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V/0846/2010

Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs auf der Strecke Münster - Neubeckum der Westfälischen Landeseisenbahn (WLE) ( Gemeinsamer Antrag der SPD-Fraktion, der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, der Fraktion DIE LINKE., der Ratsgruppe UWG/Ö

Vorlagen 10.11.2010

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Nächste Beratung: Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft, Sitzung am 02.12.2010, TOP 7.4

Beschlussvorlage

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Kurzfassung WLE-Gutachten

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Ansehen

Beschlussvorlage

14506 Zeichen

V/0846/2010 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs auf der Strecke Münster - Neubeckum der 
Westfälischen Landeseisenbahn (WLE) 
 
Gemeinsamer Antrag der SPD-Fraktion, der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, der Fraktion 
DIE LINKE., der Ratsgruppe UWG/ÖDP und von Herrn Ratsherr Langenfeld an den Rat vom 
09.03.2010 - Nr. A-R/0037/2010 "Vorrang für den öffentlichen Verkehr - Perspektiven für den 
Personenverkehr auf der Westfälischen Landeseisenbahn" und Antrag der CDU-Fraktion an den 
Rat vom 19.03.2010 - Nr. A-R/0039/2010 "Reaktivierung der WLE: Bestand sichern, 
Realisierungsperspektive eröffnen" 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
02.12.2010 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Der Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft nimmt das Gut-
achten des Zweckverbandes SPNV Münsterland (ZVM) zur Reaktivierung der Schienenstre-
cke Münster – Neubeckum der Westfälischen Landeseisenbahn zur Kenntnis. 
 
2. Die Verwaltung wird beauftragt, auf Basis der Ergebnisse des Gutachtens die weiteren Ar-
beitsschritte zur Reaktivierung des SPNV auf der Strecke Münster – Neubeckum unter Feder-
führung des ZVM gemeinsam mit dem Kreis Warendorf zu begleiten. 
 
3. Den Punkten 3 bis 5 (WLE-Reaktivierung) des gemeinsamen Antrages der SPD-Fraktion, der 
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, der Fraktion DIE LINKE., der Ratsgruppe UWG/ÖDP 
und von Herrn Ratsherr Langenfeld an den Rat vom 09.03.2010 - Nr. A-R/0037/2010 "Vorrang 
für den öffentlichen Verkehr - Perspektiven für den Personenverkehr auf der Westfälischen 
Landeseisenbahn" wird gefolgt. 
 
4. Dem Antrag der CDU-Fraktion an den Rat vom 19.03.2010 - Nr. A-R/0039/2010 "Reaktivie-
rung der WLE: Bestand sichern, Realisierungsperspektive eröffnen“ wird gefolgt. 
 
5. Dem Punkt 1 (Erhöhung der ÖV-Anteile) des gemeinsamen Antrages der SPD-Fraktion, der 
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, der Fraktion DIE LINKE., der Ratsgruppe UWG/ÖDP 
und von Herrn Ratsherr Langenfeld an den Rat vom 09.03.2010 - Nr. A-R/0037/2010 "Vorrang 
Vorlagen-Nr.: 
V/0846/2010 
Auskunft erteilt: 
Herr König 
Ruf: 
492 61 51 
E-Mail: 
KoenigD@stadt-muenster.de  
Datum: 
18.11.2010 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0846/2010 
für den öffentlichen Verkehr - Perspektiven für den Personenverkehr auf der Westfälischen 
Landeseisenbahn" wird nicht gefolgt. 
 
6. Dem Punkt 2 (Kooperation im regionalen ÖV) des gemeinsamen Antrages der SPD-Fraktion, 
der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, der Fraktion DIE LINKE., der Ratsgruppe 
UWG/ÖDP und von Herrn Ratsherr Langenfeld an den Rat vom 09.03.2010 - Nr. A-
R/0037/2010 "Vorrang für den öffentlichen Verkehr - Perspektiven für den Personenverkehr 
auf der Westfälischen Landeseisenbahn" wird gefolgt. 
 
