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Förderung des Projektes "Port Kölnberg - Veedelslotse"

Beschlussvorlage Ausschuss 2126/2019 vom 21.06.2019

Stand: Am 08.07.2019 im Finanzausschuss ungeändert beschlossen.

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    Dezernat, Dienststelle V/50 Vorlagen-Nummer 2126/2019 Stand: 11.07.2023 Sachstandsbericht Förderung des Projektes "Port Kölnberg - Veedelslotse" Status in Bearbeitung erledigt Aktueller Bearbeitungsstand: Das Projekt „Port Kölnberg - Veedelslotse“ ist zum 30.11.2021 beendet worden. In der Sitzung am 10.09.2020 hat der Rat der Stadt Köln die Ausweitung des Förderpro- gramms Gemeinwesenarbeit beschlossen (Vorlage-Nr. 4455/2020). Das Projekt Port Kölnberg – Veedelslotse wurde durch die räumliche Ausweitung der Gemein- wesenarbeit auf dieses städtische Quartier abgelöst. Im Rahmen der Gemeinwesenarbeit wird der konzeptionelle Ansatz des Veedelslotsen mit aufgegriffen, fortgeführt und weiterentwickelt.
  • Veedelslotse 2019-06-11 final

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    „Port Kölnberg – Veedelslotse“ Konzept Caritasverband für die Stadt Köln e.V. 2019 Alte Brühler Straße 10 und 12 mit Stadtteilbüro, Übermittagsbetreuung, Treffs und Angeboten für Familien Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept) 2 Inhalt I. Das Projekt „Port Kölnberg – Veedelslotse“ und seine Voraussetzungen 1. Einleitung Seite 3 2. Der Stadtteil Meschenich - Bauliche Gegebenheiten - Infrastruktur - aktuelle Veränderungen Seite 4 3. Der Kölnberg Seite 5 4. Die Bewohner*innenstruktur Seite 6 5. Daten und Fakten Seite 6 II. Lebensraum Kölnberg – eine veränderte Sichtweise 1. Grundlagen Seite 7 2. Lokale Netzwerke Seite 7 III. Das Projekt „Port Kölnberg - Veedelslotse“ 1. Ziele Seite 10 2. „Veedelslotse“ – Aufgaben und Funktionen Seite 11 3. Zeitplanung Seite 13 4. 5. Wissenschaftliche Begleitung in der Praxis Projektphasen Seite 13 Seite 14 6. 7. Nachhaltigkeit Kostenplanung Seite 15 Seite 15 Literatur Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept) 3 I. Das Projekt „Veedelslotse“ und seine Voraussetzungen 1. Einleitung Dem vorliegenden Konzept liegen zwei unterschiedliche Projekt-Ansätze zugrunde, die im Stadtteil Köln-Meschenich unter der Beteiligung von Kooperations- und Netzwerkpartner*innen miteinander verbunden werden: - Eine konkrete aufsuchende soziale Tätigkeit mit dem Ziel, die Lebenssituation der Menschen zu verbessern und - die wissenschaftliche Begleitung durch die Hochschule Düsseldorf mit der Zielsetzung, die Lebensbedingungen im Stadtteil, Problemlagen und Veränderungsbedarf zu analysieren und das Projekt zu evaluieren. Die „Veedelslotsin“ oder der „Veedelslotse“ wird bei der Sozialraumkoordination angebunden und entwickelt das Projekt unter Einbeziehung der vorhandenen Vernetzungsstruktur im Stadtteil. Eine Steuerungsgruppe, die sich aus Vertreter*innen wissenschaftlicher, politischer und weiterer fachkundiger Positionen, Ämter und Aufträge zusammensetzt, begleitet das Projekt. Eine wirkungsvolle Öffentlichkeitsarbeit wird eingesetzt, um die Transparenz des Projektaufbaus und der Ergebnisse sowie Lobbyarbeit für den Stadtteil und seine Bewohner*innen zu erzielen. Eine positive Sichtweise auf das lebendige und durchaus mit vielen Ressourcen ausgestattete Viertel liegt dem Projekt zugrunde und soll dadurch gleichzeitig transportiert werden. Ziel des Projekts ist es im ersten Schritt, die Bewohnerinnen und Bewohner zu Wort kommen zu lassen und ihre Wünsche im Hinblick auf die Verbesserung ihres Lebensumfeldes zu erfahren. Die Ergebnisse der breit angelegten wissenschaftlichen Befragung und teilnehmenden Beobachtung werden zur Verfügung gestellt und können im Rahmen des Projekts zum Teil bereits ein- und umgesetzt werden. Sie sollen für die soziale, bauliche und infrastrukturelle Weiterentwicklung des Viertels eine sinnvolle Basis schaffen. Der Stadtteil Meschenich wird hier nicht defizit- sondern ressourcenorientiert erkundet. Er wird unter dem Blickwinkel eines Ankommensstadtteils betrachtet, wobei der Aspekt des Bleibens seiner Bewohner*innen fokussiert wird (vgl. Schmidt, Katharina 2018)1. Die Verbesserung der Lebensbedingungen beinhaltet die Stärkung und den Ausbau sogenannter „positiver Haltefaktoren“, die Menschen zum Bleiben veranlassen. Die Tätigkeit des „Veedelslotsen“ sieht zunächst eine aufsuchende soziale Arbeit vor, da sich diese Methode bewährt hat: Die Menschen in ihrem Lebensumfeld kennen zu lernen und eine tragfähige Kooperationsbasis aufzubauen. Ausschließlich reine „Komm-Strukturen“ aufrecht zu erhalten – wie sie für bestimmte Fachdienste und Institutionen notwendig sind – führt vielfach zum Ausschluss bestimmter Zielgruppen. Das Projekt soll jedoch inklusiv und integrativ wirken. Die Projekttätigkeit unterscheidet sich deutlich von „Streetwork“. Sie verfolgt das längerfristige Ziel, Menschen im Stadtteil zusammen zu bringen und mit ihnen gemeinsam Aktivitäten, beispielsweise im Rahmen einer noch zu entwickelnden Gemeinwesenarbeit im Stadtteil, zu entwickeln. 1 Meschenich gilt als Ankommensstadtteil, weil hier Menschen vieler unterschiedlicher Nationalitäten wohnen. Für Stadtteile dieser besonderen Zusammensetzung wird in der Sozialen Arbeit allgemein die Literaturgrundlage von Dough Saunders gewählt. Die Faktoren, die ihr Bleiben unterstützen, sollen durch das Projekt gestärkt werden (vgl. DAM, 2016). Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept) 4 Die aufsuchende ist mit der wissenschaftlichen Arbeit der Hochschule Düsseldorf verknüpft. Die städtische Anbindungsstelle liegt im Amt für Soziales, Arbeit und Senioren. Vor Ort wird die Tätigkeit bei der Sozialraumkoordination angebunden, deren Aufgabe es ist, das Projekt in der Vernetzung mit unterschiedlichen Akteur*innen und Trägern im Stadtteil sinnvoll aufzubauen und bedarfsgerecht mit zu entwickeln. Im ersten Teil des vorliegenden Konzepts werden zunächst die Voraussetzungen im Stadtteil beschrieben. Teil II erläutert die (sozial-) wissenschaftliche Grundlage und zugrunde liegende Ergebnisse von zwei bereits abgeschlossenen Projekten. Weiter wird der Bezug der Projektaktivität zu zukünftiger und noch zu entwickelnder Gemeinwesenarbeit dargestellt. Darauf aufbauend wird in Teil III die konkrete Projektarbeit vorgestellt. 