3556/2017
Gewährung von Zuwendungen für interkulturelle und Integrationsprojekte (Anträge von Bürgerhaus MüTZe, Kulturbunker Mülheim und Bürgerzentrum Alte Feuerwache)
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Beschlussvorlage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/50/2 Vorlagen-Nummer 3556/2017 Freigabedatum 30.11.2017 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Gewährung von Zuwendungen für interkulturelle und Integrationsprojekte hier: Anträge von Bürgerhaus MüTZe, Kulturbunker Mülheim und Bürgerzentrum Alte Feuerwache Beschlussorgan Ausschuss Soziales und Senioren Gremium Datum Beschluss: Der Ausschuss für Soziales und Senioren beschließt, die im Haushaltsplan 2017 in Teilergebnisplan 0504, Freiwillige Sozialleistungen und Diversity, in Teilplanzeile 15, Transferaufwendungen, veran- schlagten Zuschussmittel für interkulturelle und Integrationsmaßnahmen wie folgt zu vergeben: Antragsteller Projekt Betrag Antrag 1 Bürgerhaus MüTZe Interdisziplinäre Angebote „Teilhabe und Selbstbestimmung für Mitgrantinnen“ 5.000 € Antrag 2 Kulturbunker Mülheim Interkulturelles Theaterprojekt 4.500 € Antrag 3 Bürgerzentrum Alte Feuer- wache „café konekti“ – Honorarkraft (interkulturelles Stadtteil- und Begegnungscafé) 3.375 € Antrag 4 Bürgerzentrum Alte Feuer- wache „Erzähl mir was!“ – Märchen verschiedener Kul- turen für Kinder und Erwachsene 1.500 € Integrationsrat 04.12.2017 Ausschuss Soziales und Senioren 14.12.2017 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 14.375 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Begründung: Im laufenden städtischen Haushalt (Teilplan 0504 Freiwillige Sozialleistungen und interkulturelle Hil- fen) stehen freien Trägern im Sozialbereich Mittel in Höhe von 14.500 € zur Förderung von Aktivitäten mit interkulturellen Bezügen zur Verfügung. Folgende Projektinitiativen freier Träger werden mit Blick auf ihre integrative Zielsetzung und als Angebote zur gesellschaftlichen Teilhabe seitens der Fach- verwaltung ausdrücklich befürwortet und daher zur Förderung vorgeschlagen: Antrag 1 Teilhabe und Selbstbestimmung für Frauen mit Migrations- und Fluchthintergrund - Bürgerhaus MüTZe Im Bereich Migrations- und interkulturelle Frauenarbeit der MüTZe sollen öffentlich kommunizierte Angebote (ggf. mit kostenloser Kinderbetreuung) Migrantinnen zu einer selbstbestimmten Lebensfüh- rung ermutigen und zu mehr sozialer und kultureller Teilhabe befähigen. Hierzu zählen u. a. Bildungs- /sozial-kulturelle Maßnahmen und lebenspraktische Orientierungshilfen: Informationsveranstaltungen mit Referentinnen u. a. zu den Themen Grundrechte, Demokra- tie, Frauenrechte, Gleichberechtigung, Bildungs- und Gesundheitssystem, Sozialsystem, Kin- derrechte, Landessitten und gutes Benehmen (Schlange stehen, Müll trennen, für ältere Men- schen in der Bahn aufstehen etc.), regionale Besonderheiten (Karneval), Umgang mit dem anderen Geschlecht und sexuelle Selbstbestimmung („Nein heißt Nein“), Vergewaltigung in der Ehe u.a., Hilfen bei sexueller und häuslicher Gewalt, Erziehung von Mädchen und Jungen zur Gleichberechtigung Exkursionen zur Ermöglichung neuer eigenständiger Erfahrungen und Zugänge zu Kultur (z. B. Besuche der Stadtbibliothek, der VHS, von Museen, Theater, öffentlichen Veranstaltungen, des Landtags in Düsseldorf), Erproben selbstbestimmter Freizeitgestaltung, bürgerschaftli- chen Engagements und Eroberung öffentlicher Räume (Besuch im Schwimmbad, Picknick im 3 Park, Teilnahme an Kundgebungen, z.B. Internationaler Frauentag und Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen) eine Fachtagung mit Workshops und Podiumsdiskussion zu Formen und Auswirkungen religi- öser Fremdbestimmung sowie Gegenmaßnahmen eine öffentliche interkulturelle Veranstaltung mit Schriftstellerinnen und Künstlerinnen Selbstbehauptungstraining für Frauen in Kooperation mit der Polizei u. a. Trägern niedrigschwellige Übungen im Umgang mit PC und Internet (Zugang zu IT als neuer elementa- rer Kulturtechnik). Antrag 2 Interkulturelles Theaterprojekt – Kulturbunker Mülheim In Kooperation mit dem Theaterregisseur und Pädagogen Hans-Peter Speicher plant der Kulturbun- ker Mülheim ein interkulturelles Theaterprojekt: „Der Diener zweier Herren“ nach Carlo Goldoni. Pro- fessionelle Schauspieler/innen führen hier mit Geflüchteten, die in ihren Heimatländern selbst als Schauspieler/innen gearbeitet haben, einen Workshop mit Theaterabend durch. Geflüchtete können in dieser Theaterarbeit zu den Themen Flucht, Verbrechen, Liebe und lebensbe- jahender Pragmatismus eigene Erfahrungen und Eindrücke verarbeiten, Selbstbewusstsein entwi- ckeln, Anerkennung erfahren und nicht zuletzt ihr Netzwerk vergrößern. Während des Workshops stehen den Geflüchteten Coaches zur Seite, die sie sprachlich, aber auch emotional unterstützen. Antrag 3 „café konekti“ – Honorarkraft (interkulturelles Stadtteil- und Begegnungscafé) – Bürgerzentrum Alte Feuerwache Das Projekt „café konekti“ in der Alten Feuerwache dient neu zugezogenen Menschen mit und ohne Fluchthintergrund und bereits länger im Stadtteil lebenden Bewohnern/innen der interkulturellen Be- gegnung. Seit dem Start am 09.02.2017 hat das Café jeden Donnerstag von 16:00 Uhr – 21:00 Uhr im Offenen Treff der Alten Feuerwache geöffnet. Ca. 50 Gäste nutzen diverse Freizeit- /Beschäftigungsangebote des Cafés (u. a. gemeinsame/s Marktbesuche, Kochen, Essen; Gesell- schaftsspiele; Lesungen, Musikdarbietungen der Gäste) und die öffentlich nutzbaren Angebote der Alten Feuerwache. Zur Unterstützung des bestehenden Teams sowie Qualitätssicherung und Verstetigung des zuneh- mend nachgefragten Angebots bedarf es einer Honorarkraft. Projektziele: Kontakt- und Beziehungsaufbau zwischen neu zugezogenen Menschen mit und ohne Fluchterfahrung und länger im Stadtteil lebenden Menschen Unterstützung bei der Selbsthilfe- und Selbstorganisation der Café-Gäste Förderung von Vernetzung und kultureller Teilhabe. Antrag 4 „Erzähl mir was!