2863/2022
„Mixed-Kampagne" zu den Themen „Gewalt an Männern“ und „Aufklärung für Jungen im Bereich Sexualität, Konfliktverhalten, Grenzwahrnehmung"
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Mitteilung Ausschuss
2609 Zeichen
Gez. Prof. Dr. Diemert Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle II/03 Vorlagen-Nummer 05.09.2022 2863/2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 05.09.2022 Ausschuss Schule und Weiterbildung 26.09.2022 Jugendhilfeausschuss 25.10.2022 „Mixed-Kampagne" zu den Themen „Gewalt an Männern„ und „Aufklärung für Jungen im Bereich Sexualität, Konfliktverhalten, Grenzwahrnehmung" In seiner Sitzung am 13. Juni 2022 hat der Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern die Verwaltung beauftragt, in 2022 eine „Mixed-Kampagne“ zu den Themen „Gewalt an Männern“ und „Aufklärung für Jungen im Bereich Sexualität, Konfliktverhalten, Grenzwahrnehmung“ zu organisieren. Die Durchführung kann ggf. ein externes Unternehmen oder ein freier Träger übernehmen (AN/1109/2022). Die Verwaltung wurde zudem beauftragt sicherzustellen, dass die Kampagne eine niedrigschwellige und sozialräumliche Beratungs- und Angebotsstruktur schafft oder Orte aufsucht, wo sich die Ziel- gruppe vermutlich aufhält. Außerdem galt es sicherzustellen, dass die Projektverantwortlichen auf heranwachsende junge Männer aus verschiedenen Umfeldern zugehen und zur Sensibilisierung der Themen „Sexualität“, „Grenzwahrnehmung und -beachtung“ (sowohl eigener als auch denen anderer Menschen) und „Umgang mit Konflikten“ an Schulen im gesamten Stadtgebiet beitragen. Bei der Vergabe an ein externes Unternehmen oder einen freien Träger konnte dem Sozialdienst Ka- tholischer Männer Köln (SKM) ein Alleinstellungsmerkmal bescheinigt werden. Denn neben der fach- lichen Expertise verfügt der SKM als Träger über ein institutionelles Schutzkonzept zur Prävention von Belästigungen und Übergriffen sowie einem Qualitätsmanagementsystem und ist seit 2021 als Gesamtverband nach ISO 9001:2015 und QReha zertifiziert und besitzt die Trägeranerkennung nach AZAV. Damit kann der SKM bereits auf einer fundierten Basis für die vertiefende Kampagnenarbeit aufset- zen. Der SKM legte ein Konzept gemäß des oben genannten Beschlusses zur Mixed Kampagne vor, das alle Qualitätsansprüche entspricht. Die Verwaltung beauftragt den SKM mit der Umsetzung dieses Konzeptes. Die Finanzierung erfolgt über den politischen Veränderungsnachweis. Die Mittel sind zwischenzeitlich im Teilergebnisplan 0111, Sonstige Innere Verwaltung, Teilplanzeile 16, Sonstige ordentliche Aufwendungen verbucht. Das Konzept des SKM ist als Anlage beigefügt. Link auf Beschlussvorlage AN/1109/2022: https://ratsinformation.stadt- koeln.de/getfile.asp?id=879389 2
SKM-Konzept Mixed Kampagne
17165 Zeichen
Konzeption Mixed Kampagne
„Gewalt an Männern“ und „Aufklärung für Jungen im Bereich Sexualität,
Konfliktverhalten, Grenzwahrnehmung“
1
Konzeption
Mixed Kampagne
SKM Köln – Sozialdienst Katholischer Männer
Große Telegraphenstraße 31
50676 Köln
www.skm-koeln.de
Ansprechpartner*in
Michael Zeihen
Leiter
Tel. 0221 2074-344
michael.zeihen@skm-koeln.de
Konzeption Mixed Kampagne
„Gewalt an Männern“ und „Aufklärung für Jungen im Bereich Sexualität,
