V/0985/2008
Bürgerfunk in Münster
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Beschlussvorlage
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V/0985/2008 DER OBERBÜRGERMEISTER Kulturamt Betrifft Bürgerfunk in Münster Beratungsfolge 26.11.2008 Kulturausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: 1. Der Kulturausschuss nimmt das in der Begründung dargestellte Finanzierungskonzept des Medienforum Münster e. V. zur Kenntnis. Die Verwaltung wird gebeten, die Räumlichkeiten am Verspoel (1. Etage) über den 31.12.2008 hinaus an den Medienforum e. V. zu vermie- ten; die freien Räumlichkeiten in der 2. Etage sollen an den Kulturkooperative Münster e. V. sowie Kaktus e. V. vermietet werden. 2. Der Kulturausschuss nimmt die Veränderungen, die sich aufgrund der Änderung in der Förderstruktur der Landesanstalt für Medien in Münster ergeben haben (s. Anlage), zur Kenntnis. Begründung: Ausgangs- und Beschlusslage Der Kulturausschuss h at am 15. Mai 2008 über die Neustrukturierung der kommunal geförderten Bürgermedien in der Stadt Münster beraten. Dabei hat er beschlossen, dass am 26.11.2008 end- gültig über den Verbleib des Medienforums in den Räumlichkeiten am Verspoel unter der Voraus- setzung entschieden wird, dass bis dahin eine prüfbare tragfähige Finanzierung vorliegt, mit der die Miete getragen werden kann. Sollte der Kulturausschuss aufgrund des vorliegenden Finanzie- rungsnachweises einer Verlängerung des Mietverhältnisses zustimmen, kann eine zum Jahresen- de 2008 möglicherweise erfolgte Kündigung zurückgenommen werden. Darüber hinaus wurde die Verwaltung gebeten, Ende 2008 im Kulturausschuss die Entwicklungen in Bezug auf die Bürgerfunklandschaft, die sich in Münster aufgrund der Änderungen in der För- derstruktur der Landesanstalt für Medien ergeben haben, darzustellen. Vorlagen-Nr.: V/0985/2008 Auskunft erteilt: Frau Schnell Herr Hengstmann Ruf: 492 41 00 492 41 05 E-Mail: Schnell@stadt-muenster.de Hengstmann@stadt-muenster.de Datum: 10.11.2008 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0985/2008 Finanzierungskonzept Medienforum Im Mai 2008 hatte der medienforum münster e. V. einen „5-Punkte-Plan“ aufgestellt, um die Finan- zierung der Gesamtmiete in der 1. Etage in Höhe von 25.000 € bei gleichbleibendem städtischen Zuschuss von 35.300 € zu sichern. Er umfasst folgende Punkte: 1. Untervermietung zwei separat gelegener Räume 2. Untervermietung bzw. kooperat ive Nutzung von Räumlichkeiten 3. Sporadische Vermietung der Räume für Fremdveranstaltungen 4. Fördermitgliedschaften und Sponsoren 5. Mietanteile aus Projektmitteln (LfM u. a.) und kostenpflichtige Veranstaltungen Kernbestandteil dieses Konzeptes ist ein Rückzug des Medienforums auf die halbe Etage und da- mit eine Verringerung der bisher vom Medienforum beanspruchten Fläche von 180 qm auf 120 qm vor. Der Verein nutzt nun 2 Studios jeweils mit Sprecher- und Regieraum, 1 Büro und 1 kleinen Gruppenraum. Vier Räume sowie ein großer Konferenzraum werden frei. Das Medienforum bleibt weiter Mieter der 1. Etage, wird die frei gewordenen Flächen durch Untervermietungen etc. aber refinanzieren. Zu 1. Untervermietung zwei separat genutzter Räume Dem Verein medienforum münster e. V. ist es gelungen, zwei nebeneinander liegende, bisher vom Medienforum genutzte Büroräume zu vermieten. Di eser Bereich wird bereits seit dem 7.10.2008 an den GGUA Flüchtlingshilfe e. V. untervermietet, der dort ergänzend zu den Vereinsräumen an der Südstraße zwei Büros für Projektverwaltung und –organisation nutzt. Die Gemeinnützige Ge- sellschaft zur Unterstützung Asylsuchender besteht seit mehr als 30 Jahren und berät Flüchtlinge und Migranten in Münster in asyl-, aufenthalts- und sozialrechtlichen Fragen. Im Rahmen ihrer Flüchtlingshilfe realisiert sie verschiedene Projek te. Die GGUA ist als langjähriges Mitglied Koope- rationspartner des Vereins medienforum münster e. V. und produziert seit vielen Jahren ein regel- mäßiges Bürgerfunk-Magazin mit dem Titel „Fluchtpunkt“. Durch diese Untervermietung kann das Medienforum 4.200 € zusätzliche Einnahmen erzielen. Zu 2. Untervermietung bzw. kooperative Nutzung von weiteren Räumlichkeiten Für den restlichen Teil ( 2 kleine Büroräume mit Durchgangstüren sowie 1 großer Konferenzraum als Durchgangszimmer zu den beiden kleinen Büros) der Etage konnte das Medienforum – auch mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung Münster – zunächst keinen Interessenten finden. Unter veränderten Rahmenbedingungen – geringere Mieten – können die beiden kleinen Büroräume an zwei Existenzgründerinnen untervermietet werden, die als Freiberuflerinnen im Bereich Verlags- wesen bzw. Audio-Produktionen arbeiten und dabei die Kooperationsmöglichkeiten mit den Part- nern im Haus nutzen möchten. Durch diese Untervermietungen kann das Medienforum 2.400 € zusätzliche Einnahmen erzielen. Gleichzeitig haben die beiden Vereine Kulturkooperative Münster e. V. (KKM) und der Kaktus Münster e. V. ihr Interesse signalisiert, vom jetzigen Standort Am Mittelhafen zum Verspoel