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4208/2021

AN/2233/2021

Stellungnahme zu einem Antrag (BV) 01.12.2021

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 5 (Nippes), Sitzung am 02.12.2021, TOP 10.2.7

Stellungnahme zu einem Antrag (BV)

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Stellungnahme zu einem Antrag (BV)

5393 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VIII/67/671 
 
Vorlagen-Nummer 
 4208/2021 
Stellungnahme zu einem Antrag 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Bezirksvertretung 5 (Nippes) 02.12.2021 
 
AN/2233/2021  
 
hier: Prüfauftrag zur Errichtung eines urbanen Waldes- Gemeinsamer Antrag von GUT und 
Kima Freunden - 
Die V erwaltung wird gebeten zu prüfen, ob sich auf Nippeser Bezirksboden eine Fläche findet, auf der 
ein urbaner Wald nach dem V orbild des Projektes der Stadt Leipzig eingerichtet werden kann: 
www.urbane-waelder.de 
 
Begründung: 
 
„Urbane Wälder stellen einen integrativen und innovativen Ansatz in der Stadtentwicklung dar, der 
maßgeblich zu einer attraktiven Lebens- und Umweltqualität in unseren Städten beitragen kann“, so 
das Fazit des wissenschaftlich begleiteten Modellprojektes.1 Angesichts des Klimanotstandes, der 
Vielzahl an gefällten Bäumen und der mangelnden Fläche für Ersatzpflanzungen im eigenen Bezirk 
erscheint dieses Konzept auch für unseren Stadtbezirk als sinnvoller Ansatz, um das Stadtklima 
nachhaltig zu verbessern 
 
Antwort der Verwaltung: 
 
Der Begriff „Urbane Wälder“ bezieht sich auf ein vom Bundesamt für Naturschutz gefördertes 
Forschungsprojekt der TU Dresden in Leipzig. Im Rahmen des Erprobungs- und 
Entwicklungsvorhabens „Ökologische Stadterneuerung durch Anlage urbaner Waldflächen auf 
innerstädtischen Flächen im Nutzungswandel – ein Beitrag zur Stadtentwicklung“ wurden urbane 
Wälder auf ihre Impulse für die Stadtentwicklung untersucht. 
Anhand von drei Erprobungsflächen wird die Wirkung von Wäldern auf den Naturhaushalt und die 
Biodiversität in Städten, auf die Stadtgestalt und die Erholungseignung, den Stadtumbau und die 
Akzeptanz der städtischen Bevölkerung eingehend untersucht. Im V ordergrund steht vor allem die 
Frage, ob die Anlage von Waldflächen auf innerstädtischen Brachflächen ein innovativer Ansatz in der 
Stadtentwicklung darstellen kann, der maßgeblich zu einer attraktiven Lebens- und Umweltqualität in 
unseren Städten beiträgt! 
 
V or dem Hintergrund der enormen städtebaulichen Umstrukturierungsprozesse großer 
Wohnbausiedlungen in ostdeutschen Städten um die Jahrtausendwende, sollte untersucht werden 
welche Bedeutung Freiflächen bei der weiteren städtebaulichen Entwicklung haben können. Ziel war 
es, den Zusammenhang zwischen dem Typus einer Freifläche (Wald, offenlandgeprägte Parkanlage 
und Brachfläche) und dem Wohnungsleerstand sowie Ladenleerstand des umliegenden 
Stadtquartiers zu untersuchen und daraus abzuleiten, ob urbane Wälder tatsächlich die 
Stadtentwicklung positiv beeinflussen. Ein von Leerstand geprägtes Stadtviertel besitzt zumeist ein 
negatives Image. Dies geht mit geringen Bodenrichtwerten einher. Quartiere mit kaum oder wenig

2 
 
Leerstand weisen hingegen auf Stabilität, Attraktivität und ein funktionierendes lebenswertes Umfeld 
hin, das meist von Wachstum und Entwicklung geprägt ist 
 
Die städtebauliche Ausgangssituation und Rahmenbedingungen, die Grundlage für das 
Forschungsvorhaben in Leipzig war, sind in Köln nicht gegeben. Köln ist eine weiter wachsende 
Millionenstadt. Die Weiterentwicklung der noch vorhandenen innerstädtischer Brach- oder 
Transformationsräume (wie z. B. die Parkstadt Süd), sind vor dem Hintergrund eines sparsamen 
Umgangs mit der Ressource Fläche und der Weiterentwicklung der Stadt, die insbesondere auch die 
Angebote der Daseinsgrundfunktion umfasst und zu denen auch die grüne Infrastruktur zählt, von 
hoher Relevanz. 
 
Auch wenn die städtebaulichen Voraussetzungen in Köln und im Stadtbezirk Nippes zur Umsetzung 
eines vergleichbaren Konzeptes wie oben beschrieben andere sind, so kann doch ganz klar die große 
Bedeutung des städtischen Waldes für die Großstadt Köln festgestellt werden. So ist der städtische 
Wald die natürliche Grundlage für vielfältige Ökosystemleistungen, die der Bevölkerung beispielswei-
se in Form von sauberem Wasser, gesundem Stadtklima, als Freiflächen für ihre Freizeit und Erho-
lung bereitstehen. Gerade im städtischen Raum, wo viele Menschen wenig Wald zur Verfügung ha-
ben, ist einerseits der Nutzungsdruck hoch – zur Erholung beispielsweise –, andererseits steht Wald 
auch in Konkurrenz mit anderen Flächennutzungen. 
 
Die Stadt Köln hat seit den 1920er Jahren eine systematische Aufforstungspolitik betrieben, so dass 
der Waldanteil heute bei insgesamt 6.000 ha liegt, von denen sich ca. 4.000 ha in städtischen Besitz 
befinden. Der Stadtbezirk Nippes hat eine Waldfläche von 165 ha. Der größte Teil der Fläche liegt im 
Bereich der Bergheimer Höfe, im Äußeren Grüngürtel/Longerich, am Niehler Ei und im Rheinvorland 
(Cranachwäldchen).  
Über das Spendenprojekt “Ein Wald für Köln“ wird auch heute noch der Waldanteil schrittweise 
erhöht. https://www.sdw-nrw-koeln.de/mitwirkung/baumpflanzenaktion/ 
 
Der Rat hat das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen beauftragt, einen „Masterplan Stadtgrün“ 
zu erarbeiten. In einer ersten Phase wird der Masterplan auf gesamtstädtischer Ebene bis zum 
Frühjahr 2022 abgeschlossen. Hieran schließt die zweite Phase an, in der die einzelnen Stadtbezirke 
auf ihr Potenzial zur Ausweitung von Grün- und Freiflächen (auch Waldflächen) untersucht werden. 
Die V erwaltung schlägt vor, den Prüfauftrag zur Einrichtung eines urbanen Waldes, im Rahmen der 
bezirksorientierten Untersuchung „Masterplan Stadtgrün“ umzusetzen.

Beratungsverlauf (1)

02.12.2021 Bezirksvertretung 5 (Nippes)
TOP 10.2.7 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Niehler Ei

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Details

Aktenzeichen
4208/2021
Typ
Stellungnahme zu einem Antrag (BV)
Datum
01.12.2021
Erstellt
30.11.2021 12:51