V/0150/2021/1
Integrierte gesamtstädtische Sportentwicklungsplanung
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Anlage A
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Anlage A zur V/0150/2021/1 Kurzüberblick Der Sportausschuss beauftragt die Verwaltung, in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund Münster e. V. eine Ausschreibung eines gesamtstädtischen Sportentwicklungskonzepts für die nächsten 20 Jahre unter Einbeziehung der im Beschlusspunkt 3. genannten Gremien zur Sport- ausschusssitzung am 22.09.2021 vorzubereiten. Der Sportausschuss beschließt, dass die angedachte Konzeptentwicklung als „Integriertes ge- samtstädtisches Sportentwicklungskonzept“ durch ein externes Institut durchgeführt werden soll. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Bis dato wurden im Rahmen der Sportentwicklungsplanung für die sportgerechte Stadt Münster immer nur Teilaspekte einer gesamtstätischen Sportentwicklungsplanung untersucht. Der gesamtstädtische Ansatz für den Sport in seiner Gesamtheit und in der Betrachtung im Stadtentwicklungsprozess war aber zu keiner Zeit Inhalt einer empirischen Untersuchung. Bedingt durch die veränderten Kennzahlen einer schnell wachsenden Stadt haben sich zudem die Ergebnisse vergangener Untersuchungen überholt und müssen neu eruiert werden. Ebenso haben sich die Bedürfnisse und Bedarfe nach Sportangeboten im Verein und/oder ver- einsungebunden verändert und müssen neu definiert werden. Die Zielgruppe der älteren Kinder und Jugendlichen wurde jahrelang nicht berücksichtigt und hat dadurch aktuell sehr große Bedarfe. Dies spiegelt sich in den vielen Anregungen nach § 24 GO NRW zur Errichtung von Skate-, Pumptrack, Dirtpark- und BMX-Anlagen und weiteren Eingaben aus der Politik, insbesondere z.B. aus der Bezirksvertretung Nord, wider. In einigen Fällen konnten hier kurzfristige Lösungen ge- funden werden, aber bislang ohne dass den Maßnahmen ein gesamtstädtisches Konzept zu Grunde liegt. Diese Fakten und die Maxime, Sport als festen Bestandteil der Stadtentwicklung zu integrieren, sollten die Motivation für das geplante Sportentwicklungskonzept sein. Finanzierung Produktgruppe: 0801 Sportentwicklung, Sportanlagen und -stätten Auswirkungen auf den Ergebnisplan x Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja x Nein Im Entwurf des Haushaltsplan 2021 enthalten? x Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja x Nein Bereits veranschlagt? x Ja Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig x vollständig freiwillig Durch die Erstellung eines „Integrierten gesamtstädtischen Sportentwicklungskonzeptes“ wird die Sportentwicklungsplanung zu einem integrierten Element der gesamtstädtischen Zukunftspla- nung. Eine Integrierte Sportentwicklungsplanung bietet damit eine Grundlage für eine stärkere Vernetzung von Sportentwicklung und Stadtentwicklung. Das grundlegende Ziel der integrierten Planung ist es, die zukünftige Sportentwicklung einer Stadt an den tatsächlichen lokalen Bedarfen auszurichten und in der gesamtstätischen Stadtentwick- lung zu verorten. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) entfällt
Ergänzungsvorlage Beschluss
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V/0150/2021/1 V/0150/2021/1 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Integrierte gesamtstädtische Sportentwicklungsplanung Beratungsfolge 22.06.2021 Sportausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Sportausschuss beauftragt die Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Stadtsport- bund Münster e. V. eine Ausschreibung eines gesamtstädtischen Sportentwicklungskon- zepts für die nächsten 20 Jahre unter Einbeziehung der im Beschlusspunkt 3. genannten Gremien zur Sportausschusssitzung am 22.09.02.06.2021 vorzubereiten. 