V/0526/2006
Antrag der SPD-Fraktion an den Rat, Nr. A-R/0018/2005 vom 27.04.2005, Münster-Stadt des Pferdesports
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Beschlussvorlage
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V/0526/2006 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Grünflächen und Umweltschutz Betrifft Antrag der SPD-Fraktion an den Rat, Nr. A-R/0018/2005 vom 27.04.2005; Münster-Stadt des Pferdesports Beschluss der Bezirksvertretung Münster-Ost vom 19.05.2005 Beratungsfolge 14.09.2006 Bezirksvertretung Münster-Ost Vorberatung 19.09.2006 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Entscheidung Beschlussvorschlag: Sachentscheidung: 1. Der Bericht zum Masterplan „Pferderegion Münsterland“ wird zur Kenntnis genommen. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, die Konzeption und den Ausbau des Reitwegenetzes im Stadtgebiet unter Zugrundelegung der bestehenden und durch das Amt für Grünflächen und Umweltschutz entwickelten stadtteilbezogenen Reitwegeplanung sowie des Master- plans „Pferderegion Münsterland“ fortzuführen und das städtische in das überregionale Netz einzubinden. Kosten/Folgekosten Kosten Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Finanzierung der Reitwegekonzeption aus der Umlage zur Reitabgabe sowie der Finanzstelle: 671 0 1301 00 0020 (Reitwege) mit einem Ansatz von 15.000 € zu bestreiten ist. Ergänzend wird sich die Verwaltung bemühen, weitere Mittel zur Realisierung des Reitwegenetzes durch Sponsoring und Sonderförderungen aus den Bereichen „Ländlicher Raum“ oder ähnlichen Quellen zu akquirieren. Folgekosten Folgekosten zur Pflege des städtischen Reitroutennetzes werden aus der Umlage der Reitabgabe finanziert. Die erforderlichen Mittel werden bei der Bezirksregierung Münster beantragt. Vorlagen-Nr.: V/0526/2006 Auskunft erteilt: Herr Scharf Ruf: 492 6723 E-Mail: scharfk@stadt-muenster.de Datum: 05.09.2006 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0526/2006 Begründung: Zu 1. Bericht zum Masterplan „Pferderegion Münsterland“ Mit der Beschlussvorlage Nr. V/0559/2005 vom 16.06.2005 an den Hauptausschuss wurde der Antrag an den Rat vom 27.04.2005, A-R/0018/2005 (Anlage 1) auf Grund seiner gesamtstädti- schen Bedeutung zur abschließenden Behandlung an den Ausschuss für Umweltschutz und Bau- wesen verwiesen. In diesem Zusammenhang wird auch der Beschluss der Bezirksvertretung Münster-Ost vom 19.05.2005 (Anlage 2) abgearbeitet, da auch dieser im gesamtstädtischen Zusammenhang be- trachtet werden muss. Ausgangslage Die Anfänge der städtischen Reitw egeplanung liegen 24 Jahre zurück. Bereits 1982 wurde vom damaligem Gartenbauamt, dem heutigen Amt für Grünflächen und Umweltschutz, im Zuge einer AB-Maßnahme, ein erstes Reitwegekonzept für den Verwaltungsbereich der Stadt Münster erar- beitet. Das überwiegend auf den Hallensport und kleinere Distanzritte in der näheren Umgebung der Stal- lungen ausgerichtete Freizeitreiten als auch eine nur zögerliche Interessensbekundung der Verei- ne, Verbände und Reiterhöfen führten in der Vergangenheit zu einer ungenügenden und bruch- stückhaften Umsetzung des damaligen Reitwegekonzeptes. Zwischenzeitlich haben sich auf Grund struktureller Änderungen in der Landwirtschaft, einer hohen Nachfrage nach Ausreitmöglichkeiten in der freien Landschaft und einer Betrachtung des Freizeit- reitsports unter touristischen Gesichtspunkten, die Rahmenbedingungen für die städtische Reitwe- geplanung und die Realisierung eines überregionalen Reitwegeverbundes (Fern- und Wanderreit- wegenetz) mit Anschluss an die Nachbarkreise positiv entwickelt. Mit einem Jahresumsatz von ca. 5 Mrd. € auf Bundesebene stellt die Pferdewirtschaft einer der wenigen wachsenden Märkte dar. (Die Anzahl der Pferde innerhalb der Region wird mit 82.000 angegeben, es gibt 58.000 Pferde- sportler, davon 36.295 im „FN“-Verein, die Pferdewirtschaft schafft im Münsterland 20.000 Arbeits- plätze, der Umsatz ist steigend). Mit Bezug auf Münster liegen dem Amt für Grünf lächen und Umweltschutz derzeit folgende Anga- ben vor: Pferdebestand ca. 2.000 Ausgewiesene Reitwege 11 mit einer Gesamtlänge von 30,2 km Reit- und Fahrvereine 17 mit ca. 3.950 Mitgliedern Reitbetriebe ca. 80 Sondereinrichtungen Pferdemuseum Westfälische Reit- und Fahrschule Westfälisches Pferdezentrum Westfälisches Pferdestammbuch e.V. Reittherapiezentrum Münster Regionale 2004 / Masterplan I Die regionale Identität des Münsterlandes ist n eben der Parklandschaft und Landwirtschaft auch durch den Pferdesport und die Pferdezucht geprägt. Auf Grund der hohen Dichte an pferdebezo- genen Einrichtungen, Attraktionen, Veranstaltungen rund ums Pferd und einem fortlaufenden An- stieg an organisierten und nicht organisierten Reitern im Münsterland lag es nahe, das Thema Pferd im Rahmen der Regionale 2004 „Links und re chts der Ems“ zu berücksichtigen und die Po- - 3 - V/0526/2006 tenziale der Wirtschaftsfaktoren Pferd und Reittourismus auszuloten. Zu diesem Zweck wurde im Sommer 2002 vom Fremdenverkehrsverband Münsterland Touristik Grünes Band e.V. die Erstel- lung eines Masterplanes „Pferderegion Münsterland“ (Masterplan I) an das Büro Dr. Mark, Dr. Schewe & Partner GmbH in Auftrag gegeben. Ziel des Masterplan I (2002 - 2003) war es eine ers- te Bestandsaufnahme zu pferdebetrieblichen Einrichtungen, Infrastrukturen und wirtschaftlich ver- wertbaren Kenngrößen zu liefern, sowie vorhandene Defizite und Hemmnisse aufzuzeigen um die im Reittourismus liegenden Potenziale zu fördern. Im Rahmen des Masterplanes Pferderegion Münsterland wurde deutlich, dass dem sehr hohen Entwicklungspotential in der Region starke De- fizite in der Wegeinfrastruktur gegenüberstehen. In diesem Zusammenhang wurden die vorhande- nen Reitrouten und Reitroutenplanungen der Kreise und der Stadt Münster erfasst, sowie erste Hinweise auf überregionale Hauptreitroutenachsen und eine regionale Netzstruktur erarbeitet. Im Zuge der Regionale 2004 wurden zur Thematik Pferd die Aktion „Pferde-Stärken“ in den Krei- sen Steinfurt, Warendorf und der Stadt Münster initiiert. Die erstmalig am 21. und 22. August 2004 der Öffentlichkeit präsentierte Aktion „Pferde-Stärken“ verdeutlicht den inhaltlichen Verbund zwi- schen Landschaft und Landwirtschaft, zwischen Freizeit und Tourismus und bringt sich mit neu angelegten Reitwegen, Aufklärung und vielfältigsten Veranstaltungen rund ums Pferd als raumre- levantes Thema ein. Die zwischenzeitlich über die Pferderegion Münsterland hinaus bekannte Ak- tion wurde 2005 auf die angrenzenden Städte und Kreise der Münsterlandregion ausgeweitet und fand auch dieses Jahr in Folge am 12. und 13. August mit einer gestiegenen Anzahl von Teilneh- mern (ca. 40.000) statt. Als weiteres herausragendes Projekt der Regionale 2004 ist die Auswei- sung der „Regionale Reitroute im Kreis Warendorf“ zu nennen, die im Bereich der Flurlagen Kreuzbach und Kasewinkel als auch nord-westlich von Handorf im Bereich der Ems parallel der Stadtgrenze ausgewiesen ist und in Teilabschnitten innerhalb des Stadtgebietes verläuft. Im Au- gust 2004 wurde die ca. 140 km lange Reitroute bei einer Aktionsveranstaltung zur Regionale 2004 eröffnet. Die Reitroute, die einen Baustein des Masterplans „Pferderegion Münsterland“ dar- stellt, ermöglicht den Anschluss der Kreise Warendorf, Steinfurt und der Städte Münster und Gü- tersloh an das im Aufbau befindliche Fernwanderreitroutennetz (Niederlande – Ruhrgebiet) der Pferderegion Münsterland und eröffnet den hiesigen Reitern über vorhandene bzw. geplante Reit- routen eine Verbindung zu den Routen des Kreises Warendorf und der Region. Masterplan II Zur Umsetzung der aus dem Masterplan I vorliegenden Gutachten zu r Pferderegion Münsterland wurde 2004 von der Münsterland Touristik Grünes Band e.V. (MTZ), in Abstimmung