Mandari Insight

2126/2019

Förderung des Projektes "Port Kölnberg - Veedelslotse"

Beschlussvorlage Ausschuss 21.06.2019

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Finanzausschuss, Sitzung am 08.07.2019, TOP 10.33

Sachstandsbericht Rat /Ausschuss

· application/pdf

Ansehen

Veedelslotse 2019-06-11 final

· application/pdf

Ansehen

Beschlussvorlage Ausschuss

· application/pdf

Ansehen

Sachstandsbericht Rat /Ausschuss

739 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
V/50 
 
 
Vorlagen-Nummer 
2126/2019
Stand: 11.07.2023 
Sachstandsbericht  
Förderung des Projektes "Port Kölnberg - Veedelslotse" 
Status    in Bearbeitung 
 
    erledigt 
 
 
Aktueller Bearbeitungsstand: 
Das Projekt „Port Kölnberg - Veedelslotse“ ist zum 30.11.2021 beendet worden.  
In der Sitzung am 10.09.2020 hat der Rat der Stadt Köln die Ausweitung des Förderpro-
gramms Gemeinwesenarbeit beschlossen (Vorlage-Nr. 4455/2020).  
Das Projekt Port Kölnberg – Veedelslotse wurde durch die räumliche Ausweitung der Gemein-
wesenarbeit auf dieses städtische Quartier abgelöst. Im Rahmen der Gemeinwesenarbeit wird 
der konzeptionelle Ansatz des Veedelslotsen mit aufgegriffen, fortgeführt und weiterentwickelt.

Veedelslotse 2019-06-11 final

40851 Zeichen

„Port Kölnberg – Veedelslotse“ 
Konzept 
Caritasverband für die Stadt Köln e.V. 
2019 
 
 
  Alte Brühler Straße 10 und 12 mit Stadtteilbüro, Übermittagsbetreuung,  
Treffs und Angeboten für Familien

Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept)  
2  
 
Inhalt 
 
 
  
I.        Das Projekt „Port Kölnberg – Veedelslotse“ und seine Voraussetzungen 
 
 
 
1.  Einleitung 
 
Seite  3 
2. Der Stadtteil Meschenich - Bauliche Gegebenheiten - Infrastruktur - 
aktuelle Veränderungen 
 
Seite  4 
3. Der Kölnberg 
 
Seite  5 
4. Die Bewohner*innenstruktur 
 
Seite  6 
5. Daten und Fakten Seite  6 
 
   
II.        Lebensraum Kölnberg  – eine veränderte Sichtweise 
 
  
 
 
1. Grundlagen 
 
Seite  7 
2. Lokale Netzwerke 
 
 
 
Seite  7 
 
III.       Das Projekt „Port Kölnberg - Veedelslotse“        
 
 
 
1. Ziele 
 
Seite 10 
2. „Veedelslotse“ – Aufgaben und Funktionen 
 
Seite 11 
3. Zeitplanung 
 
Seite 13 
4. 
 
5.       
Wissenschaftliche Begleitung in der Praxis  
 
Projektphasen 
 
Seite 13 
Seite 14 
 
6. 
 
7. 
Nachhaltigkeit 
 
Kostenplanung 
Seite 15 
 
Seite 15 
   
 Literatur

Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept)  
3  
I.  Das Projekt „Veedelslotse“ und seine Voraussetzungen 
1. Einleitung 
 
Dem vorliegenden Konzept liegen zwei unterschiedliche Projekt-Ansätze zugrunde, die im 
Stadtteil Köln-Meschenich unter der Beteiligung von Kooperations- und 
Netzwerkpartner*innen miteinander verbunden werden:  
- Eine konkrete aufsuchende soziale Tätigkeit mit dem Ziel, die Lebenssituation der 
Menschen zu verbessern und  
- die wissenschaftliche Begleitung durch die Hochschule Düsseldorf mit der 
Zielsetzung, die Lebensbedingungen im Stadtteil, Problemlagen und 
Veränderungsbedarf zu analysieren und das Projekt zu evaluieren. 
 
Die „Veedelslotsin“ oder der „Veedelslotse“ wird bei der Sozialraumkoordination angebunden 
und entwickelt das Projekt unter Einbeziehung der vorhandenen Vernetzungsstruktur im 
Stadtteil. 
 
Eine Steuerungsgruppe, die sich aus Vertreter*innen wissenschaftlicher, politischer und 
weiterer fachkundiger Positionen, Ämter und Aufträge zusammensetzt, begleitet das Projekt.  
 
Eine wirkungsvolle Öffentlichkeitsarbeit wird eingesetzt, um die Transparenz des 
Projektaufbaus und der Ergebnisse sowie Lobbyarbeit für den Stadtteil und seine 
Bewohner*innen zu erzielen. Eine positive Sichtweise auf das lebendige und durchaus mit 
vielen Ressourcen ausgestattete Viertel liegt dem Projekt zugrunde und soll dadurch 
gleichzeitig transportiert werden. 
 
Ziel des Projekts ist es im ersten Schritt, die Bewohnerinnen und Bewohner zu Wort kommen 
zu lassen und ihre Wünsche im Hinblick auf die Verbesserung ihres Lebensumfeldes zu 
erfahren. Die Ergebnisse der breit angelegten wissenschaftlichen Befragung und 
teilnehmenden Beobachtung werden zur Verfügung gestellt und können im Rahmen des 
Projekts zum Teil bereits ein- und umgesetzt werden. Sie sollen für die soziale, bauliche und 
infrastrukturelle Weiterentwicklung des Viertels eine sinnvolle Basis schaffen. 
 
Der Stadtteil Meschenich wird hier nicht defizit- sondern ressourcenorientiert erkundet. Er 
wird unter dem Blickwinkel eines  Ankommensstadtteils betrachtet, wobei der Aspekt des 
Bleibens seiner Bewohner*innen fokussiert wird (vgl. Schmidt, Katharina 2018)1. Die 
Verbesserung der Lebensbedingungen beinhaltet die Stärkung und den Ausbau sogenannter 
„positiver Haltefaktoren“, die Menschen zum Bleiben veranlassen.  
 
Die Tätigkeit des „Veedelslotsen“  sieht zunächst eine aufsuchende soziale Arbeit vor, da 
sich diese Methode bewährt hat: Die Menschen in ihrem Lebensumfeld kennen zu lernen 
und eine tragfähige Kooperationsbasis aufzubauen. Ausschließlich reine „Komm-Strukturen“  
aufrecht zu erhalten – wie sie für bestimmte Fachdienste und Institutionen notwendig sind – 
führt vielfach zum Ausschluss bestimmter Zielgruppen. Das Projekt soll jedoch inklusiv und 
integrativ wirken. Die Projekttätigkeit unterscheidet sich deutlich von „Streetwork“. Sie 
verfolgt das längerfristige Ziel, Menschen im Stadtteil zusammen zu bringen und mit ihnen 
gemeinsam Aktivitäten, beispielsweise im Rahmen einer noch zu entwickelnden 
Gemeinwesenarbeit im Stadtteil, zu entwickeln. 
 
 
1 Meschenich gilt als Ankommensstadtteil, weil hier Menschen vieler unterschiedlicher Nationalitäten wohnen. Für 
Stadtteile dieser besonderen Zusammensetzung wird in der Sozialen Arbeit allgemein die Literaturgrundlage von 
Dough Saunders gewählt. Die Faktoren, die ihr Bleiben unterstützen, sollen durch das Projekt gestärkt werden 
(vgl. DAM, 2016).

Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept)  
4  
 
 
Die aufsuchende ist mit der wissenschaftlichen Arbeit der Hochschule Düsseldorf verknüpft. 
 
Die städtische Anbindungsstelle liegt im Amt für Soziales, Arbeit  und Senioren. 
 
Vor Ort wird die Tätigkeit bei der Sozialraumkoordination angebunden, deren Aufgabe es ist, 
das Projekt in der Vernetzung mit unterschiedlichen Akteur*innen und Trägern im Stadtteil 
sinnvoll aufzubauen und bedarfsgerecht mit zu entwickeln. 
 
