2554/2023
Mentale Gesundheit von Schülerinnen und Schülern
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Sachstandsbericht Rat /Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle IV/51/512 512/2 Vorlagen-Nummer 2554/2023 Stand: 08.04.2024 Sachstandsbericht Mentale Gesundheit von Schülerinnen und Schülern Verwendung der im Rahmen des politischen Veränderungsnachweises 2023/2024 zugesetzten Mittel, Stand April 2024 Die im Rahmen des politischen Veränderungsnachweises 2023/2024 zugesetzten Mit- tel von 25.000 € pro Haushaltsjahr, welche gemäß Haushaltsbeschluss vom 10.11.2022 im Teilplan 0301-Schulträgeraufgaben für die Verbesserung der mentalen Gesundheit von Schüler*innen verortet wurden, wurden durch die Jugendverwaltung an den Kölner Jugendring e.V. zur operativen Verwendung durch die Bezirksschü- ler*innen-Vertretung (BSV) ausbezahlt. Die BSV hat in den letzten Wochen mehrere Aufrufe über Social Media und Schulen veröffentlicht und über die Möglichkeit informiert, für die Umsetzung von Angeboten und Workshops zum Thema „Mentale Gesundheit“ in Schulen finanzielle Mittel von der BSV zu erhalten. Zudem bietet die BSV die Vermittlung zu geeigneten Anbietern bzw. Kooperationspartnern an. Eine Ergänzungskraft unterstützt diese ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder der BSV. Anfragen für Workshops und Angebote können von Schüler*innen, Schüler*innen-Vertretungen, Lehrkräften, Schulsozialarbeit und Schul- leitungen gestellt werden. Bisher bestehen 14 Anfragen von Hauptschulen, Realschu- len, Gesamtschulen, Gymnasien und Berufskollegs (Stand 15.03.2024). Unabhängig davon haben sich in 2023 verschiedene städtische Dienststellen mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Köln in einer Arbeitsgruppe zusammenge- schlossen, um ein gemeinsames Konzept zur „Niedrigschwelligen Versorgung der Kölner Kinder und Jugendlichen in psychischen Notlagen“ zu erstellen. Im Rahmen der Mitteilung Session-Nr. 1106/2024, die den Ausschuss für Schule und Weiterbil- dung am 22.04.2024 erreichen soll, informiert die Arbeitsgruppe über die Ergebnisse ihrer bisherigen Zusammenarbeit. Das Papier kann im Nachgang auch den Jugendhil- feausschuss zur Kenntnis erreichen. Abschließend definieren die Expert*innen die Aufgaben, die es im Verbund der städtischen und stadtgesellschaftlichen Akteur*innen gemeinsam zu erledigen gilt, um Kölner Kinder und Jugendliche in psychischen Notla- gen niedrigschwellig und effektiv zu versorgen. Die Expert*innen erklären sich bereit, in diesem Zusammenschluss weiterhin mitzuwir- ken – eine Koordinationsstruktur wird derzeit verwaltungsintern abgestimmt.
Beschlussvorlage Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle IV/51/512 512/2 Vorlagen-Nummer 2554/2023 Freigabedatum 25.08.2023 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Mentale Gesundheit von Schülerinnen und Schülern Verwendung der im Rahmen des politischen Veränderungsnachweises 2023/2024 zugesetzten Mittel Beschlussorgan Ausschuss Schule und Weiterbildung Gremium Datum Beschluss: Der Ausschuss Schule und Weiterbildung beschließt als Fachausschuss, die im Rah- men des politischen Veränderungsnachweises 2023/2024 zugesetzten Mittel von 25.000 € pro Haushaltsjahr, welche gemäß Haushaltsbeschluss vom 10.11.2022 im Teilplan 0301-Schulträgeraufgaben für die Verbesserung der mentalen Gesundheit von Schüler*innen verortet wurden, für die finanzielle Stärkung der Bezirksschüler*in- nenvertretung zwecks Erbringung von Angeboten zur Stärkung der mentalen Gesund- heit von Schüler*innen in Köln einzusetzen. Jugendhilfeausschuss 29.08.2023 Ausschuss Schule und Weiterbildung 18.09.2023 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 25.000 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: nur in 2024 a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. 