7. Der gemeinsame Antrag der SPD-Fraktion, der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, der 
Fraktion DIE LINKE., der Ratsgruppe UWG/ÖDP und von Herrn Ratsherr Langenfeld an den 
Rat vom 09.03.2010 - Nr. A-R/0037/2010 "Vorrang für den öffentlichen Verkehr - Perspektiven 
für den Personenverkehr auf der Westfälis chen Landeseisenbahn" und der Antrag der CDU-
Fraktion an den Rat vom 19.03.2010 - Nr. A-R/0039/2010 "Reaktivierung der WLE: Bestand 
sichern, Realisierungsperspektive eröffnen“ sind damit erledigt. 
 
 
II. Kosten/Folgekosten 
 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt des Projektes „Reaktivierung 
der WLE“ keine Kosten entstehen. 
 
 
Begründung: 
 
zu 1. bis 4.: 
 
Zu den einzelnen Fragestellungen des gemeinsamen Antrages der SPD-Fraktion, der Fraktion 
Bündnis 90/Die Grünen/GAL, der Fraktion DIE LI NKE., der Ratsgruppe UWG/ÖDP und von Herrn 
Ratsherr Langenfeld an den Rat vom 09.03.2010 - Nr. A-R/0037/2010 "Vorrang für den öffentli-
chen Verkehr - Perspektiven für den Personenverkehr auf der Westfälischen Landeseisenbahn" 
und dem Antrag der CDU-Fraktion an den Rat vom 19.03.2010 - Nr. A-R/0039/2010 "Reaktivie-
rung der WLE: Bestand sichern, Realisierungsperspektive eröffnen“ können aktuell folgende Sach-
stände dargelegt werden. Dabei werden die in beiden Anträgen inhaltlich ähnlichen Fragen zur 
Westfälischen Landeseisenbahn zusammengefasst beantwortet. 
 
Die Westfälische Landeseisenbahn ist ein bedeutendes regionales Bindeglied im Korridor Albers-
loher Weg - südöstliches Münsterland. Dies betrifft insbesondere den Abschnitt Münster – Sen-
denhorst. Ihre Reaktivierung für den Schienenpersonennahverkehr wäre ein wesentlicher Beitrag, 
um die sozio-ökonomischen Verflechtungen stadt- und umweltverträglich in diesem Korridor zu 
stärken. Für die Stadt Münster gilt dies vor allem für die Erreichbarkeit der Innenstadt, der Stadttei-
le Gremmendorf, Angelmodde und Wolbeck sowie für die Dienstleistungs- und Gewerbeparks 
Loddenheide, die Halle Münsterland und das gesamte Hafenareal. 
 
Dies bestätigen die Ergebnisse des im Auftrag des Zweckverbandes SPNV Münsterland (ZVM) 
erstellten aktualisierten Gutachtens (Herbst 2010) zur WLE-Reaktivierung. Unter der Federführung 
des ZVM wurde ein Arbeitskreis eingerichtet, der die Erarbeitung des Gutachtens fachlich intensiv 
begleitet hat. Mitglieder des Arbeitskreises waren Vertreter der Fachverwaltung der Stadt Münster 
und des Kreises Warendorf sowie der Stadtwerke Münster GmbH, der Regionalverkehr Münster-
land GmbH (RVM) und Vertretern der WLE.  
 
Im Ergebnis kommen die Gutachter zu der pos itiven Aussage, dass die Wiedereinführung des 
Schienenpersonennahverkehrs zwischen Münster und Sendenhorst ein baulich machbares, zu-
kunftweisendes und volkswirtschaftlich sinnvo lles Projekt ist. Neben dem verkehrlichen Nutzen 
erfolgt durch die Reaktivierung auch eine erhebliche Verbesserung der Standortqualität der Anrai-
nerkommunen.

