V/0718/2011
Jahresbericht 2010 der Biologischen Station Rieselfelder Münster
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Berichtsvorlage
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V/0718/2011 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Grünflächen und Umweltschutz Betrifft Jahresbericht 2010 der Biologischen Station Rieselfelder Münster Beratungsfolge 06.10.2011 Bezirksvertretung Münster-Ost Bericht 11.10.2011 Bezirksvertretung Münster-Nord Bericht 18.10.2011 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Bericht Bericht: Gemäß Ratsbeschluss vom 12.12.2007 (Vorlage V/0571/2007/1. Erg.) ist dem Fachausschuss und den betroffenen Bezirksvertretungen der Jahresbericht in einer Berichtsvorlage vorzulegen. Die Ergebnisse der Jahresberichtes 2010 werden im Folgenden zusammengefasst dargestellt. Durch Vortrag eines Vertreters der Biologischen Station können die Arbeiten im Detail erläutert werden. Sofern bei Einzelnen Bedarf besteht, wird der komplette Bericht (106 S.) zur Verfügung gestellt. 1. Durchgeführte technische Pflege- und Entwicklungsarbeiten 1.1 Bewässerung Die Kontrolle der fast 100 zu bewässernden Flächen der Rieselfelder Münster erfolgt auch mit erneuerten Rohrleitungen weiterhin mit viel Handarbeit. Es muss, außer bei zugefrore- nem Gebiet, täglich eine Sichtkontrolle der Wasserstände gemacht werden. Von Frühling bis Herbst müssen die Flächen nach ihren Aufgaben eingeregelt werden. So gilt es ausreichend Schlammbänke, Flachwasser- und Tiefwasserbereiche bereitzustellen, um allen hier leben- den und rastenden Tieren entsprechend ihren Bedürfnissen ein optimales Umfeld zu schaf- fen. Weiterhin gehört es zur Aufgabe, ständig die Funktionstüchtigkeit der Leitungen, Schieber, Ein- und Abläufe zu überwachen und von Bewuchs frei zu halten. 1.2 Wartung der Dämme und des Bewässerungssystems Da mittlerweile ein Großteil des störungsanf älligen alten Rohrsystems durch neue PE-Rohre ersetzt wurde, sind die Reparaturarbeiten deutlich weniger geworden. 2010 war es trotzdem notwendig, hauptsächlich an alten Einläufen, die noch nicht über eine eigene Schieberrege- lung verfügen, gebrochene Kappen und Abzweige zu ersetzen. Vorlagen-Nr.: V/0718/2011 Auskunft erteilt: Herr Dreier Ruf: 492 67 27 E-Mail: DreierD@stadt-muenster.de Datum: 16.09.2011 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0718/2011 1.3 Unterhaltung der Ableiter und weiterer Gräben Die Pflege des 2,4 km langen Ableitergrabens wurde größtenteils mit dem Mobilbagger und einem Grabenmähkorb durchgeführt, um einen ungehinderten Abwasserablauf zu gewähr- leisten. Einige Gräben mussten mit Freischneidern gemäht und per Hand geräumt werden. Im Berichtsjahr wurde zusätzlich im Natur schutzgebiet mit dem Mobilbagger die teilweise stark versandete Sohle des Emsableiters geräumt sowie überstehender und unterspülter Bewuchs entfernt. 1.4 Verkehrssicherungspflicht, Wegeseitengräben und -ränder, Wanderwege, Beobach- tungsanlagen und Außenausstellung Anfang des Berichtjahres wurden Gehölze an sämtlichen Wegen zurückgeschnitten. Ab Herbst 2010 erfuhr die Außenausstellung der Biologischen Station einen umfangreichen Schnitt. Das Mulchen sämtlicher Wegbanketten der Wanderwege sowie der gesperrten Wirt- schaftswege wurde im Berichtsjahr dreimal durchgeführt. Um die sechsmal wöchentlich aus- geführten Vogelzählungen durchführen zu können, wurden alle Wasserflächen durch Sicht- schneisen im Schilfgürtel einsehbar gehalten. Das bedeutet für fast 200 solcher Sichtschnei- sen eine Bearbeitung mit Freischneider oder Handsense mindestens dreimal jährlich. 