0592/2020
Bericht des Jobcenter Köln
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Mitteilung Ausschuss
500 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/5000 JC Vorlagen-Nummer 20.02.2020 0592/2020 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Soziales und Senioren 05.03.2020 Bericht des Jobcenter Köln Die Verwaltung legt dem Ausschuss für Soziales und Senioren auf Wunsch des Jobcenter Köln den folgenden Bericht vor. Anlagen: Bericht des Jobcenter Köln Anlage 1: Ergebnismonitoring Januar 2020 Anlage 2: Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2020-2022 Gez. Dr. Rau
TOP 9.1 Bericht des Jobcenter Köln
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1 Bericht des Jobcenter Köln 1. Ergebnismonitoring zu den vereinbarten Zielen mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Bundesziele) und der Stadt Köln (Kommunale Ziele) – Stand Monat Januar 2020 Das Jobcenter Köln geht in dem Ergebnismonitoring-Bericht für den Monat Januar 2020 (Anlage 1) auf die Zielerreichung bezüglich der mit dem Bund und mit der Stadt Köln vereinbarten Ziele für das Jahr 2020 ein. 2. Aktueller Sachstand zum Teilhabechancengesetz und zur Umsetzung im Jobcenter Köln Mit Stand 10.02.2020 konnten insgesamt bereits 730 Beschäftigungsverhältnisse über §16i SGB II gefördert werden. 30 Förderungen entfallen davon auf den Zeitraum ab 01.01.2020. Um die insgesamt für das Jahr 2020 angestrebten 500 neuen Förderungen zu erreich en, liegt ein Schwerpunkt darin, den Anteil der Förderungen in der Privatwirtschaft weiter auszubauen. So gehören knapp die Hälfte der neuen Förderfälle 2020 in den Bereich der Privatwirtschaft. Im Jahr 2019 wurden insgesamt 77 Abbrüche verzeichnet. Häufi g finden sich die Abbruchgründe in gesundheitlichen Einschränkungen, fehlender sozialer Kompetenz oder auch Frustrationstoleranz bzw. Selbstvertrauen. Erfreulicherweise gelang in 11 Fällen die Vermittlung in ein erneutes gefördertes Arbeitsverhältnis nach §16i SGB II. Dies macht das begleitende Coaching so wichtig. Im Bereich des §16e SGB II konnten mit Stand 10.02.2020 bereits 158 Beschäftigungs - verhältnisse gefördert werden. 24 entfallen davon auf das Jahr 2020. Für weitere 32 Be- schäftigungsverhältnisse liegen erste Antragsunterlagen vor. 3. Der Hafen Köln (rehapro) – Ein Überblick Das Kölner Modellprojekt „Segel setzen – Hafen Köln“ ist als integrierter Raum für Unterstützung und Selbsthilfe angelegt. Erprobt wird in ihm eine neue Organisationsform, aber auch innovative Maßnahmeangebote, um deren Wirkung auf die Verbesserung der Erwerbsfähigkeit von Menschen mit Behinderungen und der Stärkung der beruflichen Rehabilitation zu überprüfen. Finanziell gefördert wird das Projekt aus dem Bundesprogramm „Innov ative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro“. Bei der inhaltlichen und organisatorischen Konzeptionierung ist das Jobcenter Köln von den folgenden Erfahrungen und Annahmen ausgegangen: Anlage zur Mitteilung „Bericht des Jobcenter Köln“ zur Sitzung des Ausschusses für Soziales und Senioren am 05.03.2020 2 Gesplittete Zuständigkeiten, unklare (Leistungs -)Strukturen und oftmals viel zu lange Entscheidungszeiträume prägen das heutige Verfahren der beruflichen Rehabilitation. Dabei stoßen die Kundinnen und Kunden des Jobcenter Köln, aber auch die Integrationsfachkräfte und Fallmanager*innen auf schwer zu durchschauende Strukturen und Verantwortlichkeiten, insbesondere in der Zusammenarbeit mit Fremdkostenträgern. Nicht zuletzt dadurch erhalten viele Menschen mit Behinderung die notwendigen und zielgenauen Unterstützungsleistungen nicht oder erst viel zu spät. Um Menschen mi t Behinderung eine Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen, müssen deren Bedarfe aber frühzeitig erkannt und das Verfahren umgehend eröffnet werden. Geschieht dies nicht, drohen heute noch zu viele Menschen mit Behinde rung in die Erwerbsunfähigkeit zu gehen. Ziel des Kölner Modellprojekts ist es daher, die genannten Hürden abzubauen, der Erwerbsunfähigkeit vorzubeugen und damit den betroffenen Menschen neue berufliche Perspektiven zu eröffnen. Am 1. Februar 2020 hat eine fünfmonatige Vorbereitungsphase begonnen. In dieser werden im Wesentlichen das Projektpersonal akquiriert, die Immobilie angemietet und umgebaut, Teilnehmende für das Projekt gewonnen sowie die abschließende inhaltliche Ausgestaltung der Projektangebote mit den Weiterleitungspartnern abgestimmt. Die aktive Projektphase mit Einstieg der Teilnehmenden wird zum 1. Juli 2020 beginnen. Diese aktive Projektteilnahme gliedert sich dabei wie folgt: Orientierung: ressourcenorientiertes Assessment durch die Lots*innen obligatorisches erstes Gespräch mit der medizinischen und der psychologischen Begleitung Zusammenführen der Ergebnisse in einer Fallbesprechung Entwicklung erster Ideen zur weiteren Projektteilnahme Erstellen einer individuellen Zielvereinbarung ggf. amtsärztliche Begutachtung Umsetzung: wöchentliche Beratungsgespräche mit den Lots*innen Teilnahme an Angeboten im „Hafen Köln“, u.a.: - ein Gesundheitscoaching zur Verbesserung der Gesundheits-Kompetenz und Steigerung der eigenen Belastbarkeit - das Angebot (Re -)Kreativ-Arbeit f ür Teil nehmer*innen mit psychischen Erkrankungen, welches bei der Entwicklung eines Gesundheitsbewusst - seins und an Arbeit, Beschäftigung oder berufliche Rehabilitation heranführen soll - ein Reha-Wiedereingliederungsmanagement - ein Sportscout, der dabei unterstütze n soll , Bewegung und Sport als Bestandteil eines aktiven und gesunden Lebens kennenzulernen. Reha-Beratung vor Ort durch die Bundesagentur für Arbeit und ggf. der Deutschen Rentenversicherung Fallkonferenzen zu Teilnehmenden mit allen relevanten Akteuren im Projekt eine Kooperation mit der AOK zur Nutzung von präventiven Angeboten Stellenakquise und Vermittlung für die Teil nehmer*innen durch die Job - Coaches Während der Stabilisierung und Nachsorge werden die Teilnehmer*innen auf eine nachhaltige und selbstv erantwortliche Umsetzung der erreichten Ziele 3 vorbereitet. Diese wird mit Angeboten wie einem Coaching bei Arbeitsaufnahmen oder im Rahmen des Gesundheitscoachings flankiert. Im Modellprojekt wird das Jobcenter Köln mit weiteren erfahrenen Partner *innen zusammenarbeiten. Die Bundesagentur für Arbeit und die Deutsche Rentenversi - cherung werden als die beiden wichtigsten Rehabilitations -Trägerinnen für Kund*innen des Jobcenter Köln in das Projekt integriert. Die Maßnahmeangebote werden wesentlich durch die Weiterleitungspartner Alexianer Köln, Berufsförderungswerk Köln und