V/0334/2010
Jahresbericht 2009 des Familienbüros
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Anlage Familienbüro Jahresbericht 2009
26445 Zeichen
ST ADT MUNSTER
Unsere Adresse
Stadt Münster
Familienbüro
Junkerstraße 1
48153 Münster
Tel. 492 - 5108
Fax 492 - 7913
familienbuero@stadt-muenster.de
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien
Info unter: www.muenster.de/stadt/jugendamt
Stadt Münster
Amt für Kinder, Jugendliche
und Familien
- Familienbüro -
Redaktion:
Margret Lengemann
Heidemarie Neumair-Otto
März 2010
Inhalt Vorwort 4
Kundenkontakte 4
Themenschwerpunkte 6
• Schwangerschaft, Erziehungszeit, Elterngeld 7
• Kindertagesbetreuung in Einrichtungen 7
• Familienkrisen und Erziehungsfragen 9
• Elternbriefe 9
Familienbüro vor Ort 11
Ausblick 13
Statistik auf einen Blick 15
4
Vorwort
Das Familienbüro hat im Berichtszeitraum seine Rolle als Info rmations- und Bera-
tungsstelle für alle Fragen rund um die Themen Familie, Elternschaft und Erziehung
gefestigt. Mit der Anzahl von 5.421 Bürg erkontakten ist die Inanspruchnahme im
Vergleich zum Vorjahr noch einmal leicht angestiegen. Dieser Bedarf konnte nur
durch die Beibehaltung der ausgeweiteten Se rvicezeiten gedeckt werden. Für beide
Mitarbeiterinnen des Familienbüros wurde die befristete Erhöhung der Wochenar-
beitszeit um 5 Stunden bis Mai 2010 verlängert, so konnte die gewohnte Qualität und
der Umfang der Beratung gehalten werden.
Immer häufiger suchen Ratsuchende das Familienbüro persönlich auf. Mütter und
Väter nutzen vermehrt Termine bei anderen Fachstellen des Amtes oder bei benach-
barten Ämtern der Stadtverwal tung, um sich mit Informationsmaterial zu versorgen,
ihren Säugling zu stillen oder zu wickeln und bei der Ge legenheit lang gehegte Fra-
gen zu klären. Väter und Mütter geben die Adresse oder die Telefonnummer des
Familienbüros in der Krabbelgr uppe oder in der Kinderarztpr axis von Mund zu Mund
weiter und tragen so zur Bekanntheit des Angebotes bei.
Kundenkontakte
Im Jahr 2009 nahmen 5.421 Bürgerinnen und Bürger Kontakt zum Familienbüro auf,
das bedeutet einen Anstieg von 2,2 % zum Vorjahr. Dass der Anstieg im Vergleich zu
den früheren Jahren geringer aus gefallen ist, ist als Zeichen dafür zu werten, dass
das Familienbüro jetzt „seine Klientel“ gefunden und erreicht hat. Junge Familien er-
schließen sich ihre Informationsquellen und kennen das Familienbüro als einen wich-
tigen Baustein hierzu.
Eine natürliche Grenze beim Anstieg der Beratungszahlen setzte die Zeit- und Per-
sonalressource des Familienbüros, die seit der Eröffnung im Jahr 2003 nur geringfü-
gig erweitert wurde. Syner gien wurden durch E-Mail-Kontakte und breite Informatio-
nen im Präventivbereich des Amtes für Ki nder, Jugendliche und Familien erzielt, die
ausgebaut wurden und den Anstieg der Zahlen teilweise kompensieren konnten.
Persönliche direkte Beratung auf 34,1 % gestiegen.
Eine Verschiebung hat sich bei der Art des Zugangs zu den Angeboten des Famili-
enbüros ergeben. 1.848 Bürger innen und Bürger kamen per sönlich zum Beratungs-
gespräch. Im Vorjahr waren es 1.546 Besucher, also 28 %. In diesem Jahr stieg die-
se Zahl auf 34,1 %. Junge Eltern und Familien nutzen den Besuch bei der Eltern-
geldstelle des Amtes oder die Antragstell ung für Elternbeiträge zur Kindertages-
betreuung zu einem persönlichen Besuch im Familienbüro. Die Möglichkeit, ohne
Terminabsprache „einfach mal eine Frage zu klären“ nehmen sie gerne in Anspruch.