Konfliktverhalten, Grenzwahrnehmung“
2
1 Ausgangslage 3
1.1 Gewalt an Männern 3
1.2 Aufklärung für Jungen in den Bereichen Sexualität, Konfliktverhalten,
Grenzwahrnehmung 3
2 Träger und Arbeitsgruppe 4
3 Zielgruppen und Ziele 5
3.1 Zielgruppen 5
3.2 Ziele 6
4 Arbeitsansatz 7
5 Angebote und Maßnahmen 7
5.1 Gewalt an Männern 7
5.2 Aufklärung für Jungen in den Bereichen Sexualität, Konfliktverhalten,
Grenzwahrnehmung 8
6 Qualitätssicherung und -management 9
7 Kostenplan 9
Konzeption Mixed Kampagne
„Gewalt an Männern“ und „Aufklärung für Jungen im Bereich Sexualität,
Konfliktverhalten, Grenzwahrnehmung“
3
1 Ausgangslage
1.1 Gewalt an Männern
Gewalt an Männern im öffentlichen Raum ist ein hinlänglich bekanntes Thema. Sie sind
Opfer und Täter gleichermaßen. Gewalt - vereinfacht dargestellt - taucht immer dann auf,
wenn Verhinderungsmechanismen versagen und dadurch Grenzen überschritten
werden. Dabei ist es unerheblich, ob die Grenzüberschreitungen physischer oder/und
psychischer Natur sind. Etwas anderes ist die Situation im privaten Bereich gelagert.
Im Bereich der häuslichen Gewalt gibt es zunehmend mehr männliche Betroffene. Laut
Zahlen des Polizeipräsidiums Köln gingen im Jahr 2021 33,5 Prozent aller
Meldungen/Anzeigen in häuslichem Kontext von Männern aus. Dieser Wert ist deutlich
höher als der bundesweite Wert, der laut den Statistiken des Bundeskriminalamts bei
knapp 20 Prozent liegt. (Quelle:
file:///U:/Dokumente/M%C3%A4nnerarbeit/M%C3%A4nner%20Opfer%20H%C3%A4uslic
her%20Gewalt/Kripo_Partnerschaftsgewalt_2020.pdf)
In diesen bundesweiten Erhebungen werden jedoch nur die Taten aufgeführt, die
angezeigt oder gemeldet werden. Sowohl der SKM Köln als auch das Experten-Netzwerk
der Männerberatungsstellen in NRW gehen von einem hohen Dunkelfeld aus. Scham
und Angst sind die Hauptgründe, warum nur ca. jeder 10. Ratsuchende seinen Fall zur
Anzeige bringt. Dass die Zahl in Köln höher ist, mag auch als erster Erfolg der
bestehenden Beratungsinfrastruktur für Männer gewertet werden.
Aber immer noch wenden sich in Köln und Umgebung zu viele Männer mit ihren
Gewalterfahrungen – unabhängig davon ob sie aus hetero- oder homosexuellen
Beziehungen hervorrühren - nicht an Beratungsstellen, holen sich keine professionelle
Hilfe. Teils aus Scham, teils aber sicher auch aus Unwissenheit über bestehende und auf
sie zugeschnittene Beratungs- und Hilfesysteme.
So erreichen die Männerberatung des SKM Köln so gut wie keine Anfragen von
Männern, die sich bei Behörden oder Interventionszentren gemeldet haben.
1.2 Aufklärung für Jungen im Bereich Sexualität, Konfliktverhalten,
Grenzwahrnehmung
Fragt man in Schulklassen bei den verantwortlichen Lehrern nach „auffälligen“ und damit
den Lehrbetrieb störenden Schülern, werden in allererster Linie Jungen genannt. Sie sind
lauter, leichter ablenkbar, physisch aktiver, gehen schneller körperliche
Auseinandersetzungen ein, sind unordentlicher und gehen auch mit Lehrkräften eher in
Konflikte. Grenzen werden allzu oft überschritten. Dementsprechend erfolgen häufiger
Sanktionen gegen diese Jungen. Dass Jungen aber auch (in der Schule und anderen
Einrichtungen) Opfer werden können, ist nur selten im Fokus.