das Berufliche Trainingszentrum Köln vorgehalten. Ihre Bereitschaft zu einer Kooperation haben zudem die AOK Hamburg/Rheinland, der Integrationsfachdienst und die Universität Köln mit dem Lehrstuhl für Deutsche Gebärdensprache zugesagt. Die beiden letztgenannten Partner werden gezielt eingebunden, um den Bedürfnissen der Menschen mit Hörbehinderung im Projekt gerecht zu werden. Über die aktive Projektphase von drei Jahren sollen 750 Kund*innen betreut werden. Die Teilnahme erfolgt freiwillig und kann ohne Rechtsfolgen beendet werden. Die jeweilige Verweildauer ist abhängig von der Ausgestaltung der individuellen Teilnahmeplanung. Es wird von einer durchschnittlichen Verweildauer von neun Monaten ausgegangen. Für das Projekt gewonnen werden sollen insbesondere Kund*innen mit komplexen gesundheitlichen Einschränkungen, die neu einen Ant rag auf Leistungen nach dem SGB II beim Jobcenter Köln stellen. Ebenfalls Bestandskund*innen, bei denen die Vermutung eines Rehabilitationsbedarfs oder auch bereits ein bestätigter Bedarf vorliegt, um eine zeitnahe Entscheidung über den Reha-Gesamtplan mit der Agentur für Arbeit oder der Deutschen Rentenversicherung herbeizufüh ren. Insbesondere sollen dabei auch Kund*innen mit psychischen - oder Hörbehinderungen in den Blick genommen werden, da hierfür im Projekt besondere Angebote vorgehalten werden. Absolvent*innen einer Reha-Umschulung werden ebenso ins Projekt aufgenommen, um mit ihnen an einer zeitnahen und nachhaltigen Integration in Beschäftigung zu arbeiten. Die letzte Gruppe, aus der Teilnehmer*innen gewonnen werden sollen, sind Personen, die bereits eine Maßnahme der beruflichen Rehabilitation begonnen, diese aber wieder abgebrochen haben. Mit ihnen soll im eigens für das Projekt entwickelten Angebot Reha- Wiedereingliederungsmanagement daran gearbeitet werden, schnellstmöglich wieder eine Reha -Maßnahme zu beginnen, damit hier dem drohenden Abgang in die Erwerbsunfähigkeit entgegengewirkt werden kann. Sobald die Anlaufphase beendet ist, wird das Jobcenter Köln Anfang des Jahres 2021 erneut ausführlich über das Projekt berichten. 4. Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm (AMIP) 2020-2022 Nachdem erstmalig für 2018 und 2019 ein AMIP erstellt wurde, welches einen zwei - jährigen Zeitraum umfasst, wird nun das in der Trägerversammlung des Jobcenter Köln abgestimmte AMIP für die Jahre 2020-2022 vorgelegt (Anlage 2). Das Format des mehrjährigen Zeitraumes hat sich bewährt und soll beibehalten werden. In 2020 wird das AMIP noch um ein weiteres Jahr, auf drei Jahre ausgeweitet. Der Gedanke, die Kontinuität der strategischen und geschäftspolitischen Ausrichtung, den „Roten Faden“ des Jobcenter Köln, aufzuzeigen, hat sich bewährt. Sofer n es die 4 Rahmenbedingungen erfordern, können in den Folgejahren Aktualisierungen vorgenom- men werden. Die zielgruppenübergreifende Ausrichtung der Integrationsarbeit wird im AMIP 2020 - 2022 fortgeführt. Aufgrund des Fachkräftebedarfs stehen die vielseitigen Qualifizierungs- möglichkeiten für die Kundinnen und Kunden im Fokus des Jobcenter Köln, insbesondere in Form von abschlussorientierten (Teil-) Qualifikationen. Der Bedarf an dezentralen Beratungsangeboten besteht weiterhin. Die aktive Ansprache im Sozialr aum ist ein fester Bestandteil der strategischen Ausrichtung des Jobcenter Köln. Ergänzend werden die Kundinnen und Kunden durch innovative Projekte nach §16h SGB II „Förderung schwer zu erreichender junger Menschen“ (U25) und §16f SGB II „Freie Förderung“ gefördert. Zusammen mit den bewährten, zentral organisierten Angeboten ergibt sich ein ausgewogener Instrumentenmix, der neben der beruflichen Integration die gesellschaftliche Teilhabe der Kundinnen und Kunden stärkt. Das Teilhabechancengesetz schafft s eit letztem Jahr tragfähige Perspektiven für Menschen, die noch weit vom Arbeitsmarkt entfernt sind und besonderer Förderangebote bedürfen. Die Beteiligung des Jobcenter Köln am Bundesprogramm „rehapro“ ermöglicht Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchti gungen einen leichteren Zugang zur Teilhabe am Arbeitsleben. Gez. Martina Würker Anlagen: 1. Ergebnismonitoring Monat Januar 2020 2. Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2020-2022
Anlage 1 zum Bericht des Jobcenter Köln Ergebnismonitoring
10713 Zeichen
Anlage 1 zum Bericht des Jobcenter Köln zur Sitzung des Ausschusses Soziales und Senioren am 05.03.2020 Zielvereinbarung Jobcenter Köln 2010 Zielvereinbarung Jobcenter Köln 2020 Ergebnismonitoring Januar 2020 \\Dst.baintern.de\dfs\357\Ablagen\D35702-JC-Koeln-F-C\Controlling\00_Controlling JC\2020\08_kommunale Berichte\01_Monitoring\2019-12 Monitoring.xlsx ErwartungswertPrognose Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Summe der Leistungen zum Lebensunterhalt in Tausend EUR - 25.725 24.952 -773 -3,0% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2020 25.725,0 52.505,6 79.247,6 106.062,1 132.638,1 159.149,4 185.238,1 211.345,6 237.335,1 263.011,3 288.613,4 314.037,5 Ist 2020 24.952,1 - - - - - - - - - - - Ist 2019 26.479,8 53.019,6 79.471,6 105.845,3 132.105,8 158.239,4 184.111,3 209.792,6 235.374,1 260.791,8 285.931,0 310.313,7 Zielmonitoring Jobcenter Köln Verringerung der Hilfebedürftigkeit Januar 2020 - 50.000,0 100.000,0 150.000,0 200.000,0 250.000,0 300.000,0 350.000,0 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Summe der Leistungen zum Lebensunterhalt (ohne LUH ) in T EUR Ist 2020 Ist 2019 Soll 2020 Datenquelle: Controllingbericht SGB II, S2S-Cockpit Seite 2 Erwartungswert Soll Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Integrationsquote 0,0% 0,9% 0,8% -0,11%-Pkte -11,2% Anteil der Integrationen (JFW) bedarfsdeckend: 56,5% (Januar 2019) kontinuierliche: 39,4% (Juli 2019) Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2020 0,9% 2,3% 4,0% 6,0% 7,5% 9,5% 11,4% 13,8% 16,8% 19,2% 21,0% 23,0% Ist 2020 0,8% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% Ist 2019 1,6% 3,3% 5,1% 7,0% 8,8% 10,6% 12,6% 15,1% 18,0% 20,2% 21,7% 22,7% Anzahl der Integrationen (Jahresfortschrittswert) Ist 2020 641 - - - - - - - - - - - Ist 2019 1.322 2.709 4.180 5.719 7.129 8.627 10.213 12.254 14.545 16.314 17.497 18.235 Zielmonitoring Jobcenter Köln Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit Januar 2020 0,0% 5,0% 10,0% 15,0% 20,0% 25,0% Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Integrationsquote Ist 2020 Ist 2019 Soll 2020 Datenquelle: Controllingbericht SGB II, S2S-Cockpit Seite 3 ErwartungswertSoll Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Bestand an