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2841/2018

AN/0977/2018 Virtueller Klassenraum - für Deutschlernende und für alle?

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 30.08.2018

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Nächste Beratung: Ausschuss Kunst und Kultur, Sitzung am 11.09.2018

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

8565 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
IV/400/4 
 
Vorlagen-Nummer  30.08.2018 
 2841/2018 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Schule und Weiterbildung 04.09.2018 
Ausschuss Kunst und Kultur 11.09.2018 
 
AN/0977/2018 Virtueller Klassenraum - für Deutschlernende und für alle? 
Anfrage der Ratsgruppe BUNT AN/0977/2018 
Virtueller Klassenraum – für Deutschlernende und für alle? 
 
Die Ratsgruppe BUNT stellt folgende Fragen: 
 
1. Was denkt die Stadtverwaltung über die Einführung virtueller Klassenzimmer ohne oder mit 
Einsatz von VR-Technologie zur Steigerung der Verfügbarkeit und Effizienz von Deutsch-als-
Fremdsprache- oder Integrationskursen? 
2. Gibt es im Bereich kommunaler Bildungseinrichtungen wie Bibliotheken, kommunalen Weiter-
bildungsstätten und Schulen bereits entsprechende Hardware-Anschaffungen, mit denen Ver-
suche im Gebiet der Deutsch- und Integrationskurse im virtuellen Klassenzimmer möglich wä-
ren? 
3. Für welche anderen Fachbereiche könnten virtuelle Klassen-, Kultur- oder Beratungsräume 
nützlich sein? 
4. Welche Erfahrungen hat die Stadtbibliothek mit ihrem Sprachraum gemacht? 
 
Aufgrund der unterschiedlichen Aufgaben- und Fragestellungen muss die oben stehende Anfrage 
differenziert nach den Fachbereichen beantwortet werden: 
 
Seitens des Amtes für Schulentwicklung als Schulträger, zuständig für die äußeren Schulangelegen-
heiten, kann die Anfrage folgendermaßen beantwortet werden: 
 
Die sogenannte VR-Technologie ist bereits ein Bestandteil der Ausstattungsangebote für die Kölner 
Schulen und an einigen Schulen im Einsatz. Bei der Festlegung des konkreten Einsatzbereiches in 
Schule handelt es sich allerdings um eine innere Schulangelegenheit, die in der Zuständigkeit der 
Schule bzw. des Landes liegt.  
Gleiches gilt für die Entscheidung, ob Unterricht in einem virtuellen Klassenraum durchgeführt werden 
kann.  
Sofern hierzu ein Beschluss oder eine Anforderung vorliegen sollte, wird diese auf Basis des tech-
nisch Möglichen umgesetzt. Bislang ist ein solcher Bedarf allerdings noch nicht formuliert worden.  
 
 
Seitens der Volkshochschule (VHS) kann die Anfrage folgendermaßen beantwortet werden: 
 
Grundsätzlich sind digitale Angebote im Bereich des Erlernens der deutschen Sprache zu begrüßen 
und werden an der VHS Köln auch kursergänzend, Add on, eingesetzt.  
 
Der Deutsche Volkshochschulverband bietet mit seiner Lernplattform „Ich will Deutschlernen“ einen

2 
 
Online-Sprachkurs, der allen offen steht, kostenlos ist und online von Tutoren des Deutschen Volk s-
hochschulverbandes begleitet wird. Diese steht auch als mobile Anwendung zur Verfügung. Teilne h-
mende aus VHS-Kursen nutzen dieses Angebot teilweise als Ergänzung zu den Präsenzkursen.  
Des Weiteren steht den Volkshochschulen in Deutschland seit Februar 2018 die VHS Cloud a ls virtu-
elle Lernumgebung zur Verfügung. Die Volkshochschule wird diese Lernumgebung auch im Rahmen 
von Deutschkursen einsetzen. Dies aber immer vor dem Hintergrund der Lernbedürfnisse der Zie l-
gruppe: Gerade dieser Teilnehmerkreis benötigt eine direkte per sönliche Anbindung an eine Institut i-
on und ihre Ansprechpartner und –partnerinnen, da die Bedarfe wesentlich über eine reine Sprac h-
vermittlung hinausgehen. Studien belegen, dass reine Online Formate in der Regel höhere Dropout 
Quoten haben und die Kombinat ion aus Online - und Präsenzphasen die nachhaltigsten Lernerge b-
nisse ermöglichen.  
 
Die Vorgaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sehen für die Durchführung der 
Integrationskurse sehen aktuell kein reines Online Format vor. 
 
Mit der oben erwähnten VHS Cloud, die auch als mobile Anwendung nutzbar ist,  verfügt die Volk s-
hochschule Köln über eine Vielzahl an Werkzeugen für die Arbeit im virtuellen Raum, Die Möglichke i-
ten reichen von ausdifferenzierten Lernbausteinen, über den Austausch in For en, die Kommunikation 
im Chat, eine komplexe Dateiablage bis hin zur Durchführung von Videokonferenzen.  
Momentan werden die Kursleitenden und auch das Hauptamtliche Personal qualifiziert und erste E r-
fahrungen gesammelt. 
 