mit den Müns- terlandkreisen Borken, Coesfeld, Warendorf, Steinfurt, Recklinghausen und der Stadt Münster, die Fachagentur Pferd und Landwirtschaft – EQUImedium mit der Koordinierung des Masterplan II (2004 – 2006) beauftragt. Die seit 2004 laufende Fördermaßnahme Masterplan II Pferderegion Münsterland, finanziert durch das Land NRW, die Münsterlandkreise, die Stadt Münster sowie dem Kreis Recklinghausen, läuft zum Jahresende 2006 aus. Eine weitergehende Förderung durch das Land NRW scheint aktuell nicht sichergestellt. Die weitere Vorgehensweise zur touristische En twicklung der Marke „Pferderegion Münsterland“ als Wirtschafts- und Freizeitfaktor ist derzeit ungeklärt. Im Hinblick auf die neue Organisationsein- heit, die aus der Fusion von der Münsterland Touristik und der Aktion Münsterland voraussichtlich ab 2008 ihre Arbeit aufnehmen wird, wird es für sinnvoll und zweckmäßig gehalten, die Umsetzung des „Masterplanes Pferderegion“ hier organisatorisch einzubinden. Gespräche auf der Vorstands- ebene der Münsterland Touristik sind vorgesehen. Eine fachspezifische Vorlage zur Thematik Pferd und Touristik erfolgt daher zu einem späteren Zeitpunkt durch Münster Marketing. Zu 2. Weitere Entwicklung des Reitroutennetzes bzw. der Reitwege in Münster Um die im Masterplan „Pferderegion Münsterland“ dargelegten Defizite im Bereich der Reitwege- infrastruktur aufzufangen soll das Reitwegenetz verdichtet werden. Im Folgenden werden Ziele und Maßnahmen im Gebiet der Stadt Münster aufgezeigt. Die Umsetzung des Masterplans „Pfer- - 4 - V/0526/2006 deregion Münsterland“ hinsichtlich der Reitwege im Gebiet der Stadt Münster erfolgt unter Berück- sichtigung stadtspezifischer Besonderheiten und Bedürfnissen durch das Amt für Grünflächen und Umweltschutz. Nach einer umfangreichen Bestandserhebung der städtischen Reitinfrastrukturen und der Darstellung von angestrebten Hauptachsen zum Aufbau eines regionalen (Pferderegion Münsterland) Wanderreitnetzes in Abstimmung mit den angrenzenden Nachbarkreisen Coesfeld, Steinfurt, Borken und Warendorf, ist das Amt für Grünflächen und Umweltschutz derzeit dabei das städtische Reitwegenetz unter Berücksichtigung der städtischen Gegebenheiten zu erweitern und zu verdichten. Bezug nehmend auf die vorhandenen Reitinfrastrukturen (Reiterhöfe, Reitvereine, Sondereinrichtungen, Reitwege, Hotel- und Gaststättenbetriebe) und/oder in Bereichen mit beste- henden Zielkonflikten zwischen Reitern und sonstigen Interessensgruppen werden vom Amt für Grünflächen und Umweltschutz lokale und naturverträgliche Reitwege in Abstimmung und Zu- sammenarbeit mit den örtlichen Reiterhöfen und Reitvereinen initiiert, geplant und ausgewiesen. Parallel hierzu wird die Erweiterung bestehender Reitwege vorangetrieben und die Vernetzung der lokalen stadtteilbezogenen Reitwege und die Anbindung an das Wanderreitnetz der Pferderegion Münsterland angestrebt (Anlage 3). Im Rahmen der weiteren Umsetzung des Masterplans II „Pferderegion Münsterland“ muss es nun darum gehen, die Infrastruktur dem im Masterplan angegebenen Reitwegebedarf anzupassen, die bestehenden Lücken im Reitwegenetz zu schließen sowie attraktive Reitrouten als Grundlage für das touristische Angebot und eine entsprechende Vernetzung zu entwickeln. Neben der touristischen Betrachtung des Reitens ist es im städtisch geprägten Umfeld der Stadt Münster ebenso wichtig der wachsenden Anzahl von landschaftsbezogenen Freizeitreitern inner- halb der Stadt Münster ein attraktives, naturverträgliches und gut erreichbares Reitroutenangebot für unterschiedliche Distanzritte anzubieten (Feierabend- und Wochenendreiter). Als gelungenes Beispiel ist der in 2005 fertig gestellte Reitweg Altenroxel zu nennen, der auf das Zusammenwir- ken der örtlichen Hotel- Gaststätten- und Reitbetriebe, Freizeitreiter, und des Pferdemuseums mit einer Vielzahl von Veranstaltungen rund ums Pferd abzielt und einen Rahmen für touristisch aus- gerichtete Pferdearrangements (Ausritte, Informationsveranstaltungen, sportliche Events, Ausstel- lungen, Dinner, …) bietet. Eine Reitroutenverbindung vom Pferdemuseum über Haus Kump und Roxel zur Stadtgrenze mit Anbindung an die Reitrouten im Kreis Coesfeld unter Einbeziehung vor- handener Reiteinrichtungen (Reitwege, Reiterhöfe, Reitvereinen) wird angestrebt. Unter Berücksichtigung der vorliegenden Gutachten und Handlungsempfehlungen wird seit 2004 in Abstimmung mit den Münsterlandkreisen, Warendorf, Steinfurt, Borken, Coesfeld, Recklinghausen und der Stadt Münster am Aufbau eines regionalen Reitroutennetzes mit Anbindung an die Nieder- lande und das Ruhrgebiet gearbeitet. In einem überregional agierenden Arbeitskreis werden Richt- linien zum Aufbau und der Planung von Reitrouten und Raststationen erarbeitet und die lokalen Reitroutenplanungen der beteiligten Münsterlandkreise und der Stadt Münster aufeinander abge- stimmt und kartographisch erfasst. Die übergeordnete Koordinierung der Reitroutenplanung zielt auf einheitliche Qualitätsstandards bei den Reitrouten und begleitender Infrastrukturen (Reiterhöfe, Reit- und Raststationen) innerhalb der „Pferderegion Münsterland“ ab. Für Münster wird folgende Konzeption vorgeschlagen: • Die städtischen Überlegungen zur Reitwegeplanung und zur Entwicklung eines Reitwege- konzeptes sind auf die regionalen Planungen abzus timmen und in das Projekt „Pferderegi- on Münsterland“ zu integrieren, um damit die Profilierung des Pferdsports und Reittouris- mus auf regionaler Ebene zu fördern. • Der Zerschneidungseffekt durch Verkehrs- und Siedlungsflächen, der Nutzungsdruck auf die vorhandenen Freiflächen (Landwirt- und Forstwirtschaft, Jagd, Freizeit und Erholung) und ein hoher Anteil privater Flächen im Eigentum „reitkritischer“ Besitzer stehen einem flä- chendeckenden und geschlossenen Reitroutennetz innerhalb des Stadtgebietes entgegen. Die Erarbeitung eines eigenständigen städtischen Masterplans kann daher nicht empfohlen werden und könnte bei den beteiligten Münsterlandkreisen zu Irritationen führen. Bei der Entwicklung des städtischen Reitwegenetzes empfiehlt sich vielmehr eine stufen- weise und ortsbezogene Vorgehensweise, die lokal bestehende Zielkonflikte berücksichtigt und mit den betroffenen Interessensgruppen und Eigentümern eine einvernehmliche Reit- routenplanung verfolgt. - 5 - V/0526/2006 • Ziel der städtischen Reitwegeplanung ist es daher, im Anschluss an bereits vorhandene lo- kale Reitwege weitere lokale Rundreitwege auszuweisen bzw. das vorhandene Reitwege- netz zu verdichten. Hierbei wird ein Verbund der räumlich zugeordneten und miteinander vernetzbaren Reiteinrichtungen angestrebt. Parallel hierzu ist eine Anbindung der mitein- ander vernetzten und in der Regel stadtteilbezogenen Reitroutennetze an die vorhandenen bzw. im aufbaubefindlichen Reitroutennetze der angrenzenden Münsterlandkreise und an das überregionale Fernwanderreitnetz vorgesehen. • Die Ausweisung von Reitrouten erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den ansässigen Rei- terhöfen, Reitvereinen, den örtlichen Hotel- und Gaststättenbetrieben und den Grund- stückseigentümer um lokale Besonderheiten bei der Planung zu berücksichtigen und eine möglichst große Akzeptanz bei den Betroffenen und Nutzern zu erzielen. Schwerpunkte ergeben sich auf Grund der örtlichen Initiativen, nach der Ausweisung des Reitwe- ges Jesuiterbrook im Bereich Hiltrup, zurzeit in den Bereichen: • Roxel / Altenroxel (Pferdemuseum, Haus Kump, Mecklenbeck, Roxel, Anschluss an den Kreis Coesfeld) • Handorf / Wollbeck (Anschluss an den Kreis Warendorf und die Regionale Reitroute) • Nienberge (Anschluss an Altenberge) Finanzierung Die Finanzierung des Reitroutennet zes erfolgt aus Mittelzuweisungen der Reitabgabe, der Touris- musförderung, städtischen Mitteln und durch die kostenlose