Langzeitleistungsbeziehern - 57.062 57.468 406 0,7% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2020 57.062 57.527 57.719 57.832 57.881 57.948 57.981 57.967 57.929 57.875 57.823 57.758 Ist 2020 57.468 - - - - - - - - - - - Ist 2019 58.772 58.848 58.927 58.960 58.999 59.036 59.060 59.035 58.987 58.934 58.871 58.757 Januar 2020Zielmonitoring Jobcenter Köln Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug 56.000 56.500 57.000 57.500 58.000 58.500 59.000 59.500 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Bestand an Langzeitleistungsbeziehern - JDW Ist 2020 Ist 2019 Soll 2020 Datenquelle: Controllingbericht SGB II, S2S-Cockpit Seite 4 Erwartungswert Soll Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Kosten der Unterkunft (kumuliert, in Tausend EUR) 30.237,50 29.082,04 1.155,5 - -3,8% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2020 30.237,5 60.475,0 90.712,5 120.950,0 151.187,5 181.425,0 211.662,5 241.900,0 272.137,5 302.375,0 332.612,5 362.850,0 Ist 2020 29.082,0 - - - - - - - - - - - Ist 2019 29.659,5 59.793,6 89.284,9 119.854,8 149.622,1 179.153,1 209.362,2 238.554,0 267.581,2 296.693,4 325.886,7 354.717,7 Zielmonitoring Jobcenter Köln Kosten der Unterkunft Januar 2020 - 50.000,0 100.000,0 150.000,0 200.000,0 250.000,0 300.000,0 350.000,0 400.000,0 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Kosten der Unterkunft (kumuliert, in Tausend EUR) Ist 2020 Ist 2019 Soll 2020 Datenquelle: ERP Seite 5 Mitteilung zur Sitzung des Sozialausschusses am 26.01.2017 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Ist 2020 135 - - - - - - - - - - - Ist 2019 149 321 542 746 956 1.161 1.396 1.619 1.860 2.092 2.286 2.431 Zielmonitoring Jobcenter Köln JOB-Offensive KÖLN Januar 2020 - 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Integrationen (Jahresfortschrittswert) der JOB-Offensive KÖLN Ist 2020 Ist 2019 Datenquelle: eigene Auswertung Seite 6 Erwartungswert Soll Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % 24 23 1 - -4,2% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2020 24 55 85 134 162 201 246 293 343 390 419 440 Ist 2020 23 - - - - - - - - - - - Ist 2019 24 55 85 134 162 201 246 293 343 390 419 440 Zielmonitoring Jobcenter Köln Integration schwerbehinderter Menschen Januar 2020 Integration von schwerbehinderten Menschen - 50.000,0 100.000,0 150.000,0 200.000,0 250.000,0 300.000,0 350.000,0 400.000,0 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Integration von schwerbehinderten Menschen Ist 2020 Ist 2019 Soll 2020 Datenquelle: S2S - Cockpit Seite 7 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit Hochrechnung Anzahl Bedarfsgemeinschaften zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport, Hochrechnung: Statistik Bundesagentur für Arbeit Ist 2020 57.864 Ist 2019 59.478 59.500 59.432 59.294 59.074 58.850 58.732 58.415 58.226 58.001 57.775 57.569 Anzahl Personen in Bedarfsgemeinschaften zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport Ist 2020 Ist 2019 118.240 118.118 118.041 117.890 117.634 117.335 117.210 116.565 116.262 115.624 Anzahl Regelleistungsberechtigte zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport, Hochrechnung: Statistik Bundesagentur für Arbeit Ist 2020 111.504 Ist 2019 114.381 114.254 114.202 114.058 113.784 113.510 113.326 112.546 112.258 111.657 111.333 111.221 Anzahl erwerbsfähige Leistungsberechtigte zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport, Hochrechnung: Statistik Bundesagentur für Arbeit Ist 2020 79.101 Ist 2019 81.397 81.394 81.306 81.138 80.894 80.638 80.507 79.904 79.601 79.159 78.876 78.807 Quote der Leistungsberechtigten nach dem zweiten Sozialgesetzbuch* Datenquelle: Kreisreport, Daten mit Wartezeit von 3 Monaten Ist 2020 Ist 2019 12,8% 12,8% 12,7% 12,7% 12,7% 12,7% 12,6% 12,5% 12,5% 12,5% Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug Anzahl Arbeitslose nach dem zweiten Sozialgesetzbuch gesamt Datenquelle: Arbeitsmarktreport Ist 2020 33.146 Ist 2019 32.398 32.308 32.543 32.667 33.869 34.722 34.663 34.926 33.843 33.680 32.750 32.523 Kosten der Unterkunft Kosten der Unterkunft - Veränderungsquote zum Vorjahresergebnis (Vorjahresmonat) Datenquelle: Finanzen Jobcenter Köln Ist 2020 29.082,04 - - - - - - - - - - - Ist 2019 29.659,47 59.793,63 89.284,85 119.854,84 149.622,08 179.153,05 209.362,21 238.553,98 267.581,23 296.693,37 325.886,69 354.717,70 Ist / Ist-Vergleich -1,9% - - - - - - - - - - - Januar 2020Zielmonitoring Jobcenter Köln Indikatoren * Zähler = Leistungsberechtigte nach dem zweiten Sozialgesetzbuch (erwerbsfähigeLeistungsberechtigte, nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte, sonstige Leistungsberechtigte [z.B. Bildung und Teilhabe nach § 28 SGB II]) / Nenner = Bevölkerung unter 65 Jahre Seite 8 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Januar 2020Zielmonitoring Jobcenter Köln Indikatoren Seite 9
Anlage 2 zum Bericht des Jobcenter Köln AMIP
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Seite 2
Stand: Dezember 2019
Inhalt:
Vorwort ........................................................................................................... 3
Handlungsschwerpunkte .............................................................................. 5
Lebenslanges Lernen .................................................................................... 5
Nachhaltigkeit in der Integrationsarbeit ...................................................... 9
Motivation und Partizipation ....................................................................... 10
Migration und Gesellschaft ......................................................................... 16
Sozialraumorientierung............................................................................... 18
Chancen geben – Perspektiven schaffen .................................................. 20
Zahlen, Daten und Fakten ........................................................................... 21
Eingliederungstitel ...................................................................................... 21
Drittmittelakquise ........................................................................................ 23
Der Arbeitsmarkt ......................................................................................... 26
Die Kundenstruktur ..................................................................................... 28
Seite 3
Vorwort
Liebe Leserin, lieber Leser,
„Der Mensch im Mittelpunkt“, das ist auch für die kommenden Jahre die Aus-
richtung der Arbeitsmarktpolitik des Jobcenter Köln.
