V/0516/2008
Jahresbericht 2007 der Stadtteilwerkstatt Nord
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Berichtsvorlage
3408 Zeichen
V/0516/2008 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Betrifft Jahresbericht 2007 der Stadtteilwerkstatt Nord Beratungsfolge 12.08.2008 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht 14.08.2008 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 19.08.2008 Bezirksvertretung Münster-Nord Bericht 20.08.2008 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht 02.09.2008 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht Bericht: Bericht: Die Stadtteilwerkstatt Nord ist eine Einrichtung der Jugendberufshilfe. Aufgabe des Jugendhilfe- trägers ist es, für Jugendliche, die besondere Unterstützung bei der Integration ins Arbeitsleben haben, – flankierend und ergänzend zum SGB II und SGB III – auf der Grundlage des SGB VIII § 13 tätig zu werden. Die Stadt Münster hält für diese Jugendlichen zahlreiche Angebote und Maß- nahmen in Kooperation mit den Trägern der Jugendhilfe vor. Eine dieser Einrichtungen ist die Stadtteilwerkstatt Nord. Im Jahr 2007 konnte die Stadtteilwerkstatt Nord ihr 5 jähriges Bestehen feiern. Die Stadtteilwerk- statt wurde als Kooperationsprojekt mit dem Jugendausbildungszentrum errichtet. Seit dem Be- stehen der Stadtteilwerkstatt zeigt sich, dass sich das Konzept - ausgehend von der hohen Ju- gendarbeitslosigkeit in Münsters Norden – Jugendliche wohnortnah zu erreichen und bei der Be- rufsorientierung zu unterstützen und ihnen so den Zugang Ausbildung und Beruf zu ermöglichen, bewährt hat. Insgesamt wurden bis zum Stichtag 08.10.2007 281 Jugendliche unterstützt und gefördert. Die Jugendlichen sind zwischen 17 und 19 Jahre alt. Eine Sonderauswertung der Jahre 2003 bis 2006 (hier wurden insgesamt 150 Jugendliche ein- bezogen) zeigt, dass hiervon nur noch 30 % im Bezug von Arbeitslosengeld II sind. Dies bedeu- tet, dass für den überwiegenden Teil der Jugendlichen erfolgreiche Berufsbiographien eingeleitet wurden. Bei ca. 2 Prozent der Jugendlichen konnte der Verbleib nicht festgestellt werden; ein Prozent befindet sich derzeit noch in einer Ausbildung oder Berufsvorbereitungsmaßnahme. Ausgehend von den teilweise sehr gravierenden Benachteiligungen, die diese jungen Menschen mitbringen, wurden beachtliche Erfolge erzielt. Diese Zahlen belegen, dass die Stadt Münster Vorlagen-Nr.: V/0516/2008 Auskunft erteilt: Frau Dr. Ringbeck Ruf: 492 28 80 E-Mail: Ringbeck@stadt-muenster.de Datum: 09.06.2008 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0516/2008 den richtigen Weg einschlug und ihre Verantwortung und den Auftrag im Rahmen der Jugendbe- rufshilfe sehr ernst nimmt. Am „Tag des offenen Denkmals“, der am 9. September 2007 stattfand, bestand für interessier- te Bürger und Bürgerinnen die Möglichkeit, die St adtteilwerkstatt-Nord zu besichtigten und sich über die Arbeit zu informieren. Unter dem Motto „Speicherstadt öffnet Tore“ „Aktionen und Infor- mationen im ehemaligen Heeresverpflegungshauptamt“ gab es die Möglichkeit an unterschiedli- chen Führungen in der Speicherstadt teilzunehmen und die Speicherstadt insgesamt zu besichti- gen. Der vorliegende Bericht bezieht sich auf das Jahr 2007. Er umfasst die Darstellung der Arbeits- schwerpunkte, der durchgeführten Projekte und gibt einen Überblick über die Zielgruppe der Stadtteilwerkstatt Nord. I.V. Gez. Dr. Andrea Hanke Stadträtin Anlagen: Jahresbericht 2007 Stadtteilwerkstatt Nord
JAHRESBERICHT_2007_STADTTEILWERKSTATT_NORD
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1. Einleitung
Im Jahr 2007 konnte die Stadtteilwerkstatt Nord ihr 5 jähriges Bestehen feiern. Die
Stadtteilwerkstatt wurde als Kooperationsprojekt mit dem Jugendausbildungszentrum errichtet.
Seit dem Bestehen der Stadtteilwerkstatt zeigt sich , dass sich das Konzept - ausgehend von
der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Münsters Norden – Jugendliche wohnortnah zu erreichen
und bei der Berufsorientierung zu unterstützen und ihnen so den Zugang Ausbildung und
Beruf zu ermöglichen, bewährt hat. Insgesamt wurden bis zum Stichtag 08.10.2007 281
Jugendliche unterstützt und gefördert. Eine Sondera uswertung der Jahre 2003 bis 2006 (hier
wurden insgesamt 150 Jugendliche einbezogen) zeigt, dass hiervon nur noch 30 % im Bezug
von Arbeitslosengeld II sind. Dies bedeutet, dass f ür den überwiegenden Teil der
Jugendlichen erfolgreiche Berufsbiographien eingele itet wurden. Bei ca. 2 Prozent der
Jugendlichen konnte der Verbleib nicht festgestellt werden; ein Prozent befindet sich derzeit
noch in einer Ausbildung oder Berufsvorbereitungsma ßnahme. Ausgehend von den teilweise
sehr gravierenden Benachteiligungen, die diese jung en Menschen mitbringen, wurden
beachtliche Erfolge erzielt. Diese Zahlen belegen, dass die Stadt Münster den richtigen Weg
einschlug und ihre Verantwortung und den Auftrag im Rahmen der Jugendberufshilfe sehr
ernst nimmt.