Die Zahl der telefonischen Kontakte r eduzierte sich mit 3.573 Gesprächen auf
65,9 %. Nur 259 Telefongespräche, also 7, 2 %, hatten eine kurze Beratung oder das
Vermitteln einer Adresse zum Gegenstand. In 1.610 und somit 45,1 % der Fälle stell-
ten Anrufer eine gezielte Frage, deren Bean twortung ein tiefer gehendes Gespräch
5
erforderte, aber in einem Kontakt zufriedenstellend gelöst werden konnte. Im weitaus
größten Teil der Anrufe wurde eine unklare Problemlage vorgetragen, die erst durch
intensives Nachfragen eingegrenzt werden konnte. Die Beantwortung der herausge-
arbeiteten Problemlage erforderte in dies en Fällen oftmals eine umfangreiche Re-
cherche und die Kontaktauf nahme zu unterschiedlichen Inst itutionen. 1.772 Anrufe,
also 47,7 %, beinhalteten eine derart komp lexe Fragestellung, die mehrere Telefona-
te bzw. Rückrufe beim Ratsuchenden erforderlich machte.
Fazit: Die Fragestellungen zu erzieherischen Bedarfen sind komplexer geworden und
die Bürgerinnen und Bürger wünschen sich direkte persönliche Beratung.
Kontakte im Familienbüro im Jahresverlauf 2009
425
516
561
436
526
467
383
435 427
472
406
367
0
100
200
300
400
500
600
Jan
uar
Februar März Apr
il
Mai Jun
i
Juli
August
Septemb
er
Okto
ber
NovemberDezember
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Kundenkontakte in den Monaten Februar
und März deutlich angestiegen. In diese Zeit fi el wie in jedem Jahr die Sorge der El-
tern, zum Beginn des Kindergar tenjahres im August keinen Einrichtungsplatz für ihr
Kind zu bekommen. Erste Absagen von Einricht ungen versetzten Eltern in Unruhe
und lösten einen Sturm auf das Familienb üro aus. Mit einem Meldebogen „Suche
nach einem Einrichtungsplatz“ konnten sie die Mitarbeiterinnen des Familienbüros
davon in Kenntnis setzen, dass ihr Kind im laufenden Vergabeverfahren noch keinen
Einrichtungsplatz bekommen hatte.
Der Anstieg der Beratungszahl en im Monat Mai hat hier seine Ursache, eine große
Zahl von Eltern wollte sich zu diesem Zeitpunkt vergewissern, dass ihr Kind noch
„nachrücken“ würde. Erwartungsgemäß entspannte sich die Lage, nachdem Eltern,
die ihr Kind in mehreren Einrichtungen ang emeldet hatten, einen Betreuungsvertrag
mit einer Einrichtung abgeschlossen hatt en und die übrigen Plätze wieder vakant
wurden. Bei allen 3- bis 6- jährigen Kindern konnte durc h die enge Kooperation des
6
Familienbüros mit der Abte ilung Kindertagesbet reuung zum Beginn des Kindergar-
tenjahres der Rechtsanspruch realisiert und ein Einrichtungsplatz vermittelt werden.
Die Suche nach Einrichtungsplätzen für unter Dreijährige gestalt ete sich trotz des
Platzausbaus in diesem Bereich ungleich schwieriger. Eine große Zahl von jungen
Eltern musste zum Ende der Elternzeit dav on in Kenntnis gesetzt werden, dass sie
keinen Einrichtungsplatz für ihr Kind beko mmen würden. In intensiven Beratungsge-
sprächen mussten gemeinsam mit ihnen alter native Möglichkeiten wie die Betreuung
durch eine Tagespflegeperson entwickelt werden.
Die Ausbaubemühungen für den Rechtsanspruch auf einen U-3-Platz ab 2013 haben
höchste Priorität, trotzdem werden Engpässe im Einzelfall nicht auszuschließen sein.
Themenschwerpunkte
Kontakte im Familienbüro 2009 nach Themenschwerpunkten
Freizeitbeschäftigung,
Ferienbetreuung
446 (478)
8 % (9% )
Schwangerschaft,
Erziehungszeit,
Elterngeld
681 (597)
13 % (11 %)
Kindertagesbetreuung
in Einrichtungen
2.398 (2.384)
44 % (46 %)
Erziehungsfragen
221(260)
4 % (5 %)
Wirtschaftliche Hilfen
433 (385)
8 % (7 %)
Kindertagesbetreuung
in Tagespflege
772 (768)
14 % (14 %)
Familienkrisen
470 (430)
9 % (8 %)
Der Vergleich mit den Vorjahreszahlen, di e im Diagramm kursiv in den Klammern
abgebildet sind, zeigt, dass nur geringf ügige Verschiebungen bei einzelnen Themen-
schwerpunkten zu verzeichnen waren. De r Bereich „Schwangerschaft, Erziehungs-
zeit und Elterngeld“, der Bereich „Kinde rtagesbetreuung in Einr ichtungen“ und der
zusammengefasste Bereich „Familienkrise n und Erziehungsfragen“ sollen nachfol-
gend kommentiert werden, weil sie für die Betroffenen eine Situation großen Drucks
bedeuten können und sie vom fachlichen und ze itlichen Aufwand her die intensivste
Beratung erfordern.