“ – Bürgerzentrum Alte Feuerwache Kinder und Erwachsene unterschiedlicher Kulturen des Stadtteils, insbesondere geflüchtete Men- schen, sind eingeladen, gemeinsam Märchen aus verschiedenen Kulturen zu erleben. An drei Sonn- tagnachmittagen soll ein/e professionelle/r Märchenerzähler/in im Projektraum der Alten Feuerwache Geschichten vortragen und mit Stimme, Mimik, Gestik und ggf. Musik untermalen, so dass der ge- sprochene Text auch für wenig deutsch sprechende Menschen verständlich wird. Hilfreich für das gemeinsame Erleben sind die allen Zuhörern/innen bekannten universellen Themen, die in Märchen 4 kulturübergreifend auftauchen. Die Zuhörer/innen sitzen in einem gestalteten Raum im Kreis mit dem/der Erzähler/in, so dass eine persönliche, intime und gemeinschaftliche Atmosphäre entsteht. Geplant sind pro Nachmittag zwei Erzähl-Einheiten von ca.30 - 40 Minuten. Es werden Märchen verschiedener Kulturen erzählt; der orientalische/arabische Kulturkreis soll dabei besonders berücksichtigt werden. Die kurzen Einheiten ermöglichen Menschen verschiedenen Alters und verschiedener Sprachkompetenz eine Teilnahme. Die Besucher/innen haben zudem die Möglichkeit, in einem „Erzähl-Café“ im Erdgeschoss/ Kinderbe- reich der Alten Feuerwache einen Tee zu trinken und ins Gespräch zu kommen. Das Angebot ist kostenlos; Stadtteilbewohner/innen verschiedener kultureller Herkunft – insbesonde- re aus den Flüchtlingsunterkünften – sollen über Flyer gezielt eingeladen werden. Zur Dringlichkeit: Die obigen Maßnahmen sollen möglichst kurzfristig nach Beschlussfassung beginnen. Da die Veran- schlagung der Mittel auf eine Initiative des Integrationsrates zurückgeht, erhält der Integrationsrat diese Beschlussvorlage zur Vorberatung und wird gebeten, den Beginn der Maßnahmen zu ermögli- chen.
Antrag 3 - BZ Alte Feuerwache
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„café konekti“ – Honorarkraft
Stadtteil- und Begegnungscafé für neu zugezogene und länger im
Stadtteil lebende Bewohner*innen mit und ohne Fluchthintergrund
Café konekti
Mit dem Projekt „café k onekti“ wurde in der Alten Feuerwache ein neuer Raum der
interkulturellen Begegnung und des gemeinsamen Erlebens für neu zugezogene
Menschen mit Fluchterfahrung und bereits länger im Stadtteil lebende Bewohner*innen
eröffnet. Seit dem Start am 09.02.2017 hat das Café jeden Donnerstag von 16:00 – 21:00
Uhr im Of fenen Treff der Alten Feuerwache geöffnet. Jede Woche werden ca. 50 Gäste
empfangen, damit ist die Anzahl der Gäste fünf Mal höher als erwartet. Sie nutzen die
diversen Beschäftigungsangebote, welche das Café bietet und die öffentlich nutzbaren
Angebote der Alten Feuerwache.
Um die Öffnungszeiten des Cafés und die Qualität des Angebots bei der aktuellen
Anzahl der Gäste zu gewährleisten, bedarf es einer Honorarkraft zur Unterstützung des
bestehenden Teams. Zudem ergibt sich die Dringlichkeit des Bedarfs aus der
Notwendigkeit für eine Krankheits - und Urlaubsvertretung der hauptamtlichen Kraft,
zur Unterstützung des Teams der freiwilligen Helfer*innen.
Zielgruppe
Alle Bewohner*innen des Stadtteils in ihrer Diversität.
Ziele
1. Kontakt und Beziehungsaufbau zwischen länger im Stadtteil lebenden Menschen
und neu zugezogenen Menschen (mit und ohne Fluchterfahrung) sollen gefördert
werden
2. Selbsthilfe- und Selbstorganisation der Café-Gäste sollen unterstützt werden.
3. Vernetzung und kulturelle Teilhabe sollen gefördert werden.
4. Das café konekti soll der aktuellen Anzahl der Gäste gerecht werden.
5. Das Team der freiwilligen Helfer*innen des café konekti soll hauptamtliche
Unterstützung erhalten.
