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2006/0489

Neugestaltung der Erich-Ollenhauer-Promenade

Magistratsvorlage 27.07.2006

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SER Architekten und Stadtplaner

Sommerlad Haase - Kunli OOO

Lanassnartsarenitenten

2006/0489

8971 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
31.08.2006 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat III Dezernat II 
Dezernat VI 
 
Amt: Grünflächen- und 
Umweltamt 
an den Magistrat 
 
  zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 OBW bei abschl. Beschluss-
fassung Magistrat 
   
Tagesordnung:  I  II 
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2006/0489 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Neugestaltung der Er ich-Ollenhauer-Promenade 
 
Vorlage vom: 27.07.2006 
 
Beschlussvorschlag: 
1. Der Magistrat stimmt der vorgelegten Planung des Grünflächen- und Umweltamtes zur Neuges-
taltung der Erich-Ollenhauer-Promenade zu.  
2. Die Magistratsvorlage ist der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorzulegen.  
 
 
 
Anlagen: Vorentwurf 
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
Begründungsseite zur Magistratsvorlage vom 27.7.2006 
 
Begründung:  
 
Die Erich-Ollenhauer-Promenade entstand im Zuge des Nachkriegsaufbaues in den 50er Jahren 
und erstreckt sich zwischen dem Schlossgraben und der Pützerstraße als eine zentrale Grünverbin-
dung für Fußgänger und Radfahrer in der Stadt. Ausgangspunkt ist im Westen das Schloss und 
Endpunkt im Osten die Mathildenhöhe, so dass die Erich-Ollenhauer-Promenade gleichzeitig die 
touristische Leitlinie zu den bedeutsamen kulturellen Sehenswürdigkeiten der Stadt ist. Im Osten 
setzt sich die Kulturachse weiter fort über den Olbrichweg zum Park Rosenhöhe und im Westen 
über den Schlossgraben zum Herrngarten. Im städtischen Gefüge ist die Erich-Ollenhauer-
Promenade auch Rückgrat für die angrenzenden Hochschulbauten des Universitätscampus der TU 
Darmstadt in der Innenstadt.  
 
Gegenüber dem Schloss entsteht mit dem Neubau des Kongress- und Wissenschaftszentrums 
"Darmstadtium" ein prägender Baukörper, der die Nahtstelle zur Innenstadt und den Beginn der 
Promenade durch die Umgestaltung der Freiflächen neu definiert. Am Endpunkt der Promenade 
entsteht nördlich der Pützerstraße in Verbindung mit randlichen Neubauten ein verändertes Umfeld 
mit einem neu gestalteten Platzbereich als Auftakt zur Mathildenhöhe.  
 
Eingespannt zwischen diesen beiden Neubauprojekten liegt die heutige Erich-Ollenhauer-
Promenade mit erheblichem Sanierungs- und Instandsetzungsbedarf im Hinblick auf eine einheitli-
che und in der Übersichtlichkeit offenere Gesamtgestaltung mit Verbesserungsbedarf in den Kreu-
zungspunkten und Übergangssituationen zu den querenden Straßen. Auch die mangelhafte Er-
kennbarkeit der öffentlichen Durchwegung und die unzureichende Einbeziehung historischer Ele-
mente wie Stadtmauer und Gefängnismauer sind bestehende Defizite, denen mit der Neugestaltung 
begegnet wird. 
 
Die Grundlagen für das Gesamtkonzept zur Neugestaltung der Erich-Ollenhauer-Promenade orien-
tieren sich an den Planungen zu den Freiflächen am Wissenschafts- und Kongresszentrum Darm-
stadt und führen diese mit gestalterischer Eigenständigkeit fort. Weitere Anforderungen sind die 
Integration des fertig gestellten neuen Stiftungsgebäudes des Fraunhofer Institutes für Graphische 
Datenverarbeitung (IGD) und die Integration der angrenzenden Freiflächen privater Grundstücke 
und Gebäude. Heutige Gestaltungselemente wie die begleitenden Skulpturen und Kunstwerke und 
Oberflächenbeläge sind prägende Merkmale, die in der Neuplanung für das Gesamtkonzept aufge-
griffen werden.  
 
Die verfügbare Fläche für die Neugestaltung des Promena denweges beschränkt sich auf eine Breite 
von ca. 12 m als öffentlicher Freiraum mit angrenzenden privaten Gr undstücknutzungen und Ge-
bäuden. Daher ist es besonders wichtig, angrenzende historische Relikte wie die Stadtmauer  als 
Begrenzungen der Promenade sowie Freiflächen anliegender Gebäude mit teilöffentlicher Nutzung 
wie z. B. das IGD einzubeziehen.  
 
Eckpunkte des Gestaltungskonzeptes sind die Herausarbeitung charakteristischer Merkmale der 
Promenade, die Verbesserung der Funktionalität in den Bewegungsabläufen für Fußgänger und 
Radfahrer und die Stärkung von Aufenthaltsqualitäten in der räumlichen Anordnung. Mit wenigen 
Gestaltungselementen soll die Einheitlichkeit der Prom enade hervorgehoben und die Kontinuität 
betont werden. Der Anstieg zur Mathildenhöhe als charakteristisches Merkmal der Topographie wird 
herausgestellt und durch die Markierung der Grenzen über Hecken, Brüstungs- und Sitzelemente 
hervorgehoben. Die Übersichtlichkeit und das Sicherheitsgefühl werden durch überschaubare 
Pflanzungen unterstützt. Der Bodenbelag in der Beschränkung auf zwei Materialien in unterschiedli-

3 
... 
cher Verdichtung verbindet die verschiedenen Bereiche und verdeutlicht die Verbindungsfunktion 
zwischen Schloss und Mathildenhöhe.  
 