Die Verbesserung der Arbeitsmarktchancen junger Men schen ist nach wie vor eine der
dringlichsten arbeitsmarktpolitischen Herausforderu ngen unserer Zeit. Die Notwendigkeit, im
Rahmen der Jugendberufshilfe aktiv zu sein, ist unbestritten.
Für junge Menschen ist die Entwicklung auf dem Arbe itsmarkt besonders dramatisch, weil der
Weg in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vielen von ihnen verstellt ist. Selbst eine gute
Schulausbildung und hohe Motivation garantiert kein e Integration in Ausbildung und
Arbeitsmarkt. Besonders schwierig wird es für die J ugendlichen, die nicht die notwendigen
Spiel- und Erfahrungsräume vorfinden, die es ihnen ermöglichen, umfassende Kompetenzen
zu entwickeln, diese einzubringen und ein selbststä ndiges Leben zu führen. Diese Spielräume
verringern sich zudem, wenn Jugendliche auf Grund s ozialer ethnischer Herkunft, individueller
Beeinträchtigungen etc. benachteiligt werden.
Jugendliche, die nicht in der Lage sind, ihren Lebe nsunterhalt eigenständig zu sichern, sind
bedroht in prekäre Lebensverhältnisse zu geraten.
Hier ist es Aufgabe des Jugendhilfeträgers – flanki erend und ergänzend zum SGB II und SGB
III – auf der Grundlage des SGB VIII § 13 tätig zu werden. Die Stadt Münster hält für diese
Jugendlichen zahlreiche Angebote und Maßnahmen in K ooperation mit den Trägern der
Jugendhilfe vor. Eine dieser Einrichtungen ist die Stadtteilwerkstatt Nord.
Der vorliegende Bericht bezieht sich auf das Jahr 2 007. Er umfasst die Darstellung der
Arbeitsschwerpunkte, der durchgeführten Projekte un d gibt einen Überblick über die
Zielgruppe der Stadtteilwerkstatt Nord.
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2. Zielgruppe und Angebot
2.1 Allgemeines
Ziel der Stadtteilwerkstatt Nord ist es, jungen Men schen zum Ausgleich sozialer
Benachteiligungen zu verhelfen und Hilfen anzubiete n, die ihre berufliche Ausbildung und
Eingliederung in die Arbeitswelt sowie ihre soziale Integration fördern. Die Arbeit der
Stadtteilwerkstatt Nord entspricht fachlich und inh altlich den Zielsetzungen des SGB VIII zur
Förderung von benachteiligten jungen Menschen und i st originäre Aufgabe des öffentlichen
Trägers der Jugendhilfe.
Zielgruppe der Stadtteilwerkstatt Nord sind junge M änner und Frauen, die arbeitslos sind und
ohne eine intensive Unterstützung und Betreuung kei ne Chancen auf Arbeit und Ausbildung
haben. Dies können sowohl Bezieherinnen und Beziehe r von Arbeitslosengeld II sein, als
auch Jugendliche, die nicht in einer Bedarfsgemeins chaft leben, aber einen erhöhten
Unterstützungsbedarf haben, sowie Jugendliche, die in einer Einrichtung der Jugendhilfe
leben und deswegen keinen Anspruch auf Förderung nach dem SGB II oder III haben.
Erreicht werden auch junge Erwachsene, die nicht me hr berufsschulpflichtig sind (über 18
Jahre) und für die Angebote des SGB III nicht in Fr age kommen, weil sie arbeitsmarktfern
sind, die Fördervoraussetzungen der Arbeitsverwaltu ng nicht (mehr) erfüllen oder einen
höheren Bedarf an sozialpädagogischer Betreuung hab en. Dies gilt insbesondere vor dem
Hintergrund einer restriktiveren Handhabung bei den Berufsvorbereitenden
Bildungsmaßnahmen (BvB) der Agentur für Arbeit. In der Regel ist nur eine zeitlich begrenzte
Teilnahme möglich, d.h. bei Ausschöpfung des Förder zeitraumes von zehn Monaten ist keine
weitere Förderung möglich.
Auch für Jugendliche, die den Anforderungen der BvB nicht
entsprechen und bei denen im Vorfeld bereits ein Mi sserfolg zu erwarten ist, muss eine
Förderung vorgeschaltet werden, um ihre zukünftigen Chancen zu verbessern. Für diesen
Personenkreis bietet die Stadtteilwerkstatt Hilfe u nd Unterstützung an, mit dem Ziel, sie in
Arbeit und Ausbildung zu integrieren bzw. sie zu be fähigen, an weiterführenden Maßnahmen
teilzunehmen. Soweit möglich sollten die weiterführ enden Maßnahmen die Möglichkeit bieten
einen Schulabschluss zu erwerben.
Die Stadtteilwerkstatt Nord verfügt über 15 Plätze und bietet die Arbeitsbereiche Holz; Textil
und Friseur/ Kosmetik an. Der Bereich EDV wird bedarfsbezogenen und indiviudell angeboten.
Im Jahr 2007 nutzten insgesamt 57 Jugendliche und j unge Erwachsene die Angebote in der
Stadtteilwerkstatt Nord. Der Anteil weiblicher Teil nehmerinnen stieg auch im Jahr 2007 erneut
an und lag bei 47,4 % gegenüber 43,5 % im Jahr 2006.