25.000 € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Angesichts der pandemiebedingten Schulschließungen und des monatelangem Digi- talunterrichtes im häuslichen Umfeld wird inzwischen deutlich, welch große psychi- sche Herausforderung und Belastung diese Situation ganz besonders für die Gruppe der Kinder und Heranwachsenden darstellte, und welche besorgniserregenden Folgen für die mentale Gesundheit nachweislich bei einer Vielzahl von Schüler*innen feststell- bar sind. Der Ausschuss Schule und Weiterbildung hat in seinen Sitzungen am 23.01.2023 und am 22.05.2023 die Thematik aufgegriffen und in mehreren Beschlüs- sen ein Bündel an Maßnahmen vorgeschlagen. Unter anderem traf der Ausschuss Schule und Weiterbildung am 22.05.2023 folgen- den Beschluss: „Darüber hinaus möge die Verw altung geeignete Maßnahmen ergrei- fen, um Schülerinnen und Schülern, Lehrkräfte und Eltern über Mentale Gesundheit besser aufzuklären und das Thema zu enttabuisieren. (AN/0661/2023)“ Die Verwaltung beleuchtet die Thematik derzeit aus unterschiedlichen Blickrichtungen und verfolgt dabei eine Vielfalt an Handlungsbausteinen, die alle das gemeinsame Ziel verfolgen, die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen zu verbessern, die 3 Betroffenen über die bereits vorhandenen Angebotsstrukturen besser zu informieren und die Zugänge zu den Unterstützungsleistungen zu erleichtern. Die Schulverwal- tung erarbeitet hierzu aktuell mit den beteiligten Fachämtern der Stadt und der Unikli- nik Köln ein Konzept, das im Laufe des Jahres 2023 den politischen Gremien vorge- legt werden kann. Im Schulpsychologischen Dienst wird eine Stelle Schulpsycholog*in zugesetzt mit dem Ziel, die Förderung der mentalen Gesundheit von Schüler*innen zu intensivieren. Diese Mehrstelle ermöglicht es, niedrigschwellige Angebote für Schüler*innen wie z. B. die Sprechstunden vor Ort an Schulen weiter auszubauen. Die Jugendverwaltung setzt gemeinsam mit den Trägern der freien Jugendhilfe auf niedrigschwellige und partizipative Informationswege, um den Kindern und Jugendli- chen ein Forum zu bieten, selbst zu Wort zu kommen und auf Augenhöhe miteinander und mit Fachleuten über ihre Stresssituationen und psychischen Problemlagen zu dis- kutieren. Den Anfang machte bereits der von Bezirksschüler*innenvertretung und dem Kölner Jugendring organisierte Fachtag „Break the Silence“ am 04.11.2022 an der IGIS Severinswall, wo sich Schüler*innen an Infoständen und in Workshops zu schulpsy- chologischen Angeboten und psychosozialen Unterstützungsformaten informieren. Beteiligt waren: Schulpsychologischer Dienst, Familienberatung, Kinder- und Jugend- psychiatrischer Dienst, der Kinderschutzbund Köln mit der „Nummer gegen Kummer“, die Bezirksschüler*innenvertretung Köln, Evangelische Jugend Köln und Umgebung, Kölner Jugendring e.V., die Koordination „Kinderfreundliche Kommune“, das Koopera- tive Kinder- und Jugendbüro, Sportjugend Köln, Kopfsachen e.V., Krisenchat, Atelier Artig, Selbsthilfekontaktstelle, Beratungsstelle Mirai, Eckhard-Busch Stiftung, JFC Me- dienzentrum, Falken Köln, Lobby für Mädchen e.V., Aufwind – Trauma- und Sozialbe- ratung für junge Zugewanderte, BDKJ/Crux, Jugendsuchtberatung ansprechbar, junge stadt Köln e.V., „Schule begegnet Psychiatrie“ und Europapunkt Bonn. Workshops wurden angeboten durch: Schulpsychologischer Dienst, Familienberatung, Kinderschutzbund Köln, Krisenchat, LATIBUL – Theater- u. Zirkuspädagogisches Zentrum in Köln, Paula e.V., Lobby für Mädchen e.V., Mascha Krupka, Auf- wind – Trauma- und Sozialberatung für junge Zugewanderte, Offene Jazzhausschule Köln und „Schule begegnet Psychiatrie“. Der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes Köln hat zudem eine Offene Sprechstunde angeboten. Das kooperative Kinder- und Jugendbüro in Zusammenarbeit mit dem Verein „Kopfsachen e.V.“ beabsichtigt zum Thema mentale Gesundheit einen kostenlosen Workshop für junge Leute zwischen 15 und 18 Jahren auf dem Alter Markt 62-64 an- zubieten. Die eingangs zitierte Beschlusslage wird von der Verwaltung aufgegriffen, indem vor- geschlagen wird, Workshops in Jugendeinrichtungen und/oder im Kooperativen Kin- der- und Jugendbüro zu organisieren, in denen Schüler*innen über mentale Gesund- heit aufgeklärt und informiert werden können, um das Thema zu enttabuisieren. Dazu gehören Stressbewältigungskurse, Achtsamkeitstraining und Workshops zu Grundla- gen psychischer Gesundheitskompetenz. Diese Workshops können sowohl den Ziel- gruppen der Jugendeinrichtungen als auch Schulen/Schulkassen offenstehen. Abhän- gig von den noch genauer zu eruierenden Einzelkosten wird angestrebt, möglichst alle Stadtbezirke mit Workshops zu versorgen. Mit der Umsetzung der Workshops können in dem Feld erfahrene Anbieter wie „Kopf- sachen e.V.