Mandari Insight

V/0525/2022

Informationstafel am Schwester-Laudeberta-Weg

Vorlagen 23.08.2022

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-Mitte, Sitzung am 06.12.2022, TOP 6.1

Anlage_2_Stellungnahme_zur_Stadtbildpflege

· application/pdf

Ansehen

Berichtsvorlage

· application/pdf

Ansehen

Anlage_1_Antrag_M_0010_2022_

· application/pdf

Ansehen

Anlage_4_Kostenauskunft

· application/pdf

Ansehen

Anlage_5_Auf_Roter_Erde_8-2021

· application/pdf

Ansehen

Anlage_3_Gedenktafel

· application/pdf

Ansehen

Anlage_2_Stellungnahme_zur_Stadtbildpflege

5101 Zeichen

... 
 
 
61.42.0105 
Frau Toparkus  15.06.2022 
 61 65 
 
 
 
 
62 
Herrn Zimmermann 
 
 
Stellungnahme 
 
Errichtung Informationstafel am Schwester-Laudeberta-Weg zum öffentlichen  
Gedenken an Schwester Laudeberta  
 
 
Hintergrund: 
 
Die Bezirksvertretung hat am 22.03.2022 beschlossen, dass der Fußweg an der Aa von der 
Straße Spiegelturm bis zur Petrikirche den Straßennamen Schwester-Ladeberta-Weg erhält.  
Darüber hinaus beschloss die Bezirksvertretung Münster-Mitte einstimmig:  
 
 „Zum öffentlichen Gedenken an Schwester Laudeberta wird am neu benannten Schwester-
Laudeberta-Weg eine Informationstafel mit den wesentlichen Informationen zu ihrer Person 
und ihrem Widerstand gegen die „Euthanasie-Verbrechen“ des Nationalsozialismus, inkl. ei- 
nes QR-Codes für weiterführende Informationen, errichtet.  
 
 Die voraussichtlichen Kosten für die Planung, Herstellung und Errichtung für die Informati- 
onstafel werden ermittelt und der Bezirksvertretung zur Entscheidung vorgelegt.  
 
 Das Stadtarchiv und das Vermessungs- und Katasteramt werden beauftragt, die histori- 
schen Hintergründe von Schwester Laudeberta und ihrem Widerstand gegen die „Euthana- 
sie-Verbrechen“ des Nationalsozialismus zu erarbeiten und für die zu errichtende Informati- 
onstafel in geeigneter Form darzustellen und der Bezirksvertretung zur Sitzung am 
20.09.2022 vorzulegen.“ 
 
 
Die städtische Denkmal- und Stadtbildpflege 
 nimmt hierzu wie folgt Stellung:  
 
Neben der Ehrung Schwester Laudebertas durch die Umbenennung des Aa-Uferweges zwi- 
schen Spiegelturm und Petrikirche in „Schwester-Laudeberta-Weg“, ist es nachvollziehbar, 
Schwester Laudebertas mutige Taten im Widerstand gegen das Euthanisie-Verbrechen des 
NS-Regimes durch textliche Informationen im Stadtbild und damit den Menschen, sichtbar zu 
machen. 
 
Informationstafeln zum Stadtökologischen Lehrpfad sind bereits am Aa-Uferweg vorhanden. 
Es handelt sich hierbei um freistehende Stelen als Metallkonstruktion mit einem Informati- 
onszettel hinter Plexiglas. Diese sind im Böschungsbereich, von Grünpflanzen umgeben, in- 
stalliert worden. Bei einer Ortsbegehung wurde festgestellt, dass die Stelen durch die nahe- 
stehende Vegetation sehr verschmutzt oder durch Vandalismus beschädigt, vorgefunden 
wurden. Auch die entlang der Promenade installierten freistehenden Informationsstelen wei- 
sen Beschädigungen auf:

- 2 - 
 
... 
 
 
 
Beispielfotos der Informationsstelen am Schwester-Laudeberta-Weg 
 
 
Beispielfotos der Informationsstelen entlang der Promenade 
 
 
Das Stadtbild ist geprägt und gesättigt von allerlei Stadtmobiliar. Dies reicht von Verkehrs- 
schildern, Wartehallen, Tischen und Stühlen, über Abfallbehälter usw. Auch Informationsta- 
feln sind in allerlei Ausführungen zu allerlei Themen bereits im Stadtbild vorhanden. 
Hochrangiges Ziel der Stadtbildpflege ist es, die Überfrachtung des öffentlichen Raumes zu 
verhindern bzw. durch Steuerung die Elemente möglichst geordnet im Stadtraum zu veror- 
ten. 
 