- 3 - 
V/0846/2010 
 
Die Abschätzung der zu erwartenden Nachfrage ergibt für den Planfall Münster – Sendenhorst 
6.260 Fahrgäste pro Tag (Mo- Fr), davon 920 Neuverkehre, also Personen, die heute noch den 
PKW benutzen. Im Ergebnis ermitteln die Gutachter einen Nutzen-Kosten-Indikator von 1,15. Da-
mit ist der Nachweis der volkswirtschaftlichen Rentabilität gegenüber dem Schwellenwert (1,0) 
deutlich erbracht und somit eine wesentliche Voraussetzung für die Inanspruchnahme einer Inves-
titionsförderung erreicht. Für die Erneuerung der Infrastruktur der Strecke und der Stationen wer-
den ca. 32,3 Mio. € abgeschätzt. Ergänzend zur Investitionskostenförderung nach den §§ 12 und 
13 des Regionalisierungsgesetzes ÖPNVG NRW ist eine gesicherte Finanzierung des Fahrbetrie-
bes und dessen Berücksichtigung bei der Zute ilung der ÖPNV-Pauschale nach §11 ÖPNVG NRW 
Voraussetzung für die Umsetzung des Projektes. 
 
Für den Planfall Münster – Neubeckum wurde demgegenüber nur ein Nutzen-Kosten-Indikator von 
0,5 ermittelt, weshalb für die Gesamtstrecke im ersten Ausbauschritt zunächst kein Förderzugang 
besteht. 
 
Daher hat der ZVM in der Sitzung der Verbandsversammlung am 27.09.2010 zur Vorlage 23/2010 
beschlossen, den Abschnitt Münster - Sendenhorst in den Nahverkehrsplan des Zweckverbandes 
Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) einzubringen, um ihn bei den weiteren Schienenausbau- und 
Investitionsplanungen des Landes NRW berücksichtigen zu können (1. Ausbaustufe). Der Ab-
schnitt Sendenhorst – Neubeckum (2. Ausbaustufe) wird als Zielvorstellung im NWL-
Nahverkehrsplan dargestellt. 
 
Damit ist der erste Schritt zu einer möglichen Reaktivierung der Westfälischen Landeseisenbahn 
für den Schienenpersonennahverkehr vollbracht. Die Aufnahme in den Nahverkehrsplan des NWL 
verdeutlicht die Bedeutung dieser Strecke auch gegenüber dem Land Nordrhein-Westfalen und 
dem Bund. 
 
Eine Kurzfassung des Gutachtens ist als Anlage beigefügt. Ein Exemplar der Langfassung wurde 
parallel mit dieser Vorlage an die Fraktionen verschickt. 
 
Zwischenzeitlich hat das Land NRW angekündigt, die Förderung der Nichtbundeseigenen Eisen-
bahnen (NE) ab 2010 wieder aufzunehmen, jedoch ist der im Haushalt vorgesehene Betrag von 
1,5 Mio. Euro/Jahr völlig unzureichend. Zwischen dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen 
(VDV) und dem Bund finden derzeit Gespräche über eine Bundesfinanzierung mit dem Ziel einer 
Förderung in Höhe eines Volumens von 150 Mio.  EUR/Jahr für alle Nichtbundeseigenen Eisen-
bahnen statt. Falls diese Erfolg hätten, würden auf Nordrhein-Westfalen entsprechend der Größe 
des Streckennetzes etwa 20 Mio. EUR entfallen. Die WLE betreibt etwa 13 % der NE-Infrastruktur 
in Nordrhein-Westfalen. Dies entspräche rd. 2,6 Mio. EUR Förderung durch Land und Bund. 
 
Das Kerngeschäft der Westfälischen Landeseisenbahn ist heute der Güterverkehr  (vgl. Vorlage 
V/0800/2010 Umstrukturierung WLE). Vom Güterverkehrsaufkommen der WLE sind derzeit rd. 1 
Mio. Tonnen/Jahr branchenunüblich durch langfristige Verträge abgesichert. Die bereits genehmig-
ten Abbauflächen für Kalkstein sind dabei Grundlage der Verträge für die Versorgung derzeitiger 
WLE Kunden per Schiene und reichen voraussichtlich noch für einen Zeitraum von 25 Jahren + X 
aus. Das vom Aufsichtsrat zur Umsetzung beschlossene Marktgutachten von Prof. Wittenbrink 
prognostiziert der WLE positive Entwicklungschancen u.a. im Fernverkehrsmarkt nach Abklingen 
der derzeitigen konjunkturellen Rezession. Die Gutachterempfehlung, die Aktivitäten im Bereich 
Werkstattleistungen für Dritte auszuweiten, wird aktuell sukzessive realisiert. Zusätzlich kommt die 
Ertüchtigung der Schienenstrecke bei einer Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs zwi-
schen Münster und Neubeckum auch dem Güterverkehr zu Gute.