In der Umsetzung bedeuten diese Gestaltungsprinzipien, dass eine Anlage mit einem zweiläufigen 
Wegesystem geschaffen wird. Die beiden Wege verlaufen jeweils an den Rändern der Promenade 
und umschließen in der Mitte ein grünes Vegetationsband, das durch kleinere Aufenthaltsbereiche 
mit Sitzmöglichkeiten und Kunstobjekten in Flächen mit wassergebundener Wegedecke unterbro-
chen wird. Die Grünverbindung wird als urbane städtische Verbindung mit Plattenbelägen analog zu 
der Ausgestaltung der Bewegungsflächen um das Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt 
ausgestaltet im Wechsel mit Pflasterbändern aus Porphyr, die sich von Westen nach Osten verdich-
ten und damit den Zusammenhang zu den Pflasterbelägen auf der Mathildenhöhe schaffen. Die 
mittig gelegenen Vegetationsflächen werden entsprechend der ansteigenden Topographie gestaffelt 
und als Pflanzterrassen ausgebildet.  
 
Von den Freiflächen des Wissenschafts- und Kongresszentrums aufsteigend wird die schmalere 
Wegefläche auf der Nordseite als durchgängige Wegefläche ausgebildet, die breitere Wegefläche 
auf der Südseite wird im untersten Teilabschnitt mit flachen verzogenen Stufenelementen ausges-
tattet. Die Grenze nach Norden bildet die weitgehend freigestellte alte Maueranlage zu den tieferlie-
genden privaten Grundstücken der Wohnbebauung an der Alexanderstraße. Dort, wo die Mauer 
unter 80 cm liegt und sehr direkte Sichtbeziehungen ermöglicht, wird eine Hecke vor die niedrige 
Mauer in Teilabschnitten gepflanzt, im übrigen Verlauf schafft ein schmales Band mit wassergebun-
dener Decke die Distanz zur durchlaufenden Bewegungsfläche der Fußgänger und Fahrradfahrer. 
 
Im Bereich des neuen Stiftungsgebäudes der IGD wird eine Platzfläche ausgebildet, in die zwei 
markante Bestandsbäume eingebunden werden. In dem Vegetationsband sind einzelne lichte neue 
Pflanzungen von Bäumen vorgesehen, die dem Typus der Bäume vor dem Darmstadtium entspre-
chen und in der Mittelzone Leitfunktion übernehmen.  
 
Im weiteren Verlauf wechseln die breite Wegezone nach Norden und die schmale Wegezone nach 
Süden, um auch in diesem Abschnitt Bestandsbäume zu halten. Die alte Gefängnismauer soll von 
Bewuchs befreit und als markantes Element der Erich-Ollenhauer-Promenade in den Blickpunkt 
gerückt werden. Zu den angrenzenden Privatflächen auf der Nordseite bis zur Merckstraße wird 
eine Hecke als klare Begrenzung gepflanzt, während der Blick auf das prägende Stiftungsgebäude 
der IGD über den Platzbereich freigehalten wird. Der Übergang über den Mercksplatz wird durch 
eine Fortführung der Bodenbeläge der Erich-Ollenhauer-Promenade verdeutlicht und markiert.  
 
In dem Abschnitt zwischen Merckstraße und Pützerstraße wird die Gestaltung in gleicher Aufteilung 
fortgeführt. Die heute vorhandene angerartige Situation mit Wiesenfläche und beidseitiger Rotdorn-
bepflanzung wird aufgelöst zu Gunsten einer einheitlichen Gestaltung. Zu den angrenzenden Privat-
flächen und direkt anschließenden Gebäuden werden Heckenpflanzungen und Stützmauern nach 
Süden mit Sitzelementen  zur Abfangung des Geländes angeordnet. Über die Pützerstraße  hinweg 
erfolgt der Übergang zu der neuen Platzgestaltung an dem zu errichtenden Wohn- und Geschäfts-
gebäude über die Mittelinsel. Dieser Anschlussbereich korrespondiert in den Gestaltungselementen 
und Materialien mit der Neugestaltung der Erich-Ollenhauer-Promenade.

4 
... 
Die Gesamtkosten für die Neugestaltung der Erich-Ollenhauer-Promenade belaufen sich auf insge-
samt 715.000,00 Euro. Zur Umsetzung ist es notwendig, Verhandlungen zum Grundstücksankauf 
einer in die Erich-Ollenhauer-Promenade hineinragenden Teilfläche direkt im Übergang von den 
Außenflächen des Wissenschafts- und Kongresszentrums aufzunehmen. 
 
 
Aufgestellt:  
Darmstadt, 27.7.2006   
67-10 Pz/la 
/links 2901  
 
 
Anlage 
Vorentwurf 
 
 
Dezernat II     Dezernat III     Dezernat VI  
 
 
 
Wolfgang Glenz                                    Klaus Feuchtinger                          Dieter Wenzel            
Bürgermeister                          Stadtrat                                                  Stadtrat

Beratungsverlauf (5)

TOP 1
TOP 2
TOP 3
TOP 597
TOP 21

Orte (6)

  • Alexanderstraße
  • Pützerstraße
  • Merckstraße
  • Schlossgraben
  • Olbrichweg
  • Erich-Ollenhauer-Promenade

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Details

Vorlagen-Nr.
2006/0489
Typ
Magistratsvorlage
Datum
27.07.2006
Erstellt
29.09.2026 00:00