Der Schwester-Laudeberta gewidmete Abschnitt der Aa-Uferpromenade ist ein einzigartiger, 
ruhiger und naturbelassener innerstädtischer Ort. Die Besonderheit des Ortes liegt in seiner 
reizarmen Umgebung. Jedes dazukommende Element / Mobiliar stört die einmalige Atmo- 
sphäre dieser innerstädtischen Grün-Oase. 
 
Schwester Laudeberta rettete durch ihren Einsatz psychisch kranke und behinderte Men- 
schen vor dem Mordprogramm des NS-Regimes. Sie hat neben den Angehörigen der Klinik- 
patienten auch Bischof Clemens August Graf von Galen über die be

- 3 - 
 
 
 
 
vorstehenden Deportationen in Vernichtungsanstalten informiert. Für den Bischof war dies 
ein entscheidender Anstoß für seine wichtige Predigt vom 3. August 1941, in der er das Eu- 
thanasieprogramm öffentlich als Massenmord benannte. 
 
Der ehemalige Wohnsitz des Bischofs Clemens August Graf von Galen befindet sich angren- 
zend an den Schwester-Laudeberta-Weg, der einseitig begrenzt wird durch den Aa-Flusslauf 
und auf der anderen Seite durch die Einfriedungsmauer des Bischöflichen Hofes. Durch die 
Gespräche von Schwester Laudeberta mit dem Bischof Clemens August Graf von Galen, die 
den entscheidenden Anstoß für seine berühmte Rede am 3. August 1941 gegeben haben, 
besteht ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen Schwester Laudeberta und dem Bischof 
Clemens August Graf von Galen. Aus Sicht der städtischen Denkmal- und Stadtbildpflege 
wäre es gut, wenn dieser Zusammenhang auch baulich zum Ausdruck gebracht würde. 
 
Aus den vorgenannten Gründen schlägt die städtische Denkmal- und Stadtbildpflege vor, die 
Gedenktafel baulich integriert an der Einfriedungsmauer in Form einer Bronzetafel, wie Sie 
bereits im Stadtbild an historisch bedeutsamen Gebäuden zahlreich – und in tadellosem Zu- 
stand – vorhanden sind, zu installieren. 
 
 
Beispiel Gedenktafel an Gräfin Maria Droste zu Vischering; angebracht an der Einfriedungsmauer  
am Erbdrostenhof  
 
 
Die Größe und Standortwahl muss im weiteren Vorgehen mit der städtischen Denkmal- und 
Stadtbildpflege abgestimmt werden. 
 
 
Im Auftrag 
 
 
Toparkus

Berichtsvorlage

4235 Zeichen

V/0525/2022 
V/0525/2022 
 
 
Öffentliche Berichtsvorlage 
Betrifft 
 
Informationstafel am Schwester-Laudeberta-Weg 
 
 
Beratungsfolge 
 
   08.11.2022 Bezirksvertretung Münster-Mitte Bericht 
 
Bericht: 
 
Nach dem Beschluss des Straßennamens am 2 2. März 2022 wurde am 25. April 2022 der Antrag 
A-M/0010/2022 (Anlage 1) vorgelegt und mit folgendem Inhalt von der Bezirksvertretung am 3. 
Mai 2022 einstimmig beschlossen:  
 
 „Zum öffentlichen Gedenken an Schwester Laudeberta wird am neu benannten Schwester -
Laudeberta-Weg eine Informationstafel mit den wesentlichen Informationen zu ihrer Person 
und ihrem Widerstand gegen die „Euthanasie -Verbrechen“ des Nationalsozialismus, inkl . ei-
nes QR-Codes für weiterführende Informationen, errichtet.  
 Die voraussichtlichen Kosten für die Planung, Herstellung u nd Errichtung für die Informati-
onstafel werden ermittelt und der Bezirksvertretung zur Entscheidung vorgelegt.  
 Das Stadtarchiv und da s Vermessungs- und Katasteramt werden beauftragt, die historischen 
Hintergründe von Schwester Laudeberta und ihrem Widerstand gegen die „Euthanasie -Ver-
brechen“ des Nationalsozialismus zu erarbeiten und für die zu errichtende Informationstafel 
in geeigneter Form darzustellen und der Bezirksvertretung zur Sitzung am 20.09.2022 vorzu-
legen.“ 
 
zu Punkt 1 
Zu der Absicht, eine Informationstafel an dem Fußweg an der Aa aufzustellen, hat das Stadt-
planungsamt - Abteilung Denkmal- und Stadtbildpflege – Stellung genommen. (Anlage 2). Das 
Stadtplanungsamt empfiehlt an der örtlich vorhandenen Bruchsteinmauer eine Bronzetafel an-
zubringen. 
Dazu gibt das Stadtarchiv zu Bedenken, dass Bronzetafeln wegen des Materialwertes bereits 
gestohlen wurden. Deshalb wurde die gestohlene Bronzetafel am Zwinger durch eine Granit-
platte ersetzt. Am Schwester -Laudeberta-Weg kommt eine Granitplatte leider nicht in Frage, 
weil hier QR -Code gewünscht wird, der aber nicht handwerklich hergestellt werden kann.  
Vermessungs- und 
Katasteramt 
 
