0062/2021
Kinderoper Köln – Förderung durch das Programm „Neue Wege“ des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRWKULTURsekretariat
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Beschlussvorlage Rat
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/46/462 Vorlagen-Nummer 0062/2021 Freigabedatum 24.02.2021 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Kinderoper Köln – Förderung durch das Programm „Neue Wege„ des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRWKULTURsekretariat Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: 1. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass die zusätzlich durch die Bühnen aquirierte Förderung der Kin- deroper Köln aus dem Projekt „Neue Wege“ des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen aufgeteilt auf zwei Spielzeiten (2020/21 und 2021/22) insgesamt 1.241,4 T€ beträgt. Eine Veränderung des geplanten Jahresergebnisses der Oper ist durch die Förderung nicht zu erwarten. Es ergeben sich keine Auswirkungen auf den Gesamthaushalt der Stadt Köln. 2. Der stadtkölnische Beitrag für das interkommunale und vom Land NRW mitfinanzierte Projekt „Kinderoper Neue Wege“, wird auf 550,5 T€ für die Spielzeit 2020/21 und auf 557,9 T€ für die Spielzeit 2021/22 festgesetzt. Zur Finanzierung dieses Beitrags wird ein Teil des im Wirtschaftsplan der Bühnen Köln vorgese- henen Betriebskostenzuschussanteils der Oper in Höhe von rund 550,5 T€ für die Spielzeit 2020/21 und rund 557,9 T€ für die Spielzeit 2021/22 umgewidmet. Die Bereitstellung der Mittel er- folgt damit im Rahmen des bereits beschlossenen Wirtschaftsplans bzw. der Mittelfristplanung. 3. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass aufgrund der tatsächlich genehmigten Fördermittel und der ent- sprechend anzupassenden künstlerischen Planung die im Erfolgsplan des Wirtschaftsplans der Bühnen Köln für die Spielzeit 2020/21 angesetzten Gesamtbeträge sowohl der geplanten Erträge als auch der geplanten Aufwendungen überschritten werden. 4. Der Eintrittspreis für erwachsene Besucher der Kinderoper wird von 12,50 € auf 20,00 € ange- passt. Betriebsausschuss Bühnen der Stadt Köln 09.03.2021 Finanzausschuss 15.03.2021 Rat 23.03.2021 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung Historie der Kinderoper Köln Die Kinderoper Köln wurde 1996 als Teil der Oper Köln gegründet und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt und ausgebaut. Zunächst im Yakultzelt im Foyer der Oper Köln am Offenbachplatz beheimatet, übersiedelte sie in den ersten Jahren des Interims ins Alte Pfandhaus, seit nunmehr vier Jahren hat die Kinderoper im Saal 3 der Oper Köln im Staatenhaus eine eigene Spielstätte. Im Zuge der Generalsanierung der Bühnen Köln wird die Kinderoper Köln eine eigene Spielstätte erhalten. In den nun 23 Jahren ihres Bestehens hat sich die Kinderoper als - stetig wachsendes - Erfolgsmodell erwiesen. Die hohe musikalische und szenische Qualität wird bisher durch die hohe intrinsische Moti- vation aller Beteiligten ermöglicht. Das Publikum der Kinderoper Köln setzt sich nicht nur aus den Jüngsten oder Schulklassen zusam- men. Die Vorstellungen werden seit einigen Jahren auch von Menschen aller Altersgruppen gerne besucht. Bekannte Opern in kürzerer Spieldauer, die generationenübergreifende Gemeinschaft im Zuschauerraum, der direkte Kontakt von jungen und alten Menschen ist auch für eine ältere Besu- cherschicht attraktiv - nicht nur im Rahmen des Projektes „Oper für Jung und Alt“, das Menschen mit Demenz den Besuch in regulären Kinderopern-Vorstellungen ermöglicht. Erreicht werden somit Operneinsteigerinnen und Opernliebhaberinnen jeden Alters. Projekt „Neue Wege“ und Förderung durch das Land NRW Von den Anfängen der Kinderoper bis heute ist das Angebot der Kinderoper Köln ständig erweitert worden: Die Vorstellungsanzahl wurde für eine größere Zuschauerkapazität ebenso erhöht wie das Angebot an Veranstaltungen und das begleitende Angebot der Abteilung Theater und Schule. Die steigenden Auslastungszahlen und die Inanspruchnahme der Angebote von Theater und Schule zei- gen, dass der Bedarf an professionellen Darbietungen der Kinderoper Köln groß ist und die Bedeu- tung der Kinderoper Köln weiter steigt. Dies bedeutet für die Oper Köln, aus deren Budget die Kin- deroper finanziert wird, auch in Zukunft einen erhöhten Personalbedarf und höhere Produktionskos- ten, ohne die der erfolgreiche Spielbetrieb der Kinderoper nicht aufrechterhalten und vor allem nicht weiterentwickelt werden kann. Um die Kinderoper Köln in seiner jetzigen Form zu konsolidieren und weiterentwickeln zu können, muss sie als Abteilung der Oper Köln mit eigenem Budget und Personal ausgestattet werden. Mit Hilfe der Förderung zur Profilbildung des Landes NRW kann das notwendige Jahresbudget und die Personalstellen nachhaltig geschaffen werden, so dass die Zukunftsfähigkeit der Kinderoper konsoli- diert und weiterentwickelt werden kann. Die Förderung des Landes NRW aus dem Projekt „Neue Wege“ des Ministeriums für Kultur und Wis- senschaft des Landes Nordrhein-Westfalen beträgt 1.241,4 T€, aufgeteilt auf 3 Jahre (2020, 2021 und 3 20222) bzw. 2 Spielzeiten (2020/21 und 2021/22). Eine Ausführliche Erläuterung des Projektes „Neue Wege“ ist in Anlage 1 (Antrag für die Förderung „Neue Wege“ des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen für die Schaffung einer eigenen Abteilung Kinderoper Köln) enthalten. Wirtschaftsplan der Bühnen Köln für die Spielzeit 2020/21 Aufgrund der zum Zeitpunkt der Wirtschaftsplanerstellung für die Spielzeit 2020/21 noch laufenden Förderanträge wurde zunächst nur zwei Produktionen und eine Wiederaufnahme im Aufwand mit 190,9 T€ kalkuliert und ein entsprechender Ertrag von 50,5 T€ antizipiert. Basierend auf der Höhe der zwischenzeitlich tatsächlich realisierten Fördermittel wird die künstlerische Planung angepasst. Exemplarisch sei hier die Aufführung des gesamten „Ring des Nibelungen“, die Uraufführung von „Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“, sowie eine zeitgenössische Kinderoper in einer Neuinszenierung von jungen und zeitgenössischen Komponist*innen,wobei der musikalische An- spruch und die Experimentierfreudigkeit den zeitgenössischen „großen“ Opernuraufführungen in nichts nachstehen werden. Folglich werden die im Wirtschaftsplan angesetzten Gesamtbeträge sowohl der geplanten Erträge als auch der geplanten Aufwendungen überschritten werden. Eine Veränderung des geplanten Jahreser- gebnisses ist dadurch nicht zu erwarten. Beitrag der Stadt Köln Als Beitrag der Stadt Köln wird lediglich die Umwidmung eines Teils des Betriebskostenzuschusses der Oper notwendig. Hierbei handelt es sich um 550,5 T€ für die Spielzeit 2020/21 und 557,9 T€ für die Spielzeit 2021/22. Spielzeit 2020/21 in T€ Spielzeit 2021/22 in T€ Aufwand der Kinderoper „Neue Wege“ 1.263,7 1.219,0 Förderung NRW 631,9 609,5 Erlöse aus Kartenverkäufen 56,3 43,7 Zuschüsse und Spenden 25,0 Eigenanteil der Oper/ Umwidmung BKZ 550,5 557,9 Die Bereitstellung der Mittel erfolgt damit im Rahmen des bereits beschlossenen Wirtschaftsplans bzw. der Mittelfristplanung. Es ergeben sich keine Auswirkungen auf den Gesamthaushalt der Stadt Köln. Finanzierung in den Spielzeiten 2020/21 bis 2021/22 Die Finanzierung der Kinderoper erfolgte bis dato ausschließlich aus dem Wirtschaftsplan der Oper Köln und durch Spenden von Sponsoren, beziehungsweise Vereinen. Die nun zusätzliche Förderung seitens des NRW-KULTURsekretariats beläuft sich –voraussichtlich- auf die Spielzeiten 2020/21 und 2021/22. Diese Zuwendungen durch das NRW-KULTURsekretariat, respektive `Neue Wege`, erfol- gen nach Haushaltsjahren: 2020 für 2020/21 222.586,00 € 2021 für 2020/21 und 2021/22 613.920,00 € 2022 für 2021/22 404.883,00 € Durch die Bezuschussung des NRW-KULTURsekretariats ermöglicht eine höhere Anzahl an Vorstel- lungen um der stetig hohen Nachfrage der Kinderoper Köln gerecht werden zu können. 4 Unabhängig hiervon bezuschusst die Pandion AG den „Ring für Kinder“ mit insgesamt 60 T€ und die Freunde der Kinderoper Köln e.V. bezuschussen die Kinderoper jährlich mit 9 T€. Berichtswesen Für die Kinderoper „Neue Wege“ wird ein separates Berichtswesen erfolgen. D. h. zusammen mit den Quartalsbrichten der Bühnen Köln wird es einen Bericht zur Kinderoper geben. Dieser wird analog zum Bericht für Richard Siegal / Ballet of Difference, der sich bereits in der Vergangenheit bewährt hat, erfolgen. Dies entspricht den Erfordernissen eines derzeit auf 2 Jahre befristeten Projektes. Anpassung der Eintrittspreise für Erwachsene Eine Anpassung der Eintrittspreise für Erwachsene bzw. Erwachsene, die Ihre Kinder begleiten, er- scheint aufgrund des größeren Aufwandes und der weiteren Qualitätssteigerung von 12,50 € auf 20,00 € angemessen. Die Preise für Kinder und Schulklassen inkl. Lehrerbegleitung und die entspre- chenden Ermäßigungen bleiben unverändert. Anlagen