Wir wolle n auch mit diesem Arbeitsmarktprogramm am Bewährten festha lten,
sinnvolle Anpassungen vornehmen und Neues ausprobieren . Es braucht lang-
fristige Strukturen, Planbarkeit und Verlässlichkeit. Wenn wir noch nicht die ge-
wünschten Erfolge erreicht haben, fragen wir nach den Gründen – bei den
Menschen, für die wir Arbeitsmarktpolitik machen, bei unseren Mitarbeiter*innen
und bei unseren Partnern. Wir wollen mit unseren Angeboten noch besser den
Erfordernissen der Leistungsberechtigten begegnen.
Was sind für die kommenden drei Jahre die wesentlichen Leitlinien in der
Grundsicherung für Arbeitsuchende in Köln?
Die berufliche Integration von Kölnerinnen und Kölnern ist ein zentrales
Ziel.
Die Aktivierungs- und Integrationsarbeit braucht berufliche Qualifizierung
und Bildung.
Arbeitsmarktpolitik und Sozialpolitik bleiben in der Grundsicherung in
Köln eng verzahnt.
Das Jobcenter Köln will die Möglichkeiten des SGB II auch weiterhin
ausschöpfen, um gesellschaftliche Teilhabe und soziale Integration zu
fördern.
Das Jobcenter Köln organisiert sich dezentral. Wir wollen die So zial-
raumorientierung weiter ausbauen.
Seite 4
Motivation zu erzeugen ist ein Schlüssel für den Integrationserfolg.
Motivation erzeugt sich am besten über individuelle Wege.
Das Jobcenter Köln war und ist eine Denkfabrik des SGB II. Wir suchen
nach Innovationen in der operativen Arbeitsmarktpolitik.
Globalisierte Abläufe der Wirtschaft, die Digitalisierung 4.0, die Flucht von Men-
schen vor Krieg und Hoffnungslosigkeit nach Deutschland und viele weitere
Entwicklungen machen die Arbeitswelt komplexer und die Halbwer tzeit von
Wissen kürzer. Das Jobcenter Köln erkennt seine Funktion darin, den Men-
schen, die auf Leistungen nach dem SGB II angewiesen sind, einen stabilen
Halt, fachlich gute Navigation und individuelle Perspektiven zu geben. Die Her-
ausforderungen können n icht vom Jobcenter Köln alleine gelöst werden, son-
dern nur in einer starken Vernetzung.
Martina Würker Birgit Jung
Geschäftsführerin Mitglied der Geschäftsführung
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Handlungsschwerpunkte
Lebenslanges Lernen
Die hohe Nachfrage nach Fachkräften prägt den Arbeitsmarkt . Konkrete Maß-
nahmen oder Lösungsansätze sind nach wie vor gefragt. Im Herbst 2019 hatten
72% der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten des Jobcenter Köln keine abge-
schlossene Berufsausbildung.
Durch die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt ergeben sich für Geringquali-
fizierte sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Weiterbildungen stellen
hohe Ansprüche an das Durchhaltevermögen von Teilnehmenden, deren
Selbstvertrauen in die eigenen Fähi gkeiten sich über Jahre der Arbeitslosigkeit
verringert hat.
Ein Lösungsansatz liegt im „Lebenslangen Lernen“. Das Angebot im Bereich
Fort- und Weiterbildung des Jobcenters ist vielfältig und bietet für alle motivier-
ten Kund*innen Perspektiven . Durch die mit technologischer Entwicklung, Au-
tomatisierung und Digitalisierung einhergehenden Veränderungen werden ver-
mehrt Arbeitsstellen – vor allem im Helferbereich – wegfallen. Ein besonderer
Schwerpunkt liegt daher in der Förderung von abschlussorientierten (Teil-) Qua-
lifikationen.
Seite 6
Ziele
Wir verstehen uns als lernende Orga-
nisation.
Wir aktivieren und qualifizieren
insbesondere Langzeitarbeitslose und
Langleistungsbeziehende.
Wir verbessern die Durchführungs-
qualität von a bschlussorientierten Wei-
terbildungen.
Wir bilden Kundinnen und Kunden
ohne Ab schluss zu Fachkräften aus
und integrieren sie.
Wir stellen uns den Herausforderun-
gen der Arbeitswelt 4.0.
Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt:
Wir verstehen…
Ereignisse als Anregung für Entwicklungsprozesse, um Handlungsspiel-
räume an neue Erfordernisse anzupassen.
Wandel als Chance um die Aufbau - und Ablauforganisation durch int er-
nen und externen Austausch stetig zu verbessern.
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Wir aktivieren und qualifizieren…
unsere Kundinnen und Kunden mit modularen Qualifizierungsangeboten
für die Herausforderungen des Arbeitsmarktes. Familiäre Herausforde-
rungen oder Motivationseinbrüche können zu Abbrüchen führen. Durch
abgestimmte, modulare Fortbildungen können die Bedarfslagen am Ar-
beitsmarkt sowie die unterschiedlichen Bildungs - und Leistungspotenzia-
le der Kundinnen und Kunden in Einklang gebracht werden. Insbesonde-
re das „Kölner Bildungsmodell“ ist im letzten Jahr zu einem bundesweit
beachteten Projekt aufgestiegen.
Wir verbessern…
stetig die Qualität der be ruflichen Weiterbildung und Qualifizierung. Nur
durch intensive Zusammenarbeit mit den Bildungsträgern kann ein
marktgerechtes Maßnahme- und Angebotsportfolio vorgehalten werden.
das Teilnehmendenmanagement gemeinsam mit der A gentur für Arbeit
während einer Weiterbildung. Wesentliche Aspekte sind hierbei die pro-
aktive Vermeidung von frühzeitigen Abbrüchen, die intensive Begleitung
der Teilnehmenden vor Ort sowie die Aufnahme erster Integrationsb e-
mühungen noch vor Abschluss einer Qualifizierung.
Wir sind überzeugt…
„Nachhaltige Integration geht vor Qualifizierung und Qualifizierung ist
wichtiger als kurzfristige Beschäftigung.“
Wir bilden…
die Grundlagen für den Start einer Weiterbildung: Die Förderung von
Grundkompetenzen (Lesen, Schreiben, Rechnen, IT ) wird weiterhin
angeboten, um die erfolgreiche Teilnahme von Kundinnen und Kunden
an berufsqualifizierenden Weiterbildungsmaßnahmen bereits im Vorfeld
zu unterstützen. Die Verstetigung des Angebotes im Rahmen einer mit
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Gutschein geförderten Qualifizierung ermöglicht einen flexiblen Einstieg
und entspricht damit den Erfordernissen der Zielgruppe.