Der Altersdurchschnitt der Teilnehmerinnen und Teil nehmer lag bei durchschnittlich 18
Jahren. Differenziert nach Geschlecht sind die Jung en im Durchschnitt einige Monate älter als
die Mädchen.
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Tabelle 1: Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der St adtteilwerkstatt Nord
2005 2006 2007
weiblich 22 37,3 % 20 43,5 % 27 47,4 %
männlich 37 56,5 % 26 56,5 % 30 52,6%
gesamt 59 100 % 46 100 % 57 100 %
Von den 57 Teilnehmenden hatten 25 (44 %) die deuts che Staatsangehörigkeit. Der Anteil der
ausländerischer Teilnehmer war im Jahr 2007 damit e rstmalig höher als der Anteil der
Deutschen (s. Tabelle 2).
Tabelle 2: Nationalität der Teilnehmerinnen und T eilnehmer
2005 2006 2007
Deutsch 39 30 25
Andere
Nationalität 20 16 32
gesamt 59 46 57
Aus dem Stadtteil Coerde kamen im Berichtsjahr 31 T eilnehmende (54,4 %) und 11 aus
Kinderhaus (19,3 %). Ein Teilnehmer kam im Berichts jahr aus Handorf und 14 Teilnehmende
(24,6 %) aus anderen Stadtteilen Münster. Der hohe Anteil aus dem Norden Münsters ist
konzeptionell beabsichtigt und zeigt gleichzeitig, dass der Standort in der Speicherstadt im
Norden Münsters entsprechend der Bedarfe gut gewählt ist.
Der überwiegende Teil der Jugendlichen wurde von der Arbeitsgemeinschaft Münster (17) und
Schulen (14) an die Stadtteilwerkstatt verwiesen.
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Tabelle 3: Zugang zu den Angeboten
2005 2006 2007
Freie Träger vor Ort 4 5 9
Sozialamt „Hilfen zur
Arbeit"/ Arbeitsgemein-
schaft Münster (seit 2005)
4 9 17
Agentur für Arbeit 8 4 4
Selbstmelder 6 10 4
Berufskolleg 1 2 1
Schulen 25 8 14
Kommunaler Sozialdienst 6 2 3
sonstige 5 6 5
gesamt 59 46 57
Kooperationspartner der Stadtteilwerkstatt sind die Schulen, die Agentur für Arbeit, die
Arbeitsgemeinschaft Münster, die freien Träger und die städtischen Einrichtungen vor Ort.
Die Belebung der Konjunktur seit 2006 führte insges amt zu einem Rückgang der
Arbeitslosigkeit, allerdings überwiegend zugunsten der Arbeitslosen, die erst seit kurzem
arbeitslos sind. Faktoren, die die Jugendarbeitslos igkeit begünstigen, sind ein nicht
vorhandener Schulabschluss, eine fehlende Berufsaus bildung, Suchtverhalten sowie fehlende
soziale Kompetenzen. Kaum Chancen auf dem Arbeitsma rkt hat die Gruppe der
Lernbeeinträchtigten.
Der überwiegende Teil der Teilnehmenden bringt schu lische Voraussetzungen mit, mit denen
sie ohne weitere Unterstützung keine Chancen auf ei nen Ausbildungsplatz oder Arbeitsplatz
haben. Angesichts der steigenden Qualifikationsanfo rderungen an Beschäftigte dürfte selbst
eine Vermittlung in den allgemeinen Arbeitsmarkt sc hwer realisierbar sein. Gelingen kann dies
nur mit speziellen Hilfe- und Unterstützungsangebot en. Die Aufgabe besteht aus diesem
Grunde darin, Ansatzpunkte zum Ausgleich vorhandene r Defizite zu finden, indem an den
vorhandenen Kompetenzen angeknüpft wird. Die Teilne hmerinnen und Teilnehmer haben in
der Schule häufig unentschuldigt gefehlt. Arbeitsma rktrelevante Grundkompetenzen sind gar
nicht oder nur unzureichend vorhanden. Darüber hina us liegen selbst dann, wenn
Abschlusszeugnisse existieren, erhebliche schulisch e Defizite vor. Häufig fehlen
mathematische Grundkenntnisse und die Fähigkeit, ei nfache Texte lesen und schreiben zu
können ist nicht gegeben. Allgemeinbildende und pol itische Kenntnisse sind nahezu nicht
vorhanden. Defizite bestehen ebenfalls im Bereich der sozialen Kompetenz.
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Tabelle 4: Schulische Voraussetzungen der Teilnehme rinnen und Teilnehmer
2005 2006 2007
Art des Abschlusses W m w M w M
6 14 1 6 5 13 Abgangszeugnis der
Förderschule 33,90 % 15,22 % 32 %
2 3 2 2 3 4 Abschlusszeugnis der
Förderschule 8,47 % 8,70 % 12 %
1 0 2 1 4 2 Hauptschulabschluss nach
Klasse 10 (Typ A) 1,69 % 6,52 % 11 %
0 0 1 1 4 1 Hauptschulabschluss nach
Klasse 10 (Typ B) 0 % 4,35 % 9 %
4 5 5 4 5 5 Abgangszeugnis der
Hauptschule 15,25% 19,57 18 %
1 2 2 2 2 2 Hauptschulabschluss nach
Klasse 9 5,08 % 8,70 % 7 %
8 13 3 3 3 3 Noch Schüler/ in
35,59 13,04 % 11 %
0 1 1 0 1 0 Sonstiges
2,08 % 2,17 % 2 %
2.2 Verbleib der Teilnehmenden
Ein Ziel der Arbeit ist es, unabhängig vom Grund fü r die Beendigung der Betreuung in der
Stadtteilwerkstatt, dazu beizutragen, dass die Juge ndlichen „nicht verloren“ gehen. Konkret
bedeutet dies, sofern keine Vermittlung in Arbeit o der Ausbildung erfolgte, dass die
zuständigen Institutionen (z.B. Amt für Schule und Weiterbildung, Kommunaler Sozialdienst,
Agentur für Arbeit, Arbeitsgemeinschaft Münster) üb er die Beendigung der Maßnahme
informiert werden und eine „nahtlose“ Weiterbetreuung erfolgen kann.