Durchführung
Das café k onekti soll auch im Jahr 2018 jeden Donnerstag von 16:00 – 21:00 Uhr
angeboten werden. Die das Projekt begleitende Honorarkraft ist Ansprechpartner*in für
die Gäste und für das Team der freiwilligen Helfer*innen vor Ort , wobei sie den Kontakt
und die Netzwerkbildung unter den Gästen unterstützen soll. Zudem soll die
Honorarkraft für den Auf - und Abbau des Cafés und die technischen Abläufe während
des Cafébetriebs verantwortlich sein. Bei gutem Wetter gehört der Aufbau einer Café -
Terrasse mit zu den Aufgaben der Honorarkraft. Bei Bedarf soll sie unterstützend
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vermitteln und über die Angebote im Rahmen des café konekti, der Alten Feuerwache
und im Quartier informieren.
Rahmenbedingungen
Zeitraum: Januar bis Juni 2018
Zeit: Wöchentlich donnerstags 9 Std.
Teilnehmer*innen: Bewohner*innen des Stadtteils Innenstadt Nord
Personal: Eine Honorarkraft (zusätzlich zum
Quartiersmanagement als hauptamtliche Kraft mit
einem Team freiwilliger Helfer*innen)
Kostenplan
Honorare
1 Honorarkraft
25 Termine à 9 Std Std. à 15 Euro 3.375 Euro
Gesamt 3.375 Euro
Ansprechpartnerin Quartiersmanagement: Juana Rooijakkers
E-Mail: quartier@altefeuerwachekoeln.de
Tel: 0221-973 155-23
Antrag 1 - Bürgerhaus MüTZe
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Projekt „Teilhabe u. Selbstbestimmung für Migrantinnen“ - MüTZe
13.11.2017 Seite 1 von 2
„So zi al -kul tu rel le T ei lhabe u nd in div idue lle Selb stb es ti mmung fü r
F rauen mi t Mig ra ti ons - u nd F lu chth in te rg rund
Ausgangslage und allgemeine Entwicklungsziele:
Für viele Migrantinnen ist der einzige soziale Zusammenhalt zunächst die Familie, wo sie oftmals
auch bei uns in Deutschland durch religiöse und patriarchale Bevormundung an der Entfaltung
ihrer Potenziale und einer selbstbestimmten Lebensführung gehindert werden. Ein Teil der
Frauen ist nach wie vor von innerfamiliären Gewaltverhältnissen wie z.B. häusliche Gewalt oder
Zwangsheirat betroffen.
Wie zahlreiche Migrantinnen im Rahmen unserer Beratung berichten, erfahren sie zusätzlichen
Druck durch einige muslimische Gemeinden, die ihre Arbeit als religiösen Auftrag verstehen, der
die Integration der betroffenen Familien letztlich behindert. Meist werden Frauen dort z.B. zum
Tragen eines Kopftuches angehalten. Zum Teil müssen sie sich gegenüber männlichen Gemein-
demitgliedern rechtfertigen oder werden bedroht, wenn sie sich von Restriktionen befreien wollen.
Es ist für viele Migrantinnen eine Frage des Konfliktes, den sie individuell im Kampf um ihre
Selbstbestimmung mit ihren Familien und ihrem Kulturkreis bestreiten müssen, wobei hierdurch
latent der Verlust der traditionellen Sozialbeziehungen droht. Viele stellen als Mütter in Sorge um
die Zukunft ihrer Kinder ihre eigenen Bedürfnisse hinten an.
Diese Situation eingeschränkter Potenzialentfaltung und mangelnder gesellschaftlicher Teilhabe
wirkt sich wiederum negativ auf die kulturelle Öffnung der Kinder aus diesen Familien aus, deren
Benachteiligung oft generationsübergreifend fortgeschrieben wird. Die Förderung der Frauen ist
deshalb nicht nur im Hinblick auf ihre besondere Schutzbedürftigkeit (als häufige Opfer von Miss-
handlungen und sexueller Gewalt) von Bedeutung, sondern auch im Hinblick auf die Vorbild- und
Orientierungsfunktion der Frauen für die Integration der Kinder, deren Geschlechterrollenver-
ständnis und soziale Teilhabechancen.
