0874/2026
Beantwortung einer mündlichen Anfrage von Herrn Scholz (Die Linke) aus der Sitzung des KuK vom 12.03.2026 betreffen "Bericht und Planung Kulturelle Bildung "
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Anlage 2: Gesamtkonzept KUBIK_2021
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Die Oberbürgermeisterin Kulturelle Bildung Kommunales Gesamtkonzept III Kulturelle Bildung in Köln (KuBiK) Kontakt Amt für Schulentwicklung Kulturelle Bildung Beatrix Jankowski Telefon 0221 / 221-26764 beatrix.jankowski@stadt-koeln.de Mit Beiträgen von: – Astrid Bardenheuer, Leitung artothek Köln – Dr. Tilmann Fischer, Leitung Rheinische Musikschule Köln – Lilo Gennies, Amt für Schulentwicklung, Leitung der Schulsozialarbeit – Thomas Gläßer, Offene Jazz Haus Schule – Dr. Matthias Hamann, Leitung Museumsdienst Köln – Susanne Kieselstein, Museumsdienst Köln, Kulturelle Vermittlung, Bildung und Kommunikation – Christian Kockhans, Kunstlehrer Gesamtschule Rodenkirchen – Manuel Moser, COMEDIA Theater Köln, Leitung Theater für Junges Publikum am COMEDIA – Julia Müller, Museumsdienst Köln, Leitung Schulprojekte – Benjamin Thele, Kulturamt der Stadt Köln, Referent für Kulturelle Teilhabe – Timm Therre, Amt für Integration und Vielfalt, Mitarbeiter schulische Bildung im Kommunalen Integrationszentrum – Franziska Sörgel, Amt für Schulentwicklung, Kulturelle Bildung – Leonie Wilkening, Amt für Schulentwicklung, Kulturelle Bildung – Ingeburg Zimmermann, Leitung Jugend-Kunstschule Rodenkirchen Dank an alle Autoren und Autorinnen dieser Ausgabe! Die Oberbürgermeisterin Amt für Schulentwicklung Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Satz und Druck rheinsatz, Köln 13-US/40/08.2021 Inhalt Seite 3 Inhalt 1 Vorab .......................................................................................................................... 4 2 Kommunale Querschnittsaufgabe ............................................................................... 7 2.1 Entwicklung Kultureller Bildung in Köln .................................................................... 8 2.2 Etablierung der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung (KuBiK) ............................... 9 3 Koordinierung und szenische Vernetzung ................................................................... 11 3.1 Entwicklung bestehender Strukturen ....................................................................... 11 3.2 Museumsdienst Köln ............................................................................................... 13 3.3 Kulturamt der Stadt Köln – Referat Kulturelle Teilhabe ............................................. 15 3.4 Kulturelle Bildung im Kommunalen Integrationszentrum ........................................ 18 4 Förderfelder und Projekte der Koordinierungsstelle KuBiK .......................................... 21 4.1 Kulturrucksack ......................................................................................................... 21 4.2 Kultur und Schule .................................................................................................... 23 4.3 Interdisziplinäre Juryarbeit ...................................................................................... 24 4.4 Gedichte dichten ..................................................................................................... 25 4.5 Kulturstrolche ......................................................................................................... 26 4.6 Musenkuss Köln ....................................................................................................... 27 5 Erweiterung des Aktionsradius – Outreach .................................................................. 32 5.1 Museumsdienst Köln – Entwicklungen im Outreach ................................................. 32 5.2 artothek – Raum für junge Kunst ............................................................................. 33 5.3 Museumsdienst Köln und artothek – Outreach ........................................................ 35 5.4 Rheinische Musikschule – Outreach ......................................................................... 36 6 Kommunikationsstrukturen und Kulturelle Bildungsketten ......................................... 38 6.1 Aspekte Kultureller Bildung im Amt für Kinder, Jugend und Familie .......................... 38 6.2 Kulturelle Bildung in der Kita .................................................................................... 39 6.3 Kulturelle Bildung in Schule ...................................................................................... 39 6.4 Bedeutung Kultureller Bildung in der Schulsozialarbeit ............................................. 40 7 Kooperationen mit Kitas, Schulen und Jugendeinrichtungen ....................................... 42 7.1 Modelle des COMEDIA Theaters für Junges Publikum ............................................... 42 7.2 Beispiel der Jugend-Kunstschule Rodenkirchen ........................................................ 44 7.3 Kulturelle Schulprojekte der Offenen Jazz Haus Schule ............................................. 46 8 Konkrete Handlungsschritte 2022 – 2024 .................................................................... 49 Anlage 1: Anbieter*innen auf Musenkuss (www.musenkuss-koeln.de) ............................ 51 Quellen ............................................................................................................................ 54 Seite 4 Kommunales Gesamtkonzept III 1 Vorab Als Auftrag aus dem Rat der Stadt Köln an die Verwaltung entstand 2012 das Kommunale Gesamtkonzept Kulturelle Bildung in Köln (KuBiK) amts- und dezernatsübergreifend in Federführung durch das Kulturdezernat und in enger Abstimmung zwischen dem Museums- dienst Köln, dem Amt für Schulentwicklung und dem Amt für Kinder, Jugend und Familie. Dieses erste Gesamtkonzept Kulturelle Bildung in Köln stellt die Grundlage dar und ist nach wie vor gültig. Regelmäßige Fortschreibungen dokumentieren Weiterentwicklungen, Her- ausforderungen und neue Perspektiven. Die vorliegende 2. Fortschreibung von 2021 kon- zentriert sich auf die Entwicklungen ab dem Zeitraum 2018. Erreichtes, aber auch Hand- lungsbedarfe sowie mittelfristige Ziele werden aufgezeigt. Dieses Konzept hat den Anspruch, alle Menschen in Köln zu erreichen und Ihnen die Möglichkeit zu geben, selbstbestimmt aktiv und passiv am kulturellen Leben teilzu- nehmen (vgl. KEP 2019, S. 50). 2009 hatte Köln die Weichen gestellt. Mit Beschluss des Rates der Stadt Köln im Februar 2009 wurde das Themenfeld Kulturelle Bildung als ein Schwerpunkt künftigen kommunalen kultur- und bildungspolitischen Handelns definiert. Das erste Kölner Gesamtkonzept Kulturelle Bildung von 2012 nennt den Be- schluss eine konsequente Weiterentwicklung und Konkretisierung der im Leitbild Köln 2020 formulierten Ziele (S. 8ff). Dort sind Kulturelle Bildung und ihre Ziele direkt oder in den defi- nierten Handlungsfeldern 1, 3 und 4 nachfol- gend auszugsweise genannt, die unverändert Gültigkeit haben und sich auch im Konzept 2021 wiederfinden. Auszug aus dem Leitbild Köln 2020 Im Handlungsfeld 1: „Bildung und Erziehung sind Schlüsselfunktionen für individuelle Le- benschancen und selbstbestimmtes Handeln sowie für das Wohlergehen und den Erfolg der Stadt insgesamt. Sie sind ein wichtiger Rohstoff für die Zukunft und reichen von der Früherziehung über die Schulbildung, Hoch- schulbildung, Qualifizierung und berufliche Bildung bis zur Weiterbildung. [...] Mit Investi- tionen in hochwertige Bildungsangebote will Köln den gesamtgesellschaftlich beobachtba- ren Bildungsdefiziten aktiv begegnen.“ Das Handlungsfeld 3 formuliert: „Eine funktio- nierende Stadtgesellschaft nimmt die Heraus- forderungen des demografischen Wandels, der Zuwanderung, des Umbaus der Sozialsysteme und des zunehmenden Wettbewerbs in der Wirtschaft an. […] Nicht tolerante Gleichgül- tigkeit, sondern respektvolles Miteinander und eigenverantwortliches Handeln, verbunden mit dem Mut zur Zivilcourage sind die Wert- haltungen, die Köln als emanzipierte Stadt in Zukunft prägen. Köln setzt hier einen Kontra- punkt zu gesellschaftlichen Trends.“ Aus dem Handlungsfeld 4 des Leitbilds Köln 2020: „Kunst und Kultur sind unverzichtbare Bestandteile der gesellschaftlichen Grund- versorgung und bieten Lebensqualität für alle Menschen in Köln. Köln investiert in die kulturelle Bildung und etabliert diese in allen Bereichen mit gesellschaftlicher Relevanz im Sinne eines lebenslangen Lernens. […] Das vielseitige Angebot von Kunst und Kultur richtet sich an den Bedürfnissen aller aus. Köln 1 Vorab Seite 5 garantiert allen den Zugang zu kulturellen An- geboten. Das vielseitige Kulturangebot ist Aus- druck der unterschiedlichen ethnischen und historischen Prägungen.“ (Konzept 2012, S. 9) Die Fortschreibung des Konzepts für Kulturelle Bildung in Köln 2021 legt seinen Fokus in erster Linie auf Kinder und Jugendliche, versteht Kulturelle Bildung gleichwohl als einen lebens- langen Prozess, als „Werkstatt für Entwicklung und für Wissen, sowie als Ort für Diversity und Vielfalt“ (KEP 2019, S. 49). Kulturelle Bildung soll für alle Menschen in der Stadt erlebbar sein, gleich welcher sozialer oder ethnischer Herkunft. Lebenslanges Lernen ist immer noch zu sehr von Bildungsmilieu und familiärer Prägung abhängig und die Teilhabe dadurch ungleich. Daher müssen die Ziele kultureller Bildung in unmittelbarem Zusammenhang mit sozialer Partizipation stehen, in Abhängigkeit der jeweils anzusprechenden Zielgruppe. „Die Zukunftsfähigkeit einer Stadt zeigt sich auch in der kontinuierlichen Investition in Kunst und Kultur […] die Stadt wächst und will ihr Wachs- tum mit Kunst und Kultur gestalten und unter- schiedliche Bevölkerungsgruppen integrieren. Die Ziele sind ein größeres Kulturangebot und die Umsetzung des Anspruchs, für alle den Zu- gang zu Kunst und Kultur möglich zu machen“ (KEP 2019, S. 63). Kulturelle Bildung spiegelt als dynamischer Prozess Veränderungen in der Gesellschaft. Auch die mittlerweile über 1 ½ Jahre dauernde Corona-Pandemie geprägt von Einschränkun- gen, Phasen des Lockdowns und fehlender Planungssicherheit hat bei Kunstschaffen- den und in allen Kultureinrichtungen Spuren hinterlassen und die Folgen sind längst nicht absehbar. Kreative Alternativen und digitale Angebote wurden entwickelt, aber nicht alle Aufführungen, Ausstellungen, Kurse oder Veranstaltungen sind digitalisierbar oder erreichen als digitales Format ihre Zielgruppe. Umso mehr ist es für Akteur*innen notwen- dig, neue kulturelle Wege zu erschließen und veränderte persönliche Erfahrungen einzube- ziehen. Die Gesellschaft befindet sich in einem mittlerweile gewaltigen Veränderungsprozess. Flüchtlingskrise, Globalisierung, Klimawandel und die Corona-Pandemie stellen die Stadt- gesellschaft vor große Herausforderungen. In den Erfordernissen für die Kulturelle Bildung spiegeln sich die vielfältigen Schnittmengen zu Politischer Bildung, Umweltbildung, zu Inter- kulturalität, Digitalisierung, Medienbildung, Partizipation und Inklusion. Angebote der Kulturellen Bildung können Orientierung ge- ben und Prozesse eröffnen. Kulturelle Bildung weckt Neugier, fördert Respekt voreinander und vor anderen kulturellen Traditionen und stärkt damit auch die eigene Identität (vgl. KEP 2019, S. 49). Neue Bedarfe und Ziele müssen formuliert werden. Eingeflossen in das Konzept sind daher auch gesellschafts- und bildungspolitische Entwick- lungen und Abhandlungen. Hier sind die UN Behindertenrechtskonvention von 2008, der 15. Kinder- und Jugendbericht der Bundes- regierung (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 2017) sowie der 10. Kinder- und Jugendbericht NRW von 2016 zu nennen. Das Thema Digitalisierung benötigt kein eige- nes Kapitel mehr. Digitale Formate sind mitt- lerweile Standard und eine eigene Ausdrucks- form geworden, als künstlerisches Format auch schon lange vor der Corona-Pandemie. Digital Konzipiertes und digitalisierte Ange- bote finden sich mittlerweile in allen künst- Seite 6 Kommunales Gesamtkonzept III lerischen Sparten und Lebensbereichen und werden daher thematisch einzelnen Kapiteln zugeordnet. Ein Fazit der coronabedingten Einschränkungen ist, dass virtuelle Angebote jederzeit und überall verfügbar sein sollten und ihre Akzeptanz hoch ist, aber nicht analoge Veranstaltungen und die realen Orte ersetzen können. Allen in Köln lebenden Menschen soll eine aktive Teilhabe an Kunst und Kultur ermöglicht werden. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, Kunst und Kultur gezielt zu den Menschen und in die Sozialräume zu bringen. Die verstärkte Dezen- tralisierung und sozialräumliche Umsetzung von Angeboten der Kulturellen Bildung erleich- tern zudem eine chancengerechte Gestaltung und eine Verbesserung der Bildungschancen. Kulturelle Bildung erfüllt eine wichtige gestal- terische, soziale und integrative Funktion in der Stadtgesellschaft. Kulturelle Quartiersent- wicklung in einer Großstadt mit vielen zuge- wanderten Menschen stärkt den sozialen Zu- sammenhalt. Zudem sind kurze Wege wichtig. Die Bedeutung und die Chancen von Dezent- ralisierung und sozialräumlicher Umsetzung von Angeboten der Kulturellen Bildung werden immer stärker in den Blick genommen. Was meint „Kultur“ konkret? Ernst Cassirer definierte in den 1920er Jahren in seiner Philo- sophie der symbolischen Formen den Begriff als die Summe aller Formen, vom Mythos über die Kunst, Technik, Sprache; Geschichte bis zur Wissenschaft, mit denen die Menschen von jeher ihren Existenzweisen Ausdruck verliehen haben. Über Kultur verfügt demnach, wer in der Lage ist, symbolische Formen zu artikulie- ren oder sie doch wenigstens zu entschlüsseln. Kultur bedeutet danach nichts Abgrenzendes oder Ausgrenzendes, sondern eine demokrati- sche Form und Lebensweise, Denken, Wissen und Erfahrungen zu formulieren (vgl. E. Cas- sirer, Philosophie der symbolischen Formen, Berlin 1923). Bereits Ernst Cassirer denkt also das Handlungsfeld in Mehrdimensionalität, wenn er Kulturelle Bildung beschreibt. 2 Kommunale Querschnittsaufgabe Seite 7 2 Kommunale Querschnittsaufgabe Allein die Mehrdimensionalität des Handlungs- feldes Kulturelle Bildung impliziert bereits, das Thema als kommunale Querschnittsaufgabe zu identifizieren. Auch steht die methodische Vielfalt der Kulturellen Bildung mit ihren un- terschiedlichen Zielgruppen, vielseitigen und kreativen Ansätzen und Projekten für die Ein- ordnung als kommunale Querschnittsaufgabe (vgl. KEP 2019, S. 28). Der Rat für Kulturelle Bildung analysiert 2014 in seiner 2. Publikation die individuellen und strukturellen Voraussetzungen für die Teilhabe an Kultureller Bildung. Ziel Kultureller Bildung ist ihm zufolge die Versorgung der Gesellschaft mit Kunst und Kultur, Voraussetzung dazu ist die Gestaltung und Eröffnung der Zugänge, um Teilhabe überhaupt erst zu ermöglichen. Das wichtigste Ziel Kultureller Bildung ist es demnach, allen Menschen eine Allgemeinbil- dung in den wichtigsten Künsten und Kultur- techniken zu vermitteln. Diese Bildung und heranführende Teilhabe an Musik, Bildender Kunst, Theater, Tanz, Literatur, anderen Medi- en beginnt im Elementarbereich, setzt sich in der gesamten Schullaufbahn fort und schließt letztlich alle Altersgruppen ein (vgl. Schön, dass Ihr da seid. Kulturelle Teilhabe und Zu- gänge, hrsg. vom Rat für Kulturelle Bildung, 2014, S. 12f). Analog zum Handlungsfeld 1 des Kölner Leit- bilds 2020 ergänzt der Deutsche Städtetag: Bildung zielt darauf, den Menschen zu einem selbstverantwortlichen und selbstbestimmten Leben zu befähigen. Dies betreffe sowohl die persönliche und berufliche wie auch die ge- sellschaftliche Perspektive. Bildung, und damit Kulturelle Bildung, ist also gerichtet auf die Vermittlung von Wissen und Erkenntnissen, von (Handlungs-)Kompetenzen und Fertigkei- ten, emotionaler Kompetenz und die Fähigkeit zur Selbstreflektion. Indem sich die Lebens- lagen, die Bezugswelten und die vielfältigen Anforderungen des Menschen im Laufe seines Lebens verändern, sind Bildungsprozesse nie vollständig abgeschlossen („Lebensbegleiten- des Lernen“). Als Folge von Migration und globalen Kom- munikationssystemen vermischen sich un- terschiedliche Lebensformen und -stile. Die Kulturelle Bildung in Köln wird mit der Heraus- forderung konfrontiert, die vielfältigen kultu- rellen Prägungen unterschiedlicher Kulturkrei- se als buntes Charakteristikum einer Großstadt begreifbar zu machen und zusammenzubrin- gen. Bedingungen dafür sind neue Perspekti- ven, neue Schwerpunkte und ein erweiterter Handlungsrahmen, der alle Lebensbereiche umfasst. Bildungsprozesse umfassen neben der kogni- tiven immer auch die soziale, emotionale und kreative Dimension. Die grundlegenden Kul- turtechniken wie Lesen, Schreiben, Rechnen und im 21. Jahrhundert auch Medienkompe- tenz gehören ebenso dazu wie historisch-poli- tisches Bewusstsein und ästhetisch-musisches Vermögen. Die im Zusammenhang mit Zu- kunftsszenarien häufig verwendeten Begriff- lichkeiten wie „Wissensgesellschaft“ oder „Informationsgesellschaft“ greifen in diesem Sinne zu kurz und reduzieren Bildung auf einen kognitiven Teilaspekt. Kulturelle Bildung soll in diesem Sinne alle Menschen, unabhängig von Seite 8 Kommunales Gesamtkonzept III Herkunft und sozialem Status, dazu befähigen, sich mit Kunst, Kultur und Alltag auseinan- derzusetzen, rezeptiv wie auch durch eigene künstlerisch-kreative Betätigung. Kulturelle Bildung begründet somit Teilhabe und Partizi- pation am gesamten Leben einer Gesellschaft. Sie ist ein Grundrecht und konstitutiver Be- standteil unserer demokratischen Staats- und Gesellschaftsordnung (vgl. Positionspapier Deutscher Städtetag, 2019, S. 6f). Ziel ist weiterhin, dass Kulturelle Bildung ein gemeinsames und übergreifendes Thema in der Stadt wird, um nachhaltig wirken zu können. Kultur-, Bildungs-, Jugend-, Stadt- entwicklungs- und Sozialpolitik müssen das Thema gleichermaßen und gemeinschaftlich vertreten und Akzente aus ihrer jeweiligen Perspektive setzen. Kulturelle Bildung wird Stadtthema. „Das setzt voraus, dass sich die In- stitutionen öffnen für neue Ansätze und so den Weg bereiten für eine neue Perspektive […]“ (KEP 2019, S. 49). 2.1 Entwicklung Kultureller Bildung in Köln Bei der Stadtverwaltung Köln ist Kulturelle Bildung als Querschnittsthema in verschiede- nen Verantwortungsbereichen verortet, die unterschiedliche Ansätze verfolgen. So werden z.B. im Kulturdezernat Zugänge zu Kunst und Kultur ermöglicht. Produktionen und Ausstel- lungen werden mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen reflektiert und häufig in kreatives Gestalten umgesetzt. In den anderen Dezer- naten, so z.B. im Dezernat Bildung, Jugend und Sport orientieren sich die Projekte an der Lebenswelt von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und ermöglichen die Erfahrung und Auseinandersetzung mit Kunst und Kul- tur. Hier liegt der Fokus zudem stärker auf der Persönlichkeitsentwicklung. Übereinstimmend in den Herangehensweisen sind der Bildung- saspekt und der Ansatz, Kulturelle Bildung als lebenslangen Prozess zu begreifen. Es werden niederschwellige und generationsübergreifen- de Zugänge zu Kunst und Kultur geschaffen. Kulturelle Bildung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist im Amt für Kinder, Ju- gend und Familie ein wichtiger und gesetz- lich geregelter Aspekt im KJHG und SGB VIII. Im Amt für Schulentwicklung werden z.B. für Schüler*innen des Offenen Ganztags Kunst- und Kulturprojekte lanciert, während die Schulsozialarbeit die Möglichkeiten Kul- tureller Bildung für die Unterstützung von Schüler*innen nutzt. Das Amt für Integration und Vielfalt beteiligt sich an Kooperationen zu Projekten z.B. für Menschen mit Fluchter- fahrung oder mehrsprachlichem Hintergrund. Stadtbibliothek und Volkshochschule sorgen als spartenübergreifende Anbieter für eine breite Angebotspalette von Inhalten und Methoden der kulturellen Bildung. Sie nehmen als klassische außerschulische Lernorte alle Altersgruppen in den Fokus, gestalten neue Lernorte und entwickeln wegweisende digitale Formate. So werden in den städtischen Insti- tutionen, die Kulturelle Bildung im Programm haben, unterschiedliche Ansätze und Schwer- punkte entwickelt. Neben der Förderung von Schlüsselkompetenzen und Entwicklung der Persönlichkeit stehen die Vermittlung von Wissen sowie Verständnis und Annäherung an Kunst und Kultur nebeneinander im Zentrum. Das Kulturamt konzentriert sich neben der Förderung von Kunstschaffenden auf Kulturelle Teilhabe als niederschwellige Basis Kultureller Bildung und nimmt dabei z.B. Inklusion und Di- versität in den Fokus. Der Museumsdienst Köln 2 Kommunale Querschnittsaufgabe Seite 9 bietet – in vielfältiger Programmgestaltung – Zugänge zu Produktionen und Ausstellungen der städtischen Museen. Die Vermittlungsan- gebote richten sich nicht nur auf die ständigen Sammlungen, sie begleiten und vermitteln gleichermaßen Sonderausstellungen in den Ausstellungshäusern. Themenbezogene Ange- bote kreativen Gestaltens ermöglichen außer- dem ein vertieftes Verständnis und Reflexion. Eine Verbindung zwischen diesen unterschied- lichen Ansätzen und Akteur*innen schafft die Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung über die Gremienarbeit, Pilotprojekte wie die „Kul- turstrolche“ und die Plattform für Kulturelle Bildung Musenkuss Köln. Neben den städti- schen Institutionen bieten dort freie Kulturein- richtungen und Künstler*innen kreative For- mate für Menschen jeden Alters in Köln an. Die Stadt Köln weist einen hohen Bevölke- rungsanteil von Menschen mit Migrationshin- tergrund auf. Laut den aktuellen Zahlen des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik für 2020 sind dies 40% der Stadtgesellschaft (Im Ausland geboren und ohne deutschen Pass, Eingebürgerte und Aussiedler, Kinder und Ju- gendliche mit deutschem Pass und mindestens einem Elternteil mit ausländischen Wurzeln). Entsprechend hoch ist der Anteil von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichem ethnischem und soziodemografischem Hinter- grund. In einigen Kölner Grundschulen lernen zeitweise Kinder mit bis zu 20 verschiedenen Herkunftssprachen gleichzeitig. Daraus ergibt sich zwangsläufig ein hoher Anspruch an die Stadtgesellschaft und an notwendige Investiti- onen in (Kulturelle) Bildung und Erziehung. 