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V/0985/2008

Bürgerfunk in Münster

Vorlagen 10.11.2008

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Nächste Beratung: Kulturausschuss, Sitzung am 26.11.2008, TOP 6

Beschlussvorlage

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Anlage Vorlage 985-2008

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Ansehen

Beschlussvorlage

13959 Zeichen

V/0985/2008 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Kulturamt 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Bürgerfunk in Münster 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
26.11.2008 Kulturausschuss Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
 
1. Der Kulturausschuss nimmt das in der Begründung dargestellte Finanzierungskonzept des 
Medienforum Münster e. V. zur Kenntnis. Die Verwaltung wird gebeten, die Räumlichkeiten 
am Verspoel (1. Etage) über den 31.12.2008 hinaus an den Medienforum e. V. zu vermie-
ten; die freien Räumlichkeiten in der 2. Etage sollen an den Kulturkooperative Münster e. V. 
sowie Kaktus e. V. vermietet werden. 
 
2. Der Kulturausschuss nimmt die Veränderungen, die sich aufgrund der Änderung in der 
Förderstruktur der Landesanstalt für Medien in Münster ergeben haben (s. Anlage), zur 
Kenntnis. 
 
 
Begründung: 
 
Ausgangs- und Beschlusslage 
 
Der Kulturausschuss h
at am 15. Mai 2008 über die Neustrukturierung der kommunal geförderten 
Bürgermedien in der Stadt Münster beraten. Dabei hat er beschlossen, dass am 26.11.2008 end-
gültig über den Verbleib des Medienforums in den Räumlichkeiten am Verspoel unter der Voraus-
setzung entschieden wird, dass bis dahin eine prüfbare tragfähige Finanzierung vorliegt, mit der 
die Miete getragen werden kann. Sollte der Kulturausschuss aufgrund des vorliegenden Finanzie-
rungsnachweises einer Verlängerung des Mietverhältnisses zustimmen, kann eine zum Jahresen-
de 2008 möglicherweise erfolgte Kündigung zurückgenommen werden. 
 
Darüber hinaus wurde die Verwaltung gebeten, Ende 2008 im Kulturausschuss die Entwicklungen 
in Bezug auf die Bürgerfunklandschaft, die sich in Münster aufgrund der Änderungen in der För-
derstruktur der Landesanstalt für Medien ergeben haben, darzustellen. 
 
Vorlagen-Nr.: 
V/0985/2008 
Auskunft erteilt: 
Frau Schnell 
Herr Hengstmann 
Ruf: 
492 41 00 
492 41 05 
E-Mail: 
Schnell@stadt-muenster.de 
Hengstmann@stadt-muenster.de  
Datum: 
10.11.2008 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0985/2008 
Finanzierungskonzept Medienforum  
 
Im Mai 2008 hatte der medienforum münster e. V. einen „5-Punkte-Plan“ aufgestellt, um die Finan-
zierung der Gesamtmiete in der 1. Etage in Höhe von 25.000 € bei gleichbleibendem städtischen 
Zuschuss von 35.300 € zu sichern. Er umfasst folgende Punkte: 
 
1. Untervermietung zwei separat gelegener Räume 
2. Untervermietung bzw. kooperat ive Nutzung von Räumlichkeiten 
3. Sporadische Vermietung der Räume für Fremdveranstaltungen 
4. Fördermitgliedschaften und Sponsoren 
5. Mietanteile aus Projektmitteln (LfM u. a.) und kostenpflichtige Veranstaltungen 
 
Kernbestandteil dieses Konzeptes ist ein Rückzug des Medienforums auf die halbe Etage und da-
mit eine Verringerung der bisher vom Medienforum beanspruchten Fläche von 180 qm auf 120 qm 
vor. Der Verein nutzt nun 2 Studios jeweils mit Sprecher- und Regieraum, 1 Büro und 1 kleinen 
Gruppenraum. Vier Räume sowie ein großer Konferenzraum werden frei. Das Medienforum bleibt 
weiter Mieter der 1. Etage, wird die frei gewordenen Flächen durch Untervermietungen etc. aber 
refinanzieren.   
 
 
Zu 1. Untervermietung zwei separat genutzter Räume 
 
Dem 
Verein medienforum münster e. V. ist es gelungen, zwei nebeneinander liegende, bisher vom 
Medienforum genutzte Büroräume zu vermieten. Di eser Bereich wird bereits seit dem 7.10.2008 
an den GGUA Flüchtlingshilfe e. V. untervermietet, der dort ergänzend zu den Vereinsräumen an 
der Südstraße zwei Büros für Projektverwaltung und –organisation nutzt. Die Gemeinnützige Ge-
sellschaft zur Unterstützung Asylsuchender besteht seit mehr als 30 Jahren und berät Flüchtlinge 
und Migranten in Münster in asyl-, aufenthalts- und sozialrechtlichen Fragen. Im Rahmen ihrer 
Flüchtlingshilfe realisiert sie verschiedene Projek te. Die GGUA ist als langjähriges Mitglied Koope-
rationspartner des Vereins medienforum münster e. V. und produziert seit vielen Jahren ein regel-
mäßiges Bürgerfunk-Magazin mit dem Titel „Fluchtpunkt“. 
 
Durch diese Untervermietung kann das Medienforum 4.200 € zusätzliche Einnahmen erzielen.  
 
 
Zu 2. Untervermietung bzw. kooperative Nutzung von weiteren Räumlichkeiten 
 
Für den restlichen Teil (
2 kleine Büroräume mit Durchgangstüren sowie 1 großer Konferenzraum 
als Durchgangszimmer zu den beiden kleinen Büros) der Etage konnte das Medienforum – auch 
mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung Münster – zunächst keinen Interessenten finden. Unter 
veränderten Rahmenbedingungen – geringere Mieten – können die beiden kleinen Büroräume an 
zwei Existenzgründerinnen untervermietet werden, die als Freiberuflerinnen im Bereich Verlags-
wesen bzw. Audio-Produktionen arbeiten und dabei die Kooperationsmöglichkeiten mit den Part-
nern im Haus nutzen möchten. 
 
Durch diese Untervermietungen kann das Medienforum 2.400 € zusätzliche Einnahmen erzielen. 
 
