Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren NRW, hier: Abschluss des Förderprogramms im Bezirkszentrum Porz
Mitteilung BV 0865/2024 vom 08.03.2024
Stand: Am 14.03.2024 in der Bezirksvertretung 7 (Porz) beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Mitteilung BV
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Dezernat, Dienststelle IX/151/1 Vorlagen-Nummer 0865/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 7 (Porz) 14.03.2024 Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren NRW hier: Abschluss des Förderprogramms im Bezirkszentrum Porz Der vorliegende Abschlussbericht für das Bezirkszentrum Porz dokumentiert die beiden För- derphasen des „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren“ und stellt aufbauend auf der Zukunftsagenda Porz das angestoßene Zentrenmanagement dar. Das „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren“ des Landes NRW ist seit August 2021 zeitversetzt in den Bezirkszentren Porz, Kalk und Ehrenfeld gestartet. Die Stadt Köln hat in zwei Förderphasen (1. und 3. Fördercall) Fördermittel in Höhe von insgesamt 144.000 € je Bezirkszentrum eingeworben. Zum 31.12.2023 ist die Förderperiode nun geen- det. Ziel des Sofortprogramms Innenstadt war es, die Auswirkungen der Corona-Pandemie in den drei Bezirkszentren durch den Anstoß und die initiale Umsetzung eines Zentrenmanage- ments abzudämpfen. In Porz startete das Programm im August 2021 in Zusammenarbeit mit dem beauftragten Pla- nungsbüro CIMA Beratung + Management GmbH. In der ersten Phase wurde die Struktur des Bezirkszentrums analysiert bzw. auf Basis des fortgeschriebenen Einzelhandels- und Zentren- konzeptes (EHZK) aktualisiert. Zudem wurden verschiedene Beteiligungsformate mit den Ak- teursgruppen vor Ort zur Stärkung des Netzwerkes und Vorbereitung von umsetzungsfähigen Maßnahmen durchgeführt. Darauf aufbauend wurden erste Handlungsempfehlungen für das Bezirkszentrum formuliert. Abgeschlossen wurde die erste Förderphase mit der Zukunftsa- genda Porz (Mitteilung 2434/2023). Die sogenannte Zukunftsagenda enthält konkrete Maß- nahmenvorschläge, die in der darauffolgenden Förderphase zur „Initialen Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz“ in ersten Ansätzen umgesetzt werden konnten. In der zweiten Förderphase stand die Umsetzung eines Zentrenmanagements im Fokus. Kernaufgaben war die Implementierung eines Leerstandskatasters, die Koordinations- und Kommunikationsarbeit zwischen den Akteuren sowie Beratungs- und Unterstützungsleistun- gen für den Aufbau von Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISG). Die Zentrenmanage- rin hat zu regelmäßigen Präsenszeiten Akteure und Interessierte in Porz vor Ort beraten. Zu- dem wurden akteursspezifische Veranstaltungsformate zum Thema Digitalisierung und Immo- bilien- und Standortgemeinschaft durchgeführt. Detaillierte Ergebnisse sind in dem Abschlussbericht Porz dargestellt (s. Anlage). Mit dem geplanten Büro für Vernetzung und Aktivierung wird es in den kommenden Jahren 2024 – 2027 im Rahmen der Städtebauförderung wieder ein Zentrenmanagement zur Unter- stützung der Entwicklungen in Porz-Mitte geben (Vgl. Vorlage 0953/2022) . Des Weiteren ist die Umsetzung eines Zentren-Verfügungsfonds geplant. 2 Anlage - Abschlussbericht Porz -
Sofortprogramm Innenstadt_Abschlussbericht Porz_(ohne CI)
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Abschlussdokumentation Initiale Umsetzung eines Zentren- managements im Bezirkszentrum Köln-Porz Sofortprogramm zur Stärkung der Innenstädte und Zentren in Nordrhein-Westfalen Bearbeitung CIMA Beratung + Management GmbH Gudula Böckenholt (Projektleitung) Alexandra Ulmen Auftraggeber Stadt Köln – gefördert durch das „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innen- städte und Zentren in NRW” Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz 2 Nutzungs- und Urheberrechte Die vorliegende Ausarbeitung ist durch das Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheber rechtsgesetz) und andere Gesetze geschützt. Die Urheberrechte verbleiben bei der CIMA Beratung + Management GmbH (cima). Der Auftraggeber kann die Ausarbeitung innerhalb und außerhalb seiner Organisation ver- wenden und verbreiten, wobei stets auf die angemessene Nennung der CIMA Beratung + Management GmbH als Urheber zu achten ist. Jegliche - vor allem gewerbliche - Nutzung darüber hinaus ist nicht gestattet, sofern nicht eine gesonderte Vereinbarung getroffen wird. Veranstalter von Vorträgen und Seminaren erwerben keinerlei Rechte am geistigen Eigen- tum der cima und ihrer Mitarbeiter. Inhalte von Präsentationen dürfen deshalb ohne schrift- liche Genehmigung nicht in Dokumentationen jeglicher Form wiedergegeben werden. Haftungsausschluss gutachterlicher Aussagen Für die Angaben in diesem Gutachten haftet die cima gegenüber dem Auftraggeber im Rahmen der vereinbarten Bedingungen. Dritten gegenüber wird die Haf tung für die Voll- ständigkeit und Richtigkeit der im Gutachten enthaltenen Informationen (u.a. Datenerhe- bung und Auswertung) ausgeschlossen. Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz 3 Inhalt 1 Einleitung 5 1.1 Anlass und Aufgabenstellung 5 1.2 Zielsetzung 6 2 Initiale Umsetzung von Leistungen zum Anstoß eines Zentrenmanagements in Köln-Porz 8 2.1 Implementierung und Pflege eines Leerstandskatasters 8 2.2 Koordinations- und Kommunikationsarbeit zwischen den Akteuren 10 2.3 Beratungs- und Unterstützungsleistungen für den Aufbau von Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISG) 15 3 Fazit und Ausblick 18 Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz 4 Abbildungen Abb. 1: Leerstandssituation im Bezirkszentrum Porz (Dezember 2023) 8 Abb. 2: Zwischenzeitliche Nutzungsänderungen im Jahr 2023 (Auswahl) 9 Abb. 3: Gestalterische Aufwertung „Grünes Haus“ 10 Abb. 4: Zentrenmanagement-Büro und Info-Plakat 11 Abb. 5: Informations-Flyer Zentrenmanagement im Bezirkszentrum Köln-Porz 12 Abb. 6: Tag des Veedels am 24.09.2022 13 Abb. 7: Eindrücke aus der Informationsveranstaltung 16 Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz 5 1 Einleitung 1.1 Anlass und Aufgabenstellung Das Land Nordrhein-Westfalen hat im Sommer 2020 das Sofortprogramm zur Stärkung der Innenstädte und Zentren in Nordrhein-Westfalen aufgelegt, um Kommunen bei der Bewäl- tigung struktureller Probleme ihrer Stadt(teil-)zentren zu unterstützen. Ausschlaggebend für die Initiierung des Förderprogramms waren die massiven Auswirkungen der Corona -Pan- demie, insbesondere auf den (Einzel-)Handel, die Gastronomie und Dienstleistungsberei- che. Innenstädte und Ortszentren stehen als Handelslagen bereits seit Jahren unter enor- mem Druck. Der generelle Strukturwandel im Einzelhandel, u. a. bedingt durch ein verän- dertes Einkaufsverhalten und den gesellschaftlichen Wandel, spiegelt sich in steigenden Umsätzen des Online-Handels und vielerorts in Schließungen von Einzelhandelsbetrieben wider. So verursachte Leerstände und Trading Down -Prozesse können die Entwicklungs- fähigkeit von Innenstädten oder Stadtteilzentren nachhaltig beeinträchtigen. Die Corona - Pandemie wirkte wie ein Beschleuniger der Veränderungen. Nun sind zudem globale Ent- wicklungen, vor allem durch den Krieg in der Ukraine sowie in Nahost, und damit verbun- dene wirtschaftliche Auswirkungen und Unsicherheiten der Bürger*innen zu spüren. Problematische Entwicklungen, wie sie bspw. die aktuellen Filialschließungen von Galeria Karstadt Kaufhof zeigen, hat das auf die Versorgung seiner gut 114.000 Einwohner*innen ausgerichtete Bezirkszentrum Köln-Porz bereits vor vielen Jahren leidvoll erfahren müssen: Die Schließung des damaligen Flaggschiffes Hertie Kaufhaus. Seitdem das Haus im Jahr 2009 aufgegeben wurde, hat das Zentrum einen massiven Wandel vollzogen. Zwar kan n das bereits 2003 eröffnete Einkaufscenter City Center Porz mit seinen Magnetbetrieben weiterhin wichtige Kundenfrequenzen generieren, doch hat der örtliche Einzelhandel im Umfeld seine frühere strukturprägende Funktion deutlich eingebüßt. Insbesondere in der traditionellen Einkaufsstraße der Porzer Innenstadt sowie in den Randlagen der City sind Trading-Down-Tendenzen erkennbar, die z. T. durch städtebauliche Missstände forciert werden. Die Anzahl der Einzelhandelsbetriebe schrumpfte deutlich – allein in fünf Jahren (2016 bis 2021) verschwanden knapp zehn Prozent der Handelsobjekte. Insbesondere in- habergeführte Geschäfte wurden aufgegeben. Oftmals folgten dienstleistungsorientierte o- der gastronomische Angebote; in einzelnen Bereichen des Bezirkszentrums pr ägen Leer- stände das Stadtbild. Auch Vergnügungsstätten (Spielhallen, Wettbüros) haben zentrale Ladenlokale belegt. So zeigt die traditionelle Bahnhofstraße aktuell nur einen eingeschränk- ten Branchenmix bei einer gleichzeitig hohen Ansiedlung und Fluktuation gastronomischer Betriebe im Imbissbereich. Nach Schließung des Hertie -Hauses sorgte die Brachfläche inmitten der Innenstadt viele Jahre für negative Auswirkungen auf die städtebauliche Attraktivität und die Aufenthalts- qualität, denn die Revitalisierung des Geländes und die damit einhergehende Neustruktu- rierung des Standortes gestalteten sich schwierig. Mit dem Kauf der Fläche durch die Stadt Köln im Jahr 2014, der Übertragung der Projektentwicklung an die Tochter moderne Stadt GmbH im Jahr 2016 und dem Ab riss des Altgebäudes im Jahr 2018 konnte das Projekt „Neue Mitte Porz“ als neuer Impuls für das Bezirkszentrum forciert werden. Das Konzept verfolgt eine Aufwertung des Standortes durch eine bauliche Neuordnung mit insgesamt drei Häusern, die mit den Bauverantwortlichen moderne stadt GmbH, Sahle Wohnen GmbH & Co. KG und Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH einen attraktiven Mix aus gewerblichen Nutzungen und rund 130 Wohnungen umfassen und damit neue Signale für die wirtschaftliche Zukunft des Bezirkszentrums setzen. Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz 6 Dass dem individuellen Stadtentwicklungsprojekt „Neue Mitte Porz“ eine sehr hohe Qualität bei der Stadt- und Projektentwicklung zugrunde liegt, konnte im Jahr 2023 nicht zuletzt die Auszeichnung mit dem polis-Award in Silber in der Kategorie „Reaktivierte Zentren“ bestä- tigen. Trotz der positiven Impulse erfordern die Entwicklungen der Vorjahre wie die lang andauernden Bautätigkeiten weiterhin einen langen Atem. Es ist daher naheliegend, dass die Stadt Köln mit ihrem Bezirkszentrum Porz prädestiniert war, eine Förderung im Rahmen des Sofortprogramms Innenstädte und Zentren in Nord- rhein-Westfalen zu erhalten, um so Unterstützung bei der Bewältigung der anstehenden Herausforderungen zu bekommen. Die Förderung im Rahmen des Sofortprogram ms des Landes NRW ermöglicht es den beteiligten Kommunen, die Handlungsfähigkeit zu stärken und neue Lösungsansätze für die Zentren zu entwickeln. Dazu wurden im Sofortprogramm fünf verschiedene Förderbausteine definiert, darunter der Baustein „Anstoß eines Zentren- managements“. Diesen hat die Stadt Köln u. a. für das Bezirkszentrum Porz im ersten Pro- grammaufruf (Juli 2020) beantragt. Nach Aufnahme in das Sofortprogramm wurde im Au- gust 2021 die CIMA Beratung + Management GmbH mit dem Anstoß eines Zentrenmana- gements beauftragt. Mit dem dritten Förderaufruf des Sofortprogramms durch das Land NRW – für diesen wurde der Stadt Köln im Jahr 2022 eine weitere Fördersumme ermöglicht – konnte eine Verlängerung des Projektes für das Jahr 2023 umgesetzt werden. Unter dem Titel „Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz“ konnte dabei ein stärkerer Fokus auf die Vor-Ort-Präsenz gelegt werden. 1.2 Zielsetzung Mit Hilfe der Fördermittel, welche der Stadt Köln im Rahmen des Sofortprogramms für das Bezirkszentrum Porz bewilligt wurden, konnte seit Ende 2021 ein Zentrenmanagement an- gestoßen werden, das die lokalen Akteure bei der Bewältigung der Herausforderungen durch den trendbedingten Struktur - und Funktionswandel unters tützt. Der Anstoß eines Zentrenmanagements zielt darauf ab, die Potenziale und Risiken vor Ort zu identifizieren und Handlungsbedarfe zu analysie- ren, die Leerstandssituation zu untersuchen und Lösungsansätze zu entwickeln, ein lokales Netzwerk aufzubauen und zu stärken, Veranstaltungen und Workshops, u. a. mit Eigentümer*innen und Gewerbetreibenden, durchzuführen erste Maßnahmen des Innenstadtmarketings und der Öffentlichkeitsarbeit anzustoßen sowie als Bindeglied zwischen den lokalen Akteuren und der Stadt zu agieren. Aufbauend auf den Erfahrungen aus den vorangehenden Tätigkeiten zum Anstoß des Zen- trenmanagements in Köln-Porz ging es im Rahmen der „Initialen Umsetzung des Zentren- managements im Bezirkszentrum Köln-Porz“ um eine intensivere Netzwerkarbeit und Be- treuung der lokalen Akteure vor Ort und den Anstoß von kleineren, impulsgebenden Aktio- nen. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Köln und der Bezirksvertretung Porz waren die Tätigkeiten darauf gerichtet, lokale Akteure zu motivieren und zu aktivieren, um das Porzer Zentrum als lebenswerten und attraktiven Raum zu stärken und weiterzuentwickeln. Hierzu wurde eine Vor-Ort-Präsenz von ein bis zwei Tagen pro Woche eingerichtet, die durch auf- suchende, aktiviere nde Gespräche ergänzt wurde. Darüber hinaus konnten Mitte 2023 durch die Stadt Köln datenschutzkonform die Adressen der Immobilieneigentümer*innen Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz 7 des Porzer Zentrums zur Verfügung gestellt werden, die weitere aktive Ansprachen der Eigentümerschaft ermöglichten. Dazu zählten u. a. Beratungsleistungen in Bezug auf Be- spielungen oder Nachnutzungen von Leerständen sowie eine gemeinsame Informations- veranstaltung über die Möglichkeiten des Aufbaus einer Immobilien- und Standortgemein- schaft. Die Arbeit des Zentrenmanagements war durch die örtlichen Rahmenbedingungen be- stimmt. Nach wie vor zeigt sich bei lokalen Akteuren eine – durch die über Jahre andauern- den Entwicklungen geprägte – pessimistische Einstellung, die mit einer hohen Erwartungs- haltung in Bezug auf die Aufgaben des Zentrenmanagements einhergeht. Einzelhändler*in- nen sind teilweise mit den umgesetzten oder geplanten Nutzungen der Neuen Mitte Porz nicht einverstanden und haben ihr Engagement für den Standort Porz aus diesem Grunde zurückgefahren oder gar eingestellt. Dies kommt bspw. auch in strukturellen Problemen der Innenstadtgemeinschaft ISG Porz zum Ausdruck. Der Verein hat zum Jahresende seine Auflösung bekannt gemacht. Mit Blick auf diese Rahmenbedingungen zielte das Projekt v. a. darauf ab, durch viele Ge- spräche und Unterstützungsangebote bei anstehenden Planungen und Aktivitäten zu hel- fen sowie neue Ideen zu sammeln und erste Projekte mit auf den Weg zu bringen, um damit eine Basis für den Ausbau der Zentrenmanagement-Aktivitäten zu schaffen. Im kommenden Jahr wird das Zentrenmanagement als Maßnahme des ISEK Porz-Mitte über vier Jahre fortgeführt und intensiviert. Hierzu wird das „Büro für Vernetzung und Akti- vierung“ eingerichtet, in welches das Zentrenmanagement – ergänzt um ein sozial orien- tiertes Quartiersmanagement und eine Immobilieneigentümerberatung – integriert wird. In dieser Zeit sollen tragfähige Strukturen geschaffen werden, die auch über die Förderperi- ode hinaus Bestand haben. Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz 8 2 Initiale Umsetzung zum Anstoß eines Zentrenmanagements in Köln-Porz 2.1 Implementierung und Pflege eines Leerstands - katasters Im Zuge der bisherigen Tätigkeiten hat die cima vorhandene Leerstände innerhalb des Be- zirkszentrums aufgenommen und hinsichtlich möglicher Neuvermietungen oder Umgestal- tungsmaßnahmen analysiert. Die einzelnen Leerstände wurden im Rahmen von Vor -Ort- Besichtigungen zunächst entsprechend ihren Standortkriterien (u. a. Lage, umliegende Nut- zungen, Verkaufsflächengröße, Zuschnitt, barrierefreier Zugang, baulicher Zustand) er- fasst, fotographisch dokumentiert, bewertet und in Bezug auf zukünftige Nutzungsmöglich- keiten eingeschätzt. Für jedes aktuell leerstehend e Ladenlokal liegt ein sog. Leerstands- steckbrief vor. Zusätzlich sind die einzelnen Daten zum Leerstandskataster im Bezirkszent- rum Porz zusammenfassend in einer Excel-Tabelle dokumentiert. Hier können zudem Kon- taktmöglichkeiten, Entwicklungen im Verlauf de s Prozesses sowie mögliche Planungen festgehalten werden. Im Rahmen der vorangegangenen Erfassung im Juni 2022 wurden 16 Leerstände erfasst und mit Hilfe der Steckbriefe dokumentiert. Im Laufe des Projektzeitraums folgte eine re- gelmäßige Überprüfung und Fortschreibung der Daten – zuletzt im Dezember 2023. Abb. 1: Leerstandssituation im Bezirkszentrum Porz (Dezember 2023) Kartengrundlage: GeoBasis-DE / BKG 2021; Bearbeitung: cima (2023) Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz 9 Im Dezember 2023 waren – ohne Berücksichtigung der noch nicht bezogenen Flächen in- nerhalb der Neuen Mitte Porz – noch zwölf Leerstände zu verzeichnen. Demnach konnten zwischenzeitlich einige Leerstände wieder vermietet werden, dazu zählen: Hauptstraße 361 (nachgenutzt durch die Fa. Bauelemente P51) Josefstraße 6 (Nachnutzung durch den Handelsbetrieb DER HÖRGERÄTELADEN) Josefstraße 11 (wegen Umbau von Trend Optic zuvor kurzfristig leerstehend, nun wieder bezogen) Karlstraße 32 (Nachnutzung durch den Einzelhandelsbetrieb (Konditorei) LIS PASTA- NESI) und Mühlenstraße 51 (nachgenutzt durch den Friseurbetrieb HAIRCUT EXPRESS) Neu hinzugekommen ist folgender Leerstand: Hermannstraße 1: Umzug von Ernsting´s family in die Neue Mitte Porz Kurzfristig wird zudem das Objekt Rieker Shop am Standort Hermannstraße 3 leergezogen (derzeit Räumungsverkauf) Insgesamt kann während des Projektzeitraums eine Verbesserung der Leerstandssituation verzeichnet werde n. Eine vorüberge hend im Raum stehende Aufgabe d es Elektrofach- marktes SATURN im City-Center konnte erfolgreich verhindert werden; der Vertrag wurde verlängert. Abb. 2: Zwischenzeitliche Nutzungsänderungen im Jahr 2023 (Auswahl) Fotos: cima Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz 10 Auch zwei zwischenzeitlich entstandene Leerstände auf der Bahnhofstraße 8a sowie der Bahnhofstraße 17 – konnten wieder bezogen werden; hier wurden ein Schlüsseldienst so- wie eine Änderungsschneiderei angesiedelt. Es ist festzuhalten, dass für Ladenlokale, die einen verhältnismäßig guten baulichen Zu- stand aufweisen und in einer zentralen Lage platziert sind, noch recht gute Chancen für eine kurzfristige Wiedervermietung vorliegen . Andere Leerstände stehen jedoch bereits langfristig leer und lassen u. a. angesichts hoher Investitionsbedarfe am Gebäude und / oder dem Verkaufsraum nur sehr geringe bis keine Wiedervermietungschancen erkennen. Auch für die Zukunft ist daher ein großes Augenmerk auf die Ansprache der Immobilienei- gentümer*innen und nach Möglichkeit die Nutzung von Förderprogrammen (bauliche Auf- wertung mit Hilfe des Hof- und Fassadenprogramms sowie mieterbezogene Unterstützun- gen) zu legen, um höherwertige und attraktive Nutzungen zu ermöglichen. Mit der Realisie- rung der Neuen Mitte Porz ist – bei entsprechenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – zu erwarten, dass der Standort Porz-Mitte für expandierende Handelsbetriebe wieder an Attraktivität gewinnen wird. Im Zusammenspiel mit den Immobi lieneigentümer*innen sollte zukünftig e in Fokus auf Übergangsnutzungen und Bespielungen gelegt werden. In Gesprächen mit Vereinen, Insti- tutionen und Künstler*innen sowie dem Kulturraummanagement der Stadt Köln konnten bereits viele Ansätze für Übergangsnutzungen gesammelt, aber noch keine Bespielung ei- nes Ladenlokales erreicht werden. Abb. 3: Gestalterische Aufwertung „Grünes Haus“ Fotos: cima Im Laufe des Projektzeitraums ist es dem Zentrenmanagement jedoch gelungen, das seit vielen Jahren als „Schandfleck“ der Porzer Mitte bewertete „Grüne Haus“, ein Sanierungs- objekt, welches in den kommenden Jahren niedergelegt und im Zuge einer größeren bau- Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz 11 lichen Maßnahme neu errichtet werden soll, aufzuwerten. In Kooperation mit dem Eigentü- mer, der Stadt Köln und einer Künstlerin konnte eine künstlerische Gestaltung des Hauses vorbereitet werden; zudem wurde vereinbart, die lange Zeit dauerhaft auf der Bahnhof- straße platzierten Müllcontainer anderweitig unterzubringen. Sobald es die Witterungsbe- dingungen dies zulassen, wird die Fassade mit dem Motiv „grüne Halsbandsittiche“ gestal- tet werden (erster Entwurf s.o.). 