Die Verweildauer der Jugendlichen ist sehr untersch iedlich. In der Regel ist eine Betreuung
von mindestens sechs Monaten und maximal einem Jahr vorgesehen. In Ausnahmefällen
kann auch eine Betreuung bis zu zwei Jahren erfolgen.
Im Durchschnitt wurden die Jugendlichen knapp 8 Mon ate betreut, die in den 1. Arbeitsmarkt
integriert wurden. Gemessen an den vorhandenen Defiziten ist dies nicht lange.
Die Teilnehmenden, die sich gegen die Arbeit in der Stadtteilwerkstatt Nord entschieden,
wurden an die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mita rbeiter der Arbeitsgemeinschaft Münster
und/ oder der Agentur für Arbeit verwiesen. Zeitgle ich werden die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der jeweils zuständigen Institution übe r die Beendigung der Zusammenarbeit
unterrichtet. Die Rückmeldungen der Stadtteilwerkst att Nord dienen dazu, in der weiteren
Zusammenarbeit mit den Betroffenen klare Absprachen und ggf. auch Forderungen zu stellen.
Zwei Teilnehmer konnten in der Stadtteilwerkstatt n icht betreut werden und werden vom KSD
weiter betreut.
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Tabelle 5: Verbleib der Teilnehmerinnen und Teilneh mer
2005 2006 2007 Art der Beendigung
Absolut In % Absolut In % Absolut In %
Rückvermittlung AMS 13 37,14 9 20,45
weiblich 4 2
männlich 9 7
Beendigung durch STW 13 37,14
weiblich 4
männlich 9
Herkunftsschule 5 14,29 7 20,00 6 13,64
weiblich 2 4 3
männlich 3 3 3
Eigene Arbeitsplatzsuche 6 17,14 1 2,38 2 4,55
weiblich 1 1 1
männlich 5 0 1
Arbeit 1. Arbeitsmarkt 1 2,86 5 14,29 5 11,36
weiblich - 3 2
männlich 1 2 3
Arbeit 2. Arbeitsmarkt 8 22,86 2 5,71 - -
weiblich 5 1 - -
männlich 3 1 - -
Ausbildung 2 5,71 2 4,76 - -
weiblich - 1 - -
männlich 2 1 - -
Ärztliche Behandlung - - 2 4,76 1 2,27
weiblich - 0
männlich - 2 1
Weiterführende Schule - - 5 14,29 2 4,55
weiblich 4
männlich 1
Ohne Vermittlung - - 3 7,41 6 13,64
weiblich - - 3
männlich - - 0
Weiterbetreuung KSD - - 1 2,86 2 4,55
weiblich - - 0 -
männlich - - 1 2
2.3 Problemlagen
Negative Erfahrungen in der schulischen Laufbahn, f ehlende Struktur im familiären Umfeld
und das Aufwachsen in einer von Kritik geprägten Um gebung führten bei den Teilnehmenden
dazu, dass sie kein positives Selbstbild und gesund es Selbstvertrauen aufbauen konnten.
Sehr häufig mussten die Teilnehmenden in ihrer Entwicklung hören, was sie nicht können oder
wozu sie nicht in der Lage sind. In der Zusammenarbeit mit der Stadtteilwerkstatt erkennen die
10
Teilnehmenden neue Möglichkeiten für sich. Die Teil nehmenden sollen befähigt werden,
eigene Ziele zu formulieren und berufliche Perspektiven zu entwickeln.
Der Arbeitsansatz der Stadtteilwerkstatt Nord sieht vor, zunächst die positiven Ressourcen der
Teilnehmenden zu erkennen und zu fördern, und dabei zu unterstützen, ein gesundes
Selbstwertgefühl zu entwickeln. In diesem Zusammenh ang werden Vertrauen und
Konsequenz als wichtige Bausteine der Zusammenarbei t angesehen. Auf der Grundlage des
so geschaffenen Vertrauens können Verhaltensweisen angesprochen und verändert werden,
die für einen späteren Einstieg in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt dringend erforderlich
sind.
2.4 Ziele und Leistungen
Die Stadtteilwerkstatt bietet im Bereich der Jugend berufshilfe Maßnahmen zur
Berufsorientierung, der Qualifizierung und der Besc häftigung mit sozialpädagogischer
Begleitung an. Ziel ist es, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Integration in das
Berufsleben und damit in die Gesellschaft zu erleichtern.
Mit den Berufsbereichen Holz, Textil, Kosmetik, Fri seur und Hauswirtschaft ist die
Stadtteilwerkstatt Nord - in Kooperation mit dem Ju gendausbildungszentrum (JAZ) - ein
wichtiger Bestandteil der Jugendberufshilfe. Ziel i st die Eingliederung der Jugendlichen in den
Ausbildungs- und Arbeitsmarkt beziehungsweise in da s System der beruflichen Bildung. Das
geschieht durch Bündelung verschiedener Hilfen zu e iner auf den einzelnen Jugendlichen
abgestimmten individuellen Unterstützung und Förderung auf dem Weg ins Berufsleben.
