3099/2023
Beantwortung einer Anfrage der SPD-Fraktion betreffend der wissenschaftlichen Grundlagen der Prüfung der Kölner Straßennamen auf Zusammenhänge mit Kolonialismus oder Nationalsozialismus
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Stellungnahme Frau Prof. Dr. Bechhaus-Gerst
22296 Zeichen
1 Persönliche Stellungnahme zur Anfrage der SPD-Fraktion in der BV Ehrenfeld von Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst Mit Erstaunen und Befremden habe ich die Anfrage der SPD-Fraktion in der BV Ehrenfeld, die einen persönlichen Angriff auf meine Rolle als Expe rtin im Historischen Beirat darstellt, zur Kenntnis genommen. Eine ebenso persönliche Stellung nahme erscheint mir hier unerlässlich. Dazu zwei Anmerkungen vorweg: 1. Ich kann es nur als peinlich werten, dass die Anfrage sich hinter unpersönlichen For- mulierungen versteckt und meinen Namen nicht nennt. 2. Wenngleich ich das Gutachten zum sogenannten „Chinesen-Viertel“ geschrieben habe, wurde es vom gesamten historischen Beirat ohne Beanstandungen verabschie- det, d.h. es ist ein Gutachten des von der Oberbürgermeisterin ernannten historischen Beirats. Meine Stellungnahme zur Anfrage: Der Versuch, mir jetzt vonseiten der SPD die notwen dige Expertise als Kolonialhisto- rikerin abzusprechen, ist umso erstaunlicher, als man mich schon vor mehr als 10 Jahren als Expertin für diese Themen nach Ehrenfeld geholt hat. Auf Einladung des Bezirks- bürgermeisters Josef Wirges war ich 2010 als Hauptr ednerin und historische Expertin auf einer Veranstaltung zum Thema „Koloniale Straßennamen“ im Bezirk präsent – es ging besonders um die Straßen im „Chinesen-Viertel“ . Am anschließend formierten „Runden Tisch“ zum „Chinesen-Viertel“ im Bezirksrathaus nahm ich ebenfalls als Ex- pertin auf Einladung von Herrn Wirges teil. Der Tex t der neuen Gedenktafel im „Chi- nesenviertel“ geht bis auf den letzten Satz auf meinen Vorschlag zurück. Bemerkenswert ist es, dass ausgerechnet die SPD-Fra ktion der Ansicht ist, nur eine Lehrstuhlinhaberin hätte die Kompetenz, „wissenscha ftlich fundierte und objektive“ Gutachten zu schreiben. Ein solcher rückwärtsgewand ter Dünkel ist erstaunlich, ganz abgesehen davon, dass die Verwendung des Begriffs „objektiv“ auf ein veraltetes Wis- senschaftsverständnis verweist. Auch scheint man si ch in der Fraktion nicht vorstellen zu können, dass auch die Afrikawissenschaften quali fizierte Historiker*innen hervor- bringen können. Hätte man sich dazu ausführlicher m it meinem wissenschaftlichen 2 Werk beschäftigt, hätte man feststellen können, dass ich seit fast 40 Jahren – angefangen mit meiner Magisterarbeit – historische Themen bear beite. Heißt: Historische For- schung habe ich von der Pike auf gelernt. Dem Versuch, mich als Expertin für Kolonialgeschichte zu disqualifizieren, möchte ich begegnen, indem ich u.a. auf meine knapp 80 bislang erschienenen Publikationen zur Kolonial- und Globalgeschichte verweise, die Sie we iter unten angeführt finden (An- hang 1). Dort finden Sie auch eine Auflistung meine r weiteren Aktivitäten zum The- menkomplex Kolonialgeschichte. U.a. war ich Gutachterin zu Straßennamen mit kolo- nialen Bezügen für das Bezirksamt Mitte von Berlin. Unter Punkt 3 und 4 versucht die Anfrage das Gutachten zu entwerten, weil ich u.a. eine Wissenschaftlerin zitiere, die wegen ihrer Haltung zum heutigen