2. Der Sportausschuss beschließt, dass die Konzeptentwicklung als „Integriertes gesamtstädti- sches Sportentwicklungskonzept“ durch ein externes Institut durchgeführt werden soll. 3. Der Sportausschuss beschließt die Installation eines Kernteams und eines Beirates, in dem in- terdisziplinär die Leitbilder, die strategischen Ziele und die Ausschreibungskriterien definiert werden. II. Finanzielle Auswirkungen: Der Sportausschuss nimmt zur Kenntnis, dass die Verwaltung von Kosten in Höhe von etwa 300.000 Euro ausgeht. Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0801 Sportentwicklung, Sportanlagen und -stätten Zeile 13 Aufwendung für Sach- und Dienstleistungen 2021 300.000 Sportamt 20.05.2021 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Bergmann Telefon: 492-5219 Bergmann@stadt- muenster.de - 2 - V/0150/2021/1 Die erforderlichen Mittel sind im Haushaltsplan 2021 in der Produktgruppe 0801 veranschlagt und sollen durch das „Budget zum Ausbau und Erhalt der Sportstätteninfrastruktur (ohne Turn- und Sporthallen sowie Großinvestitionen z. B. Verlagerung von Sportanlagen), Maß- nahmen 2021 Teil 2“ (vgl. Vorlage V/0242/2021) zur Verfügung gestellt werden. Begründung: Zu Ziffer 1: Die kommunale Sportpolitik und Sportentwicklungsplanung (SEP) durchlebt derzeit einen erheblichen Anpassungsprozess, der in vielen Kommunen grundsätzlich vergleichbar ist, aber im Detail unter- schiedliche Ausprägungen hat. Die wichtigsten Gründe hierfür sind: Das Sportverhalten der Menschen hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert. Immer mehr Menschen in einer Stadt treiben Sport außerhalb der Sportorganisationen, im öf- fentlichen Raum, und wählen dafür Sportformen, die meist keinen konservativen Normen fol- gen. Die Zahl der Mitglieder in den Mannschaftssportarten der Sportvereine geht aufgrund der Be- völkerungsentwicklung und des großen Angebots weiterer Sportarten zurück. Des Weiteren hat sich in Münster die Zahl der männlichen Mitglieder verringert, die der Mädchen und Frau- en hingegen erhöht. Veränderungen der Bedarfe erfordern Antworten, die auch den Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit aufnehmen. Der demografische Wandel zeigt sich auch im Sport. Die Menschen werden zunehmend älter, aber sind deutlich bewegungsaktiver als noch vor Jahren. Speziell für diese Zielgruppe sind Bewegungsangebote im Verein aber auch als vereinsungebundene Sportgelegenheiten not- wendig. Auch das Thema Inklusion erfährt eine stetig wachsende Bedeutung. Hier sind die Städte und Vereine zunehmend gefordert, Antworten auf die deutliche Entwicklung einer sich verändern- den Stadtbevölkerung zu geben und diese Bedarfe in ihre zukünftigen Planungen mit einflie- ßen zu lassen. Eine weitere Maxime einer sportgerechten Stadt ist es, Menschen mit Migrationsvorgeschichte durch den Sport zu integrieren und somit den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft zu fördern. Insbesondere in Stadtteilen (Coerde, Kinderhaus, Berg Fidel) mit einem hohen Anteil an Ju- gendlichen mit Migrationsvorgeschichte ist dies eine sehr zentrale Aufgabe. In einer wachsenden Stadt wie Münster werden aktuell und mittelfristig immense Investitionen getätigt, um den Bedarfen der pflichtigen Aufgaben einer Kommune nachzukommen. Unter anderen führen die steigenden Zahlen der Schülerinnen und Schüler dazu, dass die Frage nach einer neuen Planungsgrundlage für die Weiterentwicklung der Schulsportanlagen aus sportpädagogischer und haushaltswirtschaftlicher Sicht große Bedeutung gewinnen wird. Dies gilt natürlich auch für die städtischen und vereinseigenen Sportstätten und –räume, die zum einem auf die vermehrte Nachfrage aufgrund des Bevölkerungswach stums angepasst werden müssten und zum anderen auf ihre Zukunftsfähigkeit überprüft werden sollten. Dabei sind stets auch die be sonderen Rahmenbedingungen in Münster zu berücksichtigen, die sich zum Teil gravierend von den Landes - und Bundestrends