23.08.2022  
 
Ihr/e Ansprechpartner/in:  
Herr Zimmermann 
Telefon: 492-6242 
ZimmermannBernhard@stadt-
muenster.de

- 2 - 
V/0525/2022 
 
zu Punkt 2 
Wenn kein Schi ld mit Plexiglas noch eine Bronzetafel in Frage kommen, bleibt noch das Ange-
bot der Galerie Mandos -Feldmann in Westerstede. Mandos -Feldmann bietet an, eine Tafel aus 
gegossenem Aluminium mit erhabener Schrift und integriertem QR -Code herzustellen (Anla-
ge 3).  Beispielfotos sind unter  
http://www.gedenktafel -schrifttafel.de/Ged enktafel/Gedenktafel-in-Aluminium  
zu sehen. Die Tafel kann bronzefarbig oder grau beschichtet werden, der QR -Code bleibt 
schwarz-weiß.  
Ein Kostenvoranschlag kann wegen der ständigen Preisentwicklung nicht abgegeben werden. 
Mandos-Feldmann schätzt die Kos ten für eine Bronzetafel auf ca 3.000 € + MWST + Versand 
und für eine Aluminiumtafel auf 2.600  € + MWST + Versand (Stand Juli 2022) (Anlage 4)  
 
zu Punkt 3 
Zur Aufarbeitung der historischen Hintergründe von Schwester Laudeberta und ihrem Widerstand 
gegen die „Euthanasie-Verbrechen“ des Nationalsozialismus ist das Stadtarchiv eine inhaltliche 
Kooperation mit Prof. Markus Köster eingegangen. Diese zielte darauf ab, eine Autorisierung von 
Markus Köster (einem Initiator der Gedenktafel bzw. Straßenbenennung) z u erhalten, die Ergeb-
nisse seiner Forschungen im Rahmen des Projektes zu verwenden. Außerdem konnte das Stadt-
archiv Markus Köster für die Erstellung des Gedenktafel-Textes gewinnen. Darüber hinaus wird das 
Stadtarchiv die neue Gedenktafel in die Webseite „Erinnern im öffentlichen Raum“ aufnehmen, so 
dass weitere Online-Informationen verfügbar sind. 
Im Archiv verfügbar ist eine Schülerinnen -Arbeit von Hannah Speck: Die vergessene Ordensfrau 
hinter dem verehrten Kardinal. Schwester Laudeberta und Clemens Augu st Kardinal von Galen. 
Erinnerung an Zivilcourage in dunkler Zeit-, Münster 2009. 
 
Das Bistum Münster hat der Anbringung der Aluminium-Tafel – Ausführung und Text wie Anlage 3 - 
zugestimmt. 
In Vertretung 
gez. 
Robin Denstorff 
Stadtbaurat 
 
Anlagen 
Anlage 1 Antrag A-M/0010/2022 
Anlage 2 Stellungnahme zur Stadtbildpflege 
Anlage 3 Gedenktafel Laudeberta 
Anlage 4 Kostenauskunft 
Anlage 5 Auf Roter Erde 8-2021

Anlage_1_Antrag_M_0010_2022_

2658 Zeichen

CDU-Fraktion in der BV-Mitte 
CDU-Kreisverband Münster e.V. 
Mauritzstraße 4-6 • 48143 Münster 
Telefon (02 51) 4 18 42-0 
Telefax (02 51) 4 18 42-44 
post@cdu-muenster.de • www.cdu-muenster.de 
 
 
 
 
 
 
An den 
Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Münster – Mitte 
Herrn Dr. Stephan Nonhoff 
Amt für Bürger- und Ratsservice 
Klemensstr. 10 
48143 Münster 
 
 
 
Errichtung Informationstafel am Schwester-Laudeberta-Weg zum öffentlichen 
Gedenken an Schwester Laudeberta  
 
 
 
Die Bezirksvertretung Münster-Mitte möge beschließen: 
 