China in die Kritik geraten ist. Ganz abgesehen davon, dass ich auch andere Autor*innen zitiere, handelt es sich bei der inzwischen emeritierten Professorin Le utner unumstritten um eine der re- nommiertesten Kennerinnen der Kolonialgeschichte Chinas. Die Frage drängt sich auf, ob die Fraktion der Ansicht ist, dass Professorin Leutner wegen ihrer Haltung zum heu- tigen China nicht in der Lage ist, auf der Basis de r historischen Quellen das Vorgehen des Deutschen Reichs in China qualifiziert zu beurt eilen. Meint die Fraktion, dass sie deswegen die Brutalität und Unrechtmäßigkeit des Vorgehens sowie die weitreichenden Folgen für China übertreibt? Um zu verdeutlichen, dass es einen breiten wissensc haftlichen Konsens in der Bewer- tung des „Boxerkriegs“ gibt, habe ich in Anhang 2 für Sie weitere Literatur zum Thema aufgelistet. Dass ausgerechnet von sozialdemokratischer Seite die Einschätzungen und Empfehlun- gen des Gutachtens als unqualifiziert in Zweifel gezogen werden, ist umso erstaunlicher, als gerade die SPD zurzeit des „Boxerkriegs“ das Vo rgehen des Deutschen Reichs in China immer wieder scharf kritisiert hat. Ich verweise hier auf die Berichte zu den Par- teitagen der SPD von 1900 und 1901 ( https://library.fes.de/parteitage/pdf/pt-jahr/pt- 1900.pdf ; https://library.fes.de/parteitage/ pdf/pt-jahr/pt-1901.pdf ). Auf dem Parteitag 1900 diskutierte man eine vom Reichstagsabgeordneten und Vorsitzenden der SPD Paul Singer vorgelegte Resolution gegen die „abenteuerli che gewaltsame Chinapolitik der Regierung“, mit der sich die „Sozialdemokratie als Feindin jeder Unterdrückung und Ausbeutung von Menschen durch Menschen“ positionierte (siehe den Bericht zum Par- teitag und kurz https://www.fes.de/bibliothek/vorwaerts-blog/beitrag-lesen/der- 3 vorwaerts-und-das-erste-weihnachtsfest-im-20-jahrhundert ). Im Vorwärts finden sich in dieser Zeit häufig Beiträge, die das brutale Vorgehen in China kritisieren. Auch wer- den dort wiederholt Feldpostbriefe von deutschen Soldaten in China veröffentlicht, die von Grausamkeiten und vor allem von der Entmenschlichung erzählen. Es ist enttäuschend, konstatieren zu müssen, dass m it der Anfrage der SPD-Fraktion, Stra- ßenumbenennungen, die bislang weder diskutiert noch gar beschlossen wurden, verhindert wer- den sollen, indem man mich als Gutachterin zu diskreditieren versucht. Ein beliebtes Verfahren natürlich: Wenn ein Gutachten im Ergebnis nicht passt, versucht man die Gutachtenden zu de- montieren. Köln, den 23.9.2023 4 Anhang 1: Publikationen und Aktivitäten Prof. Dr. Bechhaus-Gerst 1. Publikationen Global- und Kolonialgeschichte (ohne Rezensionen) Bücher: 2022 (Hg.): Nordrhein-Westfalen und der Imperialism us (mit Fabian Fechner & Stefanie Mi- chels), Berlin. Seit 2023 im Programm der Landeszen trale für politische Bildung https://www.politische-bildung.nrw.de/publikationen/titelverzeichnis/details/print/ nord- rhein-westfalen-und-der-imperialismus 2021 (Hg.): Deutschland postkolonial? Die Gegenwart der imperialen Vergangenheit (mit Joachim Zeller), Berlin. 2. Aktualisierte Auflage. 2019: Über Rassismus und Widerstand. Eine US-amerikanisch-deutsch-äthiopische Lebensge- schichte. (mit Andreas Nakic & Diane Truly); Berlin, Metropol. 2018 (Hg.): Deutschland postkolonial? Die Gegenwart der imperialen Vergangenheit (mit Joachim Zeller), Berlin. 