AN/1360/2020
Offene bzw. nicht umgesetzte Beschlüsse aus der Bezirksvertretung Kalk
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Anfrage LINKE AN-1360-2020
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Kalker Hauptstraße 247- 273 51103 Köln Linke-BV8@stadt-koeln.de Eingang bei der Bezirksbürgermeisterin: 25.11.2020 AN/1360/2020 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Bezirksvertretung 8 (Kalk) 03.12.2020, TOP 9.2.6 Offene bzw. nicht umgesetzte Beschlüsse aus der Bezirksvertretung Kalk Anfrage der Fraktion DIE LINKE. vom 25.11.2020 Sehr geehrte Frau Bezirksbürgermeisterin, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, am 06.09.2019 schrieb Helmut Frangenberg im Kölner Stadt-Anzeiger unter der Über- schrift „Kölner Bezirksvertretungen und Stadtrat schließen Frieden“, dass sich das recht komplizierte Verhältnis zwischen den Verantwortlichen im Rathaus und den neun Bezirks- vertretungen deutlich entspannt habe. „Seit Jahren kämpfen die Bezirkspolitiker um Aner- kennung, Rechte und Geld, die ihnen im Rathaus verweigert wurden“, erläutert Frangen- berg. Die Oberbürgermeisterin erfährt in diesem Artikel viel Lob, vor allem auch von Be- zirksbürgermeistern. Gefeiert wird der „Abgrenzungskatalog“, der die Aufteilung der Ver- antwortlichkeiten zwischen Rat und Bezirken regelt und ein wichtiger und überfälliger Schritt war. Was leider ungeregelt blieb und ebenfalls Aufgabe der Oberbürgermeisterin ist, diesmal aber als Chefin der Verwaltung, dass die Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung die Be- schlüsse aus den Bezirken mindestens so ernst nehmen, wie die des Rates und seiner Ausschüsse. Wie schlecht es hier steht, wurde nicht zuletzt in einer Aktuellen Stunde der Bezirksvertretung Kalk am 27.06.2019 deutlich, in welcher es nur um einen Teilbereich ging. Es wurde die Klärung der ca. 50 offenen Beschlüsse der Bezirksvertretung Kalk ab dem Jahr 2010, welche die Zuständigkeit des Dezernat VIII - Mobilität und Verkehrsinfra- struktur – betreffen, thematisiert und beschlossen, dass es zu einer kurzfristigen Lösung zwischen dem Verkehrsausschuss, der Bezirksvertretung Kalk und der Verwaltung zum Beispiel durch ein Fachgespräch kommen solle. Ein solches hat bis heute zwischen den drei Beteiligten nicht stattgefunden. DIE LINKE. Fraktion in der BV Kalk Kalker Hauptstraße 247- 273; 51103 Köln Frau Bezirksbürgermeisterin Claudia Greven-Thürmer Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker - 2 - Aber es gibt auch Beschlüsse, die andere Dezernate betreffen und über deren Umsetzung oder begründete Nichtumsetzung die Bezirksvertretung nicht einmal informiert wurde. Viel weniger, dass man sich von Verwaltungsseite an diese gebunden fühlte. In dieser ersten Anfrage haben wir uns auf einige Beispiele aus dem Jahr 2014 be- schränkt, um deren Klärung wir bitten: 1. So beschloss die Bezirksvertretung Kalk in ihrer Sitzung am 27.11.2014 auf Antrag (AN/1567/2014) der Fraktionen von Grünen und LINKEN, dass die Verwaltung er- mitteln möge, welche öffentlichen Grünflächen durch essbare Nutzpflanzen aufge- wertet werden können und wie die Umsetzung dieser Maßnahmen gestaltet werden kann. Bei Neupflanzung in öffentlichen Grünanlagen des Stadtbezirks Kalk, an Schulen, Sportplätzen und öffentlichen Gebäuden soll in Zukunft essbaren Pflanzen der Vorzug gegeben werden. Eine Umsetzung ist nicht erkennbar. Selbst dringende Bitten von beispielsweise Bürger- vereinen, doch einige Baumersatzpflanzungen in Fußgängerzonen mit Obstbäumen durchzuführen, werden abgelehnt. Die Ausreden dabei sind teilweise so skurril, wie, dass man damit nur Insekten anzöge. Die im Antrag geforderte Flächenermittlung blieb bisher recht oberflächig und allgemeiner Natur und prinzipiell nur mit dem Verweis auf eh geplante Maßnahmen, wie Gartenlabore auf ehemaligen Äckern, die sowieso mit essbaren Pflanzen bewirtschaftet wurden. 2. Vom von allen Fraktionen beantragten (AN/1576/2014) und am 27.11.2014 be- schlossenen ganzheitlichen Toilettenkonzept blieb nicht viel mehr als ein unglück- lich positioniertes und mangelhaft designtes Pissoir in der Nähe der S-Bahnhaltestelle Trimbornstraße. Von der Anregung im Zusammenhang mit den öffentlichen Toiletten auch Trinkwasser- spender zu installieren, keine Spur. Die entsprechende Stellungnahme entstammt aller- dings auch einer Zeit, bevor die Oberbürgermeisterin endlich aber anscheinend nur kurzei- tig die Trinkwasserspender für sich entdeckte. 