Zusätzlich soll für die Elternbriefe dargeste llt werden, wie in enger Kooperation mit
anderen Fachstellen des Amtes der Versand weiter optimiert werden konnte.
7
Schwangerschaft, Erziehungszeit und El terngeld - 50,1 % wollen persönliche
Beratung
Durch das Bundeselterngeld- und Elternze itgesetz nahm dieser Themenkomplex be-
reits im Vorjahr einen breit en Raum ein. Im Jahr 2009 fanden 681 Beratungsgesprä-
che hierzu statt. 341 und dam it 50,1 % dieser Gespräche fanden im persönlichen
Kontakt in den Räumen des Familienbüros, häufig mit beiden Elternteilen statt. Paare
kommen in vielen Fällen lange vor der Gebur t des Kindes, manchmal sogar, bevor
eine Schwangerschaft besteht, zu einem er sten Beratungsgespräch. Sie wünschen
sich für die weitere Lebensplanung Info rmationen darüber, welche Stadtteile beson-
ders kinderfreundlich sind oder eine hohe Versorgungsquo te mit Betreuungsplätzen
haben. Sie haben das Anliegen, verbindlic he Auskünfte darüber zu bekommen, ob
und wie sie nach Ablauf der Elternzeit die Frage der Betreuung ihres Kindes ausrei-
chend und zufriedenstellend lösen können.
Besonders für alleinerziehende Mütter gibt es viele offene Fragen bezüglich ihrer
wirtschaftlichen Situation nac h der Geburt des Kindes. Die Mitarbeiterinnen des Fa-
milienbüros können hier einen ersten Überblick über Anlaufstellen für Hilfen geben,
halten entsprechende Antragsformulare vor und vermitteln im Bedarfsfall den Erst-
kontakt. Informationen über die Angebote der Familienzentren als auch die Familien-
bildungsstätten vor Ort werden hier als große Hilfe empfunden.
Kindertagesbetreuung in Einrichtungen
Wie auch in den Vorjahren bildete der Be reich Kindertagesbetreuung das Hauptthe-
ma im Familienbüro. 2.398 Gespräche fanden zur Frage der Kindertagesbetreuung in
Einrichtungen statt, 772 Gespräche zur Betreuung eines Kindes im Rahmen der Kin-
dertagespflege, insgesamt sind das 60 % aller Kundenkontakte im Jahr 2009.
Die Bestimmungen des Kinderbildungsgeset zes (KiBiz) haben sich inzwischen bei
den Einrichtungen durchgesetzt. Für Eltern sind die Zusammenhänge unterschiedli-
cher Betreuungszeiten und Gruppenf ormen, die das Gesetz möglich macht, nicht
immer durchschaubar. Immer wieder äuß ern sie Enttäuschung darüber, dass sie
nicht eine individuelle Betr euungszeit speziell für ihr Kind und ihren Bedarf buchen
können. Die Einsicht in die Tatsache, dass Betreuungszeiten nur für ganze Gruppen
festgelegt werden können, fällt ihnen schwer.
Viele Einrichtungen haben für die Schaffung von sogenannt en U-3-Plätzen die Zahl
der Plätze für 3- bis 6-jähr ige Kinder reduziert. Das hat zur Folge, dass Eltern von
„Rechtsanspruchskindern“ nicht immer einen Platz in der Wunscheinrichtung be-
kommen. Sie melden sich mit dem Anliegen, das Amt fü r Kinder, Jugendliche und
Familie möge die Vergabekriterien der jewe iligen Einrichtung überprüfen, weil sie
Entscheidungen bei der Platzvergabe als w illkürlich empfinden. Der Hinweis, dass
die Einrichtungen autonom bei der Vergabe der Plätze sind und dass die Ent-
scheidung auf der Grundlage von Vergabekrit erien erfolgt, die im Rat der Ein-
richtung mit Eltern beschlossen werden, stößt auf wenig Verständnis. Gespräche
mit diesen Eltern si nd oft sehr emotional und nehmen vi el Zeit in Anspruch. Die Mit-
arbeiterinnen des Familienbüros bemühen si ch, hier einen Puffer zwischen der Um-
setzung gesetzlicher Vorgaben und deren Aus wirkung auf Bürgerinnen und Bürger
8
zu bilden. Leider führen nicht alle Gespräc he aus Sicht der Eltern zu zufriedenstel-
lenden Antworten.