umzu- ziehen. Die KKM ist ein Zusammenschluss freier KünstlerInnen und MusikerInnen aus dem Müns- terland, deren Kernaufgabe in der Förderung freier Kulturschaffender durch Vernetzungen, kompe- tente Beratungen und Informationsaustausch besteht. Seit 1987 gibt die KKM einen „Kulturkatalog“ heraus, in dem KünstlerInnen ihre Arbeit präsentieren. Der Verein Kaktus e. V. bietet neben den Kulturveranstaltungen wie interkulturelle Lesungen, Ausstellungen und musikalische Veranstal- - 3 - V/0985/2008 tungen insbesondere Informationen und Beratungen für Alltagsprobleme von Migranten, Aussied- lern und Flüchtlingen. Ein weiterer Schwerpunkt sind EDV-Kurse für Spätaussiedler. Aktuell haben beide Vereine vom Vermieter eine deutliche Mieterhöhung erhalten. Aufgrund der Lage im Entwicklungsgebiet Hafen ist damit zu rechnen, dass weitere Mieterhöhungen folgen wer- den oder das derzeit genutzte Gebäude abgerissen wird. Die Suche nach Büroflächen auf dem freien Markt zu Preisen, die die Vereine finanzieren können, gestaltet sich zudem schwierig. Im Zuge der intensiven Gespräche mit allen Akteuren hat sich ein Nutzungskonzept herauskristalli- siert, das sich über die 1. Etage hinaus auch auf die bereits längere Zeit leer stehenden Flächen in der 2. Etage erstreckt. Danach beziehen Kulturkooperative und Kaktus die 2. Etage des Gebäudes, die ehemals der Ver- ein büne e. V. (vor dem Umzug in das Erdgeschoss) genutzt hatte. Die KKM kann dort 2 Büros nutzen und erhält damit Büroflächen in gleicher Größenordnung wie am jetzigen Standort am Mittelhafen. Kaktus kann 1 Büro sowie einen großen Raum belegen. Der große Raum wird in ein Büro sowie einen EDV-Schulungsraum unterteilt. Beide Vereine nutzen gemeinsam die Teeküche und das WC. Dieses Nutzungskonzept für die 2. Etage wurde in einem gemeinsamen Termin vor Ort be- sprochen und von beiden Vereinen gemeinsam getragen. KKM und Kaktus verfügen damit zu- sammen über Flächen von 110 qm, die der derzeitigen Größe Am Mittelhafen entsprechen. Der Standort Verspoel entwickelt sich mit der zusätzlichen Ansiedlung von KKM und Kaktus zu einem „Kultur- und Medienhaus“ und bietet den Vereinen KKM, Kaktus, Medienforum und büne sowie auch der GGUA und den beiden Freiberuflerinnen zum einen die Möglichkeit, die vorhande- ne Infrastruktur gemeinsam zu nutzen und Synergieeffekte zu erzielen, zum anderen aber auch, bereits bestehende Kooperationen fortzusetzen, zu intensivieren und neue Felder der Zusammen- arbeit insbesondere bei Kultur- und Medienthemen zu finden. So bietet sich auch für alle Nutzer die Möglichkeit, den EDV-Schulungsraum des Kaktus e. V. während nicht belegter Zeiten zu nut- zen. Alle Nutzer im Haus können von dem Know-how der KKM in Bezug auf Pressearbeit, PR und Medien profitieren, andererseits könnte die KKM vermehrt Kulturthemen in den Bürgerfunk ein- speisen. Darüber hinaus hat die KKM bereits in der Vergangenheit mit dem Kaktus e. V. einige Projekte für Migranten sowie interkulturelle Projekte realisiert. Auch eine Zusammenarbeit mit der GGUA ist daher gut denkbar. Der zentrale und zugleich gemeinsame Standort verspricht eine deutliche höhere Besucherfrequenz und für KKM und Kaktus eine längerfristige Perspektive ge- genüber dem Standort im Entwicklungsgebiet Hafen. Der große Konferenzraum in der 1. Etage steht bei diesem Konzept fünf Vereinen im Haus Verspoel 7-8 (medienforum, GGUA, KKM, Kaktus und büne) gemeinschaftlich zur Verfügung. Die Finanzierung würde damit durch eine anteilige Mietzahlung jedes Vereins auf mehrere Schultern verteilt. Durch die gemeinsame Nutzung des Konferenzraumes kann das Medienforum zusätzliche Ein- nahmen von 1.200 € erzielen. Zu 3. Sporadische Vermietung der Räume für Fremdveranstaltungen Ergänzend kann der Konferenzrau m auch sporadisch an externe Partner vermietet werden. Zu 4. Fördermitgliedschaften, Spenden, Sponsoren Seit Mai 20 08 wurden für die Einwerbung von Spenden- und Sponsorengeldern neue Flyer erstellt und verteilt, Info-Mappen für Sponsoren zusammengestellt und verschickt, potenzielle Fördermit- glieder und Sponsoren persönlich und telefonisch angesprochen und Werbeaktionen bei unter- schiedlichen Veranstaltungen durchgeführt. Dadurch ist es dem Medienforum gelungen, rund - 4 - V/0985/2008 3.000 € an Spenden einzuwerben. Diese Spendenhöhe hält der Verein auch in den kommenden Jahren für erreichbar. Das Medienforum hat die Mitgliedsbeiträge für bisherige Mitglieder erhöht und neue Mitglieder geworben. Darüber hinaus erhebt das Medienforum nun Studionutzungsge- bühren von Bürgerfunkgruppen. Mit diesen Maßnahmen können rund 6.000 Euro an zusätzlichen festen Mehreinnahmen pro Jahr erwirtschaftet werden. Die Akquise potenzieller Fördermitglieder und Sponsoren wird auch unter der Mithilfe ehrenamtlich Tätiger intensiv fortgesetzt. Zu 5. Mietanteile aus Projektmitteln (LfM u. a.) und kostenpflichtige Veranstaltungen Seit Mai 2008 konnte da s Medienforum folgende Projektanteile erwirtschaften: 2.000,00 € Anteil aus 6 Zertifizierungskursen für 40 Bürgerfunker/innen Mai - Juli 550,00 € Anteil aus Schulprojekten (Friedensschule und Pascal-Gymnasium) 100,00 € Anteil aus einer Auftragsproduktion (Stand up, Münster Marketing) 200,00 € Anteil Mädchen-Projekt (Förderung Frauenbüro, noch nicht durchgeführt) 300,00 € Anteil Zertifizierungskurs für Bürgerfunker/innen (geplant) 3.150,00 € Beim Eurocityfest 30.05. bis 01.06. beteiligte sich das Medienforum gemeinsam mit Medienpart- nern am net(t)-meeting im Rathaus-Innenhof mit einem Podblog. Während der drei Veranstal- tungstage stellten Bürgerfunk-Aktive an einem Aktionsstand O-Töne vom Festivalgeschehen ins Netz: Interviews mit Künstlern, Musikern und Organisatoren sowie Besucher-Umfragen. Diese Art der Online-Dokumentation von Veranstaltungen (Kulturevents, Tagungen u. a.) möchte der Verein in Zukunft ausbauen und dafür Fördermittel bei der LfM und/oder anderen Stellen beantragen. Gleichzeitig plant das Medienforum eine Bürgerfunk-Podcast-Plattform, um ausgewählte Beiträge zusätzlich zur einmaligen Ausstrahlung für jeden zugänglich zu dokumentieren, statt sie wie bisher im Archiv „verschwinden“ zu lassen. Auch daf ür beabsichtigt das Medienforum, Fördermittel bei der LfM und ggf. bei anderen Stellen beantragen. Bei den bislang eher geringen Summen an akquirierten Mitteln aus Projektanteilen ist zu berück- sichtigen, dass • die LfM die zur Verfügung stehenden Mittel zum Großteil nicht ausgeschöpft hat, weil För- dervoraussetzungen zunächst nicht klar waren, aktuell vorliegende Anträge von daher eine lange Bearbeitungszeit haben und noch nicht bewilligt werden konnten • sich die personelle Ausstattung des Medienforums aufgrund der geringeren Finanzmittel von 1,5 Stellen auf 0,5 Stellen reduziert hat, mit der die gesamte Betreuung, Organisation, Verwaltung des Bürgerfunks und des Vereins geleistet werden muss • allein durch den Umstellungsprozess des Vereins und die Umsetzung der Existenz si- chernden Maßnahmen (5-Punkte-Plan) im Jahr 2008 personelle Kapazitäten in erhebli- chem Umfang gebunden waren Insgesamt geht das Medienforum davon aus, aus Schul- und anderen Projekten rund 10.000 € jährlich an Projektanteilen für das Medienforum zu erwirtschaften, mindestens aber 5.000 €. Perspektive Durch das veränderte Nutzungskonzept des Medienforums werden Räume in der 1. Etage frei, die durch Untervermietungen oder kooperative Nutzungen Deckungsbeiträge für die Miete in Höhe von 7.800 € erwirtschaften. Zusammen mit den Mehreinnahmen bei Mitgliedschaften, Spenden und Sponsorengeldern von 9.000 € und Projektmitteln (im Jahr 2008: 3.150 €; zukünftig mindes- tens 5.000 €) kann der Großteil der Miete für die 1. Etage von derzeit 25.000 € inkl. Nebenkosten aufgebracht werden. In Gesprächen mit dem städtischen Immobilienmanagement wurde darüber Einigkeit erzielt, dass die Räumlichkeiten der 1. Etage ab dem 1.1.2009 an den Verein medienfo- - 5 - V/0985/2008 rum münster e. V. zu neuen, reduzierten Konditionen vermietet werden können, so dass die Miete zukünftig durch den Verein vollständig aufgebracht werden kann. Darüber hinaus haben sich das städtische Immobilienmanagement und die beiden Vereine Kultur- kooperative Münster e. V. und Kaktus e. V. über Konditionen der Anmietung der 2. Etage verstän- digt, wonach die 2. Etage zu reduzierten Konditi onen vermietet werden kann. Das Mietverhältnis kann frühestens am 1.1.2009 beginnen, wird aber von beiden Parteien – mit Rücksicht auf die Kündigungsfrist des derzeitigen Mietvertrages – noch gemeinsam festgelegt. Veränderungen bei der Landesförderung und Ausw irkungen auf Münster Die Verwaltung hat die Umstellung der Landesförderung bei der Landesanstalt für Medien mit Hilfe der Medienakteure beschrieben und deren Auswirkungen auf Münster zusammengestellt (s. Anla- ge). I. V. gez. Dr. Hanke Anlage
Anlage Vorlage 985-2008
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Entwicklung des Bürgerfunks in NRW und in Münster
1. Die Landesanstalt für Medien – Änderung des Förderkonzeptes seit 1.1.2008
Die Finanzierungsstruktur der Bürgermedien hat sich durch das neue Landesmediengesetz
2007 mit geänderter Fördersatzung der Landesanstalt für Medien grundlegend verändert.
Die Förderung der Landesanstalt für Medien (LfM) er folgt 2008 erstmalig durch eine reine
Projektförderung. Für Schulprojekte sind 2008 von d er LfM insgesamt 502.000 € und für
Ausbildungs- und Qualifizierungsprojekte 462.000 € bereitgestellt worden. Dies entspricht ca.
der Hälfte der Mittel des früheren Gesamtetats zur Förderung des Bürgerfunks in NRW durch
die Landesanstalt für Medien.
Folgende Maßnahmen und Projekte zur Medienkompetenz im Bürgerfunk können gefördert
werden:
a) Schulprojekte
b) Maßnahmen zur Qualifizierung im Sinne der Nutzun gssatzung von Gruppen
(„Zertifikat für Bürgerfunker“, Schulungen)
c) Maßnahmen zur Qualifizierung von durch die LfM a nzuerkennenden
Zertifizierungsstellen sowie Prüferinnen und Prüfe rn ,
d) Ausbildungs- und Qualifizierungsprojekte und -ma ßnahmen
e) in besonderen Fällen Modellprojekte sowie Experi mente, die einer Weiterentwicklung
des Bürgerfunks dienen.