Fachkräfte aus und vermeiden damit Arbeitslosigkeit aufgrund von man-
gelnder Qualifikation. Einstiegsqualifizierungen (EQ) bieten Ausbildungs-
betrieben die Möglichkeit, die Fähigkeiten der jungen Menschen mit dem
Ziel der anschließenden Übernahme in ein Ausbildungsverhältnis
beobachten und erproben zu können. Als weiteres Angebot steht die
Begleitung der Ausbildung (a bH) zur Verfügung, hier wird beispielsweise
Nachhilfe parallel zur Ausbildung angeboten.
Bei sehr hohem Förderbedarf von jungen Menschen erfolgt zunächst die
Vorbereitung und anschließende Begleitung der Ausbildung (AsA).
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Nachhaltigkeit in der Integrationsarbeit
Die Arbeitsmarktintegration formal Geringqualifizierter ist eine herausfordernde
Aufgabe. Nach wie vor gelingt es nicht in ausreichendem Maße, Kunden und
Kundinnen dauerhaft in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse zu
vermitteln. Für Geringqualifizierte sind in den letzten Jahren nur bedingt Erfolge
bei der Entwick lung der Arbeitslosigkeit festzustellen. Auch wenn die Zahl der
geringqualifizierten Arbeitslosen zurückging, also dem Trend der Arbeitslosig-
keit insgesamt folgt, so steigt der relative Ante il Geringqualifizierter an den ar-
beitslosen Menschen doch weiter an.
Dabei ist in der Integrationsarbeit eine doppelte Übergangsproblematik zu be-
wältigen: Zum einen müssen Geringqualifizierte häufig das Lernen (wieder -)
erlernen und brauchen dafür Unters tützung. Geringqualifizierte haben in der
Regel persönliche Hürden zu bewältigen . Oft spielen neben Lernentwöhnung,
fehlender Lernmotivation aufgrund negativer Lernerfahrungen auch Schwierig-
keiten aufgrund einer längeren Abwesenheit vom Arbeitsmarkt eine Rolle.
Wichtig ist auch, dass nach der Integration in Arbeit entsprechende Nachbe-
treuungsangebote in den Betrieben offeriert werden, um die Integration im Be-
trieb abzusichern sowie mögliche Konflikte und Probleme frühzeitig klären und
ausräumen zu können.
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Ziele
Wir erzielen vermehrt dauerhafte Be-
schäftigungsverhältnisse und vermei-
den „Drehtüreffekte“.
Wir unterstützen Jugendliche und
junge Erwachsene mit Präventivange-
boten, um Arbeitslosigkeit zu vermei-
den und in Ausbi ldung und Arbeit zu
integrieren.
Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt:
Wir erzielen…
erfolgreiche Integrationen durch eine intensive und individuelle Betreu-
ung von Kunden und Kundinnen während der Bewerbungs- und Vorstel-
lungsphase.
dauerhafte Arbeitsverhältnisse durch Unterstützung der nachhaltigen
Eingliederung durch coachende Begleitung und Stabilisierung während
der ersten Zeit des Arbeitsverhältnisses.
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Wir unterstützen…
gemeinsam mit der Berufsberatung in unseren Schülerteams proaktiv
Kundinnen und Kunden beim Übergang aus allgemeinbildenden Schulen
in Ausbildung oder Arbeit.
die Aufnahme von Ausbildungsverhältnissen durch Einstiegsqualifizie-
rungen; die Ausbildungsverhältnisse werden im Rahmen der assistierten
Ausbildung gefestigt und begleitet.
neue Ansätze mit Projekten im Rahmen des §16h SGB II mit dem Ziel,
schwer erreichbare Jugendliche zur Aufnahme und Fortführung der
schulischen oder beruflichen Ausbildung zu motivieren.
Kooperationen mit Projekten für NEETs (Not in education, Employment
or training), die aufgrund massiver Hemmnisse nicht an Regelangeboten
von Jugendamt und Jobcenter partizipieren.
Wir fördern…
durch einen individuellen Beratungsansatz.
den Weg zu einer dauerhaften und nachhaltigen Arbeitsaufnahme als
Ziel von Integrationsmaßnahmen.
die Gestaltung neuer Förderangebote unter Berücksichtigung gesund-
heitsfördernder Aspekte, wie beispielsweise das Angebot Stabilisierung-
und Entwicklungsmaßnahme des Disability Managements (SEM-DiMa).
den flankierenden Einsatz kommunaler Eingliederungsleistungen, um
Kundinnen und Kunden gezielt in verschiedenen Lebensbereichen (Kin-
derbetreuung, Schulden, Sucht, psychosoziale Betreuung) zu unterstüt-
zen.
auf Grundlage des §16e SGB II die Eingliederung von Langzeitarbeitslo-
sen.
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Arbeitgeber können für die nicht nur geringfügige Beschäftigung von er-
werbsfähigen Leistungsberechtigten, die (…) seit mindestens zwei Jah-
ren arbeitslos sind, durch Zuschüsse zum Arbeitsentgelt gefördert wer-
den, wenn sie (…) ein Arbeitsverhältnis für die Dauer von mindestens
zwei Jahren begründen.
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Motivation und Partizipation
Motivierende Beratung ist eine Möglichkeit, bestehende Barrieren bei Teilneh-
mer*innen abzubauen und drohende Abbrüche von Förderangeboten zu ver-
meiden. In der Praxis zeigt sich , dass die Barrieren bei den Kundinnen und
Kunden ihre Ursache unter anderem in der mangelnden Information über Wei-
terbildungsmöglichkeiten, der Angst vor Misserfolg sowie der Reduzierung der
Nutzenerwartung auf unzureichende Integrationsperspektiven haben. Ge lingt
es, den Informationsstand der Kund*innen sowohl hinsichtlich der Förderange-
bote als auch des Nutzens dieser Angebote zu verbessern und die Kundinnen
und Kunden aktivierend zu begleiten, so ist dies ein erster Ansatzpunkt zur
Stärkung des Durchhaltevermögens.
Eine weitere Chance, den Zugang von bislang bildungsfernen Gruppen zur
Weiterbildung zu verbessern , wird in dem Angebot an besonders bedarfsorien-
tierten Arbeitsmarktdienstleistungen gesehen. Sowohl bei der Personengruppe
der Geringqualifizierten als auch bei Lebensälteren Kund*innen lässt sich fest-
stellen, dass oftmals Lern- und Motivationsschwierigkeiten oder die Angst vor
dem Lernen bzw. einem Misserfolg für eine Nichtteilnahme an Förderangeboten
ausschlaggebend sind. Die Gründe finden sich unter anderem in abschrecken-
den Schulerlebnissen, einer zunehmenden Verunsicherung der Selbsteinschät-
zung, zum Beispiel in Bezug auf neue Medien oder der Scheu vor Fremdsteue-
rung.
.
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Ziele
Wir erzeugen höhere Akzeptanz für
die mit Kundinnen und Kunden erarbei-
teten Schritte im Integrationsprozess.
