1496/2021
Bericht zum internationalen Tag der Provenienzforschung am 14. April 2021 in Köln
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/VII Vorlagen-Nummer 1496/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 27.04.2021 Bericht zum internationalen Tag der Provenienzforschung am 14. April 2021 in Köln Am dritten internationalen Tag der Provenienzforschung, am 14. April 2021, haben rund 110 Kultur- einrichtungen in der Bundesrepublik, in Großbritannien, Österreich, Schweiz und den Vereinigten Staaten von Amerika die Arbeit der Provenienzforschung vorgestellt. Bei dieser Arbeit geht es um die Klärung der Herkunft von Kunst- und Kulturgut in den öffentlichen und in privaten Sammlungen. Ziel ist dabei die Feststellung, ob sich Objekte rechtmäßig in den Sammlungen befinden oder aber ihren Eigentümern in der Zeit des Nationalsozialismus bzw. im Rahmen kolonialer Unrechtskontexte un- rechtmäßig entzogen worden sind. Die Provenienzforschung hat damit als Grundlage für die Rückga- be von Kunst und Kulturgut an Opfern des Nationalsozialismus und kolonialen Unrechts eine große gesellschaftliche Bedeutung. Der Tag der Provenienzforschung findet jährlich statt und wird organisiert vom Arbeitskreis für Prove- nienzforschung e.V. Dies ist ein vor 20 Jahren gegründeter Zusammenschluss von Provenienzfor- schenden, der sich für die Forschungsarbeit im Bereich der Erforschung der Herkunft von kulturellen Objekten einsetzt. Ziel des Kreises ist es, die Forscherinnen und Forscher untereinander zu vernet- zen und fortzubilden. An diesem Tag der Provenienzforschung haben das Kölnische Stadtmuseum, das Museum für An- gewandte Kunst Köln, das Rautenstrauch-Joest-Museum und das Wallraf-Richartz-Museum & Fonda- tion Corboud gemeinsam mit dem Museumsreferat und dem Museumsdienst ihre Forschungsarbeit einem Fachpublikum wie interessierten Laien in einer digitalen und interaktiven Präsentation aufge- zeigt. Die zugrunde gelegte Videokonferenzplattform BigBlueButton wurde vom Museumsdienst be- treut, der die Veranstaltung auch insgesamt über Social-Media und über andere Kommunikationsfor- men begleitete. Die Moderation der Beiträge und auch des Chat-Verlaufs übernahm Dr. Matthias Hamann, Direktor des Museumsdienstes. Anhand ausgewählter Kunstwerke aus den Museen wurde in drei Beiträgen nicht nur die Erforschung der Herkunftsgeschichte vermittelt, sondern gleichzeitig die mit den Werken verbundenen jüdischen Kunstsammler und Kunsthändler als bedeutende Stifter, Vermittler und Sammler präsentiert und ge- würdigt. Damit konnte wichtige Erinnerungsarbeit an Opfer des Nationalsozialismus geleistet werden. Gleichzeitig wurde in einem weiteren Beitrag die Erforschung der Herkunft von Kulturgut aus kolonia- len Unrechtskontexten und daraus resultierende Konsequenzen an dem Beispiel der Herkunftsge- schichte einer Bangwa-Skulptur aus Kamerun aufgezeigt. Besonders interessant und aufschlussreich war dabei der Einblick in die konkrete Forschung und in Forschungskooperationen vor Ort in Kame- run. In einer weiteren digitalen und interaktiven Veranstaltung gab das Rautenstrauch-Joest-Museum Ein- blick in die Arbeit der Provenienzforschung in ethnologischen Museen und stellte Vorgehensweise, Strategien und zentrale Fragestellungen vor. Die Forschungsvolontärin des Museums, die seit Sep- tember 2020 mit der Erarbeitung eines Konzeptes für eine lückenlose Erschließung aller Sammlun- gen beschäftigt ist, ging dabei auf zentrale Kernpunkte der Forschung ein. 2 Beide Veranstaltungen stießen mit insgesamt etwa 200 Gästen aus weiten Teilen der Bundesrepub- lik, darunter interessierte Laien, Studierende, Kolleginnen und Kollegen aus öffentlichen Kultureinrich- tungen, auf großes Interesse. Insbesondere die mit den Videokonferenzplattformen verbundenen Möglichkeiten der Interaktion zwischen Vortragenden und Gästen führte zu einem lebendigen Aus- tausch. Dieser erscheint gerade in Zeiten der mit Covid19 verbundenen Beschränkungen essentiell. gez.: Laugwitz-Aulbach
Anlage 1 - Programm