2013 (Hg.): „Südwest ist u. bleibt das Land der Ueb erraschungen u. Enttäuschungen“ - Die Tagebücher des Missionskaufmanns Gustav Hellmann un d seiner Frau Elisabeth, 1907- 1923. Frankfurt. (mit Christiane Küchler Williams) 2013 (Hg.): Köln und der deutsche Kolonialismus – eine Spurensuche. Köln. (mit Anne-Kathrin Horstmann) 2009 (Hg.): Frauen in den deutschen Kolonien. Berlin. (& Mechthild Leutner) 2007: „Treu bis in den Tod.“ Von Deutsch-Ostafrika nach Sachsenhausen – eine Lebensge- schichte. Berlin. 2006: (Hg.) Koloniale und postkoloniale Konstruktio nen von Afrika und Menschen afrikani- scher Herkunft in der deutschen Alltagskultur. Tagu ngsband zur gleichnamigen Konferenz in Königswinter im Oktober 2004. Frankfurt. (& Sunna Gieseke) 2004 (Hg.): AfrikanerInnen in Deutschland und schwa rze Deutsche – Geschichte und Gegen- wart. Münster/Berlin. 2003 (Hg.): Die (koloniale) Begegnung. AfrikanerInnen in Deutschland 1880-1945 – Deutsche in Afrika 1880-1918. Frankfurt: Peter Lang. Artikel: Im Druck: „Glückauf zur Fahrt, durchs deutsche Heim atland !!!“ Die „1. Deutsche Kolonial- Wander-Ausstellung (Dekowa)“ im Sauerland, in: Denn is Schmidt, Barbara Schneider & 5 Fabian Fechner (Hg.), Sauerland postkolonial. Globale Spuren in einem dezentralen Raum, Berlin. 2023: Flora/Botanischer Garten und die koloniale Bo tanik, http://www.kopfwelten.org/ kp/pdf/FloraBotanischerGarten_Bechhaus-Gerst_KoelnPostkolonial.pdf 2023: Elo Sambo – Soldat und Musiker, http://www.kopfwelten.org/kp/pdf/ EloSambo_ Koeln- Postkolonial.pdf 2022: Nordrhein-Westfalen und der Imperialismus – e ine Einführung (mit Fabian Fechner & Stefanie Michels), in: Nordrhein-Westfalen und der Imperialismus (s.o.), S. 17-28. 2022: Der Reichskolonialbund in M.Gladbach-Rheydt i m Gauverband Düsseldorf, in: Nord- rhein-Westfalen und der Imperialismus (s.o.), S. 438-457. 2021: Das Ehepaar Schmidt und das Ende einer Ära – ein schriftlicher und fotografischer Nach- lass im Stadtarchiv Bad Salzuflen, in: Sebastian Bischoff, Barbara Frey & Andreas Neuwöh- ner (Hg.), Koloniale Welten in Westfalen, Paderborn, S. 213-225. 2021: Köln Postkolonial – ein lokalhistorisches Projekt der Erinnerungsarbeit & Köln Postko- lonial – Die Geschichte des Afrika-Viertels in Nippes, in: Fabian Fechner & Barbara Schnei- der (Hg.), Fernes Hagen. Kolonialismus und wir, S. 102-104. 2019: Koloniale Spuren im städtischen Raum. Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ) 40-42: 2019: “Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?” Auseinan dersetzung mit dem Blick auf die „Anderen“ am Beispiel Afrika, in: Erwachsenenbildung. Vierteljahresschrift für Theorie und Praxis 65/3: 134-135. 2018: Woman on the Edge of Time: Frieda Schmidt and the Great War in East Africa. In: Women Writing War: From German Colonialism through World War I. A Collection of Essays. Eds. Katharina von Hammerstein, Barbara Kos ta, Julie Shoults. Berlin/Boston, De Gruyter, S. 105-122. 2018: „Meinetwegen kann jetzt alles zum Teufel gehen.“ - Das Ehepaar Schmidt und der Erste Weltkrieg in Deutsch-Ostafrika. In: „Festschrift Fr anz Meyer“, Hg. von Arnold Beuke & Stefan Wiesekopsieker; Bielefeld, VRG, S. 245-256. 2018: „Nie liebt eine Mutter ihr Kind mehr, als wenn es krank ist.“ Der Kolonialrevisionismus 1919-1943, in: Bechhaus-Gerst/Zeller, s.o., S. 101-122 2018: Welche Farbe hat die Nation? - Afrodeutsche (Gegen-)Stimmen, in: Bechhaus-Gerst/Zel- ler, s.o., S. 243-263. 