Die Entwicklung des Gemeinwesens insgesamt hängt ganz wesentlich davon ab, ob und in wel-
chem Umfang für Migrantinnen ausreichende Angebote der Ermutigung und Befähigung zu einer
selbstbestimmten Lebensführung und zu gleichberechtigter sozialer Teilhabe geschaffen werden.
Kontinuierliche offene Angebote der MüTZe für Frauen im Bereich Migration-Interkultur
Bisher ist der Bereich Migration und interkulturelle Frauenarbeit der MüTZe überwiegend in 2
Handlungsfeldern tätig:
- Beratung, psychosozialen Betreuung, Begleitung und Vermittlung von Migrantinnen zu regel-
mäßigen festen Sprechzeiten an 30 Std. pro Woche (Beratung zu Fragen des Aufenthalts-
rechts, Erwerbslosigkeit, häuslicher Gewalt, Kindergeld, Einschulung der Kinder u.v.m., Be-
gleitung zu Behörden und medizinisch -psychologischen Fachdiensten, Krise nintervention,
Vermittlung in Frauenhäuser etc.)
- Interkulturelle Frauengruppe in Form offenen Gruppenarbeit, zu deren wöchentlichen Treffen
alle interessierten Frauen eingeladen sind (die Treffen werden auch öffentlich und in Netzwer-
ken der Migrantinnen- und Frauenarbeit beworben). Diese Gruppe setzt sich überwiegend aus
dem Kreis der Beratungs -Klientinnen zusammen. Einmal pro Monat wird zusätzlich ein ge-
meinsames Abendessen angeboten. Die Frauen lernen, auch gegenüber ihren Familien erst-
mals einen wöchentlichen Termin und Freiraum für sich selbst einzunehmen. Bei Bedarf wird
parallel kostenlose Kinderbetreuung angeboten. Kinder können auch mitgebracht werden. Die
Gruppe bietet sozialen Rückhalt, neue soziale Bezüge und Hilfe zur Selbsthilfe sowie Informa-
tionen, Erfahrungsaustausch und praktische Hilfestellungen in nahezu allen Lebenslagen.
Projekt „Teilhabe u. Selbstbestimmung für Migrantinnen“ - MüTZe
13.11.2017 Seite 2 von 2
Projektziel und zusätzliche offene Angebote:
In 2018 sollen zusätzliche Angebote bereit gestellt werden, die Migrantinnen zu einer selbstbe-
stimmten Lebensführung ermutigen und zu mehr sozialer und kultureller Teilhabe befähigen sol-
len. Die geplanten Maßnahmen sollen einerseits Bildungsinhalte, Werte und lebenspraktische
Orientierungshilfen vermitteln und andererseits neue sozial -kulturelle Erfahrungen selbstbe-
stimmter Freiräume und von Teilhabe in allen Lebensbereichen ermöglichen:
- Monatliche Informationsveranstaltungen mit Referentinnen über Grundrechte, Demokratie,
Frauenrechte, Gleichberechtigung, Bildungs- und Gesundheitssystem, Sozialsystem, Kinder-
rechte, Landessitten und gutes Benehmen (Schlange stehen, Müll trennen, für ältere Men-
schen in der Bahn aufstehen etc.), regionale Besonderheiten (Karneval), der Umgang mit dem
anderen Geschlecht und sexuelle Selbstbestimmung „Nein heißt Nein“, Vergewaltigung in der
Ehe u.a., Hilfen bei sexueller und häuslicher Gewalt, Erziehung von Mädchen und Jungen zur
Gleichberechtigung u.a.
- 6 Exkursionen (in 2018) mit jeweils 25 Teilnehmerinnen zur Ermöglichung neuer eigenstän -
diger Erfahrungen und Zugänge zu Kultur (z.B. Be suche der Stadtbibliothek, der VHS, von
Museen, Theater, öffentlichen Veranstaltungen, des Landtags in Düsseldorf u.a.) und Erpro -
ben selbstbestimmter Freizeitgestaltung, bürgerschaftlichen Engagements und Eroberung
öffentlicher Räume (Besuch im Schwimmbad , Picknick im Park, Teilnahme an Kundgebun -
gen, z.B. zum Internationalen Frauentag und zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen
„Wir erobern die Nacht zurück“ etc.).