• Zum öffentlichen Gedenken an Schwester Laudeberta wird am neu benannten 
Schwester-Laudeberta-Weg eine Informationstafel mit den wesentlichen Informatio-
nen zu ihrer Person und ihrem Widerstand gegen die „Euthanasie-Verbrechen“ des 
Nationalsozialismus, inkl. eines QR-Codes für weiterführende Informationen, errich-
tet. 
• Die voraussichtlichen Kosten für die Planung, Herstellung und Errichtung für die In-
formationstafel werden ermittelt und der Bezirksvertretung zur Entscheidung vorge-
legt. 
• Das Stadtarchiv und das Vermessungs- und Katasteramt werden beauftragt, die his-
torischen Hintergründe von Schwester Laudeberta und ihrem Widerstand gegen die 
„Euthanasie-Verbrechen“ des Nationalsozialismus zu erarbeiten und für die zu errich-
tende Informationstafel in geeigneter Form darzustellen. 
 
Begründung 
 
In der Sitzung der Bezirksvertretung am 22.03.2022 wurde einstimmig beschlossen, dass der 
Fußweg an der Aa von der Straße Spiegelturm bis zur Petrikirche den Straßennamen Schwes-
ter-Laudeberta-Weg erhält. 
 
Für das geeignete Andenken an Schwester Laudeberta und ihrem Widerstand gegen die „Eu-
thanasie-Verbrechen“ des Nationalsozialismus ist eine Informationstafel mit den wesentli-
chen Informationen erforderlich. 
A-M/0010/2022

CDU-Fraktion in der BV-Mitte 
 
Die Informationstafel ermöglicht die Vermittlung von Informationen zu Schwester Lau-
deberta und ihrem Einsatz sowie die Rettung psychisch kranker und behinderter Menschen 
vor dem Mordprogramm des NS-Regimes. Sie hat neben den Angehörigen der Klinikpatien-
ten auch Bischof Clemens August Graf von Galen über die bevorstehenden Deportationen in 
Vernichtungsanstalten informiert. Für den Bischof war dies ein entscheidender Anstoß für 
seine wichtige Predigt vom 3. August 1941, in der er das Euthanasieprogramm öffentlich als 
Massenmord benannte. 
 
Mit dem auf der Informationstafel angebrachten QR-Code ist der Abruf weiterführender In-
formationen auf der Internetseite der Stadt Münster möglich. 
 
 
Münster, den 25. April 2022 
 
Carsten Fuest 
Keyvan Dalili 
Lea Knezevic 
Svenja Kuzniarek 
Hans-Christoph Vogelberg

Anlage_4_Kostenauskunft

1938 Zeichen

[Seite]
Bernhard Zimmermann
Betreff: AW: Gedenkplatte aus Aluminium, bronzefarbig 
 
Von:  Christel Mandos-Feldmann <mandos-feldmann@t-online.de >  
Gesendet:  Freitag, 22. Juli 2022 13:58 
An:  Bernhard Zimmermann <ZimmermannBernhard@stadt-muenster.de> 
Betreff:  AW: Gedenkplatte aus Aluminium, bronzefarbig 
 
[Vorsicht Internetmail]:  
Diese Mail haben Sie über das Internet erhalten. Bitte Anlagen und Links nur öffnen, wenn keine 
Anhaltspunkte für Viren vorliegen. Weitere Informationen finden Sie auch in der FAQ Outlook   
Hallo Herr Zimmermann,  
unter dem link http://www.gedenktafel-schrifttafel.de/Gedenktafel/Gedenktafel-in-
Aluminium finden Sie  Alutafeln.  
„Herrenhausen“- Tafeln wurden grau professionell lackiert. Sehen übrigens sehr chic 
aus. Bronzefarben geht natürlich auch.  
Die Preise von 2020 können Sie als Maßstab nicht mehr nehmen, unterdessen fand 
eine Steigerung für Gießereiprodukte bis zu 90 % statt und hält weiter an.  
Geschätzte Nettopreise jetzt für Bronze mit QR und dieser Textfülle und Größe 55-
60 cm: 2500 -3000 €  + MwSt + Versand  
Geschätzte Nettopreise jetzt für Alu mit QR und dieser Textfülle Größe 55-60 cm: 
2100 -2600 €+ MwSt + Versand  
Was die Kosten verursacht ist nicht nur das Material, sondern die Arbeitszeiten 
Modellbau, Überarbeitung, Fräsprogramme etc. und die Energiekosten (Fräszeiten 
und Metallschmelze) und professionelle Lackierung  
Noch ein Gedanke:  
Will einer die Tafel klauen, bekommt man für Bronze ca. 4-5 Euro/kg  für 
Schrottbronze, bei ca. 30 kg wären das 120-150 Euro. Alu ist leichter, 
Diebstahlsgewinn vielleicht 50 Euro  
Und wenn dann die Tafel nur mit der Mauer zu haben ist, weil sie zu fest montiert 
wurde, lohnt der Aufwand nicht wirklich.  
Freundliche Grüße, 
Christel M  
 