2018: Einführung. (mit Joachim Zeller), in: Bechhaus-Gerst/Zeller, s.o., S. 9-21. 6 2018: Decolonize Germany? (Post)Koloniale Spurensuc he in der Heimat zwischen Lokalge- schichte, Politik, Wissenschaft und „Öffentlichkeit“, in: WerkstattGeschichte 75: 49-56. 2018: »Wir haben das immer so gesagt« oder: Wann en det die weiße Hegemonie?, Zeitschrift für Kulturwissenschaften 2018/2: 196-199. 2014: “Wir müssen für unser Volk mehr Raum haben un d darum Kolonien“. Kolonialrevisio- nismus im Rheinland – eine Annäherung.‘ Rheinische Vierteljahresblätter Jg. 78 (2014):146-162. 2014: ‚Afrika‘. In: Michael Borgolte (Hg.). Migrationen im Mittelalter. Ein Handbuch. Berlin. S. 107-117. 2013: Einleitung/Familiengeschichte/Gustav Hellmanns Deutsch-Südwest/Frauen in den Kolo- nien. In: „Südwest ist u. bleibt das Land der Ueber raschungen u. Enttäuschungen“ - Die Tagebücher des Missionskaufmanns Gustav Hellmann un d seiner Frau Elisabeth, 1907- 1923. S. 7-31. 2013: ‚Die Anfänge der organisierten Kolonialbewegu ng in Köln‘. In: Köln und der deutsche Kolonialismus – eine Spurensuche. S. 27-29. 2013: ‘Africa, medieval era migrations: an overview ’. In: Immanuel Ness (ed.). The Encyclo- pedia of Global Human Migrations. Middle Ages. New York. 2013: ‚Hedwig von Wissmann auf dem Tanganyika-See‘. In: s.o., S. 51-53. 2013: ‚Kölner Unternehmer und die Kolonialwirtschaft‘. In: s.o. , S. 57-59. 2013: ‚Simon Alfred von Oppenheim und die Rheinisch e Handei-Plantagen-Gesellschaft‘. In: s.o., S. 79-82. 2013: ‚„Das finstere Heidenthum mit seinen Greueln“ – Der Afrika-Verein deutscher Katholi- ken in Köln‘. In: s.o., S. 113-114. 2013: ‚„Ein Fest in unseren Kolonien“ – Koloniale F eiern und Versammlungen in Köln‘. In: s.o., S. 127-130. 2013: ‚Adler besiegt Drache - Kölner in den Kolonien‘. In: s.o., S. 183-188. 2013: ‚Franz Xaver von Epp in Köln‘. In: s.o., S. 205-209. 2013: ‚„Raum ohne Volk und Volk ohne Raum“ - Die „Koloniale Sonderschau“ auf der Pressa 1928‘. In: s.o., S. 211-214. 2013: ‚“Ohne Kolonien Armut und Not“ - Deutsche Kolonialausstellung unterm Hakenkreuz‘. In: s.o., S. 215-218. 2013: ‚Koloniale Straßennamen und Erinnerungskultur‘. In: s.o., S. 237-241. 2013: ‚Das Grab des „Helden“‘ . In: s.o.; S. 243-244. 7 2013: Frieda von Bülow. In: Jürgen Zimmerer (Hg.). Kein Platz an der Sonne. Erinnerungsorte der deutschen Kolonialgeschichte. Frankfurt. S. 365-372. 2013: www.aachen-postkolonial.de - 20 Beiträge zu A achens kolonialer Vergangenheit und postkolonialer Gegenwart. 2012: ‚German Colonialism‘. Oxford Bibliographies Online. http://oxfordbibliographiesonline.com/ 2012: ‚Geleitwort‘. In: Aßner, Manuel/Breidbach, Jessica/Mohammed, Abdel Amine/ Schom- mer, David/Voss, Katja (Hg.). AfrikaBilder im Wandel? Quellen, Kontinuitäten, Wirkungen und Brüche. Frankfurt. S. 5-7. 2011: ‚Wie die Medizin der Aufklärung „den Afrikaner“ schuf‘. Deutsches Ärzteblatt 108(36): A-1842 – A- 1844. 2010: ‚Der verstellte Blick‘. In: Jutta Engelhard & Klaus Schneider (Hrgg.). Der Mensch in seinen Welten. Das neue Rautenstrauch-Joest-Museum Kulturen der Welt. Köln. S. 60-67. 2013: ‚Inszenierte Exotik – Völkerschauen in Köln‘. In: Bechhaus-Gerst, Marianne & Anne- Kathrin Horstmann (Hg.). Köln und der deutsche Kolonialismus – eine Spurensuche. Köln. S. 149-155. 2013: ‚Kolonialmigranten in Köln‘. In: s.o., S. 167-170. 