Konzeption Mixed Kampagne
„Gewalt an Männern“ und „Aufklärung für Jungen im Bereich Sexualität,
Konfliktverhalten, Grenzwahrnehmung“
4
Eine Beschäftigung mit dem Wesen der Jungen wird in der Regel nicht vorgenommen.
Es ist nicht Bestandteil des Lehrplans, genauso wenig wie Verhaltensweisen in den
Bereichen Konfliktbewältigung und Umgang mit eigenen/fremden Grenzen.
Fernab und doch irgendwie zusammenhängend mit diesen Punkten ist der Bereich der
Sexualität zu beachten. Zwar gibt es im Schulunterricht in den Klassen 6 und 9 als Inhalt
des Lehrplans Sexuallehre, doch orientiert sich diese an der Theorie des Lehrplans und
hat eher selten die Lebenswirklichkeit der Jungen zum Inhalt. Ein Großteil der Jungen
bezieht sein Wissen über Sexualität aus pornografischen Medien. Es fehlen männliche
Ansprechpartner, die eine neutrale Position zu den Jungen einnehmen. Männliche Lehrer
sind weiterhin in der Unterzahl; zudem sind Lehrer – u.a. durch Notengebung – keine
neutralen Personen für Schüler. Sofern bei den Jungen in ihren Familien Väter als
potenzielle Ansprechpartner zur Verfügung stehen, gelten diese ebenfalls nicht als
neutrale Informationsquelle. Hier liegt zudem noch das Moment der Peinlichkeit, der
Scham vor, das einen Austausch zum Thema Sexualität verhindert.
Für Mädchen werden in diesem Bereich in vielen Schulen Expertinnen von schulfremden
Trägern „eingekauft“; für Jungen wird ebenso oft auf männliche Lehrer zurückgegriffen,
hier erfolgt der Einsatz von schulfernem Personal nicht.
2 Träger und Arbeitsgruppe
Der SKM Köln - Sozialdienst Katholischer Männer e.V. ist ein katholischer Fachverband
im Deutschen Caritasverband und Träger von über 70 ambulanten und stationären
Einrichtungen/Diensten auf den Gebieten der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe sowie
der Gesundheits- und Integrationshilfe.
Er erbringt Hilfen für Menschen, die Armut, soziale Nachteile und Ausgrenzung erfahren,
deren gesellschaftliche Teilhabe behindert oder gefährdet ist, unabhängig von ihrer
Herkunft, Religion und ihrer sexuellen Orientierung. Der Verein drückt sein
Selbstverständnis und Handeln in seinem Leitsatz „Der Mensch am Rande ist unsere
Mitte“ aus und beruft sich dabei auf das christliche Menschenbild, die katholische
Soziallehre und sein Leitbild.
Er engagiert sich für soziale Gerechtigkeit, ein soziales wie demokratisches
Zusammenleben in der Stadt Köln. Mit rund 750 beruflich und 450 ehrenamtlich tätigen
Mitarbeitenden setzt sich der SKM Köln für die individuellen Bedürfnisse und
Bedarfslagen unterschiedlicher Zielgruppen ein. Für alle Lebensbereiche werden
umfassende Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie komplexe Hilfeleistungen
angeboten. Dazu zählen auch die Tochtergesellschaften Gemeinnützige SKM Köln - DE
FLO GmbH und die SKM Köln Reha gGmbH.
Konzeption Mixed Kampagne
„Gewalt an Männern“ und „Aufklärung für Jungen im Bereich Sexualität,
Konfliktverhalten, Grenzwahrnehmung“
5
Der SKM Köln verfügt über ein institutionelles Schutzkonzept zur Prävention von
Belästigungen und Übergriffen sowie einem Qualitätsmanagementsystem und ist seit
2021 als Gesamtverband nach ISO 9001:2015 und QReha zertifiziert und besitzt die
Trägeranerkennung nach AZAV. Das Datenschutzmanagementsystem des Vereins
basiert auf den Anforderungen des KDG in Verbindung mit der DSGVO.