Anlage 1 Darstellung Kinderoper
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DIE KINDEROPER KÖLN Profil und Neuerungen durch die Förderung im Rahmen des Programms »Neue Wege« des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRWKULTURsekretariat OPER / \ KÖLN KINDER VORGELEGT VON DR. BIRGIT MEYER, INTENDANTIN DER OPER KÖLN Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRWKULTURsekretariat KINDER SIND IN DER OPER KÖLN NICHT DAS PUBLIKUM VON MORGEN, SONDERN VON HEUTE! – HÖCHSTES KÜNSTLERISCHES NIVEAU FÜR EIN JUNGES PUBLIKUM Die Geschichte der Kinderoper Köln Die Kinderoper Köln wurde 1996 als T eil der Oper Köln gegründet und seitdem kontinuier - lich weiter entwickelt und ausgebaut. Zunächst im Yakultzelt im Foyer der Oper Köln am Offenbachplatz beheimatet, übersiedelte sie in den ersten Jahren des Interims ins Alte Pfand - haus (ca. 130 Plätze), seit nunmehr fünf Jahren hat die Kinderoper im Saal 3 der Oper Köln im StaatenHaus eine eigene Spielstätte (mit 200 Plätzen). Im Zuge der Renovierung der Bühnen Köln wird die Kinderoper Köln eine eigene Spielstätte – ebenfalls mit rund 200 Plätzen – erhalten. In den nun 24 Jahren ihres Bestehens hat sich die Kinderoper als – stetig wachsendes – Erfolgsmodell erwiesen, an dem das Internationale Opernstudio der Oper Köln, SolistInnen der Oper Köln, Musikerlnnen des Gürzenich-Orchesters Köln, Gäste und alle Gewerke und Abteilungen der Oper Köln Anteil haben. Die hohe musikalische und szenische Qualität wird durch die hohe intrinsische Motivation aller Beteiligten ermöglicht. CARL ORFF »DIE KLUGE« 2OPER KÖLN Von den Anfängen der Kinderoper bis heute ist das Angebot der Kinderoper Köln ständig erweitert worden: Die Vorstellungsanzahl wurde für eine größere Zuschauerkapazität eben - so erhöht wie das Angebot an Veranstaltungen und das begleitende Angebot der Abteilung Theater und Schule. Die steigenden Auslastungszahlen und die Inanspruchnahme der Ange - bote von Theater und Schule zeigen, dass der Bedarf an professionellen Darbietungen der Kinderoper Köln groß ist und die Bedeutung der Kinderoper Köln weiter steigt. So feiert die Kinderoper Köln im September 2021 nicht ohne Grund ihr 25-jähriges Jubiläum! Seit der Gründung der Kinderoper Köln wurde sie aus dem Budget der Oper Köln finanziert. Mit dem zunehmenden Erfolg und der stetigen Erweiterung des Angebots erhöhten sich auch der Personalbedarf und die Produktionskosten, ohne die der erfolgreiche Spielbetrieb der Kinderoper nicht aufrecht zu erhalten ist und vor allem nicht weiterentwickelt werden kann. Zudem ist auch die Nachfrage nach Karten für die Kinderoper kontinuierlich gestiegen, und die Auslastung in der letzten Spielzeit lag bei 98 %. Um diesem wachsenden Bedarf Rech - nung zu tragen, musste eine tragfähige Finanzierung der Kinderoper geschaffen werden. 3OPER KÖLN WARUM ES DIE KINDEROPER KÖLN SEIT BALD 25 JAHREN GIBT: KRAFT UND SINNLICHKEIT EINES OPERN-LIVE-ERLEBNISSES Das Profil der Kinderoper Köln Oper bedeutet nicht, eine Aufnahme auf CD zu hören, sondern sie hat – auf die Bühne gebracht – unmittelbare Kraft und die Sinnlichkeit eines Live-Erlebnisses. In der Kinderoper Köln bilden nicht Einführungen, Belehrungen oder »pädagogische, kindgerechte Inszenierungen«, in denen die Lebenswirklichkeit der Kinder als entscheidendes Moment in die Produktion eingehen, sondern große Originalwerke der Operngeschichte den Schwerpunkt. Bei der Auswahl der Stücke und deren Fassung für die Kinderoper wird besonderer Wert auf Länge, Sujet und die Transparenz und Verständlichkeit der Handlung gelegt. Eine Vielfalt von Mo - tiven aus Märchen, Mythen und Sagen werden auf die Bühne gebracht, auch zeitgenössische Geschichten werden erzählt. Um der Aufmerksamkeitsspanne der Kinder gerecht zu werden, werden Werke der Opernlit - eratur zwar gekürzt, aber die Intention wird beibehalten. Oper für Kinder zu machen bedeutet nicht, Inhalte zu verharmlosen, zu verniedlichen oder gar zu negieren. Ein besonderer Schwer - punkt bei der Erstellung der Fassungen für die Kinderoper liegt darauf, die komplexen Geschichten und Figuren in eine für unerfahrene Zuhörerlnnen/Zuschauerlnnen fassliche CARL ORFF »DIE KLUGE« 4OPER KÖLN Form zu bringen. Die Orchesterbesetzung wird auf Kammeropernbesetzungen von 15 bis 18 InstrumentalistInnen verkleinert. Um dennoch einen authentischen Klang zu erhalten, werden im Bedarfsfall eigens Arrangeure engagiert. Oper und Musiktheater werden so auf höchstem szenischen und musikalischen Niveau einem jungen Publikum dargeboten. Das Angebot erstreckt sich dabei von Werken der Operngeschichte in kompakter Form über Auftrag - swerke, Tanz für Kinder und mobilen Produktionen für Kindergärten und Kitas. Erreicht wird damit ein Publikum ab drei Jahren. Doch das Publikum der Kinderoper Köln setzt sich nicht nur aus den Jüngsten oder Schul - klassen zusammen. Die Vorstellungen werden seit einigen Jahren auch von Menschen aller Altersgruppen gerne besucht. Bekannte Opern in kürzerer Spieldauer, die generationenüber - greifende Gemeinschaft im Zuschauerraum , der direkte Kontakt von jungen und alten Men - schen ist auch für eine ältere Besucherschicht attraktiv – nicht nur im Rahmen des Projektes »Oper für Jung und Alt«, das Menschen mit Demenz den Besuch in regulären Kinder opern- Vorstellungen ermöglicht (siehe Seite 14). Erreicht werden somit OperneinsteigerInnen und OpernliebhaberInnen jeden Alters. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Empathie, die das junge und ältere Publikum in doppelter Hinsicht erlebt: Empathie für die singenden und handelnden Figuren auf der Bühne, Empathie für den Besucher oder Besucherin, der/die unmittelbar neben einem sitzt und möglicherweise bedeutend älter und jünger als man selbst ist. Die Oper Köln im StaatenHaus ist als ein offenes Haus bekannt , das ein breites Angebot für Kinder und Jugendliche zu einem erschwinglichen Eintrittspreis anbietet und dadurch ermöglicht, Schwellenängste abzubauen. »OPER FÜR JUNG UND ALT« (SIEHE SEITE 14) 5OPER KÖLN GELEBTE INKLUSION SOWIE PARTIZIPATION VON KINDERN UND JUGENDLICHEN Die Kinderoper Köln wirkt mit verschiedensten Projekten in die Stadt hinein Hans Werner Henzes »Pollicino« wurde in Kooperation mit rund 100 SchülerInnen des Humboldt-Gymnasiums Köln und der Rheinischen Musikschule auf die Bühne gebracht. HANS WERNER HENZE »POLLICINO« RAINER MÜHLBACH, MUSIKALISCHER LEITER DER KINDEROPER KÖLN, PROBT MIT SCHÜLERINNEN UND SCHÜLERN »POLLICINO« Die mobile Oper »Irgendwie Anders« thematisiert Anderssein und Ausgrenzung; die ebenfalls mobile Oper »Pin Kaiser und Fip Husar« thematisiert Freundschaft zwischen verschiedenen Kulturen und Umweltverschmutzung. Spielorte sind Förder - schulen und inklusive Kitas in und um Köln. Eine neue mobile Produktion für ver - schiedene Altersgruppen ist für die Spielzeit 2021.22 in Planung. Jung und Alt werden zusammen gebracht: Das Konzept von »Oper für Jung und Alt« wird ständig weiterentwickelt. Die Oper Köln veranstaltete zum Thema »Oper und Demenz« 2019 ein Symposium in hochkarätiger Besetzung. Eingeladen waren bundesweit MitarbeiterInnen von (Musik-)Theatern, Musikpädagoglnnen und Leiter Innen des Sozialen Dienstes. Während des Symposiums wurde in der Kinder - oper Köln »Die Zauberflöte für Kinder« zusammen mit Kindern und Menschen mit Demenz besucht. Die musikalische und theaterpädagogische Arbeit mit Menschen mit Demenz konnte in mehreren Workshops praktisch erfahren werden. Die Projekt - erfahrungen der Oper Köln werden an andere Opernhäuser weitergegeben, sodass auch dort die Demenzarbeit eingeführt oder intensiviert wird. Institutionen des Sozialen Dienstes erhielten im Sym - posium Anregungen, ein »Oper und Demenz«-Projekt zusammen mit dem nächstgelegenen Opernhaus auch in ihrer Einrichtung durchzuführen. Mit dem Symposium leistete die Oper einen wesentlichen Beitrag zur Inklusion von Demenzerkrankten, indem eigene Projekterfahrungen an andere Kulturschaffende weiterge - geben wurden. FRANK ENGEL »PIN KAISER UND FIP HUSAR« »PIN KAISER UND FIP HUSAR« 7OPER KÖLN Zu Strawinskys »Die Nachtigall« wurde 2019.20 erstmals ein Projekt mit Gehörlosen verwirklicht. Der barrierefreie Zugang zum Spielort der Kinderoper im StaatenHaus ist selbstver - ständlich. Das Auftragswerk »Lollo« (in Kooperation mit dem ZOOM Kindermuseum Wien) war darauf ausgelegt, dass sich Vorschulkinder sowohl musikalisch als auch szenisch an der Umsetzung beteiligen. RALF GSCHEIDLE »IRGENDWIE ANDERS« IM WALDKINDERGARTEN 8OPER KÖLN DER SPIELPLAN DER KINDEROPER KÖLN VOM BAROCK ZUR ZEITGENÖSSISCHEN MUSIK Stilistische Vielfalt und thematische Relevanz sind maßgeblich für den Spielplan der Kinderoper Köln. Die Bandbreite geht dabei durch alle Epochen, wobei ein besonderes Augenmerk auf Uraufführungen und Auftragswerke zeitgenössischer Komponist Innen liegt. Uraufführungen / Auftragswerke »Die Heinzelmännchen zu Köln« von Ingfried Hoffmann »Irgendwie Anders« von Ralf Gscheidle »Pin Kaiser und Fip Husar« von Frank Engel »Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor« von Johannes Wulff- Woesten (im Entstehen, ermöglicht auch durch die Förderung »Neue Wege«) Zeitgenössische Opern für Kinder und Jugendliche »Der T eufel mit den drei goldenen Haar - en« von Stefan Johannes Hanke »Pünktchen und Anton« von Iván Eröd Kammeropern oder Opern der Moderne in einer Inszenierung für Kinder »Die Kluge« von Carl Orff »Die Nachtigall« von Igor Strawinsky 9OPER KÖLN STEFAN JOHANNES HANKE »DER TEUFEL MIT DEN DREI GOLDENEN HAAREN« INGFRIED HOFFMANN »DIE HEINZELMÄNNCHEN ZU KÖLN« Werke der Operngeschichte in »kompakter« Fassung »Der Ring des Nibelungen« von Richard Wagner »Die Zauberflöte« von Wolfgang Amadeus Mozart »Hoffmanns Erzählungen« von Jacques Offenbach »König Arthur« von Henry Purcell u. a. mobile Produktionen für Gastspiele in Kitas – die Kinderoper geht in die Stadt hinein »Irgendwie Anders« von Ralf Gscheidle »Pin Kaiser und Fip Husar« von Frank Engel partizipative Produktionen und Formate »Pollicino« von Hans Werner Henze »Lollo« von Elisabeth Naske Advent in der Oper Schattentheater digitales Programmheft Tanzproduktionen Uraufführungen »Zwischen den Seiten« und »T oyBox«, beide von Johnny Lloyd/Sven Kacirek »R(h)einhören!