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AN/1740/2021

Sofortprogramm „Klimanotstand ernstnehmen – Verkehrswende in Köln-Mülheim anpacken“

Antrag nach § 3 der GeschO des Rates 24.08.2021

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 9 (Mülheim), Sitzung am 06.09.2021, TOP 8.1.6

21_08_23_Antrag_Radverkehr

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21_08_23_Antrag_Radverkehr

11047 Zeichen

Gleichlautend an 
 
 
 
       Bündnis 90 / Die GRÜNEN 
Herrn Bezirksbürgermeister    in der Bezirksvertretung Köln -Mülheim  
Norbert Fuchs     Wiener Platz 2a 
-Stadtbezirk Mülheim-    51065 Köln 
 
Frau Oberbürgermeisterin 
Heriette Reker 
-Rathaus- 
 
Antrag                                                                                         
            23.08.2021 
Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister , 
sehr geehrter Frau Oberbürgermeisterin, 
 
die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in der Bezirksvertretung Mülheim bittet Sie, den 
nachfolgenden Antrag in die Tagesordnung der nächsten Sitzung aufzunehmen. 
Sofortprogramm „Klimanotstand ernstnehmen – Verkehrswende in 
Köln-Mülheim anpacken“ 
 
Die Bezirksvertretung möge beschließen: 
1. Die V erwaltung wird aufgefordert, das Radverkehrskonzept für den Bezirk Mülheim 
unverzüglich fertigzustellen, sodass es im Jahr 2021 von den politischen Gremien 
beschlossen werden kann. Die V erwaltung wird aufgefordert, unverzüglich nach der 
Beschlussfassung mit der Einrichtung der in ihm konzeptionierten („potentiellen“) 
Fahrradstraßen zu beginnen. 
2. Die V erwaltung wird aufgefordert, unverzüglich, in jedem Falle im Jahr 2021, mit der 
Planung durchgängiger, baulich getrennter, grundsätzlich geradlinig verlaufender, 
mindestens 1,50 Meter breiter Radwege beidseitig entlang der Bergisch Gladbacher 
Straße zu beginnen und einen Zeitplan für die schnellstmögliche Fertigstellung 
vorzulegen. 
3. Die V erwaltung wird aufgefordert, unverzüglich, in jedem Falle im Jahr 2021, mit der 
Feinplanung bzw. dem Bau der Radpendelroute Leverkusen/Köln zu beginnen

4. Die Bezirksvertretung fordert, den Streckenverlauf der geplanten Radpendelroute 
zwischen Bergisch Gladbach und Köln in der V ariante der Bürgerinitiative 
festzulegen. Die V erwaltung wird aufgefordert, unverzüglich, spätestens im Jahr 2022 
mit der Feinplanung/dem Bau der Radpendelroute Bergisch Gladbach/Köln zu 
beginnen. 
5. Die V erwaltung wird aufgefordert, auf dem Clevischen Ring stadteinwärts zwischen 
der Bushaltestelle V on-Lohe-Straße und Kreuzung Markgrafenstraße unverzüglich 
einen Popup-Radweg einzurichten. 
 
Begründung: 
Die Welt befindet sich in einer Klimakrise. Wir erleben Temperaturanstiege in dramatischem 
Ausmaß. Einerseits scheint das Ziel des Pariser Klimaabkommens, den globalen 
Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, in immer weitere Ferne zu rücken, 
andererseits gibt es immer noch die Möglichkeit und die Pflicht zu handeln. Das 
Bundesverfassungsgericht hat in seiner Entscheidung vom 24. März 2021 deutlich gemacht, 
dass es ein Grundrecht auf Klimaschutz gibt. Dieses Grundrecht haben alle staatlichen Ebenen 
einschließlich der Kommunen zu schützen – so fordert es das Grundgesetz. Die Stadt Köln hat 
deshalb bereits am 9. Juli 2019 den Klimanotstand ausgerufen. Doch das reicht nicht. Es ist an 
der Zeit, auf die Reden, Gipfeltreffen, Beschlüsse und Gerichtsentscheidungen Taten folgen 
zu lassen. Auch in Mülheim. 
Der kommunale Spielraum, auf die Klimakrise zu reagieren, ist begrenzt. V or allem in der 
V erkehrspolitik besteht jedoch die Möglichkeit zu gestalten. Möchte Kommunalpolitik einen 
substantiellen Beitrag zum Klimaschutz leisten, muss sie klimaschonende Mobilität 
konsequent und prioritär fördern. Mit dem beantragten Sofortprogramm stellt sich die 
Bezirksvertretung Mülheim deshalb ihrer klimapolitischen V erantwortung und ihrer 
grundrechtlichen V erpflichtung. 
Die Zeit zu handeln ist jetzt. Dies gilt umso mehr, als dass durch Bundesgesetze und das 
kürzlich beschlossene nordrhein-westfälische Fahrrad - und Nahmobilitätsgesetz Fördergelder 
für Radwege in nie dagewesenem Ausmaß zur V erfügung stehen. Noch nie konnte die 
V erkehrswende im Hinblick auf die kommunalen Finanzen ressourcenschonender umgesetzt 
werden. 
Trotz der erkennbaren Bemühungen von Bürgerinnen und Bürgern, Politik und V erwaltung 
dauert die V erkehrswende noch deutlich zu lange. Zeit, die wir nicht mehr haben. Mit jedem 
Jahr, in dem der CO2-Ausstoß nicht deutlich reduziert wird, verlagern wir die historische 
Aufgabe der Reduktion der Treibhausgase auf die zukünftigen Generationen. Die Klimakrise 
ernst nehmen, heißt deshalb jetzt zu ihrer Abwendung alle verfügbaren Ressourcen zu 
mobilisieren. Das schließt eine Bündelung von kommunalen planerischen Ressourcen auf die 
V erbesserung des Geh-, Rad- und ÖPNV-V erkehrs ein. 
Eine V erbesserung der radverkehrlichen Infrastruktur ist dringend erforderlich. Köln belegte 
im ADFC-Fahrradklimatext unter den Großstädten mit über 500.000 Einwohnerinnen und 
Einwohnern den letzten Platz – und vieles spricht dafür, dass die Situation für Radfahrende in 
Mülheim sogar unter dem Kölner Durchschnitt liegt. Eine Attraktivierung des Radverkehrs