- 4 - 
V/0846/2010 
zu 5.: 
 
Stadt und Stadtwerke fördern den öffentlichen Verkehr (ÖV) stärker als bisher. Ziel st es, 
den ÖV-Anteil am Verkehr in der Stadt bis zum Jahr 2020 auf 15 Prozent und den Anteil am 
Verkehr zwischen Stadt und Region auf 25 Prozent anzuheben. 
 
Zielsetzung der Stadt Münster ist es, den Umweltverbund (Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV/SPNV) in 
seiner Gesamtheit sowohl im Stadtgebiet als auch im Stadt-Umland-Verkehr zu stärken, was in 
den vergangenen Jahren gleichsam gelungen ist. In 2007 wurde im Rahmen einer Haushaltsbe-
fragung ein Modal-Split-Anteil am Umweltverbund von inzwischen 63,7% bei den Münsteranern 
ermittelt. Mit 36,3% ist demgegenüber der Anteil des motorisierten Individualverkehrs auch im 
bundesweiten Vergleich niedrig. Im direkten Städtevergleich ist der seit Jahren leicht steigende 
Anteil des ÖPNV mit heute 10,4% relativ gering. Dieser Umstand ist allerdings der herausragen-
den Bedeutung des Radverkehrs in Münster geschuldet. Daher ist das im Antrag ausgegebene 
Ziel von 15% ÖPNV-Anteil insofern zu relativieren, als das die zusätzlichen Gewinne für den 
ÖPNV nicht zu Lasten des Rad- und Fußgängerverkehrs gehen dürfen.  
 
Mit der gerade beschlossenen Einführung des Sc hülertickets, der gemeinsamen FirmenAbo-
Offensive der Stadt Münster und der Stadtwerke im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes, laufen-
den Anpassungen und Optimierungen des Stadtbusnetzes sowie den mittelfristig vor der Realisie-
rung stehenden Schienenhaltepunkten Roxel und Mecklenbeck werden wesentliche Schritte in 
Richtung einer weiteren Stärkung des ÖPNV im Umweltverbund gemacht. 
 
Im Regionalbusverkehr und im Schienenpersonennahverkehr konnten in den vergangenen Jahren 
deutliche Erfolge erzielt werden. Richtig ist, dass der prozentuale Anteil des ÖPNV/SPNV am 
Stadt-Umland-Verkehr rückläufig ist. Festgestellt wurde eine Verdoppelung des Kraftfahrzeugver-
kehrsaufkommens in den vergangenen 25 Jahren (1982 – 2007) im Regionalverkehr von/nach 
Münster von ca. 151.000 auf ca. 300.000 Personenfahrten/Tag. Obwohl auch der ÖPNV/SPNV im 
gleichen Zeitraum um 54% gestiegen ist (ca. 46.000 auf 71.000 Personenfahrten/Tag), ging der 
Anteil des ÖPNV/SPNV am Modal-Spit im Stadt-Umland-Verkehr im Verhältnis zum überproportio-
nal gestiegenen Kraftfahrzeugverkehr auf heute 19,3 % zurück. 
 
Aktuell geben die vielfältigen Maßnahmen im Bereich des SPNV Anlass zu der Annahme, dass 
hier weitere Fahrgäste hinzugewonnen werden können. Als Beispiele sind hier die Modernisie-
rungsoffensive an den Bahnhöfen und Haltepunkten in Münster und im Münsterland, die Maßnah-
men zur Qualitätssteigerung auf der Baumbergebahn Münster – Coesfeld, der Ausbau der Strecke 
Münster – Warendorf, die Erweiterung des Regi onalExpress-Angebotes mit einem zusätzlichen 
Halt in Albachten sowie der Direktverbindung nach Düsseldorf und nicht zuletzt der Ausbau des 
Hauptbahnhofs Münster zu nennen. 
 