Bereitstellung von privaten Flächen der Reitbetriebe. Auf Grund des durch den Masterplan „Pferderegion Münsterland“ initiierten Reitwegeausbaus und dem damit einhergehenden Pflegekostenanstieg entstehen jedoch bei einer annähernd gleich bleibenden Finanzierungsgrundlage und Einnahmesituation (ca. 12.000,- € p. a.) erhebliche Aus- bau- und Pflegeengpässe. Die in der Vergangenheit für den Ausbau des städtischen Reitwegenet- zes zur Verfügung stehenden Finanzmitteln aus Landeszuschüssen (Reitabgabe) werden im Hin- blick auf einen zügigen und flächendeckenden Ausbau nicht mehr ausreichen, das angestrebte Ziel zu realisieren. Neben der Reitabgabe und dem im Haushalt veranschlagten jährlichen Ansatz wird deshalb eine Finanzierung über Sponsoren- und Sondermittel für einen zweckgebundenen Ausbau des städtischen Reitroutennetzes angestrebt. Sofern diese Mittel nachhaltig nicht hinrei- chend sind, das genannte Konzept im regionalen Zusammenhang in absehbarer Zeit zu verwirkli- chen, müsste über die Bereitstellung weiterer städtischer Mittel entschieden werden. Reitregelung / Reitabgabe Die so genannte Reitregelung im La ndschaftsgesetz (LG NRW) besteht in diesem Jahr genau seit 25 Jahren. Die Reitregelung dient als Lenkungsinstrument um die unterschiedlichen Nutzungs- und Freizeitansprüche der Freizeitreiter mit den übrigen Erholungssuchenden und den Grund- stückseigentümern und Nutzern zu harmonisieren. Die Initiierung und Koordinierung des Aufbaues und der Pflege eines Reitroutennetzes nimmt hierbei eine Schlüsselstellung ein. Nach dem Land- schaftsgesetz sollen die Landschaftsbehörden im Zusammenwirken mit den Forstbehörden, den Gemeinden, den Waldbesitzern und den Reitverbänden für ein ausreichendes und geeignetes Reitwegenetz sorgen. Die Reitregelung regelt das Reiten in der freien Landschaft sowie das Rei- ten im Wald. Danach ist das Reiten zum Zwecke der Erholung über den Gemeingebrauch an öf- fentlichen Straßen und Wegen hinaus auch auf privaten Straßen und Wegen in der freien Land- schaft sowie auf gekennzeichneten Reitwegen im Wald erlaubt. Wer in der freien Landschaft und im Wald reitet, muss ein am Pferd zu befestigendes Kennzeichen tragen, wofür eine Reitabgabe und eine Verwaltungsgebühr zu errichten sind. Während in den Jahren 1991 bis 1996 die Anzahl an gültigen Reitkennzeichen zwischen 100 und 150 Kennzeichen lag, konnte durch Vereinfachung des Antragsverfahrens und des Zahlungsver- - 6 - V/0526/2006 kehrs im Jahre 1997 die Anzahl schrittweise gesteigert werden und erreichte im Jahre 2005 einen neuen Höchststand von 390 Kennzeichen. Das Aufkommen aus der Reitabgabe liegt im gesamten Münsterland jedoch noch immer deutlich geringer als gegenüber anderen Regionen in Nordrhein- Westfalen mit einem geringeren Pferdebestand (Einnahmen 2004 BR Münster: 107.500 €, BR Köln: 420.000 €, BR Düsseldorf: 314.000 €). Von der Bezirksregierung Münster wurde daher im Jahre 2005 zusammen mit Vertretern der Kreise und kreisfreien Städte eine Arbeitsgruppe ge- gründet, die ein Maßnahmeprogramm erarbeitet hat, um das Aufkommen aus der Reitabgabe zu steigern. Nach diesem Programm wurden die Formulare und Internetauftritte zur Reitregelung im gesamten Regierungsbezirk vereinheitlicht und das vereinfachte Antragsverfahren und der Zah- lungsverkehr nach dem Beispiel der Stadt M ünster weitgehend übernommen. Durch eine verstärk- te und zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit (vermehrte Presseberichte, Informationsstand beim Ro- linck-Cup 2006, Anschreiben der Reitervereine und der Reiterhöfe, Plakataktionen) auch mit Hilfe des Provinzialverbandes der Reit- und Fahrvereine soll die Akzeptanz der Reitregelung und damit auch das Aufkommen aus der Reitabgabe gesteigert werden. Als Fazit kann festgestellt werden, dass die von der Bezirksregierung 2005 initiierte und von den unteren Landschaftsbehörden der Kreise und Städte der Pferderegion Münsterland durchgeführte Werbekampagne zur Erhöhung der Akzeptanz und Information über die Reitabgabe erfolgreich ist. So konnte allein in der Stadt Münster die Anzahl der ausgehändigten kostenpflichtigen Reitkenn- zeichen von 390 (Stand 2005) auf derzeit 445 (Stand Juni 2006) gesteigert werden. Dies entspricht einem Zuwachs von ca. 15 %, Tendenz steigend. Antrag Nr. A-O/0022/2005 der SPD-Fraktion der Bezirksvertretung Münster-Ost vom 14.04.2005 Mit Bezug auf den Antrag der SPD-Fraktion der Bezirksvertretung Münster-Ost vom 14.04.2005, A-O/0022/2005, und der hierzu von der Bezirksvertretung Münster-Ost am 19.05.2005 beschlos- senen Ergänzung (Anlage 2) erfolgt auch eine Behandlung in der Bezirksvertretung Münster-Ost. Da der vorliegende Antrag grundsätzlich die gleichen Ziele verfolgt wie der Antrag der SPD- Fraktion an den Rat, Nr. A-R/0018/2005, vom 03.05.2005 ( Anlage 1), gelten insofern auch hier die voran stehenden Ausführungen. Die im Antrag Nr. A-O/0022/2005 genannten konkreten Wegefüh- rungen und Vernetzungsvorschläge werden aufgenommen und geprüft. I.V. gez. Joksch Stadtbaurat Anlagen • Anlage 1 – Antrag der SPD-Fraktion an den Rat, Nr. A-R/0018/2005, vom 27.04.2005 • Anlage 2 – Antrag der SPD-Fraktion der Bezirksvertretung Münster-Ost vom 14.04.2005, Nr. A-O/0022/2005 und Beschluss der Bezirksvertretung Münster-Ost vom 19.05.2005 • Anlage 3 – Reitwegekonzeption der Stadt Münster
Anlage 2
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4 A-0/’0012/2005 SPD-Fraktion 14. April 2005 in der BV Münster-Ost Antrag an die BV „Münster-Ost: Zentrum des Pferdesports“ Die BV Ost möge beschließen: Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept zur Entwicklung des Reitwegenetzes für Münster-Ost zu erarbeiten. Hierbei sind folgende Ziele zu berücksichtigen: “ Als Oberziel für den Ausbau des Reitwegenetzss von Münster-Ost ist die Vernetzung mit dem Reitwegenetz von Warendorf voranzutreiben, welches im Rahmen eines Masterplans in den Ausbau des Reitwegenetzes der Stadt Münster einfließen soll. = Ein Naturlehrpfad vom westfälischen Pferdezentrum in Handorf zum Heidekrug an den Rieselfeldern soll im Rahmen eines Ausbau des Reitwegenetzes für Reiter geschaffen werden, damit ökologisch wertvolle Ansatzpunkte vermittelt werden, um das-Reiten zu einem wahren Naturerlebnis werden zu lassen. \ « Die Bildung von Reitstationen ist in enger Kooperation mit den Reitvereinen und besonderen touristischen Ausflugszielen zu realisieren. Konkret gilt es, insbesondere die Anbindung des Heidekruges als Reitstation mit entsprechenden Einrichtungen zu fördern. = Münster braucht ein spezielles Marketingkonzept für den „sanften Tourismus”, denn die Pferderegion des Münsterlandes kann nur als ganzheitliches Konzept weiter vorankommen und besser vermarktet werden. Begründung: Münster als hiesige Hauptstadt des Pferdesports besitzt einen guten Namen im nationalen und internationalen Reitsport. Hierzu tragen nicht nur hochrangige Turniere wie das „Turnier der Sieger“ bei, sondern auch und gerade die Vielzahl von reitbegeisterten Menschen im Raum Münster. Sie prägen die besondere Liebe zum Reitsport in einer der größten Pferderegionen Deutschlands. Diese führende Position gilt es, mit einem Projekt zum Ausbau der Reitwege in und um Münster nachhaltig auszubauen und langfristig zu sichern. Münster braucht eine Verknüpfung der Reitwege mit attraktiven Angeboten wie das Pferdezentrum in Sudmühle, das Pferdemuseum sowie einer Vielzahl von Reitvereinen sowie touristischen Highlights, die für jeden Pferdefreund einen Urlaub in der Pferderegion des Münsterlandes erstrebenswert machen. Daher ist eine Vernetzung der Reitwege zwingend erforderlich, um diesen hohen Freizeitwert besse -2- Anlage 2 _2- Das veränderte Freizeitverhalten und die hohe Bedeutung des sanften Tourismus sind gerade für die wachsende Gruspe der Wander- oder Distanzreiter