Zuschussempfänger sind dabei Einrichtungen und Pers onen, die die Voraussetzungen für
die Durchführung von Maßnahmen und Projekten erfüllen. Hierzu zählen u. a.:
- Weiterbildungseinrichtungen,
- Einrichtungen der außerschulischen Jugendbildung,
- eingetragene Vereine und
- Radiowerkstätten.
Schulen können selbst Antragsteller für Schulprojek te in Zusammenarbeit mit einer/einem
(freien) Medientrainer/-in sein.
Die Auswirkungen der geänderten Finanzierungsstrukt ur landesweit stellt der
Landesverband Bürgerfunk dar (Quelle:
www.lbf-nrw.de ).
Der „Stand im Land“, so der Titel der nicht repräse ntativen Erhebung, bezieht sich auf die
neuen Projektförderstrukturen und notwendigen Quali fizierungsnachweise für die so
genannten Medientrainer als Qualifizierer, Radiower kstätten als Orte der Medienproduktion
sowie Produktionsgruppen als zu Qualifizierende.
Die Aussagen beruhen auf Gesprächen mit Entscheidun gsträgern, Organisatoren, Vertretern
von Radiowerkstätten und Bürgerfunkern. Die Durchfü hrung lag bei Politikwissenschaftlerin
Dr. Bettina Lendzian. Stand ist August/September 20 08. Einige Ergebnisse werden hier
zusammengefasst:
1.1 Radiowerkstätten in NRW – Erste Erfahrungen zum neuen Fördermodell der LfM
a) Rund 80 Medientrainer sind bisher landesweit in jeweils 7-tägigen Kursen
qualifiziert worden.
Medientrainer (Medienpädagogen mit Vorkenntnissen i m Bereich „Radio“) führen
Schulprojekte und Qualifizierungen für Bürgerfunkgr uppen in Form von Kursen durch. Sie
wurden weitgehend im April und Mai 2008 ausgebildet . Die meisten Ausbildungen wurden
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bisher in der Deutschen Hörfunk Akademie (DHA) durc hgeführt, zwei im Medienzentrum
Rheinland in Düsseldorf, eine bei der VHS Ahlen im Münsterland und eine über den
Campusfunk in Bochum.
Nach Angaben der LfM besteht noch weiteres Interess e an Trainerschulungen, so dass es
auch noch weitere Kurse geben wird.
b) Schulprojekte
Landesweit sind bisher 25 Projekte bewilligt worden . Noch gibt es in vielen Bereichen
Schwierigkeiten bei der Antragsstellung, aber die Zahl der Anträge wächst.
Für Schulprojekte kooperieren Schulen und Einrichtu ngen, z. B. Radiowerkstätten, oder freie
Medientrainer sowie die Veranstaltergemeinschaften der Lokalsender, da sie einen
besonderen Sendeplatz zur Ausstrahlung zur Verfügun g stellen (in Münster sonntags von
18-19 Uhr). Dafür müssen in den 45 Verbreitungsgebi eten des Lokalfunks so genannte
Kooperationsverträge geschlossen werden. Sie enthal ten die Leistungen der jeweiligen
Partner.
Über 50 Prozent der Fördermittel für den Bürgerfunk entfallen landesweit auf Schulprojekte
(502 000 €). Für die ersten 25 Schulprojekte in NRW wurden rund 110.000 €
1 landesweit von
den Radiowerkstätten, Schulen und Jugendeinrichtung en bereitgestellt. Die meisten dieser
Projekte haben erst im August oder September mit de r konkreten Arbeit in den Schulen
begonnen. Ein Großteil der Bürgerfunk-Fördersumme i m derzeitigen Haushalt der LfM
konnte somit in 2008 nicht abgerufen werden.
Die Radiowerkstätten beurteilen das Antragsverfahre n für Schulprojekte als sehr kleinteilig
und kompliziert. Einige wählten den Weg, ein großes Schulprojekt mit kleineren Teilprojekten
zu konzipieren. Nicht immer waren die Bewilligungsb escheide für die Antragsteller
verständlich und die Kriterien für Kürzungen der be antragten Summen nachvollziehbar. Die
Träger bemängelten, dass sie sich nicht auf die Zah lungen verlassen und deshalb nicht
seriös planen könnten. Viele Bewilligungen seien er st für das 2. Halbjahr gekommen.
Radiowerkstätten berichten, dass eine große Hürde b ei der Durchführung von
Schulprojekten die Zusammenarbeit mit der örtlichen Veranstaltergemeinschaft sei. Vor
allem sei es schwierig, eine verbindliche Unterschr ift für die Kooperation zu erhalten. Die
Veranstaltergemeinschaften seien oft nicht gut informiert gewesen. Sie warteten auf konkrete
Hilfestellungen durch die LfM, die es jedoch nicht gibt.
In Münster treten neben den Radiowerkstätten zwei f reie Medientrainer auf, die sich mit dem
Angebot von Schulprojekten an Schulen gewandt haben . Über welche technische
Infrastruktur sie verfügen, ist nicht bekannt. Dara ufhin möchte die Veranstaltergemeinschaft
Lokaler Rundfunk Münster e. V. keinen „Exklusiv-Ver trag“ über Schulprojekte mit den drei
Radiowerkstätten mehr schließen.
c) Maßnahmen zur Qualifizierung
In über 100 Kursen wurden bereits mehr als 1 000 Nu tzer qualifiziert – die
Bürgerfunker haben ihre „Führerscheine“ gemacht.
Das Landesmediengesetz sieht zur Qualifizierung von Bürgerfunkgruppen zwingend den
Erwerb eines Zertifikates vor. Das Zertifikat - der sog. „Radiopass“ - wird je nach
Kenntnisstand nach 8 oder 36 Unterrichtsstunden (La ngform für Teilnehmer ohne
Vorkenntnisse) vergeben und enthält die Erstellung sowie inhaltliche und formale Prüfung
1 Nach aktueller Pressemitteilung der LfM vom 09.11. 2008 ist die Anzahl der bewilligten Projekte auf
50 bei bereitgestellten Mitteln in Höhe von 200.000 €.gestiegen.