Weitergehende Aussagen zur Stärkung des Umweltverbundes sind Bestandteil des in der Bearbei-
tung befindlichen Verkehrsentwicklungsplans Münster 2025, 2. und 3. Stufe. 
 
 
zu 6.: 
 
Maßnahmen zur Förderung des regionalen ÖV werden von Stadt und Stadtwerken mit den 
Nachbargemeinden und den Landkreisen des Münsterlandes gemeinsam konzipiert und 
durchgeführt. Kooperationen in der Leistungserbringung sind anzustreben. 
 
Schon heute werden in einigen Korridoren die Leistungen im ÖPNV in Kooperation von Stadtwer-
ken und Regionalverkehrsunternehmen erbracht. Beispiele hierfür sind  der Korridor Kappenberger 
Damm, hier ergänzen sich die Stadtbuslinie 7 und die Regionalbuslinie R41 zum 20’-Takt im 
Stadtgebiet. Im Korridor Coerde übernimmt die regionale Schnellbuslinie S50 das innerstädtische 
Schnellbusangebot und die Regionalbuslinien R22 und R32 bilden gemeinsam im Korridor Wolbe-

- 5 - 
V/0846/2010 
cker Straße den 20’-Takt der Stadtbuslinie 22, die über den Hauptbahnhof/die Altstadt bis nach 
Gievenbeck durchgebunden sind. 
 
Zu dieser Thematik führt der 2. Nahverkehrsplan aus, dass weitere Korridore geprüft werden sol-
len. Als ständiges Geschäft der ÖPNV-Planung wird dieses Thema auch bei der Aufstellung des 3. 
Nahverkehrsplans der Stadt Münster aufgegriffen. 
 
 
i.V. 
 
 
gez. 
Schultheiß 
Stadtdirektor 
 
 
Anlagen: 
 
1. Kurzfassung des Gutachtens „Reaktivierung der WLE-Strecke“ 
 
2. Gemeinsamer Antrag der SPD-Fraktion, der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, der Frak-
tion DIE LINKE., der Ratsgruppe UWG/ÖDP und von Herrn Ratsherr Langenfeld an den Rat 
vom 09.03.2010 - Nr. A-R/0037/2010 "Vorrang für den öffentlichen Verkehr - Perspektiven 
für den Personenverkehr auf der Westfälischen Landeseisenbahn" 
 
3. Antrag der CDU-Fraktion an den Rat vom 19.03.2010 - Nr. A-R/0039/2010 vom 19.03.2010 
"Reaktivierung der WLE: Bestand sichern, Realisierungsperspektive eröffnen“.

Kurzfassung WLE-Gutachten

9709 Zeichen

Reaktivierung
WLE-STRECKE
Kurzfassung
C O N S U L T I N G  E N G I N E E R S
SPIEKERMANN