2. Der Stadtteil Meschenich: Bauliche Gegebenheiten, Infrastruktur, aktuelle Veränderungen Der Stadtteil Meschenich liegt am äußersten südlichen Kölner Stadtrand. Umgeben von Feldern, Landwirtschaft, kleinen Ortschaften und vereinzelter Industrie ist die die Hochhaussiedlung „Am Kölnberg“ von weitem zu sehen. Bereits bei der Ortsdurchfahrt über die viel befahrene Brühler Landstraße fällt die Unterschiedlichkeit der drei Wohngebiete im Stadtteil ins Auge: Alt Meschenich mit vielen denkmalgeschützten Gebäuden, die Siedlungen jüngeren Datums in Neu Meschenich und die Großwohnanlage Am Kölnberg. Die hier erwähnte Landstraße „teilt“ Meschenich: Um sie zu überqueren - weil man beispielsweise vom Kölnberg zur Grundschule gehen möchte - wartet man bis zu 8 Minuten an einer der vier Fußgängerampeln im Stadtteil. Neben einer hohen Lärmbelästigung ist hier die Luftverschmutzung durch Feinstaub signifikant. Die Bürgerschaft erreichte 2013 die Einrichtung einer Tempo-30-Zone und 2014 ein Nachtfahrverbot für LKWs durch den Ortskern. Ein generelles Durchfahrverbot wird derzeit diskutiert. Die seit den 1970er Jahren geplante Umgehungsstraße steht kurz vor der Realisierung. Das Planfeststellungsverfahren ist abgeschlossen und der Baubeginn für 2019 terminiert. Die Anbindung des Stadtteils an den öffentlichen Personennahverkehr wird von Bewohner*innen und im Stadtteil Arbeitenden als unzureichend empfunden. In einer Befragung durch Studierende der Hochschule Düsseldorf im Sommer 2013 wurde die - zeitweise sogar fehlende – Verkehrsanbindung als ein Hauptproblem des Stadtteils herausgestellt. So dauert eine Fahrt bis zum Hauptbahnhof 45 Minuten und wird von nur einer Buslinie realisiert. Der nächstgelegene Bahnhof in Hürth-Kalscheuren wird zwar zu Berufsverkehrszeiten von einem dreimal stündlich pendelnden „Shuttlebus“ erreicht, liegt jedoch nicht mehr im Gebiet der Kölner Verkehrsbetriebe. Die Anbindung an den Zugverkehr ist daher für viele Bewohner*innen zu teuer. Zudem ist der Bahnhof sehr unübersichtlich, liegt inmitten von Feldern und bietet keinen Schutzraum für Wartende. Die Taktung der Busse, insbesondere am Wochenende und in den Abendstunden wird als zu niedrig beschrieben. Alle Schülerinnen aus Meschenich sind ab der 5. Klasse auf den Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept) 5 ÖPNV angewiesen, da weder in Meschenich, noch in den umliegenden Orten eine weiterführende Schule existiert. Eine weiterführende Schule wird im Rahmen des Neubaugebietes Rondorf Nordwest geplant. Im Stadtteil Meschenich finden sich wenige Einkaufsmöglichkeiten. Ein Schreibwarenladen mit Postannahme, zwei Discount-Supermärkte, ein türkischer Gemüseladen und zwei Bäcker bilden die gesamten Einkaufsmöglichkeiten für die Meschenicher Bevölkerung. Ein weiterer Obst- und Gemüseladen wird im Baudenkmal „Kampshof“ integriert. Der ehemalige Gutshof wird derzeit grundlegend saniert und neu aufgeteilt. Er befindet sich etwa 50 m entfernt vom Kölnberg an der Brühler Landstraße. Da sich die Miet- und Arbeitsbedingungen in den Häusern „An der Fuhr“ Nummer 4 und 5 als problematisch für öffentliche Einrichtungen herausgestellt haben, wurde im „Kampshof“ bereits das Familienzentrum der Diakonie untergebracht. Die Polizeiwache soll bald folgen. Weiter entstehen dort Wohnungen. Auch Sozialverbände bemühen sich darum, dort Raum für Beratungsstellen und pädagogische Einrichtungen anzumieten. Mehrere Gewerberäume in Meschenich wurden bereits von Trägern sozialer Einrichtungen zu Beratungsräumen umfunktioniert und stehen somit der Nahversorgung nicht mehr zur Verfügung. Weitere infrastrukturelle Themen des Stadtteils bilden fehlende Radwege, die fehlende Barrierefreiheit von Bürgersteigen und Hauseingängen und insbesondere in der Hochhaussiedlung fehlende Versammlungsräume. 3. Der Kölnberg Die Hochhausanlage „Am Kölnberg“ ist ein sogenanntes Bauherren-Modell der 1970er Jahre und gehört damit nicht zum sozialen Wohnungsbau. Es besteht hier vielmehr eine „Gemengelage“ sehr vieler unterschiedlicher Wohnungseigentümer; die Vielzahl der Einzeleigentümer wird durch drei Hausverwaltungen vertreten. Zurzeit befindet sich die Hochhausanlage in einem ausreichenden baulichen Zustand, jedoch mehren sich Hinweise für notwendige Sanierungsarbeiten, wie beispielsweise eine energetische Sanierung. Eine einfache Fensterverglasung liegt in allen Häusern bis in die 12. Etage vor. Vielfach findet man in den Wohnungen Schimmelbefall. Besonders die Gebäude im Inneren der Anlage, die Häuser der Straße „An der Fuhr“ Nr. 4 und Nr. 5 machen bereits rein äußerlich einen verwahrlosten Eindruck. Trotz ständiger Müllentsorgung durch die AWB und einem Projekt zur Wohnumfeld-Entmüllung und -Reinigung der Jugendhilfe Köln e.V. befindet sich häufig Müll in den Treppenhäusern und Außenanlagen. In Mitten der Siedlung befindet sich eine Grünfläche mit einem Spielplatz. Verteilt auf die äußere Begrenzung der Anlage sind Grill-, weitere Spiel-, ein Fußball- und ein Tennisplatz, die jedoch unterschiedlich gut angenommen werden. So werden Grill-und Fußballplatz gut genutzt. Der in die Jahre gekommene Spielplatz im Zentrum der Anlage gilt derzeit ebenso wie der Tennisplatz als nicht benutzbar. Darüber hinaus existieren zwei dreistöckige ungenutzte und verschlossene Hochgaragen am Rande des Wohnblocks. Die Außenanlagen bedürfen umfassender Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen. Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept) 6 4. Die Bewohner*innenstruktur Meschenich - und hier vor allem der Kölnberg - ist ein armer Stadtteil. Ein Großteil der Bewohner*innen der Wohnanlage „Am Kölnberg" sind arm oder leben an der Armutsgrenze. Der Leistungsbezug im Bereich SGB II und Grundsicherung lag laut Angaben des Amts für Statistik 2014 bei rund 40%. Sehr viele Menschen leben hier in beengten Wohnverhältnissen. Für Versammlungen oder Treffen fehlen entsprechende Räumlichkeiten; eine adäquate Freizeitgestaltung für Senioren, Frauen und Familien ist deshalb häufig nicht möglich. Die Großwohnanlage bietet einerseits wegen der hohen Anzahl an Wohnungen auf engstem Raum eine gewisse Anonymität, während andererseits intra- und interethnische Netzwerke bestehen, die für die Menschen Unterstützung in schwierigen Lebenslagen, aber auch soziale Kontrolle beinhalten. Darüber hinaus finden sich bei den hier lebenden Zugewanderten oft noch wenig entwickelte Sprachkompetenzen im Deutschen, fehlende anerkannte Bildungsabschlüsse, aber auch persönliche Problemlagen wie Ein-Eltern-Familien und fehlende persönliche und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Die damit verknüpften besonderen Belastungen sind durchaus in Zusammenhang mit gesundheitlichen Problemen und psychischen Erkrankungen, Suchterkrankungen zu sehen. Diese Faktoren führen zu einer weiteren Verschlechterung der Lebenssituation der Menschen. Die beiden Familienzentren, insgesamt fünf Kindertageseinrichtungen, die Grundschule und die Übermittagsbetreuung am Kölnberg beobachten Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen. Übergewicht ist weiterhin eines der zentralen Themen im Bezug auf Kinder- und Jugendgesundheit. Das Gesundheitsamt der Stadt Köln weist dem Stadtteil Meschenich und hier insbesondere dem „Kölnberg" eine hohe Handlungspriorität zu. 5. Daten und Fakten Im Stadtteil Meschenich sind 7.934 Einwohner*innen gemeldet. Davon haben 62,9 % eine Zuwanderungsgeschichte; bei Jugendlichen unter 18 Jahren liegt der Prozentsatz bei 77,7. Insgesamt wohnen rund 3.355 Menschen in der Hochhausanlage „Am Kölnberg". Nach offizieller Schätzung leben zusätzlich fast 1.000 Menschen unangemeldet und oftmals illegal dort. Insgesamt leben in dem Viertel Menschen aus rund 45 verschiedenen Nationen und mindestens 65 verschiedene Herkunfts- und Muttersprachen werden von ihnen gesprochen (Amt für Stadtentwicklung und Statistik Köln 2017). Die größten Zuzugsgruppen kommen derzeit aus dem Irak sowie aus Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Der Stadtteil ist mit seinem Quartier „Am Kölnberg“ der drittjüngste Stadtteil Kölns. Die Arbeitslosenquote im Stadtteil Meschenich liegt bei 21 %. In der Großwohnanlage liegt er bei 40,9% und ist damit signifikant höher als im Stadtdurchschnitt. Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept) 7 Von den knapp 8.000 Bewohner*innen in Meschenich sind rund 1.100 älter als 65 Jahre; dem gegenüber fallen ca. 3.600 Menschen in die Altersgruppe bis 34 Jahre. Die Tendenz des demografischen Wandels ist wie in anderen Stadtteilen Kölns steigend. II. Lebensraum „Kölnberg“ – eine veränderte Sichtweise 1. Grundlagen Auf diesem, hier beschriebenen Hintergrund wird der Kölnberg in der öffentlichen Wahrnehmung oft als defizitäres, hochgradig segregiertes Quartier mit multiplen, sozialen Problemlagen gesehen: „In der Hochhaussiedlung in Köln-Meschenich leben fast ausschließlich einkommensschwache Menschen mit Zuwanderungsgeschichte bzw. exkludierte Autochthone1“ – so der durchgängige Diskurs in Öffentlichkeit und der Stadtgesellschaft. Als ein wesentliches Ergebnis des Pilotprojektes „Lastbegrenzung statt Sperre. Pilotprojekt zur Bekämpfung von Energiearmut im Stadtteil Köln-Meschenich Kölnberg“ (Münch/Hauprich 2015) – ein Kooperationsprojekt der Caritas Köln, der Sozialraumkoordination vor Ort, der Rheinenergie AG und der Hochschule Düsseldorf - ist ein Perspektivenwechsel zu sehen, der den Kölnberg nicht mehr einfach als Problem-, sondern als Möglichkeitsraum sieht und damit den Fokus stärker auf die Potentiale und Leistungen, die hier in einem „Ankunftsgebiet“ (vgl. Kurtenbach 2015) erbracht werden legt. Durch diesen Perspektivenwechsel ändert sich die Beschreibung des Kölnbergs positiv, aber auch die entsprechenden Handlungsmöglichkeiten für Soziale Arbeit und Politik! Als Ankommensstadtteil, in dem Menschen bleiben möchten, erfüllt der Stadtteil wichtige Funktionen. Diese sind nicht nur im Kontext der Zuwanderung nach Köln zu sehen. Hier neu Zuwandernde finden Anknüpfungspunkte personaler, institutioneller und virtueller Art (in erster Linie in Form von intraethnischen Netzwerken), die ihnen eine erfolgreiche Zuwanderung und Integration in die Kölner Stadtgesellschaft erleichtern. Diese Netzwerke – die erste wichtige Zugänge zu Arbeit, Wohnen, Bildung, Kultur und Stadtgesellschaft ermöglichen, sollten erkannt und gestärkt werden – eine Unterstützung durch externe Akteure ist hier angezeigt. Die Bewohner*innen und lokalen Akteure im Kölnberg wie Moscheegemeinden, Lebensmittelausgabe, Sozialraumkoordination, Wohlfahrtsverbände und Kirchengemeinden stehen hierbei vor großen Herausforderungen und bedürfen dringend der Unterstützung durch die Stadtgesellschaft. 2. Lokale Netzwerke Im Stadtteil Meschenich besteht derzeit eine gute Vernetzungsstruktur zwischen den professionell tätigen Verbänden sowie Vereinen und der Stadtverwaltung. Der Arbeitskreis Soziales Meschenich - als Dach der Vernetzungsstruktur im Stadtteil - kann Informationen schnell und zielgerichtet allen relevanten Diensten und Einrichtungen weitergeben und notwendige Kooperationen anbahnen. In den themenbezogenen Arbeitskreisen, wie z.B. dem Arbeitskreis Kinder- und Jugendgesundheit und dem Arbeitskreis Sucht Meschenich, können fach- und amts- und ggf. auch dezernatsübergreifende Lösungen erarbeitet werden. Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept) 8 Eine Schlüsselrolle kommt dem Caritasverband Köln zu, der der Träger der Sozialraumkoordination im Sozialraum ist. Neben der langjährigen Koordinierung der sozialräumlichen Arbeit hält der Caritasverband ein großes und bedarfsgerechtes Angebot an Bildungs- und sozialer Arbeit im Stadtteil vor und weist eine mehr als 20jährige Erfahrung im Aufbau unterschiedlicher bedarfsgerechter Projekte im Stadtteil auf. Derzeit bestehen neben den Angeboten des Fachdiensts für Integration und Migration fünf spezifische Projektstellen für Menschen aus Ost-und Mitteleuropäischen EU-Ländern. Folgende Kooperationspartner sind im Stadtteil tätig: Stadtteilbüro: Das Stadtteilbüro wird sehr stark von Eltern und Bewohnerinnen frequentiert. In der Sozialberatung werden die Anliegen mit den Menschen geklärt und ggf. Unterstützungsangebote, wie Formularhilfe, Antragstellung vorbereitet und Weiterleitungen zu Fachdiensten vorgenommen. Familienzentren und Kindertageseinrichtungen: Kontaktaufbau zu Eltern, Zusammenarbeit mit Fachdiensten wie Internationale Familienberatung (Caritasverband) und Mitarbeit in der Steuerung sowie Einsatzschwerpunkt der Stadtteilmütter und -vätergruppen sowie des städtischen Projekts Stadtteileltern werden von ihnen geleistet. Kompetenzagentur, Jugendbüro: Kontaktaufbau zu Jugendlichen und ihren