« – Geschichten mit Musik für Kinder (in Kooperation mit dem Jungen Literaturhaus Köln) LINKS: WOLFGANG AMADEUS MOZART »DIE ZAUBERFLÖTE« RECHTS: JACQUES OFFENBACH »HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN« LINKS: JOHNNY LLOYD / SVEN KACIREK »ZWISCHEN DEN SEITEN« RECHTS: »R(H)EINHÖREN!« MIT RALPH CASPERS RICHARD WAGNER »DER RING DES NIBELUNGEN FÜR KINDER« Seit der Spielzeit 2017.18 wird jedes Jahr ein T eil der T etralogie in einer »kompakten« Fassung auf die Bühne gebracht – dies ist weltweit der erste »Ring«-Zyklus in vier Teilen für Kinder! ZWEI AUSGEWÄHLTE PROJEKTE … RICHARD WAGNER »DER RING DES NIBELUNGEN FÜR KINDER« »OPER FÜR JUNG UND ALT«: OPER FÜR MENSCHEN MIT DEMENZ 11OPER KÖLN RICHARD WAGNER »DAS RHEINGOLD« Die Fassungen erstellen Rainer Mühlbach (Leiter des Internationalen Opernstudios der Oper Köln und Musikalischer Leiter der Kinderoper Köln) und Brigitta Gillessen (Leiterin der Kinderoper und Regisseurin des »Ring«). Für das bessere Verständnis werden hand - lungsrelevante Passagen fallweise in wenigen, kurzen Dialogen ausgeführt. Für die Orchester-Arrangements konnte der Kom - ponist Prof. Stefan Behrisch gewonnen werden. Die gekürzte Fassung bedeutet daher keineswegs, dass eine »Light«-Fassung mit »weniger Noten« oder »ein - facherem Gesang« geboten wird. Sowohl die Größe des musikalischen Gestus als auch die Komplexität der Figuren und der Handlung werden in der Bearbei tung bewahrt. Eine weitere Herausforderung für die Konzeption und die Ausstattung (Christof Cremer) ist, dass der »Ring«-Zyklus zunächst im StaatenHaus gezeigt und anschließend in die neue Kinderoper am Offenbachplatz übernommen wird. Die Rollen singen Mitglieder des Internationalen Opernstudios der Oper Köln, SolistInnen der Oper Köln sowie Gäste. Die Inszenierung des »Ring des Nibelungen für Kinder« schafft in einem Grundraum, der für jede der vier Opern weiter entwickelt wird, eindrucksvolle Bilder und archetypische Figuren, die auf die mytho - 12OPER KÖLN RICHARD WAGNER »DAS RHEINGOLD« RICHARD WAGNER »DIE WALKÜRE« logische Herkunft der Handlung verweisen, aber auch ihre bemerkenswerte Aktualität her - vorheben: die Bedrohung einer ursprünglich intakten Naturlandschaft durch die Habgier und Ausbeutung der natürlichen Ressourcen durch die Menschheit und die Götterwelt. Das Orchesterarrangement von Stefan Behrisch schreibt Wagners Orchesterbesetzung auf 18 InstrumentalistInnen um, ohne den typischen »Wagner-Klang« zu verlieren. Dem kommt die außergewöhnliche Qualität von Stefan Behrischs Arbeit zugute, der als Komponist und Arrangeur international tätig ist und u. a. mit dem Los Angeles Philharmonie Orchestra sowie mit dem Filmkomponisten Hans Zimmer zusammen arbeitet. Insbesondere Opern-Einsteigerlnnen, die neugierig auf Wagners Werk sind, besuchen seit 2017 die Vorstellungen des »Ring des Nibelungen für Kinder« und erfahren erstmalig Dyna - mik und Kraft von Wagners Musik. 13OPER KÖLN RICHARD WAGNER »SIEGFRIED« »OPER FÜR JUNG UND ALT«: OPER FÜR MENSCHEN MIT DEMENZ Viele praktische Projekte und die Forschung der letzten Jahre zeigen deutlich, dass Musik einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität von Menschen mit Demenz hat. Und es zeigt sich, dass Begegnungen mit Kindern aktivierend auf sie wirken. Musik und Kinder also – aber genau das ist es, was die Kölner Kinderoper wesentlich aus- macht. So entstand vor fünf Jahren die Idee, Menschen mit Demenz den Besuch der Kin - deroper zu ermöglichen. Es wurden von Anfang an keine Veranstaltungen speziell für Menschen mit Demenz konzipiert, sondern vielmehr wird durch den Besuch regulärer Vorstellungen der Kin- deroper Inklusion und kulturelle Teilhabe auch für demenziell Erkrankte verwirklicht. Ein Zugang zu Opernvorstellungen findet im normalen und gewohnten Ambiente eines Opernhauses statt. Es gibt eine Fülle von formalen Faktoren, die ein solches Projekt begünstigen, hier nur eine Auswahl: Für Menschen mit Demenz eignet es sich besonders, dass die Vorstellungen vorwiegend am Vormittag oder am Nachmittag stattfinden. Die physische und psychische Belast - barkeit ist in dieser Zeit am höchsten, außerdem lassen sich frühe T ermine gut in den Tagesablauf von Pflegeeinrichtungen integrieren. Oder man kann nach der Vorstel - lung noch einen Kaffee trinken gehen. Eine Aufführungsdauer von etwa einer Stunde ist optimal, es lässt sich aber feststellen, dass auch Opern von längerer Dauer aufmerksam verfolgt werden. 14OPER KÖLN »OPER FÜR JUNG UND ALT«: DER VORSTELLUNGSBESUCH WIRD ZU EINEM GENERATIONENÜBERGREIFENDEN ERLEBNIS. Die Kölner Kinderoper hat 200 Plätze, die BesucherInnen erleben eine Aufführung in unmittelbarer Nähe zu MusikerInnen und SängerInnen und kommen in Kontakt mit ihnen. Der Opernbesuch wird so, gemeinsam mit dem jungen Publikum, zu einem generationenübergreifenden und -verbindenden Erlebnis. Kindervorstellungen folgen eigenen Gesetzmäßigkeiten. In Momenten großer Span - nung stehen plötzlich alle auf. Rhetorische Fragen werden nicht als solche verstanden, sondern man meldet sich, um die Frage zu beantworten. Sind viele DarstellerInnen auf der Bühne, beschließen Kinder manchmal, sich nicht mit einer passiven Rolle zufrieden geben sondern aktiv ins Geschehen einzugreifen. Das Geschehen wird kommentiert. Es gibt Gelegenheiten zum Mitsingen. Und wie so ein Federkostüm in Strawinskys »Die Nachtigall« gemacht ist, kriegt man am besten raus, wenn man es anfasst. Vielleicht kann man ja sogar so eine Feder als Souvenir mitnehmen ... Das gesamte Ensemble ist also auf Publikumsreaktionen eingestellt. Die Angst von vielen Angehörigen, der von ihnen betreute Mensch mit Demenz könne das in Opern - vorstellungen erwünschte soziale Verhalten vernachlässigen, ist also nicht von Bedeu- tung. Und im Übrigen in fast allen Fällen unbegründet. DAS PROJEKT IST SEHR ERFOLGREICHER UND FESTER BESTANDTEIL DER KINDEROPER KÖLN. Konnten zu Beginn nur vier T ermine pro Spielzeit angeboten werden, so sind es inzwischen mehr als zwanzig, und alle werden wahrgenommen. Das Angebot wird sowohl von Angehöri- gen, die einen Menschen mit Demenz zu Hause betreuen, als auch von Einrichtungen wahrgenommen. Die Bedürfnisse und Ressourcen der Zielgruppe erfordern bestimmte Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Durchführung, die aber sind inzwischen vielfach erprobt. In der Spielzeit 2015.16 wurde dazu im Rahmen einer Masterarbeit eine empirische Studie durchgeführt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Gelingensbedingungen sind zusammengefasst und werden Privatpersonen und Institutionen, die mit demenziell Erkrank - ten arbeiten, schriftlich zur Verfügung gestellt. Es gibt inszenierungsbezogenes Material, beispielsweise mit einer bebilderten oder schriftlichen Nacherzählung der Geschichte, Kom - ponistlnnenportraits, Notenbeispielen ausgewählter Arien zum Mitsingen usw., das ange - fordert werden kann und mit dessen Hilfe die BesucherInnen sich schon im Vorfeld mit dem Operninhalt und der Musik beschäftigen können. Unmittelbar vor der Vorstellung können sowohl DarstellerInnen der Inszenierung in ihre Rolle einführen, als auch Gegenstände wie z. B. Requisiten und Kostümteile gezeigt werden. Das erhöht den Wiedererkennungseffekt in der Vorstellung. In den Einrichtungen kann der Opernbesuch einige Tage nach der Vor - stellung in einem musiktheater-praktischen Workshop nachbereitet werden. Im Mittelpunkt der ersten Workshops stand zunächst die musikalische Nachbereitung: leicht erlernbare Opernausschnitte und andere bekannte Lieder, die thematisch mit dem Operninhalt verknüpft sind, wurden gesungen. Inzwischen hat sich die kleine Spielform »Kästchentheater« als gute Form der theaterprak - tischen Nachbereitung erwiesen. Die Handlung des besuchten Stücks wird erzählt und von den demenziell Erkrankten mit den zu kleinen Puppen umgestalteten Kostümfigurinen im Kästchentheater nachgespielt. Musikalische Ausschnitte aus der Oper werden dazu eingespielt oder mit den T eilnehmerInnen gesungen. 