2.2 Etablierung der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung (KuBiK) Der Rat der Stadt Köln hatte in seiner Sitzung vom 10.02.2009 die Verwaltung mit der Erar- beitung eines Gesamtkonzepts zur kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche in Köln beauftragt. Gleichzeitig hatte der Rat für die Umsetzung des Ratsauftrags und der Gesamt- koordination des Themas „Kulturelle Bildung“ der Freigabe einer Personalstelle zugestimmt. Als wichtigste Handlungsfelder wurden damals identifiziert und gelten auch 2021: – Beteiligung der Akteur*innen Kultureller Bildung in Köln in einer interdisziplinären Facharbeitsgruppe zum Austausch und Aufbau eines Netzwerks (à Grundlage für den Facharbeitskreis Musenkuss), – Entwicklung, Etablierung und Weiterent- wicklung einer Internetplattform für freie und institutionelle Anbieter Kultureller Bildung (à Musenkuss-Köln), – Erstellung eines Marketingkonzeptes KuBiK, – Jährliche Veranstaltungen zu Kultureller Bildung, – Förderung eigener Projekte und Kooperati- onsprojekte, – Ämterübergreifende Steuerungsgruppe zur Umsetzung und Weiterentwicklung Kultu- reller Bildung in Köln. In der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung bündeln sich alle notwendigen Handlungsebe- nen, über die Gremien wurde ein Netzwerk von beteiligten Akteur*innen Kultureller Bildung geschaffen. Die Koordinierungsstelle setzt in- haltliche und thematische Schwerpunkte, hält den Kontakt mit der lokalen Kulturszene und bindet diese in die Entwicklung der Angebote zur kulturellen Bildung ein. Intendiert sind Aus- Seite 10 Kommunales Gesamtkonzept III tausch und Zusammenarbeit der freien Szene und der institutionellen Szene Kölns. Ziel ist es, die Angebotsvielfalt in Köln zu erhalten und Angebote innerhalb der Institutionen mitein- ander abzustimmen, aber auch neue Heraus- forderungen anzunehmen und Lösungen zu finden. Um diese Anforderungen erfüllen zu können, wurde die Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung im Herbst 2019 auf 2 Vollzeit- und 2 Teilzeitstellen aufgestockt. Aufgabenfelder sind z.B. – Weiterführung der konzeptionellen Ansätze für kulturelle Kinder- und Jugendbildung mit dem Ziel, das Gesamtkonzept für Köln prozessorientiert fortzuschreiben, – Entwicklung von Strukturen der Koopera- tion zwischen Verwaltung, kommunalen Diensten, Schulen, freier Kulturszene und Trägern der freien Jugendhilfe, – Koordinierung und Steuerung von Netz- werken, – Projektsteuerung, Projekt- und Prozes- sevaluierung, Qualitätsmanagement und Benchmarking, – Akquirierung von Dritt- und Fördermitteln und Entwicklung eines ämterübergreifen- den Konzeptes zur Förderung von Projekten kultureller Kinder und Jugendbildung durch diese Mittel, – Organisation, Koordination und Evaluation des Projektes „Kulturrucksack“, – Organisation, Koordination und Evaluation des Projektes „Kultur und Schule“, – Organisation, Koordination und Evaluation des Projektes „Kulturstrolche“, – Redaktionelle Betreuung der Plattform für Kulturelle Bildung musenkuss-koeln.de, einschließlich Koordination und Steuerung, – Erstellung von Rats- und Ausschussvorlagen sowie Berichterstattung an diverse Gremi- en in Verwaltung und Politik und – Öffentlichkeitsarbeit. 3 Koordinierung und szenische Vernetzung Seite 1 1 3 Koordinierung und szenische Vernetzung 3.1 Entwicklung bestehender Strukturen Über Projekte und kontinuierliche Gremienar- beit, beispielsweise mit dem interkommunalen Steuerkreis zu Weiterentwicklung von Musen- kuss, hat sich die Koordinierungsstelle KuBiK in den vergangenen Jahren über die Stadt Köln hinaus nachhaltig vernetzt und damit grundle- gende Voraussetzungen geschaffen, das The- ma Kulturelle Bildung in der Stadtgesellschaft und über die Stadtgrenzen hinaus zu stärken. Die Verzahnung von Akteur*innen Kultureller Bildung gelingt zunehmend durch neue Ange- botsformate wie „Kulturstrolche“ und verbes- serte Vermittlungsstrukturen. Steuerungsgruppe Die Steuerungsgruppe Kulturelle Bildung setzt sich amts- und dezernatsübergreifend aus dem Amt für Schulentwicklung, dem Amt für Kinder, Jugend und Familie, dem Amt für Weiterbildung, dem Kulturamt und dem Mu- seumsdienst Köln zusammen und begleitet entsprechend dem Auftrag aus dem Rat den Umsetzungsprozess und die Weiterentwick- lung des Konzeptes Kulturelle Bildung in Köln. Eine gemeinsame Arbeitsplanung, die Fest- legung von Zielen und Schwerpunkten sowie Fragen der Qualitätssicherung sind Bestandtei- le der Treffen. Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung – K uBiK Dezernat IV Amt für Schulentwicklung F re ie Sz e ne Sc h ul e n B e zir ks j uge ndpfl ege S t adtb ibli o the k K ult ur amt Amt f ür In t egr a ti on und V ie lf alt In t e r disziplinäre r Ar be itskre is Mu s e nk u s s -Köln V olkshoc hs c h ul e In t e r k omm un al e r S t e ue r kre is Mu s e nk u s s Amt f ür K inde r , Juge nd und F amilie Mu s e umsdie ns t Köln Rhe inis c he Mu siks c h ul e O ff e ne J a zz H a u s Sc h ul e C OMEDIA The ate r Minis t e r ium f ür K ult ur und W is s e ns c h a f t Ar be its s t e ll e K ult ure ll e Bildung NR W B e zir ksregie r ung Köln K ult ur s e kre t ar i a t NR W Z e n tr um f ür M e hr s pr ac hi gk e it und Mi gr a ti on (ZM I) ar t o the k Juge nd -K uns t Sc h ul e R ode nkirc he n SK S ti f t ung K ult ur Lit e r a t ur h a u s jfc M edie n z e n tr um A t e lie r Ar ti g L ande s bür o T an z NR W Die szenische Vernetzung der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung im Jahr 2021: Den inneren Kreis bilden die Protagonisten aus Steuerungskreis KuBiK, Facharbeitskreis Musenkuss und dem interkommunalen Steuerkreis Musenkuss. Partner*innen laufender und geplante Kooperationen finden sich im äußeren Kreis. Seite 12 Kommunales Gesamtkonzept III Der Steuerkreis ist nicht statisch und wurde 2018 um die Stadtbibliothek und die Rheini- sche Musikschule vergrößert und inhaltlich um gemeinsame Projekte erweitert. 2019 wurde die Zusammenarbeit mit dem Kom- munalen Integrationszentrum im Amt für Integration und Vielfalt intensiviert und der Steuerungskreis so um die so wichtigen Aspek- te Diversität, Mehrsprachigkeit, Antirassismus, Antisemitismus und Interkulturalität ergänzt. Die Federführung liegt bei der Koordinierungs- stelle Kulturelle Bildung im Amt für Schulent- wicklung. Aus Teilnehmenden der Steuerungsgruppe für Kulturelle Bildung hat sich 2019 eine Ar- beitsgruppe formiert, die sich aus der Koordi- nierungsstelle Kulturelle Bildung, Kulturamt, Museumsdienst Köln, Volkshochschule, Amt für Kinder, Jugend und Familie und dem Kom- munalen Integrationszentrum zusammensetzt und konkrete Projekte wie z.B. eine gemeinsa- me Veranstaltung entwickelt, coronabedingt leider noch lückenhaft mit zeitlich großen Pausen. Auch wenn die Anzahl der kooperie- renden Dienststellen unter dem Leitbegriff der Kulturellen Bildung beträchtlich gewachsen ist, bleibt die strukturelle Verankerung Kultureller Bildung eine gemeinsame städtische Aufgabe und ein gesamtpolitisches Handlungsfeld. Handlungsbedarf Es bedarf daher einer noch stärkeren Ver- netzung über den Steuerkreis für Kulturelle Bildung hinaus. Ein regelmäßiger Austausch im Rahmen eines Jour Fixe muss neben den städtischen Institutionen und der Freien Szene alle Akteur*innen Kultureller Bildung in Köln, auch Stiftungen und Vertreter*innen des Städ- tetags, einschließen und ebenfalls die städ- tischen Bereiche Stadtentwicklung, Soziales, Umwelt und Sport integrieren. Nur so können alle Aspekte der anspruchsvollen Querschnitts- aufgabe berücksichtigt und notwendige Syner- gien gebildet werden (vgl. KEP 2019, S. 50). Vorbild ist hier die Landeshauptstadt Mün- chen. Eine zentrale, sparten- und institutions- übergreifende Austauschplattform Kultureller Bildung in München ist das Koordinierungs- forum Kultureller Bildung (KOFO). 1 bis 2 Mal im Jahr setzen sich Vertreter*innen aus den Bereichen Kultur, Bildung und Soziales, Insti- tutionen, Freie Träger, Stiftungen, etablierte Einzelakteur*innen, Kommunal- und Landes- verwaltung zusammen und tauschen sich zu aktuellen Belangen, Kooperationsmöglichkei- ten und neuen Aspekten Kultureller Bildung aus. Auch für die Kulturelle Bildung in Köln bedeu- tet dieser erweiterte Kreis ein wichtiges Dis- kussionsforum, um die kommunale Position kritisch und konstruktiv mit Vertreter*innen aus der Praxis zu diskutieren und weiterzuent- wickeln. Perspektive Ein kontinuierlicher weiterer Ausbau der Ko- operationen innerhalb der Stadt und die Aus- dehnung auf Landes- und Bundesebene über die Musenkuss-Kommunen Düsseldorf und München hinaus sind die nächsten folgerichti- gen Schritte. Ebenso interessant für Köln sind europäische Programme Kultureller Bildung z.B. in den Niederlanden oder London, die sehr niederschwellig angelegt sind und spannende Ansätze verfolgen. So bietet das jährlich in 3 Koordinierung und szenische Vernetzung Seite 13 London stattfindende diverse und interkultu- relle „Imagine Children‘s Festival“ ein breites Spektrum an attraktiven kreativen Formaten für Kinder jeden Alters, für Jugendliche und Familien. Facharbeitskreis Musenkuss Der Facharbeitskreis Musenkuss erfüllt meh- rere Funktionen. Einerseits wird durch seine Besetzung ein Querschnitt der Sparten auf Musenkuss gewährleistet. Über den inter- disziplinären Facharbeitskreis zu Musenkuss werden andererseits freie Kultureinrichtungen mit künstlerisch-kultureller Ausrichtung sowie kulturpädagogische Einrichtungen und freie Kunstschaffende eingebunden und aktiv in eine regelmäßige Reflexion über den Umset- zungsprozess und die Weiterentwicklung des Konzepts Kultureller Bildung involviert. Kulturelle Teilhabe ist der erste Schritt, eine Voraussetzung und somit Teil Kultureller Bil- dung. Das neue Referat im Kulturamt ergänzt die Handlungsfelder der Koordinierungsstelle KuBiK u.a. um den Fokus auf niederschwel- lige Zugänge zu Kunst und Kultur aus Sicht von Kunstschaffenden und Rezipient*innen. Die Verbesserung der Teilhabe am kulturel- len Angebot und Unterstützung von Kunst- schaffenden schließt einen Diskurs über die Rezeption des gesamtstädtischen Angebots und das Verhältnis von Kunstschaffenden und Rezipient*innen ein. Dieser Diskurs ist für die Weiterentwicklung von Kultureller Bildung in der Stadtgesellschaft von großer Bedeutung. Konkret sind auch über die Plattform Musen- kuss Köln Fortbildungsangebote und Veran- staltungen für die verschiedenen Zielgruppen denkbar. Die Entwicklung der Kulturellen Bildung in Köln ist ohne den Museumsdienst Köln nicht denkbar. Diese städtische Institution ist für die Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung daher ein besonders wichtiger Partner zur Gestaltung und Weiterentwicklung Kultureller Bildung in Köln. Die Zusammenarbeit hat sich weit über eine gemeinsame Tätigkeit im Steuerungskreis Kulturelle Bildung hinaus entwickelt. Ein regel- mäßiger fachlicher Austausch, die Konzeption eines gemeinsamen Modellprojektes sowie nicht zuletzt die Entwicklung neuer Themen sind Produkte einer sehr konstruktiven und kreativen Kooperation. 3.2 Museumsdienst Köln Profil Als verlässlicher Partner begleitet der Muse- umsdienst Köln die Besucher*innen der Kölner Museen seit über 50 Jahren. Das engagierte Team verantwortet das Bildungsangebot in den neun Museen der Stadt Köln und küm- mert sich um das Marketing des Museumss- tandortes. Seit der Gründung 1966 zählt der Museumsdienst zu den wichtigsten Bildungs- institutionen in der Kulturstadt Köln und ist die drittgrößte museumspädagogische Einrich- tung in der Bundesrepublik. Zum Portfolio des Museumsdienstes gehören zielgruppenspezifische Programme für das Publikum der Museen und ihrer Ausstellungen, digitale Angebote sowie Projekte außerhalb der Museen im Stadtraum. Die Vermittlungsar- beit basiert auf den Beständen der städtischen Museen. Sie bieten Schätze von der Vorge- schichte bis in die Gegenwart, von lokalen Seite 14 Kommunales Gesamtkonzept III Objekten über international renommierte Kunst- und Designikonen bis zu außereuropäi- schen Sammlungen. Die zweite Aufgabe des Museumsdienstes ist es, eine derart reiche städtische Museumsland- schaft nach außen zu tragen und zu vermark- ten. Der Museumsdienst Köln verantwortet übergreifend Marketing sowie Medien- und Öffentlichkeitsarbeit für den Museumsstand- ort. Dazu dient die Dachmarke „museenko- eln“, mit der Printmedien und digitale Produk- te verbunden sind. Für Nachhaltigkeit sorgen kontinuierliche Publikumsbefragungen, die der Museumsdienst ebenfalls organisiert. Beide Aufgaben sind die zwei Seiten der glei- chen Medaille, denn im Kern geht es immer um das Publikum. Das Team des Museums- dienstes richtet seine Programme an dessen Interessen aus, an gesellschaftlich relevanten Themen und an aktuellen Trends – bei An- geboten für Familien mit Kleinkindern, Kin- dergarten- und Schulgruppen ebenso wie für erwachsene Gäste, touristische Gruppen oder Hochaltrige und Mitmenschen mit Behinde- rung. So spiegeln sich in den Formaten des Museumsdienstes Vielfalt und Interessen einer urbanen Stadtgesellschaft und die Zusammen- setzung des internationalen Publikums in Köln. Die dritte Säule entsteht im Rahmen eines großen Reformprojekts – „Museen, Menschen, Medien“. Dabei entsteht ein Shared Service Center, eine neue Abteilung, in der wir zu- künftig die Museen bei Verwaltungsaufgaben und Digitalisierungsvorhaben unterstützen. Bereits jetzt begleiten wir Vergabeverfahren, Datenschutzprozesse und die Einführung von IT-Anwendungen. Schließlich sind wir als Museumsdienst Teil eines Netzwerks zur Kulturellen Bildung in Köln (KuBiK), arbeiten konstruktiv im Lenkungskreis zur Steuerung von Gesamtprozessen und zur Vergabe von Fördermitteln und unterstützen produktiv die Koordinierungsstelle für Kultu- relle Bildung im Amt für Schulentwicklung der Stadt Köln. Entdecken, Erleben, Wohlfühlen, Auftanken und Lernen: Personale Angebote im Museum Unser Programm vor Ort in den Museen rich- tet sich an den vielfältigen Interessen der Besucher*innen aus. Mal stehen Entdecken und Erleben, mal Wohlfühlen und Auftanken im Mittelpunkt. Und die meisten Gäste kom- men, um Neues zu lernen und Altes wieder aufzufrischen. Dabei richtet sich das Angebot an die gesamte Bevölkerung. Wir konzipieren und organisieren zusammen mit den Museen öffentliche und buchbare Veranstaltungen für alle Altersgruppen, vom Vorschulkind bis zum altersweisen Menschen. Dabei sind nicht nur Führungen im Ange- bot. Bei vielen Gelegenheiten können die Besucher*innen selbst aktiv werden und spie- lerische, experimentelle, handwerkliche oder kreative und künstlerische Zugänge erproben und vertiefen. Zu diesen Formaten zählen Werkstätten für Kindergärten und Schulklassen, Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an den Wochenenden, abends oder in den Ferien, offene Ateliers zu Ausstellungen oder Events und Geburtstage für Kinder. Zwar waren die Museen 2020 über Monate hinweg geschlos- sen, aber hinter den Kulissen geht die Arbeit 3 Koordinierung und szenische Vernetzung Seite 15 natürlich weiter. Und so konnten wir das ge- samte Portfolio der Vermittlungsangebote umstrukturieren und auf die Coronabedingun- gen ausrichten. Digitale Vermittlung: für zuhause und unterwegs Um auch in Zeiten, in denen die Museen ge- schlossen sind, ansprechende und zeitgemäße Bildungs- und Vermittlungsformate anbieten zu können, haben wir in Zusammenarbeit mit den Museen der Stadt Köln mit der Konzeption und Produktion digitaler Angebote für zuhause und unterwegs begonnen. Sie regen die Phan- tasie von Jung und Alt an und laden ein, aktiv und kreativ zu werden. Das Konzept sieht vor, in allen Museen Ange- bote zu schaffen, die verschiedene Zielgrup- pen ansprechen und mit vielfältigen Methoden einen breiten Zugang zu schaffen. Das Jahr 2020 markiert deshalb den Auftakt zu einer umfassenden und planerischen Produktion von digitalen Inhalten. Sie werden gut erreich- bar auf www.museenkoeln.de/portal/digital bereitgestellt. Mediale Vermittlung: zwischen Hands On und kreativem Schreiben Gerne nutzen Museumsgäste Ausstellungstex- te, Audioguides und andere digitale Präsen- tationen, Handreichungen, Kinderführer und ähnliches. Bei Bedarf entwickeln wir daher Ver- mittlungsmedien für Dauer- und Sonderaus- stellungen oder koordinieren die Abstimmung mit externen Dienstleistern. Dabei beraten wir die Museen zu Fragen der Barrierefreiheit. Eine Besonderheit der Kölner Museumspä- dagogik stellen die museumsdidaktischen Sammlungen dar. In sechs Museen können Besucher originale Artefakte oder Repliken, die der Museumsdienst verwaltet, anfassen, in die Hand nehmen oder anziehen und da- mit auch über den Tastsinn wahrnehmen. Die Objekte eignen sich insbesondere für inklusive Angebote. Der zweimalige Lockdown und die auch an- sonsten schwierigen Rahmenbedingungen führten 2020 zu einer Verstärkung der digita- len Angebote. Outreach: Die Museen kommen zu den Menschen Das Projekt museenkoeln IN DER BOX schlägt Brücken zwischen den Museen und dem Stadt- raum durch Bildungsarbeit, die direkt vor Ort in den Stadtvierteln stattfindet. Ein mobiles Museum – ein Bus voller Objekte, Repliken und Fotos, mit Ausstellungs- und Vermitt- lungstechnik – fährt zu Schulen und anderen sozialen Orten und lädt dort zur praktischen Auseinandersetzung mit kulturellen Themen ein. So kommen die Museen zu den Menschen vor Ort. 3.3 Kulturamt der Stadt Köln – Referat Kulturelle Teilhabe Im September 2018 wurde im Kulturamt der Stadt Köln das neue Referat für Kulturelle Teilhabe eingerichtet. Anlass hierfür war die Feststellung, dass das Angebot der Kölner Kunst- und Kulturszene im bundesdeutschen Vergleich enorm ist, jedoch die Diversität de- Seite 16 Kommunales Gesamtkonzept III rer, die sie produzieren als auch derer, welche sie rezipieren, nicht die Vielfalt der Stadtge- sellschaft abbilden. Die Schaffung des neuen Referates ermöglicht es dem Kulturamt, eine Vielzahl gesellschaftlich relevanter Themen aus einem neuen Blickwinkel zu beleuchten und mehr Kulturelle Teilhabe, sowohl für Produzierende als auch für Rezipierende, zu ermöglichen. Daher ist es vordringliches Ziel, allen Bürger*innen der Stadt Köln – unabhän- gig von Herkunft, sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität, Bildungsstand, Alter oder Behinderung und Einkommen – die Teil- habe am kulturellen Angebot unserer Stadt zu ermöglichen. Gleichsam soll auch ein allgemei- ner Diskurs über die gesamtstädtische Rezep- tion von Kunst und Kultur sowie das Verhältnis zwischen Kunstschaffenden und Kunstrezipien- ten stimuliert werden. Vor diesem Hintergrund versteht sich das Referat für Kulturelle Teilhabe nicht als weitere Fördereinheit, die sich neben den Spartenreferaten einordnet, sondern als Einheit, welche die anderen Referate gewisser- maßen vertikal durchkreuzt und in allen Spar- ten mehr Teilhabe ermöglichen soll. Spricht man über das Ermöglichen Kultureller Teilhabe, so zeigt sich, dass auch heute noch eine Vielzahl an Barrieren den Besuch von Kul- turveranstaltungen erschwert beziehungswei- se verhindert. Es gilt daher nachhaltige, aber vor allem auch effiziente Lösungen zur Um- setzung von Vorhaben zur Verbesserung der sensorischen Barrierefreiheit zu entwickeln, welche möglichst flächendeckend die Szene beeinflussen können. Mögliche Ansätze sollten spartenübergreifend gedacht und unter Nut- zung von Synergieeffekten geplant werden. Ziel potenzieller Maßnahmen soll sein, mit ver- schiedenen Hilfsmitteln Barrieren im Rahmen der Rezeptionssituation abzubauen, aber auch, hinsichtlich der Berücksichtigung von Bedar- fen verschiedenster Gruppen, im Rahmen des künstlerischen Produktionsprozesses zu sensi- bilisieren. Hierzu können beispielsweise auch Projekte zählen, welche sich dem Aufbau einer technischen Infrastruktur oder der Konzentra- tion von Fachwissen, aber ebenso der Erstel- lung von Beratungsangeboten widmen. Auch das Thema Ausbildung nimmt eine zentrale Position im Bereich der Kulturellen Teilhabe ein. Hinsichtlich Menschen mit ei- ner Behinderung ist Qualifizierung in diesem Zusammenhang als Vorstufe und Wegbe- reitung für die Öffnung institutionalisierter Ausbildungsgänge zu sehen. Wichtig ist an dieser Stelle noch einmal zu betonen, dass der Erkenntnisgewinn solcher Vorhaben bidirektio- nal sein sollte. Das bedeutet, dass nicht nur die Lernenden etwas für ihre berufliche Zukunft mitnehmen, sondern auch Lehrende aus Kunst und Kultur eine Bereicherung für ihre eigene künstlerische Arbeit erfahren. Auch Vorhaben, welche sich mit der Identifizierung von Talen- ten beschäftigen sollen stimuliert werden. Dies sollte sich vordringlich als Vorbereitung für den Zugang zur eigentlichen Ausbildung vollziehen und die Voraussetzungen für die Schaffung einer Etablierung eines institutionellen Ausbil- dungsganges erfüllen. Bei Künstler*innen mit Migrationshintergrund ist die Bedarfslage anders. Sie bringen häufig eine profunde Ausbildung aus ihren Heimat- ländern mit, sind aber gänzlich unvertraut mit den Strukturen der hiesigen Kulturlandschaft sowie der Kulturförderpraxis. Gestärkt wer- den sollen daher gezielt Strukturen, die eben diesen Künstler*innen bei ihrem Start in der Kölner Kunst- und Kulturszene Hilfestellung geben und/oder ihnen eine Plattform bieten. 