Familien, Kooperationen mit dem JobCenter Köln und anderen städtischen Stellen geben ihnen die Möglichkeit, schnell und bedarfsgerecht auf Beratungsanliegen junger Menschen zu reagieren. Katholische Kirchengemeinde Heilige Drei Könige Rondorf mit der Lebensmittelausgabe- stelle "Brotkorb" und einer Kleiderkammer: Die beiden Angebote der Katholischen Kirche werden sehr stark von Bürger*innen aufgesucht. Die enge Zusammenarbeit erleichtert die Kontaktaufnahme zu den Zielgruppen und zur Aktivierung von Bewohner*innen im Kölnberg als Unterstützende in der Ausgabe. Wohnungsverwaltungen: Die Wohnungsverwaltungen sind für die Belegung der Wohnungen und die Pflege der Außenanlagen zuständig. Ziel der Kooperation ist die regelmäßige Absprache zu Maßnahmen und ggf. Weiterleitung von Schlüsselpersonen sowie die bewohnernahe Bedarfsermittlung. Ein regelmäßiger Austausch mit den Hausmeistern der Wohnanlage und anderen Schlüsselpersonen ermöglicht einen lebensnahen Einblick in die Alltagssorgen der Bewohner. Am für Kinder, Jugend und Familie / Gesundheitsamt / Jobcenter/ Amt für Soziales, Arbeit und Senioren: Sie können im Rahmen der Kooperation Menschen weiterleiten und Maßnahmen unterstützen. Eine wichtige Rolle kommt dabei dem Amt für Wohnungswesen zu. Die Vermittlung von Wohnungen außerhalb des Kölnbergs ist oft notwendig, um die familiären und ethnischen Unterstützerstrukturen vor Ort zu entlasten und die Zuwanderung in die Gesamtstadt zu ermöglichen. Bildungsträger Volkshochschule und Katholisches Bildungswerk Köln: Durchführung von Qualifizierungen, Grundbildungs- und insbesondere Sprachkursangeboten, Beschäftigungs- und Freizeitangeboten. Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept) 9 Caritas-Zentrum Meschenich: Einbindung der vorhandenen Dienste zur Kontaktaufnahme zu Familien und Jugendlichen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier auf der Einbindung der ehrenamtlich tätigen Stadtteilmütter und Stadtteilväter sowie Stadtteileltern als Kultur- Mittler*innen. Das Caritas-Zentrum bietet als Beratungseinrichtung täglich eine allgemeine Sozialberatung, die von allen Zielgruppen aufgesucht wird, das „Caritas-Jugendbüro für Arbeit und Beruf“, das Jugendliche und junge Erwachsene begleitet, die Projekte für Menschen aus mittel- und osteuropäischen EU-Ländern, die Internationale Familienberatung als anerkannte Erziehungsberatungsstelle sowie den Fachdienst für Integration und Migration, der mit mehreren Mitarbeitenden täglich in der Einrichtung vertreten ist und die Perspektivberatung für Menschen mit Fluchterfahrung. Das Haus ist auch Treffpunkt und bietet Raum, beispielweise für Eltern-Kind-Kurse, das Sonntagsfrühstück des Meschenicher Künstlernetzwerks, verschiedene Kurse für Senior*innen und Treffen des Seniorennetzwerks. Angebunden sind viele Angebote an die Seniorenberatung, die ebenfalls im Caritas-Zentrum vertreten ist. Jugendeinrichtung und Interkulturelles Zentrum am Kölnberg (Caritasverband): Freizeitpädagogische und Übermittagsbetreuung, umfangreiche Eltern- und Familienarbeit, soziale Gruppenangebote für Frauen und Schulvorbereitung für Kinder ohne Kita-Platz durch den Träger „Bildungssache“ werden hier angeboten. Jugendzentrum Meschenich: Die Einrichtung bietet ebenfalls eine wichtige und regelmäßige Anlaufstelle für Jugendliche, ihre Familien und stellt einen wichtigen Mittler bei der Kontaktaufnahme dar. Auch das Jugendzentrum bietet Sozialberatung, aufsuchende Arbeit im Stadtteil und unterschiedliche Bildungsangebote für Jugendliche und Erwachsene an. Jugendpflege Rodenkirchen: Sie stellt eine Schlüsselperson im Kontext der Kinder- und Jugendarbeit dar und leitet den Arbeitskreis „Jugend“ in Meschenich. Jobbörse Meschenich: Weiterleitung von Klient*innen und ggf. Angebote zur Arbeitssuche sowie Unterstützung der AG am Kölnberg fallen in ihr Aufgabenspektrum. Grundschule Im Süden: Kontaktaufbau zur Zielgruppe Eltern und Anbindung an Projekte im Kölnberg werden aktiv geleistet. Die Schule ist einer der wenigen Orte, an denen Kinder aus allen drei Wohnbereichen in Meschenich zusammen kommen. Spezial-Dienste: Hier können bei Bedarf wie z.B. Drogen- und Alkoholberatung, (Alexianer, Drogenhilfe Köln und Vision e.V.) und Beratung für Prostituierte (SKF e.V.) angefragt werden. Das Café Auszeit II des SKF bietet an zwei Tagen pro Woche eine Anlaufstelle und Schutzraum für Frauen in unterschiedlichen, schwierigen Lebenslagen. Ethnische Netzwerke: Selbstorganisationen der Zuwander*innen wie beispielsweise die Gebets- und Moscheegemeinschaften türkischstämmiger Muslime wurden über viele Jahre aufgebaut und etabliert. Neben den muslimischen Organisationen haben sich Gruppen mit afrikanisch-stämmigen Zuwander*innen gebildet. Lokalspezifische Strukturen: Für den gesamten Stadtteil gibt es einen Sportverein, zwei Bürgervereine, zwei Kultur- bzw. Karnevalsvereine, zwei Seniorenclubs und ein aktives Seniorennetzwerk. Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept) 10 III. Das Projekt „Port Kölnberg - Veedelslotse“ 1. Ziele Mit dem Modellprojekt sollen für die je unterschiedlichen Lebenswelten und Bewohner*innengruppen im Kölnberg (Zugewanderte, Autochthone, Arrivierte) Bausteine lokaler Hilfen und Angebote entwickeln werden, die für die jeweiligen Bewohner*innen einen hohen Nutzen haben. Im Kontext der „Nutzerorientierung“ – ein aktueller Arbeitsansatz in der Sozialen Arbeit (vergl. Oelerich/Scharschuch 2005) – steht also der Nutzen der hier zu entwickelnden Angebote für die Bewohnerinnen des Kölnberg im Vordergrund. Die Entwicklung der einzelnen Bausteine kann daher folgerichtig nur in steter Rückkopplung mit den Menschen im Kölnberg erfolgen. Dabei können solche Bausteine in der Ansiedlung weiterer Beratungsstellen mit „Gehstrukturen“ der Wohlfahrtsverbände, Dienststellen der Stadtverwaltung und Arbeitsverwaltung, der Energieversorger und Wohnungsunternehmen usw. vor Ort, aber auch und vor allem in der Stärkung inter- und intraethnischer Netzwerke bestehen. Die Stärkung der Nachbarschaften und der ethnischen Netzwerke soll also primär dadurch erfolgen, dass an Hand der von ihnen formulierten Bedarfe externe Akteure (s.o.) entsprechende Unterstützungsbedarfe vor Ort anbieten. Diese Bausteine der Unterstützung können konkret wie folgt aussehen: - Energiearmut: Niedrigschwelliges Vor-Ort-Angebot des