2013: ‚Wilhelm Elo Sambo – Patenkind des Kaisers und Blauer Funke‘. In: s.o., S. 175-177. 2013: ‚Afrikanische Kriegsgefangene und Besatzungssoldaten in Köln-Wahn‘. In: s.o., S. 179- 182. 2013: ‚Menschen afrikanischer Herkunft in Berlin 19 18-1945‘. In: Oumar Diallo & Joachim Zeller (Hg.). Black Berlin. Die deutsche Metropole und ihre afrikanische Diaspora in Ge- schichte und Gegenwart. Berlin. S. 89-111. 2009: ‚Selbstzeugnisse reisender Frauen in Afrika - Marie Pauline Thorbecke und Meg Gehrts‘. In: s.o. S. 50-56. 2009: ‚Konstruktionen der afrikanischen Frau in der Kolonialliteratur‘. In: s.o. S. 188-193. 2009: ‚Die Kolonialschriftstellerin Frieda von Bülow‘. In: s.o. S. 66-69. 2008: Köln und die Kolonien. In: Ulrich van der Heyden und Joachim Zeller (Hg.) Kolonialis- mus hierzulande: Eine Spurensuche in Deutschland. Erfurt. S. 11-18. 2008: ‚Köln Postkolonial‘. In: Kölner Museumsbulletin 03/08: 46-49. 2007. Deutsche Ko- lonialausstellung, Köln 1934 . http://www.kopfwelten.org/kp/ereignis-se/ausstellung1934/. 8 2008: Afrikanische Diaspora und Kolonialmigranten i n Deutschland – Eine Bildergalerie. In: Ulrich van der Heyden und Joachim Zeller (Hg.) Kolo nialismus hierzulande: Eine Spuren- suche in Deutschland. Erfurt. 399-416. (& Joachim Zeller) 2008: ‘Duala Manga (Bell), Rudolf (1873-1914) and his family’. In: Eric Martone (ed.), Ency- clopedia of Blacks in European History and Culture. Oxford. S. 190-191. 2008: ‘Dika Mpundo Niasam Akwa (Mpundu Akwa), Ludwig Paul Heinrich (1879-1914)‘. In: Eric Martone (ed.), Encyclopedia of Blacks in Europ ean History and Culture. Oxford. S. 362-364. 2008: ‘bin Adam Mohamed, Mahjub (1904-1944)’. In: E ric Martone (ed.). Encyclopedia of Blacks in European History and Culture. Oxford. S. 70-71. 2008: ‘African political activists in the Weimar Republic’. In: Eric Martone (ed.), Encyclopedia of Blacks in European History and Culture. Oxford. S. 544-546. 2007: Afrikanische Kriegsgefangene und Besatzungssoldaten in Wahn . http://www.kopf-wel- ten.org/kp/begegnung/wahn/. 2007. „Köln, der Völkertreffpunkt am Rhein – Fremde , die bei uns Heim und Herd fanden“ . http://www.kopfwelten.org/kp/begegnung/21tausend/index.html . 2007: Das „Afrika-Viertel“ . http://www.kopfwelten.org/kp/orte/afrikaviertel/index.html. 2006: ‚Afrika in den Köpfen‘, Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, SS 2006: 14-15. 2005: ‚W.E.B. Du Bois in Berlin‘. In: Ulrich van de r Heyden und Joachim Zeller (Hg.). „…Macht und Anteil an der Weltherrschaft“. Berlin und der deutsche Kolonialismus. Müns- ter. S. 231-235. 2004: ‚Schwarze Deutsche, Afrikanerinnen und Afrikaner im NS-Staat’. In: M. Bechhaus-Gerst & Reinhard Klein-Arendt. AfrikanerInnen in Deutschl and und schwarze Deutsche – Ge- schichte und Gegenwart. Münster/Berlin. S. 187-195. 2004: ‚Alexander N’doki - Ein Opfer nationalsoziali stischer Justiz‘. In: Peter Martin & Chris- tine Alonzo (Hrsg.). Zwischen Charleston und Stechschritt. Schwarze im Nationalsozialis- mus. Hamburg/München. S. 557-565. 2004: ‚Afrikaner und afrikanische Lebenswelten in Deutschland’. In: Larissa Förster, Dag Hen- richsen & Michael Bollig (Hrsg.). Na¬mibia – Deutschland: eine geteilte Geschichte. Köln. S. 212-225. (Hg.). 2004. AfrikanerInnen in Deutschl and und schwarze Deutsche – Ge- schichte und Gegenwart. Münster/Berlin. (& Reinhard Klein-Arendt) 9 2004: ‘„Wir hatten nicht gedacht, dass die Deutsche n so eine Art haben.