Im ersten Teil des vorliegenden Konzepts werden zunächst die Voraussetzungen im Stadtteil 
beschrieben. Teil II erläutert die (sozial-) wissenschaftliche Grundlage und zugrunde 
liegende Ergebnisse von zwei bereits abgeschlossenen Projekten. Weiter wird der Bezug der 
Projektaktivität zu zukünftiger und noch zu entwickelnder Gemeinwesenarbeit dargestellt. 
Darauf aufbauend wird in Teil III die konkrete Projektarbeit vorgestellt. 
 
 
2. Der Stadtteil Meschenich: Bauliche Gegebenheiten, Infrastruktur, aktuelle    
    Veränderungen 
 
Der Stadtteil Meschenich liegt am äußersten südlichen Kölner Stadtrand. Umgeben von 
Feldern, Landwirtschaft, kleinen Ortschaften und vereinzelter Industrie ist die die 
Hochhaussiedlung „Am Kölnberg“ von weitem zu sehen. Bereits bei der Ortsdurchfahrt über 
die viel befahrene Brühler Landstraße fällt die Unterschiedlichkeit der drei Wohngebiete im 
Stadtteil ins Auge: Alt Meschenich mit vielen denkmalgeschützten Gebäuden, die Siedlungen 
jüngeren Datums in Neu Meschenich und die Großwohnanlage Am Kölnberg. 
Die hier erwähnte Landstraße „teilt“ Meschenich: Um sie zu überqueren - weil man  
beispielsweise vom Kölnberg zur Grundschule gehen möchte - wartet man bis zu 8 Minuten 
an einer der vier Fußgängerampeln im Stadtteil.  
Neben einer hohen Lärmbelästigung ist hier die Luftverschmutzung durch Feinstaub 
signifikant. Die Bürgerschaft erreichte 2013 die Einrichtung einer Tempo-30-Zone und 2014 
ein Nachtfahrverbot für LKWs durch den Ortskern. Ein generelles Durchfahrverbot wird 
derzeit diskutiert. Die seit den 1970er Jahren geplante Umgehungsstraße steht kurz vor der 
Realisierung. Das Planfeststellungsverfahren ist abgeschlossen und der Baubeginn für 2019 
terminiert. 
Die Anbindung des Stadtteils an den öffentlichen Personennahverkehr wird von  
Bewohner*innen und im Stadtteil Arbeitenden als unzureichend empfunden. In einer 
Befragung durch Studierende der Hochschule Düsseldorf im Sommer 2013 wurde die -
zeitweise sogar fehlende – Verkehrsanbindung als ein Hauptproblem des Stadtteils 
herausgestellt. So dauert eine Fahrt bis zum Hauptbahnhof 45 Minuten und wird von nur 
einer Buslinie realisiert. Der nächstgelegene Bahnhof  in Hürth-Kalscheuren wird zwar zu 
Berufsverkehrszeiten von einem dreimal stündlich pendelnden „Shuttlebus“ erreicht, liegt 
jedoch nicht mehr im Gebiet der Kölner Verkehrsbetriebe. Die Anbindung an den Zugverkehr 
ist daher für viele Bewohner*innen zu teuer. Zudem ist der Bahnhof sehr unübersichtlich, 
liegt inmitten von Feldern und bietet keinen Schutzraum für Wartende. 
Die Taktung der Busse, insbesondere am Wochenende und in den Abendstunden wird als 
zu niedrig beschrieben. Alle Schülerinnen aus Meschenich sind ab der 5. Klasse auf den

Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept)  
5  
ÖPNV angewiesen, da weder in Meschenich, noch in den umliegenden Orten eine 
weiterführende Schule existiert. Eine weiterführende Schule wird im Rahmen des 
Neubaugebietes Rondorf Nordwest geplant. 
Im Stadtteil Meschenich finden sich wenige Einkaufsmöglichkeiten. Ein Schreibwarenladen 
mit Postannahme, zwei Discount-Supermärkte, ein türkischer Gemüseladen und zwei Bäcker 
bilden die gesamten Einkaufsmöglichkeiten für die Meschenicher Bevölkerung. Ein weiterer 
Obst- und Gemüseladen wird im Baudenkmal „Kampshof“ integriert. Der ehemalige Gutshof 
wird derzeit grundlegend saniert und neu aufgeteilt. Er befindet sich etwa 50 m entfernt vom 
Kölnberg an der Brühler Landstraße. Da sich die Miet- und Arbeitsbedingungen in den 
Häusern „An der Fuhr“ Nummer 4 und 5 als problematisch für öffentliche Einrichtungen 
herausgestellt haben, wurde im „Kampshof“ bereits das Familienzentrum der Diakonie 
untergebracht. Die Polizeiwache soll bald folgen. Weiter entstehen dort Wohnungen. Auch 
Sozialverbände bemühen sich darum, dort Raum für Beratungsstellen und pädagogische 
Einrichtungen anzumieten. 
Mehrere Gewerberäume in Meschenich wurden bereits von Trägern sozialer Einrichtungen 
zu Beratungsräumen umfunktioniert und stehen somit der Nahversorgung nicht mehr zur 
Verfügung. 
Weitere infrastrukturelle Themen des Stadtteils bilden fehlende Radwege, die fehlende 
Barrierefreiheit von Bürgersteigen und Hauseingängen und insbesondere in der 
Hochhaussiedlung fehlende Versammlungsräume. 
 
3. Der Kölnberg 
Die Hochhausanlage „Am Kölnberg“ ist ein sogenanntes Bauherren-Modell der 1970er Jahre 
und gehört damit nicht zum sozialen Wohnungsbau. Es besteht hier vielmehr eine 
„Gemengelage“ sehr vieler unterschiedlicher Wohnungseigentümer; die Vielzahl der 
Einzeleigentümer wird durch drei Hausverwaltungen vertreten. 
Zurzeit befindet sich die Hochhausanlage in einem ausreichenden baulichen Zustand, jedoch 
mehren sich Hinweise für notwendige Sanierungsarbeiten, wie beispielsweise eine 
energetische Sanierung. Eine einfache Fensterverglasung liegt in allen Häusern bis in die 
12. Etage vor. Vielfach findet man in den Wohnungen Schimmelbefall. Besonders die 
Gebäude im Inneren der Anlage, die Häuser der Straße „An der Fuhr“ Nr. 4 und Nr. 5 
machen bereits rein äußerlich einen verwahrlosten Eindruck. Trotz ständiger Müllentsorgung 
durch die AWB und einem Projekt zur Wohnumfeld-Entmüllung und -Reinigung der 
Jugendhilfe Köln e.V. befindet sich häufig Müll in den Treppenhäusern und Außenanlagen. 
In Mitten der Siedlung befindet sich eine Grünfläche mit einem Spielplatz. Verteilt auf die 
äußere Begrenzung der Anlage sind Grill-, weitere Spiel-, ein Fußball- und ein Tennisplatz, 
die jedoch unterschiedlich gut angenommen werden. So werden Grill-und Fußballplatz gut 
genutzt. Der in die Jahre gekommene Spielplatz im Zentrum der Anlage gilt derzeit ebenso 
wie der Tennisplatz als nicht benutzbar. Darüber hinaus existieren zwei dreistöckige 
ungenutzte und verschlossene Hochgaragen am Rande des Wohnblocks. Die Außenanlagen 
bedürfen umfassender Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen.

Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept)  
6  
 
4. Die Bewohner*innenstruktur 
Meschenich - und hier vor allem der Kölnberg - ist ein armer Stadtteil. Ein Großteil der 
Bewohner*innen der Wohnanlage „Am Kölnberg" sind arm oder leben an der Armutsgrenze. 
Der Leistungsbezug im Bereich SGB II und Grundsicherung lag laut Angaben des Amts für 
Statistik 2014 bei rund 40%. Sehr viele Menschen leben hier in beengten 
Wohnverhältnissen. Für Versammlungen oder Treffen fehlen entsprechende Räumlichkeiten; 
eine adäquate Freizeitgestaltung für Senioren, Frauen und Familien ist deshalb häufig nicht 
möglich. 
Die Großwohnanlage bietet einerseits wegen der hohen Anzahl an Wohnungen auf engstem 
Raum eine gewisse Anonymität, während andererseits intra- und interethnische Netzwerke 
bestehen, die für die Menschen Unterstützung in schwierigen Lebenslagen, aber auch 
soziale Kontrolle beinhalten.  
Darüber hinaus finden sich bei den hier lebenden Zugewanderten oft noch wenig entwickelte 
Sprachkompetenzen im Deutschen, fehlende anerkannte Bildungsabschlüsse, aber auch 
persönliche Problemlagen wie Ein-Eltern-Familien und fehlende persönliche und berufliche 
Entwicklungsmöglichkeiten. Die damit verknüpften besonderen Belastungen sind durchaus in 
Zusammenhang mit gesundheitlichen Problemen und psychischen Erkrankungen, 
Suchterkrankungen zu sehen. Diese Faktoren führen zu einer weiteren Verschlechterung der 
Lebenssituation der Menschen. 
Die beiden Familienzentren, insgesamt fünf Kindertageseinrichtungen, die Grundschule und 
die Übermittagsbetreuung am Kölnberg beobachten Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern 
und  Jugendlichen. Übergewicht ist weiterhin eines der zentralen Themen im Bezug auf 
Kinder- und Jugendgesundheit. Das Gesundheitsamt der Stadt Köln weist dem Stadtteil 
Meschenich und hier insbesondere dem „Kölnberg" eine hohe Handlungspriorität zu.  
 
5. Daten und Fakten 
Im Stadtteil Meschenich sind 7.934 Einwohner*innen gemeldet. Davon haben 62,9 % eine 
Zuwanderungsgeschichte; bei Jugendlichen unter 18 Jahren liegt der Prozentsatz bei 77,7. 
Insgesamt wohnen rund 3.355 Menschen in der Hochhausanlage „Am Kölnberg". Nach 
offizieller Schätzung leben zusätzlich fast 1.000 Menschen unangemeldet und oftmals illegal 
dort. Insgesamt leben in dem Viertel Menschen aus rund 45 verschiedenen Nationen und 
mindestens 65 verschiedene Herkunfts- und Muttersprachen werden von ihnen gesprochen 
(Amt für Stadtentwicklung und Statistik Köln 2017). Die größten Zuzugsgruppen kommen 
derzeit aus dem Irak sowie aus Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Der Stadtteil ist mit 
seinem Quartier „Am Kölnberg“ der drittjüngste Stadtteil Kölns. 
Die Arbeitslosenquote im Stadtteil Meschenich liegt bei 21 %. In der Großwohnanlage liegt 
er bei 40,9% und ist damit signifikant höher als im Stadtdurchschnitt.

Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept)  
7  
Von den knapp 8.000 Bewohner*innen in Meschenich sind rund 1.100 älter als 65 Jahre; 
dem gegenüber fallen ca. 3.600 Menschen in die Altersgruppe bis 34 Jahre. Die Tendenz 
des demografischen Wandels ist wie in anderen Stadtteilen Kölns steigend.  
II. Lebensraum „Kölnberg“  – eine veränderte Sichtweise 
1. Grundlagen 
Auf diesem, hier beschriebenen Hintergrund wird der Kölnberg in der öffentlichen 
Wahrnehmung oft als defizitäres, hochgradig segregiertes Quartier mit multiplen,  
sozialen Problemlagen gesehen: „In der Hochhaussiedlung in Köln-Meschenich leben fast 
ausschließlich einkommensschwache Menschen mit Zuwanderungsgeschichte bzw. 
exkludierte Autochthone1“ – so der durchgängige Diskurs in Öffentlichkeit und der 
Stadtgesellschaft. 
 
Als ein wesentliches Ergebnis des Pilotprojektes „Lastbegrenzung statt Sperre. Pilotprojekt 
zur Bekämpfung von Energiearmut im Stadtteil Köln-Meschenich Kölnberg“ (Münch/Hauprich 
2015) – ein Kooperationsprojekt der Caritas Köln, der Sozialraumkoordination vor Ort, der 
Rheinenergie AG und der Hochschule Düsseldorf - ist ein Perspektivenwechsel zu sehen, 
der den Kölnberg nicht mehr einfach als Problem-, sondern als Möglichkeitsraum sieht und 
damit den Fokus stärker auf die Potentiale und Leistungen, die hier in einem 
„Ankunftsgebiet“ (vgl. Kurtenbach 2015) erbracht werden legt. Durch diesen 
Perspektivenwechsel ändert sich die Beschreibung des Kölnbergs positiv, aber auch die 
entsprechenden Handlungsmöglichkeiten für Soziale Arbeit und Politik! 
Als Ankommensstadtteil, in dem Menschen bleiben möchten, erfüllt der Stadtteil wichtige 
Funktionen. Diese sind nicht nur im Kontext der Zuwanderung nach Köln zu sehen. Hier neu 
Zuwandernde finden Anknüpfungspunkte personaler, institutioneller und virtueller Art (in 
erster Linie in Form von intraethnischen Netzwerken), die ihnen eine erfolgreiche 
Zuwanderung und Integration in die Kölner Stadtgesellschaft erleichtern. Diese Netzwerke – 
die erste wichtige Zugänge zu Arbeit, Wohnen, Bildung, Kultur und Stadtgesellschaft 
ermöglichen, sollten erkannt und gestärkt werden – eine Unterstützung durch externe 
Akteure ist hier angezeigt. 
Die Bewohner*innen und lokalen Akteure im Kölnberg wie Moscheegemeinden, 
Lebensmittelausgabe, Sozialraumkoordination, Wohlfahrtsverbände und Kirchengemeinden 
stehen hierbei vor großen Herausforderungen und bedürfen dringend der Unterstützung 
durch die Stadtgesellschaft. 
 
2. Lokale Netzwerke 
Im Stadtteil Meschenich besteht derzeit eine gute Vernetzungsstruktur zwischen den 
professionell tätigen Verbänden sowie Vereinen und der Stadtverwaltung. Der Arbeitskreis 
Soziales Meschenich - als Dach der Vernetzungsstruktur im Stadtteil - kann Informationen 
schnell und zielgerichtet allen relevanten Diensten und Einrichtungen weitergeben und 
notwendige Kooperationen anbahnen. In den themenbezogenen Arbeitskreisen, wie z.B. 
dem Arbeitskreis Kinder- und Jugendgesundheit und dem Arbeitskreis Sucht Meschenich, 
können fach- und amts- und ggf. auch dezernatsübergreifende Lösungen erarbeitet werden.

Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept)  
8  
Eine Schlüsselrolle kommt dem Caritasverband Köln zu, der der Träger der 
Sozialraumkoordination im Sozialraum ist. Neben der langjährigen Koordinierung der 
sozialräumlichen Arbeit hält der Caritasverband ein großes und bedarfsgerechtes Angebot 
an Bildungs- und sozialer Arbeit im Stadtteil vor und weist eine mehr als 20jährige Erfahrung 
im Aufbau unterschiedlicher bedarfsgerechter Projekte im Stadtteil auf. Derzeit bestehen 
neben den Angeboten des Fachdiensts für Integration und Migration fünf spezifische 
Projektstellen für Menschen aus Ost-und Mitteleuropäischen EU-Ländern. 
Folgende Kooperationspartner sind im Stadtteil tätig: 
Stadtteilbüro: Das Stadtteilbüro wird sehr stark von Eltern und Bewohnerinnen frequentiert. 
In der Sozialberatung werden die Anliegen mit den Menschen geklärt und ggf. 
Unterstützungsangebote, wie Formularhilfe, Antragstellung vorbereitet und Weiterleitungen 
zu Fachdiensten vorgenommen. 
Familienzentren und Kindertageseinrichtungen: Kontaktaufbau zu Eltern, Zusammenarbeit 
mit Fachdiensten wie Internationale Familienberatung (Caritasverband) und Mitarbeit in der 
Steuerung sowie Einsatzschwerpunkt der Stadtteilmütter und -vätergruppen sowie des 
städtischen Projekts Stadtteileltern werden von ihnen geleistet.  
Kompetenzagentur,  Jugendbüro: Kontaktaufbau zu Jugendlichen und ihren Familien, 
Kooperationen mit dem JobCenter Köln und anderen städtischen Stellen geben ihnen die 
Möglichkeit, schnell und bedarfsgerecht auf Beratungsanliegen junger Menschen zu 
reagieren. 
Katholische Kirchengemeinde Heilige Drei Könige Rondorf mit der Lebensmittelausgabe-
stelle "Brotkorb" und einer Kleiderkammer: Die beiden Angebote der Katholischen Kirche 
werden sehr stark von Bürger*innen aufgesucht. Die enge Zusammenarbeit erleichtert die 
Kontaktaufnahme zu den Zielgruppen und zur Aktivierung von Bewohner*innen im Kölnberg 
als Unterstützende in der Ausgabe. 
Wohnungsverwaltungen: Die Wohnungsverwaltungen sind für die Belegung der Wohnungen 
und die Pflege der Außenanlagen zuständig. Ziel der Kooperation ist die regelmäßige 
Absprache zu Maßnahmen und ggf. Weiterleitung von Schlüsselpersonen sowie die 
bewohnernahe Bedarfsermittlung. Ein regelmäßiger Austausch mit den Hausmeistern der 
Wohnanlage und anderen Schlüsselpersonen ermöglicht einen lebensnahen Einblick in die 
Alltagssorgen der Bewohner. 
Am für Kinder, Jugend und Familie / Gesundheitsamt / Jobcenter/ Amt für Soziales, Arbeit  
und Senioren: Sie können im Rahmen der Kooperation Menschen weiterleiten und 
Maßnahmen unterstützen. Eine wichtige Rolle kommt dabei dem Amt für Wohnungswesen 
zu. Die Vermittlung von Wohnungen außerhalb des Kölnbergs ist oft notwendig, um die 
familiären und ethnischen Unterstützerstrukturen vor Ort zu entlasten und die Zuwanderung 
in die Gesamtstadt zu ermöglichen. 
Bildungsträger Volkshochschule und Katholisches Bildungswerk Köln: Durchführung von 
Qualifizierungen, Grundbildungs- und insbesondere Sprachkursangeboten, Beschäftigungs- 
und Freizeitangeboten.

Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept)  
9  
Caritas-Zentrum Meschenich: Einbindung der vorhandenen Dienste zur Kontaktaufnahme zu 
Familien und Jugendlichen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier auf der Einbindung der 
ehrenamtlich tätigen Stadtteilmütter und Stadtteilväter sowie Stadtteileltern als Kultur-
Mittler*innen. Das Caritas-Zentrum bietet als Beratungseinrichtung täglich eine allgemeine 
Sozialberatung, die von allen Zielgruppen aufgesucht wird, das „Caritas-Jugendbüro für 
Arbeit und Beruf“, das Jugendliche und junge Erwachsene begleitet, die Projekte für 
Menschen aus mittel- und osteuropäischen EU-Ländern, die Internationale Familienberatung 
als anerkannte Erziehungsberatungsstelle sowie den Fachdienst für Integration und 
Migration, der mit mehreren Mitarbeitenden täglich in der Einrichtung vertreten ist und die 
Perspektivberatung für Menschen mit Fluchterfahrung. Das Haus ist auch Treffpunkt und 
bietet Raum, beispielweise für Eltern-Kind-Kurse, das Sonntagsfrühstück des Meschenicher 
Künstlernetzwerks, verschiedene Kurse für Senior*innen und Treffen des 
Seniorennetzwerks. Angebunden sind viele Angebote an die Seniorenberatung, die ebenfalls 
im Caritas-Zentrum vertreten ist. 
Jugendeinrichtung und Interkulturelles Zentrum am Kölnberg (Caritasverband): 
Freizeitpädagogische und Übermittagsbetreuung, umfangreiche Eltern- und Familienarbeit, 
soziale Gruppenangebote für Frauen und Schulvorbereitung für Kinder ohne Kita-Platz durch 
den Träger „Bildungssache“ werden hier angeboten. 
Jugendzentrum Meschenich: Die Einrichtung bietet ebenfalls eine wichtige und regelmäßige 
Anlaufstelle für Jugendliche, ihre Familien und stellt einen wichtigen Mittler bei der 
Kontaktaufnahme dar. Auch das Jugendzentrum bietet Sozialberatung, aufsuchende Arbeit 
im Stadtteil und unterschiedliche Bildungsangebote für Jugendliche und Erwachsene an. 
Jugendpflege Rodenkirchen: Sie stellt eine Schlüsselperson im Kontext der Kinder- und 
Jugendarbeit dar und leitet den Arbeitskreis „Jugend“ in Meschenich. 
Jobbörse Meschenich: Weiterleitung von Klient*innen und ggf. Angebote zur Arbeitssuche 
sowie Unterstützung der AG am Kölnberg fallen in ihr Aufgabenspektrum. 
Grundschule Im Süden: Kontaktaufbau zur Zielgruppe Eltern und Anbindung an Projekte im 
Kölnberg werden aktiv geleistet. Die Schule ist einer der wenigen Orte, an denen Kinder aus 
allen drei Wohnbereichen in Meschenich zusammen kommen. 
Spezial-Dienste: Hier können bei Bedarf wie z.B. Drogen- und Alkoholberatung, (Alexianer, 
Drogenhilfe Köln und Vision e.V.) und Beratung für Prostituierte (SKF e.V.) angefragt 
werden. Das Café Auszeit II des SKF bietet an zwei Tagen pro Woche eine Anlaufstelle und 
Schutzraum für Frauen in unterschiedlichen, schwierigen Lebenslagen.  
Ethnische Netzwerke: Selbstorganisationen der Zuwander*innen wie beispielsweise die 
Gebets- und Moscheegemeinschaften türkischstämmiger Muslime wurden über viele Jahre 
aufgebaut und etabliert. Neben den muslimischen Organisationen haben sich Gruppen mit 
afrikanisch-stämmigen Zuwander*innen gebildet.  
Lokalspezifische Strukturen: Für den gesamten Stadtteil gibt es einen Sportverein, zwei 
Bürgervereine, zwei Kultur- bzw. Karnevalsvereine, zwei Seniorenclubs und ein aktives 
Seniorennetzwerk.

Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept)  
10  
 
 
 