Energieversorgers zur schnellen Lösung von Problemfällen zur Verhinderung von Stromsperren; - Wohnungsnotfälle: Niedrigschwelliges Vor-Ort-Angebot der „Fachstelle Wohnen“ zur schnellen Lösung von Mietrückständen zur Verhinderung von Wohnungsnotfällen und Wohnungslosigkeit; - Grundsicherung: Niedrigschwelliges Vor-Ort-Angebot des „Jobcenter Köln“ und weiterer Behörden zur schnellen Lösung von Problemfällen zur Existenzsicherung; - Arbeit: Lokale Angebote der Beschäftigung, Qualifizierung und Sozialen Integration durch das Jobcenter, der Agentur für Arbeit Köln und der IHK / HWK; - Bildung: Lokale Angebote wie Sprachkurse, Fortbildung und Umschulung, Bildungsberatung durch „Amt für Weiterbildung“, Jobcenter, Agentur für Arbeit; - Selbsthilfeförderung: Beratungs- und Unterstützungsangebote für ethnische Netzwerke der unterschiedlichen Zuwanderergruppen durch die Kölner Wohlfahrtsverbände; Unterstützung der Gemeinwesenarbeit; - Translokale Strukturen: Beratungs- und Unterstützungsangebote für translokale ethnische Netzwerke spezifischer Zuwanderergruppen aus Südosteuropa; Die Stärkung des Ankommensstadtteils kann also nicht allein dadurch erfolgen, dass die Netzwerke der Bewohner*innen des Kölnberg mit weiteren Aufgaben wie „Stärkung von Nachbarschaften“ oder „Mobilisierung des Bürgerschaftlichen Engagements“ (um nur einige Schlagwörter zu nennen) ausgeweitet werden. Denn die, in einer aktuellen Untersuchung Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept) 11 erhobenen Bedarfe der Bewohner*innen des Kölnberg (Kargel 2019) haben erneut bestätigt, dass Items wie Sicherheit, Sauberkeit, Verkehrsanbindung, Arbeitsmöglichkeiten usw. nicht alleine durch die Menschen vor Ort bewältigt werden können, sondern dass hier die Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft gefordert sind. Diese zielgerichtete Unterstützung von „Ankunftsräumen“ ist dabei keine kurzfristige Strategie. Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft sollten verstehen, dass eine Einwanderungsgesellschaft langfristig solche Unterstützungsstrukturen bereitstellen muss. Im gesamten Projektkontext kommt der Sozialraumkoordination des Caritasverbandes Köln – sie ist bereits seit mehreren Jahren vor Ort als intermediäre Instanz in der Arbeit mit den Bewohner*innen und Multiplikator*innen tätig – dabei eine zentrale Rolle in der Weiterentwicklung des Stadtteils zu: Sie ist Motor und Kristallisationspunkt des Modellprojektes „Port Kölnberg - Veedelslotse“. Nur mit Hilfe ihrer Netzwerke, Erfahrungen, Women- und Manpower kann der „Veedelslotse“ erfolgreich sein! 2. „Veedelslotse“ – Aufgaben und Funktionen Auf der Folie der hier vorgestellten Konzeption und der vorliegenden Studien – hier vor allem die Empfehlungen aus dem Pilotprojekt zur Energiearmut im Kölnberg (Münch / Hauprich 2015 und Farwick 2009) – kommt dem Veedelslotsen die zentrale Aufgabe der Vernetzung zwischen den Bewohner*innen des Kölnberg, den Netzwerken vor Ort und den externen Akteuren wie Energieversorger, Wohnungsunternehmen, Agentur für Arbeit, Jobcenter, Amt für Soziales, Arbeit und Senioren, Amt für Kinder, Jugend und Familie, Volkshochschule / Amt für Weiterbildung usw. im Kontext von Arbeit, Bildung, Sprache, Soziale Sicherung, Wohnraum, Erziehung usw. zu. So kann der „Veedelslotse“ mit folgenden spezifischen Aufgaben beschrieben werden: - Ansiedlung der „Veedelslotsin“ /des „Veedelslotsen“ lokal vor Ort im Kölnberg mit folgenden Aufgaben: o Aufsuchende Ansprache und Beratung der Bewohner*innen des Kölnberg als offene/r Ansprechpartner*in für alle Themen mit besonderen Schwerpunkten: Klärende Gespräche, Information und Begleitung ist ebenso möglich wie die Zusammenarbeit mir Einrichtungen wie Energieversorgern, Wohnungsunternehmen, Agentur für Arbeit, Jobcenter, Amt für Soziales, Arbeit und Senioren, Amt für Kinder, Jugend und Familie, Volkshochschule / Amt für Weiterbildung usw. in allen Fragen im Kontext von Arbeit, Bildung, Sprache, Soziale Sicherung, Wohnraum, Erziehung uvm. o Problemlösung zusammen mit Leistungsträgern (Jobcenter, Amt für Soziales, Arbeit und Senioren, Agentur für Arbeit) in allen Fragen der Grundsicherung und des Zugangs zu Arbeit, o Begleitung zur Sozialberatung der Caritas und des Jugendzentrums vor Ort und weiterer Fachberatungen, o Einbindung der Zuwander*innen – Netzwerke durch Bedarfserhebung, Bedarfsbeschreibung und Realisierung von Kooperationsprojekten mit externen Akteuren, Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept) 12 o Verknüpfung der Migrant*innenselbstorganisationen, Moscheegemeinden usw. mit den Kirchengemeinden und lokalen bürgerschaftlichen Strukturen zur Entwicklung emergenter transethnischer Bürgerschaften (Prinz Ali I), o Entwicklung weiterer Angebote zur Integration durch Arbeit (Projekte lokaler Ökonomie wie z.B. „Innovation-Hubs1“ in Zusammenarbeit mit den Bewohner*innen und dem interdisziplinärem Forschungsverbund INLUST der Hochschule Düsseldorf HSD). o Entwicklung von Ideen und Voraussetzungen für neue, eigenständige Organisations- und Beteiligungsformen für alle Menschen im Stadtteil. Vorstellbar sind partizipativ entwickelte Formen bürgerschaftlichen Engagements, die die Verbesserung des Lebens- und Wohnumfeldes und damit der Lebenssituation bestimmter Zielgruppen wie Kinder, Jugendliche, Familien, Senior*innen und von besonders problematischen Entwicklungen betroffene Menschen zum gemeinsamen Ziel verbinden. Viele sinnvolle Versuche und Anknüpfungspunkte hat es bereits im Stadtteil gegeben (Fahrradwerkstatt, Projekte zur Wohnumfeld-Verschönerung, Entmüllung u.ä.). Offenbar waren diese Projekte bislang noch zu wenig auf die tatsächlichen Bedürfnisse und Möglichkeiten zur Selbstentwicklung der Menschen ausgerichtet. Das Projekt „Veedelslotse“ bietet hierbei jedoch durch seine Projektdauer und die bereits im Stadtteil aufgebauten Strukturen eine bessere Ausgangslage zur Förderung von Eigenengagement und Zugang zu Beteiligungsformen für viele unterschiedliche Menschen. Durch die wissenschaftliche Untersuchung können zudem die, tatsächlich in diesem speziellen Sozialraum sinnvollen und gewünschten Aktivitäten sicher herausgearbeitet werden. Dies verspricht Handlungssicherheit und Absehbarkeit der Wirkungen einzelner Aktivierungsformen. o Der „Veedelslotse“ oder die „Veedelslotsin“ nimmt in ihrer / seiner außergewöhnlich vernetzten Arbeitsweise eine weitere Funktion ein: Neue Projekte und Maßnahmen, die sich derzeit noch in der Planungsphase befinden, können durch das hier vorgestellte Projekt direkt auf aktuelle Informationen und Ergebnisse zu Bewohnerschaft, Problemlagen und Entwicklungsbedarf aufgebaut werden. 