Gleichzeitig haben die beiden Vereine Kulturkooperative Münster e. V. (KKM) und der Kaktus 
Münster e. V. ihr Interesse signalisiert, vom jetzigen Standort Am Mittelhafen zum Verspoel umzu-
ziehen. Die KKM ist ein Zusammenschluss freier KünstlerInnen und MusikerInnen aus dem Müns-
terland, deren Kernaufgabe in der Förderung freier Kulturschaffender durch Vernetzungen, kompe-
tente Beratungen und Informationsaustausch besteht. Seit 1987 gibt die KKM einen „Kulturkatalog“ 
heraus, in dem KünstlerInnen ihre Arbeit präsentieren. Der Verein Kaktus e. V. bietet neben den 
Kulturveranstaltungen wie interkulturelle Lesungen, Ausstellungen und  musikalische Veranstal-

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V/0985/2008 
tungen insbesondere Informationen und Beratungen für Alltagsprobleme von Migranten, Aussied-
lern und Flüchtlingen. Ein weiterer Schwerpunkt sind EDV-Kurse für Spätaussiedler. 
 
Aktuell haben beide Vereine vom Vermieter eine deutliche Mieterhöhung erhalten. Aufgrund der 
Lage im Entwicklungsgebiet Hafen ist damit zu rechnen, dass weitere Mieterhöhungen folgen wer-
den oder das derzeit genutzte Gebäude abgerissen wird. Die Suche nach Büroflächen auf dem 
freien Markt zu Preisen, die die Vereine finanzieren können, gestaltet sich zudem schwierig. Im 
Zuge der intensiven Gespräche mit allen Akteuren hat sich ein Nutzungskonzept herauskristalli-
siert, das sich über die 1. Etage hinaus auch auf die bereits längere Zeit leer stehenden Flächen in 
der 2. Etage erstreckt.  
 
Danach beziehen Kulturkooperative und Kaktus die 2. Etage des Gebäudes, die ehemals der Ver-
ein  
büne e. V. (vor dem Umzug in das Erdgeschoss) genutzt hatte. Die KKM kann dort 2 Büros nutzen 
und erhält damit Büroflächen in gleicher Größenordnung wie am jetzigen Standort am Mittelhafen. 
Kaktus kann 1 Büro sowie einen großen Raum belegen. Der große Raum wird in ein Büro sowie 
einen EDV-Schulungsraum unterteilt. Beide Vereine nutzen gemeinsam die Teeküche und das 
WC. Dieses Nutzungskonzept für die 2. Etage wurde in einem gemeinsamen Termin vor Ort be-
sprochen und von beiden Vereinen gemeinsam getragen. KKM und Kaktus verfügen damit zu-
sammen über Flächen von 110 qm, die der derzeitigen Größe Am Mittelhafen entsprechen. 
 
Der Standort Verspoel entwickelt sich mit der zusätzlichen Ansiedlung von KKM und Kaktus zu 
einem „Kultur- und Medienhaus“ und bietet den Vereinen KKM, Kaktus, Medienforum und büne 
sowie auch der GGUA und den beiden Freiberuflerinnen zum einen die Möglichkeit, die vorhande-
ne Infrastruktur gemeinsam zu nutzen und Synergieeffekte zu erzielen, zum anderen aber auch, 
bereits bestehende Kooperationen fortzusetzen, zu intensivieren und neue Felder der Zusammen-
arbeit insbesondere bei Kultur- und Medienthemen zu finden. So bietet sich auch für alle Nutzer 
die Möglichkeit, den EDV-Schulungsraum des Kaktus e. V. während nicht belegter Zeiten zu nut-
zen. Alle Nutzer im Haus können von dem Know-how der KKM in Bezug auf Pressearbeit, PR und 
Medien profitieren, andererseits könnte die KKM vermehrt Kulturthemen in den Bürgerfunk ein-
speisen. Darüber hinaus hat die KKM bereits in der Vergangenheit mit dem Kaktus e. V. einige 
Projekte für Migranten sowie interkulturelle Projekte realisiert. Auch eine Zusammenarbeit mit der 
GGUA ist daher gut denkbar.  Der zentrale und zugleich gemeinsame Standort verspricht eine 
deutliche höhere Besucherfrequenz und für KKM und Kaktus eine längerfristige Perspektive ge-
genüber dem Standort im Entwicklungsgebiet Hafen.  
 
Der große Konferenzraum in der 1. Etage steht bei diesem Konzept fünf Vereinen im Haus 
Verspoel 7-8 (medienforum, GGUA, KKM, Kaktus  und büne) gemeinschaftlich zur Verfügung. Die 
Finanzierung würde damit durch eine anteilige Mietzahlung jedes Vereins auf mehrere Schultern 
verteilt.  
 
Durch die gemeinsame Nutzung des Konferenzraumes kann das Medienforum zusätzliche Ein-
nahmen von 1.200 € erzielen. 
 
 
Zu 3. Sporadische Vermietung der Räume für Fremdveranstaltungen  
 
Ergänzend kann der Konferenzrau
m auch sporadisch an externe Partner vermietet werden. 
 
 
Zu 4. Fördermitgliedschaften, Spenden, Sponsoren 
 
Seit Mai 20
08 wurden für die Einwerbung von Spenden- und Sponsorengeldern neue Flyer erstellt 
und verteilt, Info-Mappen für Sponsoren zusammengestellt und verschickt, potenzielle Fördermit-
glieder und Sponsoren persönlich und telefonisch angesprochen und Werbeaktionen bei unter-
schiedlichen Veranstaltungen durchgeführt. Dadurch ist es dem Medienforum gelungen, rund

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V/0985/2008 
3.000 € an Spenden einzuwerben. Diese Spendenhöhe hält der Verein auch in den kommenden 
Jahren für erreichbar. Das Medienforum hat die Mitgliedsbeiträge für bisherige Mitglieder erhöht 
und neue Mitglieder geworben. Darüber hinaus erhebt das Medienforum nun Studionutzungsge-
bühren von Bürgerfunkgruppen. Mit diesen Maßnahmen können rund 6.000 Euro an zusätzlichen 
festen Mehreinnahmen pro Jahr erwirtschaftet werden. Die Akquise potenzieller Fördermitglieder 
und Sponsoren wird auch unter der Mithilfe ehrenamtlich Tätiger intensiv fortgesetzt. 
 