2.4.1 Berufsorientierung
Um Schlüsselqualifikationen wie z.B. Pünktlichkeit, Durchhaltevermögen, Verlässlichkeit,
Flexibilität und Freundlichkeit im Umgang mit ander en Menschen zu erlangen ist es in erster
Linie nötig, einen Arbeitsbereich vorzufinden, in d em für den Teilnehmenden motivierende
Arbeit, freundliche Mitarbeiter und eine profession elle Ausstattung Anreiz bieten, um die oben
beschriebenen Qualifikationen zu erlangen.
Projekte in anderen Berufsfeldern (Hauswirtschaft, Maler und Lackierer, Metall) werden
individuell geplant und durchgeführt.
Arbeiten in den Berufsfeldern
• Holzwerkstatt
Im Berichtsjahr unterstützte die Stadtteilwerkstatt Nord z.B. das Bauvorhaben „Erweiterung
des FEEZ“ in Münster-Kinderhaus. Die Jugendlichen d ämmten und verkleideten die
Fassade des neuen Anbaus mit einer Verschalung aus Lärchenbrettern. Positiv für die
Teilnehmenden war, dass sie täglich die Fortschritt e sehen konnten. Durch die
Übernahme dieses umfangreichen Auftrags erhielten d ie Teilnehmenden Einblick in die
reale Arbeitswelt.
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Wie bereits im Vorjahr wurde Ende Mai der Spielplat z „Maxi-Sand“ am Syndikatsplatz
aufgebaut und im Oktober wieder demontiert und eingelagert.
• Friseur/ Kosmetik
Der Bereich Friseur/ Kosmetik wurde im Berichtszeit raum so umgestaltet, dass in beiden
Bereichen sowohl die Vermittlung von theoretischen Grundkenntnissen, als auch die
Vermittlung werkpraktischer Fähigkeiten mit bis zu sieben Teilnehmerinnen und
Teilnehmern möglich ist. Ebenso ist es nun möglich, für die praktische Arbeit Modelle
einzuladen. Diese Arbeit dient dazu, das Erlernte r ealitätsnah anwenden zu können.
Diese Art der Erfolgskontrolle findet in regelmäßig en Abständen statt und steigert die
Motivation der jungen Teilnehmenden enorm.
• Textilwerkstatt
Ein größerer Auftrag der Textilwerkstatt war im Ber ichtszeitraum die Fertigung von
Tischdecken für den Veranstaltungsraum des Fachwerk s in Gievenbeck. Darüber hinaus
wurden für unterschiedliche Kindertagesstätten und Schulen Vorhänge und Polsterbezüge
genäht. Im gesamten Zeitraum wurden diverse Produkt e (z.B. Topflappen, Körnerkissen
etc.) produziert. Diese Produkte wurden auf dem Wei hnachtsmarkt der „Deutschen
Rentenversicherung“ angeboten und verkauft.
• Hauswirtschaft
Der Hauswirtschaftsbereich wurde fortgeführt mit ei ner über die Arbeitsgemeinschaft
Münster im Rahmen der Entgeltvariante geförderten K raft. Dadurch wurde
Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gelegenheit geg eben, auch in diesem Bereich
praktische Erfahrungen sammeln zu können. Ein wicht iger Aspekt in diesem
Zusammenhang ist auch, dass den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der
Stadtteilwerkstatt eine gesunde und preiswerte Mittagsmahlzeit angeboten werden kann.
2.4.2 Sozialpädagogische Angebote
Das Profil der sozialpädagogischen Begleitung und B eratung umfasst neben den regelmäßig
stattfindenden Gesprächen, die Unterstützung bei de r Wohnungssuche, die Kontaktaufnahme
mit kooperierenden Institutionen, sowie die Einleit ung und ggf. Begleitung zusätzlich
unterstützender Hilfen wie z.B. Drogenbratung, Schuldnerberatung, juristische Beratung.
Konkrete Zielabsprachen ermöglichen kurzfristige Er folgskontrollen für alle Beteiligten und
bieten den Teilnehmenden die Möglichkeit, zeitnah E rfolgserlebnisse zu haben. Die intensive
sozialpädagogische Begleitung beinhaltet eine Verne tzung aller am Prozess der
Strukturierung beteiligten Institutionen und Person en. Die Agentur für Arbeit, Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter des Kommunalen Sozialdienstes und a uch die Erziehungsberechtigen werden
in den Prozess eingebunden, um vorhandene Ressourcen optimal zu nutzen.
Im Berichtszeitraum war die Begleitung der Übergang sphase von der Stadtteilwerkstatt Nord
in eine weiterführende Maßnahme, Praktika oder Arbe itsaufnahme ein Schwerpunkt der
Arbeit.
12
2.4.3 Flankierender Unterricht für Teilnehmende der Stadtteilwerkstatt Nord
Eine dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt erf ordert eine intensive Förderung der
Jugendlichen ohne Schul- und Berufsabschluss, denn ohne verwertbare berufliche
Qualifikationen ist dies nicht möglich. Angesichts der Tendenz der weiterhin deutlich
zurückgehenden Zahl der einfachen Tätigkeiten, die durch die EU-Erweiterung verstärkt
werden wird, ist die Erlangung verwertbarer Schul- und Berufsabschlüsse nach wie vor die
wichtigste Voraussetzung, um eine selbstbestimmte L ebensplanung ohne staatliche
Transferleistungen gestalten zu können.