entspricht deshalb auch den Empfehlungen des Köln Mobil 2025-Konzepts der Stadt Köln 
(https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf66/koeln-mobil-2025.pdf, S. 22).  
 
Zu 1: 
Die Bezirksvertretung erkennt an, dass das sich noch im Erarbeitungsstadium befindliche 
Radverkehrskonzept für den Bezirk Köln Mülheim eine wichtige Grundlage für zukünftige 
verkehrspolitische Entscheidungen darstellt. Unter V erweis auf dieses Konzept wurden bereits 
mehrfach verkehrspolitisch sinnvolle Entscheidungen bis zur Fertigstellung des 
Radverkehrskonzeptes vertagt. Aus diesem Grund ist die Fertigstellung schnellstmöglich 
anzuvisieren. Nur so kann die V erkehrswende sowohl zügig als auch ganzheitlich angepackt 
werden. 
Allerdings müssen verkehrliche V orhaben bis zur Fertigstellung nicht völlig zum Ruhen 
kommen. Bereits jetzt können und müssen große verkehrliche V orhaben, die in jedem Fall 
und unabhängig vom Radverkehrskonzept sinnvoll sind, angegangen werden (vgl. Punkte 2-
5). Eine weitere V erzögerung dieser Maßnahmen wird dem Klimanotstand nicht gerecht. 
Nach der Beschlussfassung muss unverzüglich die Umsetzung angegangen werden. 
Besonderer Bedarf und zügige Handlungsmöglichkeiten bestehen insbesondere im Hinblick 
auf Fahrradstraßen, da hierfür keine umfangreichen baulichen V eränderungen vonnöten sind. 
Mülheim verfügt Stand jetzt über eine einzige, im Jahr 1993 eingerichtete kurze Fahrradstraße 
(auf einem kleinen Teil des Johannesweges in Höhenhaus). Das ist offensichtlich völlig 
unzureichend und wird weder dem tatsächlichen noch dem gewünschten 
Radverkehrsaufkommen in unserem Bezirk ansatzweise gerecht. 
In den bekannten Entwurfsversionen des Radverkehrskonzeptes ist ein grundsätzlich 
zufriedenstellendes Netz von Fahrradstraßen konzeptioniert. Deren Umsetzung muss 2021 
beginnen. 
 
Zu 2: 
Unabhängig vom Radverkehrskonzept und unabhängig von etwaigen 
Radverkehrsschnellwegen zwischen Bergisch Gladbach und Köln dürfte unstrittig sein, dass 
der Bergisch Gladbacher Straße als Ost-West-Achse und Straße mit vielen Läden eine 
überragende verkehrliche Bedeutung auch für den Radverkehr zukommt. Der gegenwärtige 
Zustand ist aus radverkehrlicher Sicht über den weitesten Teil der Bergisch Gladbacher Straße 
absolut inakzeptabel. Die Wegeführung schlängelt sich, Radwege sind zu schmal, von anderen 
V erkehrsarten nicht hinreichend getrennt, zugeparkt, mit Pflanzen bewachsen, 
unübersichtlich, enden teilweise. Z.T. müssen sich Radfahrende und zu Fuß gehende den 
gleichen engen Weg teilen. Derartige Infrastruktur verhindert, dass Menschen Fahrrad fahren. 
Nicht nur ist es unbequem, es ist gefährlich. 
Dass eine Hauptverkehrsachse, zumal eine Bundesstraße, über einen sicheren, baulich 
getrennten und durchgängig gestalteten Fahrradweg verfügt, sollte eine Selbstverständlichkeit 
sein. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der hohen kraftfahrzeugverkehrlichen 
Belastung der Straße. Die Realisierung akzeptabler Fahrradwege könnte auch zu

V erlagerungseffekten aufs Fahrrad und damit auch zu einer V erbesserung für Autofahrerinnen 
und Autofahrer führen. 
 