3 Koordinierung und szenische Vernetzung Seite 17 Weiterhin soll es Aufgabe des Referats für Kulturelle Teilhabe sein, die auf lokaler Ebene vorhandenen Strukturen zu stärken und so ge- meinsam mit den Kunstschaffenden der Freien Szene im Rahmen ihrer Projekte finanzielle Teil- habebarrieren weiter abzubauen. Damit soll ein Anreiz geschaffen werden, das kostenfreie Gesamtangebot von Karten, aber vor allem auch die Vielfalt des Gesamtangebotes zu erweitern, ohne Kulturschaffende finanziell zu belasten. Um die Rezipient*innen-Vielfalt bei Kunst- und Kulturveranstaltungen zu erhöhen, müssen schon im Vorfeld des Kulturbesuches Dinge beachtet werden. Hierzu sollen gezielt solche Vorhaben unterstützt werden, die sich mit neuen Formen der Zielgruppenanspra- che befassen oder bereits aktive Ansätze zur Verbesserung selbiger bieten. Diese Maßnah- men können sowohl auf die Stärkung neuer Netzwerke, als auch auf die Verbesserung des Marketings von Kulturakteuren abzielen. Besonders wünschenswert ist die Etablierung langfristiger Strukturen, welche die Entwick- lung eines gezielten und nachhaltigen Au- dience Development für die jeweiligen Sparten ermöglichen. Es sollen insbesondere solche Projekte gestärkt werden, die neue Formen der Vermittlung beziehungsweise neue Wege der Publikumsansprache aufzeigen. Neben der monetären Unterstützung solcher Initiativen plant das Kulturamt zukünftig den bereits begonnenen Prozess von Netzwerkveranstal- tungen und -treffen zu intensivieren und so gezielt Impulse für neue Zusammenschlüsse zu geben. Bereits etablierte Informationspor- tale soll die Möglichkeit gegeben werden die barrierefreien Rezipierbarkeit ihres Informati- onsangebotes auszubauen. Um eine gleichmäßige Versorgung des Stadt- gebietes mit einem vielfältigen Kunst- und Kulturangebot zu gewährleisten, gilt es Kunst- und Kulturschaffende darin zu bestärken neue Orte innerhalb des Stadtgebietes als Spielorte zu erobern. Auch hier sollen gezielt neue Netz- werke gestärkt werden, aber auch Formate, welche sich durch eine besondere Mobilität innerhalb des Stadtgebietes auszeichnen. Bereits jetzt zeichnen sich vielversprechende Kollaborationen zwischen der Kölner Kultur- szene und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen ab. Dieser Trend soll unterstützt werden und den Akteur*innen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Zusammenarbeit zu vertiefen. Neben der Ansprache verschiedener Ziel- gruppen ist auch der Inhalt beziehungsweise das Gezeigte von hoher Bedeutung für die Erreichung von Zielgruppen. Nicht alle Kul- turschaffenden haben gleichermaßen die Erfahrung oder die Möglichkeit, die Zielgruppe oder, anders gesagt, das potenzielle Publikum während der Genese einzelner Produktionen miteinzubeziehen, beziehungsweise deren Bedürfnisse zu kennen. Dies hat zur Folge, dass vielfach ein hermetisch abgeschlossener ästhetisch-akademischer Diskurs das Ver- ständnis erschwert oder teilweise gänzlich verhindert. Wenn Erzähltes oder Gezeigtes, nicht nur auf Grund verschiedener Barrieren, nicht mehr verstanden werden kann oder aber wenig Verbindung zur Lebenswirklichkeit der Zuschauenden hat, kann man beinahe von Kul- tureller Teilhabe im verkehrten Sinne sprechen. Kultur nimmt in diesem Falle nicht mehr am Leben der Menschen teil. Daher sollen gezielt auch solche Formate unterstützt werden, die den Dialog zwischen Künstler*innen und deren Werken mit dem Publikum zum Thema haben, respektive Formate zur Erforschung der Kommunikation zwischen selbigen. Wichtig ist hierbei, nicht lediglich das bereits existierende Seite 18 Kommunales Gesamtkonzept III Publikum einzubeziehen, sondern gezielt auch zu versuchen, mit den Nicht-Besucher*innen in den Dialog zu treten. Neben Projekten, die sich strukturell oder kon- zeptionell mit dem Thema Kulturelle Teilhabe beschäftigen, sollen auch gezielt weiterhin künstlerische Projekte gefördert werden, welche sich inhaltlich-ästhetisch dezidiert mit den zuvor lokalisierten Themenbereichen be- schäftigen. Über allem steht das Ziel für mehr Akzeptanz zu werben sowie das Bewusstsein zu schärfen, welchen großen Gewinn eine vielfältige Ge- sellschaft und vor allem auch eine vielfältige Kulturlandschaft für uns bedeuten. 3.4 Kulturelle Bildung im Kommunalen Integrationszentrum Das Kommunale Integrationszentrum Köln (KI Köln) gibt es seit dem 1. August 2013. In Nord- rhein-Westfalen existieren zurzeit 54 Kommu- nale Integrationszentren, deren kommunale Anbindungen und Aufgaben sich voneinander unterscheiden. Hier in Köln gehört das KI Köln zum Amt für Integration und Vielfalt im Dezernat Oberbür- germeisterin. Das KI Köln ist nicht nur städtische Verwal- tungseinheit, sondern wird auch vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert, sowohl vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration als auch vom Ministerium für Schule und Bildung. In der Metropolregion Köln ist Kultur ein wich- tiger Bestandteil des öffentlichen und städti- schen Lebens: die Museen mit ihren wichtigen Sammlungsbeständen, das reichhaltige An- gebot in der darstellenden Kunst und Musik sowie eine kreative und innovative freie Szene. Die integrative Kraft von Kunst und Kultur of- fenbart sich darin, jenseits der deutschen Spra- che Bilder zu schaffen, Emotionen zu wecken und Gemeinschaftssinn zu stärken. Der Schwerpunkt des KI Kölns liegt in der Stei- gerung der kulturellen Teilhabe, der Förderung der Mehrsprachigkeit, der Stärkung der Reprä- sentanz und des Empowerments von People of Color (PoC), Migrant*innen und intersektional marginalisierter Menschen. Darüber hinaus beteiligt sich das KI Köln natürlich auch am rassismuskritischen Diskurs und der interkultu- rellen Öffnung der Kölner Kulturszene. Perspektivisch möchte sich das KI Köln im Be- reich Integration durch Kultur noch stärker in der Vernetzung bspw. auch mit Akteur*innen aus dem Bereich Sport engagieren. Der Abbau von Zugangsbarrieren und die Diskussion bzw. der gleichberechtigtere Austausch zum Kunst- und Kulturbegriff sind weitere Aspekte. Angebote für Geflüchtete und Neuzugewanderte Durch das Landesprogramm KOMM AN NRW fördert das KI Köln gezielt ehrenamtlich orga- nisierte Angebote und Aktivitäten für Geflüch- tete und Neuzugewanderte von Vereinen bzw. Initiativen: z.B. ArtAsyl e.V., CAT Cologne e.V.- Borderless TV, Kulturfrauen c/o Bürgerzentrum 3 Koordinierung und szenische Vernetzung Seite 19 Ehrenfeld e.V. Kulturkinder e.V., SPHS gGmbH und KUMBIG e.V. – das Kulturgetriebe e.V. Mit Eltern des Programmes „Starke Netzwer- ke Elternbegleitung für geflüchtete Familien“ wurde gemeinsam vom KI Köln eine Kunst- tour mit IN VIA – Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit Köln e.V. in Ausstellungen der Alten Feuerwache und der Sammlung der Museen begleitet. Qualifizierungs- und Vernetzungsangebote Eine enge Zusammenarbeit besteht mit den Kultureinrichtungen der Stadt Köln, insbeson- dere mit dem Museumsdienst, den Museen der Stadt Köln, der Stadtbibliothek, dem Kul- turamt und dem Schauspiel Köln. Im Bereich schulische Integration bie- tet das KI Köln regelmäßig Veranstaltun- gen für Schüler*innen, Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen der Deutschförder- gruppen und internationalen Förderklassen an. Die Stadtteilbibliothek Kalk zeigte Pädagog*innen, wie die elektronische Tagtool- Wand einzigartige Möglichkeiten des Experi- mentierens im Unterricht oder als außerschu- lisches Angebot genutzt werden kann. Hier können Jugendliche mit Tablets gleichzeitig und gemeinsam an großflächigen Grafiken, Graffitis und Animationen arbeiten und diese abspeichern, aber auch Musik kann eine Rolle beim Erforschen verschiedener Animations- prinzipien spielen. In der Stadtteilbibliothek Haus Balchem konn- ten sich Schüler*innen der Deutschfördergrup- pen der Südstadtschulen und der Integrierten Gesamtschule Innenstadt in Kooperation mit dem KI Köln in MINT Workshops (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) erproben und stellten Artefakte zum „Hei- mat“- Begriff her. Ins Rote Haus des Schauspiels Kölns lud The- aterpädagoge und Regisseur Bassam Ghazi ein und führte durch das Schauspiel im Depot Köln Mülheim. Im Anschluss wurde gemein- sam über Diversität in Schule und im Theater diskutiert. Mehrsprachigkeit Während der Zeit des Lockdowns erarbeite- ten das Museum Ludwig, das KI Köln und das Zentrum für Mehrsprachigkeit (ZMI) Möglich- keiten, vielen Kölner*innen die Sammlung des Museums trotzdem zugänglich zu machen. So entstand das gemeinsame Social-Media- Film-Projekt „Durch die Sammlung mit…“: Kölner*innen schildern in ihrer jeweiligen Herkunftssprache Eindrücke von ihrem Muse- umsbesuch. Sie sprechen auf einer persönli- chen Ebene über die von ihnen ausgewählten Kunstwerke und erläutern, was ihnen aufgefal- len ist oder welche Erinnerungen sie mit dem Gesehenen verknüpfen. Das kann neben beruf- licher Inspiration und Freude auch Rassismus, Ungleichheit und Ausgrenzung sein. Link: https://www.museum-ludwig.de/de/be- such/online-angebote/durch-die-samm- lung-mit.html Darüber hinaus fördert das KI Köln und das ZMI im Bereich der schulischen Bildung und durch Kooperationen bspw. mit dem Museumsdienst Seite 20 Kommunales Gesamtkonzept III weitere Angebote zur Mehrsprachigkeit im Bereich der Kulturellen Bildung. Antidiskriminierung und Rassismuskritik Mit „Let’s talk about Queerness“ – folgte ein weiteres Projekt zur Sonderausstellung „Andy Warhol Now“ im Museum Ludwig. Junge Künstler*innen des Projekts iJuLa – intersek- tionale Jugend Labore im Veedel von ROOTS & ROUTES Cologne e. V. haben sich von War- hols Biografie und seiner „Factory“ inspirieren lassen und kurze Filmclips zu den Themen „Coming out“, „Safer Spaces“ und „Gender“ gedreht. In Interviews teilen sie Ansichten und persönliche Erfahrungen und ergänzen diese durch Einblicke in ihr eigenes künstlerisches Schaffen. Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit mit ROOTS & ROUTES Cologne e. V. (RRCGN), dem Museumsdienst und dem KI Köln. Link: https://www.museum-ludwig.de/de/aus- stellungen/rueckblick/2021/andy-warhol- now.html Über die Antirassismusmittel der Stadt Köln wurde vorbereitend zur Sonderausstellung „RESIST! Die Kunst des Widerstands“ im Rautenstrauch-Joest-Museum der rassismus- kritische Guide „Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann“ vom In-Haus e.V. gefördert. Link: https://ihaus.org/wp-content/ uploads/201 1/1 1/%E2%80%9EUnser-Kopf- ist-rund-damit-das-Denken-die-Richtung- wechseln-kann%E2%80%9C.pdf Ebenfalls über die Antirassismusmittel ge- fördert wurde der „ver|lern|raum“ des Museumdienstes. Das Projekt-Team von „ver|lern|raum“ führte digitale Werkbetrach- tungen zur Sammlung des Museum Ludwig mit empowernden Teilen von und für PoC (People of Color) sowie Reflexionsräume für weiße Personen durch. Nach einer kurzen ge- meinsamen Einführung erfolgten zwei parallel laufende Werkbesprechungen zu Arbeiten von PoC -Künstler*innen. 4 Förderfelder und Projekte der Koordinierungsstelle KuBiK Seite 21 4 Förderfelder und Projekte der Koordinierungsstelle KuBiK Die Bedeutung und Entwicklung eigener Projekte und Kooperationsvorhaben werden bereits im Konzept von 2012 hervorgehoben. Projekte mit Modellcharakter sollen moti- vieren, Kulturelle Bildung interkulturell zu begreifen und chancengerecht zu gestalten, aber auch dazu dienen, Kulturelle Bildung als lebenslangen Prozess zu verstehen. Über die Entwicklung konkreter Projekte in den einzel- nen Kunstsparten können zudem Austausch, Reflexion, eine gegenseitige Unterstützung verbessert und eine Qualitätssteigerung der Angebote erreicht werden. Derzeit fehlt es zwar noch an einer eigenen Förderschiene, doch werden in der Koordinie- rungsstelle Landesprogramme umgesetzt. Seit 2012 wird das Landesprojekt NRW „Kulturruck- sack“ mit einem städtischen Eigenanteil von 20% kofinanziert und mit einer eigenen Kölner Richtlinie umgesetzt. Seit 2019 ist ebenfalls das Landesförderpro- gramm „Kultur und Schule“ in der Koordinie- rungsstelle Kulturelle Bildung verortet. Auch an diesem Programm beteiligt sich die Stadt Köln mit einem Eigenanteil von 20%. Ein gemeinsames Vorhaben der Koordinie- rungsstelle mit dem Museumsdienst Köln ist das „Kulturstrolche“-Programm des Kultur- sekretariats NRW. Es wird coronabedingt nun seit Sommer 2021 an einer Kölner Grundschule aufgebaut, um das Konzept für Köln zu testen. Die Datenbank für Kulturelle Bildung Musen- kuss-Köln hat sich im Lauf der letzten Jahre zu einem besonderen Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit mit den Landeshauptstädten Düsseldorf und München entwickelt. Die Platt- form wurde über die Jahre gemeinsam weiter- entwickelt, auch der 2021 /2022 anstehende Relaunch ist ein Kooperationsprojekt. 4.1 Kulturrucksack Das Programm fördert Angebote der kultu- rellen Bildung speziell für 10–14-Jährige; eine Altersgruppe, die sich mit Schulwechsel und Pubertät in einem besonders sensiblen Le- bensabschnitt befindet. Angebote Kultureller Bildung sind ein wichtiges Instrument, um Kin- der und Jugendliche auch aus bildungsfernen Schichten an Kunst und Kultur heranzuführen. Die Ausrichtung des Landesprogramms NRW konzentriert sich in Köln auf Kinder und Ju- gendliche in schwierigen Lebenssituationen in den ausgewiesenen Sozialräumen. Diese Stadtquartiere werden von der Bezirksjugend- pflege identifiziert, immer wieder aktualisiert und angepasst. Die Anbindung der Projekte Kultureller Bildung an die Jugendzentren hat dabei die wichtige Funktion, Kinder und Ju- gendlichen auch außerhalb der Schule zu errei- chen. Meist ist die Jugendeinrichtung mit einer pädagogischen Komponente in das jeweilige „Kulturrucksack“-Projekt involviert. Immer ist ein rezeptives Angebot Bestandteil des Ange- bots, das möglichst während der Laufzeit des Projektes themenadäquat stattfinden sollte. Im Jahr finden bisher ca. 50 Projekte statt, die insgesamt ca. 1000 Kinder und Jugendliche erreichen. Seite 22 Kommunales Gesamtkonzept III Das Landesförderprogramm „Kulturrucksack“ NRW wird seit 2012 mit einer eigenen Kölner Richtlinie in der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung umgesetzt. Köln war damals eine der Pilotkommunen für das Programm. Durchgeführt werden die Projekte seit 2019 nicht nur von Kultureinrichtungen in kommu- naler und freier Trägerschaft, sondern auch von Einzelkünstler*innen, die eine künstleri- sche Qualifikation sowie Projekterfahrungen nachweisen können. Die „Kulturrucksack“-Projekte umfassen alle Kunstsparten. 2020 haben Kinder und Jugend- liche zum Beispiel Musikvideos, Trickfilme und Filme über das eigene Viertel gedreht, Mär- chenfiguren angefertigt, sich künstlerisch mit Bienen auseinandergesetzt, Vogelhäuschen gebaut, eine Wand im Ehrenfelder Leo-Amann- Park durch Graffitikunst verschönert, eigene Kleidungsstücke entworfen, Theaterstücke entwickelt und die Welt des afrikanischen Trommelns kennengelernt. Im Kulturrucksack-Jahr 2020 fand darüber hinaus das erste Mal ein rein digitales Projekt statt. Anhand von Tutorials wurden Kinder und Jugendliche angeleitet, Mangas zu zeichnen. Im Rahmen des rezeptiven Angebots haben Kinder und Jugendliche in den vergangenen Jahren beispielsweise an Führungen und Work- shops in Museen teilgenommen und verschie- dene Tanz-, Theater- und Filmvorstellungen besucht. Trotz der coronabedingten Einschränkungen konnten 2020 noch 37 Projekte unter Beach- tung der Corona-Schutzmaßnahmen erfolg- reich realisiert werden. Für die Kölner Anbieter*innen der „Kulturruck- sack“- Projekte wird mittlerweile eine jährliche Veranstaltung angeboten, die neben aktuellen Informationen Kunstschaffenden auch Ver- netzungsmöglichkeiten untereinander bietet, allerdings 2020 bedingt durch die Corona-Pan- demie ausfallen musste. Handlungsbedarf Eine Hürde für Kunstschaffende in Köln bildet der immer noch umfangreiche Projektantrag, der daher für 2022 noch einmal vereinfacht werden soll, um den Zugang zu dem Pro- gramm zu erleichtern und nicht eine Bewer- bung aufgrund von Formalien zu verhindern. Perspektive Zudem sollte der „Kulturrucksack“ als Kunst- und Kulturprojekt in Kooperation mit Jugend- einrichtungen in der Stadt sichtbarer werden. In Köln wird das Landesprogramm in Jugend- zentren der Sozialräume durchgeführt, also in Stadtvierteln mit einer oft problembeladenen Bevölkerungsstruktur. Über die Angebote des Landesprogramms NRW „Kulturrucksack“ werden so auch Kinder und Jugendliche er- reicht, die noch nie in einem Museum waren oder den Kölner Dom gesehen haben. Über einen jährlichen Preis für das beste Projekt wird das Programm weiter aufgewertet und für die Kultureinrichtungen und Kunstschaf- fenden entsteht ein zusätzlicher Anreiz, sich gemeinsam mit einer Jugendeinrichtung für ein Kulturrucksackprojekt zu bewerben. Eine Jury wählt zum Abschluss eines Jahres aus den fotografisch oder filmisch gut dokumentierten Berichten das beste Projekt aus. 4 Förderfelder und Projekte der Koordinierungsstelle KuBiK Seite 23 4.2 Kultur und Schule Bereits seit dem Schuljahr 2006/2007 wird das Landesförderprogramm „Kultur und Schule“ im Amt für Schulentwicklung umgesetzt, an dem sich die Stadt Köln mit einem kommuna- len finanziellen Eigenanteil in Höhe von 20% beteiligt. 