2.2 Koordinations- und Kommunikationsarbeit zwischen den Akteuren In der Funktion als Ansprechpartner für alle interessierten Gewerbetreibenden, Immobilien- eigentümer*innen und auch Bürger*innen vor Ort und als Bindeglied und Schnittstelle zwi- schen den lokalen Akteuren und der Stadtverwaltung nutzte das Zentrenmanagement ver- schiedene Formate, um die Koordination und Kommunikation zwischen den lokalen Akteu- ren zu verbessern. Diese werden nachfolgend skizziert. Vor-Ort-Präsenz Für eine Vor-Ort-Präsenz stand dem Zentrenmanagement das Projektbüro der Neuen Mitte Porz am Stan dort Friedrich-Ebert-Platz 16 zur Verfügung. Während in der ersten Phase des Projektes (erster Förderaufruf) nur terminbezogene Abstimmungen vor Ort stattfanden (u. a. Gespräche mit Immobilieneigentümer*innen, Interessierten Akteuren oder der Innen- stadtgemeinschaft), wurde mit der Fortführung des Projektes im Rahmen der initialen Um- setzung eines Zentrenmanagements regelmäßige Sprechzeiten angeboten. Im Zeitraum Februar bis Dezember 2023 war das Büro jeden Mittwoch zwischen 10:00 Uhr und 16:00 Uhr besetzt; Alexandra Ulmen als Beraterin der cima stand für Fragen, Gespräche und Beratungen zur Verfügung. Ergänzend waren i.d.R. zusätzlich montags ein Mitarbeiter der cima vor Ort. Darüber hinaus nutzte das Zentrenmanagement die Vor -Ort-Zeit, um in den aufsuchenden, persönlichen Austausch mit den Gewerbetreibenden der Innenstadt zu tre- ten. Abb. 4: Zentrenmanagement-Büro und Info-Plakat Quelle: cima (2023) Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz 12 Ein Informationsflyer, der in Abstimmung mit der Stadt Köln erstellt wurde und Rahmenbe- dingungen, Aufgabenbereiche und Kontaktdaten des Zentrenmanagements zusammenge- fasst, wurde u. a. zu Beginn des Projektes an die Gewerbetreibenden im Porzer Zentrum persönlich verteilt. Informationen zum Zentrenmanagement wurden darüber hinaus be- darfsweise über den Presseverteiler der Stadt Köln in der Presse kommuniziert. Abb. 5: Informations-Flyer Zentrenmanagement im Bezirkszentrum Köln-Porz Quelle: Stadt Köln / cima (2023) Die cima empfiehlt, mit der Einrichtung des Büros für Vernetzung die Öffentlichkeitsarbeit z. B. über einen regelmäßigen Newsletter deutlich zu intensivieren, um die Bürgerschaft und interessierte lokale Akteure stärker ei nzubinden und „mitzunehmen“. Darüber hinaus sollten das Büro und auch die Sprechzeiten gut erkennbar sein und zielführend beworben werden; ein ansprechend gestaltetes Ladenlokal in zentraler Lage wäre geeignet, zusätzli- che Frequenz und Aufmerksamkeit zu generieren. Jour fixe Die Umsetzung des Zentrenmanagements erfordert eine enge Abstimmung zwischen dem Projektteam und den Projektmitarbeitenden der Stadt Köln als Auftraggeber für das Zen- trenmanagement im Rahmen des Sofortprogramms, aber auch mit weiteren lokalen Akteu- ren und Institutionen. Neben regelmäßigen Abstimmungsterminen mit der Stadt Köln wurde daher bereits zu Beginn des Projektes ein Jour fixe eingerichtet. Neben dem Projektteam des Zentrenmanagements (vertreten durch die cima) nahmen an dem planmäßig monatlich stattfindenden Termin die Bezirksbürgermeisterin, der Leiter des Bürgeramts Porz, die Vor- sitzenden der ISG (Innenstadtgemeinschaft Porz), ein Vertreter der KölnBusiness Wirt- schaftsförderungs-GmbH, der “Handelskümmerer” sowie Vertreter der Stadt Köln (Amt für Stadtentwicklung und Statistik) teil. Der Jour fixe ermöglichte eine zügige Weitergabe von projektbezogenen Informationen sowie eine zeitnahe Abstimmung für die jeweils nächsten Projektschritte. In der gesamten Projektlaufzeit fanden 15 Jour fixe-Termine statt; die Ter- mine wurden meist als Videokonferenzen durchgeführt; einzelne Termine fanden – z. T. in Kombination mit einem Rundgang durch das Zentrum – in Präsenz statt. Zusammenarbeit mit der örtlichen ISG Porz Mitte und anderen Akteuren Ein Schwerpunkt des Zentrenmanagements lag in der Schaffung eines Netzwerkes sowie in der Stärkung von vorhandenen lokalen Netzwerkstrukturen. Die wichtigsten Akteursgrup- Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz 13 pen im Netzwerk des Zentrenmanagements bilden Gewerbetreibende und Immobilie nei- gentümer*innen der Innenstadt. Um die lokalen Akteure jedoch auch untereinander stärker zu vernetzen und gemeinsam an Projekten und Ideen für die Innenstadt zu arbeiten, wurden u. a. verschiedene Veranstaltungen und Arbeitsgruppen organisiert. Gemeinsam mit verschiedenen Akteuren aus dem gewerblichen sowie sozialen Bereich – insgesamt konnte ein lokales Netzwerk mit knapp 20 Unternehmen, Vereinen und Instituti- onen (mit Veranstaltungsständen) gewonnen werden – wurde im Herbst 2022 eine Teil- nahme am „Tag des Veedels”1 als Abschluss der ersten Porzer Klim awoche geplant und