III. Das Projekt „Port Kölnberg - Veedelslotse“ 
1.  Ziele 
Mit dem Modellprojekt sollen für die je unterschiedlichen Lebenswelten und 
Bewohner*innengruppen im Kölnberg (Zugewanderte, Autochthone, Arrivierte) Bausteine 
lokaler Hilfen und Angebote entwickeln werden, die für die jeweiligen Bewohner*innen einen 
hohen Nutzen haben. Im Kontext der „Nutzerorientierung“ – ein aktueller Arbeitsansatz in der 
Sozialen Arbeit (vergl. Oelerich/Scharschuch 2005) – steht also der Nutzen der hier zu 
entwickelnden Angebote für die Bewohnerinnen des Kölnberg im Vordergrund. 
Die Entwicklung der einzelnen Bausteine kann daher folgerichtig nur in steter Rückkopplung 
mit den Menschen im Kölnberg erfolgen. Dabei können solche Bausteine in der Ansiedlung 
weiterer Beratungsstellen mit „Gehstrukturen“ der Wohlfahrtsverbände, Dienststellen der 
Stadtverwaltung und Arbeitsverwaltung, der Energieversorger und Wohnungsunternehmen 
usw. vor Ort, aber auch und vor allem in der Stärkung inter- und intraethnischer Netzwerke 
bestehen. 
Die Stärkung der Nachbarschaften und der ethnischen Netzwerke soll also primär dadurch 
erfolgen, dass an Hand der von ihnen formulierten Bedarfe externe Akteure (s.o.) 
entsprechende Unterstützungsbedarfe vor Ort anbieten. Diese Bausteine der 
Unterstützung können konkret wie folgt aussehen:  
- Energiearmut: Niedrigschwelliges Vor-Ort-Angebot des Energieversorgers zur 
schnellen Lösung von Problemfällen zur Verhinderung von Stromsperren; 
- Wohnungsnotfälle: Niedrigschwelliges Vor-Ort-Angebot der „Fachstelle Wohnen“ 
zur schnellen Lösung von Mietrückständen zur Verhinderung von Wohnungsnotfällen 
und Wohnungslosigkeit; 
- Grundsicherung: Niedrigschwelliges Vor-Ort-Angebot des „Jobcenter Köln“ und 
weiterer Behörden zur schnellen Lösung von Problemfällen zur Existenzsicherung; 
- Arbeit: Lokale Angebote der Beschäftigung, Qualifizierung und Sozialen Integration 
durch das Jobcenter, der Agentur für Arbeit Köln und der IHK / HWK; 
- Bildung: Lokale Angebote wie Sprachkurse, Fortbildung und Umschulung, 
Bildungsberatung durch „Amt für Weiterbildung“, Jobcenter, Agentur für Arbeit; 
- Selbsthilfeförderung: Beratungs- und Unterstützungsangebote für ethnische 
Netzwerke der unterschiedlichen Zuwanderergruppen durch die Kölner 
Wohlfahrtsverbände; Unterstützung der Gemeinwesenarbeit; 
- Translokale Strukturen: Beratungs- und Unterstützungsangebote für translokale 
ethnische Netzwerke spezifischer Zuwanderergruppen aus Südosteuropa; 
Die Stärkung des Ankommensstadtteils  kann also nicht allein dadurch erfolgen, dass die 
Netzwerke der Bewohner*innen des Kölnberg mit weiteren Aufgaben wie „Stärkung von 
Nachbarschaften“ oder „Mobilisierung des Bürgerschaftlichen Engagements“ (um nur einige 
Schlagwörter zu nennen) ausgeweitet werden. Denn die, in einer aktuellen Untersuchung

Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept)  
11  
erhobenen Bedarfe der Bewohner*innen des Kölnberg (Kargel 2019) haben erneut bestätigt, 
dass Items wie Sicherheit, Sauberkeit, Verkehrsanbindung, Arbeitsmöglichkeiten usw. nicht 
alleine durch die Menschen vor Ort bewältigt werden können, sondern dass hier die Politik, 
Verwaltung und Stadtgesellschaft gefordert sind. 
Diese zielgerichtete Unterstützung von „Ankunftsräumen“ ist dabei keine kurzfristige 
Strategie. Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft sollten verstehen, dass eine 
Einwanderungsgesellschaft langfristig solche Unterstützungsstrukturen bereitstellen muss. 
Im gesamten Projektkontext kommt der Sozialraumkoordination des Caritasverbandes Köln 
– sie ist bereits seit mehreren Jahren vor Ort als intermediäre Instanz in der Arbeit mit den 
Bewohner*innen und Multiplikator*innen tätig – dabei eine zentrale Rolle in der 
Weiterentwicklung des Stadtteils zu: Sie ist Motor und Kristallisationspunkt des 
Modellprojektes „Port Kölnberg - Veedelslotse“. Nur mit Hilfe ihrer Netzwerke, Erfahrungen, 
Women- und Manpower kann der „Veedelslotse“ erfolgreich sein! 
 
2. „Veedelslotse“ – Aufgaben und Funktionen 
Auf der Folie der hier vorgestellten Konzeption und der vorliegenden Studien – hier vor allem 
die Empfehlungen aus dem Pilotprojekt zur Energiearmut im Kölnberg (Münch / Hauprich 
2015 und Farwick 2009) – kommt dem Veedelslotsen die zentrale Aufgabe der Vernetzung 
zwischen den Bewohner*innen des Kölnberg, den Netzwerken vor Ort und den externen 
Akteuren wie Energieversorger, Wohnungsunternehmen, Agentur für Arbeit, Jobcenter, Amt 
für Soziales, Arbeit und Senioren, Amt für Kinder, Jugend und Familie, Volkshochschule / 
Amt für Weiterbildung usw. im Kontext von Arbeit, Bildung, Sprache, Soziale Sicherung, 
Wohnraum, Erziehung usw. zu. 
So kann der „Veedelslotse“ mit folgenden spezifischen Aufgaben beschrieben werden: 
- Ansiedlung der „Veedelslotsin“ /des „Veedelslotsen“ lokal vor Ort im Kölnberg 
mit folgenden Aufgaben: 
o Aufsuchende Ansprache und Beratung der Bewohner*innen des Kölnberg als 
offene/r Ansprechpartner*in für alle Themen mit besonderen Schwerpunkten: 
Klärende Gespräche, Information und Begleitung ist ebenso möglich wie die 
Zusammenarbeit mir Einrichtungen wie Energieversorgern, 
Wohnungsunternehmen, Agentur für Arbeit, Jobcenter, Amt für Soziales, 
Arbeit und Senioren, Amt für Kinder, Jugend und Familie, Volkshochschule / 
Amt für Weiterbildung usw. in allen Fragen im Kontext von Arbeit, Bildung, 
Sprache, Soziale Sicherung, Wohnraum, Erziehung uvm.  
o Problemlösung zusammen mit Leistungsträgern (Jobcenter, Amt für Soziales, 
Arbeit und Senioren, Agentur für Arbeit) in allen Fragen der Grundsicherung 
und des Zugangs zu Arbeit, 
o Begleitung zur Sozialberatung der Caritas und des Jugendzentrums vor Ort 
und weiterer Fachberatungen, 
o Einbindung der Zuwander*innen – Netzwerke durch Bedarfserhebung, 
Bedarfsbeschreibung und Realisierung von Kooperationsprojekten mit 
externen Akteuren,

Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept)  
12  
o Verknüpfung der Migrant*innenselbstorganisationen, Moscheegemeinden 
usw. mit den Kirchengemeinden und lokalen bürgerschaftlichen Strukturen zur 
Entwicklung emergenter transethnischer Bürgerschaften (Prinz Ali I), 
o Entwicklung weiterer Angebote zur Integration durch Arbeit (Projekte lokaler 
Ökonomie wie z.B. „Innovation-Hubs1“ in Zusammenarbeit mit den 
Bewohner*innen und dem interdisziplinärem Forschungsverbund INLUST der 
Hochschule Düsseldorf HSD). 
o Entwicklung von Ideen und Voraussetzungen für neue, eigenständige 
Organisations- und Beteiligungsformen für alle Menschen im Stadtteil. 
Vorstellbar sind partizipativ entwickelte Formen bürgerschaftlichen 
Engagements, die die Verbesserung des Lebens- und Wohnumfeldes und 
damit der Lebenssituation bestimmter Zielgruppen wie Kinder, Jugendliche, 
Familien, Senior*innen und von besonders problematischen Entwicklungen 
betroffene Menschen zum gemeinsamen Ziel verbinden. Viele sinnvolle 
Versuche und Anknüpfungspunkte hat es bereits im Stadtteil gegeben 
(Fahrradwerkstatt, Projekte zur Wohnumfeld-Verschönerung, Entmüllung 
u.ä.). Offenbar waren diese Projekte bislang noch zu wenig auf die 
tatsächlichen Bedürfnisse und Möglichkeiten zur Selbstentwicklung der 
Menschen ausgerichtet. Das Projekt „Veedelslotse“ bietet hierbei jedoch 
durch seine Projektdauer und die bereits im Stadtteil aufgebauten Strukturen 
eine bessere Ausgangslage zur Förderung von Eigenengagement und 
Zugang zu Beteiligungsformen für viele unterschiedliche Menschen. Durch die 
wissenschaftliche Untersuchung können zudem die, tatsächlich in diesem 
speziellen Sozialraum sinnvollen und gewünschten Aktivitäten sicher 
herausgearbeitet werden. Dies verspricht Handlungssicherheit und 
Absehbarkeit der Wirkungen einzelner Aktivierungsformen. 
o Der „Veedelslotse“ oder die „Veedelslotsin“ nimmt in ihrer / seiner 
außergewöhnlich vernetzten Arbeitsweise eine weitere Funktion ein: Neue 
Projekte und Maßnahmen, die sich derzeit noch in der Planungsphase 
befinden, können durch das hier vorgestellte Projekt direkt auf aktuelle 
Informationen und Ergebnisse zu Bewohnerschaft, Problemlagen und 
Entwicklungsbedarf aufgebaut werden. 2 
Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass Kompetenzen im Kontext der Sprach- und 
Kulturmittlung grundlegende Werkzeuge des Veedelslotsen bzw. der Veedelslotsin 
darstellen.  
 