Den Kindern des sogenannten „hinein wachsenden Jahrgangs“ - das sind Kin-
der, die im laufenden Kindergartenjahr das dritte Lebensjahr vollenden - konnte in
allen Fällen ein Einrichtungsplatz angeboten werden . Der Rechtsanspruch sieht
für diese Kinder eine Betreuungszeit von 35 Stunden in einer wohnungsnahen Ein-
richtung vor. Um den Rechtsanspruch zu erfüllen, können nach dem Kinderbildungs-
gesetz bis zu 2 zusätzliche Kinder in einer Gruppe aufgenommen werden.
Der Begriff „wohnungsnah“ wird in Münster in der Form umgesetzt, dass eine Einrich-
tung mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sein muss. Die
steigende Nachfrage nach Einrichtungsplätzen führte im Berichtszeitraum dazu, dass
der Radius für eine zumutbare Entfer nung weiter gezogen werden musste. Familiäre
Besonderheiten wie die Tatsache, dass Gr undschulkinder zur Schule gebracht wer-
den müssen oder die Mobilität durch einen Säug ling in der Familie eingeschränkt ist,
werden bei der Platzsuche berücksichtigt.
Bezieher von Arbeitslosengeld II, deren Kinder das dritte Lebensjahr vollendet ha-
ben, werden wenn möglich verstärkt verpflic htet, eine Berufstätigkeit aufzunehmen.
Sie werden oft sehr kurzfristig zu Qualifizierungsmaßnahmen verpflichtet, die eine
schnelle Lösung der Betreuungsfrage für das Ki nd oder die Kinder erfordern. Das
Angebot von Arbeitsstellen in serviceori entierten Bereichen bedeutet häufig Arbeits-
zeiten, die mit den Öffnungszeiten von Ki ndertageseinrichtungen nicht vereinbar
sind. Wechselschichten, Arbeitszeiten an Wochenenden oder in den späten Abend-
stunden können mit den bekannten Möglichkei ten von Kindert agesbetreuung nicht
kindgerecht gelöst werden. In diesen Fällen ist nicht selten die Intervention der Mitar-
beiterinnen des Familienbüros bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Arbeits-
gemeinschaft Münster nötig, um Verständni s zu wecken und Sanktionen zu verhin-
dern.
Bedarfe und Nachfrage nach Plätzen in Kindertageseinrichtungen
Die Nachfrage nach Einrichtungsplätzen für unt er 3-jährige Kinder steigt stetig an.
Nach dem Ende der Elternzeit, die längstens 14 Monate sein kann, möchte ein gro-
ßer Teil der Eltern wieder berufstätig we rden. Die Gründe hierfür sind unterschied-
lich. Zum einen sind junge Familien oft auf das zweite Einkommen angewiesen, um
die Lebenshaltungskosten für die dreiköpfi ge Familie sicherzustellen, zum anderen
möchten Väter oder Mütter, die eine qualifiz ierte Ausbildung absolv iert haben, in ih-
rem Beruf arbeiten und fürchten einen Karri ereknick. Für Alleinerziehende bedeutet
es nicht selten das Beziehen von Arbeitslos engeld II, wenn sie nicht in die Berufstä-
tigkeit zurückkehren. Sie empfinden das als sozialen Abstieg und fürchten, in ihrem
Beruf nie wieder Fuß fassen zu können.
Trotz des kontinuierlichen Aus baues der U-3-Plätze konnten viele Eltern für ihr Kind
keinen Einrichtungsplatz finden. Im laufenden Kindergartenjahr ist es äußerst schwie-
rig, einen Einrichtungsplatz für ein unter 3-jähriges Kind zu bekommen. Auch die
Platzbörse kann hier nicht helfen, da einzel ne frei werdende Plätze nicht dort gemel-
det werden. Die Einrichtungen füllen diese Plätze aus der eigenen Warteliste auf.