 
 
andos-Feldmann 
______________________________ 
  
Galerie Mandos-Feldmann 
Gaststraße 23 a 
26655 Westerstede 
  
Fon: 04488 79293 
www.gedenktafel-schrifttafel.de

Anlage_5_Auf_Roter_Erde_8-2021

13894 Zeichen

August 2021 
eine zweite große Verle- 
gungswelle, in der allein aus 
Münster-Marienthal 465 Pa- 
tienten in mehrere süddeut- 
sche Anstalten verlegt wur- 
den, mehr als fünfmal so vie- 
le wie 1941. Nur 23 von ih- 
nen waren bei Kriegsende 
noch am Leben.
D
ie Clemensschwestern 
scheinen der zweiten 
Deportationsaktion hilflos 
gegenübergestanden zu ha-
ben. Sie litten unter ihrem 
Wissen über den Zweck der 
Verlegungen, sahen aber of- 
fenbar keine Möglichkeit zu 
intervenieren. Nach Erinne- 
rungen ihrer Mitschwestern 
hielt Schwester Laudeberta 
Bischof Clemens August 
weiterhin über die Gescheh- 
nisse in Marienthal und be-
sonders die Verlegung von 
Patienten in Vernichtungs- 
anstalten auf dem Laufen- 
den. Doch auch der erhob in 
der zweiten Phase nicht 
mehr öffentlich seine Stim- 
me.
S
chwester Laudeberta 
selbst hat nach dem Ende 
des Zweiten Weltkriegs we- 
der über die Geschehnisse 
gesprochen noch schriftliche 
Aufzeichnungen hinterlas- 
sen. Sie blieb Schwester in 
Marienthal, war von 1945 bis 
1952 Oberin der rund 100 
Clemensschwestern in der 
Anstalt und danach stellver- 
tretende Oberin und Leiterin 
der Wäscherei. Mit 84 Jahren 
starb sie am 6. September 
1971 und fand ihre letzte Ru- 
he wie alle münsterischen 
Clemensschwestern auf dem 
Zentralfriedhof zu Münster. 
Während über dem Grab 
ihrer Mitschwester Euthy-
mia 2006 eine eigene Kapelle 
errichtet wurde, schmückt 
das von Laudeberta nur eine 
schlichte kleine Platte. 
U
mso mehr läge es nahe, 
der couragierten Or- 
densfrau eine Straße in 
Münster zu widmen. Doch 
trotz eines Ratsbeschlusses, 
wonach neue Straßen bevor- 
zugt nach Frauen zu benen- 
nen sind, hat sich bis heute 
keine der zuständigen Stel- 
len für den eingebrachten 
Vorschlag erwärmen kön- 
nen. Vielleicht ändert sich 
das ja 50 Jahre nach ihrem 
Tod und 80 Jahre nach ihrer 
mutigsten Tat. Sie hätte es 
verdient.    
           	
 
 