 
 
1 „Innovation-Hubs“ meint hier in der Vernetzung mit der Hochschule Düsseldorf die Verbindung von Betrieben 
(Arbeitgebern), Sozialverbänden (Arbeitsvermittlung, Qualifizierung), Behörden und Akteur*innen vor Ort sowie 
wissenschaftlicher Begleitungsteams und beteiligten Bewohner*innen zum Aufbau einer lokalen Ökonomie mit 
entsprechenden Arbeitsplätzen. 
2Die Ausschreibung  „Büro für Quartiersmanagement Köln-Meschenich“ wurde beispielsweise am 30.05.2019 
veröffentlicht.

Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept)  
13  
Organisiert und koordiniert wird das Projekt durch den Caritasverband für die Stadt Köln, 
angebunden an die Sozialraumkoordination. Eine Steuerungsgruppe wird unter anderem mit 
folgenden Teilnehmer*innen besetzt: Städtische / behördliche Vertreter*innen: Amt für 
Soziales, Arbeit und Senioren u.a., Caritasverband für die Stadt Köln e.V., Hochschule 
Düsseldorf HSD, Vertreter*innen der Bewohner*innenschaft sowie einzelne 
Schlüsselpersonen und Akteur*innen. 
Die „Veedelslotsin“ oder der „Veedelslotse“ soll mit einem Team aus Honorarmitarbeitenden, 
Ehrenamtlichen und Kolleg*innen aus seinem Team möglichst die Sprachen der 
Hauptzuzugsgruppen der Wohnanlage sprechen.  
 
3. Zeitplanung 
In der ersten Jahreshälfte 2019 soll der „Veedelslotse“ implementiert werden und mit seiner 
Arbeit in den oben benannten Bereichen beginnen. Der Anstellungsträger ist dabei - wie im 
Pilotprojekt „Energielotse“ - der Caritasverband für die Stadt Köln. 
Das von Oktober 2016 bis April 2017 durchgeführte Pilotprojekt „Energielotse“ spielt dabei 
eine wichtige Rolle, denn die hier erhobenen Daten und gewonnenen methodischen und 
methodologischen Erfahrungen sollen als Grundlage zur Weiterentwicklung des gesamten 
Modellprojektes genutzt werden. Die hier bereits durchgeführte und erprobte Kooperation der 
Sozialraumkoordination mit der wissenschaftlichen Begleitung garantiert in ihrer Fortführung 
im Projekt „Veedelslotse“ die Implementation der notwendigen Forschungsexpertise und die 
notwendige wissenschaftliche Konzept- und Diskursqualität im Modellprojekt. Parallel zum 
Projektbeginn werden dazu Expertengespräche und Interviews im Projektkontext 
durchgeführt; danach ist dann der Einsatz weiterer Forschungsinstrumente (s.u.) 
vorgesehen. 
 
4. Wissenschaftliche Begleitung in der Praxis 
In Kooperation mit der Hochschule Düsseldorf HSD werden dabei folgende 
Forschungssegmente durchgeführt: 
- Monitoring des Gesamtprojektes hinsichtlich der Aufgabenentwicklung, 
Zielbeschreibung und Zielerreichung; 
- Erhebung der notwendigen quantitativen und qualitativen Daten im Kontext des 
Modellprojektes,  
- Entwicklung der Instrumente zur Erhebung der Bewohnerbedarfe und Begleitung der 
Durchführung; 
- die kooperative Fortentwicklung des Gesamtkonzeptes zur Förderung der Stadtteils 
als Ankommensstadtteil; 
- die wissenschaftliche Begleitung des Konzeptes durch einen entsprechenden wiss. 
Beirat, 
- die Auswertung und Berichterstattung.

Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept)  
14  
Nach den bisherigen Erfahrungen in nutzerorientierten Forschungsprojekten (vgl. 
Münch/Hauprich 2015) und im Pilotprojekt „Energielotse“ (Münch 2017) liegt der Fokus der 
Forschung auf dem Einsatz vom „Mixed Methods“ – also der Verwendung qualitativer und 
quantitativer Methoden im Sinne einer Methodentriangulation.  
Neben Experteninterviews, Bewohnerinterviews und Befragungen mit Fragebögen kommt 
dabei dem Instrument „Fokusgruppen mit Bewohner*innen“ ein hoher Stellenwert zu; denn 
die Bewohner*innen des Kölnberg liegen im Zentrum einer nutzerorientierten Befragung. 
 
5. Projektphasen 
In einer ersten dreimonatigen Phase werden die Mitarbeitenden im Projekt „Veedelslotse“ die 
Gremien und Netzwerke kennenlernen. Sie werden ihre aufsuchende Beratungstätigkeit und 
die Erkundung der Lebenswelten der Menschen mit ihren Fragestellungen und Problemen 
aber auch in ihren Ressourcen und Potenzialen aufnehmen. 
Ihr Arbeitsort wird in einem flexibel für Gesprächsrunden, Gruppenangebote und 
Beratungssituationen zu nutzenden Büro direkt am Kölnberg eingerichtet. 
Unterstützt werden sie dabei durch: 
 Caritas Köln, durch die Teamleitung der Einrichtungen in Meschenich erfolgt eine 
systematische Einarbeitung in die aufsuchende beratende Tätigkeit,  SGB- und 
weitere für die Tätigkeit notwendige Gesetzesgrundlagen, technische und 
organisatorische Einweisungen werden vorgenommen und die fachlichen 
Einsatzmethoden festgelegt. Die Zusammenarbeit mit der Hochschule Düsseldorf 
wird strukturell und praktisch aufgenommen. 
 
 Sozialraumkoordination als Kontakt- und Verbindungsperson zu Netzwerken, 
Akteur*innen und behördlichen Vertreter*innen wird die Mitarbeitenden vorstellen und 
strukturell einbeziehen. 
 
 Team des Interkulturellen Zentrums Meschenich als fachliche Netzwerker*innen und 
im Kontaktaufbau zu Bewohner*innen und Begleiter*innen der fachlichen 
Einarbeitung. 
In dieser Phase soll ein erstes Steuerungsgruppentreffen stattfinden. Das Projekt wird 
konkret vorgestellt und die beständige Involvierung der Kooperationspartner aufgebaut. 
Zum Ende der ersten Phase wird eine Überprüfung der einzelnen Einarbeitungsschritte 
vorgenommen. 
In der zweiten Phase wird das Projekt implementiert. Sie stellt die Hauptphase des Projekts 
dar und umfasst 2 Jahre. Die Mitarbeitenden sind vernetzt und arbeiten kooperierend mit 
- Bewohner*innen in Einzelberatungen und -begleitungen und Gruppentreffen und  
-angeboten 
- Netzwerkpartner*innen

Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept)  
15  
- Behörden 
- Hochschule Düsseldorf 
 
Mindestens halbjährlich finden Steuerungsgruppentreffen statt. Weitere Gremienmitarbeit 
und Anknüpfung des Projekts an Initiativen, Organisationen, behördliche und 
wissenschaftliche Verbindungsorte in der Stadtgesellschaft sollen aufgebaut werden. Für 
den erfolgreichen Projektverlauf ist die positive Öffentlichkeitsarbeit ebenso unerlässlich wie 
seine Ausgestaltung in zusätzlichen Projekttagen, Nutzung als Lernfeld für Akteur*innen der 
Stadtgesellschaft und ggf. weiterer Kreise. 
Die dritte Phase des Projekts beinhaltet die Evaluierung des Projekts und der Sicherung der 
Verstetigung der, im Projektverlauf begonnenen Einzelprojekte, ihrer Wirkung im Stadtteil 
wie besondere Kooperationen und der Ergebnissicherung.  
 