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eines Sendebeitrages. Das Zertifikat ist dem Sender vorzulegen. Eine weitere
Qualifizierungsform sind so genannte Schulungen (z. B. Interviewtrainings), die im Rahmen
der Weiterbildungsangebote der Radiowerkstätten auc h bisher schon durchgeführt wurden
und jetzt durch die LfM finanziell unterstützt werden.
Einige Radiowerkstätten kritisierten, dass es keine verbindlichen Abwicklungsverfahren für
die Zertifizierungskurse gebe. Jeder Medientrainer könne selbst entscheiden, wie er die
Vorgaben umsetzt. Das gehe auf Kosten der Verbindli chkeit. Ein weitere Kritik aus den
Reihen der Bürgerfunker: Der Umfang einzelner Schulungseinheiten ist zu groß.
Zwischen einem Drittel und der Hälfte der ursprüngl ichen Gruppen hat nach einer – nicht
repräsentativen – Umfrage unter Radiowerkstätten ih re Arbeit eingestellt. Gründe sind vor
allem die hörerschwache Sendezeit ab 21 Uhr, aber a uch die neuen Anforderungen, die
viele als Zumutung empfinden.
d) Das Qualitätsmanagement
Der Testierungsprozess liegt nach der erfolgreichen Pilotphase auf Eis. Ab 2010 ist die
Testierung aber Voraussetzung für jede höhere Förderung.
Alle Radiowerkstätten in NRW sollen nach Beendigung eines Pilotprojektes im Herbst 2007
die Chance erhalten, ein Qualitätsmanagement mit Te stierung ihrer Einrichtung
durchzuführen. Das QMB-Zertifikat („QualitätsManagement im Bürgerfunk“) ist ein offizielles
Gütesiegel und steht unter anderem für Qualität der Beratung in der Radiowerkstatt und des
Programms. Mit der Firma ArtSet (zuständig für die Zertifizierung) hatte das Pilot-Projekt
einen kompetenten Partner zur Seite gestellt. ArtSe t vergibt das bekannte LQW-Testat an
Bildungseinrichtungen. Träger des Testierungsprozes ses war die Deutsche Hörfunk-
akademie in Oberhausen, die Ende 2008 aus finanziellen Gründen geschlossen wird.
Die LfM hat zurzeit noch keine konkreten Pläne zur Weiterführung des
Qualitätsmanagements für Radiowerkstätten. Aktuell ist mit einer Fortsetzung der
Testierungsverfahren erst in 2009 oder 2010 zu rechnen.
Die Satzungsregelung der LfM, dass Träger, die mehr als 10.000 € im Jahr beantragen
wollen, ab 2010 ein anerkanntes Qualitätsmanagement -Testat vorweisen müssen, wird von
der LfM so ausgelegt, dass zunächst nur ein entsprechender Prozess begonnen worden sein
muss. Der Abschluss der Maßnahmen könne bis Ende 2010 erfolgen.
2010 steht zusätzlich das Re-Testierungsverfahren für 16 Radiowerkstätten an, die ihr Testat
schon im Dezember 2007 erhalten haben, darunter das VHS-Bürgerfunkstudio Münster.
e) Die Situation in den ehemals anerkannten Radiowerkstätten in NRW
Vor allem die Radiowerkstätten in freier Trägerscha ft ohne institutionelle Förderung
sind in ihrer Existenz bedroht oder mussten aufgeben.
Ohne eine Förderung der institutionellen Strukturen können freie Träger, wie z. B. das
medienforum münster e. V., die bisher ihre Miete un d ihre Personalkosten in erster Linie
durch die Minutenförderung gedeckt haben, den Betri eb nicht aufrechterhalten. Allgemeine
Personal- und Sachmittel werden nur geringfügig dur ch die LfM-Förderung gedeckt, bis auf
die Honorare pro Unterrichtsstunde für die Durchfüh rung von Qualifizierungen und
Schulprojekten.
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Der LfM ist nicht bekannt, wie viele Radiowerkstätt en es eigentlich noch gibt. Schätzungen
lauten: rund die Hälfte der ehemals 150. Da auch Tr äger, die keine Projekte beantragt
haben, durchaus weiter aktiv sein könnten, wisse ma n nicht, welche Radiowerkstatt noch
existiert. Viele Radiowerkstätten schrumpfen zwangs läufig, weil sie die Miete und das
Personal nicht mehr bezahlen können.
1.2 Fazit:
Erste Erfahrungen mit der Projektdurchführung zeige n einen hohen administrativen Aufwand
für Beantragung und Abrechnung von Qualifizierungs- und Schulprojekten. Genaue Zahlen
darüber, wie viel von den ursprünglich in den Haushalt der LfM eingestellten Bürgerfunkmittel
in Höhe von 1,9 Mio. € bisher tatsächlich abgerufen wurde, liegen nicht vor. Ein Großteil der
Gelder konnte im Jahr 2008 nicht abgerufen werden. So standen für Schulprojekte rund
500.000 € zur Verfügung, von denen aber lediglich r und 200.000 € abgerufen werden
konnten.
Insgesamt ist das Fördersystem der Landesanstalt fü r Medien durch (zu) viele komplizierte
Hürden gekennzeichnet, die dem produktionsorientier ten sendewilligen Radiomacher und
der Radiomacherin nur schwer zu vermitteln und mit hohem administrativen Aufwand an
Organisation, Beantragung und Abrechnung verbunden sind. Die Zahl der Projektanträge
bleibt hinter den Erwartungen der LfM zurück, denno ch scheint das derzeit geringe
Antragsvolumen schon jetzt die personellen Kapazitä ten der LfM zu übersteigen. Anders
scheinen Engpässe in der Bewilligung und Verzögerun gen bei den Abrechnungen nicht
erklärbar. Besonders für freie Träger in der Bürger funkarbeit in NRW ist es dadurch zu
massiven Liquiditätsengpässen gekommen, was bereits zu ersten Schließungen geführt hat.