“ oder ähnliche betraut werden. Zur Bewerbung und Unterstützung der Angebote schlägt die Fachverwaltung vor, die 4 Bezirksschüler*innenvertretung (BSV) als Partner*in einzubeziehen. Über bereits be- stehende Kontakte wie beispielsweise zum „Runden Tisch zur Förderung der psychi- schen Gesundheit in Schule“ können weitere Informationen gestreut und Teilneh- mende akquiriert werden. Sowohl für Fachstellen der Gesundheits- und Schulverwaltung, wo die nötige fachli- che Expertise im Kinder- und jugendpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes und im Schulpsychologischen Dienst für die Stadt Köln vorgehalten wird, als auch für die niedrigschwelligen Workshop-Angebote stellt die Bezirksschüler*innenvertretung ein wichtiges und partizipatives Bindeglied zur Zielgruppe der Betroffenen dar. Die Bezirksschüler*innenvertretung ist aufgrund ihrer Rolle als Schnittstelle zum Schulsystem in der Lage, die Transparenz über bedarfsgerechte und vorhandene An- gebote bei den o.g. Stellen bei der Schülerschaft zu verbessern, zielgruppengerechte Ansprachewege aufzubauen und zu pflegen sowie auf diese Weise die Resonanz auf die angebotenen Hilfsangebote bei den jungen Menschen zu erhöhen. Wichtig dabei ist, nicht über die Jugendlichen hinweg zu agieren, sondern die in den Workshops und Fachtagen zum Thema Mentale Gesundheit von den Jugendlichen geäußerten Wünsche und Hilfebedarfe aufzugreifen und die Jugendlichen in die Ent- wicklung von Angeboten einzubeziehen. Daher schlägt die Verwaltung vor, die im Rahmen des politischen Veränderungsnach- weises 2023/2024 zugesetzten Mittel von 25.000 € pro Haushaltsjahr, die gemäß Haushaltsbeschluss vom 10.11.2022 im Teilplan 0301-Schulträgeraufgaben für die Verbesserung der mentalen Gesundheit von Schüler*innen verortet wurden, der Be- zirksschüler*innen-Vertretung zur Verfügung zu stellen. Die Mittel ermöglichen den Einsatz einer fachlich versierten Honorarkraft, die eine ganzjährige kontinuierliche Arbeit der ansonsten ehrenamtlich tätigen gewählten Ver- treter*innen der Schüler*innen gewährleistet. Eine Honorarkraft kann unabhängig von schuljahresabhängigen Wahlzyklen agieren und ganzjährig Overhead- und konzeptio- nelle Tätigkeiten wahrnehmen. In Abstimmung mit dem Kooperativen Kinder- und Ju- gendbüro lässt sich auf diese Weise die Organisation der oben beschriebenen Work- shops möglicherweise noch im Jahr 2023, sicherlich aber im Jahr 2024 durch die Be- zirksschüler*innenvertretung sicherstellen. Somit ist eine Umsetzung direkt in den Schulen – organisiert von Jugendlichen für die Jugendlichen - denkbar. Die Mittel sind lediglich für die Haushaltsjahre 2023 und 2024 zugesetzt, um die aktu- ell wahrnehmbaren Folgen der Pandemie für die mentale Gesundheit von Schüler*in- nen abzumildern und einer Verfestigung von Ängsten/Phobien, Belastungsreaktionen, Lernproblemen, Schulabsentismus etc. gegenzusteuern. Sie stehen der Verwaltung ab 2025 nicht mehr zur Verfügung. Die Zeit des laufenden Doppelhaushaltes will die Verwaltung nutzen, um die vorhandenen professionellen Strukturen transparent und niedrigschwellig aufzustellen, um die Kinder und Jugendlichen mit psychotherapeuti- schem Interventionsbedarf auch in Zukunft bedarfsgerecht zu erreichen. Begründung der Dringlichkeit: Die eingangs geschilderte Belastungssituation der Jugendlichen erfordert die zügige Entwick- lung geeigneter Maßnahmen zur Verbesserung der mentalen Gesundheit. Der Ausschuss Schule und Weiterbildung hat sich erstmals in seiner Sitzung am 23.01.2023 mit dieser The- matik befasst und soll die Beschlussvorlage in seiner nächsten Sitzung zur Beschlussfassung vorgelegt bekommen. Eine Vorberatung im Jugendhilfeausschuss ist daher aufgrund der Gre- mienfolge schon in der Sitzung am 29.08.2023 erforderlich.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (2)
- Severinswall
- Alter Markt 62
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Details
- Aktenzeichen
- 2554/2023
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 25.08.2023
- Erstellt
- 09.08.2023 20:32