“ AfrikanerInnen in Deutschland zwischen 1880 und 1945‘. In: TheBlackBo ok - Deutschlands Häutungen. Frankfurt/London: IKO – Verlag für interkulturelle Kommunikation. S. 21-33. 2004: ‚Afrika und Köln – eine koloniale Spurensuche ’, In: M. Bechhaus-Gerst & Reinhard Klein-Arendt (Hrsg.), AfrikanerInnen in Deutschland und schwarze Deutsche – Ge-schichte und Gegenwart. Münster/Berlin. S. 75-87. 2003: ‚„Hinrichtung 6.18 durch das Fallbeilgerät“- Ein Askari vor dem Sondergericht Ham- burg‘, in: M. Bechhaus-Gerst & Reinhard Klein-Arend t (Hrsg.). Die (koloniale) Be- geg¬nung. AfrikanerInnen in Deutschland – Deutsche in Afrika (1880-1945). Frankfurt: Pe- ter Lang. S. 41-49. 1998: ‘Kiswahili-speaking Africans in Germany before 1945’. Afrikanistische Arbeits-papiere (AAP) 55 [Swahili Forum V]:155-172. 1997: ‘Afrikaner in Deutschland 1933-1945’, 1999 - Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts 4/97:10-31. 2. Gremien, Begutachtungen kuratierte Ausstellungen Mitglied im Expert*innengremium (Post)koloniales Erbe Kölns Mitglied im Historischen Beirat der Stadt Köln (Straßennamen) Gutachterin „Koloniale Straßennamen in Berlin Mitte “ im Auftrag des Bezirksamtes Mitte von Berlin Gutachterin der EU bei Anträgen (u.a. Marie-Curie-F ellowships) zu allen Themen der Kolonial- und Globalgeschichte. Kuratorin der Ausstellung „Köln Postkolonial - ein lokalhistorisches Projekt der Erin- nerungsarbeit“, die 11/2008 bis 3/2009 im Kölnischen Stadtmuseum gezeigt und nun im Rahmen des Projekts (Post)Koloniales Erbe der Stadt Köln als Wanderausstellung reaktiviert wurde. Zurzeit ist die Ausstellung im Bürgerzentrum MüZe in Köln-Mül- heim zusehen. Initiatorin und Leiterin des Projekts „Köln Postkolonial“ (www.koeln-postkolo- nial.de), das sich die Aufarbeitung der kolonialen Geschichte Kölns zum Ziel gesetzt hat. „Aachen und der deutsche Kolonialismus - ein lokalh istorisches Projekt der Erinne- rungsarbeit“ [Pädagogisches Zentrum Aachen und VHS Aachen] Gastkuratorin der Abteilung „Der verstellte Blick. Vorurteile, Stereotype, und 10 Klischees“ im neuen Rautenstrauch-Joest-Museum Kulturen der Welt, Köln Gastkuratorin der Ausstellung „Bilder im Kopf“ des Vereins „Tambacounda e.V.“ Hannover. Kuratorin der Ausstellung „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann. Afrika in der popu- lären Kultur des 20. und 21. Jahrhunderts.“ Wanderausstellung ab 2000 3. Pädagogische Materialien 2019: Bildungsbrücken bauen. Lehr- und Lernmaterialien zur Fortbildung von Lehrkräften und Coaches. DVV International im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusam- menarbeit und Entwicklung. 2014: Aus welchen Perspektiven? Gedenkjahre 2014 /2015; Pädagogische Materialien: 1. Die Kongo- oder Berliner-Konferenz 1884-1885; 2. Aachen er und die Kolonien; 3. Der Krieg gegen die Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika 1904-1905; 4. Kindersoldaten in der deutschen „Schutztruppe; 5. Kolonialsoldaten im Rhe inland und die „Rheinlandbastarde“; 6. Der Dank des Vaterlands? Bayume Mohamed Husen 1904 - 1914 - 1944; 7. Die Befreiung Aachens und der Beginn der Besatzung/“Brown Babies“ 1944-1945. 