2009 soll das Antragssystem voraussichtlich beibeha lten und die Projektfinanzierung
fortgeführt werden.
Nach Ansicht der Radiowerkstätten müssten noch „handwerkliche Fehler“
beseitigt werden. Es ist beabsichtigt, in 2009 erne ut Mittel in Höhe von 1,9 Mio. € für den
Bürgerfunk in den Haushalt der LfM einzustellen. Die Entscheidung über den Etat und
mögliche Korrekturen bei den LfM-Vorgaben trifft di e Medienkommission, die sich nach
sechs Jahren Amtszeit im November 2008 mit veränder ter Besetzung erst neu konstituiert.
Die neuen Kommissionsmitglieder müssen sich erst in die Thematik einarbeiten, so dass
sich bei Änderungen an Satzungen oder Richtlinien e ventuell eine Verzögerung ergeben
kann.
2 VHS-Bürgerfunkstudio in Münster
Das Bürgerfunkstudio der VHS ist seit Dezember 2007 als Teilnehmerin des QMB-
Pilotprojektes in NRW als eine von 16 Radiowerkstätten zertifiziert.
Im Jahr 2008 konnte die VHS Projektmittel von ca. 1 9 000 € von der Landesanstalt für
Medien akquirieren. Voraussetzung war eine Fortbild ung zur Medientrainerin, die im April
2008 von der Medienpädagogin absolviert wurde.
2.1 Schulprojekte
Der Schwerpunkt der Projektarbeit des VHS-Bürgerfun kstudios lag 2008 im Bereich der
Schulprojekte. 15 Module à 11 Ustd. wurden beantrag t, davon 10 bereits durchgeführt.
Projektpartner waren bisher die Martinischule und d ie Grundschule Kinderhaus-West
(Kulturstrolche), das Mariengymnasium (Deportations ausstellung, Krieg und Frieden,
Jugendkriminalität), das Pascal-Gymnasium („Meine F amilie und ich“ – interkulturelles
Projekt), das Annette-Gymnasium/AG (Hausaufgabenhil fe für Roma-Kinder in
Zusammenarbeit mit Pfr. Schmidt-Ehmke), die Frieden sschule (Literatur/Faust, Lernstatt
Demokratie), Berufsorientierung („Jobradio“) besonders mit Haupt- und Förderschulen.
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Neue Schulprojekte für den Herbst/Winter 2008 und d as Jahr 2009 sind in Planung. Derzeit
ist eine Ausweitung des Interesses der Schulen, Ber ufskollegs, der Akademie Überlingen
und dem Overberg-Kolleg festzustellen. Der Bedarf a n außerschulischer
Medienkompetenzvermittlung wächst. Die Schulen erwa rten von den Radiowerkstätten hohe
Flexibilität in der Durchführung von Medienprojekten.
2.2 Maßnahmen zur Qualifizierung
Das VHS-Bürgerfunkstudio führte bis Oktober 2008 ve rschiedene Formen der Qualifizierung
durch: Im Weiterbildungsangebot des Jahresprogramms der VHS sind Zertifikatskurse und
Schulungen enthalten. Für Bürgerfunker mit Vorkennt nissen wurden 7 Kurse angeboten und
48 Zertifikate an Kursteilnehmer vergeben. Im Juni wurde ein Antrag auf weitere
Qualifizierungen, besonders Schulungen gestellt, de r im September von der LfM bewilligt
wurde.
Mit einem Schulungsprogramm für Bürgerfunker, z. B. zum Redaktionsmanagement und
Hörspiel, wurde Ende September im VHS-Bürgerfunkstu dio gestartet. Schulungen bieten die
beste Möglichkeit, relativ flexibel auf Gruppen ab 5 Personen und ihre Bedarfe einzugehen.
Das VHS-Bürgerfunkstudio kooperiert darin mit den a nderen Fachbereichen der
Volkshochschule. Die Schulungen werden zum Teil von professionellen Radio-Journalisten
und zum Teil von der Medienpädagogin durchgeführt.
Weitere Schwerpunkte des VHS-Bürgerfunkstudios sind die politische Medienbildung zum
Thema „Entwicklungspolitik“ des Instituts für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen
Volkshochschul-Verbandes (in Kooperation mit dem Au swärtigen Amt) und ein EDV-Projekt
im Rahmen des Programms „Weiterbildung geht zur Sch ule“, gefördert aus Mitteln des
Europäischen Sozialfonds (ESF).
2.3 Produktionshilfe im VHS-Bürgerfunkstudio
Außerdem arbeitet das VHS-Bürgerfunkstudio regelmäß ig mit ca. 10-12 Gruppen zur
Erstellung von monatlichen Sendungen zusammen und g ibt Produktionshilfe insbesondere
für Kinder, Senioren oder Menschen mit Behinderunge n. Die Zahl ist auf Grund der
Projektarbeit für den Bürgerfunk leicht rückläufig. Früher wurden ca. 20 Gruppen betreut.
Neue Gruppen werden zur Erstellung aktueller Sendun gen kurzfristig in bestehende
Gruppen integriert, bis sie selbst ein Zertifikat v orweisen können. 3 Zertifikate sind pro
Gruppe für die Ausstrahlung von Sendungen notwendig.
2.4 Problematik:
Die veränderten Rahmenbedingungen der finanziellen Förderung bedeuten für die
Mitarbeiterin der VHS die Refinanzierung von 50 Pro zent ihrer Stelle anteilig durch die
neugeschaffene Projektarbeit anstelle der alten Minutenförderung.
Eine Refinanzierung der allgemeinen Produktionshilf e zur Erstellung von Sendungen besteht
seit 2008 nicht mehr. 2007 wurde die Produktionshil fe über die Finanzierung durch
Sendeminuten und eine Unterstützung durch die Veranstaltergemeinschaft geleistet.
