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AN/0969/2020

Energieerzeugungsbilanz erstellen

Die Linke. Antrag nach § 3 14.08.2020

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Nächste Beratung: Ausschuss Klima, Umwelt und Grün, Sitzung am 27.08.2020, TOP 2.2

Linke Antrag nach § 3

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Linke Antrag nach § 3

5427 Zeichen

Die Linke.-Fraktion · Postfach 103564 · 50475 Köln  
 
Oberbürgermeisterin Reker 
Ausschussvorsitzender Struwe 
 
Rathaus, Spanischer Bau  
 50667 Köln 
Postanschrift:  
Postfach 103564 · 50475 Köln  
Tel: 0221/221 -27840 · Fax: 0221/221-27841  
E-mail: DieLinke@stadt-koeln.de 
Fraktionsvorstand  
 
 
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 14.08.2020 
AN/0969/2020 
Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Ausschuss für Umwelt und Grün 27.08.2020 
 
Energieerzeugungsbilanz erstellen 
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,  
sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender,  
DIE LINKE. Fraktion im Rat der Stadt Köln bittet Sie, folgenden Antrag auf die 
Tagesordnung der kommenden Sitzung des Ausschusses Umwelt  und Grün zu 
nehmen. 
  
 
Der Ausschuss möge beschließen:  
 
1. Der Ausschuss Umwelt und Grün beauftragt die Stadtverwaltung bis Ende 2020 
ein Konzept zur Bilanzierung der Energiegewinnung in Köln zu erarbeiten und 
dem Ausschuss zum Beschluss vorzulegen.  
Diese Bilanz soll mindestens die erzeugte Energiemenge in MWh und das dabei 
angefallene CO2  enthalten, aufgeschlüsselt nach:   
- verwendeter Primärenergie (z.B. Erdgas, Heizöl, Sonne, Wind),   
- Art der Energiegewinnung (z.B. KWK, Blockheizkraftwerk, Photovoltaik, 
Wärmepumpe) und den  
- Energieerzeugern (z.B. Privathaushalte, Unternehmen und mit besonderem 
Augenmerk auf den Stadtwerkekonzern mit seinen Tochterunternehmen und 
sämtlichen städtischen Einrichtungen).  
 
2. Der Ausschuss Umwelt und Grün beschließt, dass diese Bil anzierung alle zwei 
Jahre erstellt wird, um eine kontinuierliche Übersicht der CO2 Entwicklung bei 
der Energiegewinnung zu erhalten und zeitnah steuernd eingreifen zu können.  
 
3. Die Bilanz dient dem Rat und seinen Gremien als Instrument zur Steuerung der 
Energiewende.

Begründung:  
 
Köln, mit seinen über eine Million Einwohnern ist eine Stadt, die schon allein ihrer 
Größe wegen viel Energie verbraucht. Dieser Energieverbrauch wird in der Energie - und 
Treibhausbilanz der Stadt Köln dargestellt. Aber Köln verbr aucht nicht nur viel Energie, 
sonders stellt auch viel Energie her. Nicht nur die Rheinenergie und die AVG, die Strom 
und Wärme erzeugen, gewinnen Energie, sondern auch sehr viele Privathaushalte, 
vornehmlich in Form von Wärme durch Heizanlagen und Öfen.  
Noch wird in Köln die meiste Energie aus Erdgas und Heizöl gewonnen. Aber es tut 
sich was und das ist auch bitter nötig. Um nur einige Beispiele zu nennen:  
 
Auf immer mehr Dächern sieht man mittlerweile Photovoltaik -Anlagen. Hier sind 
Einzelhaushalte oder k leine Einheiten zu Stromerzeugern geworden. Durch 
Wärmepumpen wird zunehmend ressourcenschonend Wärme hergestellt. 
Supermärkte verwenden vermehrt regenerative Energie und  Fabriken ändern ihre 
stofflichen Prozessabläufe hin zu nachhaltiger Technik.  
Zu bedenken ist aber auch, dass durch die Zunahme von Elektrofahrzeugen, in 
Zukunft wahrscheinlich eher mehr als weniger Strom benötigt werden wird.  
 
Darum hält es die LINKE für sinnvoll und angebracht, in Köln nicht nur auf den 
Verbrauch von Energie zu schauen, sondern auch auf ihre Herstellung und das dabei 
entstehende CO2. 
 
Mit Hilfe der Daten aus dieser Bilanz kann die Stadt steuernd eingreifen, z.B. über 
Förderungen, Kampagnen, Verordnungen, Bebauungspläne. Sie kann stadteigene 
Immobilien stärker zur Energiee rzeugung nutzbar machen und wird in die Lage 
versetzt, ihren Stadtwerkekonzern gezielter zu steuern.  
 
Aus der Energie- und Treibhausbilanz, die bereits erstellt wird und den 
Energieverbrauch der Stadt Köln zum Inhalt hat, ist nicht ersichtlich, wie das Pot ential 
zur Energiegewinnung durch die Stadt und ihre Bürger ausgeschöpft wird. In der Bilanz 
ist nur rudimentär und bestenfalls indirekt über den Energieverbrauch und die 
Treibhausgasimmissionen zu ermitteln, wie umweltverträglich und effizient Energie 
hergestellt wurde. Über die Energiegewinnung ist auf diesem Wege keine Erkenntnis 
zu erlangen. 
 
Hermann Scheer - der Vater des Hunderttausend-Dächer Programms – schrieb bereits 
1993 in seinem Buch „Sonnenenergie“: „ Es ist unsere Pflicht, alles nur Mögliche zu  
versuchen, die sich verschärfende Klimakatastrophe nicht nur abzuschwächen, 
sondern zu verhindern. Doch die gesellschaftliche Bedeutung der Sonnenenergien 
wäre selbst ohne globale Umweltkrise und ohne Beschränkung der herkömmlichen 
Energieressourcen für d ie Menschheitsentwicklung von fundamentalem Stellenwert. 
Die Nutzung der Sonnenenergie ist erkennbar die wirtschaftliche und soziale 
Basisinnovation der Weltgesellschaft. Ihre rasche Einführung ist eine einzigartige 
Chance“ (S. 281/282). 
 
Die Rheinenergie fokussiert und bewirbt die Energiegewinnung in Köln und dem 
Umland: „Ihr Gemüse kommt aus der Region? Dann beziehen Sie doch auch Strom aus 
Ihrer Nähe. Unser RegionalStrom wird von Erzeugern auf nachhaltige Weise in Köln 
und Umgebung produziert. Wie bei he rkömmlichem Ökostrom wird die Energie aus

regenerativen Quellen gewonnen. Gemeinsam leisten wir so einen wichtigen Beitrag 
zur Energiewende vor Ort und zur regionalen Wertschöpfung.“  
 
Fazit: Um der Stadtverwaltung und dem Rat ein weiteres wichtiges Instrum ent zur 
CO2-Vermeidung an die Hand zu geben, ist das Wissen darum, wie in Köln Energie 
hergestellt wird, unabdingbar. 
 
 
gez. gez. 
Michael Weisenstein Hamide Akbayir 
Fraktionsgeschäftsführer Ausschussmitglied

Beratungsverlauf (1)

27.08.2020 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 2.2 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: zurückgestellt

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
AN/0969/2020
Typ
Die Linke. Antrag nach § 3
Datum
14.08.2020
Erstellt
13.08.2020 13:10