2019 wurde diese Aufgabe der Koor- dinierungsstelle Kulturelle Bildung zugeordnet. Das Landesprogramm fördert die Durchfüh- rung von außerunterrichtlichen Projekten von Künstler*innen in allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen. Für die Dauer eines Schuljahres schaffen Schüler*innen kreative Werke, wodurch das schulische Lernen um die Begegnung mit Kunst und Kultur ergänzt wird. In begründeten Fällen sind auch Angebote in Form eines Blockprojektes möglich. Die Schüler*innen können sich frei für oder gegen die Teilnahme an einem konkreten Pro- jekt entscheiden. Eine Projektgruppe besteht in der Regel aus 12 bis 25 Teilnehmenden. Die Projektteilnahme ist für die Schüler*innen kostenfrei. Förderungsfähig sind Projekte aus allen künstlerischen Sparten. Durch die Förde- rung des Landesprogramms erhalten Kölner Schüler*innen zum Beispiel die Möglichkeit, Tanz- und Theaterstücke zu entwickeln, Ge- dichte sowie Kurzgeschichten zu verfassen, Filme zu produzieren, mit Instrumenten zu musizieren und sich künstlerisch mit verschie- denen Materialien wie Beton, Holz und Ton auseinanderzusetzen. Die Projekte werden von professionellen und qualifizierten Kunstschaffenden aus Köln und dessen Umland durchgeführt. Die Künstlerin- nen und Künstler sind bei ihrer ersten Teilnah- me am Landesprogramm verpflichtet, an einer Fortbildungsmaßnahme teilzunehmen, die aus vier jeweils eintägigen Seminaren besteht. Die- se Seminare informieren über die konkreten Arbeitsbedingungen im schulischen Alltag und vermitteln die Grundlagen der Angebotsent- wicklung und Didaktik. Nach der Fortbildungsteilnahme gehören die Künstlerinnen und Künstler zu einem Künstler- pool, der Schulen für die Suche nach geeigne- ten Kunstschaffenden zur Verfügung steht. Projekte, die sich an Kinder im Primarbereich wenden oder die an Schulen mit einem hohen Anteil von Schüler*innen mit Migrationshin- tergrund bzw. an inklusiv arbeitenden Schulen stattfinden, werden vorrangig gefördert. Seit dem 2. Halbjahr des Schuljahres 2019/2020 stellt die Corona-Pandemie die Umsetzung des Landesprogramms in Köln vor große Her- ausforderungen. Durch die coronabedingten Einschränkungen in den Schulen musste eine Vielzahl der Kölner „Kultur und Schule“-Pro- jekte der Schuljahre 2019/2020 und 2020/2021 zeitweise unterbrochen bzw. abgebrochen werden. Einige Projekte konnten hingegen digital fortgeführt werden. Für das Schuljahr 2021 /2022 wurden 51 Pro- jekte bewilligt. Im Rahmen dieser Projekte werden beispielsweise Kunstwerke aus Beton, Treibholz, Ton und „Müll“ wie alten Zeitungen, Stoffresten sowie Plastikdeckeln entstehen. Es wird im Schuljahr 2021 /2022 zudem eine Druck-Werkstatt, ein Mal- und Zeichen-Atelier sowie eine Näh-AG angeboten werden. Ein Film zum Thema Vorurteile soll produziert werden. Darüber hinaus werden Schüler*innen Tanz- und Theaterstücke, unter anderem Seite 24 Kommunales Gesamtkonzept III anhand von Kinderbuchvorlagen, entwickeln und sich hierbei mit den Themen Eigenliebe, Identitätsfindung, Überwindung von Ängsten und Vielfalt auseinandersetzen. Zum Thema Identitäten wird es außerdem ein Literaturan- gebot geben. Auch Musikangebote werden im Schuljahr 2021 /2022 stattfinden. An dem Landesprogramm beteiligen sich im Schuljahr 2021 /2022 14 Grundschulen, 4 För- derschulen, 4 Hauptschulen, 3 Realschulen, 3 Gesamtschulen, 7 Gymnasien und 2 Berufskol- legs der Stadt Köln. Um den Aspekt des lebensbegleitenden Ler- nens zu stärken und das Interesse an Kunst und Kultur zu vertiefen, werden in Köln auch gezielt weiterführende Schulen und auch Berufskol- legs angesprochen, sich an dem Programm „Kultur und Schule“ zu beteiligen. 4.3 Interdisziplinäre Juryarbeit Die Mittel für die Landesprogramme „Kultur- rucksack“ und „Kultur und Schule“ werden jährlich neu vergeben. Um Projektmittel zu erhalten, müssen die Anträge von Kulturein- richtungen und Kunstschaffenden, bei „Kultur und Schule“ von den durchführenden Schulen jedes Jahr neu gestellt werden. Über die Verga- be der Mittel entscheidet bei beiden Projekten eine jeweils interdisziplinär aufgestellte Jury. Kulturrucksack Für den „Kulturrucksack“ setzt sich die Jury aus der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung, dem Museumsdienst, dem Amt für Kinder, Jugend und Familie und der Bezirksjugendpfle- ge zusammen und wird seit 2019 durch das Kulturamt verstärkt. Die intensive Prüfung der eingereichten Projekte aus unterschiedlicher fachlicher Expertise öffnet den eigenen Blick und lässt neue Perspektiven entstehen. Da die Kulturrucksackprojekte in erster Linie in Jugendeinrichtungen der Kölner Sozialräume stattfinden, werden über die fachlichen Diskus- sionen Probleme und Bedarfe in den Stadtvier- teln deutlich genannt und erkennbar. Durch die interdisziplinäre Besetzung der Jury mit Mitgliedern aus den Bereichen Bildung, Jugend und Kultur und deren aktiver Begleitung im Programm wird die fachübergreifende stadt- interne Vernetzung und der Aspekt kultureller Bildung als Querschnittsaufgabe deutlich. Handlungsbedarf Die Jugendlichen sind über die Jugendeinrich- tungen in die Planung von Projekten involviert. Allerdings besteht die Absicht, Vertreter*innen der Zielgruppe in die Jury zu integrieren, um den Kindern und Jugendlichen mehr Mitspra- che zu ermöglichen und die Projekte stärker an ihren Wünschen auszurichten. Dieses Vorhaben musste aufgrund der Corona-Ein- schränkungen auf die Zeit nach der Pandemie und Jurysitzungen als Präsenzveranstaltungen verschoben werden. Kultur und Schule Die Jury für die „Kultur und Schule“ Vorhaben ist durch Vorgaben des Landes streng regle- mentiert. Sie setzt sich aus zwei Künstlerinnen bzw. Künstlern unterschiedlicher Sparten, einem Mitglied mit schulfachlichem Hinter- grund, einem Mitglied aus dem Bereich der 4 Förderfelder und Projekte der Koordinierungsstelle KuBiK Seite 25 kulturellen Jugendbildung und einem vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft be- nanntem Mitglied mit kulturfachlichem Hin- tergrund zusammen. Die Kölner Jury bestand zuletzt aus je einer Künstlerin der Sparten Bildende Kunst und Neue Medien bzw. Musik und Schauspiel, einer Mitarbeiterin aus dem Schulamt für die Stadt Köln, einer Kollegin aus dem Museumsdienst und einem Kollegen aus der Bezirksregierung Köln. 4.4 Gedichte dichten Wieder in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration (ZMI) und dem Schulamt für die Stadt Köln fand 2019/2020 eine 2. Auflage des generativen Gedichtwettbewerbs dieses Mal mit sechs rechtsrheinischen Grundschulen statt. In die- ser Runde fokussierte sich der Wettbewerb auf Grundschulen in Kalk und Mülheim, die nach dem Demek-Konzept arbeiten. Für die Schu- len, die in Bezirken mit hohem Migrationsan- teil liegen, sollte es einen eigenen Wettbewerb geben. Besonders schön war, dass die abschlie- ßenden Lesungen und die Preisverleihung in den Stadtteilbibliotheken Köln-Kalk und Köln- Mülheim stattfinden konnten. Vor den Lesun- gen fanden jeweils kleine Führungen durch die Bibliotheken statt, die in den Quartieren auch eine wichtige Funktion als Treffpunkt für Kinder und Jugendliche haben. DemeK ist ein Unterrichtskonzept der Arbeits- stelle Migration der Bezirksregierung Köln, das Schüler*innen beim Erwerb der deutschen Sprache unterstützt, indem es z.B. poetische Texte wie Gedichte, Reime und Lieder dazu nutzt, um die sprachlichen und grammati- schen Fähigkeiten der Schüler*innen zu för- dern. Sechs Grundschulen hatten sich im Schuljahr 2019/2020 an dem Wettbewerb beteiligt und selbstverfasste Gedichte ihrer Schüler*innen der 3. und 4. Klassen eingereicht. Als Vorlage für ihre Gedichte dienten den Schüler*innen die Verse des bekannten Gra- fikers, Malers, Illustrators und Autors Frantz Wittkamp. Die Schüler*innen konnten ihre Gedichte in Deutsch oder in ihrer Herkunfts- sprache verfassen. Für die teilnehmenden Schulen wurden zwei Veranstaltungen in den Stadtteilbibliotheken Köln-Kalk und Köln-Mülheim durchgeführt, im Rahmen derer, die von der Jury ausgewähl- ten besten Gedichte von den Kindern selbst präsentiert wurden. Moderiert hatte wieder der Autor Frantz Wittkamp selbst. Die Kinder verfolgten begeistert die Gedichtlesungen. Die Chancen eines solchen Projektes liegen in der Verbesserung der Ausdrucksfähigkeit in der deutschen Sprache und der Herkunftsspra- che im Beziehungsaufbau zu beiden Sprachen. Grammatikkenntnisse werden spielerisch gestärkt und langfristig Bildungschancen ver- bessert. Sprachbildung ist für Kinder anderer Herkunftssprachen als Deutsch von besonde- rer Bedeutung, sowohl für Vater- und Mutter- sprache als auch für Deutsch, oft wird keine der Sprachen mehr richtig beherrscht. Vor allem aber soll der Umgang mit den Versen Spaß an Sprache und Literatur vermitteln. Eine Neuauflage dieses Projektes wird nach Corona angestrebt. Seite 26 Kommunales Gesamtkonzept III 4.5 Kulturstrolche Eine Kooperation der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung mit dem Museumsdienst Köln sind die „Kulturstrolche“. Dieses Pro- gramm des Kultursekretariats NRW richtet sich an Grundschulkinder ab dem 2. Jahr- gang. Innerhalb von drei Jahren werden von den Kindern mindestens sechs Kunstsparten „durchstrolcht“, kennengelernt und erlebt. Dazu zählen Musik, Tanz, Theater, bildende Kunst, Geschichte, Medien und Literatur. Jedes Modul enthält rezeptive und produktive Antei- le. Kulturelle Vielfalt und Digitalisierung fließen als Querschnittsthemen mit ein. Die Website der „Kulturstrolche“ beschreibt den Anspruch des Programms wie folgt: „Die „Kulturstrolche“ begegnen nicht nur dem traditionellen, westlich geprägten Kulturbe- griff, sondern erfahren, dass Kultur vielschich- tig gestaltet ist und sie im alltäglichen Leben stets umgibt. Dazu gehört auch, dass sie nicht nur etablierte Kulturinstitutionen besuchen, sondern genauso mit freien Künstler*innen und Kulturvereinen in Kontakt kommen. So lernen sie zum Beispiel nicht nur die Abläufe eines Stadttheaters kennen, sondern erleben, dass Theater auch ohne Bühne funktioniert oder erfahren den Klang von westafrikanischer Djembé und arabischer Oud genauso wie Cello und Klavier“ (Website „Kulturstrolche“). Köln konnte aufgrund der coronabeding- ten Einschränkungen und Lockdownphasen erst ein Jahr später als geplant im Schuljahr 2020/21 das Pilotprojekt „Kulturstrolche“ an einer rechtsrheinischen Grundschule in Köln- Buchheim starten. Der 2. Jahrgang lernte so erst 2021 kurz vor den Sommerferien die unterschiedlichen Kölner Museen kennen. Die Kinder bauten aus Schuhkartons eigene kleine Museen für besondere Schätze. Der 3. Jahr- gang wird nach den Sommerferien den Weg eines Bildes vom Entstehungsprozess im Ateli- er bis zur Wand im Museum nachverfolgen und nachbilden. Der nächste Schritt des Moduls ist die Frage: „Wie kommt ein Bild zu mir?“ In die- sem Kontext besuchen die Kinder die artothek. Dort wird es für sie einen Workshop geben. Sie lernen die Arbeit der artothek kennen und dür- fen sich ein Bild ausleihen, zu dem sie später in der Schule arbeiten. Darauf aufbauend ist für den 3. Jahrgang auch eine Übung Kreatives Schreiben zu Bildern der artothek geplant, als spannender Spartenmix von Bildender Kunst und Literatur. Perspektive Die nächsten Projekte 2022-2024 werden im Theaterbereich mit dem COMEDIA Theater und dem Schauspiel Köln geplant, für die Lite- ratur soll unter anderem das junge Literatur- haus Ziel einer Literaturerkundung werden. Für das Modul Musik ist mit der Rheinischen Mu- sikschule ein Workshop oder Mitmachkonzert vorgesehen, das Volksmusik und Instrumente aus Herkunftsländern der Grundschulkinder thematisieren soll. Das „Kulturstrolche“- Pro- gramm soll auf andere Schulen in den Kölner Sozialräumen ausgedehnt werden – sofern die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. 4 Förderfelder und Projekte der Koordinierungsstelle KuBiK Seite 27 4.6 Musenkuss Köln Die Plattform im Jahr 2021 Aktueller Stand Seit dem Launch und offiziellen Start im Januar 2015 bietet die Plattform www.musenkuss- koeln.de einen ästhetischen und funktionalen Rahmen für die Außenkommunikation Kultu- reller Bildung der Stadt Köln. Unterstützt durch eine feste Redaktion innerhalb der Koordinie- rungsstelle Kulturelle Bildung stellen exter- ne Anbieter ihre Angebote ein. Ergänzende Informationen zur Kulturellen Bildung, Links und aktuelle Ausschreibungsfristen und För- dermöglichkeiten werden von der Koordinie- rungsstelle veröffentlicht. Musenkuss ist damit der Empfangsbereich Kultureller Bildung, in dem ein Empfangsschalter besetzt ist, infor- melle Begegnungen der Akteur*innen möglich sind, Informationen vorgehalten werden und eine reiche Ausstattung mit Bildern und leichte Handhabung eine unkomplizierte Einstim- mung auf die Angebote ermöglicht. Entsprechend anpassungsfähig hat sich das Tool seit seiner Einführung erwiesen und muss Flexibilität und Belastbarkeit auch für die Auf- gaben der Zukunft gewährleisten. Im Blick zurück hat sich die Zahl der Anbie- ter bei etwa 100 eingespielt, die sich in etwa 20:80 in kommunale Einrichtungen und An- bieter der freien Szene aufteilen und saisonal abhängig rund 300 Angebote einstellen. Die Möglichkeiten der Plattform werden je nach Sparte unterschiedlich wahrgenommen. Sparten, die vorher schon eigene Netzwerke und Plattformen gebildet hatten (Theater und Museen zum Beispiel) sind anders engagiert als Akteur*innen, die neue Formen anbieten oder strukturell loser organisiert sind (Film, Tanz, neue Medien). Die Angebotsstruktur wird auch dynamisch gehalten von den jewei- ligen Ansprechpartner*innen in den Häusern, zu denen über die Redaktion eine enge Ver- bindung besteht. Grundsätzlich ist es auch für Einzelkünstler*innen möglich, einzelne, ge- prüfte Projekte dort vorzustellen. Diese Mög- lichkeit wird noch wenig genutzt. Corona In der Pandemie war eine kurzfristige Informa- tion über die aktuell gültigen Bedingungen im Kulturbereich nötig. Über die Startseite von Musenkuss konnte der aktuelle Stand für alle 300 Angebote kommuniziert werden, was den Anbieter*innen die Mühe ersparte, jedes An- gebot einzeln anzupassen. Die Startseite ist in den ersten Wochen der Pandemie daher sehr schnell von einer Bildergalerie in eine redakti- onelle Seite mit Textinhalten und Themenka- cheln umgewandelt worden. Weitere positive Effekte für den Pandemiebetrieb waren: – Die jeweiligen Hilfen und Förderprogram- me verschiedener Träger (Bund, Land, Kommune, EU, Spartenverbände) für den Kulturbereich stehen seitdem zentral abruf- bar auf der Startseite. – Kurzfristig mögliche oder abgesagte Festi- vals, Wettbewerbe oder Veranstaltungen können prominent und unbürokratisch kommuniziert werden. Über die Startseite sind auch singuläre Verweise auf Initiativen möglich, die den obligatorischen Aufnah- meprozess für Musenkuss-Partner nicht durchlaufen haben. Seite 28 Kommunales Gesamtkonzept III Digitale Angebote rückten in der Praxis der Kulturellen Bildung nach vorne. Die Plattform- struktur erleichterte die Zugänglichkeit in mehrfacher Hinsicht: – Das Auffinden digitaler Angebote als Such- ergebnis ist mit einem Klick möglich. – Die Zugänglichkeit über die Verlinkung auf diverse Formen von digitalen Services ist von der Plattform aus für Anbieter komfor- tabel zu gestalten. – Tipps und Tutorials zur Durchführung von Online-Angeboten können gebündelt wer- den und sind über einen Klick erreichbar. – Die Bewerbung dieser Angebote ist durch das Teilen oder Verlinken der Angebote ebenfalls erleichtert. Der persönliche, pro aktiv gestaltete Kontakt zu den Akteur*innen spielte gleichwohl wäh- rend der gesamten belastenden Situation eine große Rolle. Interkommunale Anbindung Dem interkommunalen Netzwerk Musenkuss kam in der Pandemiezeit eine besondere Bedeutung zu. Die digital stattfindenden An- gebote der Kommunen konnten leicht zusam- mengelegt werden und das Spektrum für die Nutzer*innen enorm erweitern. Das Netzwerk besteht aus den Landeshaupt- städten München und Düsseldorf sowie der Stadt Köln und seine Aufgabe ist es, die Ent- wicklung der Plattform zu koordinieren. Die Pandemiephase wurde von den Netzwerk- kommunen einerseits dazu genutzt, notwen- dige Anpassungen „unter der Motorhaube“ vorzunehmen, um Vorgaben zu Datenschutz und Barrierefreiheit zu erfüllen. Andererseits konnte die Entwicklung der Bedarfe Kultureller Bildungseinrichtungen ganz grundsätzlich in den Blick genommen werden, was in 2021 /22 in einem Relaunchvorhaben des gesamten Auftrittes umgesetzt wird. Die Möglichkeiten der digitalen Entwicklung und Anschlussfä- higkeit spielen darin eine ebenso große Rolle, wie die Anforderungen an verbesserte Teilha- be und Zugänglichkeit zu Kultureller Bildung. Kultursensible Sprache und Bebilderung werden in diesem Zusammenhang von allen Akteur*innen mitgedacht. Entwicklung: Neue Dienste und Services der Plattform seit 2018 Teilhabe und Barrierefreiheit Die Transparenz und die Ermutigung zur Zu- gänglichkeit von Kulturellen Bildungsangebo- ten waren vom Start an ein wichtiger Bestand- teil der Plattform Musenkuss. Von zwei Seiten wurde die Fähigkeit der Seite in dieser Hinsicht ausgebaut: Der kommunale Diskurs im Vorfeld des För- derkonzeptes Kulturelle Teilhabe verstärkte die Vernetzung mit den aktiven Akteur*innen und gab Anstöße zur inhaltlichen Entwicklung. Die Forderungen der nationalen und EU-Richt- linien zur Barrierefreiheit von Software wurden konsequent und fristgerecht umgesetzt. Anreize zu Kollaboration und Kooperation Die 100 Anbieter auf Musenkuss werden nur sehr lose durch die Klammer der Plattform 4 Förderfelder und Projekte der Koordinierungsstelle KuBiK Seite 29 zusammengehalten. Es war ein Anliegen, die Kooperation und Vernetzung zwischen den sehr heterogenen Anbietern zu erleichtern. Darunter fallen folgende Maßnahmen: Die Archivierung gelungener Projekte Kulturel- ler Bildung und der Wissenstransfer innerhalb der Akteur*innen waren bislang zu großen Teilen informell organisiert. Mit einer Projekt- galerie erweiterte Musenkuss die Sicht auf die Kulturelle Bildung in der Stadt: Nicht mehr nur „nach vorne“ durch den Veranstaltungskalen- der, sondern auch im Nachhinein durch die Einrichtung einer Galerie gelungener Projekte. Voraussetzung für die Aufnahme ist, neben Qualitätsaspekten, die Bereitschaft, Know How und Erfahrungen auf Anfrage zu teilen und eine/n Ansprechpartner*in zu stellen. Ein Partner-Logo als optische Verbindung der Akteur*innen wurde gestaltet und kostenlos zur Verwendung in Print- und Digitalmedien zur Verfügung gestellt. Die begleitenden Schulungen wurden erwei- tert um Themen mit externen Referenten. Bislang fanden jährlich Refresh-Schulungen über die Plattformsoftware selbst statt. 