 
für den er in vielem als Vor- 
bild diente.“ (Franz-Werner 
Kersting) 
D
ie administrative Koor- 
dinierung der Mordak-
tionen lag für die westfäli- 
schen Anstalten beim Pro- 
vinzialverband Westfalen. 
Wie in ganz Deutschland las-
sen sich Westfalen verschie- 
dene Phasen und Formen 
der Euthanasie-Verbrechen 
unterscheiden: Den Anfang 
bildete die Verschleppung 
von 59 jüdischen Patienten 
aus den westfälischen Pro- 
vinzialheilanstalten im Sep-
tember 1940, unter ihnen 
vier aus Münster-Marien- 
thal. Alle vier wurden weni- 
ge Tage später in der Tö- 
tungsanstalt Brandenburg 
vergast. 
W
enige Monate später, 
im Winter 1940/41 be-
gann die „Kindereuthanasie“, 
die Ermordung behinderter 
Säuglinge und Kinder. Im 
Rahmen dieser ebenfalls von 
Hitler persönlich initiierten 
Aktion wurden reichsweit 
mehr als dreißig als „Kinder- 
fachabteilungen“ getarnte 
Tötungsanstalten errichtet. 
In ihnen wurden behinderte 
Kinder durch Tabletten, In- 
jektionen oder Verhungern- 
lassen ermordet. Der Provin- 
zialverband Westfalen rich- 
tete zunächst im sauerländi- 
schen Marsberg, dann in 
Dortmund-Aplerbeck eine 
solche „Kinderfachabtei-
lung“ ein; mindestens 200 
Kinder, die meisten unter 
sieben Jahren, wurden dort 
umgebracht.
P
arallel zu den Kinder- 
morden lief die Erwach-
senen-„Euthanasie-Aktion 
T4“ an – benannt nach der 
Adresse, in der sie geplant 
wurde: einer Villa in der 
Tiergartenstraße 4 in Berlin. 
Im Rahmen dieser systema- 
tisch und zentral organisier- 
ten Melde-, Transport- und 
Gasmord-Aktion wurden al- 
lein aus den westfälischen 
Anstalten zwischen Juni und 
August 1941 insgesamt 2800 
Patientinnen und Patienten 
in Vernichtungsanstalten, 
vor allem ins hessische Ha- 
damar, verlegt. Reichsweit 
wurden bis Ende August 
1941 ungefähr 70 000 Men-
schen ermordet, ein Viertel 
aller in psychiatrischen An-
stalten untergebrachten Pa- 
tienten. 
recht die Durchführung des 
Vorbereiteten [ist] Teilnah- 
me am organisierten Mord ... 
und ein Verbrechen, das zum 
Himmel schreit und das zum 
Unheil und Verderben für 
das deutsche Volk führen 
wird.“
Z
wei Tage später erstattete 
von Galen auch Anzeige 
beim Polizeipräsidenten in 
Münster. Doch weder Lan- 
deshauptmann Kolbow noch 
der Polizeipräsident sahen 
sich zu einer Reaktion genö-
tigt. Im Gegenteil hielt Kol- 
bow am 31. Juli in einem 
Vermerk fest, er habe nicht 
die Absicht, sich durch den 
Brief des Bischofs „irgendwie 
beirren zu lassen; die Aktion 
sei in Westfalen in flottem 
Fortschreiten und in etwa 2- 
3 Wochen beendet.“ Noch 
am gleichen Tag wurden 79 
Männer aus Münster-Ma- 
rienthal abtransportiert. Für 
von Galen waren dieser 
Transport, über den ihn 
Schwester Laudeberta bei 
einem zweiten Besuch 
unterrichtet hatte, sowie die 
Wirkungslosigkeit seiner 
schriftlichen Proteste wohl 
das auslösende Moment für 
seine aufsehenerregende 
Predigt am folgenden Sonn- 
tag, dem 3. August 1941, in 
der Lambertikirche. 
W
oher der Bischof sein 
Wissen hatte, dürften 
die Verantwortlichen des Eu- 
thanasieprogramms in West- 
falen zumindest geahnt ha-
ben, zumal der Bischof offen 
aussprach, dass er über zu- 
verlässige Insiderinformatio- 
nen aus der Anstalt Marien- 
thal verfügte. Seine Predigt 
fand bekanntlich in und 
außerhalb Deutschlands 
enorme öffentliche Reso-
nanz und war vermutlich 
der entscheidende Anstoß 
dafür, dass die braunen 
Machthaber die „Aktion T 4“ 
wenige Wochen später for- 
mal stoppten. Insofern rette- 
te nicht zuletzt Laudebertas 
Einsatz Tausenden von Pa- 
tienten in Deutschland das 
Leben. Allerdings brachte 
von Galens öffentlicher Pro- 
test keineswegs das dauer- 
hafte Ende des Mordens an 
Psychiatriepatienten. Dieses 
lief vielmehr, in dezentraler 
Form, bis zum Kriegsende 
weiter. So folgte den T4- 
Transporten des Sommers 
1941 auch in Westfalen 1943 
schrieb sie die Liste ab und 
übergab sie Schwester Lau- 
deberta. Diese handelte so- 
fort. Sie sprach gezielt Ange- 
hörige von Patienten an und 