9
Für viele Eltern von unter 3-jährigen Ki ndern ist es eine „Überraschung“, dass sie
zum Ende der Elternzeit ke inen Einrichtungsplatz fü r ihr Kind bekommen. Immer
dann, wenn sie aus bestimmten anderen B undesländern zugezogen sind, reagieren
sie mit großem Unverständnis auf diese Nachricht. Die Beratung durch die Mitarbei-
terinnen des Familienbüros muss hier helfen, alternative Lösun gen zuzulassen und
ihre Tauglichkeit für die persönliche Situation zu überdenken.
Familienkrisen und Erziehungsfragen
Insgesamt 691 (14 %) der Kundenkontakte befassten sich mit Familienkrisen
oder Erziehungsfragen. Häufig suchen getrennt lebende Elternteile das Familienbü-
ro auf, deren Kinder mit dem anderen Elte rnteil außerhalb Münsters wohnen. Die
Kontakte zu den Kindern gestalten sich bei räumlicher Entfernung schwierig, nicht
selten haben diese Elternteile das Gefühl , dass die Kinder gegen sie eingenommen
werden. Auch die Sorge, da ss ein neuer Partner sie aus dem Bewusstsein ihrer Kin-
der verdrängen könnte, belastet sie.
Das Gespräch im Familienbüro kann hilfreich dabei sein, die Situation möglichst
objektiv zu betrachten und Handl ungsstrategien zu entwickeln . Die Mitarbeite-
rinnen des Familienbüros helfen ihnen, sich die richtigen Partner zu erschließen,
um diese Strategien in die Tat umzusetzen. Dabei hat es oberste Priorität, die
Bedürfnisse und das körperliche, geistige und seelische Wohl der Kinder im
Auge zu behalten.
Die Zahl ratsuchender Eltern von Jugendlichen oder jungen Heranwachsenden
hat zugenommen. Eltern stehen oft hilflo s vor Kindern, die sich emotional von
ihnen entfernt haben und die keine Persp ektive für ihr zukünftiges Leben ha-
ben. Schulverweigerung, Abbruch der Berufsausbildung und eine Lebensfüh-
rung gegen den „normalen“ Tagesablauf belasten das Familienleben und füh-
ren zu harten Auseinandersetzungen.
Der Kontakt zum Familienbüro ist oft der erst e Schritt dazu, die Situation so zu be-
trachten, wie sie sich darst ellt und sie einem Dritten gegenüber so zu schildern, wie
die Familie sie erlebt. Diesem ersten Ge spräch sind nicht selten lange Phasen von
Verleugnung und gegenseitiger Verletzung vo rausgegangen. Im Gespräch, das sehr
behutsam geführt werden muss, damit Gedanken zugelassen und Überlegungen
entwickelt werden können, gilt es, die vorrangige Problemstellung herauszuarbei-
ten und den richtigen Berater hierfür zu vermitteln.
Eltern junger Kinder suchen das Familienbüro mit Frageste llungen auf, die sich von
der Förderung hochbegabter Kinder bis hin zur Diagnostik für Kinder, bei denen eine
Entwicklungsstörung vermutet wird, erstreck en. Auch hier sind die Mitarbeiterinnen
des Familienbüros die erste Anlaufstelle, bei der vorsichtig Ahnungen oder Befürch-
tungen ausgesprochen werden. Im Gespräch kann sich ein diffuses Gefühl zu einer
konkreten Fragestellung wandeln, die ein verantwortliches Handeln möglich macht.
10
Elternbriefe
Die Elternbriefe des Arbeitskreises Neue Er ziehung in Berlin sind als Entwicklungs-
tagebuch angelegt. Passend zum Alter werden alle wichtigen Entwicklungsschritte
beschrieben und nützliche Tipps zur Erziehung und zum Familienalltag gegeben. Für
die Zeit bis zum achten Lebensjahr des Ki ndes werden insgesamt 46 dieser Briefe
herausgegeben, davon 12 für das erste Lebensjahr. Eltern, die die Briefe bekommen,
empfinden sie als wertvollen Ratgeber, der ihre Fragen genau dann beantwortet,
wenn sie in der Entwicklung ihres Kindes aufkommen und sie in ihrer Erziehungs-
kompetenz wirksam stärkt.
Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien versendet die Briefe als kostenlosen
Service an die Eltern erstgeborener Kinder bis zu deren achten Lebensjahr. Die of-
fensive Werbung für die Elternbriefe im Familienbüro und die enge Kooperation mit
dem Präventionsteam Familienbesuche hat im Jahr 2009 dazu geführt, dass zusätz-
lich zu den Meldungen des Standesamtes 1. 567 Familien kurz nach der Geburt des
ersten Kindes in den Verteiler der Elternbriefe aufgenommen werden konnten.