 
Zu 5. Mietanteile aus Projektmitteln (LfM u. a.) und kostenpflichtige Veranstaltungen 
 
Seit Mai 2008 konnte da
s Medienforum folgende Projektanteile erwirtschaften: 
 
2.000,00 €  Anteil aus 6 Zertifizierungskursen für 40 Bürgerfunker/innen Mai - Juli 
   550,00 € Anteil aus Schulprojekten (Friedensschule und Pascal-Gymnasium)  
   100,00 € Anteil aus einer Auftragsproduktion (Stand up, Münster Marketing)  
   200,00 € Anteil Mädchen-Projekt (Förderung Frauenbüro, noch nicht durchgeführt)  
   300,00 €
 Anteil Zertifizierungskurs für Bürgerfunker/innen (geplant)  
3.150,00 € 
 
Beim Eurocityfest 30.05. bis 01.06. beteiligte sich das Medienforum gemeinsam mit Medienpart-
nern am net(t)-meeting im Rathaus-Innenhof mit einem Podblog. Während der drei Veranstal-
tungstage stellten Bürgerfunk-Aktive an einem Aktionsstand O-Töne vom Festivalgeschehen ins 
Netz: Interviews mit Künstlern, Musikern und Organisatoren sowie Besucher-Umfragen. Diese Art 
der Online-Dokumentation von Veranstaltungen (Kulturevents, Tagungen u. a.) möchte der Verein 
in Zukunft ausbauen und dafür Fördermittel bei der LfM und/oder anderen Stellen beantragen. 
Gleichzeitig plant das Medienforum eine Bürgerfunk-Podcast-Plattform, um ausgewählte Beiträge 
zusätzlich zur einmaligen Ausstrahlung für jeden zugänglich zu dokumentieren, statt sie wie bisher 
im Archiv „verschwinden“ zu lassen. Auch daf ür beabsichtigt das Medienforum, Fördermittel bei 
der LfM und ggf. bei anderen Stellen beantragen. 
 
Bei den bislang eher geringen Summen an akquirierten Mitteln aus Projektanteilen ist zu berück-
sichtigen, dass  
 
• die LfM die zur Verfügung stehenden Mittel zum Großteil nicht ausgeschöpft hat, weil För-
dervoraussetzungen zunächst nicht klar waren, aktuell vorliegende Anträge von daher eine 
lange Bearbeitungszeit haben und noch nicht bewilligt werden konnten 
• sich die personelle Ausstattung des Medienforums aufgrund der geringeren Finanzmittel 
von 1,5 Stellen auf 0,5 Stellen reduziert hat, mit der die gesamte Betreuung, Organisation, 
Verwaltung des Bürgerfunks und des Vereins geleistet werden muss 
• allein durch den Umstellungsprozess des Vereins und die Umsetzung der Existenz si-
chernden Maßnahmen (5-Punkte-Plan) im Jahr 2008 personelle Kapazitäten in erhebli-
chem Umfang gebunden waren 
 
Insgesamt geht das Medienforum davon aus, aus Schul- und anderen Projekten rund 10.000 € 
jährlich an Projektanteilen für das Medienforum zu erwirtschaften, mindestens aber 5.000 €. 
 
Perspektive 
 
Durch das veränderte Nutzungskonzept des Medienforums werden Räume in der 1. Etage frei, die 
durch Untervermietungen oder kooperative Nutzungen Deckungsbeiträge für die Miete in Höhe 
von 7.800 € erwirtschaften. Zusammen mit den Mehreinnahmen bei Mitgliedschaften, Spenden 
und Sponsorengeldern von 9.000 € und Projektmitteln (im Jahr 2008: 3.150 €; zukünftig mindes-
tens 5.000 €) kann der Großteil der Miete für die 1. Etage von derzeit 25.000 € inkl. Nebenkosten 
aufgebracht werden. In Gesprächen mit dem städtischen Immobilienmanagement wurde darüber 
Einigkeit erzielt, dass die Räumlichkeiten der 1. Etage ab dem 1.1.2009 an den Verein medienfo-

- 5 - 
V/0985/2008 
rum münster e. V. zu neuen, reduzierten Konditionen vermietet werden können, so dass die Miete 
zukünftig durch den Verein vollständig aufgebracht werden kann.  
 
Darüber hinaus haben sich das städtische Immobilienmanagement und die beiden Vereine Kultur-
kooperative Münster e. V. und Kaktus e. V. über Konditionen der Anmietung der 2. Etage verstän-
digt, wonach die 2. Etage zu reduzierten Konditi onen vermietet werden kann. Das Mietverhältnis 
kann frühestens am 1.1.2009 beginnen, wird aber von beiden Parteien – mit Rücksicht auf die 
Kündigungsfrist des derzeitigen Mietvertrages – noch gemeinsam festgelegt.   
 
Veränderungen bei der Landesförderung und Ausw
 irkungen auf Münster 
 
Die Verwaltung hat die Umstellung der Landesförderung bei der Landesanstalt für Medien mit Hilfe 
der Medienakteure beschrieben und deren Auswirkungen auf Münster zusammengestellt (s. Anla-
ge). 
 
 
I. V. 
 
gez. 
Dr. Hanke 
 
Anlage

Anlage Vorlage 985-2008

25836 Zeichen

1 
Entwicklung des Bürgerfunks in NRW und in Münster 
 
1. Die Landesanstalt für Medien – Änderung des Förderkonzeptes seit 1.1.2008 
 
Die Finanzierungsstruktur der Bürgermedien hat sich  durch das neue Landesmediengesetz 
2007 mit geänderter Fördersatzung der Landesanstalt  für Medien grundlegend verändert. 
Die Förderung der Landesanstalt für Medien (LfM) er folgt 2008 erstmalig durch eine reine 
Projektförderung. Für Schulprojekte sind 2008 von d er LfM insgesamt 502.000 € und für 
Ausbildungs- und Qualifizierungsprojekte 462.000 € bereitgestellt worden. Dies entspricht ca. 
der Hälfte der Mittel des früheren Gesamtetats zur Förderung des Bürgerfunks in NRW durch 
die Landesanstalt für Medien. 
 