legte ihnen nahe, diese mit 
nach Hause zu nehmen, weil 
sich die ohnedies prekären 
Zustände in der Anstalt wei- 
ter verschlechtern würden. 
P
arallel dazu beschloss 
Schwester Laudeberta, 
den münsterschen Bischof 
Clemens August Graf von 
Galen persönlich über die 
drohenden Transporte zu in- 
formieren. Dies war nicht so 
einfach, denn die Schwes- 
tern standen unter Beobach- 
tung eines NSDAP-Ortsgrup-
penleiters aus Kinderhaus, 
der als Pförtner in Marien-
thal arbeitete. So begab sich 
die couragierte Ordensfrau  
im Schutz der Dunkelheit 
zum Bischofspalais.
E
s ist nicht bekannt, wie 
das Gespräch verlief, 
aber Bischof von Galen, der 
schon vorher beunruhigen- 
de Nachrichten über die Ver- 
legung und Ermordung von 
Patienten aus westfälischen 
Heil- und Pflegeanstalten ge- 
hört hatte, reagierte schnell. 
Er schickte am 26. Juli einen 
scharfen Protestbrief an Lan- 
deshauptmann Kolbow, in 
dem er unter anderem 
schrieb: „Wie ich zuverlässig 
erfahre, werden jetzt auch in 
den Heil- und Pflegeanstal- 
ten der Provinz Westfalen 
Listen aufgestellt von sol- 
chen, die als sog. ‚Unproduk- 
tive‘ abtransportiert und in 
kurzer Zeit ermordet werden 
sollen. ... Die jetzt von der 
Provinzialverwaltung zuge- 
lassene Vorbereitung der Tö- 
tung Unschuldiger und erst 
I
m öffentlichen Bewusst- 
sein des Münsterlandes 
verankert ist die T4-Aktion 
vor allem, weil sie den An- 
lass für den berühmten Pro- 
test des Bischofs von Müns- 
ter, Clemens August Graf 
von Galen, bildete. Und hier 
kommt Schwester Laudeber- 
ta van Hal ins Spiel, die 1941 
ja schon über drei Jahrzehn- 
te in der Krankenpflege der 
Provinzialheilanstalt Müns- 
ter wirkte. Als das Euthana- 
sieprogramm des NS-Re-
gimes Fahrt aufnahm, war 
sie gerade Stationsleiterin in 
der Anstalt geworden. Das 
war vermutlich ein Grund, 
warum die dort tätige weltli- 
che Krankenschwester Else 
Stumpe ihr im Juli 1941 
über eine ungeheuerliche 
Entdeckung berichtete. Der 
zweite dürfte in Johanna van 
Hals Persönlichkeit gelegen 
haben. Sie war nicht nur äu- 
ßerlich eine große, stattliche 
Frau, sondern galt unter 
ihren Mitschwestern als 
außerordentlich couragiert 
und respektgebietend und 
als jemand, der den „Mund 
nicht halten konnte“. Mögli- 
cherweise hatte das auch mit 
ihrer Herkunft zu tun: Als 
gebürtiger Niederländerin 
dürfte ihr der deutsche 
„Untertanengeist“ ebenso 
fremd gewesen sein wie jeg- 
liche Sympathien für das 
Hitler-Regime.
I
hre Mitschwester Else hat- 
te eines Abends, als sie 
nach Dienstschluss das Büro 
eines leitenden Arztes putz- 
te, eine Liste mit den Namen 
von Patienten entdeckt, die 
in der kommenden Woche 
aus Marienthal deportiert 
werden sollten. Kurzerhand 
Mutter Maria“, kurz Cle- 
mensschwestern, bei. Ken- 
nengelernt hatte sie die Or- 
densgemeinschaft, deren 
Mutterhaus sich bis heute in 
Münster befindet, im Agnes- 
Hospital in Bocholt, wo sie 
als Krankenschwester arbei- 
tete. Noch im gleichen Jahr 
nahm Schwester Laudeberta, 
wie sie nun hieß, ihren 
Dienst in der Krankenpflege 
der damaligen Provinzial- 
heilanstalt Marienthal auf, 
der heutigen LWL-Klinik 
Münster. Dort blieb sie mit 
kurzen Unterbrechungen ihr 
ganzes Leben lang tätig. 
M
arienthal war keine 
kirchliche Einrich-
tung, sondern befand sich in 
Trägerschaft des Provinzial- 
verbandes Westfalen, Vor- 
läufer des heutigen Land- 
schaftsverbandes Westfalen- 
Lippe. Allerdings waren seit 
ihrer Gründung im Jahr 
1878 Clemensschwestern in 
der Krankenpflege und den 
Wirtschaftsbetrieben der 
psychiatrischen Anstalt be-
schäftigt. 
N
ach dem Ersten Welt- 
krieg stieg die Zahl der 
Patienten in Marienthal ste- 
tig an; in den 1930er Jahren 
waren dort rund 1000 Men- 
schen mit psychischen 
Krankheiten und Behinde- 
rungen stationär unterge- 
bracht. Gleichzeitig gerieten 
alle psychiatrischen Anstal-
ten schon in der Weltwirt- 
schaftskrise unter erhebli- 
chen Spardruck. Öffentlich 
mehrte sich die Kritik an den 
angeblich unnötig hohen 