von großer Bedeutung. Deshalb scoli zur Förderung des Reittourismus vorrangig die Anbindung an das Reitwegenetz von Warendorf sowie ein attraktives Reitwegenetz in Münster erreicht werden, damit nicht die Reiterinnen und Reiter vor den Toren der Stadt Münster Halt machen müssen. Der sanfte Tourismus ist bei allen Planungsschritten zu berücksichtigen. Daher ist eine Anlage oder ein Ausbau von Reitwegen in bestehenden oder geplanten Naturschutzgebieten nicht möglich. Bei der Ausführung der Reitwege sollen keine versiegelten Wege entstehen, und wassergebundene Decken sind nur im unbedingt erforderlichen Umfang (etwa auf nassen Lehmböden) vorzusehen. Die Ausfertigung der Wege sollte vorzugsweise als offener Boden oder mit Sand oder Rindenmulch und Holzhäcksel aus lokaler Herkunft gestaltet werden. Für die Fraktion (Dean Auszuq aus der Niederschrift der Sitzung der Bezirksvertretung Münster-Ost vom 19.05.2005 Die Bezirksvertretung Münster-Ost beschloss einstimmig den Antrag cer SPD-Fraktion mit folgenden Erweiterunger: j „Die BV Ost möge im Rahmen des gestellten Ratsantrages der SPD beschließen: Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept zur Entwicklung des Reitwegenetzes für Müns- ter-Ost zu erarbeiten. Hierbei sind folgende Ziele zu berücksichtigen: . Als Oberziel für den Ausbau des Reitwegenetzes von Münster-Ost ist die Vernetzung mit dem Reitwegenetz von Warendorf voranzutreiben, welches im Rahmen eines Master- plans in den Ausbau des Reitwegenetzes der Stadt Münster einfließen soll. e Ein Naturlehrpfad vom westfälischen Pferdezentrum in Handorf zum Heidekrug an den Rieselfeldern soll im Rahmen eines Ausbaus des Reitwegenetzes für Reiter geschaffen werden, damit ökologisch wertvolle Ansatzpunkte vermittelt werden, um das Reiten zu einem wahren Naturerlebnis werden zu lassen. « Die Bildung von Reitstationen und Reiterhöfen, Reitbetrieben etc. ist in enger Kooperati- -on mit den Reitvereinen und besonderen touristischen Ausflugzielen zu realisieren. Kon- kret gilt es, insbesondere die Anbindung des Heidekruges als Reitstation mit entspre- chenden Einrichtungen zu fördern. Münster braucht ein spezielles Marketingkonzept für den „sanften Tourismus“, denn die Pferderegion des Münsterlandes kann nur als ganzheitliches Konzept weiter vorankommen und besser vermarktet werden.“
Ergänzungsvorlage V/0526/2006/1 + Anlagen
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DER OBERBÜRGERMEISTER STADT ılı MÜNSTER Amt für Grünflächen und Umweltschutz Vorlagen-Nr.: j V/0526/2006/1 Öffentliche Beschlussvorlage Auskunft erteilt: Herr Scharf Ruf: 492 6723 E-Mail: scharfk@stadt-muenster.de Datum: 25.09.2006 | Betrifft Antrag der SPD-Fraktion an den Rat, Nr. A-R/0018/2005 vom 27.04.2005; Münster-Stadt des Pferdesports Beschluss der Bezirksvertretung Münster-Ost vom 19.05.2005 Beratungsfolge 19.10.2006 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Vorberatung 24.10.2006 Bezirksvertretung Münster-Nord Vorberatung 26.10.2006 Bezirksvertretung Münster-Ost Vorberatung 31.10.2006 Bezirksvertretung Münster-Südost Vorberatung 02.11.2006 Bezirksvertretung Münster-West Vorberatung 07.11.2006 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Entscheidung Beschlussvorschlag: Sachentscheidung: 1. Der Bericht zum Masterplan „Pferderegion Münsterland“ wird zur Kenntnis genommen. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, die Konzeption und den Ausbau des Reitwegenetzes im Stadtgebiet unter Zugrundelegung der bestehenden und durch das Amt für Grünflächen und Umweltschutz entwickelten stadtteilbezogenen Reitwegeplanung sowie des Master- plans „Pferderegion Münsterland“ fortzuführen und das städtische in das überregionale Netz einzubinden. Kosten/Folgekosten Kosten Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Finanzierung der Reitwegekonzeption aus der Umlage zur Reitabgabe sowie der Finanzstelle: 671 O0 1301 00 0020 (Reitwege) mit einem Ansatz von 15.000 € zu bestreiten ist. Ergänzend wird sich die Verwaltung bemühen, weitere Mittel zur Realisierung des Reitwegenetzes durch Sponsoring und Sonderförderungen aus den Bereichen „Ländlicher Raum“ oder ähnlichen Quellen zu akquirieren. Folgekosten Folgekosten zur Pflege des städtischen Reitroutennetzes werden aus der Umlage der Reitabgabe finanziert. Die erforderlichen Mittel werden bei der Bezirksregierung Münster beantragt. V/0526/2006/1 Begründung: Die Behandlung in der Bezirksvertretung Münster-Ost erfolgt mit Bezug auf den Antrag der SPD- Fraktion der Bezirksvertretung Münster-Ost vom 14.04.2005, A-O/0022/2005, und der hierzu von der Bezirksvertretung Münster-Ost am 19.05.2005 beschlossenen Ergänzung (Anlage 2). Da der vorliegende Antrag grundsätzlich die gleichen Ziele verfolgt wie der Antrag der SPD- Fraktion an den Rat, Nr. A-R/0018/2005, vom 03.05.2005 (Anlage 1), gelten insofern auch hier die nachfolgenden Ausführungen. Die im Antrag Nr. A-O/0022/2005 genannten konkreten Wegefüh- rungen und Vernetzungsvorschläge werden aufgenommen und geprüft. Aufgrund der Bedeutung der städtischen Reitwegeplanung auch für die Bezirksvertretungen Müns- ter-Hiltrup, Münster-Nord, Münster-Südost und Münster-West wurde die Beratungskette der Be- schlussvorlage V/0526/2006 an den Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen mit dieser Er- gänzungsvorlage entsprechend erweitert. Zu 1. Bericht zum Masterplan „Pferderegion Münsterland“ Mit der Beschlussvorlage Nr. V/0559/2005 vom 16.06.2005 an den Hauptausschuss wurde der Antrag an den Rat vom 27.04.2005, A-R/0018/2005 (Anlage 1) auf Grund seiner gesamtstädti- schen Bedeutung zur abschließenden Behandlung an den Ausschuss für Umweltschutz und Bau- wesen verwiesen. In diesem Zusammenhang wird auch der Beschluss der Bezirksvertretung Münster-Ost vom 19.05.2005 (Anlage 2) abgearbeitet, da auch dieser im gesamtstädtischen Zusammenhang be- trachtet werden muss. Ausgangslage Die Anfänge der städtischen Reitwegeplanung liegen 24 Jahre zurück. Bereits 1982 wurde vom damaligem Gartenbauamt, dem heutigen Amt für Grünflächen und Umweltschutz, im Zuge einer AB-Maßnahme, ein erstes Reitwegekonzept für den Verwaltungsbereich der Stadt Münster erar- beitet. Das überwiegend auf den Hallensport und kleinere Distanzritte in der näheren Umgebung der Stal- lungen ausgerichtete Freizeitreiten als auch eine nur zögerliche Interessensbekundung der Verei- ne, Verbände und Reiterhöfen führten in der Vergangenheit zu einer ungenügenden und bruch- stückhaften Umsetzung des damaligen Reitwegekonzeptes. Zwischenzeitlich haben sich auf Grund struktureller Änderungen in der Landwirtschaft, einer hohen Nachfrage nach Ausreitmöglichkeiten in der freien Landschaft und einer Betrachtung des Freizeit- reitsports unter touristischen Gesichtspunkten, die Rahmenbedingungen für die städtische Reitwe- geplanung und die Realisierung eines überregionalen Reitwegeverbundes (Fern- und Wanderreit- wegenetz) mit Anschluss an die Nachbarkreise positiv entwickelt. Mit einem Jahresumsatz von ca. 5 Mrd. € auf Bundesebene stellt die Pferdewirtschaft einer der wenigen wachsenden Märkte dar. (Die Anzahl der Pferde innerhalb der Region wird mit 82.000 angegeben, es gibt 58.000 Pferde- sportler, davon 36.295 im „FN“-Verein, die Pferdewirtschaft schafft im Münsterland 20.000 Arbeits- plätze, der Umsatz ist steigend). Mit Bezug auf Münster liegen dem Amt für Grünflächen und Umweltschutz derzeit folgende Anga- ben vor: Pferdebestand ca. 2.000 Ausgewiesene Reitwege 11 mit einer Gesamtlänge von 30,2 km Reit- und Fahrvereine 17 mit ca. 3.950 Mitgliedern Reitbetriebe ca. 80 Sondereinrichtungen Pferdemuseum Westfälische Reit- und Fahrschule Westfälisches Pferdezentrum Westfälisches Pferdestammbuch e.V. Reittherapiezentrum Münster V/0526/2006/1 Regionale 2004 / Masterplan I Die regionale Identität des