Zu 3: 
An der Bedeutung von Radpendelrouten für einen sicheren und schnellen Radverkehr 
bestehen keine Zweifel. Auch an der Bedeutung der V erkehrsachse zwischen Köln-Mülheim 
und Leverkusen bestehen keine Zweifel. Da über die Streckenführung dieser Radpendelroute 
Einigkeit besteht, spricht nichts dagegen, unverzüglich mit ihrer Realisierung zu beginnen. 
 
Zu 4: 
Das Planungstempo des Radschnellwegs wird der Klimakrise und der Bedeutung einer 
sicheren und komfortablen Fahrradverbindung zwischen Bergisch Gladbach und Köln nicht 
ansatzweise gerecht. Bereits heute besteht angesichts der Inanspruchnahme der Strecke durch 
den Radverkehr ein großer Bedarf an einer qualitativ hochwertigen V erbindung. Dieser 
Bedarf wird zukünftig zunehmen. 
Die Bezirksvertretung erkennt an, dass die Phase der Konzeptionierung an dieser Strecke 
vorbei ist. Nun ist die Zeit der Entscheidung und der Umsetzung. 
Bei der Entscheidung für eine bestimmte Streckenführung sollten insbesondere die Bedarfe 
ihrer potentiellen Nutzerinnen und Nutzer in den Blick genommen werden. Für diese ist 
insbesondere wichtig, dass ein entsprechender Weg wohn- und arbeitsortnah verläuft. 
Niemand möchte einen langen (Um-)Weg fahren, um zum Radschnellweg zu gelangen. 
Wichtig ist auch, dass ein Wechsel in den ÖPNV ohne große Umwege möglich ist – z.B. im 
Falle von Wetterumschwüngen oder von Fahrradpannen. Schließlich ist es von V orteil, wenn 
der Weg bereits bekannt ist, weil dann die Hürde, ihn (verstärkt) zu benutzen, geringer ist. 
Außerdem können die baulichen V eränderungen in diesem Fall gering ausfallen, was eine 
zügigere Umsetzung des V orhabens verspricht. 
Alle diese Punkte sprechen eindeutig für den Wegführungsvorschlag der „Initiative 
Radschnellweg Bergisch Gladbach – Köln“. Auf diesen sollte sich deshalb unverzüglich 
geeinigt werden. Der Weg führt entlang der Straßenbahnlinien 18 und 3 und wird bereits 
heute von über 2.000 Personen pro Tag in Anspruch genommen. Nur mit dieser V ariante wird 
es gelingen, schnell weitere Personen zum Umstieg auf das Fahrrad zu bewegen. 
Mit der Umsetzung sollte sodann auch aus den unter 3. genannten Gründen unverzüglich 
begonnen werden. 
 
Zu 5: 
Der Clevische Ring hat nicht nur für den motorisierten Individualverkehr große Bedeutung, 
sondern auch für Rad Fahrende. Dieser Bedeutung wird die bisherige Radwegführung nicht 
im Ansatz gerecht. In dem o.g. Abschnitt ist überhaupt kein Fahrradweg vorhanden. Das ist 
absolut unangemessen und äußerst gefährlich. Derartige verkehrliche Situationen halten 
Menschen verständlicherweise davon ab, das Fahrrad zu benutzen, da sie sie zwingen, auf die 
schnell befahrene Straße auszuweichen. Perspektivisch muss – entsprechend der Nummer 2

dieses Antrags – ein sicherer, baulich getrennter, ausreichend breiter und durchgängiger 
Radweg entlang des Clevischen Rings geschaffen werden. Bis zur Realisierung werden 
allerdings etliche Jahre vergehen. Doch die Klimakrise ist jetzt. Es ist deshalb unumgänglich, 
mittels eines Popup-Radweges die für den Radverkehr schlimmsten Gefahrenstellen zu 
entschärfen. 
 
gez. Winfried Seldschopf    gez. Sabine Ulke

Beratungsverlauf (1)

06.09.2021 Bezirksvertretung 9 (Mülheim)
TOP 8.1.6 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: geändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (3)

  • Bergisch Gladbacher Straße
  • Wiener Platz 2a
  • Markgrafenstraße

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Details

Aktenzeichen
AN/1740/2021
Typ
Antrag nach § 3 der GeschO des Rates
Datum
24.08.2021
Erstellt
24.08.2021 09:36