Die Möglichkeiten des Internets sind eine Bereicherung für die Entwicklung neuer, auf die Lernbe-
dürfnisse der unterschiedlichen Zielgruppen abgestimmte Kurskonzepte. Genau diese Frage „was ist 
sinnvoll und bereichernd für die jeweilige Lerngruppe“  muss aber leitend sein bei der Kursgestaltung. 
Für die hier angesprochene Zielgruppe machen nach den langjährigen sehr intensiven Erfahrungen 
der VHS Köln Kurskonzepte Sinn, die online und Präsenz kombinieren und so sicherstellen, dass die 
Teilnehmenden die Verbindlichkeit und den Austausch in einer Lerngruppe erfahren, sie sich gegen-
seitig unterstützen, austauschen und auch die über den reinen Spracherwerb hinausgehen Bedarfe, 
wie oben ausgeführt, zufrieden gestellt werden.   
 
An der Volkshochschule Köln werden in allen Programmbereichen Kurse di gital ergänzt oder auch 
ausschließlich online angeboten. Konkrete Beispiele sind Schreibwerkstätten im Bereich des literar i-
schen Schreibens, Angebote im Bereich Englisch bei denen das Lernen in der Gruppe und in Pr ä-
senz kombiniert wird mit online Phasen in denen zeitlich und räumlich flexibel gearbeitet werden kann 
oder auch Fotokurse bei denen die Lerninhalte vorab zur Verfügung gestellt werden.  
 
 
Seitens der Stadtbibliothek kann die Anfrage folgendermaßen beantwortet werden: 
 
Die Stadtbibliothek bietet VR-Technologien zum Ausprobieren an, jedoch bisher noch nicht in Form 
eines virtuellen Klassenzimmers. Mehr Informationen: 
https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/stadtbibliothek/bildungsangebote/virtuelle-realitaet 
 
In Zusammenarbeit mit der Lernenden Region stehen in Stadtteilbibliotheken Lernstudios mit PCs zur 
Verfügung. Sie dienen der Alphabetisierung und Grundbildung, aber auch das (frei im Internet nutzba-
re) Portal „Ich will Deutsch lernen“ https://www.iwdl.de kann dort genutzt werden – nach Absprache 
unterstützt durch ehrenamtliche Lernpatinnen und –paten. 
Mehr Informationen: 
https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/stadtbibliothek/bildungsangebote/grundbildung-in-
deutscher-sprache-fuer-erwachsene 
 
Die Sprachkurse von Rosetta Stone, unter anderem auch für die deutsche Sprache - sind für alle Bib-
liotheksmitglieder kostenlos jederzeit und überall nutzbar, Voraussetzung ist lediglich ein persönlicher 
Bibliotheksausweis. Teilnehmer von Integrationskursen bekommen beim Kursbesuch in der Bibliothek 
einen kostenlosen, drei Monate gültigen Schnupperausweis.  
Rosetta Stone bietet die Möglichkeit, einzelne Lernende zu Gruppen zusammenzufügen, die von ei-
nem Tutor betreut werden können.

3 
 
https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/stadtbibliothek/rosetta-stone-sprachkurse 
 
Der sprachraum ist ein offener Lernort für Menschen unterschiedlichster Herkunft und ein Treffpunkt 
für den interkulturellen Austausch. Hier können sich Ehrenamtliche und Geflüchtete treffen, um ge-
meinsam Deutsch zu lernen. Im sprachraum sind an 4 PCs die Sprachkurse von Rosetta Stone auch 
ohne Bibliotheksausweis verfügbar. Daneben gibt es einen Medienbestand zum Deutschlernen, 
WLAN und Veranstaltungen zum informellen Deutschlernen, die von Ehrenamtlichen angeboten wer-
den. Der sprachraum ist an sechs Tagen die Woche geöffnet und wird sehr gut genutzt. Inzwischen 
engagieren sich ca. 100 Ehrenamtliche im sprachraum, die von der Stadtbibliothek in ihrer Arbeit 
durch Fortbildungen und Austauschtreffen unterstützt werden.  
Mehr Informationen: www.stbib-koeln.de/sprachraum  
 
Zudem hat die Stadtbibliothek 2017 mit der Hochschule Fresenius Köln und dem dortigen An-Institut 
skip im Fachbereich Wirtschaft und Medien kooperiert im von der Landesregierung geförderten VR 
Projekt Skip360°. Studierende haben im Pilotprojekt namens „Sprach- und Kulturlabor für Geflüchte-
te“ eine VR-Anwendung entwickelt und im sprachraum getestet, mit der Geflüchtete mit Hilfe von Vir-
tual Reality Deutsch lernen und Alltagssituationen erproben können. Das Projekt erhielt dafür den 
Preis „Hochschulperle des Monats April“ (vgl. https://www.presseportal.de/pm/18931/3927449).    
 
Virtuelle Klassenräume für Geflüchtete hält die Stadtbibliothek Köln für einen interessanten Ansatz. 
Die Anwendbarkeit im sprachraum müsste genauer geprüft werden, es ist aber jetzt schon absehbar, 
dass zusätzliche Personalressourcen für die Einführung und Betreuung erforderlich sind, die zurzeit 
nicht zur Verfügung stehen. 
 
 
 
Gez. Dr. Klein

Beratungsverlauf (2)

04.09.2018 Ausschuss Schule und Weiterbildung
Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Sache ist erledigt

Zur Sitzung
11.09.2018 Ausschuss Kunst und Kultur
Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2841/2018
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
30.08.2018
Erstellt
27.08.2018 14:14