Münsterlandes ist neben der Parklandschaft und Landwirtschaft auch durch den Pferdesport und die Pferdezucht geprägt. Auf Grund der hohen Dichte an pferdebezo- genen Einrichtungen, Attraktionen, Veranstaltungen rund ums Pferd und einem fortlaufenden An- stieg an organisierten und nicht organisierten Reitern im Münsterland lag es nahe, das Thema Pferd im Rahmen der Regionale 2004 „Links und rechts der Ems“ zu berücksichtigen und die Po- tenziale der Wirtschaftsfaktoren Pferd und Reittourismus auszuloten. Zu diesem Zweck wurde im Sommer 2002 vom Fremdenverkehrsverband Münsterland Touristik Grünes Band e.V. die Erstel- lung eines Masterplanes „Pferderegion Münsterland“ (Masterplan I) an das Büro Dr. Mark, Dr. Schewe & Partner GmbH in Auftrag gegeben. Ziel des Masterplan | (2002 - 2003) war es eine ers- te Bestandsaufnahme zu pferdebetrieblichen Einrichtungen, Infrastrukturen und wirtschaftlich ver- wertbaren Kenngrößen zu liefern, sowie vorhandene Defizite und Hemmnisse aufzuzeigen um die im Reittourismus liegenden Potenziale zu fördern. Im Rahmen des Masterplanes Pferderegion Münsterland wurde deutlich, dass dem sehr hohen Entwicklungspotential in der Region starke De- fizite in der Wegeinfrastruktur gegenüberstehen. In diesem Zusammenhang wurden die vorhande- nen Reitrouten und Reitroutenplanungen der Kreise und der Stadt Münster erfasst, sowie erste Hinweise auf überregionale Hauptreitroutenachsen und eine regionale Netzstruktur erarbeitet. Im Zuge der Regionale 2004 wurden zur Thematik Pferd die Aktion „Pferde-Stärken“ in den Krei- sen Steinfurt, Warendorf und der Stadt Münster initiiert. Die erstmalig am 21. und 22. August 2004 der Öffentlichkeit präsentierte Aktion „Pferde-Stärken“ verdeutlicht den inhaltlichen Verbund zwi- schen Landschaft und Landwirtschaft, zwischen Freizeit und Tourismus und bringt sich mit neu angelegten Reitwegen, Aufklärung und vielfältigsten Veranstaltungen rund ums Pferd als raumre- levantes Thema ein. Die zwischenzeitlich über die Pferderegion Münsterland hinaus bekannte Ak- tion wurde 2005 auf die angrenzenden Städte und Kreise der Münsterlandregion ausgeweitet und fand auch dieses Jahr in Folge am 12. und 13. August mit einer gestiegenen Anzahl von Teilneh- mern (ca. 40.000) statt. Als weiteres herausragendes Projekt der Regionale 2004 ist die Auswei- sung der „Regionale Reitroute im Kreis Warendorf“ zu nennen, die im Bereich der Flurlagen Kreuzbach und Kasewinkel als auch nord-westlich von Handorf im Bereich der Ems parallel der Stadtgrenze ausgewiesen ist und in Teilabschnitten innerhalb des Stadtgebietes verläuft. Im Au- gust 2004 wurde die ca. 140 km lange Reitroute bei einer Aktionsveranstaltung zur Regionale 2004 eröffnet. Die Reitroute, die einen Baustein des Masterplans „Pferderegion Münsterland“ dar- stellt, ermöglicht den Anschluss der Kreise Warendorf, Steinfurt und der Städte Münster und Gü- tersloh an das im Aufbau befindliche Fernwanderreitroutennetz (Niederlande — Ruhrgebiet) der Pferderegion Münsterland und eröffnet den hiesigen Reitern über vorhandene bzw. geplante Reit- routen eine Verbindung zu den Routen des Kreises Warendorf und der Region. Masterplan Il Zur Umsetzung der aus dem Masterplan I vorliegenden Gutachten zur Pferderegion Münsterland wurde 2004 von der Münsterland Touristik Grünes Band e.V. (MTZ), in Abstimmung mit den Müns- terlandkreisen Borken, Coesfeld, Warendorf, Steinfurt, Recklinghausen und der Stadt Münster, die Fachagentur Pferd und Landwirtschaft - EQUlmedium mit der Koordinierung des Masterplan Il (2004 - 2006) beauftragt. Die seit 2004 laufende Fördermaßnahme Masterplan II Pferderegion Münsterland, finanziert durch das Land NRW, die Münsterlandkreise, die Stadt Münster sowie dem Kreis Recklinghausen, läuft zum Jahresende 2006 aus. Eine weitergehende Förderung durch das Land NRW scheint aktuell nicht sichergestellt. Die weitere Vorgehensweise zur touristische Entwicklung der Marke „Pferderegion Münsterland“ als Wirtschafts- und Freizeitfaktor ist derzeit ungeklärt. Im Hinblick auf die neue Organisationsein- heit, die aus der Fusion von der Münsterland Touristik und der Aktion Münsterland voraussichtlich ab 2008 ihre Arbeit aufnehmen wird, wird es für sinnvoll und zweckmäßig gehalten, die Umsetzung des „Masterplanes Pferderegion“ hier organisatorisch einzubinden. Gespräche auf der Vorstands- ebene der Münsterland Touristik sind vorgesehen. Eine fachspezifische Vorlage zur Thematik Pferd und Touristik erfolgt daher zu einem späteren Zeitpunkt durch Münster Marketing. V/0526/2006/1 Zu 2. Weitere Entwicklung des Reitroutennetzes bzw. der Reitwege in Münster Um die im Masterplan „Pferderegion Münsterland“ dargelegten Defizite im Bereich der Reitwege- infrastruktur aufzufangen soll das Reitwegenetz verdichtet werden. Im Folgenden werden Ziele und Maßnahmen im Gebiet der Stadt Münster aufgezeigt. Die Umsetzung des Masterplans „Pfer- deregion Münsterland“ hinsichtlich der Reitwege im Gebiet der Stadt Münster erfolgt unter Berück- sichtigung stadtspezifischer Besonderheiten und Bedürfnissen durch das Amt für Grünflächen und Umweltschutz. Nach einer umfangreichen Bestandserhebung der städtischen Reitinfrastrukturen und der Darstellung von angestrebten Hauptachsen zum Aufbau eines regionalen (Pferderegion Münsterland) Wanderreitnetzes in Abstimmung mit den angrenzenden Nachbarkreisen Coesfeld, Steinfurt, Borken und Warendorf, ist das Amt für Grünflächen und Umweltschutz derzeit dabei das städtische Reitwegenetz unter Berücksichtigung der städtischen Gegebenheiten zu erweitern und zu verdichten. Bezug nehmend auf die vorhandenen Reitinfrastrukturen (Reiterhöfe, Reitvereine, Sondereinrichtungen, Reitwege, Hotel- und Gaststättenbetriebe) und/oder in Bereichen mit beste- henden Zielkonflikten zwischen Reitern und sonstigen Interessensgruppen werden vom Amt für Grünflächen und Umweltschutz lokale und naturverträgliche Reitwege in Abstimmung und Zu- sammenarbeit mit den örtlichen Reiterhöfen und Reitvereinen initiiert, geplant und ausgewiesen. Parallel hierzu wird die Erweiterung bestehender Reitwege vorangetrieben und die Vernetzung der lokalen stadtteilbezogenen Reitwege und die Anbindung an das Wanderreitnetz der Pferderegion Münsterland angestrebt (Anlage 3). Im Rahmen der weiteren Umsetzung des Masterplans Il „Pferderegion Münsterland“ muss es nun darum gehen, die Infrastruktur dem im Masterplan angegebenen Reitwegebedarf anzupassen, die bestehenden Lücken im Reitwegenetz zu schließen sowie attraktive Reitrouten als Grundlage für das touristische Angebot und eine entsprechende Vernetzung zu entwickeln. Neben der touristischen Betrachtung des Reitens ist es im städtisch geprägten Umfeld der Stadt Münster ebenso wichtig der wachsenden Anzahl von landschaftsbezogenen Freizeitreitern inner- halb der Stadt Münster ein attraktives, naturverträgliches und gut erreichbares Reitroutenangebot für unterschiedliche Distanzritte anzubieten (Feierabend- und Wochenendfeiter). Als gelungenes Beispiel ist der in 2005 fertig gestellte Reitweg Altenroxel zu nennen, der auf das Zusammenwir- ken der örtlichen Hotel- Gaststätten- und Reitbetriebe, Freizeitreiter, und des Pferdemuseums mit einer Vielzahl von Veranstaltungen rund ums Pferd abzielt und einen Rahmen für touristisch aus- gerichtete Pferdearrangements (Ausritte, Informationsveranstaltungen, sportliche Events, Ausstel- lungen, Dinner, ...) bietet. Eine Reitroutenverbindung vom Pferdemuseum über Haus Kump und Roxel zur Stadtgrenze mit Anbindung an die Reitrouten im Kreis Coesfeld unter Einbeziehung vor- handener Reiteinrichtungen (Reitwege, Reiterhöfe, Reitvereinen) wird angestrebt. Unter Berücksichtigung der vorliegenden Gutachten und Handlungsempfehlungen wird seit 2004 in Abstimmung mit den Münsterlandkreisen, Warendorf, Steinfurt, Borken, Coesfeld, Recklinghausen