Kosten der Unterbringung 
von „Geisteskranken“, wie sie 
damals genannt wurden. Zu- 
sätzlich brach 1933 die men- 
schenverachtende Ideologie 
des Nationalsozialismus 
über die Anstalten und de-
ren Patienten herein.  Hitler 
selbst kanzelte christlich 
oder humanitär motivierte 
Fürsorgemaßnahmen als 
„Wohlfahrtsduseleien“ ab. 
Psychisch Kranke und Be- 
hinderte galten in diesem 
Werteraster als „unprodukti- 
ve“, „minderwertige“ und 
letztlich „lebensunwerte Bal- 
lastexistenzen“. 
S
chon das „Gesetz zur Ver- 
hütung erbkranken 
Nachwuchses“ vom Juli 1933 
unterwarf die Insassen von 
psychiatrischen Anstalten 
einer Zwangssterilisierung 
bei vermuteter Erbkrank- 
heit. Mit Kriegsbeginn be- 
gann dann auf persönliche 
Anweisung Hitlers und unter 
strengster Geheimhaltung 
das, was beschönigend „Eu- 
thanasie“ (griechisch „der 
gute Tod“) genannt wird, 
aber „in Wirklichkeit der ers- 
te industriell betriebene 
Massenmord per Giftgas war 
–  noch vor dem Holocaust 
am europäischen Judentum, 
Von Markus Köster 
S
eit  einigen Monaten 
hören wir Berichte, 
dass aus Heil- und Pfle- 
geanstalten für Geisteskran-
ke auf Anordnung von Ber- 
lin Pfleglinge, die schon län- 
ger krank sind und vielleicht 
unheilbar erscheinen, 
zwangsweise abgeführt wer- 
den. Regelmäßig erhalten 
dann die Angehörigen nach 
kurzer Zeit die Mitteilung, 
der Kranke sei verstorben, 
die Leiche sei verbrannt, die 
Asche könne abgeliefert 
werden. Allgemein herrscht 
der an Sicherheit grenzende 
Verdacht, dass diese zahlrei- 
chen unerwarteten Todesfäl- 
le von Geisteskranken nicht 
von selbst eintreten, sondern 
absichtlich herbeigeführt 
werden, dass man dabei je- 
ner Lehre folgt, die behaup- 
tet, man dürfe sogenanntes 
lebensunwertes Leben ver- 
nichten, also unschuldige 
Menschen töten, wenn man 
meint, ihr Leben sei für Volk 
und Staat nichts mehr 
wert …“ 
V
iele kennen diese Sätze. 
Sie stammen aus der 
Predigt, die Münsters Bischof 
Clemens August Graf von 
Galen am 3. August 1941 in 
der Lambertikirche hielt. Da- 
rin prangerte er die soge- 
nannte „Euthanasie“-Aktion 
des NS-Regimes gegen Be-
hinderte und psychisch 
Kranke als das an, was sie 
war: Massenmord! 
W
ährend Galen und sei-
ne Predigt völlig zu 
Recht bis heute große Be- 
kanntheit haben, ist der Na- 
me Schwester Laudeberta, 
geborene Johanna van Hal, 
völlig vergessen. Dabei war 
es die Ordensfrau der Cle- 
mensschwestern, der der Bi- 
schof im Sommer 1941 ent-
scheidend sein Wissen über 
das Mordprogramm der Na- 
tionalsozialisten verdankte. 
Wer war diese Frau, deren 
Anonymität in merkwürdi- 
gem Kontrast zur Bedeutung 
ihrer mutigen Tat steht? 
J
ohanna van Hal stammte, 
wie ihr Nachname verrät, 
aus den Niederlanden. 1887 
wurde sie im Städtchen 
Groen lo im Achterhoek ge- 
boren, wenige Kilometer 
westlich der deutschen 
Grenze. Johanna war das 
jüngste von insgesamt fünf 
Kindern des Zimmermanns 
Hermanus Grades van Hal, 
der 1842 ebenfalls in Groen- 
lo geboren war und seiner 
sieben Jahre jüngeren Frau 
Berendina, geborene ter 
Maat. Über Johannas Leben 
ist erstaunlich wenig be- 
kannt. 1910 trat sie 22-jährig 
der „Genossenschaft der 
Barmherzigen Schwestern 
von der allerseligsten Jung- 
frau und schmerzhaften 
Die  Ordensschwester Laudeberta informierte Bischof von Galen im Sommer 1941 über die Patientendeportationen aus der Klinik Marienthal
Eine couragierte Frau und ihre mutigste Tat 
	
	

		

		
					
		
	
	            	

 


					 
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Anlage_3_Gedenktafel

8 Zeichen

Anlage 3

Beratungsverlauf (1)

06.12.2022 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 6.1 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (7)

  • Mauritzstraße 4
  • Klemensstraße 10
  • Schwester-Laudeberta-Weg
  • Spiegelturm
  • Promenade
  • Kinderhaus
  • Asche

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Details

Aktenzeichen
V/0525/2022
Typ
Vorlagen
Datum
23.08.2022
Erstellt
23.08.2022 11:20