der Umsetzungspraxis der Maßnahmen aus der
Sportentwicklungsplanung, immer wieder angeschaut und gegebenenfalls verändert werden. Das
betrifft nicht das Vertrauen. Das ist als Grundlage der Kooperation vorhanden. Es wird aber
empfohlen, die Prozessplanung zu verbessern. So könnte zu Beginn eines jeden Jahres ein
Programm mit Maßnahmen gemeinsam festgelegt werden. Der SSBK prüft, welche Maßnahmen
davon durch ihn praktisch umsetzbar sind. Diese Projekte werden dann zwischen dem SSBK und
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Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln Zwischenevaluation — Ergebnisbericht Stand ________________ 08. November 2021 Seite _________________ 29 / 32 dem Sportamt förmlich verabredet. Es wird empfohlen, die verabredeten Jahresprojekte in den bestehenden Kooperationsvertrag schriftlich mit aufzunehmen. Die inhaltliche und organisatorische Verantwortung derjenigen Projekte, die der SSBK durchführt, liegen bei ihm. Das Sportamt muss daher vorab diese Projekte innerhalb der Stadt rechtlich und wirtschaftlich daraufhin geprüft haben, dass sie auch in Eigenverantwortung des SSBK tatsächlich durchgeführt werden können. Die regelmäßig stattfindenden Gesprächsrunden des SSBK mit dem Sportamt sollten fortgeführt werden. 4.2 Abschließende Gesamtbewertung Die Zwischenevaluation bezieht sich auf den Auftrag, den die Sportentwicklungsplanung mit ihrem Gutachten an die Stadt Köln gerichtet hat. Dort heißt es: Die Stadt Köln sichert die Umsetzung der Sportentwicklungsplanung und evaluiert alle fünf Jahre deren Ergebnisse und Wirkungen. Sie passt die Sportentwicklung den jeweils sich ändernden Verhältnissen und konkreten Bedarfen der Bevölkerung, der Bildungseinrichtungen und Sportorganisationen im Sport an und richtet ihre Aktivitäten strategisch an den langfristigen Zielen der Stadt aus. Bei der Umsetzung von sport- und bewegungsbezogenen Maßnahmen steht die integrative, intersektorale Zusammenarbeit innerhalb der Stadtverwaltung unter Federführung der Sportverwaltung im Mittelpunkt. Das Sportamt und die kooperierenden Ämter und Dienststellen sollten personell und wirtschaftlich verbessert in die Lage versetzt werden, den Wandel im Sport aufzunehmen und den darauffolgenden Planungs-, Umsetzungs- und Evaluationsprozess durchzuführen. Eine aktive, aufgeschlossene auf die gesamte Bevölkerung der Stadt Köln ausgerichtete Sportpolitik unterstützt die Sportentwicklungsplanung nachhaltig. Die Stadt Köln sollte daher das Politikfeld Sport politisch, administrativ und finanziell stärken und die Wirkungen politischen und administrativen Handelns in anderen Politikfeldern auf Bewegung und Sport stets im Blick behalten. (https://www.stadtkoeln.de/mediaasset/content/pdf52/20190121_gesamtdokument_m_anhang_klein_bfrei.pdf). Im Hinblick auf diese Ziele und evaluierten Ergebnisse des bisherigen Umsetzungsprozesses kann festgestellt werden, dass das Sportamt eine enorm positive Entwicklung des Kölner Sports angestoßen hat. Die Resonanz, was die Medien, die Öffentlichkeit, die Sportorganisationen, die Sportpolitik, die verwaltungsinternen Ämter, den Verwaltungsvorstand, Sportakteure in der Stadt Köln und in Deutschland betrifft, wurden die Projekte und Initiativen des Sportamtes sehr positiv aufgenommen. Dass damit ein erheblich erhöhter Arbeitsaufwand, insbesondere für das Kernteam des Sportamtes einherging, und sich das Sportamt auch intern neu organisiert und fachlich inhaltlich weiterentwickelt musste, war zu erwarten. Das gelang bisher aber nur, weil das Kernteam des Sportamtes mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Wandel des Sports, den die Sportentwicklungsplanung aufzeigte, für sich als Herausforderung und Chance aufgenommen hat, den Kölner Sport noch mehr als bisher zu fördern. Es ist daher künftig darauf zu achten, dass das Sportamt personell und materiell in die Lage versetzt wird, auch langfristig