2 Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass Kompetenzen im Kontext der Sprach- und Kulturmittlung grundlegende Werkzeuge des Veedelslotsen bzw. der Veedelslotsin darstellen. 1 „Innovation-Hubs“ meint hier in der Vernetzung mit der Hochschule Düsseldorf die Verbindung von Betrieben (Arbeitgebern), Sozialverbänden (Arbeitsvermittlung, Qualifizierung), Behörden und Akteur*innen vor Ort sowie wissenschaftlicher Begleitungsteams und beteiligten Bewohner*innen zum Aufbau einer lokalen Ökonomie mit entsprechenden Arbeitsplätzen. 2Die Ausschreibung „Büro für Quartiersmanagement Köln-Meschenich“ wurde beispielsweise am 30.05.2019 veröffentlicht. Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept) 13 Organisiert und koordiniert wird das Projekt durch den Caritasverband für die Stadt Köln, angebunden an die Sozialraumkoordination. Eine Steuerungsgruppe wird unter anderem mit folgenden Teilnehmer*innen besetzt: Städtische / behördliche Vertreter*innen: Amt für Soziales, Arbeit und Senioren u.a., Caritasverband für die Stadt Köln e.V., Hochschule Düsseldorf HSD, Vertreter*innen der Bewohner*innenschaft sowie einzelne Schlüsselpersonen und Akteur*innen. Die „Veedelslotsin“ oder der „Veedelslotse“ soll mit einem Team aus Honorarmitarbeitenden, Ehrenamtlichen und Kolleg*innen aus seinem Team möglichst die Sprachen der Hauptzuzugsgruppen der Wohnanlage sprechen. 3. Zeitplanung In der ersten Jahreshälfte 2019 soll der „Veedelslotse“ implementiert werden und mit seiner Arbeit in den oben benannten Bereichen beginnen. Der Anstellungsträger ist dabei - wie im Pilotprojekt „Energielotse“ - der Caritasverband für die Stadt Köln. Das von Oktober 2016 bis April 2017 durchgeführte Pilotprojekt „Energielotse“ spielt dabei eine wichtige Rolle, denn die hier erhobenen Daten und gewonnenen methodischen und methodologischen Erfahrungen sollen als Grundlage zur Weiterentwicklung des gesamten Modellprojektes genutzt werden. Die hier bereits durchgeführte und erprobte Kooperation der Sozialraumkoordination mit der wissenschaftlichen Begleitung garantiert in ihrer Fortführung im Projekt „Veedelslotse“ die Implementation der notwendigen Forschungsexpertise und die notwendige wissenschaftliche Konzept- und Diskursqualität im Modellprojekt. Parallel zum Projektbeginn werden dazu Expertengespräche und Interviews im Projektkontext durchgeführt; danach ist dann der Einsatz weiterer Forschungsinstrumente (s.u.) vorgesehen. 4. Wissenschaftliche Begleitung in der Praxis In Kooperation mit der Hochschule Düsseldorf HSD werden dabei folgende Forschungssegmente durchgeführt: - Monitoring des Gesamtprojektes hinsichtlich der Aufgabenentwicklung, Zielbeschreibung und Zielerreichung; - Erhebung der notwendigen quantitativen und qualitativen Daten im Kontext des Modellprojektes, - Entwicklung der Instrumente zur Erhebung der Bewohnerbedarfe und Begleitung der Durchführung; - die kooperative Fortentwicklung des Gesamtkonzeptes zur Förderung der Stadtteils als Ankommensstadtteil; - die wissenschaftliche Begleitung des Konzeptes durch einen entsprechenden wiss. Beirat, - die Auswertung und Berichterstattung. Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept) 14 Nach den bisherigen Erfahrungen in nutzerorientierten Forschungsprojekten (vgl. Münch/Hauprich 2015) und im Pilotprojekt „Energielotse“ (Münch 2017) liegt der Fokus der Forschung auf dem Einsatz vom „Mixed Methods“ – also der Verwendung qualitativer und quantitativer Methoden im Sinne einer Methodentriangulation. Neben Experteninterviews, Bewohnerinterviews und Befragungen mit Fragebögen kommt dabei dem Instrument „Fokusgruppen mit Bewohner*innen“ ein hoher Stellenwert zu; denn die Bewohner*innen des Kölnberg liegen im Zentrum einer nutzerorientierten Befragung. 5. Projektphasen In einer ersten dreimonatigen Phase werden die Mitarbeitenden im Projekt „Veedelslotse“ die Gremien und Netzwerke kennenlernen. Sie werden ihre aufsuchende Beratungstätigkeit und die Erkundung der Lebenswelten der Menschen mit ihren Fragestellungen und Problemen aber auch in ihren Ressourcen und Potenzialen aufnehmen. Ihr Arbeitsort wird in einem flexibel für Gesprächsrunden, Gruppenangebote und Beratungssituationen zu nutzenden Büro direkt am Kölnberg eingerichtet. Unterstützt werden sie dabei durch:  Caritas Köln, durch die Teamleitung der Einrichtungen in Meschenich erfolgt eine systematische Einarbeitung in die aufsuchende beratende Tätigkeit, SGB- und weitere für die Tätigkeit notwendige Gesetzesgrundlagen, technische und organisatorische Einweisungen werden vorgenommen und die fachlichen Einsatzmethoden festgelegt. Die Zusammenarbeit mit der Hochschule Düsseldorf wird strukturell und praktisch aufgenommen.  Sozialraumkoordination als Kontakt- und Verbindungsperson zu Netzwerken, Akteur*innen und behördlichen Vertreter*innen wird die Mitarbeitenden vorstellen und strukturell einbeziehen.  Team des Interkulturellen Zentrums Meschenich als fachliche Netzwerker*innen und im Kontaktaufbau zu Bewohner*innen und Begleiter*innen der fachlichen Einarbeitung. In dieser Phase soll ein erstes Steuerungsgruppentreffen stattfinden. Das Projekt wird konkret vorgestellt und die beständige Involvierung der Kooperationspartner aufgebaut. Zum Ende der ersten Phase wird eine Überprüfung der einzelnen Einarbeitungsschritte vorgenommen. In der zweiten Phase wird das Projekt implementiert. Sie stellt die Hauptphase des Projekts dar und umfasst 2 Jahre. Die Mitarbeitenden sind vernetzt und arbeiten kooperierend mit - Bewohner*innen in Einzelberatungen und -begleitungen und Gruppentreffen und -angeboten - Netzwerkpartner*innen Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept) 15 - Behörden - Hochschule Düsseldorf Mindestens halbjährlich finden Steuerungsgruppentreffen statt. Weitere Gremienmitarbeit und Anknüpfung des Projekts an Initiativen, Organisationen, behördliche und wissenschaftliche Verbindungsorte in der Stadtgesellschaft sollen aufgebaut werden. Für den erfolgreichen Projektverlauf ist die positive Öffentlichkeitsarbeit ebenso unerlässlich wie seine Ausgestaltung in zusätzlichen Projekttagen, Nutzung als Lernfeld für Akteur*innen der Stadtgesellschaft und ggf. weiterer Kreise. Die dritte Phase des Projekts beinhaltet die Evaluierung des Projekts und der Sicherung der Verstetigung der, im Projektverlauf begonnenen Einzelprojekte, ihrer Wirkung im Stadtteil wie besondere Kooperationen und der Ergebnissicherung. 