15OPER KÖLN Dass sich sowohl der Mensch mit Demenz als auch die Angehörigen oder BegleiterInnen wohlfühlen, zeigt das Beispiel einer Frau, die mit ihrer an Demenz erkrankten Mutter häufig Vorstellungen besucht. Sie berichtete, dass nicht nur ihrer Mutter, sondern auch ihr selbst die Vorstellungen großen Spaß machten. Habe sie bei anderen Veranstaltungen oft das Gefühl, sie sei die Betreuerin und ihre Mutter die Kranke, so seien Besuche in der Kinderoper von einer ganz alten, sehr angenehmen Tradition geprägt: Mutter und T ochter gehen zusammen in die Oper. Und das ist doch sehr schön. Das Projekt »Oper für Jung und Alt« wurde im Dezember 2017 mit dem Rudi Assauer Preis ausgezeichnet. 16OPER KÖLN NACH DEM BESUCH EINER VORSTELLUNG VON »HOFFMANNS ER - ZÄHLUNGEN« IM RAHMEN VON ›OPER FÜR JUNG UND ALT‹ KAM DIE ABTEILUNG THEATER UND SCHULE IN DIE EINRICHTUNG, UM DAS ERLEBTE MIT GEMEINSAMEM GESANG UND SPIEL NACHZUBEREITEN. AUSZEICHNUNGEN FÜR DIE KINDEROPER KÖLN Rudi Assauer Preis UNICEF-Pate Köln OPER! A W ARD: Bestes Education-Programm Das Projekt »Oper für Jung und Alt« wurde im Dezember 2017 mit dem Rudi Assauer - Preis ausgezeichnet, dem bedeutendsten Preis für ein Demenzprojekt in Deutschland. Im November 2018 wurde der Kinderoper Köln, als erster Institution in NRW, der Titel UNICEF-Pate Köln durch UNICEF verliehen. Damit startete eine Kooperation zwischen der Kinderoper Köln und UNICEF mit dem Ziel, Aufmerksamkeit für die Kinderrechte zu schaffen und in Köln gemeinsame Aktionen für Kinder zu entwick - eln. Die umfangreiche kulturelle und theaterpädagogische Arbeit der Kinderoper Köln, der ältesten Kinderoper Europas, spielt im Rahmen der Partnerschaft eine zentrale Rolle. Anne Lütkes, Deutsches Komitee für UNICEF anlässlich der Verleihung der Patenschaft: »Jungen Menschen die W elt der Musik und der Oper, den Stellenwert von Kunst und Kreativität näherzubringen, ist eine wundervolle Aufgabe. Bei der UNICEF-Arbeit für Kinder in Not zeigt sich immer wieder, dass Musik und kreative Angebote für Kinder gerade in schwierigen Situationen eine große Hilfe sein können.« KIMBERLEY COLEGROVE (LEITERIN DER UNICEF-ARBEITSGRUPPE KÖLN), DR. ARND D. KUMERLOEVE (DEUTSCHES KOMITEE FÜR UNICEF UND MITGLIED DER FREUNDE DER OPER KÖLN), ANNE LÜTKES (DEUTSCHES KOMITEE FÜR UNICEF), OB HENRIETTE REKER, HANSMANFRED BODEN (VORSITZENDER DES FÖRDERVEREINS DER KINDEROPER), DR. BIRGIT MEYER (INTENDANTIN DER OPER KÖLN), BRIGITTA GILLESSEN (LEITERIN DER KINDEROPER KÖLN) UND DIE SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER DER HENRY-FORD-REALSCHULE KÖLN Für ihr gesellschaftliches Engagement, ihre Breitenwirkung in die Stadt hinein und die enge Verknüpfung mit Theater und Schule wurde die Oper Köln, Kinderoper Köln 2019 mit dem OPER! AWARD für das Beste Education Programm – mit folgender Jury-Begründung – ausgezeichnet: »Seit 1996 gehört die Kinderoper zur Oper Köln. Sie hat einen eigenen Spielplan für unterschiedliche Altersgruppen von jungem Publikum und eine eigene Bühne. Ob die gelungene Kinderfassung von › Hoffmanns Erzählun- gen‹ oder W agners ›Ring des Nibelungen‹ – so mancher Operngänger beneidet die Jungen um die intelligenten Produktionen der Kinder oper Köln. Außerdem bietet das Education Programm vielfältige, genau zugeschnittene theaterpädagogische Angebote für Kitas und Schulen und lädt unter dem Motto ›Oper für Jung und Alt‹ auch Menschen mit Demenz ein. Ein außergewöhnliches, höchst bewundernswertes ge - sellschaftliches Engagement!« 18OPER KÖLN FRANK ROHDE (THEATERPÄDAGOGE) UND BRIGITTA GILLESSEN (LEITUNG KINDEROPER KÖLN) DIE KINDEROPER KÖLN ALS EIGENE ABTEILUNG INNERHALB DER OPER KÖLN Förderung der Kinderoper durch das Programm »Neue Wege« des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRWKULTURsekretariat War bislang für die Kinderoper der Oper Köln nur eine eigene Stelle eingerichtet, die Leitung der Kinderoper, ermöglicht die Förderung »Neue Wege« die Schaffung einer eigenen Abteilung mit folgenden Stellen : KINDEROPER MUSIKALISCHE LEITUNG Rainer Mühlbach LEITUNG Brigitta Gillessen DRAMATURGIE Tanja Fasching THEATERPÄDAGOGIN Johanna Lindenberg KORREPETITORIN Sarang Choi ASSISTENZ LEITUNG KINDEROPER Isabella Schleger INSPIZIENZ Benedikt Lucks BELEUCHTUNG Patrick Kirsch TON Matthias Lühmann BÜHNENTECHNIK Michael Dirsing › Patrick Kirsch › Mike Wienrich MASKE Ulrike Kroll › Stephanie Michel-T eschke REQUISITE Anna Lowygina ANKLEIDERINNEN Sabine Auberle › Jutta Port FSJ KULTUR Senta Verbeet Die hohe Motivation und die Begeisterung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die ausgeprägte T eamarbeit tragen dazu bei, die Kinderoper auf höchstem musikalischen und künstlerischen Niveau zu präsentieren. Die Mehrheit der Besetzung der neu gegründeten Abteilung Kinderoper hat eine grundsolide Ausbildung, jahrelange Erfahrung im Opernbe - reich und große Freude daran, ihr eigenes Wissen und Können an die jungen Kolleginnen und Kollegen vorbehaltlos weiterzugeben. Selbstverständlich sind auch weiterhin alle Gewerke der Oper Köln an der Herstellung und Betreuung der Produktionen in der Kinderoper beteiligt. Mit Hilfe der Förderung zur Profilbildung des Landes NRW konnten das notwendige Jahres- budget und die Personalstellen für zwei Spielzeiten (2020.21 und 2021.22) geschaffen werden, und es besteht die Möglichkeit der Verstetigung der Fördermittel ab der Spielzeit 2022.23. ENSEMBLE KINDEROPER DAMEN Ye Eun Choi › Ana Fernández Guerra › Rebecca Murphy › Maike Raschke › Luzia Tietze › Lotte Verstaen HERREN Sung Jun Cho › Stefan Hadžic´ 19OPER KÖLN Die Kinderoper Köln kann mit Hilfe der Förderung des Landes NRW das folgende Programm verwirklichen: »Der Ring des Nibelungen« wird mit der »Götterdämmerung« in der Spielzeit 2020.21 komplettiert und soll in der Folge als gesamter »Ring des Nibelungen«-Zyklus sowohl im StaatenHaus als auch am Offenbachplatz gespielt werden. Ebenso ist ein Gastspiel auf Einladung des Opernhauses Daegu in Südkorea mit dem gesamten »Ring« geplant. Die gesellschaftliche Relevanz der zukünftigen Produktionen durch Themenwahl und Arbeitsweise wird ausgebaut; die Weiterentwicklung des Genres »Kinderoper« wird durch die Vergabe von Auftragswerken gesichert. Die Kinderoper Köln setzt durch die hohe künstlerische Qualität und durch neue Musiktheaterwerke (Auftragswerke und Uraufführungen) sowie durch die Nachhaltigkeit der Arbeit wichtige Impulse für Köln. Die Kinderoper Köln produziert keine »pädagogisch wertvolle« Opernproduktionen, sondern nimmt die Kinder und Jugendlichen als Publikum ernst . Auch bleiben die niedrigschwelligen Eintrittspreise für Kinder und Schulgruppen erhalten, um allen sozialen Schichten den Zugang zu Oper und Kultur zu ermöglichen. Ein für das Jubiläumsjahr 2021 geplante Opernprojekt verdeutlicht die soziale Rele - vanz unserer Themenwahl sowie die Fortführung des partizipativen Ansatzes: In der Spielzeit 2021.22 wird die Kinderoper »Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor« nach dem Kinderbuch von Martin Baltscheit zur Uraufführung kommen. Im Libretto von Martin Baltscheit nach seinem Buch geht es um einen Fuchs, der im Laufe der Handlung an Demenz erkrankt und nach und nach seine Fähigkeiten als Fuchs und seine Jagd- und Überlebensinstinkte verliert. Dieses Libretto wurde nun als Kompositionsauftrag an den Dresdner Komponisten Johannes Wulff-Woesten vergeben. Die Rollen der Jungen Füchse, die den Alten Fuchs begleiten, seine zuneh - mende geistige Verwirrung spiegeln und darauf reagieren, werden von Kindern ge - sungen. In dieser Uraufführung stehen also Kinder mit professionellen SängerInnen und Orchestermusikerlnnen gemeinsam auf der Bühne und spielen für Kinder, Er - wachsene sowie BesucherInnen mit Demenzerkrankung. Wir verstehen dieses Auftragswerk als Modellprojekt für das Selbstverständnis der Kinderoper Köln: Partizipation und höchste künstlerische Qualität sowie die Ausein - andersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen setzen Impulse für das Musik - theater der Zukunft und die Rolle von Kultur im Leben der Kinder und Jugendlichen. Die Aufführungen der mobilen Produktionen der Kinderoper in Kindergärten und Kitas werden fortgeführt. Die Erfahrungen der bisherigen Kita-Besuche fließen direkt in die Stückentwicklung mit ein. Eine neue, »noch mobilere« Produktion ist bereits in der Entwicklung. Die erfolgreich gestarteten Kooperationen , die die Kinderoper Köln in besonderer Weise mit der Stadt Köln verbindet, werden fortgeführt: die Kooperation mit UNICEF, mit dem Jungen Literaturhaus Köln sowie der Rheinischen Musikschule. 