- eine Fachtagung mit Workshops und Podiumsdiskussion zu Formen und Auswirkungen
religiöser Fremdbestimmung sowie Gegenmaßnahmen
- eine öffentliche interkulturelle Veranstaltung mit Schriftstellerinnen u.a. Künstlerinnen
- Selbstbehauptungstraining für Frauen in Kooperation mit der Polizei u.a. Trägern (Anzahl der
Angebote richtet sich nach den Anmeldungen)
- Niedrigschwellige Übungen im Umgang mit PC und Internet (Zugang zu IT als neuer
elementarer Kulturtechnik).
Die Ansprache der Teilnehmerinnen erfolgt sowohl über die vorhandenen niedrigschwelligen An-
gebote und die Klientinnen des Migrationsbereichs als auch über gezielte Öffentlichkeitsarbeit mit
mehrsprachigen Flyern und über die Werbung in Stadtteil-, Migrations- und Frauennetzwerken.
Bei Bedarf erfolgen alle Angebote unter Einsatz von Dolmetscherinnen sowie Begleitung durch
kostenlose Kinderbetreuung.
Im Rahmen der Durchführung der genannten Aktivitäten entstehen Sach- und Personal-Kosten,
deren finanzielle Unterstützung hiermit beantragt wird.
- Honorare und Fahrtkosten für Referentinnen und Künstlerinnen ca. 1.200,- Euro
- Fahrtkosten und Teilnahmegebühren für Exkursionen (z.B. Eintrittsgelder) – ca. 1.400,- Euro
- Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation ca. 300,- Euro
- Kinderbetreuung (keine eigenen Fachkräfte im Kinder- und Jugendbereich) ca. 1.400,- Euro
- Übersetzungs- und Dolmetscherdienste ca. 700,- Euro
5.000,- Euro
Antrag 2 - Kulturbunker Mülheim
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Kulturbunker Köln Mülheim e.V Berliner Str 20 51063 Köln Fon: +49 221 61 69 26 Fax: +49 221 61 60 796 info@kulturbunker-muelheim.de www.kulturbunker-muelheim.de Geschäftskonto. Sparkasse KölnBonn DE14 3705 0198 0025 0721 41 COLSDE33XXX Spendenkonto. Sparkasse KölnBonn DE36370501980031312143 COLSDE33XXX Steuernr. 2187/5760/0432 Vorstand. Paul Bacher Sevgi Demirkaya Alexandra Foxius Bernd Schönau Wilhelmine Streuter Stadt Köln – Die Oberbürgermeisterin Amt für Soziales und Senioren 50/2 – Bürgerhäuser/Bürgerzentren Unter Goldschmied 6 50667 Köln Hallo Herr Kroh, Hallo Herr Wendler, wir, der Kulturbunker Mülheim e.V., möchten mit dem Theaterregisseur und Pädagogen Hans-Peter Speicher ein interkulturelles Theaterprojekt starten. Der Kulturbunker Mülheim ist zentrales Kunst- und Kulturzentrum und der Ver- anstaltungsort im Stadtteil. Unsere Arbeit ist durch das interkulturelle Umfeld geprägt. In den letzten Monaten hat unser Veedel viele Geflüchtete aufgenommen. Diese Entwicklung möchten wir künstlerisch verarbeiten durch unser interkulturelles Theaterprojekt: „Der Diener zweier Herren“ nach Carlo Goldoni Professionelle Schauspieler*innen führen mit Geflüchteten, die in ihren Hei- matländern selbst als Schauspieler gearbeitet haben, einen x-monatigen work- shop durch. Im Rahmen dieses workshops erarbeiten die Teilnehmer*innen auf Basis Goldonis Stück einen Theaterabend. Die im Stück mit leichter Hand verbundenen Themen Flucht, Verbrechen, Lie- be und lebensbejahender Pragmatismus ermöglichen den Teilnehmer*Innen einen kreativen Umgang mit eigenen Erfahrungen. Der workshop wird durch den erfahrenen Regisseur Hans-Peter Speicher ge- leitet, der bereits einige interkulturelle Projekte