2021 wurde das Angebot erweitert um eine Video- sprechstunde mit einem Film-Experten zum Thema „Videos für die Kulturelle Bildung“. Die Sprechstunde fand ganztätig über Zoom statt, brachte über das Thema Videoproduktion sehr verschiedene Sparten ins Gespräch und fand großen Anklang. Sehr willkommen ist den Anbietern der frei- en Szene auch die Verknüpfung mit anderen Diensten, die in der Regeln nur kommunalen Stellen vorbehalten sind. Folgende zwei Aktio- nen der Öffentlichkeitsarbeit wurden demnach sehr gut aufgenommen: Die Veröffentlichung ihrer digitalen Angebote über die Seite stadt- koeln.de auf deren Corona-Sonderseite und eine Aktionswoche „Kultur“ des offiziellen Instagram-Accounts der Stadt. Perspektiven und Pläne für die Plattform Musenkuss Für den lebendigen Betrieb einer Plattform greifen zwei Räder ineinander: Die Beteiligung und Vernetzung der Anbieter und eine gute, zeitgemäße Software. In beiden Bereichen werden sich in naher Zukunft Entwicklungen ergeben und beiden wird daher in den nächs- ten Jahren das Augenmerk gelten. Da die Platt- form nur wirksam sein kann, wenn sie bekannt ist, spielen Marketing und Öffentlichkeitsarbeit als drittes Handlungsfeld ebenfalls eine wich- tige Rolle. Beteiligung Dass wir in einer Informationsgesellschaft leben, ist ein oft zitierter Satz. Doch die Pan- demie hat gezeigt, wie wertvoll zielgerichtete Information zur richtigen Zeit ist. Fachnews- letter und Informationsdienste haben ihren hohen Wert bewiesen und Musenkuss plant, den bestehenden internen Newsletter an die Anbieter zu ergänzen durch eine weite- re, regelmäßige Information zur Kulturellen Bildung. Die Partnerkommune München des interkommunalen Netzwerkes hat gute Erfolge damit, allerdings arbeitet sie mit einer eigenen personellen Ausstattung dafür. Die Verankerung im Querschnitt der Sparten ist seit Beginn der Plattform durch eine inter- Seite 30 Kommunales Gesamtkonzept III disziplinäre Facharbeitsgruppe gewährleistet. Hierüber können noch verstärkt die Bedarfe abgefragt werden. Im Falle der genannten Vi- deosprechstunde ergab sich das Format aus ei- ner gezielten Bedarfsabfrage. Weitere Themen sind denkbar, wichtig ist aber stets, dass sie im Bedarf und der Alltagsarbeit der Akteur*innen verankert sind und so viel Interaktion wie mög- lich zulassen: Untereinander, mit den externen Referent*innen und mit der Verwaltung. Eine stabile Verankerung im Querschnitt der Verwaltung wird auf anderer Ebene von einem ämterübergreifenden Steuerungskreis gewähr- leistet. Das Thema Musenkuss wird dort eben- falls mitgedacht. Eine andere Perspektive zur verstärkten Inter- aktion mit den Anbieterinstitutionen können Maßnahmen zur kultursensiblen Qualitätssi- cherung sein. Ein Konzept hierfür ist in Arbeit. Ausgangspunkt dafür ist der Leitfaden für eine wertschätzende Kommunikation, den die Stadt Köln im Januar 2021 verbindlich veröf- fentlicht hat. Der Austausch der Verwaltung mit den Akteur*innen wird in ihm so gestaltet, dass Barrieren hinsichtlich Sprache, Diversität, Integration und kultureller Vielfalt in der Kom- munikation mitgedacht werden. Prozesse der Qualitätssicherung der 300 Bestandsangebote daraufhin auszurichten ist eines der Ziele der Plattform. Softwareentwicklung Der komplette technische Relaunch der Seite ist nötig geworden, da der ursprünglich 2010 in Düsseldorf programmierte Code nach 10 Jahren Betrieb veraltet ist. Natürlich bietet eine solche technische Überarbeitung die Chancen, neue Bedarfe an Optik, Kommunikation und Verlinkung mit anderen Formaten aufzugrei- fen. Bezahlbar wird dies durch die gemeinsa- me Finanzierung dreier Kommunen unter der Führung der Landeshauptstadt Düsseldorf als Inhaberin der Wort- Bildmarke Musenkuss. Von Ende 2021 bis 2022 ist der Umbau ge- plant. Die reibungslose Datenübernahme und eine gute Unterstützung und Kommunikation mit den Akteur*innen werden die Fokuspunkte dieser Aktion sein. Die gute Zusammenarbeit der Netzwerkpartner und eine vertragliche Erneuerung der Netzwerkidee der drei Kom- munen stützen das Projekt von anderer Seite sehr positiv ab. Konsens der Neugestaltung ist ebenfalls ein kompletter Verzicht auf Dienste, die ihre Ser- ver außerhalb der EU haben – sofern die DS- GVO hier überhaupt noch Spielräume zulässt. Marketing und Öffentlichkeitsarbeit Flexibilität wird die wichtigste Eigenschaft für die Sichtbarmachung der Plattform und ihrer 100 Kulturinstitute werden. So wie die Bewerbung über Flyer auf Präsenzveranstal- tungen eingebrochen ist durch die Reihe der Lockdowns 2020/21, so ist die Messbarkeit der Klickzahlen schwierig geworden durch die Einführung verstärkter Tracking-Barrieren. Andererseits tun sich auch neue Möglichkeiten auf. Zum Beispiel konnte Musenkuss verstärkt öffentliche Werbefläche nutzen, da andere Veranstaltungswerbung nicht in Anspruch ge- nommen wurde. Gut war, dass schon frühzeitig entsprechende Werbemittel bereit lagen, die spontan eingesetzt wurden. Optisch fanden 4 Förderfelder und Projekte der Koordinierungsstelle KuBiK Seite 31 sie so viel Anklang, dass Anbieter die Plakate anfragten, um sie bei sich selbst aufhängen zu dürfen. Ein Multiplikationseffekt, der allein auf hochwertige künstlerische Gestaltung zurückzuführen ist und qua Verwaltung nicht zu erreichen gewesen wäre. Dieser richtungs- weisende Weg wird mindestens während der Pandemiezeiten eine feste Event- und Jahres- planung ersetzen. Er besteht aus Beauftragung von Musenkuss-Künstler*innen, Erstellung hochwertiger Werbemittel und spontanem Einsatz auf Veranstaltungen, Online-Konferen- zen, Social-Media-Aktionen oder Stadtinforma- tionskampagnen. Auch neue Altersgruppen und Kooperationen mit Interessensverbänden ergaben sich aus den Zwängen des Lockdowns und Online-Kon- ferenzen zu Querschnittsthemen wie Video- moderation und technische Handhabung von Konferenztools. Diese Zufallskooperationen ersetzen nicht gezielte Netzwerkveranstaltun- gen, ergänzen sie aber auf ungeahnte Weise. Die Verknüpfung über die Online-Portale der Stadt Köln und die Instagram-Redaktion ist auf personeller Ebene schon gut gelungen und wird anlassbezogen ebenfalls erweitert werden. Das tragfähige Fundament von Musenkuss ist und bleibt der hohe ästhetische Anspruch der Seite, das Engagement der Akteur*innen und die hohe Qualität der Angebote Kultureller Bil- dung von Künstler*innen und Kulturinstituten der Stadt Köln. Seite 32 Kommunales Gesamtkonzept III 5 Erweiterung des Aktionsradius – Outreach Mit Angeboten dahin gehen, wo die Menschen leben, die vielleicht eher bildungsfern und kulturfern sind und Wege in die Stadt vermei- den: Outreach beinhaltet die Ausweitung von Angeboten Kultureller Bildung auf alle Alters- gruppen im Sinne lebenslangen Lernens und des Rechts auf gesellschaftliche bzw. kulturelle Teilhabe. In diesem Kontext steht auch die Erschließung neuer Bildungsräume. Kulturelle Bildungsangebote an ungewöhnlichen und un- erwarteten Orten erreichen über eine anfängli- che Irritation den Abbau von Hemmschwellen. Dezentrale Präsentations- und Aufführungsor- te dienen zudem als Werbung für Kulturelle Bil- dung und die zentralen Kunst- und Kulturorte. Die Stadtbibliothek und die Volkshochschule Köln verzeichnen in normalen Jahren Millionen von Besuchern. Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen besuchen und nutzen die Zentralen am Neumarkt, jedoch gewinnen auch die Stadtteilbibliotheken und Volkshoch- schulen in den Stadtvierteln an Bedeutung. Kurze Wege und passgenaue Angebote ziehen die Besucher*innen und Kursteilnehmenden an. Köln als eine wachsende Stadt braucht zunehmend Orte, die auch als Treffpunkte identitätsstiftend sind und für die Menschen in den Vierteln eine Relevanz besitzen. Auch Räume für Kunst und Kultur sollten in den Stadtvierteln geschaffen werden. Im Pla- nungsbereich ist das Amt für Stadtentwicklung gefragt, diese Räume bei Konzepten als ge- staltbare Fläche zu berücksichtigen. Das Amt für Kinder, Jugend und Familie ist schon einen Schritt voraus und plant die Umsetzung von „Cultural Points“ für Kinder und Jugendliche. Dahinter verbergen sich mobiler Raum oder Raum in Jugendeinrichtungen, die bereitge- stellt werden sollen, und den sich Kinder und Jugendliche aneignen können. 5.1 Museumsdienst Köln – Entwicklungen im Outreach Mit dem Ausbau des Outreachbereiches fo- kussiert sich der Museumsdienst Köln auf bisher nicht oder wenig berücksichtigte Besu- chergruppen. Eine aufsuchende Kulturarbeit ermöglicht es, Museumsinhalte mit starkem Bezug zur Lebenswelt der diversen Zielgruppen zu vermitteln. Weiterführende Schulen im Kölner Umfeld können ab September 2021 den Museumsbus Köln buchen und kostenfrei an einer Muse- umsführung teilnehmen. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Museumsschule Köln durchgeführt. An Kölner Grundschulen finden in den Schul- ferien regelmäßig kostenfreie Workshops im Rahmen der Offenen Ganztagsbetreuung statt, die mit einem Museumsbesuch ver- knüpft werden. 2021 wurde das Angebot für Schulen und für den offenen Ganztag erwei- tert. Aufsuchende Angebote können nun auch während der Schulzeit oder im Rahmen der Nachmittagsbetreuung gebucht werden. Im Rahmen der Förderung über das Landespro- gramm „kinderstark – NRW schafft Chancen“ konnte für den Schulbereich ein Klassensatz Ta- blets angeschafft werden, der ab Herbst 2021 5 Erweiterung des Aktionsradius – Outreach Seite 33 im Outreach zu Einsatz kommen wird. Eben- falls für den Herbst 2021 ist die Umsetzung eines aufsuchenden Schulprojekts im Rahmen des Jubiläums „1700 Jahre jüdisches Leben in Köln“ geplant. 2022 soll der Outreach auf den Bereich Kinder- tagesstätten ausgeweitet werden. Als Erweiterung des Bereiches Outreach starte- te 2019 das Projekt museenkoeln IN DER BOX, das zur Auseinandersetzung mit Museums- inhalten und -objekten außerhalb der Kölner Museen einlädt. 2020 wurde eine Mobile Ausstellung zum Thema Wohnen in Köln fertiggestellt, die ab Herbst 2021 verschiedene Bezirke in und um Köln bereisen wird. Vor Ort finden Work- shops, Führungen und offene Angebote für verschiedenen Zielgruppen wie Seniorinnen und Senioren, Schulklassen oder Familien statt, die mit Hilfe von partizipativen Methoden und Prinzipien des erforschenden Lernens Muse- umsinhalte näherbringen. Um auch während der coronabedingten Schlie- ßungen und Einschränkungen ein diverses Zielpublikum zu erreichen, wurde 2020/21 der Bereich digitaler Outreach sukzessive ausge- baut. Über die Website www.museenkoeln. de können zahlreiche Tutorials und Filme für Kinder und Familien heruntergeladen werden, außerdem Informationsmaterial und Arbeits- blätter speziell für Lehrkräfte und Schulklassen. 5.2 artothek – Raum für junge Kunst Einmal Kunst, bitte! Kulturelle Bildung mit Bildausleihe Die „artothek – Raum für junge Kunst“ ist eine städtische Einrichtung, in der zeitgenössische Kunst wie Bücher in einer Bibliothek ausgelie- hen werden kann. 1973 gegründet und heute dem Kulturamt zugehörig, hat die artothek in den 48 Jahren ihres Bestehens eine eigene Sammlung von derzeit über 1.500 ausleihba- ren Kunstwerken internationaler und Kölner Künstler zusammengetragen. Dazu gehören bekannte Größen wie Gerhard Richter, Rose- marie Trockel, Martin Kippenberger, moderne Klassiker wie Roy Lichtenstein, Andy Warhol und Niki de Saint Phalle sowie Newcomer. Der überwiegende Teil der Ausleihe besteht aus ge- rahmten Werken in verschiedenen Stilrichtun- gen, Techniken und Formaten und aus einigen Skulpturen und Objekten. Die artothek bietet einen einfachen, unkompli- zierten Zugang zu Kunst. Besuchende können Kunstwerke ins eigene Umfeld mitnehmen, d.h. ausleihen und den täglichen Umgang mit ihnen erleben. Niedrige Kosten für die Auslei- he und eine obligatorische Versicherung der Werke machen dies noch attraktiver. Parallel zur Ausleihe zeigt die artothek Ausstel- lungen mit junger Kunst in unterschiedlichen Medien. Malerei, Zeichnung, Fotografie und Skulptur sind genauso vertreten wie media- le Künste und Rauminstallationen. Aktuelle Themen und Entwicklungen finden darin eine konkrete Form und laden zur Auseinanderset- zung ein. Seite 34 Kommunales Gesamtkonzept III Seit ihrer Gründung ist die artothek mit ihrer hochwertigen Ausleihe und den Ausstellun- gen zum aktuellen Kunstgeschehen ein Inst- rument, um die Distanz des Publikums zur zeit- genössischen Kunst zu verringern, um Brücken zu schlagen und Begeisterung zu entfachen. Alleinstellungsmerkmal der artothek im Ver- gleich mit anderen Kulturinstitutionen ist die Möglichkeit, lange Kontakt zu einem Kunst- werk im gewohnten Umfeld zu haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Schule, Kin- dergarten oder das eigene Zuhause handelt. In der vielfältigen Sammlung findet jede*r, egal welchen Alters ein Kunstwerk, das ihn oder sie unmittelbar anspricht. Aufbauend auf dieser ersten, selbst bestimmten Beziehung werden im Rahmen der Kulturellen Bildungsangebote weitere Handlungsschritte in unterschiedli- chen Medien wie Sprache, Bild, Objekt usw. entwickelt. Seit 2015 geht die artothek mit speziellen An- geboten zur Kulturellen Bildung auf die Kölner Bürger*innen zu. Besonders in der Zusam- menarbeit mit Kindergärten und Schulen wird ein junges Publikum angesprochen und damit schon sehr früh das Fundament für einen freien und wertschätzenden Umgang mit Kunst ge- legt. Hierzu bietet die artothek Fortbildungen für Erzieher*innen und Lehrer*innen an, in de- nen anhand konkreter Beispiele die Einbindung von Kunstbetrachtung und künstlerischem Arbeiten im Lebensalltag dargestellt wird. Das mehrjährige Kunst(vermittlungs)projekt der Kindertagesstätte Papperlapapp e. V. mit der artothek wurde im Bundeswettbewerb für kulturelle Bildungspartnerschaften „Mixed Up“ 2018 ausgezeichnet. Auch beim jährlichen „Türöffnertag“ der Sen- dung mit der Maus beteiligte sich die artothek mit einem Kunstworkshop für Kinder zwischen 4 und 10 Jahren. Die angebotenen Workshops in Kleingruppen von jeweils 10 Kindern sind sehr gefragt und verhelfen sowohl den Kindern wie auch den Eltern zu einem ersten persönli- chen Kontakt mit Kunst und Kunstausleihe. Mit mehreren Gymnasien in Köln werden in der Mittel- und Oberstufe regelmäßige Kunst- projekte realisiert, in denen die Schüler*innen Kunstwerke für 10 Wochen ausleihen und zu diesen im Unterricht Kunstwerke, Kunst- betrachtung oder Texte erarbeiten. In einer Kooperationspartnerschaft erhielt das Apostel- gymnasium einen kleinen Sammlungsbestand der artothek, um damit auch eigenständig innerhalb der Schule Ausstellungsprojekte zu realisieren. Digitale und analoge Formate können bei Bedarf gebucht und Museumspädagogen zur Unterstützung hinzugezogen werden. Ergän- zend gibt es die Möglichkeit Materialkoffer für Elementarstufe oder Primarstufe zu leihen zusammen mit Projektvorschlägen und Ar- beitsmaterialien. Der artothek ist es ein großes Anliegen, sowohl den individuellen Zugang zu Kunstwerken, wie auch die persönliche Reaktion darauf so offen wie möglich zu gestalten. Die Erfahrung des bewussten Sehens, die mit unserem Angebot und unserer Unterstützung gestärkt und wei- terentwickelt wird, bildet den Grundstock für einen kompetenten Umgang mit zeitgenössi- scher Kunst. 5 Erweiterung des Aktionsradius – Outreach Seite 35 Formate der Kulturellen Bildung in der artothek: – Fortbildungen für Erzieher*innen in der Elementarstufe, für Lehrer*innen in der Primarstufe und Sekundarstufe I und II – Projektangebote für Gruppen mit 90mi- nütigem Workshop in der artothek und anschließender Kunstausleihe (z.B. Schul- klassen) – Praktische Workshops in der artothek (z.B. „Türöffnertag“ der Sendung mit der Maus) – Ausstellungsbezogene Führungen, Künst- lergespräche, Talks – Lesungen und Konzerte zu Ausstellungen. 5.3 Museumsdienst Köln und artothek – Outreach In buchbaren Workshops kommen nicht nur die Kölner Museen in die Klassenräume. Die aufsuchende Museumsarbeit eignet sich in ähnlicher Weise auch für die kulturelle Bil- dungs- und Vermittlungsarbeit der artothek. Das Angebot im Outreach artothek gilt nicht nur für Schulen (Primarstufe und Sek1) im Kölner Stadtgebiet, es wendet sich gleicher- maßen an berufstätige Menschen sofern als Gruppe organisiert oder strukturiert, und auch an Menschen nach dem Renteneintritt, also die Altersgruppe 60+. Somit wurde eine Bandbreite an unterschied- lichen Workshop-Einheiten entwickelt, mit denen der Museumsdienst Köln nicht nur die aufsuchende Museumsarbeit für alle städti- schen Museen ausbaute, sondern auch für die artothek Köln. Der Workshop „Wenn die Kunst kommt…“ fällt in den Fachbereich der aufsuchenden Vermittlungsarbeit. Es entstand ein Work- shop für Schüler*innen der Primarstufe. Aus- gesuchte, extra vorab zusammengestellte Kunstwerke der artothek können entliehen werden, um sich dann anschließend vor Ort damit zu befassen. Im täglichen Umgang wird die Kunst so hautnah erlebbar. Das Kunstwerk zieht mit dem Vorgang der Ausleihe für 6 bis 10 Wochen in den Klassenraum ein. Bei einer Terminbuchung wird der dazu konzipierte Workshop vor Ort, also in der Klasse, durch eine/n Museumspädagog*in mit gebucht. Im Anschluss an den Workshop erhält die Klasse zusätzlich ein umfangreiches Methodenheft, das weitere Anregungen und Ideen enthält, wie man sich nun weiter kreativ mit dem Kunstwerk beschäftigen kann. Darüber hinaus wurden in Zusammenarbeit von Museumsdienst Köln und artothek bei- spielgebende Workshop-Module entwickelt, in denen der Vermittlungsschwerpunkt an der Schnittstelle „Kunstbegegnung und Literatur“ liegt. Die kreative Bearbeitungsform im Work- shop ist das Kreative Schreiben. Nachfolgend aufgeführte Workshops sind spä- testens ab dem 2. Halbjahr 2021 als buchbare Angebote verfügbar: 1. „Kunst, ja bitte – 60 +“. Der Pilot-Workshop wurde in Kooperation mit dem Bürgerhaus Stollwerck und einer dort kontinuierlich be- stehenden Seniorinnengruppe entwickelt und mit Erfolg durchgeführt. Mit dem Ziel einer nachhaltigen Kulturvermittlung vor Ort ent- standen die 3 Workshop-Module „Kreatives und Biographisches Schreiben zu Kunstwerken der artothek“. Die jeweiligen Einheiten sind mit 120 Minuten getaktet und können einzeln oder im Paket (3 Module) gebucht werden, da sie als Baukastensystem angelegt sind. Seite 36 Kommunales Gesamtkonzept III 2. „Kunst, ja bitte – Outreach-WS-Schule/ Sek1“ wurde durch die fruchtbare Zusam- menarbeit mit dem Montessori Gymnasium in Köln-Ehrenfeld möglich. Im Rahmen der sogenannten Differenzierungsstufe wurde im ersten HJ 2020 ergänzend zu den Unterrichts- fächern Deutsch und Kunst der Workshop im Kreativen Schreiben realisiert. Das Angebot kann gleichsam wahlweise mit 1-3 Workshop- Modulen gebucht werden. Die Anknüpfungs- punkte an den Fachunterricht Deutsch und Kunst erfolgte über Impulse aus dem Kreativen Schreiben. Bildbezogene Literaturbeispiele und die sehr konkrete Bezugnahme der Schreiban- regungen auf die von den Jugendlichen entlie- henen Kunstwerke der artothek ermöglichte eine vertiefende Vermittlungsarbeit. 3. Coronabedingt wurde ein weiterer, gleichna- miger Workshop „Kunst, ja bitte – Outreach- WS“– nun digital – mit der gleichen Schule und einer neuen Klasse in der Differenzierungsstufe (Kl. 7-8) entwickelt. Unter Anwendung eines herkömmlichen digitalen Video-Konferenzpro- gramms fanden die Workshop-Module statt. Aufgrund der damit verbundenen besonderen Herausforderung/en wurden die einzelnen Workshop-Meetings in kleineren Zeiteinhei- ten, nämlich zwischen 45 und max. 60 Minuten umgesetzt. Andere digitale Vermittlungsme- dien, die den Transfer der kreativen Schreibim- pulse digital als Bild-, Video und oder Audioda- teien ermöglichten, unterstützen die digitale Arbeitsweise und führten zu einer gelungenen Vermittlungsarbeit. Damit ist das digitale Vermittlungsmodul „Kreatives Schreiben“ /Outreach-Schule/ Sek1 entstanden und kann zukünftig und nachhaltig angeboten werden. Es ist nicht nur im Kontext eines Differenzierungskurses Deutsch-Kunst nutzbar, sondern auch im Fachbereich Kunst und/oder Deutsch. Ein anderes Projekt, ein gemeinsames Vorha- ben des Museumsdienstes und der Koordinie- rungsstelle Kulturelle Bildung, wird mit der artothek im Herbst 2021 erstmalig stattfinden. Das schon beschriebene „Kulturstrolche“- Projekt an der Grundschule Alte Wipperfürther Straße in Köln Buchheim bezieht die artothek in das Kennenlernen und die Auseinanderset- zung mit Bildender Kunst ein. Thema ist: „wie kommt ein Bild zu mir?“. Zunächst werden die Lehrer*innen des 2. und 3. Jahrgangs in die Ar- beit mit Bildern der artothek eingeführt. Im 2. Schritt lernen die Kinder die artothek kennen, leihen sich ein Kunstwerk für die Klasse aus. Im 3. Schritt wird ein Workshop in der Schule zu dem Bild stattfinden. Die Schüler*innen leben mit dem Kunstwerk im Schulalltag und produzieren im 4. Schritt eigene Versionen der ausgeliehenen Arbeit oder schaffen etwas ganz Neues. Auch dieses Pilotprojekt soll verstetigt werden. 