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19.4.2021 "Tag der Provenienzforschung" - Stadt Köln https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/mitteilungen/23209/index.html 1/4 "Tag der Provenienzforschung" Montag, 12. April 2021, 15:54 Uhr Digitales Sonderprogram der Kölner Museen Auf die gesellschaftliche und wissenschaftliche Bedeutung der Erforschung der Herkunft von Kunst- und Kulturwerken aufmerksam machen – das soll Thema beim dritten internationalen "Tag der Provenienzforschung" am Mittwoch, 14. April 2021, sein. Diese Forschung ist Grundlage für die Rückgabe von NS (Nationalsozialismus)-Raubkunst wie auch von Objekten aus dem kolonialen Unrechtskontext. In zwei Veranstaltungen werden Ergebnisse der Provenienzforschung aus den vergangenen und aktuellen Projekten in den städtischen Museen präsentiert. Veranstaltung 1: Mittwoch, 14. April 2021,16 Uhr "Der Herkunft von Kunst und Kultur in den Kölner Museen auf der Spur" Die Museen, das Museumsreferat und der Museumsdienst der Stadt Köln präsentieren online Geschichten hinter den Kunst- und Kulturwerken in den Museen. Anhand ausgewählter Kunstwerke werden insbesondere die mit diesen verbundenen jüdischen Kunstsammler und Kunsthändler als bedeutende Stifter, Vermittler und Sammler vorgestellt. Gleichzeitig werden die Erforschung der Herkunft von Kulturgut aus kolonialen Unrechtskontexten und daraus folgende Konsequenzen an einem Beispiel aufgezeigt. Interessierte Laien wie auch das Fachpublikum können den Vorträgen folgen, sich aber auch persönlich mit den Provenienzforschenden und mit den Kurator*innen in den Museen per Chat in Verbindung setzen und über die Herkunftsgeschichte der Objekte oder über Fragestellungen und Methoden dieses Forschungsbereichs austauschen. Moderiert wird dies vom Museumsdienst. Programm: 16 Uhr Einführung Dr. Marcus Leifeld (Museumsreferat) 16.15 Uhr Dr. Britta Olényi von Husen (Museumsreferat) Der Kölner Warenhausgründer Leonard Tietz und die Stiftung eines bedeutenden Werkes von Gustave Courbet für das Wallraf-Richartz-Museum. 16.45 Uhr Yagmur Karakis/Ricardo Marquez-Garcia (Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welten) Von Kamerun über Braunschweig und Düsseldorf nach Köln. Geschichte(n) einer Bangwa-Skulptur im Rautenstrauch-Joest-Museum. 17.15 Uhr Dr. Iris Metje (/) 19.4.2021 "Tag der Provenienzforschung" - Stadt Köln https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/mitteilungen/23209/index.html 2/4 (MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln) Der Kunstsammler Igo Levi und süddeutsche Fayencen im Museum für Angewandte Kunst Köln 17.45 Uhr Stefan Lewejohann (Kölnisches Stadtmuseum) Der Kunsthändler Hermann Feit und ein jüdischer Hochzeitsring im Kölnischen Stadtmuseum Weitere Informationen zur Veranstaltung, zum Gesamtprogramm und technische Hilfestellungen sind abrufbar unter: https://museenkoeln.de/portal/Veranstaltungskalender Eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenfrei. Veranstaltung 2: Mittwoch, 14. April 2021, 19 Uhr "Wie geht eigentlich Provenienzforschung im Rautenstrauch-Joest-Museum?" Die Frage nach den Provenienzen in ethnologischen Museen wird zunehmend diskutiert. Das Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM) beherbergt Objekte aus der ganzen Welt und einen nicht unerheblichen Anteil der Sammlungen machen Objekte aus den ehemaligen formellen Kolonien des Deutschen Reichs aus. Nach einer kurzen Einführung zur Erforschung ausgewählter Teilbestände aus den Sammlungen des RJM durch die Koordinatorin für Provenienzforschung am RJM (Rautenstrauch- Joest-Museum), Sonja Mohr, bietet Yagmur Karakis einen Einblick in ihre Arbeit als Forschungsvolontärin am Haus. Seit September 2020 ist es ihre Aufgabe, ein Konzept für eine lückenlose Erschließung aller Sammlungen des Rautenstrauch-Joest-Museums zu entwickeln. Sie wird dabei auf wichtige Kernfragen eingehen, etwa: Was ist eigentlich Provenienzforschung? Welche Schritte beinhaltet sie? Welche aktuellen sowie historischen Umstände gilt es dabei zu berücksichtigen? Warum sollten sich gerade ethnologische Museen dieser Aufgabe stellen? Die digitale Veranstaltung wird mit Zoom durchgeführt. Interessierte können sich unter folgendem Link anmelden: https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZ0vceisrTkqE9wVOwRGQ0H1B-R5gnnNcgH1 Nach der Registrierung wird eine Bestätigung per E-Mail mit Informationen über die Teilnahme am Meeting verschickt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Veranstaltungskalender (http://www.stadt- koeln.dehttps://museenkoeln.de/portal/Veranstaltungskalender) Anmeldung zur digitalen Veranstaltung per Zoom (http://www.stadt- koeln.dehttps://us02web.zoom.us/meeting/register/tZ0vceisrTkqE9wVOwRGQ0H1B-R5gnnNcgH1) Museum für Angewandte Kunst (http://www.stadt-koeln.dehttp://www.makk.de) Rautenstrauch-Joest-Museum (http://www.stadt-koeln.dehttp://www.rautenstrauch-joest- museum.de/Startseite) Kölnisches Stadtmuseum (http://www.stadt-koeln.dehttps://www.koelnisches- stadtmuseum.de/Aktuelles) WALLRAF-RICHARTZ-MUSEUM & FONDATION CORBOUD (http://www.stadt- koeln.dehttps://www.wallraf.museum/das-museum/forschung/provenienzforschung/)
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1496/2021
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 22.04.2021
- Erstellt
- 20.04.2021 19:13