durchgeführt. Die Veranstaltung fand in Porz guten Anklang. In der ersten Jahreshälfte 2023 konnte das Zentrenmanagement die ISG Porz Mitte erfolg- reich bei der Organisation des Porzer Autofrühlings unterstützen. In mehreren Gesprächen mit dem Verantwortlichen der „Rheinfeiern” wurden zudem Grundsteine für das Zusammen- spiel von ISG und Rheinfeiern gelegt. In der Folge konnte in gemeinsamen Treffen über die möglichen Synergien der Verans taltungen gesprochen werden und auch über die aktive gemeinsame Bewerbung der folgenden verkaufsoffenen Sonntage bestand Einigkeit unter den Akteuren. Abb. 6: Tag des Veedels am 24.09.2022 Quelle: cima (2022) In der zweiten Jahreshälfte 2023 wurde bekannt, dass die führenden Akteure der ISG Porz Mitte sich nicht weiter als Vorstandmitglieder zur Verfügung stellen. Gerade in der zweiten Hälfte der Projektlaufzeit hat das Zentre nmanagement zahlreiche Gespräche und Bemü- hungen unternommen, um bei einer Neubesetzung des Vorstands der ISG zu unterstützen. Wenngleich sehr gute Gespräche geführt werden konnten, ist es am Ende nicht gelungen, 1 Der Verein Veedellieben e.V. organisiert jährlich den Tag des Veedels in Köln als Aktionstag, um die Ange- bote der Veedel zu präsentieren. Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz 14 die Auflösung des Vereins zu verhindern. Somit sind auch die Bemühungen der Zusam- menarbeit zwischen ISG Porz Mitte und Rheinfeiern nicht weiterverfolgt worden. Workshops und Austauschformate Während des Projektzeitraums wurden folgende Workshops und Austauschformate zur Vernetzung und Diskussion von Maßnahmen zur Innenstadtbelebung durchgeführt: Digitalisierungs-Workshop zur Online -Sichtbarkeit: Am 2 2.11.2022 fand in den Räumlichkeiten des Zentrenmanagement-Büros in Zusammenarbeit mit dem Handels- verband NRW ein Digitalisierungsworkshop für Porzer Gewerbetreibende statt. Der Fo- kus lag auf der digitalen Sichtbarkeit des Porzer Handels und Möglichkeiten, die Online- Präsenz von Gewerbetreibenden zu verbessern. Den Teilnehmenden wurden zunächst die Ergebnisse des Online-Präsenz-Checks vorgestellt (vgl. Zukunftsagenda Köln-Porz), im Anschluss wurden durch einen Digitalcoach des Handelsverbandes NRW praktische Empfehlungen zur Verbesserung der digitalen Sichtbarkeit (z. B. Google Tools, u. a. Google my business) und zur Kundenansprache vorgestellt und anhand konkreter An- wendungsbeispiele erörtert. Digitalisierungs-Workshop zum Thema Chat-GPT: Am 28.11.2023 wurde ein zweiter Digitalisierungsworkshop angeboten, wiederum in Zusammenarbeit mit dem Handels- verband NRW. Nach einer inhaltlichen Einführung des Zentrenmanagements führte der Digitalcoach des Handelsverbands Möglichkeiten vor, mit Hilfe von Chat-GPT die Erstel- lung von Textinhalten, beispielsweise für Homepages, zu vereinfachen. Die Präsentation wurde Interessierten anschließend zur Verfügung gestellt. Netzwerkgespräch mit örtlichen Akteuren, Vereinen und Institutionen: Mit dem Ziel, für das sich anschließende Büro für Vernetzung – außerhalb des Bereiches Handel, Dienstleistungen und Gastronomie – weitere Ansatzpunkte in der Zusammenarbeit mit örtlichen Akteuren, Vereinen und Institutionen zu sammeln, fand zum Ende der Projekt- laufzeit am 20.12.2023 in den Räumen des Zentrenmanagements ein Netzwerkge- spräch statt. Als Ergebnis der konstruktiven Diskus sion wurden u. a. folgende Punkte festgehalten: - Derzeit gibt viele gemeinsame Ziele, die aber nicht koordiniert und kommuniziert sind. Über einen zentralen Verteiler könnten Informationen gebündelt und über die Kanäle der einzelnen Akteure weitergetragen werden. - Eine zentrale Rolle zur Verknüpfung der bisherigen Tätigkeiten des Zentrenmana- gements, die stärker auf gewerbliche Akteure und Angebote ausgerichtet waren, mit sozialen Akteuren und Projekten kann über die Sozialraumkoordination Porz erfolgen, die über sehr gute Netzwerkstrukturen verfügt. Am Beispiel der Organi- sation des Tags des Veedels hat sich erfolgreich gezeigt, wie verschiedene Ak- teure gemeinsam Aktivitäten gestalten können. - Gerade in Anbetracht der mangelnden Beteiligung von Gewerbetreibenden als Ak- teure von Veranstaltungen und Aktivitäten in Porz ist ein engerer Austausch zwi- schen den verschiedenen Vereinen, Institutionen und Akteuren wünschenswert . Über sozial orientierte Projekte, z. B. Urban Gardening, Kunstgestaltung im öffent- lichen R aum oder eine Leerstandsbespielung durch eine Behindertenwerkstatt (Ausstellung oder Verkauf angefertigter Waren) können vielfältige gemeinschaftli- che Projekte entstehen, die wichtige Impulse für eine stärkere Identifikation der Bürgerschaft mit ihrem Bezirkszentrum geben. - Um Doppelstrukturen und -aufgaben zu vermeiden, sollten bestehende Aus- tauschformate und Gremien genutzt werden, um den Austausch zu inte nsivieren und Kräfte zu bündeln. Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz 15 Sachstandsberichte in der Bezirksvertretung sowie dem Beirat Porz-Mitte Zur Begleitung und politischen Vorberatung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes und weiterer baulicher Entwicklungen im Bezirkszentrum tagt regelmäßig der Beirat Porz Mitte. Um über die Tätigkeiten des Zentrenmanagements bzw. das Handlungsprogramm zu informieren, nahm das Projektteam an zwei Sitzungen (März 2022 und Mai 2023) teil. Die Berichterstattung in der Bezirksvertretung erfolgte vorrangig über die Stadt Köln; zum Abschluss des Projektes wird die cima die Ergebnisse des Projektes öffentlich präsentieren. 2.3 Beratungs- und Unterstützungsleistungen für den Aufbau von Immobilien - und Standortgemein schaf- ten (ISG) Nicht nur im Bezirkszentrum Porz, sondern in vielen Kommunen zeige n sich besondere Herausforderungen, wenn es um die Organisation von Aktivitäten und Veranstaltungen zur Belebung eines Zentrums geht: Festzustellen sind vielerorts ein e rückläufige Beteiligung der örtlichen Gewerbetreibenden bei Gemeinschaftsaktionen, ein nur eingeschränktes En- gagement von Filialisten in einer lokalen Werbegemeinschaft und ein fehlendes Mitwirken von Immobilieneigentümer*innen bei lokalen Aktivitäten. In vielen Kommunen haben sich inzwischen Immobilien- und Standortgemeinschaften be- währt, die mit einer „tatkräftigen“ Organisationsstruktur und gefestigten finanziellen Struk- turen bestehende Einrichtungen unterstützen und neue Entwicklungsprozesse anstoßen können. Die Organisation kann entweder als freiwillige oder als gesetzliche Immobilien- und Standortgemeinschaft erfolgen. Freiwillige Immobilien- und Standortgemeinschaften gehen häufig aus örtlichen Werbegemeinschaften hervor und werden um Immobilieneigentü- mer*innen erweitert; sie finanzieren sich über Mitgliedsbeiträge oder zweckgebundene Zu- weisungen. Gesetzliche Immobilien- und Standortgemeinschaften werden gemäß dem Ge- setz über Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISGG NRW) gegründet und schließen einen öffentlich-rechtlichen Vertrag mit der Gemeinde. Für ein zu definierendes Satzungs- gebiet werden alle Immobilieneigentümer*innen2 an den Kosten der Umsetzung eines ab- gestimmten Maßnahmen- und Finanzierungskonzeptes beteiligt. Um ggf. auch für Porz eine solche Gemeinschaft zu initiieren, wurde n in Zusammenarbeit mit der Stadt Köln alle Immobilieneigentümer*innen des Bezirkszentrums Porz zu einer ge- meinsamen Veranstaltung eingeladen, um über Chancen und Potenziale sowohl einer ge- setzlichen als auch einer freiwilligen ISG zu informieren. Die „Informationsveranstaltung Im- mobilien- und Standortgemeinschaft in Köln-Porz“ fand am 22.11.2023 in den Räumen des Zentrenmanagements statt. Mit knapp 30 teilnehmenden Immobilieneigentümer*innen konnte eine erfreuliche Resonanz und ein hohes Interesse an di esem Thema konstatiert werden. 2 Wenn mehr als ein Drittel der Widerspruchsberechtigten oder die Widerspruchsberechtigten von mehr als einem Drittel der im Satzungsgebiet gelegenen Grundstücksflächen widersprechen, darf die Satzung für eine Immobilien- und Standort- gemeinschaft nicht erlassen werden (vgl. ISGG NRW, § 3). Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz 16 Abb. 7: Eindrücke aus der Informationsveranstaltung Quelle: cima (2023) Dieses Signal kann eine mögliche Mitwirkungsbereitschaft insbesondere weiterer örtlicher Immobilieneigentümer*innen stärken. Die inhaltliche Einführung erfolgte durch eine Einführung der Stadt Köln zum Projekt des Zentrenmanagements und einen Überblick der cima über die Rahmenbedingungen ihrer Tätigkeiten in Köln -Porz. Dazu zählen die strukturellen Veränderungen in den Zentren durch einen teilweisen Rückzug des Handels und durch veränderte Nutzungsstrukture n, die zum Teil auch in Leerständen und Mindernutzungen zum Ausdruck kommen und damit u. a. Auswirkungen sowohl auf die Innenstadtentwicklung als auch auf einzelne Immobilien haben können. Im Anschluss wurden die Rahmenbedingungen zur Bildung einer gesetzli- chen oder freiwilligen Immobilien- und Standortgemeinschaft erörtert und anhand verschie- dener Praxisbeispiele aus der Erfahrung der cima veranschaulicht. Als zentrale Punkte der sich anschließenden konstruktiven Diskussion unter den Immobili- eneigentümer*innen können u. a. folgende Punkte festgehalten werden: Die Eigentümer*innen von Immobilien im Bezirkszentrum Porz sind sich bewusst, dass es hinsichtlich der gefühlten Verantwortlichkeiten einen Wandel gegeben hat. Waren es in der Vergangenheit eher die Gewerbetreibenden vor Ort, die durch ihre gemeinsamen Aktivitäten zur Stärkung des Standorts beigetragen haben, sehen sich nun die Eigentü- mer*innen stärker in der Verantwortung. Während viele Gewerbetreibende die Entwicklungen rund um die Neue Mitte Porz kri- tisch betrachten, wurden die zu erwartenden Entwicklungen durch die städtebaulichen Aufwertungen – auch in Bezug auf die geplanten ISEK-Maßnahmen (z. B. Umgestaltung der Bahnhofstraße) – positiv bewerten. Jedoch müssten die lokalen Herausforderungen (wenig Identifikation der Bürgerschaft mit ihrem Zentrum, Handlungsbedarf in Bezug auf Sauberkeit, Kriminalität oder Angsträume) aufgegr iffen werden; dies sei nur in der Ge- meinschaft möglich. Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz 17 Das Interesse der teilnehmenden Personen, die Idee der Kooperation der Eigentü- mer*innen im Rahmen einer ISG weiterzuverfolgen, war insgesamt sehr groß. Am Abend der Veranstaltung zeigten sich bereits einzelne Eigentümer*innen bereit, einen mögli- chen Zusammenschluss aktiv zu begleiten. Es wurde Wert darauf gelegt, zunächst die Bereitschaft der großen „Player“ moderne stadt GmbH, Sahle Wohnen GmbH & Co. KG, Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH sowie City Center Köln Porz an einer Mitwirkung abzufragen. Vor diesem Hintergrund wurden vom Zentrenmanagement im Nachgang der Veranstaltung weiterführende Gespräche mit einzelnen Interessierten geführt. Damit haben die Akteure die erforderlichen Informationen zu den Rahmenbedingungen und Chancen einer ISG er- halten, sodass die erforderlichen Informationen zu den Rahmenbedingungen und Chancen einer ISG vermittelt wurden. Auf dieser Basis können die Eigentümer*innen die nächsten Schritte planen. Die Verwaltung kann die Akteure mit dem Büro für Vernetzung und Aktivie- rung bei diesem Prozess informativ und organisatorisch unterstützen. Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz 18 3 Fazit und Ausblick Von August 2021 bis Dezember 2023 war die CIMA Beratung + Management GmbH von der Stadt Köln mit dem Anstoß eines Zentrenmanagements beauftragt. Wurden zunächst die Potenziale und Risiken vor Ort identifiziert und Handlungsbedarfe analysiert – bspw. durch die Dokumentation der Nutzungsstrukturen und Leerstände, eine Untersuchung von Qualitätsmerkmalen des lokalen Einzelhandels sowie die Analyse der Online -Präsenz lo- kaler Händler*innen – ging es danach stärker um den Aufbau eines lokalen Netzwerkes und um gezielte Abstimmungen sowie um Unterstü tzung der lokalen Gewerbetreibenden und Immobilieneigentümer*innen. Es wurden zahlreiche aktivierende Gespräche geführt. Auch eine Vor-Ort-Sprechstunde kam zum Einsatz. Durch die Organisation verschiedener Aktionen zum Tag des Veedels, das Angebot zweier Digitalisierungsworkshops für örtliche Gewerbetreibende sowie einer Informationsveran- staltung für Eigentümer*innen zum Thema Immobilien- und Standortgemeinschaften ist zu- dem wertvolle Aufbauarbeit geleistet worden. Die Ergebnisse aus der Analyse, den Gespr ächen, verschiedenen gemeinsamen Aktivitä- ten und der Netzwerkarbeit – sie wurden im der Zukunftsagenda Köln-Porz sowie im vor- liegenden Bericht dokumentiert – zeigen, dass viele Grundlagen und Vorbereitungen für die Weiterführung des Zentrenmanagements erarbeitet werden konnten. Parallel zur Durchführung des Sofortprogramms zur Stärkung der Innenstädte und Zentren Nordrhein-Westfalen hat der Rat der Stadt Köln das Integrierte Entwicklungskonzept (ISEK) Porz-Mitte verabschiedet, das Grundlage zur Erlangung von Städtebaufördermittel n ist. Hierdurch werden bauliche Maßnahmen sowie die Verstetigung des Zentrenmanagements ermöglicht und es wird gewährleistet, dass die im Rahmen des Projektes erarbeiteten Struk- turen und Ansätze weitergeführt und umgesetzt werden. Mit der Maßnahme „Büro für Ver- netzung und Aktivierung“ geht eine deutliche Intensivierung personeller sowie finanzieller Ressourcen einher. Wenngleich die unsichere Situation um eine Weiterführung der Innenstadtgemeinschaft Porz und die schließliche Auflösung des Vereins die Umsetzungsmöglichkeiten vor Ort maßgeblich mitbestimmt haben, konnten aus vielen Gesprächen, den gemeinschaftlichen Planungen und Umsetzungen im Rahmen des Tags des Veedels, der Resonanz zur Infor- mationsveranstaltung zum Thema Imm obilien- und Standortgemeinschaft sowie den Er- gebnissen des Netzwerktreffens mit sozialen Institutionen sehr viele positive Signale der verschiedenen Akteure gezogen werden, das Bezirkszentrum auch zukünftig gemeinsam gestalten zu wollen. Nun gilt es, diese Signale für einen gemeinsamen Neuanfang zu nut- zen. Um das Bezirkszentrum Porz auf dem Weg hin zu einem lebendigen, individuellen und identitätsstiftenden Zentrum zu begleiten, bedarf es gemeinschaftlicher Aktivitäten und ei- ner intensiveren Öffentlichkeitsarbeit, um positive, optimistisch stimmende Wirkungen bei den verschiedenen Akteursgruppen zu erzielen. Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz 19 Die Oberbürgermeisterin Amt für Stadtentwicklung und Statistik Kontakt Amt für Stadtentwicklung und Statistik Stadthaus Deutz – Westgebäude Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln stadtentwicklung.statistik@stadt-koeln.de Projektverantwortung Brigitte Scholz Leiterin Amt für Stadtentwicklung und Statistik Projektleitung Franka Klocke Externes Projektbüro CIMA Beratung + Management GmbH Projektteam Gudula Böckenholt Alexandra Ulmen Gefördert durch Initiale Umsetzung eines Zentrenmanagements im Bezirkszentrum Köln-Porz 20
Beratungsverlauf
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14.03.2024
TOP 10.2.10, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
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