Die Arbeitsgruppe der Männer-, Väter- und Jungenarbeit besteht in der operativen Arbeit
aus ausschließlich männlichen Mitarbeitern; Unterstützung in der Verwaltung wird durch
eine Kollegin gewährleistet.
Die vier Mitarbeiter der Männerarbeit sind Diplom-Sozialpädagogen/-arbeiter und
Erzieher. Zwei der Mitarbeiter verfügen über eine mehrjährige Zusatzausbildung zum
zertifizierten Berater für Männer in Krisensituationen, Schwerpunkt Gewalt. Einer dieser
beiden Mitarbeiter ist zudem als zertifizierter Trauerberater qualifiziert; der andere
Mitarbeiter ist als Erlebnispädagoge weitergebildet. Ein weiterer Mitarbeiter wird die
Ausbildung zum männerfokussierten Berater Anfang 2023 abschließen, dieser
Mitarbeiter hat zudem eine Ausbildung zum Sexualpädagogen abgeschlossen.
Hauptstandort der Männerarbeit ist das Haus der Sozialen Dienste, die Geschäftsstelle
des SKM Köln in der Große Telegraphenstraße 31 in (50676) Köln. Zudem verfügt die
Männerarbeit noch über ein Wohnobjekt zum Schutzwohnen für Männer, die von
Partnerschaftlicher Gewalt betroffen sind, kurz hinter der Stadtgrenze von Köln.
Jungenarbeit wird in Familienzentren, Schulen und anderen Einrichtungen im Kölner
Stadtgebiet durchgeführt.
3 Zielgruppen und Ziele
3.1 Zielgruppen
Die Zielgruppen sind unterteilt, weisen aber auch Schnittstellen auf.
„Gewalt an Männer“ richtet sich an Männer jeglicher Herkunft, Glaubensausrichtung,
Identität, sexueller Orientierung und jeglichen Alters.
„Aufklärung für Jungen im Bereich Sexualität, Konfliktverhalten und
Grenzwahrnehmung“ wendet sich an Jungen ab der Jahrgangsstufe 6 (ca. 12
Jahre), da in dieser Altersklasse Sexuallehre im Lehrplan enthalten ist und dieses
Thema somit auch offiziell präsent ist. Unserer Erfahrung nach starten viele Jungen in
diesem Alter, unter anderem wegen des Beginns der Pubertät, ihre „Karriere“ des
Pornokonsums und der Beschäftigung mit dem eigenen Körper.
Ebenfalls unserer Erfahrung nach ist es sehr wichtig, sich Jungen mit einem
muslimischen Hintergrund zu widmen, da das Thema „Sexualität“ dort oftmals lange
Konzeption Mixed Kampagne
„Gewalt an Männern“ und „Aufklärung für Jungen im Bereich Sexualität,
Konfliktverhalten, Grenzwahrnehmung“
6
tabuisiert und damit auch ignoriert wird. Insbesondere Homosexualität oder eine
queere Identität ist in diesem Umfeld ein Tabu-Thema und mit Schande behaftet.
Ebenfalls mit Beginn der Pubertät steigen oft Anzahl und Intensität von konflikthaftem
und grenzüberschreitendem Verhalten bei Jungen oder sie empfinden selbst das
Verhalten anderer Menschen ihnen gegenüber als konflikthafter und
grenzüberschreitender.
3.2 Ziele
Bei „Gewalt an Männern“ ist das vorrangige Ziel, Männer für das Thema zu
sensibilisieren und zugleich auf die Existenz einer Beratungsstruktur, die in diesen
Fällen aufgesucht werden kann, hinzuweisen.
Mit der Kampagne soll im Stadt-Gebiet das Thema breit gestreut werden, so dass
nicht nur eine Diskussionskultur ins Leben gerufen wird, sondern zugleich auch die
Beratungsstellen, die in kritischen Fällen Hilfe leisten, in den Blickpunkt gesetzt
werden.