1.5 Verlandungsbekämpfung Nach der Brutzeit wurden mehrere Wasserflächen zur Bearbeitung trocken fallen gelassen. Dem fortschreitenden Zuwachsen durch Schilf und Weiden musste an einigen Stellen Ein- halt gewährt werden. Ausgedehnte Schilfbereiche stellen zwar einen wertvollen Lebensraum nicht nur für Vögel dar, dennoch mussten einzelne Stellen als Wasserfläche restauriert wer- den, um sie nicht völlig der Verlandung zu überlassen. 1.6 Grünlandpflege Die Erfahrung der letzten Winter brachte den Entschluss, 2010 mehr Heu einzulagern als in den Vorjahren. So wurden etwa 1.800 Kleinbunde Heu eingebracht und zusätzlich noch 18 Silageballen als Winterfutter für die Heckrindherde eingelagert. Alle übrigen Grünlandflächen werden mindestens einmal jährlich mit dem Schlegelmäher oder bei starkem Binsenbewuchs mit dem Scheibenmäher geschnitten, um eine weitere Vermehrung der Binsen und Verbuschungen zu verhindern. 1.7 Unterhaltung der „Auerochsen“ – Weideflächen Die ursprüngliche mobile Fanganlage war zu klein, um alle Tiere auf einmal zu fangen und Ihnen z. B. Blutproben zu entnehmen oder sie gegen Parasiten zu behandeln. Daher wurde 2010 eine stationäre Erweiterung der mobilen Fanganlage aus Eichenspaltpfählen und Ei- chendielen gebaut. Alle Weidezäune wurden wöchentlich kontrolliert und bei Bedarf ausge- bessert. Ein umfangreicher Ersatz vieler Zaunpfosten wird 2011 erfolgen. 1.8 Unterhaltung der Steuerungssysteme und Wehre Die letztjährigen Arbeiten am Pumpengebäude wegen des Anschlusses der neuen DN 400 Leitung erwiesen sich als zuverlässig und das Bypasssystem ging nach der langen Frostpe- riode in Betrieb. An der Wehranlage des Emsableiteranstaus mussten 2010 lediglich zwei Kugellager am Wehrantrieb ersetzt werden. Mehrere kleine Reparaturen waren an der Wehr- regelung des Aa-Anstaus notwendig. Die Fließgeschwindigkeitsmessung zur Mengenermitt- lung des Abflusses wurde wegen eines Defektes erneuert. Zusätzlich wurde ein Bruch in der Datenleitung vom Aa-Anstau zur zentralen Schaltung des Emsableiters festgestellt. Die War- tung der Pumpen erfolgte wie jedes Jahr im März durch eine Fachfirma. 2. Ergebnisse der fachlichen Betreuung 2.1 Monitoring Vogelbestände Die Brutbestände der meisten Arten haben sich im Vergleich zum Vorjahr nur wenig verän- dert. Auf einige besondere Ergebnisse der diesjährigen Brutvogelkartierung soll im Folgen- den näher eingegangen werden. 3 V/0718/2011 Weißstorch In diesem Jahr zogen beide Storchenpaare in den Rieselfeldern Junge groß. Ein Küken wurde vom Storchenpaar an der Coermühle flügge und zwei am Wöstebach. Wie bereits in den anderen Jahren wurden die nicht flüggen Jungstörche mit speziell für Weißstörche ent- wickelten sechseckigen Farbringen beringt. Erfreulich ist auch die Ansiedelung von Störchen außerhalb des Zoos. So wurden in Albachten und Nienberge jeweils drei Junge flügge. Die- se Jungstörche wurden ebenfalls beringt. Enten Der Brutbestand der Schnatterente stieg weiter leicht an. Ansonsten gab es keine wesentli- chen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Singvögel