 
Folgende Maßnahmen und Projekte zur Medienkompetenz  im Bürgerfunk können gefördert 
werden: 
 
a)  Schulprojekte   
b) Maßnahmen zur Qualifizierung im Sinne der Nutzun gssatzung von Gruppen 
 („Zertifikat für Bürgerfunker“, Schulungen) 
c) Maßnahmen zur Qualifizierung von durch die LfM a nzuerkennenden 
 Zertifizierungsstellen sowie Prüferinnen und Prüfe rn , 
d) Ausbildungs- und Qualifizierungsprojekte und -ma ßnahmen 
e) in besonderen Fällen Modellprojekte sowie Experi mente, die einer Weiterentwicklung 
des Bürgerfunks dienen. 
 
Zuschussempfänger sind dabei Einrichtungen und Pers onen, die die Voraussetzungen für 
die Durchführung von Maßnahmen und Projekten erfüllen. Hierzu zählen u. a.: 
 
- Weiterbildungseinrichtungen, 
- Einrichtungen der außerschulischen Jugendbildung,  
- eingetragene Vereine und 
- Radiowerkstätten. 
 
Schulen können selbst Antragsteller für Schulprojek te in Zusammenarbeit mit einer/einem 
(freien) Medientrainer/-in sein. 
 
Die Auswirkungen der geänderten Finanzierungsstrukt ur landesweit stellt der 
Landesverband Bürgerfunk dar (Quelle: 
www.lbf-nrw.de ).  
 
Der „Stand im Land“, so der Titel der nicht repräse ntativen Erhebung, bezieht sich auf die 
neuen Projektförderstrukturen und notwendigen Quali fizierungsnachweise für die so 
genannten Medientrainer als Qualifizierer, Radiower kstätten als Orte der Medienproduktion 
sowie Produktionsgruppen als zu Qualifizierende. 
 
Die Aussagen beruhen auf Gesprächen mit Entscheidun gsträgern, Organisatoren, Vertretern 
von Radiowerkstätten und Bürgerfunkern. Die Durchfü hrung lag bei Politikwissenschaftlerin 
Dr. Bettina Lendzian. Stand ist August/September 20 08. Einige Ergebnisse werden hier 
zusammengefasst: 
 
1.1 Radiowerkstätten in NRW – Erste Erfahrungen zum neuen Fördermodell der LfM 
 
a) Rund 80 Medientrainer sind bisher landesweit in jeweils 7-tägigen Kursen 
qualifiziert worden.  
Medientrainer (Medienpädagogen mit Vorkenntnissen i m Bereich „Radio“) führen 
Schulprojekte und Qualifizierungen für Bürgerfunkgr uppen in Form von Kursen durch. Sie 
wurden weitgehend im April und Mai 2008 ausgebildet . Die meisten Ausbildungen wurden

2 
bisher in der Deutschen Hörfunk Akademie (DHA) durc hgeführt, zwei im Medienzentrum 
Rheinland in Düsseldorf, eine bei der VHS Ahlen im Münsterland und eine über den 
Campusfunk in Bochum.  
 
Nach Angaben der LfM besteht noch weiteres Interess e an Trainerschulungen, so dass es 
auch noch weitere Kurse geben wird.  
 
b) Schulprojekte 
Landesweit sind bisher 25 Projekte bewilligt worden . Noch gibt es in vielen Bereichen 
Schwierigkeiten bei der Antragsstellung, aber die Zahl der Anträge wächst. 
Für Schulprojekte kooperieren Schulen und Einrichtu ngen, z. B. Radiowerkstätten, oder freie 
Medientrainer sowie die Veranstaltergemeinschaften der Lokalsender, da sie einen 
besonderen Sendeplatz zur Ausstrahlung zur Verfügun g stellen (in Münster sonntags von 
18-19 Uhr). Dafür müssen in den 45 Verbreitungsgebi eten des Lokalfunks so genannte 
Kooperationsverträge geschlossen werden. Sie enthal ten die Leistungen der jeweiligen 
Partner.  
 
Über 50 Prozent der Fördermittel für den Bürgerfunk  entfallen landesweit auf Schulprojekte 
(502 000 €). Für die ersten 25 Schulprojekte in NRW wurden rund 110.000 €
1 landesweit von 
den Radiowerkstätten, Schulen und Jugendeinrichtung en bereitgestellt. Die meisten dieser 
Projekte haben erst im August oder September mit de r konkreten Arbeit in den Schulen 
begonnen. Ein Großteil der Bürgerfunk-Fördersumme i m derzeitigen Haushalt der LfM 
konnte somit in 2008 nicht abgerufen werden. 
 
Die Radiowerkstätten beurteilen das Antragsverfahre n für Schulprojekte als sehr kleinteilig 
und kompliziert. Einige wählten den Weg, ein großes  Schulprojekt mit kleineren Teilprojekten 
zu konzipieren. Nicht immer waren die Bewilligungsb escheide für die Antragsteller 
verständlich und die Kriterien für Kürzungen der be antragten Summen nachvollziehbar. Die 
Träger bemängelten, dass sie sich nicht auf die Zah lungen verlassen und deshalb nicht 
seriös planen könnten. Viele Bewilligungen seien er st für das 2. Halbjahr gekommen.  
 
Radiowerkstätten berichten, dass eine große Hürde b ei der Durchführung von 
Schulprojekten die Zusammenarbeit mit der örtlichen  Veranstaltergemeinschaft sei. Vor 
allem sei es schwierig, eine verbindliche Unterschr ift für die Kooperation zu erhalten. Die 
Veranstaltergemeinschaften seien oft nicht gut informiert gewesen. Sie warteten auf konkrete 
Hilfestellungen durch die LfM, die es jedoch nicht gibt. 
 
In Münster treten neben den Radiowerkstätten zwei f reie Medientrainer auf, die sich mit dem 
Angebot von Schulprojekten an Schulen gewandt haben . Über welche technische 
Infrastruktur sie verfügen, ist nicht bekannt. Dara ufhin möchte die Veranstaltergemeinschaft 
Lokaler Rundfunk Münster e. V. keinen „Exklusiv-Ver trag“ über Schulprojekte mit den drei 
Radiowerkstätten mehr schließen. 
 
c) Maßnahmen zur Qualifizierung 
 
In über 100 Kursen wurden bereits mehr als 1 000 Nu tzer qualifiziert – die 
Bürgerfunker haben ihre „Führerscheine“ gemacht.  
Das Landesmediengesetz sieht zur Qualifizierung von  Bürgerfunkgruppen zwingend den 
Erwerb eines Zertifikates vor. Das Zertifikat - der  sog. „Radiopass“ - wird je nach 
Kenntnisstand nach 8 oder 36 Unterrichtsstunden (La ngform für Teilnehmer ohne 
Vorkenntnisse) vergeben und enthält die Erstellung sowie inhaltliche und formale Prüfung 
                                                 
1 Nach aktueller Pressemitteilung der LfM vom 09.11. 2008 ist die Anzahl der bewilligten Projekte auf 
50 bei bereitgestellten Mitteln in Höhe von 200.000 €.gestiegen.