5.4 Rheinische Musikschule – Outreach 2019 begann die Rheinische Musikschule mit der Einführung eines Outreach Projekts für die Kölner Stadtbezirke Chorweiler und Kalk. Beide Stadtteile zeichnen sich durch einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Empfänger*innen von Leistungen nach dem SGB II aus und dadurch, dass es dort noch kei- ne Regionalschulen oder Repräsentanzen der Rheinischen Musikschule gibt, so dass auch das Angebot an musikalischer Bildung in beiden Stadtbezirken als unterdurchschnittlich einge- stuft werden kann. 5 Erweiterung des Aktionsradius – Outreach Seite 37 Grundlage für das Outreach Konzept sind Kooperationen mit Kitas und Schulen in den beiden Stadtbezirken. Bei der Auswahl der Ko- operationspartner spielt räumliche Nähe eine ausschlaggebende Rolle. Die Grundschulen liegen in der Nähe der teilnehmenden Kitas, die Grundschulen wiederum liegen im Einzugs- gebiet der teilnehmenden weiterführenden Schulen. Auf diese Weise werden durchgängi- ge musikalische Bildungsbiografien möglich. Ein weiteres Merkmal des Outreach Projekts ist die Einbeziehung der großen Institutionen des städtischen Musiklebens (Gürzenich Orchester, Philharmonie etc.), um so Grundlagen für eine kulturelle Teilhabe in diesen Bezirken zu legen. Leider fielen weite Teile der Implementierung des Outreach Konzepts der Corona Pandemie zum Opfer. Zwar konnte die Rheinische Musik- schule Ihren Unterricht durch neu entwickelte Online-Formate weitgehend aufrechterhalten. Die Kooperationen mit Kitas und Grundschu- len hingegen – und damit fast der gesamte Start des Outreach Projekts – kamen während der Pandemie fast vollständig zum Erliegen. Lediglich an den weiterführenden Schulen konnte in vielen Fällen mit Online-Formaten die musikalische Bildung aufrechterhalten werden. Ein Beispiel für die Kreativität, die durch die neuen online Formate ermöglicht wurde, ist der sogenannte „Coronauten-Song“, der von den Schüler*innen der Trude Herr Gesamt- schule Köln gemeinsam mit Dozent*innen der Rheinischen Musikschule während der Home- schooling-Phasen komponiert und aufgenom- men wurde. In der Presse stieß die Veröffentli- chung des Projekts auf reges Interesse. https://www.youtube.com/ watch?v=ffYJeShEbiQ Seite 38 Kommunales Gesamtkonzept III 6 Kommunikationsstrukturen und Kulturelle Bildungsketten 6.1 Aspekte Kultureller Bildung im Amt für Kinder, Jugend und Familie Kulturelle Bildung zählt im Kinder- und Jugend- hilferecht zu den Pflichtaufgaben kommunaler Jugendarbeit (SGB VIII, § 1 1(3)). Kulturelle Kinder- und Jugendarbeit versteht sich als An- regung und Förderung von kreativer, sinnlicher Auseinandersetzung mit der Umwelt und der eigenen Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Sie soll ihnen er- möglichen, sich durch Sprache, Musik, Be- wegung, Kleidung u. a. m. auszudrücken und damit Selbstbewusstsein und Persönlichkeits- entwicklung zu fördern. Wichtiger Grundsatz der Kinder- und Jugendkulturarbeit ist die partizipative und prozesshafte Gestaltung von Angeboten. Angebote und Orte der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit sind vielfältig. Sie finden vor allem in der Familie, in Institutionen wie zum Beispiel Jugendzentren beziehungs- weise Freizeitstätten, sozio-kulturellen Zent- ren, in Projekten, im Stadtraum oder anderen kulturell relevanten Orten statt (Kulturelle Teil- habe und Zugänge, hrsg. vom Rat für Kulturel- le Bildung, 2014, Zusammenfassung, S. 10). Als ein wichtiger Teilbereich des Handlungs- feldes „Jugendarbeit“ fördert die kulturelle Bildung die künstlerisch-mediale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit verschiede- nen Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkei- ten, z.B. in den Bereichen Akrobatik, Bildende Kunst, Literatur, Medien, Musik, Spiel, Tanz und Theater. Hiermit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur individuellen und sozialen Entwick- lung junger Menschen. Die kulturpädagogi- schen Facheinrichtungen in Köln verfügen über entsprechende Fachkompetenz, angemessene Fachräume sowie eine geeignete Ausstattung. Zielgruppe sind Kinder, Jugendliche und jun- ge Erwachsene im Alter von 6 bis 27 Jahren. Die Angebote finden in außerunterrichtlichen Kontexten statt, sind vornehmlich sozialräu- mlich verortet und richten sich insbesondere an Kinder und Jugendliche in benachteiligten Lebenslagen. Die Öffnungszeiten richten sich generell nach den Bedürfnissen der jeweiligen Zielgrup- pen und sind nicht fest vorgegeben. In der Regel finden die Angebote in festen Grup- penstrukturen statt. Die variable und breite Angebotspalette der Jugendkulturarbeit umfasst unter anderem die Angebotsformen Projekte, Kurse, mobile Angebote, Ferienan- gebote, Workshops, Ausstellungen, Auffüh- rungen sowie Qualifizierungsangebote für Multiplikator*innen. Die Angebote finden in verschiedenen Kooperationszusammenhän- gen mit Schulen sowie Einrichtungen der Ju- gend-, Sozial-, Bildungs- und Kulturarbeit statt. Fördergrundlagen für die Offene Kinder- und Jugendarbeit sowie für die Arbeit der Kultur- pädagogischen Facheinrichtungen sind die im Jahr 2015 vom Rat der Stadt Köln verabschie- deten Richtlinien „Richtlinie zur Förderung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA)“ (Ratsinformationssystem der Stadt Köln: 1814/2015) sowie „Richtlinie zur Förderung kultur- und medienpädagogischer Fachein- 6 Kommunikationsstrukturen und Kulturelle Bildungsketten Seite 39 richtungen Köln“ (Ratsinformationssystem der Stadt Köln: 1815/2015). Hierin sind jeweils die Zielsetzungen, Leistungsbeschreibungen sowie das Förder- und Verwendungsnachweis- verfahren der Offenen Kinder- und Jugend- angebote sowie der Kulturpädagogischen Facheinrichtungen in Köln festgeschrieben. Die auf den jeweiligen Träger der freien Jugend- hilfe übertragenen Aufgaben gemäß § 1 1 SGB VIII sowie das Zuwendungsverfahren wird per Zuwendungsvertrag geregelt. Ab 2022 werden die Richtlinien zur Förderung der „Offenen Kinder und Jugendarbeit“ und die Richtlinie zur Förderung der „Kulturpädagogi- schen Facheinrichtungen“ von differenzierten Förderprogrammen abgelöst (Kinder und Jugendförderplan 2021–2025, kulturpädagogi- sche Facheinrichtungen, S. 71f). 6.2 Kulturelle Bildung in der Kita In Familie und Kita werden die Grundlagen Kultureller Bildung gelegt. Stichworte für die ästhetische Früherziehung sind u.a. Sinnesbil- dung, Wahrnehmungsschulung, freies Spiel, aber auch der kreative Umgang mit Bildern, Tönen und Bewegung (Positionspapier 2019, S. 8). Beispielhaft für ästhetische Erziehung ist das Projekt der artothek mit der Kindertagesstätte Papperlapapp e. V. in Köln, das im Bundes- wettbewerb „Mixed Up“ 2018 ausgezeichnet wurde. Eine Kitagruppe besucht die artothek und entscheidet sich gemeinsam aus einer vorher getroffenen Auswahl für ein Kunstwerk, das in den nächsten Wochen die Einrichtung schmücken und die Kinder im Alltag begleiten wird. Das Bild kann Anregung für Geschichten liefern, nachgestellt werden, zu Bastelaktionen anregen, zum Backen und Kochen motivieren und ein Vorbild für eigene Werke sein. So wird Kulturelle Bildung selbstverständlich gelebter Alltag. 6.3 Kulturelle Bildung in Schule Fast nebenbei unterstützt die aktive Be- schäftigung mit Kunst und Kultur die eigene Persönlichkeitsentwicklung und stärkt die sogenannten Schlüsselkompetenzen. Seine kreativen Potenziale zu entdecken und künst- lerisch-ästhetische Ausdrucksformen zu ler- nen, bedeutet eben auch, die Wahrnehmung zu differenzieren, zu eigenem Ausdruck und eigener Gestaltung zu kommen, neue persön- liche Erfahrungsräume zu erschließen und die eigene Ausdrucksfähigkeit zu verbessern. „Das Gespür für künstlerische Qualität, der Mut zu eigenem künstlerischen Ausdruck und die Resistenz gegenüber manipulativ benutzten Bilderwelten können nur in einem lebendigen Dialog entstehen, der einerseits historische Entwicklungslinien aufnimmt und andererseits Offenheit für alle Facetten experimenteller künstlerischer Gestaltung fördert (Enquete Kommission Kultur in Deutschland 2007 , Deut- scher Bundestag, Drucksache 16/700, S. 389). Kulturelle Bildung ist essentieller Bestandteil des schulischen Bildungsauftrages und ent- sprechend in den Schulgesetzen aller Länder verankert. Die Curricula der verschiedenen Schulformen weisen Inhalte und Ziele schu- lischer Kultureller Bildung explizit aus. Dabei geht es nicht nur um die klassischen Fächer Kunst und Musik, sondern auch um außer- unterrichtliche Arbeitsgemeinschaften, die Begegnung mit Künstler*innen und außer- Seite 40 Kommunales Gesamtkonzept III schulischen Lern- und Erlebnisorten. Trotz der institutionellen Verankerung ist die Situation Kultureller Bildung in den Schulen oft unzu- reichend. Der Deutsche Städtetag fordert die Länder auf, die Kulturelle Bildung in den Schulen zu stärken und ihr größeres Gewicht zu verleihen. Erforderlich ist eine Verankerung Kultureller Bildung in jedem Schulprogramm. Im Bereich der außerschulischen Kulturellen Bildung soll- ten auf Länderebene gesetzliche Grundlagen zur nachhaltigen und strukturellen Förderung geschaffen werden, (Positionspapier Deutscher Städtetag, 2019, Zusammenfassung S. 5). Außerschulische Angebote können und dür- fen schulische Defizite nicht ersetzen. Die Verantwortung der Länder, musische und künstlerisch-ästhetische Bildung im Rahmen des Curriculums sicherzustellen, bleibt unver- ändert bestehen, (Positionspapier Deutscher Städtetag 2019, S. 9). Besondere Bedeutung kommt dem zuneh- menden Ausbau von Ganztagsschulen bzw. ganztägiger Betreuung an Schulen zu. Der Ganztag eröffnet dem Städtetag zufolge für die Kulturelle Bildung neue Möglichkeiten. So könnten Kinder und Jugendliche aller Schich- ten erreicht, soziale Selektion vermindert und kulturelle Teilhabe verbessert werden. Dies setzt aber voraus, dass auch im Offe- nen Ganztag die Angebote tatsächlich allen Schüler*innen offen stehen, bzw. eine 100%ige Versorgung möglich ist. Immer noch sind es in der Regel Plätze für 70-80% der Schüler*innen. Eine wichtige Funktion bei der Implementie- rung Kultureller Bildung in den Schulalltag und im Erlebnisraum einer Stadt nimmt die Schul- sozialpädagogik ein. Sie muss künftig Teil jeder Schule werden (vgl. Positionspapier, Deutscher Städtetag 2019; S. 8). 6.4 Bedeutung Kultureller Bildung in der Schulsozialarbeit Die Schulsozialarbeit in Köln umfasst zurzeit über 150 Stellen an Schulen aller Schulformen. Um Kinder und Jugendliche zu erreichen, ist die Schule ein prädestinierter Ort, da diese hier (wenn die Corona-Phase weggedacht wird) die meiste Zeit ihres Lebens verbringen. Als Jugendhilfeangebot in Schulen hat die Schulsozialarbeit einen Erziehungs- und Bildungsauftrag, der die Kulturelle Bildung impliziert. Sie ist zudem der UN-Kinderrechts- konvention verpflichtet, wo Kindern und Jugendlichen das Recht auf vollen Zugang zum kulturellen Leben sowie auf eigene künstleri- sche und kulturelle Betätigung zugesprochen wird. Schulsozialarbeit sieht ihre Aufgabe darin, Schule in den Sozialraum und darüber hinaus zu öffnen, um andere Räume, andere Welten kennenlernen zu können oder, wie Karsten Speck es formuliert, „Ermöglichungsräume zu schaffen“. Zu den konzeptionellen Grundlagen gehören Lernprozesse, die die Fähigkeit zu gemein- schaftlichem Leben und ein Verständnis von Diversität fördern sowie einen Kontrapunkt zu Klischees und Diskriminierung setzten. Schulsozialarbeitende haben ihren Blick auf die Ressourcen, Fähigkeiten und Talente von Schüler*innen gerichtet und schärfen deren 6 Kommunikationsstrukturen und Kulturelle Bildungsketten Seite 41 Selbst- und Fremdwahrnehmung. So wird die Kooperation mit Bildungs-, Kunst- und Kultur- schaffenden- und Räumen aus der Überzeu- gung heraus angestrebt, dass den Künsten das Potential innewohnt, ästhetische Erfahrungs- räume zu öffnen und die Selbst- und Weltver- ständnisse von Subjekten zu berühren. Kulturelle Bildung stellt in diesem Zusammen- hang eine unverzichtbare Grundlage und ein Gegengewicht zum schulischen, mehr kog- nitiven Lernen dar; sie betont das intuitive, informelle und nonformale Lernen. Dabei wird im Kontakt zu Kunst und Kultur die Analogie zu den Grundprinzipien der Schulsozialarbeit deutlich, die immer auf Freiwilligkeit beruht und niemals bewertet, also bewertungsfreie Angebote macht und sich auf die Ideen, Vor- schläge und Wünsche der Kinder und Jugend- lichen selber konzentriert, sie unmittelbar beteiligt. Konkret begreift die Fachdienststelle Schul- sozialarbeit im Amt für Schulentwicklung ihre Fachkräfte als Multiplikator*innen. So werden Begegnungen, Workshops, Seminare mit Kooperationspartner*innen aus der Kulturellen Bildung organisiert, zu denen gehören – Theater – Museen – Museumsdienst – Artothek – Malorte – Ateliers – Tanzbüro – Tänzer*innen – Musiker*innen – Musikschulen – Philharmonie – Sportvereine – U. v. a. Möglichkeiten der Finanzierung von kulturel- len Angeboten, wie z.B. 180°-Drehung, „Kultur und Schule“ werden an die Fachkräfte vermit- telt, genauso wie die digitale Angebotsplatt- form Musenkuss. Kulturelle Bildung ist immer Teil der Fachveran- staltungen, wie Tagungen, Ringvorlesungen, Klausurtage; z.B. „digital-Künstlerisches“ Ring- vorlesung 2021 „Schulsozialarbeit in „post“- analogen Zeiten oder ein Workshop auf dem Fachtag 2019 im Historischen Rathaus „Mehr möglich machen“: „Was hat Kulturelle Bildung mit Prävention zu tun?“ Eine strukturelle Verankerung von Kultureller Bildung in Schule ist ein angestrebtes Ziel, ist aber bislang nicht selbstverständlich. Zitat Jane Eschment in der Dokumentation zum Fachtag „mehr möglich machen“: „Gera- de die Vernetzung von Schule und Sozialraum auch im Sinne eines erweiterten Netzwerks mit lokalen Kunst- und Kulturräumen, freischaffen- den Künstler*innen und Kulturpädagog*innen zu denken, kann den Raum Schule erweitern und Erfahrungsräume schaffen, in denen sich Kinder und Jugendliche als ästhetisch lernende Subjekte vielfältig ausprobieren können“ und ästhetische Bildung als selbstverständlichen Anteil Allgemeiner Bildung erfahren. Seite 42 Kommunales Gesamtkonzept III 7 Kooperationen mit Kitas, Schulen und Jugendeinrichtungen Freie Träger und freie Kunstschaffende können mit neuen Angeboten Kultureller und ästheti- scher Bildung neue Räume und Möglichkeiten für Kunst und Kultur in Kita, Schule und in Jugendeinrichtungen erschließen und auch Schulprofile stärken. 7.1 Modelle des COMEDIA Theaters für Junges Publikum Außerschulische Lernorte im Rahmen der Kulturellen Bildung Kooperationen mit Schulen, Kitas und Jugend- einrichtungen gehören inzwischen zum festen Bestandteil der Planungen vieler Theater in NRW die für Junges Publikum produzieren. Schon seit vielen Jahren geht das COMEDIA Theater Köln hier führend voran und sucht den kontinuierlichen Austausch mit den Expert*innen in den Schulen und Einrichtun- gen, aber auch mit den Mitarbeiter*innen des Schulamtes, des Kulturamtes und der Verwaltung. Das Anerkennen der Unterschiedlichkeit der Institutionen und daraus folgernd das gemein- same Entwickeln einer individuellen Koope- rationsvereinbarung, zugeschnitten auf die Bedürfnisse des jeweiligen Partners, haben dazu geführt, dass inzwischen 10 Grundschu- len und 8 weiterführende Schulen sowie einige Kitas und Jugendeinrichtungen feste Koopera- tionsverträge mit dem Theater abgeschlossen haben. Diese Vereinbarungen beinhalten Theaterbe- suche, Workshops im Theater oder bei dem jeweiligen Partner, gemeinsame Projekte im Rahmen des Unterrichts, Unterstützung bei schulischen Kulturprojekten durch die Expert*innen des Theaters, Projektwochen und vieles mehr. Entgegen alter Gewohnheiten ist ein Theater- besuch nicht nur im Rahmen des Literaturkur- ses oder zu Weihnachten in den Lehrplan oder die Wochenplanung einer Einrichtung ein- beziehbar. Die Bandbreite des Angebots, das ein Theaterhaus wie die COMEDIA inzwischen bietet, schafft Anknüpfungspunkte in nahezu jedem Bereich. Themenstücke zu den großen gesellschaft- lichen Fragen, die Auseinandersetzung mit Naturwissenschaften, Nachhaltigkeit und Umweltfragen sind genauso Bestandteil des Spielplans wie Tanz, Musik und Literatur. Im Rahmen von Kooperationen mit Schulen, Kitas und Jugendeinrichtungen bietet das COMEDIA Theater als außerschulischer Lern- partner immer die Verknüpfung von aktiver Rezeption und eigenem Handeln an. Die Mitarbeiter*innen unterstützen Lehrende und Lernende persönlich oder/und mit theaterpä- dagogischem Material bei der Hinterfragung und Einordnung des Gesehenen. Sie ermög- lichen in spielpraktischen Workshops – an- hand der Themen und künstlerischen Mittel einer Inszenierung – an das eigene Erleben sowie den persönlichen Hintergrund und Alltag anzuknüpfen und fördern den eigenen künstlerischen Ausdruck. Hierdurch öffnen sie 7 Kooperationen mit Kitas, Schulen und Jugendeinrichtungen Seite 43 Zugänge zur und verschiedene Perspektiven auf die Kunst und ermöglichen eine direkte Begegnung zwischen Künstler*innen und Schüler*innen. Kooperationen mit Grundschulen Die goldene Eintrittskarte Die goldene Eintrittskarte bietet Grundschulen die Möglichkeit ihr kulturelles Profil zu schär- fen. Mit regelmäßigen vergünstigten Theater- besuchen, Nachgesprächen und kostenfreien Workshops wächst eine stabile und abwechs- lungsreiche Partnerschaft zwischen der Schule und der COMEDIA. Lehrer*innen der Partner- schulen erfahren früher Spieltermine, erhalten regelmäßig Materialhefte, werden in besonde- rem Maße bei Festivals berücksichtigt und sind immer informiert über besondere Aktivitäten. Kooperationen mit weiterführenden Schulen Theaterkompliz*innen Gold/Silber/Bronze Weiterführende Schulen haben die Möglich- keit zu Kompliz*innen des Theaters für junges Publikum zu werden. Neben regelmäßigen Besuchen bei den Stücken und Performan- ces erarbeitet die Schule oder Einrichtung gemeinsam mit dem Theater ein individuel- les Paket an Workshops, Projekttagen oder einer Projektwoche, unterrichtsbegleiten- dem Material oder Inputs von Theaterprofis (Theaterpädagog*innen, Regisseur*innen, Schauspieler*innen oder Musiker*innen), das dann während des Schuljahres zur Ver- fügung steht und genutzt werden kann. Die Pädagog*innen und Künstler*innen genießen die spannenden Begegnungen und den regen Austausch mit dem Publikum, für das sie Thea- ter machen. In Zusammenarbeit mit dem COMEDIA The- ater hat das Albertus Magnus Gymnasium in Köln die Theater-Medienklassen entwickelt und gibt hier seit Jahren Abiturient*innen die Möglichkeit ihren Schwerpunkt auf die Kulturelle Bildung zu legen. Die Nachfrage nach Plätzen in diesem Zweig ist nach wie vor enorm. Neue vergleichbare Projekte des The- aters mit anderen Schulen sind momentan in Vorbereitung. Kooperationen mit Jugendeinrichtungen und Kitas Individuelle Vereinbarungen und Ansprachen Im Bereich der Jugendeinrichtungen und Kitas ist es aufgrund der Besonderheiten des Betrie- bes wichtig, individuell nach Möglichkeiten der Vernetzung zu suchen. Während Eingewöhnungsphasen an Kitas beispielsweise bestimmte Zeiträume für einen Theaterbesuch oder einen Besuch der Theaterpädagog*innen in der Kita ausschlie- ßen, ist bei Jugendeinrichtungen oft die grö- ßere Frage, wer die Angebote nutzen kann und wird und wer beispielsweise eine Gruppe zum Theater begleiten kann. Eine kontinuierliche Vernetzungsarbeit mit allen genannten Partner*innen führt zu einer Winwin Situation für Alle, stärkt die Theater und die Kultur für Junges Publikum. Gleichzei- tig bietet es Lehrenden und Erziehenden un- Seite 44 Kommunales Gesamtkonzept III endliche Möglichkeiten, die sie nutzen können, und das seit Jahren auch tun. Diese Arbeit wird durch Programme der Kom- munen und des Landes unterstützt. Hier ist insbesondere der „Kulturrucksack“ zu erwäh- nen, der die Möglichkeit bietet, gemeinsame Aktionen zu finanzieren. Aber auch das Pro- gramm „Kultur macht stark“, die „Kulturstrol- che“ oder diverse andere Projektförderungen, zum Beispiel beim Fonds Soziokultur, ermög- lichen Dinge über den ‚normalen‘ Schulalltag hinaus. Für das COMEDIA Theater liegt die Zukunft des Theaters für Junges Publikum, aber auch die Zukunft von Bildung und Schule, in einer Stärkung der Kulturellen Bildung, der außer- schulischen Lernorte (von denen Theater nur einer unter vielen ist) und in Kooperationen auf Augenhöhe unter Einbindung aller Interessen und Bedürfnisse. 7.2 Beispiel der Jugend-Kunstschule Rodenkirchen Frau Zimmermann, Initiatorin und fachliche Leiterin der Kultureinrichtung und Hans Kock- hans, Kunstlehrer der Gesamtschule Rodenkir- chen, berichten aus der Praxis: „Projekt – Jubiläums-Bildband „Der Park er- wacht“, eine Idee aus der Zeit vor der Corona- Zeitrechnung! Das 30-jährige Jubiläum der Jugend-Kunst- schule Rodenkirchen sollte ein Fest der beson- deren Art sein, ein ganzes Jahr sollte gefeiert werden! Impulsgeber war der Vorgebirgspark mit all seiner Vielfalt, ein Objekt der Begierde! Kunst- projekte von und mit Kindern und Jugendli- chen sollten den Park erwachen lassen! Als Team der Jugend-Kunstschule Rodenkir- chen entwickelten wir 30 verschiedene Projek- te für alle Altersstufen zum Thema „Der Park erwacht“! Was lag da näher, als das 30-jährige Jubiläum zum Anlass zu nehmen, die Kooperations- Partner aus 30-jähriger Zusammenarbeit zum Mitmachen einzuladen. Gedacht, getan! Die Einladung – Lust auf Kunst? – ging an alle Kooperations-Partner rechts und links vom Rhein. Experimentierfreudige Gruppen aus Kita, Grundschule, Förderschule, Realschule, Ge- samtschule, Offenem Ganztag konnten sich in der Zeit vom 26.04.2019 – 26.4.2020 für einen Tag oder einige Stunden auf das „Abenteuer Kunst“ einlassen. Unterstützung vom Team der Jugend-Kunstschule war zugesagt! Die Verteilung der Projekte fand im Losverfah- ren statt! Projekt-Lose (ohne Nieten) gab es zu den Kunstsparten – Bildnerisches Gestalten – Male- rei – Landart – Skulptur – Theater – Fotografie – Video – Trickfilm – Animation. Jede Gruppe bekam 4 Lose, aus denen 1 Los mit dem Projekt-Titel gezogen wurde. Alle Projekte wurden dokumentiert und in dem Jubiläums-Bildband zusammengeführt. 7 Kooperationen mit Kitas, Schulen und Jugendeinrichtungen Seite 45 Der Jubiläums-Bildband „Der Park erwacht“ schauen, sehen, betrachten – ein Kaleidoskop der Ideen, ein bunter Wechsel der Eindrücke und Bilder“ – spiegelt den Park und die heutige Zusammenarbeit der Jugend-Kunstschule Ro- denkirchen mit den Partnern aus Kita, Schule und Offenem Ganztag wider! Das Projekt zeigt vorbildliche Möglichkeiten für Prozesse der Schulentwicklung! Der Bildband könnte auch Treibstoff für positi- ve Gedanken nach der Pandemie sein!