Neben den 4 besetzten Revieren beim Rohrschwirl konnte dieses Jahr erstmals ein direkter Brutnachweis erbracht werden. Erfreulich waren auch der hohe Brutbestand bei der Bart- meise sowie die Zunahme beim Schilfrohrsänger. Weitere Veränderungen gab es bei Sumpf- und Teichrohrsänger, die ebenfalls häufiger anzutreffen waren. Vor allem der Teich- rohrsänger hat sich mit 400 Brutpaaren zum Vorjahr fast verdoppelt. Ebenfalls fast verdop- pelt hat sich der Bestand der Blaukehlchen. Es erreicht mit 95 Revieren ein neues Maxi- mum. Aus dem Jahr 2010 liegen Zähldaten von insgesamt 360 Exkursionstagen vor. Dabei wurden die Bestände der feuchtgebietstypischen Vogelarten an 272 Tagen komplett und an 88 Ta- gen teilweise erfasst. Bezogen auf die Komplettzählungen entspricht dies einem Durch- schnitt von 5,5 Erfassungen pro Woche. Erfasst wurden in 2010 141 Vogelarten bzw. deren Unterarten, davon 43 Brutvogelarten, von denen die meisten auf der Roten Liste der Brutvögel in NRW stehen. Eine tabellarische Übersicht sowie Detailbetrachtungen zu 33 Vogelarten finden sich im Jahresbericht. 2.2 Monitoring Pflanzen Im August und September 2010 wurde die alljährliche Vegetationskartierung durchgeführt. Nachdem Flächen in 2009 wegen der Verlegung von Rohrleitungen und zwecks Zusammen- legung trocken fallen mussten, wurden diese in 2010 wieder überstaut. Dadurch haben die Wasserflächen wieder im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen. Zudem waren die meisten Flächen im Spätsommer nach dem Durchzug der Limikolen noch hoch angestaut. Dadurch verschoben sich zusätzlich die Anteile zu den Wasserflächen bei gleichzeitigem Schwund an Schlamm- und Verlandungsbereichen. Trotz der Flächen-Bearbeitungen neh- men die Röhrichte im Gesamtgebiet zu. Die leichte Zunahme der Heideflächen ist auf erfolgreiche Verjüngungsmaßnahmen im Na- turschutzgebiet Gelmerheide zurückzuführen. Zunahmen wurden auch bei den Gehölzen in den Rieselfeldern registriert. Da eines der Ma- nagement-Ziele die Offenhaltung der Landschaft ist, werden in den nächsten Wintern auch Gehölze zurückgeschnitten. Dabei wird auf Brutstandorte seltener Singvögel geachtet. Mit dem Rückschnitt wurde bereits im November 2010 begonnen. Bei den Obstgehölzen gab es Ausfälle durch Schädlingsbefall. Wie eine Bodenprobe zeigte, ist die Ernährungssituation der Obstbäume auf den Obstwiesen besonders durch einen zu niedrigen pH-Wert nicht günstig. Mit einer Kompost-Aktion unterstützt durch die Katholische Landjugend aus Telgte und dem Kompostwerk der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster wurde im Frühjahr ein Beitrag zur Verbesserung geleistet. Neupflanzungen und ein Pflegeschnitt werden die Situation der Obstbäume verbessern helfen. 4 V/0718/2011 Neubürger (Neophyten) Bereits in 2009 fiel auf, dass in der Erweiterungsfläche die aus Südafrika stammende Krä- henfüßige Laugenblume Fuß gefasst hat. In 2010 nahm sie eine deutlich größere Fläche ein. Die Laugenblume ist in Bereichen mit wechselnder Nässe bis hin zu länger trocken fallenden Zonen verbreitet. Es wird angenommen, dass der Weidegang der Enten und Gänse diese Pflanze deutlich fördert. Andere Neubürger bedeuten Mehrarbeit. Zu diesen Pflanzen zählt der Riesenbärenklau / Herkulesstaude, der an einzelnen Standorten trotz jährlicher