3 
eines Sendebeitrages. Das Zertifikat ist dem Sender  vorzulegen. Eine weitere 
Qualifizierungsform sind so genannte Schulungen (z.  B. Interviewtrainings), die im Rahmen 
der Weiterbildungsangebote der Radiowerkstätten auc h bisher schon durchgeführt wurden 
und jetzt durch die LfM finanziell unterstützt werden. 
 
Einige Radiowerkstätten kritisierten, dass es keine  verbindlichen Abwicklungsverfahren für 
die Zertifizierungskurse gebe. Jeder Medientrainer könne selbst entscheiden, wie er die 
Vorgaben umsetzt. Das gehe auf Kosten der Verbindli chkeit. Ein weitere Kritik aus den 
Reihen der Bürgerfunker: Der Umfang einzelner Schulungseinheiten ist zu groß.  
 
Zwischen einem Drittel und der Hälfte der ursprüngl ichen Gruppen hat nach einer – nicht 
repräsentativen – Umfrage unter Radiowerkstätten ih re Arbeit eingestellt. Gründe sind vor 
allem die hörerschwache Sendezeit ab 21 Uhr, aber a uch die neuen Anforderungen, die 
viele als Zumutung empfinden. 
 
d) Das Qualitätsmanagement 
 
Der Testierungsprozess liegt nach der erfolgreichen Pilotphase auf Eis. Ab 2010 ist die 
Testierung aber Voraussetzung für jede höhere Förderung.  
Alle Radiowerkstätten in NRW sollen nach Beendigung  eines Pilotprojektes im Herbst 2007 
die Chance erhalten, ein Qualitätsmanagement mit Te stierung ihrer Einrichtung 
durchzuführen. Das QMB-Zertifikat („QualitätsManagement im Bürgerfunk“) ist ein offizielles 
Gütesiegel und steht unter anderem für Qualität der  Beratung in der Radiowerkstatt und des 
Programms. Mit der Firma ArtSet (zuständig für die Zertifizierung) hatte das Pilot-Projekt 
einen kompetenten Partner zur Seite gestellt. ArtSe t vergibt das bekannte LQW-Testat an 
Bildungseinrichtungen. Träger des Testierungsprozes ses war die Deutsche Hörfunk-
akademie in Oberhausen, die Ende 2008 aus finanziellen Gründen geschlossen wird. 
 
Die LfM hat zurzeit noch keine konkreten Pläne zur Weiterführung des 
Qualitätsmanagements für Radiowerkstätten. Aktuell ist mit einer Fortsetzung der 
Testierungsverfahren erst in 2009 oder 2010 zu rechnen. 
 
Die Satzungsregelung der LfM, dass Träger, die mehr  als 10.000 € im Jahr beantragen 
wollen, ab 2010 ein anerkanntes Qualitätsmanagement -Testat vorweisen müssen, wird von 
der LfM so ausgelegt, dass zunächst nur ein entsprechender Prozess begonnen worden sein 
muss. Der Abschluss der Maßnahmen könne bis Ende 2010 erfolgen. 
 
2010 steht zusätzlich das Re-Testierungsverfahren für 16 Radiowerkstätten an, die ihr Testat 
schon im Dezember 2007 erhalten haben, darunter das VHS-Bürgerfunkstudio Münster. 
 
e) Die Situation in den ehemals anerkannten Radiowerkstätten in NRW 
 
Vor allem die Radiowerkstätten in freier Trägerscha ft ohne institutionelle Förderung 
sind in ihrer Existenz bedroht oder mussten aufgeben.  
Ohne eine Förderung der institutionellen Strukturen  können freie Träger, wie z. B. das 
medienforum münster e. V., die bisher ihre Miete un d ihre Personalkosten in erster Linie 
durch die Minutenförderung gedeckt haben, den Betri eb nicht aufrechterhalten. Allgemeine 
Personal- und Sachmittel werden nur geringfügig dur ch die LfM-Förderung gedeckt, bis auf 
die Honorare pro Unterrichtsstunde für die Durchfüh rung von Qualifizierungen und 
Schulprojekten.

4 
Der LfM ist nicht bekannt, wie viele Radiowerkstätt en es eigentlich noch gibt. Schätzungen 
lauten: rund die Hälfte der ehemals 150. Da auch Tr äger, die keine Projekte beantragt 
haben, durchaus weiter aktiv sein könnten, wisse ma n nicht, welche Radiowerkstatt noch 
existiert. Viele Radiowerkstätten schrumpfen zwangs läufig, weil sie die Miete und das 
Personal nicht mehr bezahlen können.  
 
1.2 Fazit: 
 
Erste Erfahrungen mit der Projektdurchführung zeige n einen hohen administrativen Aufwand 
für Beantragung und Abrechnung von Qualifizierungs-  und Schulprojekten. Genaue Zahlen 
darüber, wie viel von den ursprünglich in den Haushalt der LfM eingestellten Bürgerfunkmittel 
in Höhe von 1,9 Mio. € bisher tatsächlich abgerufen  wurde, liegen nicht vor. Ein Großteil der 
Gelder konnte im Jahr 2008 nicht abgerufen werden. So standen für Schulprojekte rund 
500.000 € zur Verfügung, von denen aber lediglich r und 200.000 € abgerufen werden 
konnten. 
 
Insgesamt ist das Fördersystem der Landesanstalt fü r Medien durch (zu) viele komplizierte 
Hürden gekennzeichnet, die dem produktionsorientier ten sendewilligen Radiomacher und 
der Radiomacherin nur schwer zu vermitteln und mit hohem administrativen Aufwand an 
Organisation, Beantragung und Abrechnung verbunden sind. Die Zahl der Projektanträge 
bleibt hinter den Erwartungen der LfM zurück, denno ch scheint das derzeit geringe 
Antragsvolumen schon jetzt die personellen Kapazitä ten der LfM zu übersteigen. Anders 
scheinen Engpässe in der Bewilligung und Verzögerun gen bei den Abrechnungen nicht 
erklärbar. Besonders für freie Träger in der Bürger funkarbeit in NRW ist es dadurch zu 
massiven Liquiditätsengpässen gekommen, was bereits zu ersten Schließungen geführt hat. 
 