abheben. So ist die Zahl der Mitglieder im organsierten Sport in Münster binnen 20 Jahren, von 2000 bis 2020, weiter stark gewachsen, von 77.339 auf 93.379 Mitglieder. Münster ist zudem die Kommune in NRW mit dem höchsten Organisationsgrad im Sport. - 3 - V/0150/2021/1 Bis dato wurden im Rahmen der Sportentwicklungsplanung für die sportgerechte Stadt Münster im- mer nur Teilaspekte einer gesamtstätischen Sportentwicklungsplanung untersucht. Im Auftrag der Stadt Münster und des Stadtsportbundes Münster e. V. wurden in der jüngsten Ver- gangenheit (2013 und 2015) folgende Untersuchungen von der Bergischen Universität Wuppertal, Forschungsstelle Sportentwicklung, Prof. Dr. Horst Hübner durchgeführt: Sporttreiben in Münster Ergebnisse der Einwohnerbefragung / Trends im Sportverhalten Sportstättennachfrage und Sportstättenangebot für den Fußballsport in Münster. Sportstättennachfrage und Sportstättenangebot für den Tennissport in Münster. Sportstättennachfrage und Sportstättenangebot für den Hallensport in Münster. Die Sportstätten in Münster, ihre Nutzung und ihre Bewertung. Die Entwicklung Gremmendorfs und die Folgen für die Sportanlagennachfrage. Der gesamtstädtische Ansatz für den Sport in seiner Gesamtheit und in der Betrachtung im Stadtent- wicklungsprozess war aber zu keiner Zeit Inhalt einer empirischen Untersuchung. Bedingt durch die veränderten Kennzahlen einer schnell wachsenden Stadt haben sich zudem die Ergebnisse vergangener Untersuchungen überholt und müssen neu eruiert werden. Ebenso haben sich die Bedürfnisse und Bedarfe nach Sportangeboten im Verein und/oder vereins- ungebunden verändert und müssen neu definiert werden. Die Zielgruppe der älteren Kinde r und Jugendlichen wu rde jahrelang nicht berücksichtigt und hat dadurch aktuell sehr große Bedarfe. Dies spiegelt sich in den vielen Anregungen nach § 24 GO NRW zur Errichtung von Skate -, Pumptrack, Dirtpark- und BMX-Anlagen und weiteren Eingaben aus der Politik, insbesondere z.B. aus der Bezirksvertretung Nord, wider. In einigen Fällen konnten hier kurzfristige Lösungen gefunden werden, aber bislang ohne dass den Maßnahmen ein gesamtstädtisches Konzept zu Grunde liegt. Diese Fakten und die Maxime, Sport als festen Bestandteil der Stadtentwicklung zu integrieren, sind die Motivation für das geplante Sportentwicklungskonzept. Zu Ziffer 2: Die Sportentwicklungsplanung hat sich in den letzten 60 Jahren stark verändert. In d en 1960er Jah- ren herrschte der richtwertbezogene Ansatz vor. Hierbei wurde der Bedarf an öffentlich finanzierten Sportanlagen über eine auf der jeweiligen Einwohnerzahl basierenden Bestimmung der mindestens erforderlichen Sportanlagenfläche (qm pro Einwohner) vorgenommen. Dieser Ansatz wurde durch den verhaltensorientierten Ansatz abgelöst. Hierbei wurde der spezifische Bedarf an Sportanlagen einer Kommune über die aktuelle Sportnachfrage empirisch bestimmt und dem vorhandenen Bestand in dieser Kommune gegenübergestellt. Parallel entstand Anfang der 1990er Jahr e der aktuell vorherrschende Ansatz bei Sportentwicklungs- plänen, der kooperative Ansatz. Dieser geht davon aus, dass die Beteiligung von Betroffenen (z. B. Bürgerschaft, Vereine), politischen Entscheidungs trägerinnen und -trägern und Fachleuten (z.B. Stadtverwaltung) konstitutiv für die Sportentwicklungsplanung sind. Sportentwicklungsplanungen sind somit eine Mischung aus wissensbasierter Analyse und Planung sowie politischem Handeln. Der kooperative Ansatz wird bei vielen Sportentwicklungsplänen im Sinne einer integrierten Planung durchgeführt. Das bedeutet, dass die Sportentwicklungsplanung zu einem integrierten Element der gesamtstädtischen Zukunftsplanung wird. Eine Integrierte Sportentwicklungsplanung bietet damit eine Grundlage für eine stärkere Vernetzung von Sportentwicklung und Stadtentwicklung. - 4 - V/0150/2021/1 Das grundlegende Ziel der