Männer sollen ermuntert und gestärkt werden, sich an Beratungsstellen wie den SKM
Köln zu wenden, der in Köln, was diesen Themenkomplex angeht, ein
Alleinstellungsmerkmal aufweist. Männer sollen zudem Grenzverletzungen und
Übergriffe als solche auch identifizieren und benennen.
Durch die Werbung für diese Kampagne soll das Thema in der Öffentlichkeit mehr
wahrgenommen werden
„Aufklärung für Jungen im Bereich Sexualität, Konfliktverhalten und
Grenzwahrnehmung“ hat als Zielsetzung, dass Jungen lernen,
• ihre eigenen Grenzen im Umgang mit Sexualität kennenzulernen und diese
auch im „Ernstfall“ zu behaupten
• die Grenzen anderer Menschen im Umgang mit Sexualität erkennen und
diese dann zu beachten
• bei entstehenden Konflikten gewaltfrei zu agieren
• eigene Grenzen (Risiko, Leistung, …) zu erkennen und zu beachten: Grenzen
anderer Menschen zu erkennen und zu respektieren
Konzeption Mixed Kampagne
„Gewalt an Männern“ und „Aufklärung für Jungen im Bereich Sexualität,
Konfliktverhalten, Grenzwahrnehmung“
7
4 Arbeitsansatz
In der Beratung von Männern, die sich mit dem Thema „Gewalt“ beschäftigen oder in
der Kontaktaufnahme mit Männern zu diesem Thema bedarf es einer empathischen
Vorgehensweise. Männer begegnen diesem Thema fast immer mit großer Scham
und Scheu.
Wenn eine Kontaktaufnahme mit dem Thema „Gewalt“ nicht durch persönliche
Kontakte an „Männerorten“ (siehe Punkt 5), sondern durch Werbemittel erfolgen soll,
so müssen diese Werbemittel einen hohen Aufforderungscharakter entwickeln.
„Gewalt“ muss derart dargestellt sein, dass sie nicht abschreckend wirkt, sondern
einen zumindest neutralen Erkennungswert innehat, der zum Handeln motiviert.
Die Beratung von Jungen in den Bereichen „Sexualität, Konfliktverhalten und
Grenzwahrnehmung“ verläuft nach einem ähnlichen Schema. Allerdings kann man
bei Jungen mit spielerischen Elementen Scham und Scheu minimieren und durch
Neugierde ersetzen, was die Behandlung der Themen deutlich erleichtert.
Auch die Betonung des Beraters zur eigenen Rolle als „neutraler Erwachsener“ der
jedoch selbst in seiner Jugend mit diesen Themen zu tun hatte, kann helfen, einen
Zugang zu den Jungen zu entwickeln.
5 Angebote und Maßnahmen
5.1 Gewalt an Männern
5.1.1 Bewerbung der Maßnahme
Um Männer verstärkt auf die Thematik und das Beratungsangebot des SKM Köln
aufmerksam zu machen, werden unterschiedliche Öffentlichkeitsmaßnahmen
durchgeführt:
• Entwurf von 3 verschiedenen Postkartenmotiven zum Thema
• Verteilung der Karten an typischen „Männerorten“ wie Barbershops,
Bauhäusern, Kneipen, Szenelokalen, Sportstätten, Urologen, Hausärzten, …
• Besuch mit einem Infostand an Orten wie dem Stadion des 1. FC Köln oder
anderen Sportstätten; an in diesem Zeitraum bis Ende 2022 noch
stattfindenden Veranstaltungen.