Wir stärken das Durchhaltevermögen
von Kundinnen und Kunden.
Wir unterstützen bei der beruflichen
Rehabilitation.
Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt:
Wir erzeugen…
spürbare und gelebte Wertschätzung und Stärkenorientierung b ei Aus-
wahl, Ausgestaltung und Umsetzung der Angebote.
die Möglichkeit aktiver Beteiligung der Kundinnen und Kunden bei der
Auswahl des Angebotes und auch innerhalb vieler Produkte.
jobcentereigene A ngebote für Kunden und Kundinnen z.B. „Hotspot
Chorweiler“, „befit4job“, „Arbeit@Porz“ als sogenanntes „offenes“ Ange-
bot.
Wir stärken…
durch Coachingangebote als „Motivator“ im Integrations prozess (Qualifi-
zierungscoaches, beschäftigungsbegleitendes Coaching).
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das Erlebnis „ Integration in gruppendynamischen Prozessen “. Das Ziel
der Integration wird in einer Peergroup erlebt und damit realistisch erfah-
ren.
Wir unterstützen…
die Erprobung von innovativen Leistungen und organisator ischen Ange-
boten im Rahmen von „rehapro“. Wir gewinnen Erkenntnisse, wie die
Erwerbsfähigkeit von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigun-
gen noch besser erhalten bzw. wiederhergestellt werden kann.
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Migration und Gesellschaft
Das Thema Flucht ist in der täglichen Arbeit im Jobcenter stets präsent. Die
Zahl der ankommenden Asylsuchenden hat sich im laufenden Jahr auf einem
niedrigen Wert stabilisiert, belastbare Prognosen für die Zukunft sind jedoch
kaum möglich. Generell ist es eine Herausforderung, Menschen in Arbeit zu
bringen, die ohne konkrete Beschäftigungsperspektive zuwandern. Bei Flücht-
lingen kommen vielfach besondere Belastungen hinzu: Kriegs - und Unterdrü-
ckungserfahrungen, traumatische Fluchtsituationen, Ausbildungsdefizite auf
Grund chaotischer Verhältnisse im Her kunftsland, Verständigungsschwierigkei-
ten, fehlende oder nicht anerkannte Abschlüsse, kulturelle Unterschiede und
mangelnde Einbindung in soziale Beziehungsnetze.
Soziale und berufliche Integration dieser Kundinnen und Kunden müssen indi-
viduell abgestimmt und geplant werden, um Spracherwerb, kulturelle Anpas-
sung und berufliche Eingliederung erfolgreich zu gestalten.
Ziele
Wir fördern soziale Integration durch
den Erwerb von Sprache und Arbeit.
Wir initiieren einen frühen Beginn des
Integrationsprozesses.
Wir schaffen Perspektiven durch An-
erkennung von Berufsabschlüssen,
Ausbildungen und Qualifizierungen.
Wir stehen als aktiver Netzwerk-
partner in der Region für die Interessen
unserer Kundinnen und Kunden.
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Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt:
Wir fördern…
alle Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund neben der be-
darfsorientierten Integrationsförderung durchgehend mit Sprachförderan-
teilen.
Wir initiieren…
eine Optimierung des Rechtkreiswechsels SGB III und SGB II im Integra-
tion Point Köln („warme Übergabe“), um bereits gewählte Förderangebo-
te nahtlos fortzuführen und Eingliederungsleistungen nachhaltig auszu-
richten.
die Ermittlung und Feststellung von Sprachkompetenzen, berufliche n
Qualifikationen, Fähigkeiten und Förderbedarfen unmittelbar nach Zu-
gang, um frühzeitig geeignete Förderketten zu bilden.
eine parallele Durchführung von Berufsorientierung und Integrations-
sprachkurs.
Wir schaffen…
berufliche Grundlagen durch die aktive Förderung der Anerkennung aus-
ländischer Schul- und Berufsabschlüsse.
Kontinuität durch s ukzessive Eingliederungsplanung unter Berücksichti-
gung der erforderlichen Angebote (Sprache, Anerkennungen, Potenzial -
und Eignungsanalyse, Teilqualifizierungen etc.) und des damit notwendi-
gen Zeitaufwandes.
Wir treten…
im Rahmen von aktiven Beteiligungen in regiona len Gremien und Pro-
jektbeiräten und in Kooperationen mit den Akteuren des Arbeitsmarktes
für die Belange unserer Kundinnen und Kunden ein.
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Sozialraumorientierung
Die Sozialraumorientier ung ist ein Handlungskonzept der sozialen Arbeit, das
Jobcenter gestaltet dezentrale Förderangebote und Dienstleistungen. Die Le-
bensbedingungen aller Menschen in einem Stadtteil, Viertel oder einem ähnli-
chen Sozialraum sollen verbessert werden, ihre Intere ssen und Bedürfnisse
stehen dabei im Vordergrund. Die Angebote setzen an den Stärken jeder und
jedes Einzelnen an und aktivieren diese. Sie sollen Menschen in ungünstigen
Lebenssituationen ermutigen, die Veränderungen in ihrem Wohngebiet selbst in
die Hand zu nehmen. Das Jobcenter sieht sich in der Mitverantwortung bei der
Beantwortung sozialer Fragen und versteht sich als aktiver Kooperationspartner
vor Ort.
Köln besitzt regionale Eigenheiten, die sich nicht nur aus der speziellen Spra-
che dieser Stadt, sondern auch aus der rheinischen Mentalität ergeben. So be-
steht Köln aus Veedeln; allen inoffiziellen Veedeln ist gemeinsam, dass ihre
Bewohner sich ihrem Stadtteil ganz besonders verbunden fühlen. Damit räumli-
che Entfernungen keine entscheidenden Hürden darstellen, begegnet das Job-
center dieser Herausforderung durch dezentrale Beratungs - und Unterstüt-
zungsangebote. Darüber hinaus werden weitere Ressourcen des Sozialraums
gesucht, vernetzt und zugänglich gemacht.
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Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt:
Wir unterstützen…
durch Sprechstunden vor Ort (z.B. „Jobcenter vor Ort“; „Hot -Spot-
Chorweiler“; „JobBörsen“) die Beratung der Kundinnen und Kunden im
„Veedel“.
die Förderung von sozialräumlichen Projekten ( z.B. „Klosterwald“; „Kom-
petenzagenturen“).
Wir sind…
intensiv in die Zusammenarbeit mit sozialen Trägern und Einrichtungen
sowie der politischen Gremien vor Ort eingebunden.
aufsuchend in den Veedeln unterwegs, um die Wiederanbindung von Ju-
gendlichen sowie die Gestaltung von Zuk unftsperspektiven zu realisie-
ren, z.B. durch §16h Projekte, unter anderem in den Sozialräumen
Meschenich, Mülheim und Bilderstöckchen.
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Chancen geben – Perspektiven schaffen
Ziele
Wir geben jeder Kundin und jedem Kunden eine Chance, Schritt für S chritt
wieder ein Teil der Arbeitswelt zu werden.
Wir schaffen Beschäftigungsmöglichkeiten auch für Menschen, die sehr
weit vom Arbeitsmarkt entfernt sind.