6. Nachhaltigkeit Die entwickelten Angebote und die speziellen Wirkungen des Projekts werden unter Einbeziehung und Mitwirkung von Kooperationspartner*innen wie Sozialverbände, Bildungsträger, Behörden, Akteur*innen und den Bewohner*innen in eine sinnvolle Verstetigung überführt. Die im Projektverlauf erkennbaren Zusammenhänge und Bedarfe des Stadtteils werden wissenschaftlich evaluiert und dargestellt. Aus den Erkenntnissen lassen sich Anhaltspunkte und Hinweise für die zukünftige Gestaltung von Angebotsstrukturen formulieren. 7. Kostenplanung Die Gesamtkosten für das Modellprojekt „Veedelslotse“ setzen wie folgt zusammen. Personalkosten Veedelslotsen (2 halbe Stellen) einschl. Overhead: 67.000 € / p.a. Honorare für Projektmitarbeitende: 3.500 € / p.a. Projektraum, Büro, Arbeitsplätze, Miete: 7.500 € / p.a. Material, Ausstattung Projekte, Veranstaltungen: 4.000 € / p.a. Wissenschaftliche Begleitung HSD: 7.000 € / p.a. Gesamtkosten pro Jahr: 89.000 / p.a. Port Kölnberg – Veedelslotse (Konzept) 16 ___________________________________________________________________ Literatur: DAM (Deutsches Architekturmuseum) & Something Fantastic, 2016: „Making Heimat. Germany, Arrival Country.“ http://www.makingheimat.de/#home, 2017 Farwick, Andreas. 2009: Segregation und Eingliederung. Wiesbaden VS Verlag.. Farwick, Andreas (2012) “Segregation”, in F. Eckardt (Ed.) Handbuch Stadtsoziolo gie. VS. S. 381– 421. Wiesbaden: Springer. Friedrichs, Jürgen. 2014: Armut und räumliche Polarisierung: Bremen und Köln. S. 45 -64 in: Peter A. Berger, Carsten Keller, Andreas Klärner und Rainer Neef (Hg): Urbane Ungleichheiten. Neue Entwicklungen zwischen Zentrum und Peripherie. Wiesbaden, Springer VS. Kargel, Kessie. 2019: Welchen Schutzraum bietet der Kölnberg ethnischen Minderheiten? Unveröffentlichte BA-Thesis am FB 06 der HSD. Düsseldorf. Kurtenbach, Sebastian (2015) „Ankunftsgebiete – Segregation als Potential nutzen“, in A. El- Mafaalani, S. Kurtenbach und K.P. Strohmeier (Hrsg.) Auf die Adresse kommt es an…Segregierte Stadtteile als Problem- und Möglichkeitsräume begreifen. S. 306-328. Weinheim. Münch, Thomas, K. Hauprich. 2015: Lastbegrenzung statt Sperre. Pilotprojekt zur Bekämpfung von Energiearmut im Stadtteil Köln-Meschenich (Kölnberg).Abschlussbericht. Köln. Münch, Thomas. 2017: Projektbericht Energielotse. Düsseldorf. Oelerich, Gertrud/Andreas Schaarschuch. 2005: Soziale Dienstleistungen aus Nu tzersicht. Zum Gebrauchswert Sozialer Arbeit. Reinhardt Verlag. Saunders, Doug. 2011: Arrival City: Über alle Grenzen hinweg ziehen Millionen Menschen vom Land in die Städte - von ihnen hängt unsere Zukunft ab. München Blessing Verlag. Schmidt, Katharina, 2018, „Arrival Cities – Ankommen in Deutschland?“, Bundeszentrale für politische Bildung, link: http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/stadt-und-gesellschaft/216878/konzept- ankunftsstadt-?p=all Stadt Köln. 2016: Amt für Stadtentwicklung und Statistik. Datenblatt Kölnberg
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    Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/50 Vorlagen-Nummer 2126/2019 Freigabedatum 21.06.2019 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Förderung des Projektes "Port Kölnberg - Veedelslotse" Beschlussorgan Ausschuss Soziales und Senioren Finanzausschuss Gremium Datum Beschluss: Der Ausschuss für Soziales und Senioren beschließt die Förderung des Projektes „Port Kölnberg – Veedelslotse“ mit Gesamtkosten i.H.v. 267.000 € für die Jahre 2019 – 2021 und beauftragt die Ver- waltung mit der Auszahlung der Zuschüsse i.H.v. 89.000 € an den Caritasverband für die Stadt Köln e.V. im jeweiligen Haushaltsjahr. Der Finanzausschuss beschließt die Freigabe von Kassenmitteln in Höhe von 89.000 €, Hj. 2019 im Teilergebnisplan 0504, Freiwillige Soziale Leistungen und Hilfen, in Zeile 15 - Transferaufwendungen und verzichtet für die Folgejahre auf einen erneuten Freigabebeschluss. Ausschuss Soziales und Senioren 24.06.2019 Finanzausschuss 25.06.2019 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 89.000 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: 2020 ff. a) Personalaufwendungen 70.500 € b) Sachaufwendungen etc. 18.500 € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Begründung: Im Rahmen der Haushaltsplanberatungen hat der Rat in seiner Sitzung am 07.11.2017 beschlossen, für die Bezuschussung des Projektes „Port Kölnberg – Veedelslotse“ Mittel in Höhe von 89.000,- € in den Haushaltsplan 2018 einzustellen und im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanung fortzuschrei- ben. Der Caritasverband für die Stadt Köln e.V. ist seit vielen Jahren in unterschiedlichen Bereichen sozia- ler Arbeit im Stadtteil Meschenich tätig. Neben der langjährigen Trägerschaft für die Sozialraumkoor- dination in Rondorf und Meschenich hält der Verband ein großes Spektrum verschiedener Bildungs- und Beratungsangebote im Stadtteil vor. Er weist eine mehr als 20jährige Erfahrung im Aufbau unter- schiedlicher bedarfsgerechter Projekte insbesondere in der Großwohnsiedlung „Am Kölnberg“ auf. In den Jahren 2013 – 2015 setzte der Caritasverband für die Stadt Köln e.V. das Pilotprojekt „Lasten- begrenzung statt Sperre“ zur Bekämpfung von Energiearmut im Stadtteil Meschenich - Kölnberg so- wie das Folgeprojekt „Energielotse“ in Kooperation mit der Rheinenergie AG und der Hochschule Düsseldorf um. Gefördert wurden die Projekte durch die RheinEnergie Stiftung. Durch die Anbindung an die Sozialraumkoordination wurden eine gute Vernetzung mit den anderen sozialen und institutio- nellen Akteuren vor Ort sowie die fachliche Verknüpfung mit den Caritaseinrichtungen gewährleistet. Der überwiegende Teil der Bewohner und Bewohnerinnen der Großwohnanlage „Am Kölnberg“ hat Migrationshintergrund und ist von Armut betroffen oder lebt an der Armutsgrenze. In den letzten Jah- ren sind vermehrt Menschen aus dem Irak zugezogen. Die derzeit größte Zuzugsgruppe setzt sich aus Menschen unterschiedlicher süd- und osteuropäi- scher Länder, davon am meisten aus Rumänien und Bulgarien kommend, zusammen. Im Rahmen des Projektes „Energiearmut“ konnte durch aufsuchende soziale Arbeit ein guter Zugang zu den unterschiedlichen Communities hergestellt werden, die in der Wohnanlage mit mehr als 4000 Menschen aus über 65 Herkunftsländern leben. Eine wissenschaftliche Projektbegleitung erfolgte durch die Hochschule Düsseldorf in Form von Sozialraumanalysen, Prozesskarten, Leitfaden- und Experteninterviews. 