2009 soll das Antragssystem voraussichtlich beibeha lten und die Projektfinanzierung 
fortgeführt werden.
 Nach Ansicht der Radiowerkstätten müssten noch „handwerkliche Fehler“ 
beseitigt werden. Es ist beabsichtigt, in 2009 erne ut Mittel in Höhe von 1,9 Mio. € für den 
Bürgerfunk in den Haushalt der LfM einzustellen.  Die Entscheidung über den Etat und 
mögliche Korrekturen bei den LfM-Vorgaben trifft di e Medienkommission, die sich nach 
sechs Jahren Amtszeit im November 2008 mit veränder ter Besetzung erst neu konstituiert. 
Die neuen Kommissionsmitglieder müssen sich erst in  die Thematik einarbeiten, so dass 
sich bei Änderungen an Satzungen oder Richtlinien e ventuell eine Verzögerung ergeben 
kann.   
 
2 VHS-Bürgerfunkstudio in Münster 
 
Das Bürgerfunkstudio der VHS ist seit Dezember 2007  als Teilnehmerin des QMB-
Pilotprojektes in NRW als eine von 16 Radiowerkstätten zertifiziert.  
 
Im Jahr 2008 konnte die VHS Projektmittel von ca. 1 9 000 € von der Landesanstalt für 
Medien akquirieren. Voraussetzung war eine Fortbild ung zur Medientrainerin, die im April 
2008 von der Medienpädagogin absolviert wurde. 
 
2.1 Schulprojekte 
Der Schwerpunkt der Projektarbeit des VHS-Bürgerfun kstudios lag 2008 im Bereich der 
Schulprojekte. 15 Module à 11 Ustd. wurden beantrag t, davon 10 bereits durchgeführt. 
Projektpartner waren bisher die Martinischule und d ie Grundschule Kinderhaus-West 
(Kulturstrolche), das Mariengymnasium (Deportations ausstellung, Krieg und Frieden, 
Jugendkriminalität), das Pascal-Gymnasium („Meine F amilie und ich“ – interkulturelles 
Projekt), das Annette-Gymnasium/AG (Hausaufgabenhil fe für Roma-Kinder in 
Zusammenarbeit mit Pfr. Schmidt-Ehmke), die Frieden sschule (Literatur/Faust, Lernstatt 
Demokratie), Berufsorientierung („Jobradio“) besonders mit Haupt- und Förderschulen.

5 
Neue Schulprojekte für den Herbst/Winter 2008 und d as Jahr 2009 sind in Planung. Derzeit 
ist eine Ausweitung des Interesses der Schulen, Ber ufskollegs, der Akademie Überlingen 
und dem Overberg-Kolleg festzustellen. Der Bedarf a n außerschulischer 
Medienkompetenzvermittlung wächst. Die Schulen erwa rten von den Radiowerkstätten hohe 
Flexibilität in der Durchführung von Medienprojekten.  
 
2.2 Maßnahmen zur Qualifizierung 
Das VHS-Bürgerfunkstudio führte bis Oktober 2008 ve rschiedene Formen der Qualifizierung 
durch: Im Weiterbildungsangebot des Jahresprogramms  der VHS sind Zertifikatskurse und 
Schulungen enthalten. Für Bürgerfunker mit Vorkennt nissen wurden 7 Kurse angeboten und 
48 Zertifikate an Kursteilnehmer vergeben. Im Juni wurde ein Antrag auf weitere 
Qualifizierungen, besonders Schulungen gestellt, de r im September von der LfM bewilligt 
wurde.  
 
Mit einem Schulungsprogramm für Bürgerfunker, z. B.  zum Redaktionsmanagement und 
Hörspiel, wurde Ende September im VHS-Bürgerfunkstu dio gestartet. Schulungen bieten die 
beste Möglichkeit, relativ flexibel auf Gruppen ab 5 Personen und ihre Bedarfe einzugehen. 
Das VHS-Bürgerfunkstudio kooperiert darin mit den a nderen Fachbereichen der 
Volkshochschule. Die Schulungen werden zum Teil von  professionellen Radio-Journalisten 
und zum Teil von der Medienpädagogin durchgeführt. 
 
Weitere Schwerpunkte des VHS-Bürgerfunkstudios sind  die politische Medienbildung zum 
Thema „Entwicklungspolitik“ des Instituts für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen 
Volkshochschul-Verbandes (in Kooperation mit dem Au swärtigen Amt) und ein EDV-Projekt 
im Rahmen des Programms „Weiterbildung geht zur Sch ule“, gefördert aus Mitteln des 
Europäischen Sozialfonds (ESF).  
 
2.3 Produktionshilfe im VHS-Bürgerfunkstudio 
Außerdem arbeitet das VHS-Bürgerfunkstudio regelmäß ig mit ca. 10-12 Gruppen zur 
Erstellung von monatlichen Sendungen zusammen und g ibt Produktionshilfe insbesondere 
für Kinder, Senioren oder Menschen mit Behinderunge n. Die Zahl ist auf Grund der 
Projektarbeit für den Bürgerfunk leicht rückläufig.  Früher wurden ca. 20 Gruppen betreut. 
Neue Gruppen werden zur Erstellung aktueller Sendun gen kurzfristig in bestehende 
Gruppen integriert, bis sie selbst ein Zertifikat v orweisen können. 3 Zertifikate sind pro 
Gruppe für die Ausstrahlung von Sendungen notwendig. 
 
2.4 Problematik: 
Die veränderten Rahmenbedingungen der finanziellen Förderung bedeuten für die 
Mitarbeiterin der VHS die Refinanzierung von 50 Pro zent ihrer Stelle anteilig durch die 
neugeschaffene Projektarbeit anstelle der alten Minutenförderung.  
 
Eine Refinanzierung der allgemeinen Produktionshilf e zur Erstellung von Sendungen besteht 
seit 2008 nicht mehr. 2007 wurde die Produktionshil fe über die Finanzierung durch 
Sendeminuten und eine Unterstützung durch die Veranstaltergemeinschaft geleistet.  
 