Angesichts der schulischen Defizite (s. Tabelle 4) die die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
mitbringen, ist die Integration in den Arbeitsmarkt ohne eine intensive Unterstützung kaum
möglich. Vor diesem Hintergrund – ist neben den Wer kstattangeboten – flankierend eine
theoretische Wissensvermittlung erforderlich, um vo rhandene Lücken im Bereich Lesen,
Rechnen etc. zu schließen. Auf Grund der heterogene n Voraussetzungen muss der Unterricht
sehr individuell gestaltet werden. In Absprache mit den Schulen vor Ort, den Berufskollegs
und dem Amt für Schule und Weiterbildung wird flank ierend zu den Werkangeboten Unterricht
erteilt. Ziel des integrierten Unterrichts in der S tadtteilwerkstatt ist, entweder die Jugendlichen
zu motivieren einen Schulabschluss nachzuholen oder die Angebote der Berufskollegs
wahrzunehmen.
Ausgangspunkt für das Projekt ist die Eigenmotivati on der Teilnehmenden, ihren
Bildungsstand zu verändern und versäumtes nachzuhol en. Im Zuge des Projektes wird den
Teilnehmenden in der Stadtteilwerkstatt Nord die Mö glichkeit gegeben, schulische Defizite in
Einzel- oder Kleingruppensituationen zu beseitigen mit dem Ziel, sie an weiterführende
Maßnahmen heranzuführen. Es wird die Möglichkeit ge boten, sich auf das Nachholen eines
Schulabschlusses individuell vorbereiten zu können, bzw. Maßnahmen, die einen
nachträglichen Schulabschluss beinhalten auch bestehen zu können.
Im Berichtsjahr gelang es, Mittel aus dem Sonderpro gramm “Jugend und soziale
Brennpunkte“ zur Durchführung des flankierenden Unterrichts einz uwerben. Mit der
Durchführung des flankierenden Unterrichts beauftra gte die Stadt Münster – AIM jugend+ –
(Arbeitsmarkt-Initiative Münster) den Verein „Lernen Fördern e.V.“.
Der Träger führt seit Jahren ausbildungsbegleitende Hilfen, Berufsvorbereitungsmaßnahmen
(Reha) in Kooperation mit der Agentur für Arbeit un d Projekte im Bereich der
Jugendberufshilfe durch. Durch diese Tätigkeiten ha t er hinreichend Erfahrung im Hinblick auf
die Konzeption als auch Durchführung von Maßnahmen; die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
besitzen die notwendige Qualifikation im Umgang mit der Zielgruppe. Die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer der Stadtteilwerkstatt Nord befinden sich alle in schwierigen Lebenslagen und
benötigen zur Persönlichkeitsstärkung und –stabilis ierung sowie der Ausbildung sozialer
Fähigkeiten eine intensive Betreuung. Diese wird durch das werkpädagogische Angebot in der
Stadtteilwerkstatt gewährleitstet.
Darüber hinaus sollen die großen schulischen Defizi te, die eine Eingliederung in Ausbildung
oder berufsvorbereitende Maßnahmen erheblich erschw eren, behoben werden. Um die
Lücken in den Grundlagenfächern zu schließen als au ch generell die Motivation zu stärken,
sich mit den eigenen Lernfähigkeiten auseinander zu setzen, erteilte „Lernen fördern e.V.“
individuell gestalteten Förderunterricht in der Stadtteilwerkstatt.
13
Nach Abstimmung mit den Mitarbeitern der Stadtteilw erkstatt Nord wurden die Teilnehmenden
durch Stütz- und Förderunterricht in Einzelunterric ht und als Kleinstgruppenunterricht an den
Unterrichtsstoff der allgemein bildenden Schulen he rangeführt. Es profitierten im Berichtsjahr
15 Teilnehmer, davon 7 Mädchen und 8 Jungen von dem Angebot.
Im Vordergrund stand die Aufarbeitung von Grundlage nwissen, Einüben von Lerntechniken
und Förderung der Eigenmotivation. Hinzu kam die Er arbeitung und Vertiefung neuer
Lerninhalte. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum 612 Stunden Unterricht erteilt.
Es wurde Wert darauf gelegt, die praktischen Bereic he Holz, Metall, Textil und Friseur
einzubeziehen und den Unterricht anschaulich zu ges talten. Darüber hinaus wurden die
Jugendlichen bei der Bewältigung von Konflikten zu unterstützt. In den Kleingruppen wurden
die Aufgaben gezielt so vergeben, dass Jugendliche miteinander arbeiteten, die sich sonst aus
dem Weg gingen. Es wurden Methoden eingesetzt, bei denen sich die Schüler gegenseitig
unterstützen mussten. Über die persönlichen Beziehu ngen die zu den Lehrkräften entstanden,
steigerten viele Jugendliche ihre Lernmotivation en orm. Drei Jugendliche haben eine
Maßnahme „ Arbeiten und Lernen“ beim Jugendausbildu ngszentrum Münster begonnen, um
dort den Hauptschulabschluss nachzuholen.
Für das Jahr 2008 wird die Fortführung des Projekte s angestrebt. In Abweichung zum
vorherigen Konzept soll ein Stützlehrer neben den T eilnehmenden der Stadtteilwerkstatt Nord
auch diejenigen des Lernortes Süd (Werkstattangebot des Vereins „Lernen Fördern e.V.“)
betreuen.
2.4.3 Ernährung und Sport
Ein weiteres Angebot ist die als Projekt stattfinde nde Ernährungsberatung in Kooperation mit
dem Gesundheitsamt der Stadt Münster. Ausgangslage hierfür waren Erfahrungen und
Bedürfnisse der Teilnehmenden, bestehende Essgewohn heiten überprüfen und ggf.
verändern zu wollen. Thematisch wurde ein Frühstück in der Woche nach den Bedürfnissen
der Teilnehmenden gemeinsam vorbereitet und durchge führt. Kombiniert wird dies Angebot
mit einem Fitnesstraining.