Wir geben…
klare Perspektiven durch Fortführung und Weiterentwicklung bewährter
Veranstaltungs- und Kommunikationsformate wie z.B. A rbeitgeber- bzw.
Bewerbertage der JOK oder dem Job-Speed-Dating.
Sicherheit in der Form, dass innerhalb von Arbeitsgelegenheiten durch
abgestufte Anforderungsprofile, sozialpädagogische Begleitung sowie
einem Coaching, Teilnehmende individuell gefördert und entwickelt wer-
den.
jedem Kunden / jeder Kundin durch das brei te Portfolio an Förderange-
boten die Partizipation an motivierender und qualifizierender Teilhabe.
Wir schaffen…
Teilhabe am Arbeitsmarkt (§16i SGB II)
Zur Förderung von Teilhabe am Arbeitsmarkt können Arbeitg eber für die
Beschäftigung von zugewiesenen, erwerbsfähigen Leistungsberechtigten
Zuschüsse zum Arbeitsentgelt erhalten, wenn sie mit einer erwerbsfähi-
gen le istungsberechtigten Person ein sozialversicherungspflichtiges Ar-
beitsverhältnis begründen.
Beratungsangebote für Arbeitgeber sowie Kundinnen und Kunden zum
Teilhabechancengesetz durch das Team „MitArbeit“.
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Zahlen, Daten und Fakten
Eingliederungstitel
Nach den ersten Schätzwerten des BMAS für die L eistungen zur Eingliederung
in Arbeit wird für das Jahr 2020 eine Zuteilung in Höhe von rd. 103,28 Mio EUR
für den Eingliederungstitel (EGT) erwartet. Zusätzlich werden rd. 1,1 Mio EUR
zur Finanzierung des Beschäftigungszuschusses (BEZ) einkalkuliert. Die Mittel
für den BEZ sind zweckgebunden und können nur für dieses Instrument einge-
setzt werden. Nach Abzug der erforderlichen Umschichtung in das Verwal-
tungskostenbudget (VKB) in Höhe v on rd. 12,75 Mio EUR stehen voraussicht-
lich Ausgabemittel in Höhe von rd. 91,63 Mio EUR für Eingliederungsleistungen
zur Verfügung.
Gegenüber dem Vorjahr reduziert sich die Umschichtung in das VKB um rd. 0,7
Mio EUR.
Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung des EGT seit 2011 (inkl. BEZ).
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Planungswerte 2019 / 2020 2019 2020
I. Vermittlung, Aktivierung, berufliche Eingliederung 30.629.000,00 32.307.000,00
Heranführung an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt 4.304.000,00 4.760.000,00
Feststellung, Verringerung oder Beseitigung von Vermittlungshemm-
nissen 4.273.000,00 4.320.000,00
Vermittlung in versicherungspflichtige Beschäftigung 7.732.000,00 8.563.000,00
Heranführen an selbständige Tätigkeit 187.000,00 207.000,00
Maßnahmenkombinationen 3.412.000,00 3.778.000,00
Vermittlungsbudget 1.100.000,00 1.100.000,00
Maßnahmen bei einem Arbeitgeber 79.000,00 79.000,00
Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein 9.542.000,00 9.500.000,00
davon Vermittlung (ehem. Vermittlungsgutschein) 110.000,00 120.000,00
davon Aktivierung/Qualifizierung 9.432.000,00 9.380.000,00
II. Qualifizierung 13.809.000,00 16.000.000,00
FbW 13.809.000,00 16.000.000,00
III. Beschäftigung begleitende Maßnahmen 15.376.000,00 17.653.000,00
EVL 3.234.000,00 4.540.000,00
EGZ 1.437.000,00 1.591.000,00
ESG 700.000,00 1.150.000,00
Selbständigenförderung (§ 16 c SGB II) 471.000,00 521.000,00
TaAM (Teilhabe am Arbeitsmarkt) 9.534.000,00 9.851.000,00
IV. Maßnahmen für Jüngere 9.238.000,00 10.300.000,00
Stand.-Module für Jüngere (Vermittlung, Aktivierung, berufliche Ein-
gliederung)* 6.125.000,00 7.500.000,00
Spezielle Maßnahmen für Jüngere (BAE, EQ, abH) 3.113.000,00 2.800.000,00
V. Leistungen für Menschen mit Behinderung 4.100.000,00 4.100.000,00
VI. Beschäftigung schaffende Maßnahmen 6.048.000,00 6.500.000,00
Arbeitsgelegenheiten 6.048.000,00 6.500.000,00
VII. Freie Förderung (§ 16f SGB II) 3.105.000,00 3.580.000,00
Freie Förderung 3.105.000,00 3.580.000,00
VIII. BEZ 1.215.000,00 1.190.000,00
Summe 83.520.000,00 91.630.000,00
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Drittmittelakquise
Das Jobcenter Kö ln hat langjährige Erfahrungen in der Akquise von Fördermit-
teln zur Umsetzung von Modellprojekten. Diese werden im Rahmen von Bun-
des-, Landes - oder EU -Förderprogrammen durchgeführt. Projekte bieten dem
Jobcenter die Chance, neue Ansätze zu erproben und mit den gemachten Er-
fahrungen nicht nur das eigene Angebotsportfolio zu bereichern, sondern auch
bei der Weiterentwicklung der Arbeitsmarktpolitik regional und bundesweit ein
Stück weit mitzuwirken. So konnten in der Vergangenheit Förderprojekte des
Europäischen Sozialfonds erfolgreich in das Regelangebot des Jobcenters in-
tegriert werden, Förderprojekte wie Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt (Bundes-
förderung) oder ESF -LZA (ESF -Bundesförderung) sind im neuen Teilha-
bechancengesetz aufgegangen.
Auch bei den aktuel len Projekten handelt es sich um Angebote mit modellhaf-
tem Charakter, die eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Regelangebot
des Jobcenters darstellen.
Zurzeit werden im Jobcenter folgende Projekte umgesetzt:
„ESF-Bundesprogramm zur Eingliederung langzeitarbeitsloser Leistungsbe-
rechtigter nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch auf dem Arbeitsmarkt“:
Projektlaufzeit: 01.06.2015 – 31.12.2020
Platzkontingent: 330 Förderfälle
Fördersumme gesamt: 10.637.833,70 € (ESF und Bund)
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Chance+: „Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen (IvAF)“ - Teil der
ESF-Integrationsrichtlinie Bund
Projektlaufzeit: 01.07.2015 – 31.12.2020
Platzkontingent: 1.600 Teilnehmende (davon 990 für das Gebiet Köln)
Fördersumme gesamt: 2.875.875,79 € (ESF + Bund)
Fördersumme in 2020: 520.848,20 €
Fördersumme in 2021: Verlängerung der Förderung in Aussicht gestellt
„Durchstarten in Köln“ - Modellprojekt zur Förderung geringqualifizierter
Jugendlicher und Erwachsener
Projektlaufzeit: 01.12.2016 – 30.11.2020
Platzkontingent: 60 Plätze, die fortlaufend neu besetzt werden
Fördersumme gesamt: 817.640,00 € (ESF + Land)
Fördersumme in 2020: 199.042,50 €
Bundesprogramm „RehaPro“:
geplante Projektlaufzeit: 01.02.2020 – 30.11.2023
Platzkontingent: 750 Eintritte
Fördersumme gesamt: ca. 6,3 Mio. € (Bund)
Fördersumme in 2020: ca. 2 Mio. €
Fördersumme in 2021: ca. 2 Mio. €
Seite 25
Insgesamt beträgt die Fördersumme der laufenden Projekte rund 20,6 Mio €.