2.5 Perspektiven:
Perspektivisch müsste eine Entgeltordnung für die B etreuung von Gruppen eingeführt
werden, wenn sie weiterhin personelle Produktionshi lfe erhalten wollen. Es besteht jedoch
die Möglichkeit zur Teilnahme an Schulungen, die ei ne technische Erstellung von
Sendungen beinhalten.
Die regelmäßige Nachfrage der Gruppen nach Qualifiz ierungen mit einem Zertifikat (einmal
jährlich) und (wiederholten) Schulungen bleibt bis ins Jahr 2009 abzuwarten.
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3 medienforum münster e. V.
Münster ist eins der landesweit stärksten Bürgerfun kgebiete geblieben. Trotz schlechterer
Rahmenbedingungen (spätere Sendezeit, geringeres Se ndevolumen, inhaltliche
Beschränkungen u. a.) sind in Münster viele Bürgerf unkgruppen aktiv. Dabei entstehen 60%
der Sendungen beim medienforum münster e. V., weil die Gruppen dort sehr günstige
Produktionsbedingungen vorfinden.
Obwohl der Verein aufgrund des finanziellen Einbruc hs seit 1.1.2008 nur noch über eine
halben Stelle verfügt (gegenüber vorher 1,5), könne n durch ehrenamtlichen Einsatz die
Büro-Öffnungszeiten und damit auch Beratung und Ans prechbarkeit werktags von 10-17 Uhr
aufrecht erhalten werden. Zusätzlich können Bürgerf unkgruppen die medienforum-Studios
auch in den Abendstunden und an Wochenenden nutzen, also nach wie vor rund um die
Uhr. Das ist gerade für berufstätige Bürgerfunker unerlässlich.
Darüber hinaus übernimmt der Verein wie zuvor zentr ale koordinatorische und
organisatorische Aufgaben für den gesamten Bürgerfu nk. Gemeinsam mit der VHS-
Radiowerkstatt koordiniert das medienforum das Bürg erfunkprogramm und ist
Ansprechpartner sowohl für die Redaktion als auch f ür die Veranstaltergemeinschaft von
Antenne Münster und Vermittlungsstelle zwischen Sender und Bürgerfunkgruppen.
In den nächsten Monaten werden weitere Vereinsaktiv e und Honorarkräfte
Trainerschulungen absolvieren, damit beim medienfor um ab 2009 mehr Projekte
durchgeführt werden können. Die bisherigen Zertifiz ierungskurse wurden von einer
Medientrainerin durchgeführt, die selbst Bürgerfunk erin beim medienforum und
Vereinsmitglied ist. Sie steht dem medienforum müns ter e. V. auch als Medientrainerin für
Projekte zur Verfügung.
3.1 Maßnahmen zur Qualifizierung
Im Zeitraum Mai bis Juli haben beim medienforum 40 Bürgerfunker/innen im Rahmen von 6
Zertifizierungskursen einen Radiopass erhalten. In 2008 ist noch in eine weitere Schulung für
ca. sieben Teilnehmer geplant.
Die Radiopässe müssen jährlich mit der Teilnahme an einer Qualifizierung verlängert
werden.
Zum 1.7.2008 hat das medienforum eine neue Redaktio nsstruktur eingeführt. Die Gruppen
haben sich zu drei großen Redaktionen zusammengesch lossen: Politik und Soziales, Kultur
und Schule, Musik. Dadurch findet eine engere inhal tliche Abstimmung zwischen den
einzelnen Produktionen statt, was die Programmqualität fördert.
3.2 (Schul-)Projekte
Neben den regelmäßigen und sporadischen Bürgerfunkp roduktionen sowie den oben
genannten Zertifizierungen fanden beim medienforum 2008 folgende Projekte statt:
• Eine wöchentliche Radio-AG sowie zwei zusätzliche Projekte am Pascal-Gymnasium
• Ein Schulprojekt mit der Friedensschule
• Eine Auftragsproduktion für Münster-Marketing
• Noch für 2008 geplant ist ein Mädchen-Radio-Projek t
Beim Eurocityfest 30.05. bis 01.06.2008 beteiligte sich das medienforum gemeinsam mit
Medienpartnern drei Tage lang am net(t)-meeting im Rathaus-Innenhof mit einer Online-
Dokumentation in Form eines Podblogs. Während aller Veranstaltungstage stellten
Bürgerfunk-Aktive an einem Aktionsstand O-Töne vom Festivalgeschehen ins Netz:
Interviews mit Künstlern, Musikern und Organisatoren sowie Besucher-Umfragen.
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3.3 Problematik
Dem medienforum steht seit 1.1.2008 für die Betreuu ng, Organisation und Verwaltung des
Bürgerfunks sowie des gesamten Vereinsbetriebs nur noch ein Drittel der bezahlten
Arbeitskraft zur Verfügung. Zur gleichen Zeit brach te das neue Gesetz neben einer neuen
Förderstruktur weitere gravierende Änderungen mit s ich: Eine Verschiebung und
Reduzierung der Sendezeit, neue inhaltliche Vorgaben für Bürgerfunksendungen sowie neue
Vorgaben für die Zusammensetzung der Bürgerfunkgruppen.
Dieser Umstellungsprozess erforderte in den zurückl iegenden Monaten eine enorme interne
Umorganisation der Arbeitsabläufe beim medienforum und große zusätzliche Anforderungen
sowohl an die ehrenamtlich tätigen Bürgerfunker/inn en als auch den neuen medienforum-
Vorstand und andere ehrenamtliche Vereinsaktive.
3.4 Perspektiven
Neben sämtlichen Qualifizierungs- und Zertifizierun gsmaßnahmen und dem regulären
Bügerfunkbetrieb, bei dem rund 30 Sendungen monatli ch produziert werden, plant das
medienforum zusätzliche Projekte:
Bürgerfunk-Podcast
Das medienforum will erstmals eine Podcast-Plattfor m für den gesamten Bürgerfunk
einrichten, unter anderem als Kompensation zur Send ezeitverschiebung. Auf diesem
zusätzlichen Verbreitungsweg sollen ausgewählte Bei träge ergänzend zur einmaligen
Ausstrahlung on air allgemein zugänglich dokumentie rt werden, statt sie wie bisher im Archiv
der Radiowerkstätten „verschwinden“ zu lassen. Für dieses Podcast-Projekt möchte das
medienforum eine Förderung bei der LfM und an ander en Stellen (z. B. Agentur für Arbeit)
beantragen.