Bekämpfung immer noch ange- troffen wird. Ein weiterer auffälliger Neubürger in den Rieselfeldern ist die Kanadische Goldrute. Sie ist seit langem mit einem Bestand an der Coermühle vertreten. Ein weiterer Bestand am Kano- nenwäldchen hat sich in den letzten drei Jahren deutlich ausgedehnt und dringt zunehmend in die Weide ein. Die nicht als Heu genutzten Bereiche mit Goldruten-Hochstaudenfluren müssen zweimal im Jahr gemulcht werden, damit sich das Grünland wieder durchsetzen kann. An der Coermühle wird darauf geachtet, dass die Goldrute in den Böschungsberei- chen nicht die Bestände von Klappertopf und Geflecktem Knabenkraut verdrängt. Bestände des Indischen Springkrautes waren in den Rieselfeldern am Nachbarhaus zur Bio- logischen Station und an den Ableitern zu finden. 2.3 Untersuchungen zum Makrozoobenthos im Jahr 2010 Da die Kleinorganismen im Schlamm insbesonder e für die in den Rieselfeldern rastenden Watvögel eine Hauptnahrungsgrundlage darstellen, ist es Aufgabe der Biologischen Station, im Abstand von wenigen Jahren Schlammproben von ausgewählten Parzellen zu nehmen und die Zahl und Masse der Schlammlebewesen zu eruieren. Im Jahr 2010 wurden vier Par- zellen ausgewählt. Ergebnis war, dass im Jahr 2010 die Anzahl der Schlammorganismen etwa so hoch wie im Jahr 2005 war. Allerdings ist eine drastische Absenkung des Gewichts der Schlammorga- nismen zu verzeichnen. Insbesondere auf Parzelle E1 weichen die Zahlen im Jahr 2010 stark von denen im Jahr 2005 ab. Die Ursachen können witterungsbedingt, aber auch durch eine effektive Nahrungssuche der dort rastenden Vögel oder des Fischbestandes bedingt sein. 2.4 Untersuchungen zum Fischbestand von ausgewählten Stillwasserparzellen und Fließ- gewässerabschnitten Im Herbst 2010 und im April 2011 wurden im Gebiet der Rieselfelder Münster verschiedene Stillgewässer (wiederholte Befischungen nach 2005 bzw. 2008) sowie der Huronensee mit- tels Elektrofischerei untersucht. Dabei k onnten lediglich im Huronensee Fische nachgewie- sen werden (eine Schleie, eine Karausche). Gründe für die fehlenden Nachweise von Fi- schen in den Stillgewässern konnten im Rahmen der Untersuchung nicht ermittelt werden. Ebenfalls mittels Elektrofischerei wurden drei Probestrecken am Wöstebach untersucht. Da- bei wurden 507 Individuen aus 11 Fischarten nachgewiesen. Erstmals konnte der Nachweis für die Kleinfischart Koppe im Wöstebach erbracht werden. Basierend auf diesen Fanger- gebnissen wurde der ökologische Zustand des Wöstebachs mittels fischbasiertem Bewer- tungsverfahren mit „mäßig“ bewertet. Limitierend wirkten sich der fehlende Nachweis der Re- ferenz-Arten Bachforelle, Döbel und Bachneunauge und die z. T. referenzferne prozentuale Fangzusammensetzung aus. Bei der Bewertung ist jedoch der Einfluss der Hauptkläranlage auf den Wöstebach zu beachten. 3. Bericht nach EG-Vogelschutzrichtlinie Dieser Bericht ist eine Dienstleistung für das Land NRW, das damit seine Verpflichtungen gegenüber dem Bund und der EU nachkommen kann. Turnusgemäß ist der Bericht alle 3 Jahre zu erstellen, die LANUV übernimmt hier die Federführung. 