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Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln Zwischenevaluation — Ergebnisbericht Stand ________________ 08. November 2021 Seite _________________ 30 / 32 die Projekte umzusetzen und abzusichern. Gleichsam ist darauf zu achten, die Sportverwaltung nicht thematisch zu überlasten. Allein die Umsetzung der Maßnahmen und Empfehlungen aus der Sportentwicklungsplanung ist auf 15 Jahre angelegt. Weitere Themen sind davon noch gar nicht erfasst. Die Bewertung der bisherigen 2,5 Jahre zeigt, dass das Sportamt mit seinen internen und externen Partnerinnen und Partnern die Umsetzung sehr ernst nimmt und bereits viel erreicht hat. Es wird empfohlen, auch zukünftig darauf zu vertrauen. Es war auch zu erwarten, dass diese Energie und die Ideen, die von der Sportentwick- lungsplanung ausgingen, nicht in gleicher Weise auch von anderen Verwaltungseinheiten der Stadt aufgenommen werden konnten. Zudem greift die Umsetzung verschiedener Maßnahmen in die Zuständigkeiten anderer Ämter erheblich ein. Es muss auch bedacht werden, dass sich mittlerweile die politische Zusammensetzung des Rates der Stadt Köln verändert hatte. Das Sportamt sieht sich also sowohl einer Organisationsstruktur der Verwaltung gegenüber, die dem kommunikativen und interfachlichen Umsetzungsprozess einer Sportentwicklungsplanung bisher nicht optimal entgegenkommt. Sie wird auch mit neuen sportpolitischen Erwartungen konfrontiert und muss ihre Projekte aus der Sportentwicklungsplanungen teilweise neu vermitteln. Die Projekte benötigen aber die Unterstützung der gesamten Kölner Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik; sonst sind sie, wie die Ergebnisse zeigen, nicht erfolgreich zu realisieren. Daher empfiehlt es sich auch, die Verwaltungsreform der Gesamtstadt voranzubringen, die die projektbezogene intersektorale Zusammenarbeit als konstitutiv für eine Planung formalisiert hat. Hierfür braucht es aber die Unterstützung der politischen Fraktionen und der Verwaltungsspitze. Die Kölner Sportentwicklungsplanung richtet sich an den Bedürfnissen der Einwohnerinnen und Einwohner aus. Das Sportamt hat das Ziel mit Maßnahmen, die zur Verbesserung der Service- leistungen für die Bevölkerung und die Sportorganisationen dienen, fest im Blick und auch schon gute Ergebnisse erzielt. Die Beteiligung der sportlich interessierten Menschen, der Sport- organisationen und Bildungseinrichtungen an der Planung und Realisierung der Projekte ist bisher erfolgreich gelungen und sollte auch zukünftig konstitutiv für den Prozess sein. Dabei sollte es sich allerdings um eine „echte“ Beteiligung handeln, bei der die Teilnehmenden erwarten können, dass ihre im Konsens herbeigeführten Maßnahmen auch von der Stadt Köln umgesetzt werden. Es wird daher empfohlen, die zukünftigen Planungsverfahren im Sport so zu organisieren, dass alle zuständigen Ämter und Fachleute, die die Umsetzung der Projekte zu verantworten haben, bereits an der Planung der Maßnahmen entscheidend teilnehmen. Die Projekte, die mit dem SSBK im Rahmen eines Jahresprogramms gemeinsam verabredet worden sind, sollten von diesem in Eigenverantwortung geplant und durchgeführt werden.
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Projekt ______________ Sportentwicklungsplanung Köln Zwischenevaluation — Ergebnisbericht Stand ________________ 08. November 2021 Seite _________________ 31 / 32 Die Evaluation konzentrierte sich bisher verständlicherweise mehrheitlich auf die Analyse und Bewertung der organisatorischen, fachspezifischen und politischen Themen wie Optimierung des Prozesses, strategische Ausrichtung, Kommunikation und Formen der Evaluation. Die Klammer aller Themen und Maßnahmen bildet aber die Antwort auf die Frage, warum die Projekte umgesetzt werden sollen, wozu sie dienen und warum sie unverzichtbar sind. In technisch-administrativen Worten drückt sich das in den Begriffen Gemeinwohl und Daseinsvorsorge aus, die staatlich gesichert werden muss. Gemeint ist, dass die Sportentwicklungsplanung beabsichtigt, das Leben aller Menschen in Köln durch Sport, Spiel und Bewegung lebenswerter, gemeinschaftlicher, zufriedener, glücklicher und gesünder zu machen und hierfür geeignete Sportstätten und Bewegungsräume, Angebote zu schaffen und eine bewegungsfreundliche Stadt zu gestalten. Diese Idee trägt den Prozess einer Sportentwicklungsplanung und hilft möglicherweise, die erkannten Hürden auf dem Weg der Umsetzung leichter zu nehmen.
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IV/52/520 Vorlagen-Nummer 3856/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Sportausschuss 02.12.2021 Sportentwicklungsplanung - Zwischenuntersuchung Im April 2019 hat der Rat der Stadt Köln das Gutachten zur Sportentwicklungsplanung beschlossen. Nach 2,5 Jahren der Umsetzung hat die Sportverwaltung die Professoren Robin Kähler und Lutz Thieme gebeten, den bisherigen Prozess und seine Ergebnisse an insgesamt 13 Projekten wissen- schaftlich zu untersuchen. Einzelheiten ergeben sich aus der Anlage. Anlage Gez. Voigtsberger
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3856/2021
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 23.11.2021
- Erstellt
- 03.11.2021 13:41