• Präsentation der Maßnahme auf Social Media-Kanälen
Konzeption Mixed Kampagne
„Gewalt an Männern“ und „Aufklärung für Jungen im Bereich Sexualität,
Konfliktverhalten, Grenzwahrnehmung“
8
5.1.2 Angebote
• Angebote von Offenen Sprechstunden zum Thema in verschiedenen
Stadtteilen
• Aufnahme von sich meldenden Männern in die Beratung oder Vermittlung an
andere Beratungsstellen
• Präsenz an mindestens fünf Orten in Köln, an denen sich Männer aufhalten,
darunter auch Orte, die bevorzugt von der homosexuellen Community
aufgesucht werden
• Durchführung einer Gruppenveranstaltung
5.2 Aufklärung für Jungen im Bereich Sexualität, Konfliktverhalten und
Grenzwahrnehmung
5.2.1 Bewerbung der Maßnahme
Der SKM Köln stellt sein Programm für Jungen mittels Flyer/Kurzpräsentationen an
Schulen und Jugendeinrichtungen vor. Zu Institutionen im Kölner Stadtgebiet, zu
denen bereits Kontakte bestehen, werden die Informationen zur Kampagne
gesondert weitergegeben.
Zudem wird die Kampagne auf Social Media-Kanälen vorgestellt.
5.2.2 Angebote
Die Jungenberater des SKM Köln führen Workshops/Unterrichtseinheiten an Schulen
durch, abgestimmt auf das jeweilige Alter sowie auf die Interessen der Jungen. Die
Interessen der Jungen werden vorab durch die zu besuchenden Institutionen
abgefragt, sodass die Jungenberater ihre Einheiten auch darauf abstimmen können.
Die Einheiten können folgende Inhalte umfassen:
• Sexualität
• Grenzwahrnehmung
• Konfliktverhalten.
Konzeption Mixed Kampagne
„Gewalt an Männern“ und „Aufklärung für Jungen im Bereich Sexualität,
Konfliktverhalten, Grenzwahrnehmung“
9
Inhaltlich gibt zwischen allen drei Themen Schnittpunkte, so dass in der Regel alle
drei Themen in Workshops behandelt werden können, auch wenn der Schwerpunkt
eines Workshops/einer Unterrichtseinheit bei einem Thema liegt.
Die Angebote werden überwiegend in interaktiver und auch spielerischer Weise
durchgeführt, um die Jungen aktiv an der Gestaltung teilhaben zu lassen. So setzt
sich das zu Lernende erfolgreicher; ist die Teilnahme der Jungen reger.
6 Qualitätssicherung und Dokumentation
Die berufsbegleitende Anpassung der Fachlichkeit der Mitarbeiter an neue
Entwicklungen erfolgt durch interne und externe Fortbildung. Jeder der Männerberater
hat eine berufsbegleitende Ausbildung zum zertifizierten Krisen- und Anti-Gewaltberater
für Männer absolviert bzw. absolviert derzeit diese Ausbildung. Die Jungenberater haben
jeweils verschiedene Fortbildungen zu Jungenthemen absolviert und verfügen über
mehrjährige Erfahrung im Umgang mit Jungen in verschiedenen Altersklassen.
Die Arbeit mit und die Beratung von Männern (in Krisen) sowie die Arbeit mit Jungen
setzt ein hohes Maß an persönlicher Auseinandersetzung mit der Rolle des Mannes/des
Jungen und dem Handeln in der helfenden Beziehung voraus. Professionelles,
autonomes Handeln ist nur möglich, wenn die Reflexion der Erfahrungen des Beraters
zugelassen wird. Die Möglichkeit zur Reflexion ist durch regelmäßige kollegiale
Besprechungen gegeben. Auch werden die einzelnen Maßnahmen der Kampagne im
Anschluss an Workshops, Informationsveranstaltungen, Werbemaßnahmen,
Unterrichtseinheiten, ..., gemeinsam reflektiert, um mögliche Modifizierungen oder
Verbesserungen vornehmen zu können,
Die Arbeit der Mixed Kampagne des SKM Köln wird dokumentiert. Diese Dokumentation
wird nach Abschluss der Kampagne dem Auftraggeber übergeben.
7 Kostenplan
Personalkosten 22.000 €
Arbeitgeberbrutto incl. Sozialabgaben
Sachkosten für Öffentlk.-Arbeit, Fahrtkosten 8.000 € brutto
(Flyer, Postkarten, Rollups, Plakate,…)
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2863/2022
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 05.09.2022
- Erstellt
- 30.08.2022 17:29