Grundlage für dieses Programm waren ebenfalls Erfah rungen mit den Teilnehmenden, denen
es oft an Durchhaltevermögen und Ausdauer fehlt. Be ide Angebote wurden durchweg positiv
aufgenommen und sind mittlerweile fester Bestandtei l der Arbeitsvereinbarungen mit den
Teilnehmenden.
Im Rahmen der Kooperation mit dem Gesundheitsamt st ehen den Teilnehmenden zwei Ärzte
regelmäßig zu Beratungsgesprächen zur Verfügung. Di ese Beratungsangebote finden sowohl
auf Anfrage der Teilnehmenden, als auch auf Anfrage des Teams der Stadtteilwerkstatt Nord
statt.
14
3. Kompetenzfeststellung – Das Verfahren MELBA
Um die Kompetenzen der Teilnehmer und Teilnehmerinn en der Stadtteilwerkstatt Nord besser
feststellen und beurteilen zu können, wird seit Her bst 2007 das Verfahren MELBA
angewendet. Die Abkürzung „MELBA“ steht für „Merkma lprofile für die Eingliederung
Leistungsgewandelter und Behinderter in Arbeit“. En twickelt wurde das Verfahren im Bereich
der beruflichen Rehabilitation. Es wurde Ende 1980e r Jahre als Instrument für die berufliche
Eingliederung Behinderter entwickelt, das einen Ver gleich der Anforderungen von
Arbeitsplätzen einerseits und den Fähigkeiten behin derter Mitarbeiterinnen andererseits
ermöglichen sollte. Es ist jedoch sehr universell e insetzbar und wird inzwischen ebenfalls bei
der Förderung der beruflichen Integration Jugendlic her von Trägern und Institutionen
angewendet.
Das Verfahren „MELBA“ ist in erster Linie darauf ausgerichtet, die Kompetenzen einer Person
in Bezug auf eine bestimmte Tätigkeit bzw. einen sp ezifischen Arbeitsplatz zu überprüfen. Es
geht somit nicht um die Analyse von Kompetenzen zur allgemeinen Lebensbewältigung und
auch nicht um die Ermittlung von biografischen und lebensweltlichen Eigenheiten und
Ressourcen, sondern explizit darum, inwieweit der b zw. die Teilnehmende
beschäftigungsfähig in Bezug auf die Anforderung eines bestimmten Arbeitsplatzes ist. Für die
Ermittlung von lebensweltbezogenen Kompetenzen oder einer biografiebezogenen
Kompetenzentwicklung ist „MELBA“ nicht geeignet. Hi erzu müssen ergänzende Instrumente
herangezogen werden. Die in „MELBA“ verwendeten Mer kmale orientieren sich primär an
Anforderungen der Arbeitswelt.
„MELBA“ dokumentiert die Fähigkeiten einer Person u nd die Anforderungen einer Tätigkeit
mittels eines Fähigkeits- und Anforderungsprofils u nd ermöglicht durch deren
„Übereinanderlegen“ einen Profilvergleich. MELBA besteht aus drei wesentlichen Elementen:
Einem Fähigkeits- und einem Anforderungsprofil sowi e einem Profilvergleich. Alle drei
Elemente arbeiten mit einem identischen Katalog aus 29 Merkmalen, die in fünf
Merkmalsbereiche untergliedert sind. Unterschieden werden kognitive Merkmale (z.B.
Arbeitsplanung, Auffassung, Konzentration), soziale Merkmale (z.B. Führungsfähigkeit,
Kritikfähigkeit, Teamarbeit), Merkmale zur Arbeitsa usführung (z.B. Pünktlichkeit,
Selbstständigkeit, Sorgfalt) psychomotorische Merkm ale (z.B. Antrieb, Feinmotorik,
Reaktionsgeschwindigkeit) und Kulturtechniken/ Komm unikation (z.B. Lesen, Rechnen,
Schreiben). Die Merkmale sind an die Anforderungen der Arbeitswelt orientiert und haben
einen klaren Tätigkeitsbezug.
Die Durchführung von MELBA beinhaltet eine Einschät zung jedes Merkmals anhand einer
fünfstufigen Skala, wobei der erste Profilwert eine „geringe oder weit unterdurchschnittliche“
Anforderung oder Fähigkeit benennt und der fünfte W ert für eine „weit überdurchschnittliche“
Anforderung oder Fähigkeit steht. Das Anforderungsp rofil dient dazu, die Anforderungen einer
ganz konkreten Tätigkeit, d.h. eines bestimmten Arb eitsplatzes zu dokumentieren. So kann
festgehalten werden, welche „psychische Anforderung “ bei einer bestimmten Tätigkeit in
welcher Höhe gegeben ist.
Mit dem Fähigkeitsprofil werden die tätigkeitsbezog enen psychischen Fähigkeiten einer ganz
bestimmten Person zu einem bestimmten Zeitpunkt dok umentiert. Es ist analog zum
Anforderungsprofil aufgebaut, d.h. es beinhaltet di e gleichen Merkmale, in der gleichen
Anordnung und ist mit der gleichen Scala hinterlegt, so dass beide Profile kompatibel sind.
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Die Anwendung des Verfahrens MELBA soll in der Stad tteilwerkstatt Nord dazu dienen, die
Jugendlichen optimal fördern zu können, indem die F ähigkeiten ermittelt und den potentiellen
Anforderungen gegenübergestellt werden. Ziel ist, d ie Jugendlichen anhand der festgestellten
Über- oder Unterforderungen gezielt zu stärken und in Übereinstimmung zu bringen, um eine
größere Arbeitsmarktnähe zu erreichen.