1 
REAKTIVIERUNG DER WLE-STRECKE 
- Kurzfassung - 
1975 wurde der Personenverkehr auf der Schienenstre cke Münster – Beckum 
(WLE-Strecke) durch Buslinien ersetzt. Lediglich Gü terverkehr wird noch über 
diese Strecke abgewickelt. Die WLE weist von Münste r Hbf bis zum kurz vor der 
Stadtgrenze liegenden Haltepunkt Wolbeck rd. 9 km, im weiteren Verlauf bis 
Sendenhorst rd. 13 km und darüber hinaus bis Neubeckum weitere 14 km auf. 
Die Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs ( SPNV) auf der WLE-
Strecke Münster – Neubeckum ist als Erweiterung des  SPNV-Netzes im zweiten 
Nahverkehrsplan SPNV Münsterland dargestellt. Der Z VM als Mitgliedsverband 
des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL)  beabsichtigt, die Reak- 
tivierung der WLE-Strecke auch in den ersten Nahver kehrsplan Westfalen-Lippe 
einzubringen.  
Für ein Vorhaben dieser finanziellen Größenordnung ist eine positive Standardi- 
sierte Bewertung normative Voraussetzung für die Ge währung einer Förderung 
durch die Zuwendungsgeber. Der zu erwartende volksw irtschaftliche Nutzen 
muss die mit dem Vorhaben entstehenden Kosten übers teigen. In der vorliegen- 
den Untersuchung werden die wesentlichen Teilindikatoren ermittelt, um mit einer 
ausreichenden Genauigkeit den voraussichtlichen Nut zen-Kosten-Indikator (NKI) 
abschätzen zu können. 
Begleitet wird die Untersuchung von der Stadt Münst er und dem Kreis Waren- 
dorf, den Stadtwerken Münster und der Regionalverke hr Münsterland GmbH 
(RVM) sowie der Westfälischen Landes-Eisenbahn GmbH  (WLE) und dem Auf- 
traggeber ZVM. 
Die Untersuchung einer Reaktivierung von Münster bi s Neubeckum ergab, dass 
im Abschnitt Sendenhorst – Neubeckum gegenüber dem Abschnitt Münster Hbf – 
Sendenhorst nur eine vergleichsweise geringe Nachfr age zu erwarten ist, die ei- 
ne Investition in den Streckenausbau dieses Abschni ttes unter den heutigen 
Rahmenbedingungen nicht rechtfertigt. 
Im Ergebnis wird daher in einer ersten Stufe die Re aktivierung des Abschnitts 
Münster Hbf – Sendenhorst verfolgt. 
Veranlassung / 
Aufgaben-
stellung 
Untersuchungs- 
strecke

2 
 
Für die Reaktivierung der WLE wird eine Bedienung a b 6 Uhr von Montag bis 
Freitag und ab 8 Uhr an Samstagen sowie an Sonn- un d Feiertagen bis jeweils 
22 Uhr vorgesehen. Montags bis freitags sind tagsüb er bis Wolbeck ein 20-min-
Takt und darüber hinaus bis Sendenhorst zwei stündl iche Verbindungen in einem 
20/40-min-Takt geplant.  
Die Strecke wird überwiegend eingleisig geführt und  nicht elektrifiziert, so dass 
moderne leichte Dieseltriebwagen zum Einsatz kommen . Zu den Spitzenstunden 
wird jeweils ein Umlauf in Doppeltraktion erforderlich, sonst verkehren die Züge in 
Einfachtraktion. An den Haltepunkten Wolbeck und Lo ddenheide kommt es zu 
stehenden, im zweigleisigen Abschnitt vor Sendenhor st zur fliegenden Kreuzung 
von Zügen. 
Die Züge benötigen 14 Minuten von Münster nach Wolb eck, gegenüber 23 Minu- 
ten im Busverkehr heute. Sendenhorst wird mit dem Z ug von Münster Hbf in 
28 Minuten erreicht. Heute werden im Busverkehr 34 Minuten mit der S 30 und 
41 Minuten mit der R 32 benötigt. Die Fahrzeit von Beckum nach Münster mit 
dem erforderlichen Umstieg in Sendenhorst verkürzt sich um 3 Minuten. Auch un- 
ter Berücksichtigung der längeren Zugangswege zu de n WLE-Stationen gegen- 
über den Bushaltestellen ergeben sich Zeiteinsparun gen, die mit 
115 Tsd. Stunden pro Jahr in die Nutzen-Kosten-Betr achtung eingehen. Neben 
dem höheren Reisekomfort hat der stauunabhängige Sc hienenverkehr zudem 
gerade in den Hauptverkehrszeiten weitere Qualitäts vorteile gegenüber den stra- 
ßengebundenen Verkehren. 
Mit Reaktivierung der WLE wird in der Stadt Münster  die Stadtbuslinie 8 im Ab- 
schnitt von Münster Hbf bis Wolbeck gekürzt. In Gre mmendorf wird das TaxiBus-
Angebot der Linie T8 mit Anbindung an den SPNV am H altepunkt Gremmendorf 
ausgeweitet. Auch das TaxiBus-Angebot in Wolbeck wi rd ausgeweitet. Die Stadt- 
buslinien 6, 17 und 22 verkehren entsprechend dem h eutigen Angebot, wobei für 
die Linie 17 eine auf die Entwicklung des Gewerbege bietes Loddenheide abge- 
stimmte Linienwegänderung vorgesehen ist. Die Nacht buslinie 82 bleibt beste- 
hen. (Bild 1) 
Betriebskonzept 
Fahrzeiten 
Anpassung  
Busnetz