“ Ingeburg Zimmermann, Initiatorin und fachli- che Leiterin PS: 368 Schüler*innen waren an dem Projekt beteiligt! Der Park erwacht – Gesamtschule Roden- kirchen mit der Jugendkunstschule Rodenkirchen Anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens im April 2019 hat die Jugendkunstschule 30 Schulen und Einrichtungen aus diversen vorangegan- genen Kooperationen eingeladen. Auch wir hatten das große Glück an einem Aktionstag im Atelier, welches sich im Vorgebirgspark befindet, teilnehmen zu dürfen. Den 18 Schülerinnen und Schülern des Kunst- kurses der Jahrgangsstufe 12 war vorab nur be- kannt, dass man sich am letzten Mittwoch vor den Sommerferien morgens zur Jugendkunst- schule begeben würde, wetterfeste Kleidung wünschenswert sei und dass alle etwas für ein gemeinsames Frühstück beisteuern sollten. Vor Ort wurde zunächst das Thema der Aktion „Der Park erwacht“ vorgestellt und mehrere Lose warteten auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Jedes Los stand für eine künstle- rische Aktion, somit entschied der Zufall über das letztendliche Projekt bzw. das jeweilige Medium. Der begleitende Kunstlehrer Herr Kockhans zog das Los „parkgallery – der Park erwacht virtuell“. Die Schülerinnen und Schü- ler hatten die Aufgabe den Vorgebirgspark als Spiel- bzw. Inszenierungsfläche zu nutzen und digital zu dokumentieren. Zur Seite standen ihnen dabei die Leiterin der Jugendkunstschu- le, Frau Zimmermann, und drei Medienschaf- fende mit ihrem Film- und Fotoequipment. Außerdem begleitete die Referendarin Sabrina Azizi den Kurs. Während der ersten Begehung der Parkanlage sprudelten zahlreiche Ideen, die anschließend beim gemeinsamen Frühstück vertieft wur- den. Schnell bildeten sich Arbeitsgruppen, die ihre Konzepte vorstellten und anschießend in den Park stürmten, um diese zu verwirklichen. Bereits nach wenigen Minuten filmten die Ju- gendlichen hinter Hecken oder standen bis zu den Knöcheln in einem Wasserbecken. Es zeigte sich eine unglaubliche Bandbreite an Arbeitsweisen. Die Bewegungen und Interak- tionen von Tieren, Spiegelungen auf Oberflä- chen und die Zerstörung der Natur wurden zu den zentralen Themen der einzelnen Gruppen- arbeiten. Auch ein „Parkyeti“ trieb an diesem Vormittag sein Unwesen. Binnen weniger Stun- den entstanden so eindrucksvolle Kunstwerke, die definitiv aus dem Rahmen des wöchentli- chen Kunstunterrichts fallen. Am Ende des Aktionstages gab es seitens der Schülerinnen und Schülern nur positive Rück- Seite 46 Kommunales Gesamtkonzept III meldungen. Sie konnten sich frei entfalten, neue Ideen entwickeln und unmittelbar um- setzen. So viel Freiheit entfacht die Kreativi- tät, welche an diesem Tag mehr als spür- und sichtbar war. Jubiläums-Bildband unter https://www. jugend-kunstschule-rodenkirchen.de zum Download. 7.3 Kulturelle Schulprojekte der Offenen Jazz Haus Schule Profil Initiiert und gegründet von Musiker*innen aus dem Kreis der Initiative Kölner Jazz Haus e.V., etablierte sich die Offene Jazz Haus Schule 1980 mit innovativen Bildungskonzep- ten als freies Zentrum für Improvisierte und Populäre Musik Köln. Als in der freien Kölner Musikszene verankerte kulturpädagogische Facheinrichtung, Träger der freien Jugendhilfe und Bildungspartner von allgemeinbildenden Schulen, Kindertagesstätten, Jugendeinrich- tungen oder Hochschulen ist die Offene Jazz Haus Schule heute einer der zentralen Akteure musikalischer Bildung in Köln. Ihr Angebot in den Bereichen Musikschule, Soziokultur und Akademie erreicht Menschen alle Altersstufen. Entwicklung Kultureller Schulprojekte der OJHS Bereits 1987 beginnt die OJHS ihre dezentrale Arbeit in Kooperation mit allgemeinbilden- den Schulen in einer Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Holweide. Seitdem hat sich viel getan: Schule befindet sich nicht erst seit der Einführung des offenen und gebundenen Ganztages, der Einführung und des Scheiterns der Gemeinschaftsschule und von G8 in einer rasanten Entwicklung. Um die kulturelle Zu- kunftsfähigkeit, Kreativität und Teilhabe, Fan- tasie und die lebendige Auseinandersetzung mit kulturellen Inhalten und Traditionen in der gesamten Breite der Gesellschaft zu fördern, wurden zahlreiche öffentliche Programme wie „Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ und „Kultur und Schule“ ins Leben gerufen. Die Jazzhausschule stellt sich diesen Verän- derungen und entwickelt in Kooperation mit verschiedenen Schulen passgenaue kulturelle Angebote und arbeitet gemeinsam mit ihren Partnerschulen daran, Kulturelle Bildung nicht nur als gelegentliches Zusatzangebot einzu- richten, sondern sie in langfristigen Koopera- tionen fest in allgemeinbildenden Schulen zu verankern. Ihr Ansatz ist dabei vom kreativen und gemeinsamen Musizieren von Anfang an, interdisziplinären Verknüpfungen mit anderen Kunstformen wie Tanz oder Theater, inklusiven künstlerisch-pädagogischen Konzeptionen und der nachhaltigen Denkweisen kultureller Schulentwicklung geprägt. Seit 2020 fördert die Stadt Köln direkt drei kul- turelle Schulentwicklungsmodelle der Offenen Jazz Haus Schule sowie die Grundschulkoope- rationen der Jazzhausschule im Rahmen des Landesprogramm „Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“. MuProMandi 2008 brachten die Offene Jazz Haus Schule und die GGS Manderscheider Platz mit Mu- ProMandi (Musikprofil Manderscheider Platz) 7 Kooperationen mit Kitas, Schulen und Jugendeinrichtungen Seite 47 ein modellhaftes Musikprofil mit Schwerpunkt „neue und improvisierte Musik“ auf den Weg, das sich bis heute – vom Kollegium, der Eltern- schaft und dem Team der Offenen Jazz Haus Schule getragen – nachhaltig und innovativ entwickelt. Im Zentrum dieses Modellprojekts, das im Rahmen „Netzwerk Neue Musik“ der Kulturstiftung des Bundes initiiert und von 2008 bis 201 1 gefördert wurde, stehen musika- lisches Forschen und Gestalten in Improvisati- on, Komposition, Ensemblespiel, Inszenierung und Performance. Das integrale Musikprofil an der GGS Man- derscheider Platz, das ein außerhalb der Stundentafel umgesetztes „Experimentelles Klassenmusizieren“ mit Workshop-Projekten, Künstler*innenbesuchen und einem viel- schichtigen elternfinanzierten Nachmittagsan- gebot verbindet, hat sich gerade in der künst- lerischen Arbeit mit heterogenen Gruppen zu einem über die Schule hinaus wirksamen Ideengenerator und Methodenlabor entwi- ckelt. Die intensive Zusammenarbeit von Grundschullehrer*in und Musiker*in ermög- licht eine hohe Verdichtung und Diversität musikalischer und musikpädagogischer Fähig- keiten. KlangKörper Das Projekt „KlangKörper“ bringt im Rahmen einer langfristigen Profilbildung Musik und Tanz, Klang und Körper, Rhythmus und Bewe- gung in die Grundschule Kunterbunt. „Klang- Körper“ ermöglicht den Kindern der Schule die schöpferische Auseinandersetzung mit Klang und Bewegung, eröffnet kindgerechte Zugän- ge zu den Kunstformen Musik und Tanz und lässt sie den eigenen Körper als differenziertes Medium von Ausdruck und Wahrnehmung entdecken. „KlangKörper“ eröffnet spieleri- sche Zugänge und neue Räume für Lauschen und Kreativität, Körperlichkeit und Interaktion, die nach Möglichkeit bewusst auf die an der Schule vielfach vertretenen emotionalen und sozialen Entwicklungsverzögerungen einge- hen. Die im Rahmen von „KlangKörper“ als Dozent*innen arbeitenden Tänzer*innen und Musiker*innen setzen dabei auf offene For- men, in denen musikalische und tänzerische Elemente, Spiele und Übungen ineinander fließen und den Kindern viel Raum für eigene Ideen bieten. Das Projekt an dieser unkonventionellen inklusiven Schule mit Familienklassen, die die Jahrgangsstufen 1-4 umfassen, zeichnet sich durch eine besonders enge Zusammenarbeit von Offener Jazz Haus Schule, Schule, Offe- ner Ganztagsschule und Künstler*innenteam aus. Durch den intensiven Austausch konnten zahlreiche außergewöhnliche Formate entwi- ckelt, erprobt und in vielen Fällen auch nach- haltig etabliert werden. Dazu gehören u.a. eine Projektwoche mit Exkursionen in die profes- sionelle kulturelle Landschaft Kölns, ein vorü- bergehend die ganze Schule umkrempelnder künstlerischer Aktionstag, eine performativ-in- teraktive Überraschungs-AG mit wechselnden Künstler*innen und der so niederschwellige wie innovative offene Geigenraum, der bereits zahlreichen Kindern die Annäherung an dieses Instrument, gemeinsames Musizieren und Üben ermöglicht hat. SPEM Mit dem „Schulprofil Populäre und Experimen- telle Musik“ (SPEM) realisieren die Integrierte Seite 48 Kommunales Gesamtkonzept III Gesamtschule Köln Innenstadt (igis) und die Jazzhausschule seit dem Jahr 2019 erstmalig ein Musikprofil an einer Gesamtschule in Köln. Damit wird für die zahlreichen im Grundschul- bereich von der Offenen Jazz Haus Schule durchgeführten Bildungsangebote eine wei- terführende Anlaufstelle für musikbegeisterte Kinder und Jugendliche jenseits einer rein gymnasialen Schullaufbahn geschaffen. SPEM transponiert dabei Konzeptionen und Arbeits- weisen aus den beiden Grundschulmodellen in den Kontext einer weiterführenden Schule und schafft dadurch Übergänge und Anschlüsse. Dem inklusiven Konzept der Schule – und dem Leitmotiv „Musik für alle“ – folgend, kombi- niert das SPEM-Profil entgeltfreie musikalische Bildungsangebote für alle interessierten Kinder mit entgeltpflichtigen Differenzierungsange- boten, deren Wahrnehmung durch Fördersti- pendien unabhängig von ihren persönlichen und sozioökonomischen Voraussetzungen ebenfalls allen interessierten Kindern ermög- licht wird. Die Verknüpfung von populärer und experimenteller Musik bietet einerseits starke Anknüpfungspunkte zur Lebenswelt der Schüler*innen und andererseits Raum für neue, horizonterweiternde, ästhetische Er- fahrungen, die in Angebotsformen wie Musik- AGs, freies Musizieren in den Mittagspausen, Projektwochen oder beim kreativen Klassen- musizieren gewonnen werden. Seit dem Schul- jahr 2019/20 fungiert die Jazzhausschule auch als Ganztagsträger der igis. JeKits Mit „JeKits – Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ werden die Weichen für die musika- lisch-kulturelle Bildung an Grundschulen in Nordrhein-Westfalen neu gestellt. JeKits soll in enger Zusammenarbeit mit Musikschulen, Tanzinstitutionen und freien Bildungsträgern allen Kindern unabhängig von Bildungshin- tergrund und sozialem Status einen Zugang zum Musizieren, Tanzen und Singen eröffnen. Mittlerweile nehmen 1 1 Kölner Grundschu- len in Kooperation mit der Offenen Jazz Haus Schule am JeKits-Programm teil: Schwerpunkt Instrumente KGS Horststraße (Mülheim), GGS Kopernikus- straße (Mülheim / Buchforst), KGS Lukasschule (Nippes / Bilderstöckchen), GGS Zwirnerstraße (Innenstadt / Altstadt Süd), KGS Vincenz-Statz (Ehrenfeld) Schwerpunkt Singen GGS Manderscheider Platz (Lindenthal / Sülz), KGS Michael-Ende-Grundschule (Ehrenfeld), GGS Stenzelbergstraße (Lindenthal / Kletten- berg), GGS Nesselrodestraße (Nippes), Mon- tessori Ferdinandstraße/Schulstraße (Deutz) Schwerpunkt Tanzen Schule Kunterbunt (Ehrenfeld / Bocklemünd- Mengenich). 8 Konkrete Handlungsschritte 2022 – 2024 Seite 49 8 Konkrete Handlungsschritte 2022 – 2024 Grundsätzlicher Handlungsbedarf Der Koordinierungsstelle stehen keine ausrei- chenden eigenen kommunalen Haushaltsmit- tel zur Verfügung. Um den Bereich kulturelle Bildung zukunftsfähig und nachhaltig weiter- zuentwickeln und die erkannten Bedarfe zu decken, sollte die finanzielle Ausstattung um Mittel für eigene Vorhaben sukzessive erhöht werden. Kontinuierlicher Fachaustausch zu Themenschwerpunkten Die strategische Verankerung Kultureller Bildung in Kultur-, Bildungs-, Jugend, Stadtent- wicklungs- und Sozialpolitik muss sich weiter- entwickeln. Eine stärkere Vernetzung in der Stadt ist dazu notwendig. 2022 soll ein neues regelmäßiges Austauschformat (nach Münch- ner Vorbild und Forderung aus dem KEP 2019) ins Leben gerufen werden. Die Veranstaltung soll ab 2022 mindestens einmal im Jahr stattfinden. Eingeladen werden: – Vertreter*innen aus Kultur, Bildung und Soziales, – Freie Träger, – Etablierte Einzelakteur*innen, – Stiftungen, – Städtetag, – Themenbezogen auch Vertreter*innen aus Stadtentwicklung, Soziales, Umwelt und Sport. Die Planung erfolgt im Steuerungskreis Kultu- relle Bildung im Herbst 2021 und entscheidet Details: – Anzahl der Teilnehmer*innen, – Zusammensetzung der Runde, – Festlegung der Themen, – Themenabfrage vorab, – Termin und Ort einer ersten Runde 2022. Themen der 1. Sitzung könnten sein: – Bestandsaufnahme, – Ermittlung von Bedarfen, – Kooperationsmöglichkeiten, – Aktuelles, – neue Aspekte Kultureller Bildung. Möglichst in der 1. Jahreshälfte 2022 vor den Sommerferien sollte dieses neue Format starten. Einbezug der Freien Szene Die Aktivitäten fokussieren sich auf regel- mäßige Veranstaltungen zu Austausch und Information vor einem neuen Förderjahr des „Kulturrucksacks“ und den Facharbeitskreis Musenkuss, der in normalen Jahren halb- jährlich tagt und seinen Mitgliedern offen steht. Im Anhang findet sich die aktuelle Liste der Anbieter*innen auf Musenkuss-Köln ( Anlage 1). Ein gezielter Aufbau neuer struktureller Ko- operationen mit Akteur*innen der Kulturel- len Bildung eröffnet sich ab 2022 über das „Kulturstrolche“-Programm des Kultursekre- Seite 50 Kommunales Gesamtkonzept III tariats NRW. Ausdrücklicher Schwerpunkt des Konzeptes ist der Einbezug aktueller Kunst und Kultur in der Kommune und besonders auch der Austausch mit Kunstschaffenden. Die Kunst-Installationen auf dem Ebertplatz bieten sich als 1. Thema an und sind für 2022 geplant. Entwicklung eines Preises für das beste Kulturrucksack-Projekt Eine interdisziplinäre und hochrangige Jury wählt nach Abschluss eines Förderjahres aus den fotografisch oder filmisch sehr gut doku- mentierten Berichten das beste Projekt aus. Der Preis soll jährlich während einer Veranstal- tung vergeben werden. Die fotografische oder filmische Dokumentation wird bei der Preis- verleihung vorgeführt und dient zugleich als Anregung für Konzepte neuer Vorhaben. Fachveranstaltungen zu wechselnden Themen Als weiteres für die nächsten Jahre relevantes Format ist die Etablierung von kleineren Fach- veranstaltungen geplant. So sind z.B. Fortbil- dungen zu digitalen Vermittlungsformaten angedacht. Das neue Projekt soll aber auch ein Forum für die Darstellung Kultureller Bildung in Köln und Impulsgeber sein. Bestandsaufnahme Akteur*innen Kulturelle Bildung in Köln Nach dem Konzept ist vor dem Konzept. Zur Vorbereitung einer erweiterten Neuauflage des Gesamtkonzeptes Kulturelle Bildung von 2012 ist wieder eine umfassende Bestandsauf- nahme notwendig. Daher ist bereits für den Herbst 2021 die Entwicklung und Durchfüh- rung einer Befragung geplant, die Freie Kunst- und Kulturinitiativen, die Kulturpädagogischen Einrichtungen und die städtischen Institutio- nen umfasst. Je nach Art der Umsetzung folgt die Auswertung in der ersten oder zweiten Jahreshälfte 2022. Die unterschiedlichen Teilstrategien, Ziele und Aufgaben Kultureller Bildung zu verknüpfen und im gesamtstädtischen Zusammenhang zu denken, bedeutet noch immer eine große, auch strukturell bedingte Herausforderung für alle Beteiligten: Menschen aller Generationen in ihrer Lebenswirklichkeit abzuholen und an Kunst und Kultur heranzuführen. 8 Konkrete Handlungsschritte 2022 – 2024 Seite 51 Anlage 1: Anbieter*innen auf Musenkuss (www.musenkuss-koeln.de) Anbieter*innen Kultureller Bildung auf MUSENKUSS Köln in kommunaler Trägerschaft Institution Sparte Archäologische Zone – Prätorium Zeit- und Kulturgeschichte Artothek Bildende Kunst Bürgerhaus Kalk Diverse Gürzenich Orchester Köln Musik Hänneschen Theater Stadtgeschichte und Brauchtum Historisches Archiv Zeit- und Kulturgeschichte Kölnisches Stadtmuseum Stadtgeschichte und Brauchtum Museum für angewandt Kunst Köln (MAKK) Design Museum für Ostasiatische Kunst Andere Kulturen Museum Ludwig Bildende Kunst Museum Schnütgen Zeit- und Kulturgeschichte Museumsdienst Köln Diverse NS-Dokumentationszentrum Zeit- und Kulturgeschichte Oper Köln Musik Rautenstrauch-Joest-Museum Andere Kulturen Rheinische Musikschule Köln Musik Römisch-Germanisches Museum Zeit- und Kulturgeschichte Schauspiel Köln – Theater und Schule Theater Stadtbibliothek Köln Literatur / Schreiben / Lesen Tanzakademie der rheinischen Musikschule Köln Tanz und Bewegung VHS Kulturelle Bildung Diverse Wallraf-Richartz-Museum & Fundation Corboud Bildende Kunst Anbieter*innen Kultureller Bildung auf MUSENKUSS Köln in anderer Trägerschaft Institution Sparte Akademie der Künste der Welt Bildende Kunst Akademie för uns Kölsche Sproch/SK Stiftung Kultur Literatur / Schreiben / Lesen Alte Feuerwache Mädchentreff Bildende Kunst Altelier Artig Bildende Kunst ArtAsyl Bildende Kunst ARTRMX Bildende Kunst Barnes Crossing Tanz und Bewegung Bugs – Offene Kinder- und Jugendarbeit Diverse Seite 52 Kommunales Gesamtkonzept III Anbieter*innen Kultureller Bildung auf MUSENKUSS Köln in anderer Trägerschaft Institution Sparte Bürgerzentrum Deutz Diverse Bürgerzentrum Engelshof Diverse Bürgerzentrum Nippes, Altenberger Hof Diverse Büro für Konzertpädagogik Musik Casamax Theater Theater Cassiopeia Theater Theater Circus ZappZarap Zirkus und Spiel Comedia Theater Theater Concerto Köln Musik CVJM Köln Musik DIN A 13 Tanzcompany Tanz und Bewegung Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW Neue Medien / Film / Fotografie DOMID e.V. Zeit- und Kulturgeschichte Ensemble Confettissimo Musik Ensemble Musikfabrik Musik Filmbüro NW Neue Medien / Film / Fotografie Girlspace Neue Medien / Film / Fotografie internationale Photoszene Köln Neue Medien / Film / Fotografie internationales Frauen* Film Fest Dortmund+Köln Neue Medien / Film / Fotografie jfc medienzentrum Neue Medien / Film / Fotografie Jugend- und Kulturzentrum Glashütte Bildende Kunst Jugendeinrichtung Treffer Neue Medien / Film / Fotografie Jugend-Kunstschule Rodenkirchen Bildende Kunst Junges Theater Köln e.V. Theater Juniorhouse Schauspielschule für Kinder & Jugendliche Theater Karl Rahner Akademie Zeit- und Kulturgeschichte Käthe Kollwitz Museum Köln Bildende Kunst Kinder- und Jugendhaus Boltensternstraße Neue Medien / Film / Fotografie Kinder- und Jugendzirkus Linoluckynelli Zirkus und Spiel Kinderkulturkarawane Andere Kulturen Kölner Graphikwerkstatt Bildende Kunst Kölner Jugendwerkzentrum Diverse Kölner Künstler Theater Theater Kölner Philharmonie Musik Kultcrossing Diverse 8 Konkrete Handlungsschritte 2022 – 2024 Seite 53 Anbieter*innen Kultureller Bildung auf MUSENKUSS Köln in anderer Trägerschaft Institution Sparte Kulturarena Zirkusfabrik Zirkus und Spiel Kulturbunker Köln Diverse Kulturpiraten Basteln & Gestalten Kunstmuseum Villa Zanders Bildende Kunst Kunstpädagogisches Atelier im Jugend- und Gemein- schaftszentrum Grengel Bildende Kunst Literaturhaus Köln / Junges Literaturhaus Literatur / Schreiben / Lesen Mittwochsmaler – das Kölner Graffiti- und Jugendkunst- projekt Graffiti MuKuTaThe – Werkstatt für Musik, Kunst, Tanz, Theater Diverse music4everybody Musik Musik-kids Musik NakNak Kunstlabor im Geschwister Scholl-Haus Kunst nrw landesbüro tanz Tanz und Bewegung Offene Jazz Haus Schule Musik OT Poll Neue Medien / Film / Fotografie OT Werkstattstraße Tanz und Bewegung Pelemele – Rock für Kinder Musik pulk fiktion Theater Raum13 Deutzer Zentralwerk der schönen Künste Bildende Kunst Roots&Routes Cologne e.V. Musik SK Stiftung Kultur Diverse Sockenkonzerte Musik Sommerblut Festival der Multipolarkultur Diverse Tanzfaktur Tanz und Bewegung Tanzimpulse Tanz und Bewegung Tanzmuseum des Deutschen Tanzarchivs Köln Tanz und Bewegung Tanzstudio in der Marmeladenfabrik Tanz und Bewegung Tanzwerkstatt BMM Tanz und Bewegung Theater ImPuls Theater Theaterakademie Köln Theater Theaterpädagogisches Zentrum TPZAk Theater TPZAK – Zirkus- und Artistikzentrum Köln Zirkus und Spiel WDR Musikvermittlung Musik ZAMUS – Zentrum für alte Musik Musik Seite 54 Kommunales Gesamtkonzept III Quellen Im Text verwendete und benannte Quellen in Reihenfolge der Nennung Kommunales Gesamtkonzept Kulturelle Bildung in Köln (KUBIK) (2012) Kommunales Gesamtkonzept II, Kulturelle Bildung in Köln (KUBIK) (2018) Köln 2020 – Leitbild einer Stadt (2020) Kulturentwicklungsplan für Köln (2009) Kulturentwicklungsplanung Köln (2019) UN Behindertenrechtskonvention (2008) 15. Kinder- und Jugendbericht der Bundesre- gierung (2017) 10. Kinder- und Jugendbericht NRW (2016) E. Cassirer, Philosophie der symbolischen Formen, Berlin 1923 F. Schiller, über die ästhetische Erziehung des Menschen, 1794 Schön, dass Ihr da seid. Kulturelle Teilhabe und Zugänge, hrsg. vom Rat für Kulturelle Bildung (2014) A. Bamford, Der Wow-Faktor. Eine weltweite Analyse der Qualität künstlerischer Bildung, 2010 Bildung und Kultur in der Stadt, Positions- papier zur Kulturellen Bildung, Deutscher Städtetag (2019) Kölner Statistische Nachrichten, Amt für Stadt- entwicklung und Statistik, 10/2021 Förderkonzept Kulturelle Teilhabe, Köln (2020) Enquete Kommission Kultur in Deutschland, Deutscher Bundestag, Drucksache 16/700, (2007) Kinder und Jugendförderplan 2021-2025, kulturpädagogische Facheinrichtungen, Köln (2021) Interkulturalität und Mehrsprachigkeit. Grund- lagen und Handlungsfelder, Bezirksregierung Köln (2019) M. Fuchs, Kulturelle Bildung, Grundlagen, Praxis, Politik (2008) Stadtstrategie – Kölner Perspektiven 2030+ (2020) Kulturraum Kindheit und Jugend, Auf den Punkt II/III, Rat für Kulturelle Bildung, 2021 Werkbuch 03, Kulturelle Bildung in Schule, Remscheid 201 1