6. Nachhaltigkeit 
Die entwickelten Angebote und die speziellen Wirkungen des Projekts werden unter 
Einbeziehung und Mitwirkung von Kooperationspartner*innen wie Sozialverbände, 
Bildungsträger, Behörden, Akteur*innen und den Bewohner*innen in eine sinnvolle 
Verstetigung überführt. 
Die im Projektverlauf erkennbaren Zusammenhänge und Bedarfe des Stadtteils werden 
wissenschaftlich evaluiert und dargestellt. Aus den Erkenntnissen lassen sich Anhaltspunkte 
und Hinweise für die zukünftige Gestaltung von Angebotsstrukturen formulieren. 
 
7. Kostenplanung 
Die Gesamtkosten für das Modellprojekt „Veedelslotse“ setzen wie folgt zusammen.  
 
Personalkosten Veedelslotsen (2 halbe Stellen) einschl. Overhead: 67.000 € / p.a. 
Honorare für Projektmitarbeitende:        3.500 € / p.a. 
Projektraum, Büro, Arbeitsplätze, Miete:        7.500 € / p.a. 
Material, Ausstattung Projekte, Veranstaltungen:      4.000 € / p.a.  
Wissenschaftliche Begleitung HSD:        7.000 € / p.a. 
Gesamtkosten pro Jahr:       89.000 / p.a.

Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept)  
16  
 
 
 
 
___________________________________________________________________ 
Literatur: 
DAM (Deutsches Architekturmuseum) & Something Fantastic, 2016: „Making Heimat. Germany, 
Arrival Country.“ http://www.makingheimat.de/#home, 2017 
Farwick, Andreas. 2009: Segregation und Eingliederung. Wiesbaden VS Verlag..  
Farwick, Andreas (2012) “Segregation”, in F. Eckardt (Ed.) Handbuch Stadtsoziolo gie. VS. S. 381–
421. Wiesbaden: Springer. 
Friedrichs, Jürgen. 2014: Armut und räumliche Polarisierung: Bremen und Köln. S. 45 -64 in: Peter A. 
Berger, Carsten Keller, Andreas Klärner und Rainer Neef (Hg): Urbane Ungleichheiten. Neue 
Entwicklungen zwischen Zentrum und Peripherie. Wiesbaden, Springer VS. 
Kargel, Kessie. 2019: Welchen Schutzraum bietet der Kölnberg ethnischen Minderheiten? 
Unveröffentlichte BA-Thesis am FB 06 der HSD. Düsseldorf. 
Kurtenbach, Sebastian (2015) „Ankunftsgebiete – Segregation als Potential nutzen“, in A. El-
Mafaalani, S. Kurtenbach und K.P. Strohmeier (Hrsg.) Auf die Adresse kommt es an…Segregierte 
Stadtteile als Problem- und Möglichkeitsräume begreifen. S. 306-328. Weinheim. 
Münch, Thomas, K. Hauprich. 2015: Lastbegrenzung statt Sperre. Pilotprojekt zur Bekämpfung von 
Energiearmut im Stadtteil Köln-Meschenich (Kölnberg).Abschlussbericht. Köln. 
Münch, Thomas. 2017: Projektbericht Energielotse. Düsseldorf. 
Oelerich, Gertrud/Andreas Schaarschuch. 2005: Soziale Dienstleistungen aus Nu tzersicht. Zum 
Gebrauchswert Sozialer Arbeit. Reinhardt Verlag. 
Saunders, Doug. 2011: Arrival City: Über alle Grenzen hinweg ziehen Millionen Menschen vom Land 
in die Städte - von ihnen hängt unsere Zukunft ab. München Blessing Verlag.  
Schmidt, Katharina, 2018, „Arrival Cities – Ankommen in Deutschland?“, Bundeszentrale für politische 
Bildung, link: http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/stadt-und-gesellschaft/216878/konzept-
ankunftsstadt-?p=all 
Stadt Köln. 2016: Amt für Stadtentwicklung und Statistik. Datenblatt Kölnberg

Beschlussvorlage Ausschuss

9470 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
V/50 
 
Vorlagen-Nummer 
 2126/2019 
Freigabedatum 21.06.2019 
  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Förderung des Projektes "Port Kölnberg - Veedelslotse" 
Beschlussorgan 
Ausschuss Soziales und Senioren Finanzausschuss 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Der Ausschuss für Soziales und Senioren beschließt die Förderung des Projektes „Port Kölnberg – 
Veedelslotse“ mit Gesamtkosten i.H.v. 267.000 € für die Jahre 2019 – 2021 und beauftragt die Ver-
waltung mit der Auszahlung der Zuschüsse i.H.v. 89.000 € an den Caritasverband für die Stadt Köln 
e.V. im jeweiligen Haushaltsjahr. 
 
Der Finanzausschuss beschließt die Freigabe von Kassenmitteln in Höhe von 89.000 €, Hj. 2019 im 
Teilergebnisplan 0504, Freiwillige Soziale Leistungen und Hilfen, in Zeile 15 - Transferaufwendungen 
und verzichtet für die Folgejahre auf einen erneuten Freigabebeschluss. 
 
 
 
Ausschuss Soziales und Senioren 24.06.2019 
Finanzausschuss 25.06.2019

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
 Ja, investiv Investitionsauszahlungen         € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja            % 
 Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme  89.000 € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja            % 
Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: 2020 ff. 
a) Personalaufwendungen    70.500 € 
b) Sachaufwendungen etc.    18.500 € 
c) bilanzielle Abschreibungen         € 
Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Erträge          € 
b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten         € 
Einsparungen: ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
Beginn, Dauer        
 
 
Begründung: 
Im Rahmen der Haushaltsplanberatungen hat der Rat in seiner Sitzung am 07.11.2017 beschlossen, 
für die Bezuschussung des Projektes „Port Kölnberg – Veedelslotse“ Mittel in Höhe von 89.000,- € in 
den Haushaltsplan 2018 einzustellen und im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanung fortzuschrei-
ben. 
Der Caritasverband für die Stadt Köln e.V. ist seit vielen Jahren in unterschiedlichen Bereichen sozia-
ler Arbeit im Stadtteil Meschenich tätig. Neben der langjährigen Trägerschaft für die Sozialraumkoor-
dination in Rondorf und Meschenich hält der Verband ein großes Spektrum verschiedener Bildungs- 
und Beratungsangebote im Stadtteil vor. Er weist eine mehr als 20jährige Erfahrung im Aufbau unter-
schiedlicher bedarfsgerechter Projekte insbesondere in der Großwohnsiedlung „Am Kölnberg“ auf. 
In den Jahren 2013 – 2015 setzte der Caritasverband für die Stadt Köln e.V. das Pilotprojekt „Lasten-
begrenzung statt Sperre“ zur Bekämpfung von Energiearmut im Stadtteil Meschenich - Kölnberg so-
wie das Folgeprojekt „Energielotse“ in Kooperation mit der Rheinenergie AG und der Hochschule 
Düsseldorf um. Gefördert wurden die Projekte durch die RheinEnergie Stiftung. Durch die Anbindung 
an die Sozialraumkoordination wurden eine gute Vernetzung mit den anderen sozialen und institutio-
nellen Akteuren vor Ort sowie die fachliche Verknüpfung mit den Caritaseinrichtungen gewährleistet. 
Der überwiegende Teil der Bewohner und Bewohnerinnen der Großwohnanlage „Am Kölnberg“ hat 
Migrationshintergrund und ist von Armut betroffen oder lebt an der Armutsgrenze. In den letzten Jah-
ren sind vermehrt Menschen aus dem Irak zugezogen. 
Die derzeit größte Zuzugsgruppe setzt sich aus Menschen unterschiedlicher süd- und osteuropäi-
scher Länder, davon am meisten aus Rumänien und Bulgarien kommend, zusammen. 
Im Rahmen des Projektes „Energiearmut“ konnte durch aufsuchende soziale Arbeit ein guter Zugang 
zu den unterschiedlichen Communities hergestellt werden, die in der Wohnanlage mit mehr als 4000 
Menschen aus über 65 Herkunftsländern leben. Eine wissenschaftliche Projektbegleitung erfolgte 
durch die Hochschule Düsseldorf in Form von Sozialraumanalysen, Prozesskarten, Leitfaden- und 
Experteninterviews.