integrierten Planung ist es, die zukünftige Sportentwicklung einer Stadt an den tatsächlichen lokalen Bedarfen auszurichten und in der gesamtstätischen Stadtentwicklung zu verorten. Insbesondere vor dem Hintergrund von kaum noch definierten Sporterweiterungsflächen, die mittel- und langfristig die Bedarfe der Bürger einer wachsenden Stadt befriedigen könnten, ist eine zeitnahe Umsetzung eines integrierten Sportentwicklungskonzeptes angezeigt. Die Inhalte dieser Vorlage wurden im Vorfeld mit dem Stadtsportbund Münster e.V. bespro- chen und abgestimmt. Zu Ziffer 3: Das Kernteam soll unter Federführung des Sportamtes und des Stadtsportbundes Münster e.V. zum einem den Prozess der Au sschreibung für ein SEP steuern und zum anderen im laufenden Pro- zess der Sportentwicklungsplanung die operative Arbeit übernehmen. Diese Gruppe sollte durch die von der Sportentwicklung betroffenen städtischen Ämter (Sportamt, Stadtplanungsamt, Amt für Im- mobilienmanagement und Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit) sowie einen Vertreter des Stadtsportbundes Münster e.V. (SSB) besetzt werden. Ebenso wird ein Beirat gebildet, in dem die von dem Kernteam erarbeiteten Vorschläge diskutiert und beschlossen werden. In diesen Beirat sind neben Verwaltungsvertreterinnen und -vertretern, die sportpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Ratsfraktionen, je ein/e Vertreter/in des Stadtsport- bundes und der Sportjugend, Sprecherinnen und Sprecher der Großverei ne, der IG vereinsungebun- dener Sport, des Leistungssports, des kommerziellen Sports, des Behindertensports und des Profi- sports zu entsenden. Zu den finanziellen Auswirkungen: Die Kosten für ein von einem externen Institut erstellten Sportentwicklungsplan variieren je nach Auf- wand des SEPs und der Größe der untersuchten Stadt/Kommune. Bei einer Großstadt mit über 300.000 Einwohnern sollten folgende Schritte fester Bestandteil einer Beauftragung eines Sportentwicklungsplans sein: 1. Bestandsanalyse Aufbereitung vorhandener Daten Gesamtstädtische und räumlich differenzierte Sportverhaltensanalyse (mind. 5000 Befrag- te) Erstellung von Steckbriefen für die jeweiligen Stadtteile Bestand, Zustand, Nutzung und Bedarf an kommunalen Sporträumen Sportvereine, andere Sportanbieter und privat organisiertes Sporttreiben Darstellung der Finanzierung und Förderung des Sports in der Kommune 2. Bedarfsbestimmung Repräsentative kommunale Sportverhaltensstudie Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven Bestimmung der Sportentwicklungsbedarfe Stadtteilgespräche 3. Zielbestimmung und Maßnahmenentwicklung Einbeziehung von Institutionen, Organisationen sowie die Bürgerinnen und Bürger Workshops als Garant einer intensiven Bürgerbeteiligung Lenkungsgruppen von Sportpolitik und Stadtverwaltung und SSB Punktuelle Einbeziehung von weiteren Arbeitskreisen Leitziele und strategische Entwicklungsziele festlegen Erarbeitung konkreter Empfehlungen und Maßnahmen - 5 - V/0150/2021/1 Als Vergleichswerte können Städte ähnlicher Größe herangezogen werden, in denen in den letzten zehn Jahren ein Sportentwicklungsplan erstellt wurde. Städte wie Bonn, Lübeck, Bielefeld, Bochum u. a. haben in der jüngsten Vergangenheit Sportentwicklungsplanun gen durchgeführt oder sind noch im laufendem Prozess. Die Verwaltung schlägt vor, die erforderlichen Mittel aus dem „Budget zum Ausbau und Erhalt der Sportstätteninfrastruktur (ohne Turn- und Sporthallen sowie Großinvestitionen z. B. Verlagerung von Sportanlagen), Maßnahmen 2021, Teil 2“ (vgl. Vorlage V/0242143/2021) zur Verfügung zu stellen. I. V. gez. Thomas Paal Stadtdirektor
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Kinderhaus
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Details
- Aktenzeichen
- V/0150/2021/1
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 07.04.2021
- Erstellt
- 30.03.2021 14:48