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Dezernat, Dienststelle IV/40/404 Vorlagen-Nummer 24.04.2026 0874/2026 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 07.05.2026 Beantwortung einer mündlichen Anfrage von Herrn Scholz (Die Linke) aus der Sitzung des KuK vom 12.03.2026 betreffen "Bericht und Planung Kulturelle Bildung " In der Sitzung des Ausschusses Kunst und Kultur vom 12.03.2026 wurde zu 3.1 (Anfrage AN/0364/2026) als mündlicher Antrag von Herrn Scholz (Die Linke) ein Sachstand der Kultu- rellen Bildung gewünscht. Vorangegangen waren eine Beantwortung einer schriftlichen An- frage zur besseren Bewerbung für Angebote Kultureller Bildung (3385/2025) am 29.01.2026 sowie ein Sachstandsbericht zu Förderungen der Kulturellen Bildung 3653/2025 am 12.03.2026. Hierzu bat Herr Scholz die Verwaltung um weitergehende Informationen zur Vor- lage in der nächsten Sitzung. Dazu nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung: Im vorliegenden Bericht und der Präsentation in der Anlage 1 werden die gegenwärtigen Auf- gaben, Pläne und Handlungsperspektiven der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung aufge- zeigt. Eine vollumfängliche quantitative Bestandsaufnahme kann dies im Augenblick nicht sein. Da jedoch der Prozess zu einem neuen Gesamtkonzept, unterstützt von der Arbeitsstelle Kulturelle Bildung NRW, begonnen wurde, werden auch Erhebungen zu konkreten Hand- lungszielen zu gegebener Zeit stattfinden. Diese Mitteilung dient daher zur Veranschaulichung des Standes der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung sowie als Gesprächsgrundlage für die Planungen zum Gesamtkonzept. Entwicklung der Handlungsfelder Die Verankerung der Kulturellen Bildung in der Verwaltungsstruktur geht auf den Ratsbe- schluss 3429/2008 vom 10.02.2009 zurück. Der Rat beauftragt die Verwaltung mit der Erar- beitung eines Gesamtkonzepts zur Kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche in Köln. Die Fortschreibung dieses Gesamtkonzepts, primär aus Sicht der Kunst- und Künstlerförderung, ist nach wie vor der politische Hauptauftrag. (Siehe auch 3653/2025, Anlage „Steckbrief“) Kulturelle Bildung wird in verschiedenen Dienststellen geplant, gefördert oder durchgeführt. Seit dem Ratsbeschluss entwickelten sich die Handlungsfelder wie folgt bis zum heutigen Stand: Sechs Konzepte Kultureller Bildung wurden erstellt und eingereicht im Rahmen des Wett- bewerbs kommunale Gesamtkonzepte. Drei davon (siehe Pokal-Symbol) wurden prämiert (2012, 2014 und 2021). Dies stellt eine Sonderförderung in Aussicht für das nächste prämierte Konzept (in Arbeit) über drei Jahre zu max. je 20.000 €. Das aktuelle Konzept von 2021 liegt als Anlage 2 dieser Mitteilung bei. Eine Plattform für Kulturelle Bildung als Idee gab es ebenfalls vor dem Ratsbeschluss. 2 2014 wurde nach gemeinsamer Prüfung durch IV, VII und 13 die fertig entwickelte Lösung „Musenkuss“ übernommen. Mit dem Relaunch 2022 ist sie auf ein nachhaltiges Open-Source- System umgestellt und Köln anteilig Beteiligte. Musenkuss ist ein interkommunales Kooperati- onsprojekt zwischen den Städten München, Düsseldorf und Köln, die sich die Entwicklungs- kosten teilen. Genutzt wird Musenkuss in Köln hauptsächlich von Multiplikator*innen wie Lehr- kräften, Jugendeinrichtungen und anderen, die Programme Kultureller Bildung gestalten und nach Anbieter*innen aus vertrauenswürdiger Quelle suchen. Vor 2012 wurden kleinere Förderungen einzelner Vorhaben aus einem eigenen Budget zur Steuerung Kultureller Bildung eingesetzt. Mit den Landesförderprogrammen (siehe 3653/2025 Sachstandsbericht Förderungen) können Kinder und Jugendliche intensiver unterstützt wer- den. Mit dem Fonds KUBIK (Beschluss 2531/2022) hat die Stadt Köln seit 2022 ein eigenes Steuerungsinstrument für Kulturelle Bildung. Kulturrucksack ab 2012 (Pilotkommune) Kultur und Schule (seit 2018/2019 bei KUBIK) Kulturstrolche von 2019 bis 2025 Fonds KUBIK seit 2022 Personell enthielt der Ratsbeschluss eine Stelle zur Koordinierung des Gesamtkonzeptes. Über die Durchführung der Landesprogramme und für die Plattformredaktion kamen weitere 3 Vollzeitäquivalente hinzu. Nach Neubewertungen und Fluktuation ist die Dienstelle seit März 2026 wieder vollständig besetzt. Beteiligte der Kulturellen Bildung Kulturelle Bildung wird in Köln aus einer reichhaltigen Motivation und einer vielfältigen Szene heraus gestaltet, entwickelt und erlebbar. Das Büro KUBIK ist für all diese Akteure als Kon- takt- und Koordinierungsstelle angelegt. Zu den verschiedenen Ebenen, auf denen Kulturelle Bildung gefördert, geleistet oder entwickelt wird hält es Kontakt. Die aktuellen Bezugsgruppen sind – nach Intensität der Zusammenarbeit: Eine etabliere Zusammenarbeit existiert innerhalb Kölns mit folgenden Bezugsgruppen: Wie in den meisten Kommunen NRWs bildet die Trias aus Bildung, Jugend und Kultur den ge- meinsamen Kern. Im Schaubild sind dies die blau umrandeten fördernden Stellen Kultureller Bildung. Aus Ihnen sind alle Fachjurys zusammengesetzt (siehe Beschlüsse zum Juryent- scheid Fonds KUBIK). Auf dieser Ebene wird regelmäßig und produktiv zusammengearbeitet. Anbieter*innen Kultureller Bildung können seit 2014 als Dienststelle, Verein, freie Formation oder Einzelkünstler*in am Netzwerk Musenkuss teilnehmen, das über einen Newsletter und ein Jahrestreffen den Austausch herstellt. Die spartenparitätische Facharbeitsgruppe für Qualität und Sichtbarkeit hat sich ebenfalls nach längerer Pause im Herbst 2025 wieder for- miert und trifft sich nun zweimal jährlich. Sie besteht zu 80% aus Anbieter*innen der freien Szene. Der Steuerungskreis hat seit 2022 zunächst pandemiebedingt und anschließend aus perso- nellen Gründen nicht mehr getagt und findet nun ab Mai 2026 wieder regelmäßig statt. Der Austausch mit den einzelnen Mitgliedern wurde auch in der Zwischenzeit kontinuierlich ge- pflegt. Der Steuerungskreis beschließt Meilensteine wie die Plattform und die Ausgestaltung des Fonds KUBIK. Er findet auf Leitungsebene statt. Folgende Ämter und Dienststellen sind Mit- glieder: Amt für Schulentwicklung (Federführung) Amt für Weiterbildung Rheinische Musikschule Köln Amt für Kinder, Jugend und Familie Kulturamt Kulturelle Infrastruktur, Strategie, Belange der freien Szene Museumsdienst 3 Stadtbibliothek Amt für Integration und Vielfalt Diese Stellen wurden für Ende Mai 2026 erneut eingeladen, um den Prozess der Neujustie- rung auf gemeinsame Ziele und Instrumente im Rahmen eines neuen Gesamtkonzeptes aus- zurichten. Der Aufbau weiterer gezielter Verbindungen mit Bezugsgruppen – die teilweise untereinan- der Vernetzungsstrukturen haben – wird im Prozess der Neujustierung Kultureller Bildung eine große Rolle spielen. Je nach Zielsetzung werden auch Verbindungen sinnvoll sein, die bisher nicht oder nur lose eingebunden waren. (z. B. mehr sozialräumliche Orientierung, mehr Jugendbeteiligung, Ein- bindung von Hochschulen u.a.) Priorität: Neues Gesamtkonzept Kulturelle Bildung Der Ratsbeschluss 2010 bleibt weiterhin handlungsleitende Grundlage, die Fortschreibung des Gesamtkonzeptes bildet somit weiterhin das Fundament der Koordinierungsstelle KUBIK. Der Landeswettbewerb Kommunale Gesamtkonzepte prämiert gelungene Konzeptionen mit Geldpreisen. Drei Mal konnte Köln bereits ein solches Budget zur Umsetzung von Sonder- maßnahmen erhalten. Mit dem vierten prämierten Konzept erhält eine Kommune über maxi- mal drei Jahre 20.000 € als strategische Förderung. Die Arbeitsstelle der Akademie für Kultu- relle Bildung des Landes NRW bietet in diesem Prozess Begleitung und Moderation an. Im März 2026 hat ein Auftakttreffen zu dieser Kooperation stattgefunden und das vierte Kölner Gesamtkonzept wird in Begleitung der Arbeitsstelle für Kulturelle Bildung voraussichtlich bis August 2027 auf den Weg gebracht, um diese strategische Förderung für Köln zu gewinnen. Die Struktur dieses Konzeptes muss aus einer gemeinsam gefundenen Zielsetzung der Kern- beteiligten (Jugend, Bildung, Kultur) bestehen und gemeinsam erarbeitet sein. Reine Textar- beiten in Form von Bestandsaufnahmen werden den Ansprüchen an ein prämiertes Konzept nicht gerecht werden. Berichte über Zwischenstände und Austausch können gerne prozessbegleitend erfolgen. Handlungsleitende Zielsetzungen Bei der Konzepterstellung Kulturelle Bildung fließen auch Kulturentwicklungsplan und Stadt- strategie „Kölner Perspektiven 2030+“ ein. In Vorbereitung auf die anstehende Konzepterstel- lung wurden Ende 2025 aus diesen Grundlagenpapieren die übergeordneten Ziele mit Bezug zur Kulturellen Bildung geclustert und vorbereitende Fragen formuliert. Welche Anliegen aus dem vorliegenden Konzept umgesetzt wurden, wird in einer Bestandsaufnahme bis Ende 2026 erfasst. Welche Strukturen bestehen und welche zusätzlich sinnvoll wären, wird mit dem Steuerungskreis 2026 erarbeitet. Eine Zusammenstellung und Priorisierung der wichtigsten Ziele erfolgt ebenfalls im Entwicklungsprozess mit den Mitgliedern des Steuerungskreises. Handlungsleitende Perspektiven Die vier extrahierten Perspektiven, aus denen sich Handlungsbedarfe für die Steuerung Kultu- reller Bildung ableiten, lassen sich wie folgt formulieren: Aus der Perspektive der individuellen Persönlichkeitsentwicklung sollte es im Idealfall möglich sein, in jeder Altersphase Einstiege in das Erlernen verschiedener Kunstsparten zu finden. Für die Kunst- und Kulturszene in Köln wäre im Idealfall ein Unterstützungssystem in aufeinander aufbauenden Stufen und Kooperationsformen etabliert. Stadträumlich gesehen wären die Angebote Kultureller Bildung spartengemischt und wohnortnah in allen Stadtteilen aus gleich gut verteilt. Aus der Perspektive zukünftiger Bedarfe finden sich die Werte und Ziele der Stadtgesell- schaft auch in den Strukturen Kultureller Bildung wieder. 4 Auf dem Weg zum nächsten Gesamtkonzept wird in moderierten Workshops daraus ein multi- perspektivisches Handlungskonzept entwickelt, das mit zeitlich koordinierten Maßnahmen hin- terlegt ist. Sachstand: Förderprogramme Höhe und Reichweite der Förderungen wurde in der Mitteilung 3653/2025 „Sachstandsbericht Förderungen“ für 2025 dargestellt. Die Kinder und Jugendlichen über außerschulische Angebote zu erreichen, wird demnach be- reits gut genutzt und gefördert. Die Nachfrage nach flexibler Unterstützung für Neues ist groß (siehe Juryentscheid Fonds KUBIK 0134/2026). Die Vergabe der Projekte erfolgt nach dem Prinzip der sozialindizierten Steuerung einerseits und der Förderung von Innovation anderer- seits. Förderungen: Entwicklungen und Bedarfe Die sozialindizierte Steuerung findet in den Landesprogrammen noch keine passende Aus- gestaltung. Beispielsweise können ganztätige Angebote hier nicht ohne Verpflegung gedacht werden und die dort aktiven Künstler*innen müssen spezifisch qualifiziert und begleitet wer- den. Aus der kleinteiligen Projektförderung könnten durch Kooperationsmodelle und Schnittstel- lenpflege Verbindungswege an die institutionelle Förderung gestaltet werden und nachhaltige Kooperationen unterstützt werden. Es kann mit den Erfahrungen der ämterübergreifenden Jury die Projektförderung aus dem Fonds KUBIK für aktuelle Bedarfe steuernd gestaltet werden. Über eine gute Verbindung zur Stabstelle Fördermittelmanagement wird langfristig die Mög- lichkeit weiterer Mittelakquise vorbereitet. Dazu bedarf es der Sicherstellung kommunaler Eigenanteile. Erhalt, Entwicklung und Erweiterung von Förderinstrumenten bleibt weiterhin ein wichtiges Ziel, um Steuerungen vornehmen zu können. musenkuss-koeln.de Ausgehend von der Antwort auf die „Stellungnahme zu einem schriftlichen Antrag der Fraktio- nen Bündnis 90/Die Grünen, CDU und Volt betreffend Bessere Bewerbung für Angebote der kulturellen Bildung" (AN/0861/2025) vom 29.01.2026 hat am 10. März nochmalig die Fachar- beitsgruppe beraten. Das Ergebnis ist ein Paket an finanziell unaufwändigen Maßnahmen, die die Ressourcen der Akteure bündeln und das unter dem Titel „Sichtbarkeit 26“ zunächst die gegenseitigen redaktionellen Ressourcen online, offline und über social media nutzt. Für weitere Entwicklungs- und Expansionsziele der Plattform für Kulturelle Bildung wird im Rahmen des Gesamtkonzeptes Raum geschaffen werden. Mehr Sichtbarkeit der bereits jetzt mit großem Engagement geleisteten Kulturellen Bildung der vielfältigen Szene und gute, hochwertige Teilhabemöglichkeiten an Kunst und Kultur im ge- samten Stadtgebiet Kölns werden bei diesen Überlegungen stets im Mittelpunkt stehen. Gez. Voigtsberger
Anlage 1: Präsentation zum Bericht Kulturelle Bildung 2026
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SachstandsberichtKulturelle BildungStand 7. Mai 2026Eine Information der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung für den Ausschuss Kunst und Kultur der Stadt Köln© Sandy Craus Inhaltsverzeichnis Eine Information der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung für den Ausschuss Kunst und Kultur der Stadt Köln Seite3Die Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung: Handlungsfelder im Überblick4Entwicklung der Handlungsfelder5Schema: Beteiligte der Kulturelle Bildung6Priorität: Neue Gesamtkonzeption Kulturelle Bildung7Konzept: bisherige Zielsetzungen8Konzept: Perspektiven für Planung und Vernetzung9Förderungen: Profile der Förderschienen10Förderungen: Entwicklung und Bedarfe11Plattform: Aktuelles und Ausblicke12AbschlussDie verwendeten Abbildungen stammen aus Projektberichten der Kulturellen Bildung dürfen zu internen Berichtszwecken verwendet werden. Eine Veröffentlichung oder Vervielfältigung ist jedoch ausdrücklich nicht gestattet. Koordinierungsstelle Kulturelle BildungHandlungsfelder im ÜberblickVernetzung zu Kultureller BildungKommunales Gesamtkonzept Kulturelle Bildung in KölnFörderschienenPlattform für Kulturelle Bildung1234 Eine Information der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung für den Ausschuss Kunst und Kultur der Stadt Köln KUS1.0KUSKUSKUSEntwicklung der Handlungsfelder Eine Information der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung für den Ausschuss Kunst und Kultur der Stadt KölnFörde-rung2007 2009 20292026201220142018202120222011 Kon-zeptePlatt-formKUSVorarbeitenKonzept-förderung Übergang zu IV Expansion Sichtbarkeit 262020 Einzelne1.02.0 AkquiseAus-stat-tungheuteKUSKUSKUSKUS in PlanungKUS Beteiligte der Kulturellen Bildung Eine Information der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung für den Ausschuss Kunst und Kultur der Stadt KölnKulturamtAmt für Kinder, Jugend und FamilieKulturpädagogische FacheinrichtungenStädtische Häuser und KlangkörperKultureinrichtungen/ Künstler*innenNRW-Stellen für Kulturelle BildungMinisterium für Kunst und Wissenschaft (MKW)Amt für SchulentwicklungSchule / OGSBezirksjugendpflegeJugendeinrichtungenInterkommunales Netzwerk Plattform Kulturelle Bildung=bestehende Netzwerke Kommunale Stellen Landes-/ Bundesebene Freie Akteurezivilgesellschaftliche Akteure Eine Information der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung für den Ausschuss Kunst und Kultur der Stadt Köln Priorität: Neue Gesamtkonzeption Kulturelle BildungSteuerungskreis Kulturelle Bildung: Nächstes Treffen Mai 2026. Letzte Sitzung 2022 (aus Personalgründen). Austausch auf Fachebene fand durchgehend statt.Festlegung aktueller Ziele Kultureller BildungProzessmoderation: Arbeitsstelle Kulturelle Bildung des Landes NRW (Auftakttreffen 11. März)Fertigstellung des Gesamtkonzeptes: August 2027 (geplant)Sachstände und durchlässige Kommunikation prozessbegleitend©Sandy Craus Konzept: Bisherige Zielsetzungen Eine Information der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung für den Ausschuss Kunst und Kultur der Stadt Köln Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+Dezernats-strategie IVRatsbeschluss 3429/2008Gesamtkonzept KUBIK (2021)Kulturentwicklungs-plan (2019) Was wurde umgesetzt? Bestandsanalyse bis Ende 2026Weiße Flecken der Kulturellen Bildung in Zielgruppen, Bezirken und an SchulenMultiplikator*innen-NetzwerkMaßnahmenplanung für drei Jahre (gefördert) Steuerungskreis Kulturelle Bildung (Ende Mai) Moderierter Prozess Welche Strukturen sind sinnvoll? Welche Ziele sind vorrangig? Konzept: Perspektiven für Planung und Vernetzung Eine Information der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung für den Ausschuss Kunst und Kultur der Stadt Köln Monsterausstellung von ©Annette Grundmann Tanzcamp in Porz von ©NoLimitsIm Künstleratelier von ©Judith Ganz Schattenforschung mit ©Ruth Spätling Das ©Kulturbüdchen, Kalk Perspektive Kunst und Kultur in Köln:Nachhaltige Strukturen für Initiativen und Institutionen schaffenPerspektive stadträumliche Entwicklung: bezirklich orientierte Steuerung wohnortnaher AngebotePerspektive Individuelle Entwicklung entlang der Bildungskette mit Fokus auf Kindern und JugendlichenPerspektive zukunftsgeleitete Bedarfe: Vielfalt, Nachhaltigkeit und Demokratiesicherung in Kulturelle Bildung überführen Profile der FörderschienenKultur und Schule Fonds KUBIKKulturrucksack•Fürdie Altersgruppe 10 bis 14 Jahre•Format: Workshop, fortlaufend oder als Block + rezeptives Angebot•AntragKünstler*in mit Kooperationspartner (Träger der freien Jugendhilfe oder Schulsozialarbeit)•Frist: Herbst für das kommende Kalenderjahr, Restmittel werden unterjährig vergeben•Beachten: Muss in gemeinnützig organisierten, für die Zielgruppe erreichbarem Raum stattfinden• Maximale Fördersummepro Projekt 5.000 €, Honorar bis 60 € / Stunde •Füralle allgemein- und berufsbildenden Schulen, bes. Grund- und Förderschulen•Format: Fortlaufendes Angebot über ein Schuljahr, Blockprojekte Ausnahme•Antragüber die Schule •Frist: jeweils 31. März, kein unterjähriger Einstieg möglich•Beachten: Pflichtschulung für die Künstler*innen• Höchste Fördersummepro Projekt 4.200 €, Honorar max. 3.300 € •Fürdie Stadtgesellschaft•Format offen, nachhaltige Kooperation und rezeptives Angebot werden vorausgesetzt•Antragüber Kunstschaffende*n•Frist: Herbst/Winter für das Folgejahr, unterjährige Bezuschussung möglich•Beachten: Kleiner Fördertopf, nur besondere Projekte•Fördersummepro Projekt bis maximal 10.000 € Eine Information der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung für den Ausschuss Kunst und Kultur der Stadt Köln Förderungen: Entwicklungen und Bedarfe Eine Information der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung für den Ausschuss Kunst und Kultur der Stadt Köln Entwicklungen Bedarfe Mehr Schulen suchen Unterstützung für feste Kooperationen mit Kulturinstituten Mehr Antragstellende suchen längerfristige und zeitlich flexiblere Förderungen Die Inhalte der Anträge umfassen zunehmend Entwicklungsvorhaben wie Metaprojekte und Prototypentwicklung, auch städtischer Häuser Anpassung der Landesprogramme an Sozialraum-Herausforderungen Schnittstellenpflege der vorhandenen Förderungen Vorhaben werden zunehmend in Sozialräumen geplant und bewilligt Akquise, sobald kommunale Eigenanteile finanzierbar sind Strategischer Einsatz des Fonds KUBIK Plattform: Aktuelles und Ausblicke Eine Information der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung für den Ausschuss Kunst und Kultur der Stadt Köln Aktuell:Ausbau und Bewerbung der Plattform seit März wieder vollumfänglich möglichFacharbeitsgruppe forciert „Sichtbarkeit 26“ Nächste Schritte:Weiterentwicklung in inhaltlicher Hinsicht konform zur KonzeptentwicklungEntwicklung einer marketingbasierten Strategie für mehr Bekanntheit©Sandy Craus DANKE! Eine Information der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung für den Ausschuss Kunst und Kultur der Stadt Köln©Comedia Theater Köln Mehr Informationen zu Kultureller Bildung in Köln www.musenkuss-koeln.de Eine Information der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung für den Ausschuss Kunst und Kultur der Stadt Köln
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0874/2026
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 24.04.2026
- Erstellt
- 24.03.2026 17:00