20OPER KÖLN MUSIKTHEATERPÄDAGOGISCHE PROJEKTE ZU DEN PRODUKTIONEN DER KINDEROPER KÖLN Vermittlungsarbeit der Kinderoper mit der Abteilung Theater und Schule Im Rahmen der Förderung »Neue Wege« konnte für die Kinderoper eine eigene Theaterpä- dagogik-Stelle geschaffen werden. Dadurch können die Kinderoper und die Abteilung Theater und Schule in der Spielzeit 2020.21 vielfältige bereits bewährte Formate ausbauen sowie intensiver betreuen und neue produktionsbegleitende Formate zu »Pünktchen und Anton« sowie zur »Götterdämmerung« entwickeln. Ziel ist es, die Inhalte der Produktionen an unterschiedliche Zielgruppen zu vermitteln, insbesondere an SchülerInnen und Familien, sowie im Bereich »Oper für Jung und Alt« an SeniorInnen. Im Sinne einer »Oper für alle« zielen die Angebote darauf ab, die Produktionen in den Stadtraum hinein zu vermitteln und langfristig Angebote in der ganzen Stadt zu machen. Insbesondere auch digitale Wege der Vermittlung wurden bei der Entwicklung der Konzepte in den Blick genommen. Neue Formate in der V ermittlungsarbeit der Kinderoper, die mit der »Neue W ege«-Förderung bisher auf den W eg gebracht wurden, sind: PROJEKT »EXTRAKLASSE« MIT EINFÜHRUNGSPODCAST In dem Format »ExtraKlasse« erhält jeweils eine Klasse die Möglichkeit, die Entwicklung einer neuen Inszenierung der Kinderoper Köln hautnah mitzuerleben. In mehreren Work - 21OPER KÖLN shops tauchen die SchülerInnen vertieft in die Handlung und die Themen der Kinderoper ein. In Probenbesuchen und einem KünstlerIn - nengespräch lernen sie MitarbeiterInnen und SängerInnen kennen und können sogar einen Blick hinter die Kulissen des StaatenHauses oder in die Werkstätten werfen. In einem Kreativprojekt geht die ExtraKlasse dann künstlerisch mit dem Erfahrenen und Er - lebten um. Abschluss des Projektes bildet der gemeinsame Vorstellungsbesuch. Ein Nach - gespräch mit den MusiktheaterpädagogInnen rundet das Projekt ab. Dieses Projekt wird derzeit in Zusammenarbeit mit einer 6. Klasse einer Gesamtschule aus dem rechtrheinischen Köln durchgeführt. Als Kreativprojekt der Klasse entsteht ein Podcast zur Einführung in die Ge - schichte von »Pünktchen und Anton«. In Kleingruppen erarbeiten die SchülerInnen dafür Konzepte für ihre jeweilige Folge, in der sie sich mit einem Abschnitt der Geschichte, einem / einer der beteiligten KünstlerInnen und einem zentralen Thema der Kinderoper auseinanderset - zen und eine eigene Haltung dazu entwickeln. Der Podcast soll vor der Premiere online gestellt und somit Familien und weiteren Schulklassen als Einführung zur Vorbereitung auf den Vorstel - lungsbesuch zur Verfügung gestellt werden. Die SchülerInnen der »ExtraKlasse« werden so zu ExpertInnen der Kinderoper und führen »peer-to-peer« in die Inszenierung der Kinderoper ein. »PÜNKTCHEN-PARCOURS« Für Schulklassen entsteht produktionsbegleitend ein »Pünktchen-Parcours«, eine digitale Rallye durch die Stadt Köln. Diese wird über die kostenlose App »Biparcours« und ergänzend in einer analogen Version als Download für einen eigenen Ausdruck zur Verfügung gestellt und kann individuell von Schulklassen durchgeführt werden. Der »Pünktchen-Parcours« führt von der Domplatte, über die Hohenzollernbrücke an der Oper Köln vorbei bis in den Rheinpark. Kinder und Jugendliche können sich dabei interaktiv mit dem Genre Musikthe - ater und den Themen der Kinderoper »Pünktchen und Anton« auseinandersetzen und mit ihrer eigenen Lebenswelt verknüpfen. Ob Tangotanzen wie »Fräulein Andacht und Robert, der T eufel«, pantomimisch Suppe essen wie »Familie Pogge« oder Freunde und Detektive sein wie »Pünktchen und Anton«: In multimedialen Kreativaufgaben können SchülerInnen einen aufregenden Spaziergang an der frischen Luft erleben, der ihnen spielerisch die Geschichte rund um die Kinderoper »Pünktchen und Anton« näherbringt. Durch dieses Format können deutlich mehr SchülerInnen an einem Vermittlungsangebot teilnehmen, da dies zu individu- ellen Zeiten flexibel von LehrerInnen durchgeführt werden kann. Eine ausgewählte Grundschulklasse testet den »Pünktchen-Parcours« vorab, auf diese Art werden unmittelbar Ideen und Verbesserungsvorschläge von der Zielgruppe selbst bei der Konzeption mit berücksichtigt. Diese Klasse bekommt zusätzlich einen Einführungswork - shop zu »Pünktchen und Anton« und besucht als Bonus anschließend die Generalprobe, um in einem Nachgespräch ein Feedback zur Inszenierung aus Sicht der SchülerInnen zu geben. 22OPER KÖLN NACHGEFRAGT DIGITAL Schulklassen sind eingeladen, nach dem Vorstellungsbesuch ihre Eindrücke zu schildern und Fragen zum Stück zu besprechen. Dies kann vor Ort geschehen oder digital in einer Video - konferenz mit der MusiktheaterpädagogIn der Kinderoper. Dieses neue Format ermöglicht eine vertiefte Nachbereitung des erlebten Opernbesuchs und kann auf diesem Weg mögliche Fragen und Unsicherheiten in Bezug auf einen nächsten Opernbesuch auffangen. Bewährte V ermittlungsformate der Kinderoper, die mit der »Neue W ege«-Förderung ausgebaut und in der personellen Betreuung intensiviert werden können, sind: EINFÜHRUNGSWORKSHOPS Für Schulklassen, die eine Vorstellung der Kinderoper besuchen, werden szenisch-musika - lische Einführungsworkshops angeboten. Diese 60- bis 90-minütigen Workshops finden vor dem Vorstellungsbesuch statt und führen die SchülerInnnen in die Geschichte, die Figuren, die Musik und die Themen der Inszenierung ein: bei »Pünktchen und Anton« sind dies zum Beispiel Themen wie Freundschaft und Familie, oder auch Armut und Erpressung, die mit den SchülerInnen spielerisch erarbeitet werden. MATERIALMAPPE Zu den Inszenierungen der Kinderoper entstehen umfangreiche Materialien mit Informa - tionen für LehrerInnen rund um die Stücke, die Inszenierung an der Kinderoper Köln und Workshopmaterialien für die eigene theaterpraktische Arbeit im Unterricht. Kreative Arbeit - sblätter zum Basteln, Malen und Kreativen Schreiben für SchülerInnen und interessierte Familien mit Kindern ergänzen die abwechslungsreiche Materialsammlung. 23OPER KÖLN COMICWETTBEWERB ZUR »GÖTTERDÄMMERUNG« Der beliebte Comicwettbewerb zu den Produktionen der Kinderoper geht in dieser Spielzeit in die siebte Runde. Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 20 Jahren haben dieses Mal die Aufgabe die Handlung der »Götterdämmerung« von Richard Wagner in einem Comic zu zeichnen. Der Gewinner-Comic wird als Programmheft gedruckt und auf der Homepage der Oper Köln präsentiert, sodass die Handlung für andere junge ZuschauerInnen anschaulich wird. Die schönsten Arbeiten werden zudem ab der Premiere der »Götterdämmerung« in der Kinderoper Köln im StaatenHaus ausgestellt. 24OPER KÖLN OPER KÖLN Intendantin Dr. Birgit Meyer BILDNACHWEISE Paul Leclaire: »Die Kluge«, »Oper für Jung und Alt«, »Pollicino«, »Pin Kaiser und Fip Husar«, »Die Heinzelmännchen zu Köln«, »Der T eufel mit den drei goldenen Haaren«, »Die Zauberflöte«, »Zwischen den Seiten«, »Das Rheingold«, »Die Walküre«, »Siegfried«, »Kästchentheater«, Musiktheaterpädagogische Projekte, Unicef T eresa Rothwangl: Titelbild Sven Schmitz: »Irgendwie anders« im Waldkindergarten Matthias Jung: »Hoffmanns Erzählungen« Michael Dirsing: »R(h)einhören!« mit Ralph Caspers Alice Roch: Comicwettbewerb November 2020 \\ OPER / \ KÖLN KINDER UNTERSTÜTZT DURCH
Anlage 3 Auszug aus der Sitzung des Finanzausschusses vom 15.03.2021
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Geschäftsführung Finanzausschuss Herr Müller (20) Telefon: (0221) 221-24649 Fax : (0221) 221-23902 E-Mail: Michael.Mueller6@stadt-koeln.de Datum: 16.03.2021 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Sitzung des Finanzausschusses vom 15.03.2021 öffentlich 10.13 Kinderoper Köln – Förderung durch das Programm „Neue Wege“ des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein- Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRWKULTURsekretariat 0062/2021 Gemeinsamer Änderungsantrag der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen, der CDU-Fraktion und der Fraktion Volt AN/0569/2021 Beschluss über den Änderungsantrag: Der vorliegende Beschluss wird wie folgt geändert: Ziffer 4: Der Eintrittspreis für erwachsene Besucher der Kinderoper wird von 12,50 € auf 20,00 € angepasst. Hiervon ausgenommen ist die Begleitperson minderjähriger Kinder, diese zahlt weiterhin den Eintrittspreis von 12,50 €. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt Geänderter Beschluss: Der Finanzausschuss empfiehlt dem Rat wie folgt geändert zu beschließen: 1. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass die zusätzlich durch die Bühnen aquirierte Förderung der Kinderoper Köln aus dem Projekt „Neue Wege“ des Ministeri- ums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen aufgeteilt auf zwei Spielzeiten (2020/21 und 2021/22) insgesamt 1.241,4 T€ beträgt. Ei- ne Veränderung des geplanten Jahresergebnisses der Oper ist durch die För- derung nicht zu erwarten. Es ergeben sich keine Auswirkungen auf den Ge- samthaushalt der Stadt Köln. 2. Der stadtkölnische Beitrag für das interkommunale und vom Land NRW mitfi- nanzierte Projekt „Kinderoper Neue Wege“, wird auf 550,5 T€ für die Spielzeit 2020/21 und auf 557,9 T€ für die Spielzeit 2021/22 festgesetzt. Zur Finanzierung dieses Beitrags wird ein Teil des im Wirtschaftsplan der Bühnen Köln vorgesehenen Betriebskostenzuschussanteils der Oper in Höhe von rund 550,5 T€ für die Spielzeit 2020/21 und rund 557,9 T€ für die Spielzeit 2021/22 umgewidmet. Die Bereitstellung der Mittel erfolgt damit im Rahmen des bereits beschlossenen Wirtschaftsplans bzw. der Mittelfristplanung. 3. Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass aufgrund der tatsächlich genehmigten För- dermittel und der entsprechend anzupassenden künstlerischen Planung die im Erfolgsplan des Wirtschaftsplans der Bühnen Köln für die Spielzeit 2020/21 angesetzten Gesamtbeträge sowohl der geplanten Erträge als auch der ge- planten Aufwendungen überschritten werden. 4. Der Eintrittspreis für erwachsene Besucher der Kinderoper wird von 12,50 € auf 20,00 € angepasst. Hiervon ausgenommen ist die Begleitper- son minderjähriger Kinder, diese zahlt weiterhin den Eintrittspreis von 12,50 €. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt
Anlage 2 Förderantrag
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Anlage zu 5.1 Antrag für die Förderung „Neue Wege“ des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen für die Schaffung einer eigenen Abteilung Kinderoper Köln innerhalb der Oper Köln mit eigenem Budget und eigenem Personal vorgelegt durch Oper Köln Dr. Birgit Meyer (Intendantin) Offenbachplatz 50667 Köln Kinder sind in der Oper Köln nicht das Publikum von morgen, sondern von heute! - Höchstes künstlerisches Niveau fördern Darlegung zur Notwendigkeit der Förderung zur Profilbildung Die Kinderoper Köln wurde 1996 als Teil der Oper Köln gegründet und seitdem kontinuierlich weiter entwickelt und ausgebaut. Zunächst im Yakultzelt im Foyer der Oper Köln am Offenbachplatz beheimatet, übersiedelte sie in den ersten Jahren des Interims ins Alte Pfandhaus (ca. 130 Plätze), seit nunmehr vier Jahren hat die Kinderoper im Saal 3 der Oper Köln im StaatenHaus eine eigene Spielstätte (mit 200 Plätzen). Im Zuge der Renovierung der Bühnen Köln wird die Kinderoper Köln eine eigene Spielstätte - ebenfalls mit rund 200 Plätzen - erhalten. In den nun 23 Jahren ihres Bestehens hat sich die Kinderoper als - stetig wachsendes - Erfolgsmodell erwiesen, an dem das Internationale Opernstudio der Oper Köln, Solistinnen der Oper Köln, Musikerlnnen des Gürzenich-Orchesters Köln, Gäste und alle Gewerke und Abteilungen der Oper Köln Anteil haben. Die hohe musikalische und szenische Qualität wird bisher durch die hohe intrinsische Motivation aller Beteiligten ermöglicht. Von den Anfängen der Kinderoper bis heute ist das Angebot der Kinderoper Köln ständig erweitert worden: Die Vorstellungsanzahl wurde für eine größere Zuschauerkapazität ebenso erhöht wie das Angebot an Veranstaltungen und das begleitende Angebot der Abteilung Theater und Schule. Die steigenden Auslastungszahlen und die Inanspruchnahme der Angebote von Theater und Schule zeigen, dass der Bedarf an professionellen Darbietungen der Kinderoper Köln groß ist und die Bedeutung der Kinderoper Köln weiter steigt. Dies bedeutet für die Oper Köln, aus deren Budget die Kinderoper finanziert wird, auch in Zukunft einen erhöhten Personalbedarf und höhere Produktionskosten, ohne die der erfolgreiche Spielbetrieb der Kinderoper nicht aufrecht erhalten und vor allem nicht weiterentwickelt werden kann. Um die Zukunftsfähigkeit der Kinderoper zu konsolidieren und weiterentwickeln zu können, bedarf es der Förderung zur Profilbildung des Landes NRW, die mittelfristig zur Etablierung einer eigenen Abteilung mit einem eigenen Budget führt. Kraft und Sinnlichkeit eines Opern-Live-Erlebnisses Das Profil der Kinderoper Köln Oper bedeutet nicht, eine Aufnahme auf CD zu hören, sondern sie hat - auf die Bühne gebracht - unmittelbare Kraft und die Sinnlichkeit eines Live-Erlebnisses. In der Kinderoper Köln bilden nicht Einführungen, Belehrungen oder „pädagogische, kindgerechte Inszenierungen", in denen die Lebenswirklichkeit der Kinder als entscheidendes Moment in die Produktion eingehen, sondern große Originalwerke der Operngeschichte den Schwerpunkt. Bei der Auswahl der Stücke und deren Fassung für die Kinderoper wird besonderer Wert auf Länge, Sujet und die Transparenz und Verständlichkeit der Handlung gelegt. Eine Vielfalt von Motiven aus Märchen, Mythen und Sagen werden auf die Bühne gebracht, auch zeitgenössische Geschichten werden erzählt. Um der Aufmerksamkeitsspanne der Kinder gerecht zu werden, werden Werke der Opernliteratur zwar gekürzt, aber die Intention wird beibehalten. Oper für Kinder zu machen bedeutet nicht, Inhalte zu verharmlosen, zu verniedlichen oder gar zu negieren. Ein besonderer Schwerpunkt bei der Erstellung der Fassungen für die Kinderoper liegt darauf, die komplexen Geschichten und Figuren in eine für unerfahrene Zuhörerlnnen/Zuschauerlnnen fassliche Form zu bringen. Die Orchesterbesetzung wird 1 verkleinert auf Kammeropernbesetzungen von 15-18 Instrumentalistinnen. Um dennoch einen authentischen Klang zu erhalten, werden im Bedarfsfall eigens Arrangeure engagiert. Oper und Musiktheater werden so auf höchstem szenischen und musikalischen Niveau einem jungen Publikum dargeboten. Das Angebot erstreckt sich dabei von Werken der Operngeschichte in kompakter Form über Auftragswerke, Tanz für Kinder und mobilen Produktionen für Kindergärten und Kitas. Erreicht wird damit ein Publikum ab drei Jahren. Doch das Publikum der Kinderoper Köln setzt sich nicht nur aus den Jüngsten oder Schulklassen zusammen. Die Vorstellungen werden seit einigen Jahren auch von Menschen aller Altersgruppen gerne besucht. Bekannte Opern in kürzerer Spieldauer, die generationenübergreifende Gemeinschaft im Zuschauerraum, der direkte Kontakt von jungen und alten Menschen ist auch für eine ältere Besucherschicht attraktiv - nicht nur im Rahmen des Projektes „Oper für Jung und Alt“, das Menschen mit Demenz den Besuch in regulären Kinderopern-Vorstellungen ermöglicht (siehe unten). Erreicht werden somit Operneinsteigerinnen und Opernliebhaberinnen jeden Alters. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Empathie, die das junge und ältere Publikum in doppelter Hinsicht erlebt: Empathie für die singenden und handelnden Figuren auf der Bühne, Empathie für den Besucher oder Besucherin, der/die unmittelbar neben einem sitzt und möglicherweise bedeutend älter und jünger als man selbst ist. Die Oper Köln im StaatenHaus ist als ein offenes Haus bekannt, das ein breites Angebot für Kinder und Jugendliche zu einem erschwinglichen Eintrittspreis anbietet und dadurch ermöglicht, Schwellenängste abzubauen. Die Kinderoper Köln wirkt mit verschiedensten Projekten in die Stadt hinein, zu denen u. a. folgende gehören: Gelebte Inklusion sowie Partizipation von Kindern und Jugendlichen • Die mobile Oper „Irgendwie Anders“ thematisiert Anderssein und Ausgrenzung; die eben falls mobile Oper „Pin Kaiser und Fip Husar“ thematisiert Freundschaft zwischen ver schiedenen Kulturen und Umweltverschmutzung. Spielorte sind Förderschulen und inklu sive Kitas in und um Köln. • Zu Strawinskys „Die Nachtigall“ wurde 2019.20 erstmals ein Projekt mit Gehörlosen ver wirklicht. • Der barrierefreie Zugang zum Spielort der Kinderoper im StaatenHaus ist selbstverständ lich. « Hans Werner Henzes „Pollicino“ wurde in Kooperation mit rund 100 Schülerinnen des Humboldt-Gymnasiums Köln und der Rheinischen Musikschule auf die Bühne gebracht. • Das Auftragswerk „Lollo“ (in Kooperation mit dem ZOOM Kindermuseum Wien) war da rauf ausgelegt, dass sich Vorschulkindern sowohl musikalisch als auch szenisch an der Umsetzung beteiligen. 2 8 Jung und Alt werden zusammen gebracht: Das Konzept von „Oper für Jung und Alt“ wird ständig weiterentwickelt. Die Oper Köln veranstaltete zum Thema „Oper und Demenz“ 2019 ein Symposium in hochkarätiger Besetzung. Eingeladen waren bundesweit Mitar beiterinnen von (Musik-)Theatern, Musikpädagoglnnen und Leiterinnen des Sozialen Dienstes. Während dem Symposium wurde eine Vorstellung in der Kinderoper Köln »Die Zauberflöte für Kinder« zusammen mit Kindern und Menschen mit Demenz besucht. Die musikalische und theaterpädagogische Arbeit mit Menschen mit Demenz konnte in meh reren Workshops praktisch erfahren werden. Die Projekterfahrungen der Oper Köln wer den an andere Opernhäuser weitergegeben, sodass auch dort die Demenzarbeit einge führt oder intensiviert wird. Institutionen des Sozialen Dienstes erhielten im Symposium Anregungen, ein »Oper und Demenz«-Projekt zusammen mit dem nächstgelegenen Opernhaus auch in ihrer Einrichtung durchzuführen. Mit dem Symposium leistete die Oper einen wesentlichen Beitrag zur Inklusion von Demenzerkrankten, indem eigene Projekterfahrungen an andere Kulturschaffende weitergegeben wurden. Auszeichnungen Rudi A ssauer Preis U N IC EF-Pate Köln OPER! Award: Bestes Education-Program m • Das Projekt „Oper für Jung und Alt“ wurde im Dezember 2017 mit dem Rudi Assauer Preis ausgezeichnet, dem bedeutendsten Preis für ein Demenzprojekt in Deutschland. 