2012: Begleitmaterialien zur Abteilung Der verstellte Blick: Klischee und Vorurteil Rauten- strauch-Joest-Museum - Kulturen der Welt. 2010: Brennpunkt Rassismus; Rautenstrauch-Joest-Museum - Kulturen der Welt. 11 Anhang 2: Weitere Literatur zum „Boxerkrieg“ Dabringhaus, Sabine 1999: An Army on Vacation? The German War in China, 1900-1901, in: Boemeke, Manfred F./Chickering, Roger/Förster, Stig (Hg.). Anticipating Total War. The German and American Experiences, 1871-1914. Cambridge, S. 459-476. Zitat (S. 471): „The brutalization of German warfare during the Boxer ex pedition was deeply rooted in popular racial thinking.“ Kuß, Susanne 2002: Deutsche Soldaten während des Boxeraufstandes in China. Elemente und Ursprünge des Vernichtungskrieges, in: Susanne Kuss (Hg.), Das Deutsche Reich und der Boxeraufstand, München, S. 165-18. Martin, Bernd 2010: Soldatische Radikalisierung und Massaker. Das deutsche erste und Zweite Seebataillon im Einsatz im „Boxerkrieg“ in China 19 00, in: Militärgeschichtliche Zeit- schrift. 69 (2010), S. 221–241. Michels, Eckard 2011: Das „Ostasiatische Expedition skorps“ des Deutsche Reiches in China 1900/01, in: Tanja Bührer, Christian Stachelbeck, D ierk Walter (Hg.): Imperialkriege von 1500 bis heute. Strukturen, Akteure, Lernprozesse. Paderborn u. a. 2011, S. 401–418. Wünsche, Dietlind, Feldpostbriefe aus China. Wahrnehmungs- und Deutungsmuster deutscher Soldaten zur Zeit des Boxeraufstandes 1900/1901, Berlin 2008 Siehe auch: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/kaiserreich/aussenpolitik/boxeraufstand.html Zitat: „Weil die Hauptaufgabe, der Entsatz des Botschaftsviertels, bereits geleistet worden war und die weitere Bekämpfung der Aufständischen im La ndesinneren nunmehr von chinesi- schen Verbänden übernommen wurde, führten die inter nationalen Truppen Strafexpeditio- nen durch. Zahlreiche "Boxer" wurden hingerichtet, Dörfer geplündert und niedergebrannt. Dieses Vorgehen fand erst mit dem Frieden von Peking vom 7. September 1901, dem soge- nannten Boxerprotokoll, ein Ende. Der Friedensvertrag verpflichtete China zu hohen Kriegs- entschädigungen, sicherte den militärischen Zugang zu den Gesandtschaften und schrieb die Sühnereise eines Mitglieds des chinesischen Kaiserhauses nach Deutschland vor.“ 12
Beantwortung einer Anfrage (BV)
4516 Zeichen
Dezernat, Dienststelle VIII/23/235/1 Vorlagen-Nummer 3099/2023 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 23.10.2023 Beantwortung einer Anfrage der SPD-Fraktion betreffend der wissenschaftlichen Grundlagen der Prüfung der Kölner Straßennamen auf Zusammenhänge mit Kolonialismus oder Nationalsozialismus Anfrage der SPD-Fraktion: 1. Weshalb ist die Inhaberin des Lehrstuhls für neuere Geschichte, insbesondere die Ge- schichte Europas und des europäischen Kolonialismus, am Historischen Institut der Universität zu Köln, nicht Mitglied des Historischen Beirates zur Gewährleistung einer wissenschaftlich fundierten und objektiven Prüfung der Kölner Straßennamen auf Zu- sammenhänge mit Kolonialismus? 2. Wie wurde bei der Beurteilung des Straßenensembles in Neuehrenfeld mit Bezug auf kriegerische Auseinandersetzungen in China sinologischer Sachverstand eingebracht? 3. Weshalb stützt sich das Gutachten „Takufeld/Takustraße/Takuplatz, Lansstraße, Iltis- straße (Anlage 4 zur Mitteilung unter TOP 6.7.1), laut den Fußnoten, wesentlich auf Publikationen aus dem Umfeld des Konfuzius-Instituts an der FU Berlin, welches we- gen seiner finanziellen Nähe zur Kommunistischen Partei Chinas in der Kritik steht? 