4. Kooperation
Eine optimale Nutzung bereits vorhandener Ressource n wurde durch die Vernetzung aller
Institutionen, die den einzelnen Teilnehmenden begl eiten und unterstützen gewährleistet.
Schwerpunkt dieser Arbeit bildete in dem Berichtsze itraum die Kooperation mit der
Arbeitsgemeinschaft Münster (AMS, u-25 Team).
Die Vernetzung der Arbeit vollzog sich zudem über d ie Teilnahme an Arbeitskreisen in
Kinderhaus und Coerde. Die Räumlichkeiten der Stadt teilwerkstatt Nord wurden der
Volkshochschule Münster und den in Münster Nord tät igen Mitarbeitern des Kommunalen
Sozialdienstes zur Verfügung gestellt.
Am „Tag des offenen Denkmals“ , der am 9. September 2007 stattfand, bestand für
interessierte Bürger und Bürgerinnen die Möglichkei t, die Stadtteilwerkstatt-Nord zu
besichtigten und sich über die Arbeit zu informiere n. Unter dem Motto „Speicherstadt öffnet
Tore“ „Aktionen und Informationen im ehemaligen Hee resverpflegungshauptamt“ gab es die
Möglichkeit an unterschiedlichen Führungen in der S peicherstadt teilzunehmen und die
Speicherstadt insgesamt zu besichtigen. Zum Selbstk ostenpreis wurde in der
Stadtteilwerkstatt Kaffee und Kuchen angeboten und es bestand die Gelegenheit von der
Stadtteilwerkstatt erstellte Produkte zu erwerben.
Kooperationspartner im Berichtszeitraum waren:
Adolph-Kolping-Schule, Berufskolleg HOT der Andreaskirch engemeinde
Anne-Frank-Schule, Berufskolleg Jugendausbildungszentr um JAZ gGmbH
Agentur für Arbeit Katholische und staatliche Fachhoch schule
Akademie Überlingen Kommunaler Sozialdienst des Amtes
Arbeitsgemeinschaft Münster (AMS) Psychologen und Ärzte
Drogenhilfe des Amtes für Kinder,
Jugendliche und Familien
Schulen in den Stadtteilen (Hauptschule
Coerde, Uppenbergschule, Hauptschule
Waldschule Kinderhaus)
Bildungsinitiative Münster SKM (u.a. Schuldnerberatung)
Bildungsinstitut Münster Sozialamt der Stadt Münster
DRK Corde Stadtteilbüro der Arbeiterwohlfahrt in Coerd e
Drogenberatung der Caritas Superbiomarkt, Herr Radau
Amt für Ausländerangelegenheiten Stadtteilpolizisten
Einzelhandelsverband Münsterland V.S.E. Jugendhilfeeinh eit Münster Nord
Fa. Bröker Catering and Event, Herr Franz-
Josef Bröker
Weitere freie Träger der Kinder- und
Jugendhilfe
Fa. Compo, Herr Averdiek Wuddi
Gesundheitsamt der Stadt Münster Lernen fördern e.V.
Handwerkskammer Münster
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5. Ausblick und Perspektiven 2008
Die Stadtteilwerkstatt Nord konnte sich in ihrem fü nfjährigen Bestehen erfolgreich etablieren
und profilieren. Durch die organisatorische Zuordnu ng zur AIM jugend+ wurden optimale
organisatorische Voraussetzungen geschaffen, die da zu beitragen, dass die Stadtteilwerkstatt
Nord sich den neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen stellen kann.
• Die jugendlichen Arbeitslosengeld II-EmpfängerInne n weisen in einem hohen Maße
Benachteiligungen auf, die abgebaut und beseitigt w erden müssen, um eine berufliche
Integration erreichen zu können. Hieraus resultiere n spezielle Hilfebedarfe, die die
Stadtteilwerkstatt Nord decken kann. Mit der der Ar beitsgemeinschaft Münster wurde
eine Kooperationsvereinbarung getroffen und für Jug endliche, die SGB II-Leistungen
beziehen und die Angebote der Stadtteilwerkstatt No rd benötigen, wurden die
anteiligen Kosten aus dem Eingliederungsbudget des SGB II erstattet. Die im Rahmen
der Kooperation entwickelten positiven Ansätze werden 2008 fortgeführt.
• Angesichts der schulischen Defizite, die die Teiln ehmer und Teilnehmerinnen
mitbringen, ist die Integration in den Arbeitsmarkt ohne eine intensive Unterstützung
kaum möglich. Vor diesem Hintergrund – ist neben de n Werkstattangeboten –
flankierend eine theoretische Wissensvermittlung er forderlich, um nicht vorhandene
Lücken im Bereich Lesen, Rechnen etc. zu schließen. Mit der Durchführung soll
weiterhin der Verein Lernen fördern beauftragt werden. Ziel des integrierten Unterrichts
in der Stadtteilwerkstatt ist, entweder die Jugendl ichen auf die externe Prüfung zum
Erwerb des Hauptschulabschlusses vorzubereiten oder sie zu befähigen an einer
weiterführenden Maßnahme teilzunehmen, die einen Hauptschulabschluss beinhaltet.
• Mit dem Fachbereich „Oecotrophologie“ der Fachhoch schule Münster wird ein
Kooperationsprojekt für den Schwerpunkt „Ernährung und Sport“ angestrebt. Ziel ist
es, die Jugendlichen für Aspekte „gesunde Ernährung“ und „Sport“ zu sensibilisieren.
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Amt für Kinder, Jugendliche und
Familien
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Beratungsverlauf (5)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Kinderhaus
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0516/2008
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 10.06.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37