2.5 Perspektiven: 
Perspektivisch müsste eine Entgeltordnung für die B etreuung von Gruppen eingeführt 
werden, wenn sie weiterhin personelle Produktionshi lfe erhalten wollen.  Es besteht jedoch 
die Möglichkeit zur Teilnahme an Schulungen, die ei ne technische Erstellung von 
Sendungen beinhalten.  
 
Die regelmäßige Nachfrage der Gruppen nach Qualifiz ierungen mit einem Zertifikat (einmal 
jährlich) und (wiederholten) Schulungen bleibt bis ins Jahr 2009 abzuwarten.

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3 medienforum münster e. V. 
 
Münster ist eins der landesweit stärksten Bürgerfun kgebiete geblieben. Trotz schlechterer 
Rahmenbedingungen (spätere Sendezeit, geringeres Se ndevolumen, inhaltliche 
Beschränkungen u. a.) sind in Münster viele Bürgerf unkgruppen aktiv. Dabei entstehen 60% 
der Sendungen beim medienforum münster e. V., weil die Gruppen dort sehr günstige 
Produktionsbedingungen vorfinden. 
 
Obwohl der Verein aufgrund des finanziellen Einbruc hs seit 1.1.2008 nur noch über eine 
halben Stelle verfügt (gegenüber vorher 1,5), könne n durch ehrenamtlichen Einsatz die 
Büro-Öffnungszeiten und damit auch Beratung und Ans prechbarkeit werktags von 10-17 Uhr 
aufrecht erhalten werden. Zusätzlich können Bürgerf unkgruppen die medienforum-Studios 
auch in den Abendstunden und an Wochenenden nutzen,  also nach wie vor rund um die 
Uhr. Das ist gerade für berufstätige Bürgerfunker unerlässlich. 
 
Darüber hinaus übernimmt der Verein wie zuvor zentr ale koordinatorische und 
organisatorische Aufgaben für den gesamten Bürgerfu nk. Gemeinsam mit der VHS-
Radiowerkstatt koordiniert das medienforum das Bürg erfunkprogramm und ist 
Ansprechpartner sowohl für die Redaktion als auch f ür die Veranstaltergemeinschaft von 
Antenne Münster und Vermittlungsstelle zwischen Sender und Bürgerfunkgruppen. 
 
In den nächsten Monaten werden weitere Vereinsaktiv e und Honorarkräfte 
Trainerschulungen absolvieren, damit beim medienfor um ab 2009 mehr Projekte 
durchgeführt werden können. Die bisherigen Zertifiz ierungskurse wurden von einer 
Medientrainerin durchgeführt, die selbst Bürgerfunk erin beim medienforum und 
Vereinsmitglied ist. Sie steht dem medienforum müns ter e. V. auch als Medientrainerin für 
Projekte zur Verfügung. 
 
3.1 Maßnahmen zur Qualifizierung 
Im Zeitraum Mai bis Juli haben beim medienforum 40 Bürgerfunker/innen im Rahmen von 6 
Zertifizierungskursen einen Radiopass erhalten. In 2008 ist noch in eine weitere Schulung für 
ca. sieben Teilnehmer geplant. 
 
Die Radiopässe müssen jährlich mit der Teilnahme an  einer Qualifizierung verlängert 
werden.  
 
Zum 1.7.2008 hat das medienforum eine neue Redaktio nsstruktur eingeführt. Die Gruppen 
haben sich zu drei großen Redaktionen zusammengesch lossen: Politik und Soziales, Kultur 
und Schule, Musik. Dadurch findet eine engere inhal tliche Abstimmung zwischen den 
einzelnen Produktionen statt, was die Programmqualität fördert. 
 
3.2 (Schul-)Projekte 
Neben den regelmäßigen und sporadischen Bürgerfunkp roduktionen sowie den oben 
genannten Zertifizierungen fanden beim medienforum 2008 folgende Projekte statt: 
 
• Eine wöchentliche Radio-AG sowie zwei zusätzliche Projekte am Pascal-Gymnasium 
• Ein Schulprojekt mit der Friedensschule 
• Eine Auftragsproduktion für Münster-Marketing 
• Noch für 2008 geplant ist ein Mädchen-Radio-Projek t  
 
Beim Eurocityfest 30.05. bis 01.06.2008 beteiligte sich das medienforum gemeinsam mit 
Medienpartnern drei Tage lang am net(t)-meeting im Rathaus-Innenhof mit einer Online-
Dokumentation in Form eines Podblogs. Während aller  Veranstaltungstage stellten 
Bürgerfunk-Aktive an einem Aktionsstand O-Töne vom Festivalgeschehen ins Netz: 
Interviews mit Künstlern, Musikern und Organisatoren sowie Besucher-Umfragen.

7 
3.3 Problematik 
Dem medienforum steht seit 1.1.2008 für die Betreuu ng, Organisation und Verwaltung des 
Bürgerfunks sowie des gesamten Vereinsbetriebs nur noch ein Drittel der bezahlten 
Arbeitskraft zur Verfügung. Zur gleichen Zeit brach te das neue Gesetz neben einer neuen 
Förderstruktur weitere gravierende Änderungen mit s ich: Eine Verschiebung und 
Reduzierung der Sendezeit, neue inhaltliche Vorgaben für Bürgerfunksendungen sowie neue 
Vorgaben für die Zusammensetzung der Bürgerfunkgruppen. 
 
Dieser Umstellungsprozess erforderte in den zurückl iegenden Monaten eine enorme interne 
Umorganisation der Arbeitsabläufe beim medienforum und große zusätzliche Anforderungen 
sowohl an die ehrenamtlich tätigen Bürgerfunker/inn en als auch den neuen medienforum-
Vorstand und andere ehrenamtliche Vereinsaktive. 
 
 
3.4 Perspektiven 
Neben sämtlichen Qualifizierungs- und Zertifizierun gsmaßnahmen und dem regulären 
Bügerfunkbetrieb, bei dem rund 30 Sendungen monatli ch produziert werden, plant das 
medienforum zusätzliche Projekte: 
 
Bürgerfunk-Podcast 
 
 
Das medienforum will erstmals eine Podcast-Plattfor m für den gesamten Bürgerfunk 
einrichten, unter anderem als Kompensation zur Send ezeitverschiebung. Auf diesem 
zusätzlichen Verbreitungsweg sollen ausgewählte Bei träge ergänzend zur einmaligen 
Ausstrahlung on air allgemein zugänglich dokumentie rt werden, statt sie wie bisher im Archiv 
der Radiowerkstätten „verschwinden“ zu lassen. Für dieses Podcast-Projekt möchte das 
medienforum eine Förderung bei der LfM und an ander en Stellen (z. B. Agentur für Arbeit) 
beantragen. 
 