und der Stadt Münster am Aufbau eines regionalen Reitroutennetzes mit Anbindung an die Nieder- ande und das Ruhrgebiet gearbeitet. In einem überregional agierenden Arbeitskreis werden Richt- inien zum Aufbau und der Planung von Reitrouten und Raststationen erarbeitet und die lokalen Reitroutenplanungen der beteiligten Münsterlandkreise und der Stadt Münster aufeinander abge- stimmt und kartographisch erfasst. Die übergeordnete Koordinierung der Reitroutenplanung zielt auf einheitliche Qualitätsstandards bei den Reitrouten und begleitender Infrastrukturen (Reiterhöfe, Reit- und Raststationen) innerhalb der „Pferderegion Münsterland“ ab. Für Münster wird folgende Konzeption vorgeschlagen: e Die städtischen Überlegungen zur Reitwegeplanung und zur Entwicklung eines Reitwege- konzeptes sind auf die regionalen Planungen abzustimmen und in das Projekt „Pferderegi- on Münsterland“ zu integrieren, um damit die Profilierung des Pferdsports und Reittouris- mus auf regionaler Ebene zu fördern. e Der Zerschneidungseffekt durch Verkehrs- und Siedlungsflächen, der Nutzungsdruck auf die vorhandenen Freiflächen (Landwirt- und Forstwirtschaft, Jagd, Freizeit und Erholung) und ein hoher Anteil privater Flächen im Eigentum ‚reitkritischer“ Besitzer stehen einem flä- chendeckenden und geschlossenen Reitroutennetz innerhalb des Stadtgebietes entgegen. Die Erarbeitung eines eigenständigen städtischen Masterplans kann daher nicht empfohlen V/0526/2006/1 werden und könnte bei den beteiligten Münsterlandkreisen zu Irritationen führen. Bei der Entwicklung des städtischen Reitwegenetzes empfiehlt sich vielmehr eine stufen- weise und ortsbezogene Vorgehensweise, die lokal bestehende Zielkonflikte berücksichtigt und mit den betroffenen Interessensgruppen und Eigentümern eine einvernehmliche Reit- routenplanung verfolgt. « Ziel der städtischen Reitwegeplanung ist es daher, im Anschluss an bereits vorhandene lo- kale Reitwege weitere lokale Rundreitwege auszuweisen bzw. das vorhandene Reitwege- netz zu verdichten. Hierbei wird ein Verbund der räumlich zugeordneten und miteinander vernetzbaren Reiteinrichtungen angestrebt. Parallel hierzu ist eine Anbindung der mitein- ander vernetzten und in der Regel stadtteilbezogenen Reitroutennetze an die vorhandenen bzw. im aufbaubefindlichen Reitroutennetze der angrenzenden Münsterlandkreise und an das überregionale Fernwanderreitnetz vorgesehen. e Die Ausweisung von Reitrouten erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den ansässigen Rei- terhöfen, Reitvereinen, den örtlichen Hotel- und Gaststättenbetrieben und den Grund- stückseigentümer um lokale Besonderheiten bei der Planung zu berücksichtigen und eine möglichst große Akzeptanz bei den Betroffenen und Nutzern zu erzielen. Schwerpunkte ergeben sich auf Grund der örtlichen Initiativen, nach der Ausweisung des Reitwe- ges Jesuiterbrook im Bereich Hiltrup, zurzeit in den Bereichen: «e Roxel / Altenroxel (Pferdemuseum, Haus Kump, Mecklenbeck, Roxel, Anschluss an den Kreis Coesfeld) e Handorf / Wollbeck (Anschluss an den Kreis Warendorf und die Regionale Reitroute) e Nienberge (Anschluss an Altenberge) Finanzierung Die Finanzierung des Reitroutennetzes erfolgt aus Mittelzuweisungen der Reitabgabe, der Touris- musförderung, städtischen Mitteln und durch die kostenlose Bereitstellung von privaten Flächen der Reitbetriebe. Auf Grund des durch den Masterplan „Pferderegion Münsterland“ initiierten Reitwegeausbaus und dem damit einhergehenden Pflegekostenanstieg entstehen jedoch bei einer annähernd gleich bleibenden Finanzierungsgrundlage und Einnahmesituation (ca. 12.000,- € p. a.) erhebliche Aus- bau- und Pflegeengpässe. Die in der Vergangenheit für den Ausbau des städtischen Reitwegenet- zes zur Verfügung stehenden Finanzmitteln aus Landeszuschüssen (Reitabgabe) werden im Hin- blick auf einen zügigen und flächendeckenden Ausbau nicht mehr ausreichen, das angestrebte Ziel zu realisieren. Neben der Reitabgabe und dem im Haushalt veranschlagten jährlichen Ansatz wird deshalb eine Finanzierung über Sponsoren- und Sondermittel für einen zweckgebundenen Ausbau des städtischen Reitroutennetzes angestrebt. Sofern diese Mittel nachhaltig nicht hinrei- chend sind, das genannte Konzept im regionalen Zusammenhang in absehbarer Zeit zu verwirkli- chen, müsste über die Bereitstellung weiterer städtischer Mittel entschieden werden. Reitregelung / Reitabgabe Die so genannte Reitregelung im Landschaftsgesetz (LG NRW) besteht in diesem Jahr genau seit 25 Jahren. Die Reitregelung dient als Lenkungsinstrument um die unterschiedlichen Nutzungs- und Freizeitansprüche der Freizeitreiter mit den übrigen Erholungssuchenden und den Grund- stückseigentümern und Nutzern zu harmonisieren. Die Initiierung und Koordinierung des Aufbaues und der Pflege eines Reitroutennetzes nimmt hierbei eine Schlüsselstellung ein. Nach dem Land- schaftsgesetz sollen die Landschaftsbehörden im Zusammenwirken mit den Forstbehörden, den Gemeinden, den Waldbesitzern und den Reitverbänden für ein ausreichendes und geeignetes Reitwegenetz sorgen. Die Reitregelung regelt das Reiten in der freien Landschaft sowie das Rei- ten im Wald. Danach ist das Reiten zum Zwecke der Erholung über den Gemeingebrauch an öf- fentlichen Straßen und Wegen hinaus auch auf privaten Straßen und Wegen in der freien Land- schaft sowie auf gekennzeichneten Reitwegen im Wald erlaubt. Wer in der freien Landschaft und V/0526/2006/1 im Wald reitet, muss ein am Pferd zu befestigendes Kennzeichen tragen, wofür eine Reitabgabe und eine Verwaltungsgebühr zu errichten sind. Während in den Jahren 1991 bis 1996 die Anzahl an gültigen Reitkennzeichen zwischen 100 und 150 Kennzeichen lag, konnte durch Vereinfachung des Antragsverfahrens und des Zahlungsver- kehrs im Jahre 1997 die Anzahl schrittweise gesteigert werden und erreichte im Jahre 2005 einen neuen Höchststand von 390 Kennzeichen. Das Aufkommen aus der Reitabgabe liegt im gesamten Münsterland jedoch noch immer deutlich geringer als gegenüber anderen Regionen in Nordrhein- Westfalen mit einem geringeren Pferdebestand (Einnahmen 2004 BR Münster: 107.500 €, BR Köln: 420.000 €, BR Düsseldorf: 314.000 €). Von der Bezirksregierung Münster wurde daher im Jahre 2005 zusammen mit Vertretern der Kreise und kreisfreien Städte eine Arbeitsgruppe ge- gründet, die ein Maßnahmeprogramm erarbeitet hat, um das Aufkommen aus der Reitabgabe zu steigern. Nach diesem Programm wurden die Formulare und Internetauftritte zur Reitregelung im gesamten Regierungsbezirk vereinheitlicht und das vereinfachte Antragsverfahren und der Zah- lungsverkehr nach dem Beispiel der Stadt Münster weitgehend übernommen. Durch eine verstärk- te und zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit (vermehrte Presseberichte, Informationsstand beim Ro- linck-Cup 2006, Anschreiben der Reitervereine und der Reiterhöfe, Plakataktionen) auch mit Hilfe des Provinzialverbandes der Reit- und Fahrvereine soll die Akzeptanz der Reitregelung und damit auch das Aufkommen aus der Reitabgabe gesteigert werden. Als Fazit kann festgestellt werden, dass die von der Bezirksregierung 2005 initiierte und von den unteren Landschaftsbehörden der Kreise und Städte der Pferderegion Münsterland durchgeführte Werbekampagne zur Erhöhung der Akzeptanz und Information über die Reitabgabe erfolgreich ist. So konnte allein in der Stadt Münster die Anzahl der ausgehändigten kostenpflichtigen Reitkenn- zeichen von 390 (Stand 2005) auf derzeit 445 (Stand Juni 2006) gesteigert werden. Dies entspricht einem Zuwachs von ca. 15 %, Tendenz steigend. I.V. gez. Dr. Klein Stadträtin Anlagen e Anlage 1 - Antrag der SPD-Fraktion an den Rat, Nr. A-R/0018/2005, vom 27.04.2005 «e Anlage 2 - Antrag der SPD-Fraktion der Bezirksvertretung Münster-Ost vom 14.04.2005, Nr. A-0/0022/2005 und Beschluss der Bezirksvertretung Münster-Ost vom 19.05.2005 e Anlage 3 - Reitwegekonzeption der Stadt Münster V/0526/2006/1 Anlage 1 SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster Antrag Fi Dr a 27.04.2005 Fax: 0251/ 511 75C mail: sodfrak @muensterde Internet: www.spd-muensterde Münster - Stadt des Pferdesports Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 1. Die Verwaltung wird beauftragt, einen Masterplan „Münster - Stadt des Pferdesports“ für die nächsten fünf Jahre zu erarbeiten, der ein geschlossenes Reitwegenetz im Stadtgebiet und die Anbindung an das bestehende Reitwegenetz im Münsterland sicherstellt. 