Weitere 752 Familien erfuhren durch diese Maßnahmen erst zu einem späteren Zeit-
punkt von der Möglichkeit, Elternbriefe zu beziehen. Sei es, dass sie aus einer Kom-
mune nach Münster zugezogen waren, die di e Elternbriefe nicht versandte oder sie
mit der Veröffentlichung ihrer Adresse nac h der Geburt des Kinde s nicht einverstan-
den waren. Diese Familien wurden auf Wun sch rückwirkend ab Geburt des ersten
Kindes in den Verteiler der Elternbrie fe aufgenommen. Sie erhielten die Sammel-
mappe mit den Briefen bis zum Zeitpunkt de r Meldung als Sonderlieferung und von
da an die Briefe passend zum jeweiligen Lebensalter ihres Kindes.
Die Elternbriefe bieten Antworten auf viele Fragen ooooooo
Insgesamt konnte der Verteiler für die Elternbriefe so im Jahr 2009 auf 36.854 Ex-
emplare ausgeweitet werden. Die Mitarbeite rinnen des Familienbüros werden auch
weiterhin in enger Kooperat ion mit Beratern, Hebammen, Krankenhäusern und Ärz-
ten in Münster daran arbeiten, möglichst allen Eltern diesen kostenlosen Service des
Amtes zukommen zu lassen.
11
Familienbüro vor Ort
Große Bedeutung messen die Mitarbeiterinnen des Familienbüros der Aufgabe bei,
die Angebote des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien und der Münsteraner
Beratungsstellen und Institutionen bekannt zu machen. Ihr erklärtes Ziel ist es,
Hemmschwellen und Vorurteile abzubauen und so ein Türöffner für Information, Be-
ratung und Hilfe zu sein. Immer wieder nutz en sie deshalb die Gelegenheit und stel-
len sich und das Familienbüro an Orten vor, an denen sich viele junge Familien auf-
halten.
Einige Beispiele
Geburtsfest 2009 im St. Franziskus-Hospital
Am 27. März hatte das St. Franziskus-Hospital Münster die Eltern aller Kinder, die in
den letzten zwölf Monaten dort geboren waren, zu einem Geburtsfest eingeladen,
das mit einem Markt der Möglichkeiten ver bunden wurde. Viele Eltern folgten dieser
Einladung mit dem Neugeborenen und Geschwisterkindern.
Geburtsfest im
St. Franziskus Hospital
12
Die Mitarbeiterinnen des Familienbüros trafen dort junge Eltern mit ihren Kindern, die
die ersten Erfahrungen mi t dem „Eltern-Sein“ hinter sich hatten. Sie nutzten die Ge-
legenheit ausgiebig, Fragen zu stellen und sich mit Informationsmaterial zu versor-
gen. Die zwanglose Atmosphäre ermöglicht e ausgiebige Gespräche mit Eltern, wäh-
rend die Kinder in Sichtweite auf der Kr abbeldecke spielten. Die Themenpalette ging
von Durchschlafen über A ngebote der Elternschule bis hin zu Trotzphase und Eifer-
sucht bei älteren Geschwisterkindern.
Der große Gewinn einer solchen Veranstaltung ist die Erfahrung von Bürgerinnen
und Bürgern, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtes für Kinder, Ju-
gendliche und Familien sich als Gesprächspartner anbieten und kompetent und fach-
lich fundiert Auskunft geben kön nen. Diese Erfahrung kann in einer späteren Situati-
on den Weg zu den Angeboten des Amtes ebnen und erleichtern.
Kinderfest zum Weltkindertag im Südpark
Am 20. September fand der Weltkindertag 2009 statt. In Müns ter wird er seit vielen
Jahren traditionell mit einem Kinderfest im Südpark begangen. Neben vielen Attrakti-
onen für Kinder stellen sich auf diesem Fest auch Beratungsstellen und Institutionen
aus Münster vor. In diesem Jahr war er stmalig auch das Familienbüro beim Weltkin-
dertag mit einem Stand vertreten.
Weltkindertag
im Südpark
Während die Kinder auf der Hüpfburg ihren Spaß hatten, malten oder Instrumente
bastelten, kamen viele Eltern zu einem Informationsgespräch an den Stand. Das In-
formationsmaterial war gezielt ausgewähl t worden zu den Themen Kinderrechte,
Kinder und Medien sowie Unfallverhütung im Haushalt und erste Hilfe bei Unfällen
mit Kindern. In der Folgezeit suchten eini ge Besucher des Kinderfestes das Famili-
enbüro persönlich auf, um andere, weiter gehende Anliegen zu besprechen.