3. Ebenfalls noch im November 2014 beantragten (AN/1579/2014) und beschlossen alle Kalker Bezirksfraktionen gemeinsam eine „Attraktivierung des Bezirksrathauses Kalk und des Umfelds“. Bereits darin enthalten waren, das Ziel, das Erscheinungsbild des Bezirksrathauses und der unmittelbaren Umgebung, einschließlich des sog. Breuerparks und der Steprathstraße nachhaltig zu verbessern und sachgerechte Lösungsmöglichkeiten für die damit in verbin- dungsstehenden Personengruppen unter Einbeziehung des gesamten Stadtteils Kalk zu entwickeln. Dass es hier bis heute zu keiner zufriedenstellenden Lösung kam, sieht man nicht nur, sondern zeigen auch vermehrte Zuschriften von Anwohnerinnen und die ablehnende Stel- lungnahme der Verwaltung zur Umgestaltung der Steprathstraße, die in einem späteren Jahr als Ergänzung beschlossen wurde. - 3 - 4. Fast tragikomisch ist ein ebenfalls von allen Fraktionen getroffener Beschluss auf Basis eines ebenfalls gemeinsamen Antrags, den Bürgerhaushalt 2015 betreffend. Denn die Verwaltung und die Ratspolitik haben zwischenzeitlich aus unbekannten Grün- den das Beteiligungsinstrument des Bürgerhaushaltes abgeschafft. Eine Erklärung, dass dies so sei und warum liegt weder der Bezirksvertretung noch der Öffentlichkeit vor. Es ist einfach unter den Tisch gefallen, statt es weiterzuentwickeln. Wie oben beschrieben sind die aufgeführten Beschlüsse nur einige Beispiele aus den letz- ten sechs Jahren. Es ist allerdings nicht unbedingt Aufgabe der ehrenamtlichen Bezirks- vertreterinnen Tabellen mit Beschlüssen und das Nachhalten deren Umsetzung zu führen. Dennoch nehmen wir uns die Freiheit, auch in zukünftigen Sitzungen exemplarisch auf Beschlüsse hinzuweisen, die nicht umgesetzt wurden und/oder zu denen auch keine Stel- lungnahme oder Bearbeitungsstatus vorliegt. Dies dient insbesondere der Information der neuen Bezirksvertreterinnen aber auch der Öffentlichkeit, bei welcher der Eindruck entsteht, dass sich die Politik nicht kümmere, ob- wohl es die Stadtverwaltung ist, die bremst oder ignoriert. In der oben bereits erwähnten Aktuellen Stunde wurde bereits erklärt, dass auch dieses Verhalten zur Politikverdrossen- heit und zur Abkehr von demokratischen Beteiligungen führt. Wie soll man die Menschen im Bezirk noch zur Teilnahme ermuntern, wenn zwischenzeitlich bereits Bezirksbürger- meister resigniert ihr Amt und Mandat zurückgaben, da sie den Kampf gegen Windmühlen nicht mehr zu führen bereit sind? In diesem Zusammenhang bitten wir daher um die Beantwortung der folgenden Fragen nach Vorgabe der Geschäftsordnung des Rates und der Bezirksvertretungen § 4 Abs.6: 1. Wie wird die Oberbürgermeisterin auf ihre Verwaltungsmitarbeiterinnen einwirken, auch Beschlüsse der Bezirksvertretung mit dem notwendigen Ernst und weniger herablassend („wir sind Profis – Ihr seid Amateure“) zu bearbeiten und zu befolgen? 2. Wie sieht die Oberbürgermeisterin den Vorschlag, dass die Fachdezernentinnen und sie selbst regelmäßig (z.B. jede zweite Sitzung eine) und ohne Aufforderung an den Sitzungen der Bezirksvertretung Kalk teilnehmen werden und dort auch Rede und Antwort stehen? (Bisher kommen sogar die wenigsten, um sich nach ihrer Benennung vorzustellen) 3. Welche Möglichkeiten hat die Bezirksvertretung oder die Bezirksbürgermeisterin, auf die Verwaltung einzuwirken, wenn diese sich nicht an Beschlüsse hält bezie- hungsweise diese ignoriert? 4. Welche Maßnahmen erfolgen innerhalb der Verwaltung, um dort das Denken der Fünfziger Jahre gegen das notwendige Denken des 21. Jahrhunderts auszutau- schen? (z.B. Grün muss gepflegt sein, sonst ist es unordentlich, da ist Beton besser oder siehe Beispiel in der Einleitung unter Punkt 1) - 4 - 5. Welche Maßnahmen sind zur weiteren Stärkung der Bezirke, die ja jeweils die Ein- wohnerstärke einer Großstadt haben, von Seiten der Oberbürgermeisterin geplant und wie wird sie diese umsetzen? Mit freundlichen Grüßen HP Fischer gez. Dr. Tanja Groß Fraktionsvorsitzender Stellvertretende Fraktionsvorsitzende
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (4)
- Kalker Hauptstraße 247
- Steprathstraße
- Trimbornstraße
- Freiheit
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Details
- Aktenzeichen
- AN/1360/2020
- Typ
- Anfrage nach § 4 der GeschO des Rates
- Datum
- 26.11.2020
- Erstellt
- 26.11.2020 08:28