2. Zur Förderung und touristischen Vermarktung des Wanderreitens wird ein Handlungs- und Marketingkonzept erarbeitet. 3. Zur Finanzierung sollen neben Landeszuschüssen und städtischen Mitteln (die zum Teil aus der Reitabgabe finanziert werden sollen) auch in größerem Umfang Drittmittel aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen eingeworben werden. 4. Die Routenplanung wird in enger Kooperation mit verschiedenen Partnern in den Stadtteilen erstellt - auch um bürgerschaftliches Engagement beim Ausbau und der Pflege des Reitwegenetzes zu erleichtern. 5. Die Planung sowie die weitere Ausgestaltung des Reitwegenetzes wird von einem Projektbeirat aus Vertretern u.a. des Reitsports, der Landwirtschaft und des Naturschutzes sowie von Politik und Verwaltung begleitet. Begründung: Münster als eine Hauptstadt des Pferdesports besitzt einen guten Namen im nationalen und "internationalen Reitsport. Hierzu tragen nicht nur hochrangige Turniere wie das „Turnier der Sieger“ bei, sondern auch und gerade die Vielzahl von reitbegeisterten Menschen im Raum Münster. Sie prägen die besondere Liebe zum Reitsport in einer der größten Pferderegionen Deutschlands. Diese führende Position gilt es, mit einem Projekt zum Ausbau der Reitwege in Münster nachhaltig auszubauen und langfristig zu sichern. Der zu erarbeitende Masterplan soll dabei u.a. folgende Punkte beinhalten: Das zu erarbeitende Stadtentwicklung für cie Umsetzung sci! zunäc nster ausgebaut werden, dass canr an die besishenden Reitwegenetze des Münsterlandes argeburden wird. damit die Reiterinnen und Reiter nicht ver den Toren der Stadi Münster Halt machen müssen. Der Ausbau kann auch mit Hilfe von Umwidmungen von Wirtschafts- oder Wanderwegen vorangetrieben werden. Insbesondere gilt es auch cie Anbindung des Emshofs und des Heidekrugs als Reitstationen mit entsprechenden Einrichtungen zu fördern. In diesem Umfeld ist ein Naturlehrpfad zu schaffen, um das Reiten zu einem wahren Naturerlebnis für Pferd und Reiter werden zu lassen. Entiang des Wegenetzes sind Reitstationen in enger Kooperation mit den Reitvereinen und touristischen Ausflugszielen zu realisieren. Reitwegekonzest wird Bestandteil der Leitlinien zur Grürcrdnurg. in cer Das veränderte Freizeitverhalten und die hohe Bedeutung des sanften Tourismus sind gerade für die wachsende Gruppe der Wancer- und Distanzreiter von großer Bedeutung. Münster braucht daher ein spezielles Marketingkonzept für den „sanften Tourismus“, für das der Reitsport der erste Baustein sein kann. Die Pferderegion des Münsterlandes kann nur im Rahmen eines ganzheitlichen Konzepts weiter vorankommen und besser vermarktet werden. Um den hohen Freizeitwert nutzen zu können, ist eine Vernetzung der Reitwege zwingend erforderlich. Diese müssen mit attraktiven Angeboten wie dem Pferdemuseum, einer Vielzahl von Reitvereinen sowie weiteren touristischen Highlights und Events („Wanderreiten — Rund um Münster“) verbunden und ergänzt werden, die für jeden Pferdefreund einen Urlaub in der Pferderegion des Münsterlandes erstrebenswert machen. Die weitere Planung wird durch einen Projektbeirat begleitet, damit hier der Sachverstand aus Politik und Gesellschaft eingebunden werden kann. Mitglieder dieses Projektbeirates sollten sein: Vertreter der im Rat vertretenen Parteien und der Verwaltung, NABU Münster, Deutsche Reiterliche Vereinigung, Reitvereine, Bauernverband, Tourismuswirtschaft (Hotel- und Gaststättenverband), Stadtsportbund. Als Aufgaben des Projektbeirates sind die Mitgestaltung am Masterplan sowie am Ausbau und bei der Entwicklung eines Marketing- und Nutzungskonzepts zu sehen. Das Ziel, Münster als Stadt des Pferdesports weiter auszubauen, kann aus eigener Kraft von der Stadt Münster nicht geleistet werden. Hier sind unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche einzubinden. Dabei sind die Wirtschaftsförderung bzw. Münster-Marketing besonders gefordert, der Wirtschaft die Teilnahme an diesem Projekt zu ermöglichen. Interessierte Bürgerinnen und Bürgern sowie gesellschaftliche Gruppen in der Stadt sind als Sponsoren und Paten zu gewinnen. Gaby Kubig-Steltig Anne Hakenes Karsten Rahn Holger Wigger Marianne Hopmann Udo Reiter Wolfgang Heuer - Ralf Hubert Moritz von Schmeling Alexander Bercht Michael Jung Anne Schulze Wintzler Anika Bergner Marianne Koch Joachim Tonn Philipp Gabriel Kurt Pölling Beate Vilhjalmsson Beanka Ganser A-0O!/Col2/Icc o SPD-Fraktion 14. April 2005 in der BV Münster-Ost Antrag an die BV „Münster-Ost: Zentrum des Pferdesports“ Die BV Ost möge beschließen: Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept zur Entwicklung des Reitwegenetzes für Münster-Ost zu erarbeiten. Hierbei sind folgende Ziele zu berücksichtigen. “Als Öberziel für den Ausbau des Reitwegenetzes von Münster-Ost ist die Vernetzung mit dem Reitwegenetz von Warendorf voranzutreiben, welches im Rahmen eines Masterplans in den Ausbau des Reitwegenetzss der Stadt Münster einfließen soll. = Ein Naturlehrpfad vom westfälischen Pferdezentrum in Handorf zum Heidekrug an den Rieselfeldern soll im Rahmen eines Ausbau des Reitwegenetzes für Reiter geschaffen werden, damit ökologisch wertvolle Ansatzpunkte vermittelt werden, um das-Reiten zu einem wahren Naturerlebnis werden zu lassen. j « Die Bildung von Reitstationen ist in enger Kooperation mit den Reitvereinen und besonderen touristischen Ausflugszielen zu realisieren. Konkret gilt es, insbesondere die Anbindung des Heidekruges als Reitstation mit entsprechenden Einrichtungen zu fördern. = Münster braucht ein spezielles Marketingkonzept für den „sanften Tourismus“, denn die Pferderegion des Münsterlandes kann nur als ganzheitliches Konzept weiter vorankommen und besser vermarktet werden. Begründung: Münster als hiesige Hauptstadt des Pferdesports besitzt einen guten Namen im nationalen und internationalen Reitsport. Hierzu tragen nicht nur hochrangige Turniere wie das „Turnier der Sieger“ bei, sondern auch und gerade die Vielzahl von reitbegeisterten Menschen im Raum Münster. Sie prägen die besondere Liebe zum Reitsport in einer der größten Pferderegionen Deutschlands. Diese führende Position gilt es, mit einem Projekt zum Ausbau der Reitwege in und um Münster nachhaltig auszubauen und langfristig zu sichern. Münster braucht eine Verknüpfung der Reitwege mit attraktiven Angeboten wie das Pferdezentrum in Sudmühle, das Pferdemuseum sowie einer Vielzahl von Reitvereinen sowie touristischen Highlights, die für jeden Pferdefreund einen Urlaub in der Pferderegion des Münsterlandes erstrebenswert machen. Daher ist eine Vernetzung der Reitwege zwingend erforderlich, um diesen hohen Freizeitwert besse -2- Anlage 2 -2- Das veränderte Freizeitverhalten und die hohe Bedeutung des sanften Tourismus sind gerade für die wachsende Gruppe der Wander- oder Distanzreiter von großer Bedeutung. Deshaib scli zur Förderung des Reittourismus vorrangig die Anbindung an das Reitwegenetz von Warendorf sowie ein attraktives Reitwegenetz in Münster erreicht werden, damit nicht die Reiterinnen und Reiter vor den Toren der Stadt Münster Halt machen müssen. Der sanfte Tourismus ist bei allen