Online-Dokumentationen 
 
 
Das medienforum hat bereits mehrfach Veranstaltunge n in Münster online begleitet, zuletzt 
beim Eurocity-Fest. Künftig will der Verein noch me hr Kulturevents, Tagungen und 
Ereignisse auf diese Weise in Wort, Bild und Ton do kumentieren. Dieser Arbeitsbereich soll 
im Rahmen von Projekten ausgebaut werden, u.a. mit Fördermitteln der LfM. 
 
Schulprojekte 
 
 
Das medienforum wird die Radioarbeit mit Schulen weiterhin verstärken.  
Die oben genannte Podcast-Plattform möchte der Vere in auch für die Schulradio-Projekte 
aller Radiowerkstätten in Münster zur Verfügung stellen.  
 
 
4 Radiowerkstatt Studio B Bennohaus 
 
Die Radiowerkstatt im Bennohaus hat in der Zeit von  Mo.-Mi. von 14-18.00 und von Do.-Fr. 
von 14.30-19.30 seine Sprechzeiten. Es kann täglich  genutzt werden. Zurzeit bestehen 10 
Redaktionsgruppen. 
Der freie Mitarbeiter des Studio B Bennohaus wurde im Mai dieses Jahres von der 
Deutschen Hörfunkakademie zum Medientrainer der Landesmedienanstalt (Z) zertifiziert. Die 
Zertifizierung beinhaltet die Entwicklung einer selbstkritischen Haltung zur Qualitätssicherung 
und –Entwicklung der Bürgerfunk-Beiträge des Studio s und der dort engagierten 
Produktionsgruppen. 
Das Gesamtfördervolumen für das Studio B beträgt fü r die zweite Jahreshälfte 2008  5.500,- 
€. Das Studio und die Bürgergruppe werden auf Honor arbasis und ehrenamtlich geführt und 
geleitet.

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4.1 Schulprojekte 
Seit Juli des Jahres 2008 (Umstellung der Förderung ) werden zwei Schulprojekte 
durchgeführt. Das erste Projekt mit dem Freiherr-vo m-Stein-Gymnasium in Gievenbeck 
(Klasse 9 A, 34 Schüler) befassten sich mit dem The ma: Beeinflussung und Manipulation in 
der modernen Gesellschaft. Die Sendung wurde am 19. Oktober ab 18 Uhr ausgestrahlt. 
Das zweite Projekt fand mit dem langjährigen Kooper ationspartner Förderschule Martin-
Luther-Kingschule des LWL Westfalen-Lippe statt. Es  steht vor dem Abschluss. Ein 
Sendetermin ist für Ende November geplant. Dies Pro jekt wird aufgrund des besonderen 
Förderbedarfs der Schüler mit dem erhöhten Aufwandsfaktor 1,5 gefördert.  
Beide Schulen haben Interesse für weitere Projekte im kommenden Jahr angemeldet 
Die Redaktionswerkstatt strebt weitere Schulprojekt e an. Aufgrund der Zertifizierung des 
Bürgerfunkstudios der VHS könnte dieses Studio Koor dinierungsfunktionen in Münster bei 
Schulprojekten übernehmen. 
 
4.2 Maßnahmen zur Qualifizierung 
Im Juli dieses Jahres fand die Zertifizierung der e rsten Bürgerfunker im Bennohaus statt. 
Ende Oktober `08 fand der zweite Zertifizierungskur s für die Seniorengruppen ihren 
Abschluss. Ende November wird der dritte Kurs, dies mal für Bürgerfunker ohne 
Vorkenntnisse abgeschlossen sein. Dann werden insge samt 17 Personen im Besitz der 
Bürgerfunk-Zertifizierung sein. Auch die langjährig  aktiven Bennohaus-Bürgerfunker 
erklärten sich bis auf eine Ausnahme bereit, die an gebotene Langversion der Z-Kurse zu 
durchlaufen. 
Aus den bisherigen Produktionsgruppen werden nun au s organisatorischen Gründen 
größere 4 Redaktionen gebildet. 
Dadurch soll das Zusammengehörigkeitsgefühl der Rad iomacher gesteigert werden. Die 
Qualität der Beiträge und das Qualitätsbewusstsein der Gruppen haben zugenommen; 
messbar ist dies z.B. im deutlich höheren Lokalbezug der Sendungen.  
Perspektivisch wird die Radiowerkstatt zukünftig  p ro Halbjahr 2 Z-Kurse (je 1 für 
Fortgeschrittene/1 für Anfänger) anbieten.  
 
4.3 Perspektiven 
In den kommenden Jahren sollen die Qualifizierungsa ngebote von Bürgergruppen 
ausgebaut werden. Ein Ausbau der Schulprojekte wird  ebenfalls angestrebt. Hier ist eine 
Kooperation mit der Radiowerkstatt der VHS sinnvoll . Ob eine Zertifizierung der 
Radiowerkstatt Bennohaus erstrebenswert ist, die si ch eher als Ergänzung des bestehenden 
lokalen Angebots für Kinder, Senioren und Zielgrupp en mit besonderem Förderbedarf, wie 
Behinderte sieht, bleibt offen. 
 
Ab dem 1.1.2009 ist eine Überführung der Aufgaben d es Bürgerfunkstudios (offener 
Bürgerkanal) in den bisherigen Aufgabenbereichen de s Arbeitskreis Ostviertel e.V. 
vorgesehen. Eine engere Verzahnung von Radioarbeit,  Fernsehen und Internet ist 
vorgesehen. Insgesamt sieht sich die Radioarbeit de s Arbeitskreis Ostviertel e.V. als 
ergänzendes Angebot im Stadtteil und für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf.

Beratungsverlauf (1)

26.11.2008 Kulturausschuss
TOP 6 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (4)

  • Südstraße
  • Am Mittelhafen
  • Kinderhaus
  • Verspoel 7

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0985/2008
Typ
Vorlagen
Datum
10.11.2008
Erstellt
06.10.2020 14:37