13
Hotline „Medienkonsum“
Im November koordinierten die Mitarbei terinnen des Familienbüros eine ganztätige
Hotline zum Thema „Medienkonsum“, die das Jugendinformations- und -bildungs-
zentrum (Jib) in Kooperation mit der Schulpsychologischen Beratungsstelle anbot.
Viele Eltern sind verunsichert, weil sie k aum noch verstehen, in welchen Medienwel-
ten sich ihre Kinder „tummeln“. Kaum ein Thema wird so emotional und kontrovers in
den Familien, den Medien oder der Politik diskutiert. Schlagwö rter wie „Killerspiele“,
„Computersucht“ oder „Communities“ werden benutzt, ohne dass Eltern und Kinder
dasselbe darüber wissen oder darunter verstehen. Amokläufer an Schulen lösen die
Frage aus, ob Kriegsspiele im Internet zur Nachahmung verleiten. Die Hotline sollte
hier Orientierungshilfe geben, Gefahren aufzeigen und den Weg zu Beratungsange-
boten öffnen.
Hotline zum Thema Medienkonsum
Im Nachgang zur Hotline-Aktion war dies es Thema immer wieder Gegenstand von
Anfragen bei den beteiligten Fachstellen und im Familienbüro.
Ausblick
Mit den zu erwartenden Veränderungen in der Tagesbetreuungslandschaft und unter
Berücksichtigung der Tatsache, dass ab dem Jahr 2013 Kinder, die das erste Le-
bensjahr vollendet haben, ei nen Rechtsanspruch auf einen Einrichtungsplatz haben
werden, wird die Beratung zu Fragen der Kindertagesbetreuung weiterhin das Haupt-
thema im Familienbüro bl eiben. Die Vermittlung von geeigneten Betreuungsplätzen
besonders im laufenden Kindergartenjahr wird sich weiterhin schwierig gestalten.
14
15
Viele Eltern von U-3-Kindern werden er fahren, dass sie den gewünschten Einrich-
tungsplatz nicht bekommen können und auch die Vermittlung einer Tagespflegeper-
son nicht kurzfristig und nicht immer wohnungsnah möglich ist.
Die Mitarbeiterinnen des Familienbüros werden weiterhin Fragen, Anliegen und Prob-
leme auf den Punkt bringen.
In Zusammenarbeit mit den Abteilungen und Fachstellen des eigenen Amtes und
anderen Ämtern der Stadtverwaltung werden zufriedenstellende Lösungen für Bürge-
rinnen und Bürger gesucht.
Statistik auf einen Blick
Familienbüro 2009
gesamt
Adresse und
kurze
Beratung
gezielte Frage
Beratung:
unklare
Problemlage
persönliche
Beratung:
gezielte Frage
persönliche
Beratung:
unklare
Problemlage
Suche zum Sommer 602 5 171 233 108 85
Suche zum 3. Geburtstag 666 0 209 260 105 92
Suche für Kinder unter 3 Jahre 748 7 181 314 119 127
Probleme in der KiTa 137 0 59 58 10 10
Elternbeiträge / ÜMB / Verpflegungskosten 245 51 69 57 38 30
Kindertagesbetreuung in Einrichtungen 2.398 63 689 922 380 344
Alternative (fehlender Einrichtungsplatz) 282 2 100 85 50 45
Suche nach Tagesmutter 330 61 105 82 52 30
Spielgruppen 160 18 64 34 23 21
Kindertagesbetreuung in Tagespflege 772 81 269 201 125 96
Familienkrisen 192 0 37 73 37 45
Sorgerecht / Umgangsrecht 163 0 38 56 32 37
Trennung / Scheidung 115 0 29 40 25 21
Familienkrisen 470 0 104 169 94 103
Erziehungsfragen Kinder 125 0 27 49 28 21
Erziehungsfragen Jugendliche 73 0 15 29 15 14
Probleme in der Schule 23 0 4 12 4 3
Erziehungsfragen 221 0 46 90 47 38
Schwangerschaft, Erziehungszeit, Elterngeld 681 0 174 166 171 170
Freizeitbeschäftigung 61 3 32 12 12 2
Ferienbetreuung 114 1 38 39 17 19
Ganztagsbetreuung v. Schulkindern in den Ferien 271 11 82 92 46 40
Freizeitbeschäftigung, Ferienbetreuung 446 15 152 143 75 61
Kosten / wirtschaftliche Hilfe allgemein 277 86 58 45 50 38
Unterhalt 156 14 50 36 29 27
Wirtschaftliche Hilfen 433 100 108 81 79 65
Kontakte insgesamt 5.421 259 1.542 1.772 971 877
davon persönlich im Familienbüro 1.848
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ST ADT MUNSTER
Unsere Adresse
Stadt Münster
Familienbüro
Junkerstraße 1