5 V/0718/2011 4. Öffentlichkeitsarbeit In 2010 konnten 179 Veranstaltungen mit 2721 Teilnehmern durchgeführt werden. Allgemein sind die Zahlen für 2010 gegenüber 2009 rückläufig. Ein Vergleich mit Veranstaltungszahlen der Vorjahre zeigt, dass das Hauptdefizit in den Ferienmonaten Juli und August zu suchen ist. Dies legt die Vermutung nahe, dass die angebotenen Programmveranstaltungen nicht nachgefragt wurden, weil in 2010 aufgrund der Konjunkturbelebung wieder mehr Menschen in den Urlaub gefahren sind. Ein Großteil des Programms wird mit Honorarkräften geleistet. Deshalb ist eine angemeldete Mindestteilnehmerzahl notwendig, da sonst der Station finan- zielle Verluste entstehen könnten. Rückgänge sind auch bei den Schulveranstaltungen zu verzeichnen. Bedingt durch einen größer werdenden Anteil von Ganztagsschulen mit ganztägigen Betreuungsangeboten in den Schulstätten, scheint die Zeit für die „Naturerkundung Draußen’’ immer knapper bemes- sen zu sein. Weiterhin sehr gut angenommen werden Programme für Familien, die außer- halb der Ferienzeiten am Wochenende angeboten werden - die einzige Sparte in 2010 mit Zuwachs. „LAMA – Land macht aktiv’’ lautete das Motto einer bistumsweiten Aktion der katholischen Landjugendbewegung (KLJB) am 20. März. Eine der Jubiläumsveranstaltungen des „Thea- ter im Pumpenhaus“ (25 Jahre) war ein Birdwatcher-Breakfast an der Biologischen Station am 17. April mit einer Vogelstimmenwanderung für die ca. 70 Teilnehmerinnen und Teil- nehmer. Am 6. Mai führte die Biologische Station unter der Leitung von Manfred Röhlen eine Schulung für Mitarbeiter des „Landesbetriebes Straßen.NRW’’ durch. Am 8. und 9. Juli wur- den die Rieselfelder, wie im Vorjahr, Zielgebiet für die Ausbildung von Studentinnen und Studenten im Bereich der Lehrerausbildung im Fach Biologie. Im Rahmen eines Seminars und einer Exkursion wurden Unterlagen zu einer Unterrichtseinheit „Heimische Lebensräu- me - Rieselfelder’’ erarbeitet. Mit dem Seminargebäude am Rieselfeldhof bot die Biologische Station verschiedenen Insti- tutionen einen passenden Veranstaltungsort: Imkerei Dennis Schüler, Landesverband west- fälisch-lippischer Imker, Regionalforstamt Münsterland im Landesbetrieb „Wald und Holz’’, Katholische Landjugend im Bistum Münster, Nordrhein-Westfälischer Landesverband der deutschen Waldvogelzüchter, Universität Münster - Institut für Landschaftsökologie. Wie gewohnt wird fast wöchentlich ein Presseverteiler mit Informationen zu Veranstaltungen und Vorkommnissen in den Rieselfeldern versorgt. Das WDR-Fernsehen war in 2010 wieder mehrfach in den Rieselfeldern. Einmal war ein Team der Lokalzeit Münsterland mit aktueller Berichterstattung zu Zugvögeln und mehrfach ein Team für die Fernseh-Produktion „Expedition in die Rieselfelder’’ zu Gast. 5. Schäden und negative Entwicklungen Vandalismus ist jedes Jahr ein leidiges Thema, denn die Beseitigung der angerichteten Schäden schluckt Arbeitskapazitäten und Material. Die Ereignisse waren in 2010 nicht so zahlreich wie in 2009: - 26./27.03.2010: Aufbruch der Spendenbox am Turm, Demolierung der Turmtür und Auf- bruchversuch an der Spendenbox an der Biologischen Station - 16.04.2010: Mehrere Pfeiler einer Beobachtungshütte wurden angesägt - 23.04.2010: Schmierereien am Turm und an einer Beobachtungshütte Bis auf eine beschmierte Plexiglas-Scheibe in einer Hütte konnten alle Schäden beseitigt werden. 