3 
Die Ergebnisse der beiden durchgeführten Pilotprojekte stellen wichtige Anhaltspunkte und Daten 
bereit, die einen besonderen Handlungsbedarf zum Aufbau von unterstützenden Nachbarschaften 
und zur Integration neuer Bewohnerinnen und Bewohner in das Gemeinwesen erkennen lassen. Da-
bei bedarf es einer kultursensiblen, mittelnden und niederschwelligen Unterstützung, um eine nach-
haltige Verbesserung der Lebenswelten zu erzielen. 
Als weiteres Ergebnis der Projekte ist ein Perspektivenwechsel zu sehen, der die Siedlung „Am Köln-
berg“ als Problem- und Möglichkeitsraum sieht und damit den Fokus stärker auf die Potentiale und 
Leistungen setzt, die hier erbracht werden. 
Auf die gewonnenen Erkenntnisse aufbauend entstand das Konzept „Port Kölnberg - Veedelslotse“ 
des Caritasverbandes für die Stadt Köln e.V. (Anlage), das sich ressourcenorientiert auf die Verbes-
serung der Lebensbedingungen fokussiert, mit dem Ziel, dass die Bewohnerinnen und Bewohner ihr 
Stadtviertel für lebenswert befinden. 
 
Ziele des Projektes 
Mit dem Projekt sollen für die je unterschiedlichen Lebenswelten und Gruppen der Bewohnerschaft im 
Kölnberg Bausteine lokaler Hilfen und Angebote entwickelt werden, die für die jeweiligen Bewohne-
rinnen und Bewohner einen hohen Nutzen haben. 
 
Die Entwicklung der einzelnen Bausteine kann daher folgerichtig nur in steter Rückkopplung mit den 
Menschen des Kölnberg erfolgen. Dabei können solche Bausteine in der Ansiedlung weiterer Bera-
tungsstellen mit „Gehstrukturen“ der Wohlfahrtsverbände, Dienststellen der Stadtverwaltung und Ar-
beitsverwaltung, der Energieversorger und Wohnungsunternehmen usw. vor Ort, aber auch und vor 
allem in der Stärkung inter- und intraethnischer Netzwerke bestehen. 
Die Stärkung der Nachbarschaften und der ethnischen Netzwerke soll also primär dadurch erfolgen, 
dass anhand der von ihnen formulierten Bedarfe externe Akteure entsprechende Unterstützungsbe-
darfe vor Ort anbieten. Diese Bausteine der Unterstützung können konkret wie folgt aussehen:  
- Energiearmut: Niedrigschwelliges Vor-Ort-Angebot des Energieversorgers zur schnellen Lö-
sung von Problemfällen zur Verhinderung von Stromsperren; 
- Wohnungsnotfälle: Niedrigschwelliges Vor-Ort-Angebot der Fachstelle Wohnen zur schnel-
len Lösung von Mietrückständen zur Verhinderung von Wohnungsnotfällen und Wohnungslo-
sigkeit; 
- Grundsicherung: Niedrigschwelliges Vor-Ort-Angebot des „Jobcenter Köln“ und weiterer Be-
hörden zur schnellen Lösung von Problemfällen zur Existenzsicherung; 
- Arbeit: lokale Angebote der Beschäftigung, Qualifizierung und sozialen Integration durch das 
Jobcenter, der Agentur für Arbeit Köln und der IHK / HWK; 
- Bildung: lokale Angebote wie Sprachkurse, Fortbildung und Umschulung, Bildungsberatung 
durch „Amt für Weiterbildung“, Jobcenter, Agentur für Arbeit; 
- Selbsthilfeförderung: Beratungs- und Unterstützungsangebote für ethnische Netzwerke der 
unterschiedlichen Zuwanderergruppen durch die Kölner Wohlfahrtsverbände; Unterstützung 
der Gemeinwesenarbeit; 
- Translokale Strukturen: Beratungs- und Unterstützungsangebote für translokale ethnische 
Netzwerke spezifischer Zuwanderergruppen aus Südosteuropa; 
 
Aufgaben und Funktion des Veedelslotsen 
Dem Veedelslotsen kommt die zentrale Aufgabe der Vernetzung zwischen den Bewohnerinnen und 
Bewohnern des Kölnberg, den Netzwerken vor Ort und den externen Akteuren wie Energieversor-
gern, Wohnungsunternehmen, der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter, dem Amt für Soziales, Arbeit 
und Senioren, dem Amt für Kinder, Jugend und Familie, der Volkshochschule, dem Amt für Weiterbil-
dung etc. im Kontext von Arbeit, Bildung, Sprache, Soziale Sicherung, Wohnraum, Erziehung usw. 
zu.

4 
 
Projektumsetzung 
Zu Beginn des Projekts in 2019 lernen die Mitarbeitenden im Projekt in einer ersten dreimonatigen 
Phase die Gremien und Netzwerke kennen. Sie nehmen ihre aufsuchende Beratungstätigkeit und die 
Erkundung der Lebenswelten der Menschen mit ihren Fragestellungen und Problemen, aber auch in 
ihren Ressourcen und Potenzialen auf. 
 
Darauf aufbauend wird in der zweiten Phase das Projekt implementiert. Sie stellt die Hauptphase des 
Projekts dar. Die Mitarbeitenden sind vernetzt und arbeiten kooperierend mit 
- Bewohnerinnen und Bewohnern in Einzelberatungen und -begleitungen sowie Gruppentreffen 
und -angeboten 
- Netzwerkpartnern 
- Behörden sowie 
- der Hochschule Düsseldorf. 
Die dritte Phase des Projekts beinhaltet die Evaluation des Projekts und die Sicherung der Versteti-
gung der im Projektverlauf begonnenen Einzelprojekte, deren Wirkung im Stadtteil wie besondere 
Kooperationen sowie die Ergebnissicherung.  
Die entwickelten Angebote und die speziellen Wirkungen des Projekts werden unter Einbeziehung 
und Mitwirkung von Kooperationspartnern wie Sozialverbänden, Bildungsträgern, Behörden, Akteuren 
und der Bewohnerschaft in eine sinnvolle Verstetigung überführt. 
Die im Projektverlauf erkennbaren Zusammenhänge und Bedarfe des Stadtteils werden wissenschaft-
lich evaluiert und dargestellt. Aus den Erkenntnissen lassen sich Anhaltspunkte und Hinweise für die 
zukünftige Gestaltung von Angebotsstrukturen formulieren. 
 
 
Zur Dringlichkeit: 
 
Die Vorlage in den Ausschuss für Soziales und Senioren und in den Finanzausschuss erfolgt verfris-
tet. Eine Entscheidung in den nächsten Sitzungsterminen hätte einen verspäteten Beginn der Maß-
nahme zur Folge.  
 
 
Anlage 
Konzept „Port Kölnberg - Veedelslotse“ des Caritasverbandes für die Stadt Köln e.V.

Beratungsverlauf (2)

24.06.2019 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 5.2 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ohne Votum in nachfolgende Gremien

Zur Sitzung
08.07.2019 Finanzausschuss
TOP 10.33 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (6)

  • Alte Brühler Straße 10
  • Brühler Landstraße
  • Am Kölnberg
  • An der Fuhr
  • Straße 10
  • Am Rande

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
2126/2019
Typ
Beschlussvorlage Ausschuss
Datum
21.06.2019
Erstellt
13.06.2019 13:31