8 Im November 2018 wurde der Kinderoper Köln, als erster Institution in NRW, der Titel UNICEF-Pate Köln durch UNICEF verliehen. Damit startete eine Kooperation zwischen der Kinderoper Köln und UNICEF mit dem Ziel, Aufmerksamkeit für die Kinderrechte zu schaffen und in Köln gemeinsame Aktionen für Kinder zu entwickeln. Die umfangreiche kulturelle und theaterpädagogische Arbeit der Kinderoper Köln, der ältesten Kinderoper Europas, spielt im Rahmen der Partnerschaft eine zentrale Rolle. Anne Lütkes, Deutsches Komitee für UNICEF anlässlich der Verleihung der Patenschaft: „Jungen Menschen die Welt der Musik und der Oper, den Stellenwert von Kunst und Kreativität näherzubringen, ist eine wundervolle Aufgabe. Bei der UNICEF-Arbeit für Kinder in Not zeigt sich immer wieder, dass Musik und kreative Angebote für Kinder gerade in schwierigen Situationen eine große Hilfe sein können. “ 8 Für ihr gesellschaftliches Engagement, ihre Breitenwirkung in die Stadt hinein und die enge Verknüpfung mit Theater und Schule wurde die Oper Köln, Kinderoper Köln 2019 mit dem OPER! AWARD für das Beste Education Programm - mit folgender Jury- Begründung - ausgezeichnet: Seit 1996 gehört die Kinderoper zur Oper Köln. Sie hat einen eigenen Spielplan für unterschiedliche Altersgruppen von jungem Publikum und eine eigene Bühne. Ob die gelungene Kinderfassung von „Hoffmanns Erzählungen“ oder Wagners „Ring des Nibelungen“ - so mancher Operngänger beneidet die Jungen um die intelligenten Produktionen der Kinderoper Köln. Außerdem bietet das Education Programm vielfältige, genau zugeschnittene theaterpädagogische Angebote für Kitas und Schulen und lädt unter dem Motto „Oper für Jung und Alt“ auch Menschen mit Demenz ein. Ein außergewöhnliches, höchst bewundernswertes gesellschaftliches Engagement! Der Spielplan der Kinderoper Köln Vom Barock zur Zeitgenössischen Musik Stilistische Vielfalt und thematische Relevanz sind maßgeblich für den Spielplan der Kin deroper Köln. Die Bandbreite geht dabei durch alle Epochen, wobei ein besonderes Augen merk auf Uraufführungen und Auftragswerke zeitgenössischer Komponisfinnen liegt. • Uraufführungen / Auftragswerke: „Die Heinzelmännchen von Köln“ von Ingfried Hoffmann, „Irgendwie Anders“ von Ralf Gscheidle, „Pin Kaiser und Fip Husar“ von Frank Engel, „Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“ von Johannes Wulff- Woesten (in Planung) • Zeitgenössische Opern für Kinder und Jugendliche: „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ von Stefan Johannes Hanke • Kammeropern oder Opern der Moderne in einer Inszenierung für Kinder: „Die Kluge“ von Carl Orff, „Die Nachtigall“ von Igor Strawinsky • Werke der Operngeschichte in >kompakter< Fassung: „Der Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner, „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart, „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach, „König Arthur“ von Henry Purcell u. a. • Tanzproduktionen: Uraufführungen „Zwischen den Seiten“ und „ToyBox“, beide von Johnny Lloyd/Sven Kacirek ® mobile Produktionen für Gastspiele in Kitas - die Kinderoper geht in die Stadt hinein: „Irgendwie Anders“ von Ralf Gscheidle, „Pin Kaiser und Fip Husar“ von Frank Engel ® partizipative Produktionen und Formate:„Pollicino“ von Hans Werner Henze, „Lollo“ von Elisabeth Naske, „Advent in der Oper“, Schattentheater, digitales Programmheft ® „R(h)einhören!“ - Literatur und Musik für Kinder (in Zusammenarbeit mit dem Jungen Literaturhaus Köln) Eine detaillierte Auflistung der Kinderoper-Produktionen der letzten Jahre finden Sie im An hang. 4 Ausführliche Beschreibung zweier ausgewählter Projekte Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen für Kinder“ Seit der Spielzeit 2017.18 wird jedes Jahr ein Teil der Tetralogie in einer >kompakten< Fassung auf die Bühne gebracht - dies ist weltweit der erste „R ing“-Zyklus in vier Teilen für Kinder! Die Fassungen erstellen Rainer Mühlbach (Leiter des Internationalen Opernstudios der Oper Köln) und Brigitta Gillessen (Leiterin der Kinderoper und Regisseurin des „Ring“). Für das Verständnis wichtige Passagen werden fallweise in wenigen, kurzen Dialogen ausgeführt. Für die Orchester-Arrangements konnte der Komponist Prof. Stefan Behrisch gewonnen werden. Die gekürzte Fassung bedeutet daher keineswegs, dass eine „Lighf-Fassung mit „weniger Noten“ oder „einfacherem Gesang“ geboten wird. Sowohl die Größe des musikalischen Gestus als auch die Komplexität der Figuren und der Handlung werden in der Bearbeitung bewahrt. Eine weitere Herausforderung für die Konzeption und die Ausstattung (Christof Cremer) ist, dass der „Ring“-Zyklus zunächst im StaatenHaus gezeigt und anschließend in die neue Kinderoper am Offenbachplatz übernommen wird. Die Rollen singen Mitglieder des Internationalen Opernstudios der Oper Köln, Solistinnen der Oper Köln sowie Gäste. Die Inszenierung des „Ring des Nibelungen für Kinder“ schafft in einem Grundraum, der für jede der vier Opern weiter entwickelt wird, eindrucksvolle Bilder und archetypische Figuren, die auf die mythologische Herkunft der Handlung verweisen, aber auch ihre bemerkenswerte Aktualität hervorheben: die Bedrohung einer ursprünglich intakten Naturlandschaft durch die Habgier und Ausbeutung der natürlichen Ressourcen. Das Orchesterarrangement von Stefan Behrisch schreibt Wagners Orchesterbesetzung auf 18 Instrumentalistinnen um, ohne den typischen „Wagner-Klang“ zu verlieren. Dem kommt die außergewöhnliche Qualität von Stefan Behrischs Arbeit zugute, der als Komponist und Arrangeur international tätig ist und mit dem Los Angeles Philharmonie Orchestra sowie mit dem Filmkomponisten Hans Zimmer zusammen arbeitet. Insbesondere Opem-Einsteigerlnnen, die neugierig auf Wagners Werk sind, besuchen seit 2017 die Vorstellungen des „Ring des Nibelungen für Kinder“ und erfahren erstmalig Dynamik und Kraft von Wagners Musik. „Oper für Jung und Alt“: Oper für Menschen mit Demenz Viele praktische Projekte und die Forschung der letzten Jahre zeigen deutlich, dass Musik einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität von Menschen mit Demenz hat. Und es zeigt sich, dass Begegnungen mit Kindern aktivierend auf sie wirken. Musik und Kinder also - aber genau das ist es, was die Kölner Kinderoper wesentlich ausmacht. So entstand vor fünf Jahren die Idee, Menschen mit Demenz den Besuch der Kinderoper zu ermöglichen. Es wurden von Anfang an keine Veranstaltungen speziell für Menschen mit Demenz konzipiert, sondern vielmehr wird durch den Besuch regulärer Vorstellungen der Kinderoper Inklusion und kulturelle Teilhabe auch für demenziell Erkrankte verwirklicht. Ein Zugang zu Opernvorstellungen findet im normalen und gewohnten Ambiente eines Opernhauses statt. 5 Es gibt eine Fülle von formalen Faktoren, die ein solches Projekt begünstigen, hier nur eine Auswahl: • Für Menschen mit Demenz eignet es sich besonders, dass die Vorstellungen vorwiegend am Vormittag oder am Nachmittag stattfinden. Die physische und psychische Belastbar keit ist in dieser Zeit am höchsten, außerdem lassen sich frühe Termine gut in den Ta gesablauf von Pflegeeinrichtungen integrieren. Oder man kann nach der Vorstellung noch einen Kaffee trinken gehen, e Eine Aufführungsdauer von etwa einer Stunde ist optimal, es lässt sich aber feststellen, dass auch Opern von längerer Dauer aufmerksam verfolgt werden. 9 Die Kölner Kinderoper hat 200 Plätze, die Besucherinnen erleben eine Aufführung in un mittelbarer Nähe zu Musikerlnnen und Sängerinnen und kommen in Kontakt mit ihnen. Der Opernbesuch wird so, gemeinsam mit dem jungen Publikum, zu einem generationen- übergreifenden und -verbindenden Erlebnis. 