Online-Dokumentationen
Das medienforum hat bereits mehrfach Veranstaltunge n in Münster online begleitet, zuletzt
beim Eurocity-Fest. Künftig will der Verein noch me hr Kulturevents, Tagungen und
Ereignisse auf diese Weise in Wort, Bild und Ton do kumentieren. Dieser Arbeitsbereich soll
im Rahmen von Projekten ausgebaut werden, u.a. mit Fördermitteln der LfM.
Schulprojekte
Das medienforum wird die Radioarbeit mit Schulen weiterhin verstärken.
Die oben genannte Podcast-Plattform möchte der Vere in auch für die Schulradio-Projekte
aller Radiowerkstätten in Münster zur Verfügung stellen.
4 Radiowerkstatt Studio B Bennohaus
Die Radiowerkstatt im Bennohaus hat in der Zeit von Mo.-Mi. von 14-18.00 und von Do.-Fr.
von 14.30-19.30 seine Sprechzeiten. Es kann täglich genutzt werden. Zurzeit bestehen 10
Redaktionsgruppen.
Der freie Mitarbeiter des Studio B Bennohaus wurde im Mai dieses Jahres von der
Deutschen Hörfunkakademie zum Medientrainer der Landesmedienanstalt (Z) zertifiziert. Die
Zertifizierung beinhaltet die Entwicklung einer selbstkritischen Haltung zur Qualitätssicherung
und –Entwicklung der Bürgerfunk-Beiträge des Studio s und der dort engagierten
Produktionsgruppen.
Das Gesamtfördervolumen für das Studio B beträgt fü r die zweite Jahreshälfte 2008 5.500,-
€. Das Studio und die Bürgergruppe werden auf Honor arbasis und ehrenamtlich geführt und
geleitet.
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4.1 Schulprojekte
Seit Juli des Jahres 2008 (Umstellung der Förderung ) werden zwei Schulprojekte
durchgeführt. Das erste Projekt mit dem Freiherr-vo m-Stein-Gymnasium in Gievenbeck
(Klasse 9 A, 34 Schüler) befassten sich mit dem The ma: Beeinflussung und Manipulation in
der modernen Gesellschaft. Die Sendung wurde am 19. Oktober ab 18 Uhr ausgestrahlt.
Das zweite Projekt fand mit dem langjährigen Kooper ationspartner Förderschule Martin-
Luther-Kingschule des LWL Westfalen-Lippe statt. Es steht vor dem Abschluss. Ein
Sendetermin ist für Ende November geplant. Dies Pro jekt wird aufgrund des besonderen
Förderbedarfs der Schüler mit dem erhöhten Aufwandsfaktor 1,5 gefördert.
Beide Schulen haben Interesse für weitere Projekte im kommenden Jahr angemeldet
Die Redaktionswerkstatt strebt weitere Schulprojekt e an. Aufgrund der Zertifizierung des
Bürgerfunkstudios der VHS könnte dieses Studio Koor dinierungsfunktionen in Münster bei
Schulprojekten übernehmen.
4.2 Maßnahmen zur Qualifizierung
Im Juli dieses Jahres fand die Zertifizierung der e rsten Bürgerfunker im Bennohaus statt.
Ende Oktober `08 fand der zweite Zertifizierungskur s für die Seniorengruppen ihren
Abschluss. Ende November wird der dritte Kurs, dies mal für Bürgerfunker ohne
Vorkenntnisse abgeschlossen sein. Dann werden insge samt 17 Personen im Besitz der
Bürgerfunk-Zertifizierung sein. Auch die langjährig aktiven Bennohaus-Bürgerfunker
erklärten sich bis auf eine Ausnahme bereit, die an gebotene Langversion der Z-Kurse zu
durchlaufen.
Aus den bisherigen Produktionsgruppen werden nun au s organisatorischen Gründen
größere 4 Redaktionen gebildet.
Dadurch soll das Zusammengehörigkeitsgefühl der Rad iomacher gesteigert werden. Die
Qualität der Beiträge und das Qualitätsbewusstsein der Gruppen haben zugenommen;
messbar ist dies z.B. im deutlich höheren Lokalbezug der Sendungen.
Perspektivisch wird die Radiowerkstatt zukünftig p ro Halbjahr 2 Z-Kurse (je 1 für
Fortgeschrittene/1 für Anfänger) anbieten.
4.3 Perspektiven
In den kommenden Jahren sollen die Qualifizierungsa ngebote von Bürgergruppen
ausgebaut werden. Ein Ausbau der Schulprojekte wird ebenfalls angestrebt. Hier ist eine
Kooperation mit der Radiowerkstatt der VHS sinnvoll . Ob eine Zertifizierung der
Radiowerkstatt Bennohaus erstrebenswert ist, die si ch eher als Ergänzung des bestehenden
lokalen Angebots für Kinder, Senioren und Zielgrupp en mit besonderem Förderbedarf, wie
Behinderte sieht, bleibt offen.
Ab dem 1.1.2009 ist eine Überführung der Aufgaben d es Bürgerfunkstudios (offener
Bürgerkanal) in den bisherigen Aufgabenbereichen de s Arbeitskreis Ostviertel e.V.
vorgesehen. Eine engere Verzahnung von Radioarbeit, Fernsehen und Internet ist
vorgesehen. Insgesamt sieht sich die Radioarbeit de s Arbeitskreis Ostviertel e.V. als
ergänzendes Angebot im Stadtteil und für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (4)
- Südstraße
- Am Mittelhafen
- Kinderhaus
- Verspoel 7
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0985/2008
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 10.11.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37