48153 Münster
Tel. 492 - 5108
Fax 492 - 7913
familienbuero@stadt-muenster.de
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien
Info unter: www.muenster.de/stadt/jugendamt
Berichtsvorlage
3277 Zeichen
V/0334/2010 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Betrifft Jahresbericht 2009 des Familienbüros Beratungsfolge 11.05.2010 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht Bericht: Das Familienbüro legt mit dieser Vorlage seinen nunmehr fünften Jahresbericht vor. Die Zahl der Bürgerinnen und Bürger, die das Familienbüro besuchten oder zu ihm Kontakt aufnahmen, ist mit 5.421 Bürgerkontakten im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um 2,2 % leicht angestiegen. Da- mit ist inzwischen praktisch eine „natürliche Grenze“ beim Anstieg der Beratungszahlen auf Grund der zur Verfügung stehenden Zeit- und Personalressource des Familienbüros erreicht. Immer häufiger suchen Ratsuchende das Familienbüro persönlich auf. Der Anteil der persönli- chen direkten Beratung ist auf 34,1 % (1.848 Bürgerinnen und Bürger) gestiegen. Das Thema „Tagesbetreuung von Kindern“ stellt wie in den vergangenen Jahren den größten Schwerpunkt im Familienbüro dar. Besonders die Nachfrage nach Einrichtungsplätzen für unter 3-jährige Kinder steigt weiterhin an. Wenngleich die Ausbaubemühungen für den Rechtsan- spruch auf einen U-3-Platz ab 2013 höchste Priorität haben, werden Engpässe im Einzelfall nicht auszuschließen sein. Diese Themenstellung bedeutet intensive Beratungsgespräche, um ge- meinsam mit Eltern alternative Möglichkeiten wie die Betreuung durch eine Tagespflegeperson zu entwickeln. Mit den zu erwartenden Veränderungen in der Tagesbetreuungslandschaft wird die Beratung zu Fragen der Kindertagesbetreuung absehbar auch weiterhin das Hauptthema im Familienbüro bleiben. Weitere Themen- bzw. Beratungsschwerpunkte ergaben sich in den Bereichen „Schwanger- schaft, Erziehungszeit und Elterngeld“ sowie „Familienkrisen und Erziehungsfragen“. Sie werden im Jahresbericht näher kommentiert, vor allem weil sie für die Betroffenen eine Situation großen Drucks bedeuten können und sie vom fachlichen und zeitlichen Aufwand her die intensivste Be- ratung erfordern. Die Fragestellungen zu erzieherischen Bedarfen sind komplexer geworden und die Bürgerinnen und Bürger wünschen sich gerade hier eine direkte persönliche Beratung. Er- wähnenswert ist auch, dass die Zahl ratsuchender Eltern von Jugendlichen oder jungen Heran- wachsenden zugenommen hat. Vorlagen-Nr.: V/0334/2010 Auskunft erteilt: Frau Neumair-Otto, Frau Lengemann Ruf: 492 51 07 / 492 51 61 E-Mail: Familienbüro@stadt-muenster.de Datum: 22.04.2010 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0334/2010 Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien versendet die Elternbriefe des Arbeitskreises Neue Erziehung in Berlin - eine bekannte und beliebte Hilfe in Erziehungs- und Entwicklungsfragen des Kindes - als kostenlosen Service an die Eltern erstgeborener Kinder bis zu deren achten Lebens- jahr. Die offensive Werbung für die Elternbriefe im Familienbüro und die enge Kooperation mit dem Präventionsteam Familienbesuche hat im Jahr 2009 dazu geführt, dass zusätzlich zu den Meldungen des Standesamtes 1.567 Familien kurz nach der Geburt des ersten Kindes in den Verteiler der Elternbriefe aufgenommen werden konnten. So konnten im Jahr 2009 insgesamt 36.854 Exemplare verteilt werden. I. V. gez. Dr. Hanke
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Junkerstraße 1
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0334/2010
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 22.04.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37