9 Kindervorstellungen folgen eigenen Gesetzmäßigkeiten. In Momenten großer Spannung stehen plötzlich alle auf. Rhetorische Fragen werden nicht als solche verstanden, son dern man meldet sich, um die Frage zu beantworten. Sind viele Darstellerinnen auf der Bühne, beschließen Kinder manchmal, sich nicht mit einer passiven Rolle zufrieden zu geben sondern aktiv ins Geschehen einzugreifen. Das Geschehen wird kommentiert. Es gibt Gelegenheiten zum Mitsingen. Und wie so ein Federkostüm in Strawinskys „Die Nachtigall“ gemacht ist, kriegt man am besten raus, wenn man es anfasst. Vielleicht kann man ja sogar so eine Feder als Souvenir mitnehmen... Das gesamte Ensemble ist also auf Publikumsreaktionen eingestellt. Die Angst von vielen Angehörigen, der von ihnen betreute Mensch mit Demenz könne das in Opernvorstellungen erwünschte soziale Ver halten vernachlässigen, ist also nicht von Bedeutung. Und im Übrigen in fast allen Fällen unbegründet. Das Projekt ist sehr erfolgreicher und fester Bestandteil der Kinderoper Köln. Konnten zu Beginn nur vier Termine pro Spielzeit angeboten werden, so sind es inzwischen mehr als zwanzig, und alle werden wahrgenommen. Das Angebot wird sowohl von Angehörigen, die einen Menschen mit Demenz zu Hause betreuen, als auch von Einrichtungen wahrgenommen. Die Bedürfnisse und Ressourcen der Zielgruppe erfordern bestimmte Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Durchführung, die aber sind inzwischen vielfach erprobt. In der Spielzeit 2015.16 wurde dazu im Rahmen einer Masterarbeit eine empirische Studie durchgeführt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Gelingensbedingungen sind zusammengefasst und werden Privatpersonen und Institutionen, die mit demenziell Erkrankten arbeiten, schriftlich zur Verfügung gestellt. Es gibt inszenierungsbezogenes Material, beispielsweise mit einer bebilderten oder schriftlichen Nacherzählung der Geschichte, Komponistlnnenportraits, Notenbeispielen ausgewählter Arien zum Mitsingen usw., das angefordert werden kann und mit dessen Hilfe die Besucherinnen sich schon im Vorfeld mit dem Operninhalt und der Musik beschäftigen können. Unmittelbar vor der Vorstellung können sowohl Darstellerinnen der Inszenierung in ihre Rolle einführen, als auch Gegenstände wie z.B. Requisiten und Kostümteile gezeigt werden. Das erhöht den Wiedererkennungseffekt in der Vorstellung. In den Einrichtungen kann der Opernbesuch einige Tage nach der Vorstellung in einem musiktheater-praktischen Workshop nachbereitet werden. Im Mittelpunkt der ersten Workshops stand zunächst die musikalische Nachbereitung: leicht erlernbare Opernausschnitte und andere bekannte Lieder, die thematisch mit dem Operninhalt verknüpft sind, wurden gesungen. Inzwischen hat sich die kleine Spielform „Kästchentheater“ als gute Form der theaterpraktischen Nachbereitung erwiesen. Die Handlung des besuchten Stücks wird erzählt und von den demenziell Erkrankten mit den zu kleinen Puppen umgestalteten Kostümfigurinen im Kästchentheater nachgespielt. Musikalische Ausschnitte aus der Oper werden dazu eingespielt oder mit den Teilnehmern gesungen. Dass sich sowohl der Mensch mit Demenz als auch die Angehörigen oder Begleiterinnen wohlfühlen, zeigt das Beispiel einer Frau, die mit ihrer an Demenz erkrankten Mutter häufig Vorstellungen besucht. Sie berichtete, dass nicht nur ihrer Mutter, sondern auch ihr selbst die Vorstellungen großen Spaß machten. Habe sie bei anderen Veranstaltungen oft das Gefühl, sie sei die Betreuerin und ihre Mutter die Kranke, so seien Besuche in der Kinderoper von einer ganz alten, sehr angenehmen Tradition geprägt: Mutter und Tochter gehen zusammen in die Oper. Und das ist doch sehr schön. Das Projekt »Oper für Jung und Alt« wurde im Dezember 2017 mit dem Rudi Assauer Preis ausgezeichnet. Die Zukunft der Kinderoper Köln Um die Kinderoper Köln in seiner jetzigen Form zu konsolidieren und weiterentwickeln zu können, muss sie als Abteilung der Oper Köln mit eigenem Budget und Personal ausgestattet werden. Der jetzige Spielort Saal 3 im StaatenHaus entspricht - bezogen auf Größe, Zuschauerkapazität und Personalbedarf - der (zukünftigen) Kinderoper am Offenbachplatz. Bisher ist für die Kinderoper der Oper Köln nur eine eigene Stelle eingerichtet, die Leitung der Kinderoper. Sämtliches übriges Personal wird bisher vom allgemeinen Opernbetrieb gestellt. Nur durch die extrem intrinsische Motivation aller Mitwirkenden konnte das bisherige Niveau der Kinderoper erreicht werden. Mit dem bisherigen Personal und den finanziellen Ressourcen kann der Bedarf der Kinderoper nicht gedeckt werden. Für eine Konsolidierung und Weiterentwicklung der Kinderoper Köln bedarf es eines eigenen Budgets und der Schaffung einer Reihe von neuen Personalstellen. Sowohl für die musikalische Leitung und den szenischen Dienst als auch in den Bereichen Dramaturgie, Vocal Coach/Korrepetition, Ton und Requisite ist ein eigenes Personal für die Kinderoper zwingend erforderlich (siehe beigefügter Finanzplan). Mit Hilfe der Förderung zur Profilbildung des Landes NRW können das notwendige Jahresbudget und die Personalstellen nachhaltig geschaffen werden, so dass die Kinderoper Köln das folgende Programm verwirklichen kann: • „Der Ring des Nibelungen“ wird mit der „Götterdämmerung“ in der Spielzeit 2020.21 kom plettiert und soll in der Folge als gesamter „Ring des Nibelungen“-Zyklus sowohl im StaatenHaus als auch am Offenbachplatz gespielt werden. Ebenso ist ein Gastspiel auf Einladung mit dem gesamten „Ring“ geplant. » Die gesellschaftliche Relevanz der zukünftigen Produktionen durch Themenwahl und Arbeitsweise soll ausgebaut werden; die Weiterentwicklung des Genres „Kinderoper“ soll durch die Vergabe von Auftragswerken gesichert werden. 7 • Die Kinderoper Köln setzt durch die hohe künstlerische Qualität und durch neue Mu siktheaterwerke (Auftragswerke und Uraufführungen) sowie durch die Nachhaltig keit der Arbeit wichtige Impulse für die größte Stadt NRWs. Dies auch weiterhin gewähr leisten zu können, ist eines der Ziele. • Es geht weiterhin nicht darum, „pädagogisch wertvolle“ Opernproduktionen zu machen, sondern die Kinder und Jugendlichen als Publikum ernst zu nehmen. ® Auch sollen die niedrigschweliigen Eintrittspreise erhalten bleiben, um allen sozialen Schichten den Zugang zu Oper und Kultur zu ermöglichen. • Ein zukünftiges Opernprojekt sei exemplarisch herausgestellt, welches die soziale Rele vanz unserer Themenwahl sowie die Fortführung des partizipativen Ansatzes verdeut licht: In der Spielzeit 2021.22 wird die Kinderoper „Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“ nach dem Kinderbuch von Martin Baltscheit zur Uraufführung kommen. Im Libretto von Martin Baltscheit nach seinem Buch geht es um einen Fuchs, der im Laufe der Handlung an Demenz erkrankt und nach und nach seine Fähigkeiten als Fuchs und seine Jagd- und Überlebensinstinkte verliert. Dieses Libretto wird als Kompositionsauftrag an den Dresdner Komponisten Johannes Wulff-Woesten vergeben. Die Rollen der Jungen Füchse, die den Alten Fuchs begleiten, seine zunehmende geistige Verwirrung spiegeln und darauf reagieren, werden von Kindern gesungen. In dieser Uraufführung stehen also Kinder mit professionellen Sängerinnen und Orchestermusikerlnnen gemeinsam auf der Bühne und spielen für Kinder, Erwachsene sowie Besucherinnen mit Demenzerkrankung. Für die Realisation werden wir erneut mit der Rheinischen Musikschule kooperieren (wie bereits in der Produktion „Pollicino“ in der Spielzeit 2018.19). W ir verstehen dieses Auftragswerk als Modellprojekt für das Selbstverständnis der Kinderoper Köln: Partizipation und höchste künstlerische Qualität sowie die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen setzen Impulse für das Musiktheater der Zukunft und die Rolle von Kultur im Leben der Kinder und Jugendlichen. • In den letzten Jahren kamen zahlreiche sehr interessante Kinderopern im deutschspra chigen Raum zur Uraufführung. Eine Reihe von jungen und zeitgenössischen Kompo- nistlnnen sieht die Neukomposition von Kinderopern als eine besondere Herausforde rung, denn: der musikalische Anspruch und die Experimentierfreudigkeit der Libretti ste hen den zeitgenössischen „großen“ Opernuraufführungen in nichts nach. In der kommen den Spielzeit soll eine zeitgenössische Kinderoper an der Kinderoper Köln in einer Neuin szenierung gezeigt werden. Da wir im Moment noch keinen Aufführungsvertrag vorliegen haben, kann der Titel hier noch nicht genannt werden. • Die Zahl der Kinderopern-Aufführungen in Kindergärten und Kitas soll erhöht wer den. Die Gastspieltermine, die wir derzeit anbieten können, sind innerhalb von 1-2 Tagen ausgebucht. Die Nachfrage ist so groß, dass wir mehr Aufführungen anbieten wollen. Hierfür sollen auch in den kommenden Spielzeiten neue mobile Kinderopern als Auftrags werke entwickelt werden. Die Erfahrungen der bisherigen Kita-Besuche fließen direkt in die Stückentwicklung mit ein. 8 ® Um auch die Gesamtanzahl an Vorstellungen der Kinderoper Köln, die in den letzten Jahren eine Auslastung von über 98 % (!) hatten, weiterhin anbieten oder sogar erhöhen zu können, sollen in jeder Spielzeit 2 - 3 Wiederaufnahmen des erprobten Kinderopern- Repertoires gezeigt werden (siehe die Übersicht über die Kinderopern-Produktionen der letzten Jahre im Anhang). • Die erfolgreich gestarteten Kooperationen, die die Kinderoper Köln in besondererWeise mit der Stadt Köln verbindet, sollen fortgeführt werden: die Kooperation mit UNICEF, mit dem Jungen Literaturhaus Köln sowie der Rheinischen Musikschule. 9
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0062/2021
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 24.02.2021
- Erstellt
- 11.01.2021 09:03