Planungsschritten zu berücksichtigen. Daher ist eine Anlage oder ein Ausbau von Reitwegen in bestehenden oder geplanten Naturschutzgebieten nicht möglich. Bei der Ausführung der Reitwege sollen keine versiegelten Wege entstehen, und wassergebundene Decken sind nur im unbedingt erforderlichen Umfang (etwa auf nassen Lehmböden) vorzusehen. Die Ausfertigung der Wege sollte vorzugsweise als offener Boden oder mit Sand oder Rindenmulch und Holzhäcksel aus lokaler Herkunft gestaltet werden. Für die Fraktion (On Auszug aus der Niederschrift der Sitzung der Bezirksvertretung Münster-Ost vom 19.05.2005 Die Bezirksvertretun Münster-Ost beschloss einstimmig den Antrag cer SPD-Fraktion mit 3 DAR. folgerden Ermweiteruncer: „Die BV Ost möge im Rahmen des gestellten Ratsantrages der SPD beschließen: Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept zur Entwicklung des Reitwegenetzes für Müns- ter-Ost zu erarbeiten. Hierbei sind folgende Ziele zu berücksichtigen: e -Als Oberziel für den Ausbau des Reitwegenetzes von Münster-Ost ist die Vernetzung mit dem Reitwegenetz von Warendorf voranzutreiben, welches im Rahmen eines Master- plans in den Ausbau des Reitwegenetzes der Stadt Münster einfließen soll. e Ein Naturlehrpfad vom westfälischen Pferdezentrum in Handorf zum Heidekrug an den Rieselfeldern soil im Rahmen eines Ausbaus des Reitwegenetzes für Reiter geschaffen werden, damit ökologisch wertvolle Ansatzpunkte vermittelt werden, um das Reiten zu einem wahren Naturerlebnis werden zu lassen. « Die Bildung von Reitstationen und Reiterhöfen, Reitbetrieben etc. ist in enger Kooperati- -on mit den Reitvereinen und besonderen touristischen Ausflugzielen zu realisieren. Kon- Kret gilt es, insbesondere die Anbindung des Heidekruges als Reitstation mit entspre- chenden Einrichtungen zu fördern. Münster braucht ein spezielles Marketingkonzept für den ‚sanften Tourismus“, denn die Pferderegion des Münsterlandes kann nur als ganzheitliches Konzept weiter vorankommen und besser vermarktet werden.“ || MÜNSTER STADT Reitwege / Reitrouten Reitm öglichkeiten mit Anschluss an vorh. Reitwege angantrabte Hauptachaan ausgewiesene Raltwoge geplante Retwege Regionale 2004 Phase 1 (nach LG NW) geplante Roltwege (z.B, Pferdezentrum ste.) Pferdepension/Reiterhof ‚Standorte der Ralt- und Fahrvereine Planung bzw. Prüfun: Infrastruktur STER MÜN N Grünflächen und Umweltschutz Reiten in Münster Grundiagenkarte "Infrastruktur / Reitrouten®
Anlage 1
4989 Zeichen
27.04.2005 Antrag Anlage 1 SPD-Fraktion r Stadt Münster Münzstr. 15 48143 Münster Telefon: 0251/45 314 Fax: 0251/7511 750 mail: sodfrak @muensterde Internet: www.spd-muensterde Münster - Stadt des Pferdesports Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 1. Die Verwaltung wird beauftragt, einen Masterplan „Münster - Stadt des Pferdesports“ für die nächsten fünf Jahre zu erarbeiten, der ein geschlossenes Reitwegenetz im Stadtgebiet und die Anbindung an das bestehende Reitwegenetz im Münsterland sicherstellt. . 2. Zur Förderung und touristischen Vermarktung des Wanderreitens wird ein Handlungs- und Marketingkonzept erarbeitet. 3. Zur Finanzierung sollen neben Landeszuschüssen und städtischen Mitteln (die zum Teil aus der Reitabgabe finanziert werden sollen) auch in größerem Umfang Drittmittel aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen eingeworben werden. 4. Die Routenplanung wird in enger Kooperation mit verschiedenen Partnern in den Stadtteilen erstellt - auch um bürgerschaftliches Engagement beim Ausbau und der Pflege des Reitwegenetzes zu erleichtern. 5. Die Planung sowie die weitere Ausgestaltung des Reitwegenetzes wird von einem Projektbeirat aus Vertretern u.a. des Reitsports, der Landwirtschaft und des Naturschutzes sowie von Politik und Verwaltung begleitet. Begründung: Münster als eine Hauptstadt des Pferdesports besitzt einen guten Namen im nationalen und "internationalen Reitsport. Hierzu tragen nicht nur hochrangige Turniere wie das „Turnier der Sieger“ bei, sondern auch und gerade die Vielzahl von reitbegeisterten Menschen im Raum Münster. Sie prägen die besondere Liebe zum Reitsport in einer der größten Pferderegionen Deutschlands. Diese führende Position gilt es, mit einem Projekt zum Ausbau der Reitwege in Münster nachhaltig auszubauen und langfristig zu sichern. Der zu erarbeitende Masterplan soll dabei u.a. folgende Punkte beinhalten: > Das zu erarbeitende Reitwegekonzest wird Bestandteil der Leitlinien zur Stadtentwicklung, für die Bereiche Freizeit, Erheiung und Grüncrdnung. in cer Umsetzung sc! zunächst ein attraktives Reitwegenetz In Münster ausgebaut werden, dass canr an die bestehenden Reitwegenetze des Münsterlandss angebunden wire, damit die Reiterinnen ung Reiter nicht vor den Toren der Stadt Münster Halt machen müssen. Der Ausbau kann auch mit Hilfe von Umwidmungen von Wirtschafts- oder Wanderwegen vorangetrieben werden. Insbesondere gilt es auch die Anbindung des Emshofs und des Heidskrugs als Reitstationen mit entsprechenden Einrichtungen zu fördern. In diesem Umfeld ist ein Naturlehrpfad zu schaffen, um das Reiten zu einem wahren Naturerlebnis für Pferd und Reiter werden zu lassen. Entiang des Wegenetzes sind Reitstationen in enger Kooperation mit den Reitvereinen und touristischen Ausflugszielen zu realisieren. Das veränderte Freizeitverhalten und die hohe Bedeutung des sanften Tourismus sind gerade für die wachsende Gruppe der Wander- und Distanzreiter von großer Bedeutung. Münster braucht daher ein spezielles Marketingkonzept für den „sanften Tourismus“, für das der Reitsport der erste Baustein sein kann. Die Pferderegion des Münsterlandes kann nur im Rahmen eines ganzheitlichen Konzepts weiter vorankommen und besser vermarktet werden. Um den hohen Freizeitwert nutzen zu können, ist eine Vernetzung der Reitwege zwingend erforderlich. Diese müssen mit attraktiven Angeboten wie dem Pferdemuseum, einer Vielzahl von Reitvereinen sowie weiteren touristischen Highlights und Events („Wanderreiten — Rund um Münster“) verbunden und ergänzt werden, die für jeden Pferdefreund einen Urlaub in der Pferderegion des Münsterlandes erstrebenswert machen. Die weitere Planung wird durch einen Projektbeirat begleitet, damit hier der Sachverstand aus Politik und Gesellschaft eingebunden werden kann. Mitglieder dieses Projektbeirates sollten sein: Vertreter der im Rat vertretenen Parteien und der Verwaltung, NABU Münster, Deutsche Reiterliche Vereinigung, Reitvereine, Bauernverband, Tourismuswirtschaft (Hotel- und Gaststättenverband), Stadtsportbund. Als Aufgaben des Projektbeirates sind die Mitgestaltung am Masterplan sowie am Ausbau und bei der Entwicklung eines Marketing- und Nutzungskonzepts zu sehen. _ Das Ziel, Münster als Stadt des Pferdesports weiter auszubauen, kann aus eigener Kraft von der Stadt Münster nicht geleistet werden. Hier sind unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche einzubinden. Dabei sind die Wirtschaftsförderung bzw. Münster-Marketing besonders gefordert, der Wirtschaft die Teilnahme an diesem Projekt zu ermöglichen. Interessierte Bürgerinnen und Bürgern sowie gesellschaftliche Gruppen in der Stadt sind als Sponsoren und Paten zu gewinnen. Gaby Kubig-Steltig Anne Hakenes Karsten Rahn Holger Wigger Marianne Hopmann Udo Reiter Wolfgang Heuer - Ralf Hubert Moritz von Schmeling Alexander Bercht Michael Jung Anne Schulze Wintzler Anika Bergner Marianne Koch Joachim Tonn Philipp Gabriel Kurt Pölling Beate Vilhjalmsson Beanka Ganser
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: vertagt
Zur SitzungBeschluss: vertagt
Zur SitzungOrte (3)
- Münzstraße 15
- Kreuzbach
- Kasewinkel
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0526/2006
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 05.09.2006
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37