durchgeführt hat. Während des workshops stehen den Geflüchteten Coaches zur Seite, die sie sprachlich aber auch emotional unterstützen. Durch die Theaterarbeit erwerben die Geflüchteten Sprache auf lebendigste Weise. Sie können eigene Erfahrungen und Eindrücke verarbeiten, Selbstbe- wusstsein und Anerkennung erfahren und nicht zuletzt ihr Netzwerk vergrös- sern. Das Stück wird produziert, in Szene gesetzt und an mehreren Abenden aufge- führt. Die Premiere und die folgenden Aufführungen sind Höhe- aber nicht Schlusspunkte dieses initiierten Entwicklungsprozesses. Für dieses Projekt bitten wir Sie um Ihre Unterstützung. Hochachtungsvoll Sevgi Demirkaya Kulturbunker Köln-Mülheim e.V. Berliner Str. 20 51063 Köln Köln, den 13.11.2017
Antrag 4 - BZ Alte Feuerwache
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Erzähl mir was! Märchen verschiedener Kulturen für Kinder und Erwachsene In diesem interkulturellen Angebot sollen Menschen unterschiedlicher Kulturen des Stadtteils, insbesondere geflüchtete Menschen, eingeladen werden, gemeinsam Märchen aus verschiedenen Kulturen zu erleben. An drei Sonntagnachmittagen (von Januar bis März 2018) soll ein/e professionelle MärchenerzählerIn im Projektraum der Alten Feuerwache Geschichten für Kinder und Erwachsene vortragen und mit Stimme, Mimik, Gestik und ggf. Musik untermalen. so dass der gesprochene Text auch für wenig deutsch sprechende Menschen verständlich wird. Hilfreich für das gemeinsame Erleben sind dabei die allen ZuhöherInnen bekannten universellen Themen, die in Märchen aller Kulturen auftauchen und kulturübergreifend sind. Die ZuhöherInnen sitzen in einem gestalteten Raum im Kreis mit der Erzählerin, so das eine persönliche, intime und gemeinschaftliche Atmosphäre entsteht. Geplant sind pro Nachmittag zwei Erzähl-Einheiten von ca.30-40 Minuten. Es sollen immer Märchen verschiedener Kulturen erzählt werden und der orientalische/ arabische Kulturkreis soll dabei besonders berücksichtigt werden. Die kurzen Einheiten sollen es Menschen verschiedenen Alters und verschiedener Sprachkompetenz ermöglichen, teilzunehmen. Die Auswahl der Märchen soll geplant sein, sich aber an den konkreten Möglichkeiten der Besucherinnen orientieren, so dass die ErzählerInnen über ein entsprechendes Repertoire sowie Erfahrung verfügen müssen . Parallel sowie vor und nach den Geschichten soll in einem „Erzähl-Cafe“ im Erdgeschoss/ Kinderbereich den BesucherInnen die Möglichkeit geben, einen Tee zu trinken und ins Gespräch zu kommen. Das Angebot ist kostenlos und StadtteilbewohnerInnen verschiedener kultureller Herkunft – insbesondere aus den Flüchtlingsunterkünften - sollen über Flyer gezielt eingeladen werden. Kostenplan für drei Sonntagnachmittage (Januar, Februar, März 2018): ErzählerIn (16-18 Uhr) 3x 400 € 1.200 € Betreuung Erzählcafe (15.30 – 18.30 Uhr) 3x 4 Std. 144 € Veranstaltungsbetreuung einschließlich Aufbau/Abbau 3 x 4 Std. 144 € Material (Tee, Sonstiges) 12 € Gesamt 1.500 €
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: ohne Votum in nachfolgende Gremien
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3556/2017
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 30.11.2017
- Erstellt
- 17.11.2017 11:01