3 
 
Bild 1: Angebotsstruktur Bereich Stadt Münster 
Im Kreis Warendorf ersetzt die WLE im Abschnitt Wol beck – Sendenhorst die 
Regionalbuslinie R 32. Die Schnellbuslinie S 30 ent fällt im Abschnitt Münster Hbf 
– Sendenhorst. In Sendenhorst wird die gekürzte S 3 0 von/nach Beckum ebenso 
wie die Linie R 33 von/nach Ennigerloh an die WLE-S trecke angebunden. Zudem 
erfolgt eine Verknüpfung mit den Linien R 55 und T 56 sowie der unabhängig von 
der WLE-Reaktivierung geplanten S 35. (Bild 2) 
  
Bild 2: Angebotsstruktur Bereich Kreis Warendorf

4 
Mit Stand 2010 werden für Infrastrukturmaßnahmen an  der Strecke und in den 
Stationen Investitionen in Höhe von 32,3 Mio Euro e rforderlich. Der Abschnitt 
Münster Hbf – Wolbeck wird für eine Geschwindigkeit  von 80 km/h und der Ab- 
schnitt Wolbeck – Sendenhorst für eine Geschwindigk eit von 100 km/h ausge- 
baut. Dazu müssen einige kleinere Brücken erneuert und zahlreiche 
Bahnübergänge angepasst, technisch gesichert oder a ufgehoben und über Er- 
satzwege an andere Bahnhübergänge angebunden werden. (Tab. 1) 
  Investitionen 2010  
Grunderwerb 110  Tsd. Euro 
Gleis- und Oberbau 17.483  Tsd. Euro 
Ingenieurbauwerke 768  Tsd. Euro 
Bahnübergänge 4.810  Tsd. Euro 
Haltepunkte 2.958  Tsd. Euro 
Sicherungstechnik 5.796  Tsd. Euro 
Straßenbau 357  Tsd. Euro 
Summe  32.282 Tsd. Euro 
Tab. 1: Investitionskosten – Stand 2010 
Bei Reaktivierung der WLE im Abschnitt Münster Hbf – Sendenhorst werden 
6.260 Fahrgäste pro Tag im SPNV erwartet. Davon sin d 920 Fahrten dem Neu- 
verkehr zuzurechnen. Hier handelt es sich also um R eisende, die heute noch den 
Pkw nutzen und mit Reaktivierung der WLE auf den öf fentlichen Verkehr (ÖV) 
verlagert werden, so dass die Pkw-Leistungen um 17. 200 km pro Tag reduziert 
werden können. Die bereits heute den ÖV nutzenden R eisenden gewinnen durch 
die WLE Reisezeitvorteile von 115 Tsd. Stunden pro Jahr. (Bild 3) 
 