Davon entfallen 2,7 Mio € auf das Jahr 2020. Die Mittel werden zum Teil über
Personalpauschalen in das Verwaltungskostenbudget des Jobcenters übertra-
gen (z.B. „rehaPro“, „Durchstarten in Köln“), zum Teil erfolgt auch eine Weiter-
leitung an Projektträger, Gewährung von Lohnkostenzuschüssen und Erfolgs-
prämien für Teilnehmende.
Perspektivisch rechnet das Jobcenter Köln damit, dass mit der neuen ESF-
Förderperiode, die 2021 beginnt, neue Fördermittel akquiriert werden können.
Außerdem werden neue Bundes- oder Landesrichtlinien alternative Möglichkei-
ten für die Drittmittelförderung bieten.
Seite 26
Der Arbeitsmarkt
Wir sehen…
eine gleichbleibende Arbeitskräftenachfrage im Bereich der Fachkräfte.
Gleichzeitig erwarten wir einen Rückgang bei der Nachfrage nach Hel-
fer*innen. Die konjunkturelle Entwicklung ist verhalten, der Arbeitsmarkt
reagiert zeitverzögert. Für das Jahr 2020 prognostiziert das IAB für Köln
eine geringe Steigerung der sozialversicherungspflichtigen Beschäfti-
gung (svB) auf ein Niveau von 584.200 Menschen im Mittel.1
Wir rechnen…
mit einem geringen Beschäftigu ngswachstum. Der Markt ist offen für
Fachkräfte. Der Aufwärtstrend der Beschäftigungsentwicklung wird durch
die Bereiche der Dienstleistung (Erziehung, Pflege, Informations - und
Kommunikationstechnik) getragen. Die Knappheit an Arbeitskräften führt
dazu, dass Betriebe unabhängig von der konjunkturellen Lage Fachkräf-
te sichern. Dennoch hat die Dauer der Stellenbesetzung zugenommen.
Die bestehenden Qualifikationen der arbeitslosen Kundinnen und Kun-
den in Köln, insbesondere im SGB II -Bereich, entspricht häufig nicht den
Anforderungen der Unternehmen. Etwa 60 Prozent der arbeitslosen Per-
sonen, die im Jobcenter Köln gemeldet sind, wünschen die Aufnahme
einer Helfertätigkeit. Dem gegenüber steht eine bedeutend geringere
Anzahl von gemeldeten Arbeitsstellen und ein niedriger Anteil von Helfer-
tätigkeiten.2
1 Vgl. IAB Regionale Arbeitsmarktprognose 9/2019.
2 Vgl. IAB Kurzbericht 18/2019
Seite 27
Wir planen…
im Jahr 20 20 mit einer leicht sinkenden Anzahl erwerbsfähiger Leis-
tungsberechtigter und einer größer werde nden Arbeitslosigkeit für Men-
schen in der Grundsicherung . Dies führen wir a uf den Beschäftigun gs-
rückgang im Bereichen des produzierenden Gewerbes bzw. der Arbeit-
nehmerüberlassung zurück . Die Arbeitslosigkeit für Menschen mit
Berufsabschluss wird tendenziell weiter sinken. Menschen ohne abge-
schlossene Berufsausbildung sind im Jahr 2020 voraussichtli ch von stei-
gender Arbeitslosigkeit betroffen.3
3 Vgl. IAB Kurzbericht 18/2019
Seite 28
Die Kundenstruktur
Wir zählen…
insgesamt 117.210 Personen, darunter 113.326 Regelleistungsberechtig-
te in 58.732 Bedarfsgemeinschaften im Juli 2019 im Jobcenter Köln. Un-
ter den Regelleistungsberechtigten gelten 80.031 Menschen als erwerbs-
fähige Leistungsberechtigte (ELB), davon sind 14.360 Menschen zwi-
schen 15 und 25 Jahren alt. Ungefähr 15 Prozent aller ELB stehen im
Kontext Flucht.4
Personengröße der Bedarfsgemeinschaften im Jobcenter Köln (Juni 2019)
4 Vgl. BA Statistik: Arbeitsmarktreport, 10/2019.
Seite 29
Wir arbeiten…
mit rund 6.600 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die marktnah sind
und die nach unserer Einschätzung bessere Integrationschancen haben.
Ca. 46.000 Leistungsberechtigte sind nicht marktnah und benötigen da-
her deutlich mehr Unterstützung und Qualifizierung . 16.354 Menschen
sind integriert, beziehen aber weiterhin Transferleistungen. Zum Perso-
nenkreis für die keine Zuordnung erforderlich ist, zählen z. B. Erziehende
mit betreuungsbedürftigen Kindern unter drei Jahren, Personen , die An-
gehörige pflegen oder Schülerinnen und Schüler die der Schulpflicht un-
terliegen.5
Integrationsprognose der Erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Jobcenter Köln (Juli 2019)
5 Vgl. Controlling-Cockpit SGB II, 10/2019, Berichtsmonat 6/2019.
Seite 30
Wir begleiten…
33.680 Arbeitslose im Jobcenter Köln. Davon sind über 55 Prozent oder
18.417 Menschen langzeitarbeitslos. Von allen arbeitslos gemeldeten
Personen sind 46,9 Prozent weiblich, 43,5 Prozent mit ausländischer
Staatsangehörigkeit und knapp sechs Prozent schwerbehindert. 18 Pro-
zent der Arbeitslosen (6.040 Personen) sind über 50 Jahre und älter.
Knapp sechs Prozent der Arbeitslosen (1.960 Menschen) sind unter 25
Jahre alt. 6
Wir unterstützen…
58.931 Langzeitleistungsbeziehende im Jobcenter Köln. Durch die Zu-
wanderung von geflüchteten Menschen ist der Antei l der Langzeitleis-
tungsbeziehenden im Kontext Flucht in der Vergangenheit deutlich an-
gestiegen, ein Trend der seit Mai 2019 rückläufig ist. Zum Ende dieses
Jahres übersteigen die Abgänge von Kundinnen und Kunden aus dem
Langzeitleistungsbezug die Übertritte in den Langzeitleistungsbezug. Wir
gehen im nächsten Jahr von einem Rückgang der Langzeitleistungsbe-
ziehenden von 1,7 Prozent aus.7
Langzeitleistungsbeziehende im Jobcenter Köln (Juli 2019)
6 Vgl. BA Statistik: Arbeitsmarktreport, 10/2019.
7 Vgl. Controlling-Cockpit SGB II, 10/2019, Berichtsmonat 6/2019.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Markt
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Details
- Aktenzeichen
- 0592/2020
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 20.02.2020
- Erstellt
- 19.02.2020 11:14