4. Ist der Verwaltung bekannt, dass die hier als Autorin wesentlicher Publikationen heran- gezogene Wissenschaftlerin Frau Prof. Leutner, aufgrund ihrer Äußerungen vor dem Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestages am 18.11.2020 zur Lage der Menschenrechte in China, wegen Verharmlosung der chine- sischen Internierungslager in Xinjiang, in der Öffentlichkeit erheblich kritisiert wird? Stellungnahme der Verwaltung: Zu Frage 1 Frau Prof. Dr. Ulrike Lindner, die Inhaberin des Lehrstuhls für Neuere Geschichte, insbeson- dere die Geschichte Europas und des europäischen Kolonialismus an der Universität zu Köln ist seit November 2023 Mitglied des Historischen Beirats. Sie ist Nachfolgerin der im Dezem- ber 2023 verstorbenen Prof. Dr. Rebekka Habermas, Professorin für Neuere Geschichte an der Universität Göttingen. 2 Die Mitglieder des Beirats wurden von der Oberbürgermeisterin auf Vorschlag einer stadtinter- nen Arbeitsgruppe berufen. Die Arbeitsgruppe bestand aus Vertreter*innen des NS DOK, des Historischen Archivs, des Stadtmuseums, Rautenstrauch Joest,-Museums, der Bürgeramtslei- tung Innenstadt, sowie des Amts für Integration und Vielfalt und des Amtes für Liegenschaf- ten, Vermessung und Kataster. Der Beirat ist Teil des von der Verwaltung erarbeiteten Konzepts zur Untersuchung aller Köl- ner Straßennamen mit postkolonialem und nationalsozialistischem Hintergrund. Ziel des Kon- zepts ist es, kritische und undemokratische Straßennamen zu identifizieren und den zuständi- gen Bezirksvertretungen Handlungsempfehlungen zum Umgang mit diesen problematischen Straßennamen zu übermitteln. Die Bezirke wurden im Juli 2020 über den Prozess informiert. Aktuell besteht der Beirat aus folgenden Mitgliedern: Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst, Professorin für Afrikanistik an der Universität Köln, Prof. Dr. Ulrike Lindner, Dr. Ulrich Soénius, Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv und Ge- schäftsführendes Vorstandmitglied Kölnischer Geschichtsvereins, Dr. Philipp Hoffmann, Leiter des Zentrums für Stadtgeschichte und Erinnerungskulturen Bonn. Zu Frage 2-4: Es ist die Aufgabe des Beirats als fachlich ausgewiesenes Gremium, die Stadt Köln in diesen stadthistorischen und erinnerungskulturellen Fragen fachlich zu beraten. Das fachliche Gutachten wurde von Frau Prof. Dr. Bechhaus-Gerst erstellt. Frau Prof. Dr. Bechhaus-Gerst ist als Expertin für Kolonialgeschichte anerkannt und war auch bereits für Be- zirkspolitik und Verwaltung in Ehrenfeld auf Einladung des damaligen Bezirksbürgermeisters Josef Wirges im Rahmen von Veranstaltung zu „Kolonialen Straßennamen“ im Bezirk tätig. Der Text der neuen Gedenktafel im sogenannten „Ehrenfelder Chinesenviertel“ basiert bis auf den letzten Satz auf ihrem Vorschlag. Es ist nicht Aufgabe der Verwaltung, das Gutachten fachlich zu bewerten. Die Verwaltung sieht aufgrund der in den Fragen genannten Argumente keine Veranlassung, das Gutachten in Frage zu stellen. Die Verwaltung hat der Gutachterin die Anfrage übermittelt. Die Antwort ist als Anlage der Beantwortung beigefügt. Anlage Stellungnahme von Frau Prof. Dr. Bechhaus-Gerst
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3099/2023
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (BV)
- Datum
- 27.02.2024
- Erstellt
- 26.09.2023 14:20