Bild 3: Querschnittsbelastung WLE  
Infrastruktur 
Verkehrliche 
Wirkungen

5 
In der überschlägig durchgeführten Nutzen-Kosten-Un tersuchung (NKU) werden 
die Kosten den zu erwartenden Nutzen gegenübergestellt. (Tab. 2) 
Reisezeitdifferenzen ÖV + 750 Tsd. Euro pro Jahr 
Saldo Pkw-Betriebskosten + 1.420 Tsd. Euro pro Jahr 
Saldo ÖV-Gesamtkosten ohne Kapitaldienst 
für ortsfeste Infrastruktur - 1.160 Tsd. Euro pro Jahr 
Saldo Unfallschäden + 500 Tsd. Euro pro Jahr 
Saldo Abgasemissionen + 50 Tsd. Euro pro Jahr 
Summe Nutzen  + 1.560 Tsd. Euro pro Jahr 
Kapitaldienst Ortsfeste Infrastruktur  + 1.360 Tsd. Euro pro Jahr 
Nutzen-Kosten-Verhältnis           + 1,15 
Tab. 2: Kosten-Nutzen-Indikator 
Der Nutzen-Kosten-Indikator (NKI) wird für die Reak tivierung der WLE im Ab- 
schnitt Münster Hbf – Sendenhorst mit 1,15 ermittel t und liegt damit über dem 
zum Nachweis des volkswirtschaftlichen Nutzens gefo rderten Schwellenwert.  
Der Nachweis der volkswirtschaftlichen Rentabilität ist damit gegeben.  
Zur Sicherstellung eines ausgeglichenen Betriebserg ebnisses für den Infrastruk- 
turbetreiber WLE ist ein Entgelt für die Trassenben utzung berechnet worden. Für 
den Betrieb des SPNV wurden Investítionen für Fahrz euge und die Kosten für 
Unterhaltung, Fahrpersonal, Energie, Marketing und Vertrieb sowie Overhead 
abgeschätzt. Nach Gegenrechnung der zu erwartenden Einnahmen ergibt sich, je 
nach Höhe der Investitionsförderung (85% oder 100 % ) ein jährlicher Zuwen- 
dungsbedarf von 3.490 bis 3.860 Tsd. Euro/Jahr, der  vom SPNV-Aufgabenträger 
aus den zur Verfügung stehenden Regionalisierungsmitteln auszugleichen wäre. 
Voraussetzung für eine Reaktivierung ist daher eine  Berücksichtigung der SPNV-
Leistungen auf der WLE bei der Verteilung und Zuwei sung der Regionalisie- 
rungsmittel über die ÖPNV-Pauschale nach § 11 ÖPNVG NRW. 
Die Reaktivierung der WLE zwischen Münster und Send enhorst ist ein baulich 
machbares und – unter den genannten Voraussetzungen  – auch finanzierbares 
Projekt, welches neben dem verkehrlichen Nutzen einer Verlagerung von Verkeh- 
ren vom motorisierten Individualverkehr zum öffentlichen Verkehr auch für die an- 
liegenden Gemeinden eine Attraktivierung der verkehrlichen Infrastruktur bietet. 
Nutzen-Kosten-
Untersuchung 
Folgekosten- 
rechnung 
Bewertung

6 
Sollte das Angebot der WLE die Erwartungen hinsicht lich der Annahme durch die 
Verkehrsteilnehmer übertreffen, ist perspektivisch die Verlängerung des SPNV 
bis Neubeckum möglich, ohne dass Fehlinvestitionen entstanden wären.  
Darüber hinaus bietet eine Durchbindung des SPNV au f der WLE über Münster 
Hbf hinaus, insbesondere Richtung Zentrum Nord, ein e weitere Perspektive, die 
zusätzliche Fahrgastpotentiale erschließt sowie ein e Steigerung der Umlaufeffi- 
zienz bewirkt, wobei sich allerdings die dann erfor derliche Querung der Haupt- 
strecken Münster – Osnabrück und Münster – Rheine a ls nicht unproblematisch 
darstellt. 
Die Reaktivierung der Strecke Münster Hbf – Neubeck um soll zweistufig in den 
Nahverkehrsplan des NWL eingebracht werden, um auf dieser Grundlage die 
erste Ausbaustufe Münster Hbf – Sendenhorst in die weiteren Ausbauplanungen 
und Investitionsplanungen des Landes Nordrhein-West falen einzubringen. Die 
Ausweitung des SPNV auf den Abschnitt Sendenhorst –  Neubeckum bleibt Ziel- 
vorstellung des ZVM und soll als solche ebenfalls i m NWL-Nahverkehrsplan dar- 
gestellt werden.  
Perspektive

Beratungsverlauf (1)

02.12.2010 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft
TOP 7.4 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich geändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Kappenberger Damm
  • Loddenheide

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0846/2010
Typ
Vorlagen
Datum
10.11.2010
Erstellt
06.10.2020 14:37