3 Die Ergebnisse der beiden durchgeführten Pilotprojekte stellen wichtige Anhaltspunkte und Daten bereit, die einen besonderen Handlungsbedarf zum Aufbau von unterstützenden Nachbarschaften und zur Integration neuer Bewohnerinnen und Bewohner in das Gemeinwesen erkennen lassen. Da- bei bedarf es einer kultursensiblen, mittelnden und niederschwelligen Unterstützung, um eine nach- haltige Verbesserung der Lebenswelten zu erzielen. Als weiteres Ergebnis der Projekte ist ein Perspektivenwechsel zu sehen, der die Siedlung „Am Köln- berg“ als Problem- und Möglichkeitsraum sieht und damit den Fokus stärker auf die Potentiale und Leistungen setzt, die hier erbracht werden. Auf die gewonnenen Erkenntnisse aufbauend entstand das Konzept „Port Kölnberg - Veedelslotse“ des Caritasverbandes für die Stadt Köln e.V. (Anlage), das sich ressourcenorientiert auf die Verbes- serung der Lebensbedingungen fokussiert, mit dem Ziel, dass die Bewohnerinnen und Bewohner ihr Stadtviertel für lebenswert befinden. Ziele des Projektes Mit dem Projekt sollen für die je unterschiedlichen Lebenswelten und Gruppen der Bewohnerschaft im Kölnberg Bausteine lokaler Hilfen und Angebote entwickelt werden, die für die jeweiligen Bewohne- rinnen und Bewohner einen hohen Nutzen haben. Die Entwicklung der einzelnen Bausteine kann daher folgerichtig nur in steter Rückkopplung mit den Menschen des Kölnberg erfolgen. Dabei können solche Bausteine in der Ansiedlung weiterer Bera- tungsstellen mit „Gehstrukturen“ der Wohlfahrtsverbände, Dienststellen der Stadtverwaltung und Ar- beitsverwaltung, der Energieversorger und Wohnungsunternehmen usw. vor Ort, aber auch und vor allem in der Stärkung inter- und intraethnischer Netzwerke bestehen. Die Stärkung der Nachbarschaften und der ethnischen Netzwerke soll also primär dadurch erfolgen, dass anhand der von ihnen formulierten Bedarfe externe Akteure entsprechende Unterstützungsbe- darfe vor Ort anbieten. Diese Bausteine der Unterstützung können konkret wie folgt aussehen: - Energiearmut: Niedrigschwelliges Vor-Ort-Angebot des Energieversorgers zur schnellen Lö- sung von Problemfällen zur Verhinderung von Stromsperren; - Wohnungsnotfälle: Niedrigschwelliges Vor-Ort-Angebot der Fachstelle Wohnen zur schnel- len Lösung von Mietrückständen zur Verhinderung von Wohnungsnotfällen und Wohnungslo- sigkeit; - Grundsicherung: Niedrigschwelliges Vor-Ort-Angebot des „Jobcenter Köln“ und weiterer Be- hörden zur schnellen Lösung von Problemfällen zur Existenzsicherung; - Arbeit: lokale Angebote der Beschäftigung, Qualifizierung und sozialen Integration durch das Jobcenter, der Agentur für Arbeit Köln und der IHK / HWK; - Bildung: lokale Angebote wie Sprachkurse, Fortbildung und Umschulung, Bildungsberatung durch „Amt für Weiterbildung“, Jobcenter, Agentur für Arbeit; - Selbsthilfeförderung: Beratungs- und Unterstützungsangebote für ethnische Netzwerke der unterschiedlichen Zuwanderergruppen durch die Kölner Wohlfahrtsverbände; Unterstützung der Gemeinwesenarbeit; - Translokale Strukturen: Beratungs- und Unterstützungsangebote für translokale ethnische Netzwerke spezifischer Zuwanderergruppen aus Südosteuropa; Aufgaben und Funktion des Veedelslotsen Dem Veedelslotsen kommt die zentrale Aufgabe der Vernetzung zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern des Kölnberg, den Netzwerken vor Ort und den externen Akteuren wie Energieversor- gern, Wohnungsunternehmen, der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter, dem Amt für Soziales, Arbeit und Senioren, dem Amt für Kinder, Jugend und Familie, der Volkshochschule, dem Amt für Weiterbil- dung etc. im Kontext von Arbeit, Bildung, Sprache, Soziale Sicherung, Wohnraum, Erziehung usw. zu. 4 Projektumsetzung Zu Beginn des Projekts in 2019 lernen die Mitarbeitenden im Projekt in einer ersten dreimonatigen Phase die Gremien und Netzwerke kennen. Sie nehmen ihre aufsuchende Beratungstätigkeit und die Erkundung der Lebenswelten der Menschen mit ihren Fragestellungen und Problemen, aber auch in ihren Ressourcen und Potenzialen auf. Darauf aufbauend wird in der zweiten Phase das Projekt implementiert. Sie stellt die Hauptphase des Projekts dar. Die Mitarbeitenden sind vernetzt und arbeiten kooperierend mit - Bewohnerinnen und Bewohnern in Einzelberatungen und -begleitungen sowie Gruppentreffen und -angeboten - Netzwerkpartnern - Behörden sowie - der Hochschule Düsseldorf. Die dritte Phase des Projekts beinhaltet die Evaluation des Projekts und die Sicherung der Versteti- gung der im Projektverlauf begonnenen Einzelprojekte, deren Wirkung im Stadtteil wie besondere Kooperationen sowie die Ergebnissicherung. Die entwickelten Angebote und die speziellen Wirkungen des Projekts werden unter Einbeziehung und Mitwirkung von Kooperationspartnern wie Sozialverbänden, Bildungsträgern, Behörden, Akteuren und der Bewohnerschaft in eine sinnvolle Verstetigung überführt. Die im Projektverlauf erkennbaren Zusammenhänge und Bedarfe des Stadtteils werden wissenschaft- lich evaluiert und dargestellt. Aus den Erkenntnissen lassen sich Anhaltspunkte und Hinweise für die zukünftige Gestaltung von Angebotsstrukturen formulieren. Zur Dringlichkeit: Die Vorlage in den Ausschuss für Soziales und Senioren und in den Finanzausschuss erfolgt verfris- tet. Eine Entscheidung in den nächsten Sitzungsterminen hätte einen verspäteten Beginn der Maß- nahme zur Folge. Anlage Konzept „Port Kölnberg - Veedelslotse“ des Caritasverbandes für die Stadt Köln e.V.

Beratungsverlauf

  1. 24.06.2019

    Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren

    TOP 5.2, Entscheidung. Ergebnis: ohne Votum in nachfolgende Gremien
  2. 08.07.2019 zuletzt

    Finanzausschuss

    TOP 10.33, Entscheidung. Ergebnis: ungeändert beschlossen

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