6 V/0718/2011 6. Benennung der Arbeitsschwerpunkte für das folgende Jahr Der Umfang der zu erbringenden Arbeiten ist durch das Leistungsverzeichnis festgelegt. Darüber hinaus gehende Arbeiten für 2011 sind: • Abschluss des barrierefreien Umbaus der Beobachtungseinrichtungen im Rahmen der er- folgreichen Teilnahme am Landeswettbewerb „Erlebnis NRW“. 7. Sonstige Betreuungsaufgaben Es wurden wie in den Vorjahren verschiedene Praktikanten betreut: 5 Schülerpraktikanten, 6 Uni-Praktikanten, 2 Arbeitsmaßnahmen zur beruflichen Integration in Kooperation mit dem Förderkreis für Sozialpsychiatrie Münster und dem Christlichen Jugenddorfwerk Deutschland Burgsteinfurt. In 2010 kamen die Universitäts-Praktikanten u. a. im Rahmen der Vegetationskartierung, der Ringelnattererfassung und der Aktualisierung des Obstbaumkatasters zum Einsatz. Am Dienstag, den 13. April 2010 wurden im Zeitraum von 6 bis 21 Uhr die Verkehrsströme an der zentralen Kreuzung Coermühle und Hessenweg erfasst. Insgesamt wurden 2192 Kraftfahrzeuge (PKWs, LKWs und Motorräder) getrennt nach den amtlichen Kennzeichen registriert. Dies waren 120 Fahrzeuge mehr als 2009. Das zweigipfelige Verkehrsaufkommen mit Höchstwerten zwischen 7 und 9 Uhr morgens und von 16 bis 19 Uhr am Nachmittag wird allgemein durch den Berufsverkehr verursacht. Allerdings ist dies nur für die Coermühle in Fahrtrichtung Rieselfeldhof und auf dem Hes- senweg Richtung Kanalbrücke ausgeprägt. Die Einzelbetrachtung der Fahrtrichtungen zeigt, dass die Fahrten nach Gittrup und Gimbte nur ein nachmittägliches Berufsverkehrmaximum haben. Die Maxima in den Nachmittagsstunden überschneiden sich auch mit dem Auftreten von Besuchergruppen in den Rieselfeldern. Daher rühren z. T. auch die Besucher- Beschwerden über den Verkehr in den Rieselfeldern. Der mit mindestens 42 % in Richtung Rieselfeldhof und 56 % in Richtung Gittrup beträchtliche Anteil auswärtiger Kennzeichen auf der Coermühle verdeutlicht zudem, dass dies zum großen Teil kein Anlieger-Verkehr ist. Früher Morgenverkehr und die Fahrzeuge in den dunklen Abend- und Nachtstunden (hier nicht erfasst) geraten oft in Konflikt mit den Mobilitätszeiten von Tieren. Es vergeht selten ei- ne Woche ohne ein totes Tier am Straßenrand. Besonders auffällig wird dies auch während der spontanen Frühjahrswanderungen der Amphibien im März und April. Bewertung der unteren Landschaftsbehörde Die im Jahr 2010 durchgeführten Pflege-, Entwicklungs- und Unterhaltungsmaßnahmen wurden bei einem Ortstermin am 23.03.2011 stichprobenartig von der unteren Landschaftsbehörde über- prüft. Es ergaben sich keine Beanstandungen. Auch der Abgleich des Jahresberichtes mit dem Leistungsverzeichnis ergab, dass die Projektziele der Betreuung erreicht worden sind. Beirat für die Rieselfelder Münster Der gemäß Beschluss des Rates vom 12.12.2007 eingerichtete städtische Beirat für die Riesel- felder bestehend aus Vertretern der im Rat vertretenden Fraktionen, der Landwirtschaft, der Na- turschutzverbände, der Biologischen Station und der Stadtverwaltung hat bisher sechsmal unter Vorsitz des Ratsherrn Kisnat getagt. Der Termin der Herbstsitzung ist der 05.10.2011. I. V. gez. Thomas Paal Stadtrat
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (4)
- Coermühle
- Wöstebach
- Gelmerheide
- Hessenweg
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0718/2011
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 19.09.2011
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37